Cello Festival ¦ Solisten ¦ Miklós und Benjamin Perényi

Miklós PerényiWenn Miklós Perényi Bach spielt, wird es im Konzertsaal so still, dass sogar das lästige Husten unterbleibt. Sein Spiel ist von einer ausgewogenen, selten erreichten Klarheit, die zu Herzen geht. Der ungarische Cellist gehört zu den Ausnahme­musikern, über deren Spiel selbst hartgesottene Kritiker nur einmütig lobend berichten. Immer wieder heben sie die überwältigende Schönheit seines Cellotons hervor. Obwohl ihn seine solistische Karriere in alle großen Musikzentren der Welt führte und er als einer der feinsinnigsten Interpreten unserer Zeit gilt, sieht der unga­rische Cellist sich nicht als Star. Nie stellt er seine Virtuosität zur Schau sondern nimmt sich ganz hinter das Werk zurück

Schon mit neun Jahren gab Miklós Perényi einen ersten Konzertabend in Budapest. Seine musikalische Entwicklung wurde von seinen Lehrern, dem legendären Enrico Mainardi in Rom und Ede Banda in Budapest nachhaltig geprägt. Nachdem er 1963 Preisträger des Internationalen Cello-Wettbewerbs Pablo Casals in Budapest geworden war, lud ihn Casals mehrfach zu seinen Meisterkursen ein. Mehrere Sommer beim Marlboro-Festival folgten.

Seit 35 Jahren unterrichtet Miklós Perényi an der Budapester Franz-Liszt-Akademie. Für sein musikalisches Wirken wurde er 1980 mit dem Kossuth-Preis und 1987 mit dem Bartòk-Pasztory-Preis ausgezeichnet. In zahlreichen gemeinsamen Konzerten spiegelt sich die enge Zusammenarbeit mit seinem Landsmann András Schiff wieder, mit dem zusammen er bei ECM eine preisgekrönte CD des gesamten Werkes von Beethoven für Cello und Klavier aufnahm.

Statt mit Spielzeugeisenbahnen wie andere Kinder seines Alters spielte Benjamin Perényi mit drei Jahren Klavier. Kein Wunder, ist er doch der Sohn des bekannten Cellisten Miklós Perényi und jüngster Spross einer Familie, in der die Liebe zur Musik seit Generationen tiefverwurzelt ist.

Benjamin PerényiMit elf Jahren wurde Benjamin Perényi in die Hochbegabtenklasse der Franz Liszt Akademie in Budapest aufgenommen, wo er sein Studium weiterführte und abschloss. Der renommierte Pianist András Schiff war von dem ungewöhnlichen Talent des jungen Nachwuchspianisten, dessen Repertoire Werke von Bach bis Bartók umfasst, so beeindruckt, dass er ihm einen Steinway Flügel schenkte. Neben dem prägenden Einfluss seines Vaters kamen wichtige Impulse für Benjamin Perényi’s musikalische Entwicklung von seinen Lehrern Jenö Jandó und István Lantos sowie von dem international erfolgreichen Pianisten Zoltán Kocsis, der ihn einlud, im Mai 2009 ein Konzert mit der Ungarischen Nationalphilharmonie aufzuführen. Auch beim Schleswig Holstein Musik Festival trat Benjamin Perényi bereit zweimal als Kammermusiker auf. Im Oktober 2001 musizierten Vater und Sohn erstmals gemeinsam im Musikkonservatorium in Genf. Für dieses Jahr ist neben dem Cello Festival in Kronberg ein gemeinsamer Auftritt beim Bartók Seminar in Szombathely, Ungarn, vorgesehen.

Vater und Sohn Perényi sind gemeinsam in einem Konzert mit Werken von Bach, Dallapiccola, Debussy und Bartók am Donnerstag, dem 1. Oktober um 19 Uhr in der Stadthalle Kronberg zu hören. Miklós Perenyi können Sie außerdem im ersten Teil des Abschlusskonzerts am 4. Oktober um 17 Uhr in der Stadthalle Kronberg erleben.

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