Mit Musik – Miteinander ¦ Interview mit der Teilnehmerin Eszter Kruchió

Vom 6. bis 8. November fand zum zweiten Mal in diesem Jahr unser Kammermusikprojekt Mit Musik – Miteinander statt. Unsere Praktikantin Melina Langhanns, die für dieses Projekt auch mitverantwortlich war,  hat die Gelgenheit genutzt und die Teilnehmerin Eszter Kruchió befragt.

Teilnehmerin Eszter Was erwartest Du von diesem Wochenende?
Ich erwarte und hoffe, dass Mit Musik – Miteinander ein einprägsames musikalisches Erlebnis wird, dass ich andere in meinem Alter kennen lernen werde, die ähnliche Interessen haben, zumindest was Musik betrifft. Außerdem werden vielleicht Kontakte geknüpft, die für den weiteren musikalischen Werdegang oder auch einfach nur für das weitere persönliche (musikalische) Leben nachhaltig sein könnten.

Da ich wahnsinnig gerne Kammermusik spiele, erwarte ich viele schöne musikalische Momente, viel musikalische Arbeit und zahlreiche Anregungen von den Dozenten. Es würde mich besonders freuen, eine neue Art des Zuganges zur Musik kennen zu lernen, andere Methoden zu erarbeiten, andere Ansichten, neue Arten auf einem Instrument zu spielen. Ich glaube, es ist besonders wichtig, eine so vielseitige Ausbildung wie möglich, so vielseitige und verschiedene Anregungen wie nur möglich zu bekommen, um auch selber vielseitig und kritisch (auch das muss man lernen!) sein zu können.

Weshalb hast du dich beworben?
Erstens habe ich auf der Homepage der Kronberg Academy ein bisschen gestöbert und habe viele sehr interessante und anspruchsvolle Ausbildungsmöglichkeiten und Förderungswege gefunden. Außerdem fand ich unter den ehemaligen Teilnehmern von Mit Musik – Miteinander Namen von Musikerkollegen, die ich sehr schätze. Auch die Assistentin meines Geigenprofessors, die selber sehr viel Kammermusik spielt (ehem. Mitglied des Hagen-Quartetts; Mitglied des Klangforum Wien) hat es mir sehr ans Herz gelegt mich zu bewerben. Sie meinte, es wäre eine tolle Erfahrung.

Teilnehmerin Eszter Kruchió Natürlich haben mich auch der künstlerische Beirat der Kronberg Academy beeindruckt: Kremer, Bashmet und Rostropovich sind Namen mit einer besonderen Anziehungskraft. Besonders Gidon Kremer schätze ich sehr, seine Aufnahmen und Bücher sind sehr beeindruckend und sowohl musikalisch als auch historisch interessant.

Die Möglichkeiten in so großen Besetzungen, wie in einem Sextett oder Oktett zu spielen, sind leider nicht sehr häufig. Sechs oder acht Leute sind sehr schwer vereinbar, Probentermine zu finden ist kaum möglich. Dies ist also auf jeden Fall eine vielleicht nicht einmalige, aber doch seltene Möglichkeit.

Mein Interesse an diesem breit gefächerten Spektrum von Ausbildungsmöglichkeiten, besonders an Mit Musik – Miteinander,  wurde also geweckt – und schon schrieb ich meinen Lebenslauf.

Wie bist Du auf Mit Musik – Miteinander aufmerksam geworden?
Ich habe von Fr. Glanzmann, der Vorsitzenden von Prima la Musica, wie jeder Preisträger dieses Wettbewerbes, ein Informationsschreiben, in dem auch auf die Homepage der Kronberg Academy verwiesen wurde, inklusive einem Anmeldeformular zugeschickt bekommen.

Hast du schon an vielen Wettbewerben teilgenommen? An welchen?
Ich habe einige Male an Prima la Musica (Landeswettbewerb, Bundeswettbewerb) teilgenommen, solistisch und in verschiedensten kammermusikalischen Besetzungen (Klaviertrio, Streichquartett, Geige-Gitarren-Duo). Außerdem habe ich als kleineres Kind oft an der Döblinger Musikolympiade teilgenommen, ein Wettbewerb für kleine Kinder in einem angenehm-kleinen Rahmen, und zwei Mal an dem Wiener Musikschul-Wettbewerb (Violine-Klavier-Duo; Geigentrio).

Wettbewerbe sind wichtig, vor allem wegen der Vorbereitung, die unglaubliche Fortschritte bewirken kann. Besonders erfreulich war es als Preisträgerin des Wiener Musikschul-Wettbewerbes im Wiener Rathaus zu spielen, und als Preisträgerin von Prima la Musica im Wiener Konzerthaus und im Konzerthaus Klagenfurt zu spielen. Wettbewerbe haben für mich vor allem wegen der eventuellen nachträglichen Förderung einen Reiz.

Trotzdem denke ich, dass man es nicht übertreiben darf. Man geht ein sehr hohes Risiko ein – wenn man selber mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, kann man unter Umständen viel Motivation verlieren.

Schülerin und Lehrer Sind Deine Erwartungen erfüllt worden?
Ob sich meine Erwartungen erfüllt haben? Und wie! Mehr als das: Das Wochenende hat meine Erwartungen wirklich übertroffen.

Da wären erstens die Dozenten. Kirill mit seiner ungewöhnlich klaren und verständlichen Art technische Schwierigkeiten zu erklären und zu lösen. Ich musste aus Wien nach Deutschland zu einem russischen Geiger fahren, um die 2 Arten des Spiccato zu begreifen. Kaori mit ihrem unfassbaren Spieleinsatz. Ihr Gesicht, ihr Körper widerspiegeln in jeder Sekunde, in der sie Musik spielt, ihre Gefühle, ihre Emotionen. Ich hatte noch nie Gelegenheit einen solchen Musiker 3 Tage lang von so nah beobachten zu können. Und schließlich Itamar – so unglaublich feinfühlig. Er nimmt jede kleinste musikalische Veränderung war, geht mit jedem kleinsten musikalischen Impuls mit, achtet auf den Klang und auf die Linie jedes einzelnen Tones. Es war ein Abenteuer mit ihm gemeinsam zu spielen.

Zweitens war es sehr praktisch in der Partitur, auf die Wand projiziert, mitlesen zu können. So konnten wir auch passiv jede Probe ganz genau mitverfolgen. Wenn ich selber gespielt habe, so war es oft sehr hilfreich in die Partitur blicken zu können.

Außerdem hätte ich nicht erwartet, dass wirklich in jeder Probe einige Leute dabei sitzen – das hat die ganze Atmosphäre noch spannender gemacht.

Wir wurden perfekt versorgt, und behandelt wie erwachsene Musiker. Es ist schön zu sehen, dass es Geld für unsere Weiterbildung gibt!

Inwiefern wird sich Mit Musik – Miteinander auf Dein weiteres Spiel auswirken?
Nun, Itamars, Kaoris und Kirills Vorschläge, Bitten, Anregungen, Tipps klingen noch immer in meinen Ohren und ich ertappe mich immer wieder dabei sie selbst meinen Quartettkollegen zu sagen. Mit Musik – Miteinander hat meine ohnehin schon große Freude an der Kammermusik noch mehr vergrößert und bestätigt. Ich gehe jetzt Kammermusikstücke anders an, achte einfach viel mehr auf die grundlegenden Dinge, die wie drei Tage lang “gepredigt” bekommen haben.

Ein fantastisches Wochenende, das sich hoffentlich irgendwann wiederholen wird!

Vielen Dank für das Gespräch Eszter.

Das Interview führte Melina Langhanns
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