Archiv für die Kategorie „Cello-Festival“

Als alles anfing (Teil 1)

Dienstag, 17. September 2013

Stöbern im Archiv:  Zurück zu den Wurzeln

Unser Festival zum 20-jährigen Bestehen, das in gut 10 Tagen startet, animiert geradezu, einen kurzen Blick in die Historie unserer Institution zu werfen.

Auch wenn der hier schreibende Blogger im Jahr der Gründung 1993 noch weit entfernt war von dem Entschluss, als Mitarbeiter in dieser wunderbaren Institution anzuheuern, so kann er sich doch retrospektiv und mit Begeisterung den Meilensteinen in der Entwicklung dieser Institution widmen. Und immerzu staunen.

Angefangen hatte ja alles Anfang der Neunziger Jahre mit dem Cello.

Gründer und künstlerischer Direktor Raimund Trenkler kann hier eine unglaubliche Geschichte erzählen. Nämlich die, wie es wirklich begonnen hatte. Was die Ursprungsidee war und wie das erste Festival dann tatsächlich über die Bühne gegangen ist (keiner hielt es damals in so kurzer Zeit für realisierbar!).

Es gab damals an 3 Tagen insgesamt 10 Konzerte. Das Abschlußkonzert fand am 24. Oktober 1993 in der Kronberger Stadthalle statt.

Die Presse war voll des Lobes, die eingeladenen Musiker und Marta Casals-Istomin waren begeistert vom ersten Cello Festival, welches der Erinnerung an Pablo Casals gewidmet war, dem großen Künstler und Humanisten (der Festivalbeginn fiel auf den 20. Todestag des bedeutenden Musikers).

Die Musikwelt hatte eine neue Begegnungsstätte, einen neuen Ort, wo man sich fortan regelmäßig treffen würde. Die dazu gegründete Institution, der Vorläufer der heutigen Kronberg Academy, nannte sich damals noch “Internationale Kammermusik-Akademie Kronberg”. Raimund Trenklers Philosophie war es, Cellisten mehrerer Generationen zusammenzuführen und miteinander musizieren und lernen zu lassen.  Oder wie er es auch gerne ausdrückt, ein Familientreffen für Cellisten sollte in die Welt gesetzt werden. Berühmte etablierte Musiker sollten jungen, hochbegabten Musikern Inspiration und Erfahrungen im Wege des gemeinsamen Musizierens vermitteln.

Sieben Jahre  später (beginnend mit dem Projekt Chamber Music Connects the World im Jahre 2000) gab es eine wichtige Erweiterung unserer Institution in Richtung Streicherakademie. Seitdem ist es gelungen, das  Renommee und die Bekanntheit auch mit diesem erweiterten Profil als einer internationalen Ausbildungsstätte für Streicher deutlich auszubauen. Gekrönt wurde diese Entwicklung durch die Einführung eines eigenen Studiengangs “Kronberg Academy Masters” im Jahre 2007 (mit den Abschlüssen Bachelor, Masters und Further Masters Studies). Die Geschichte dieser “Transformation” ist einen besonderen Blogbeitrag in der Zukunft wert.

Zurück zur Historie. Wie findet man Zeugen der Vergangenheit  in den eigenen vier Wänden?

Man stöbert in diversen Regalen und Kisten. Und wo befinden sich jene wertvollen Kisten, Kartons und Ordner?

In den verzweigten Räumlichkeiten unseres Receptur-Gebäudes etwa, einschließlich des Dachbodens. Wo man tatsächlich auch fündig werden kann, wenn man Staub und schlechte Luft für sagen wir ca. zwei-drei  Stunden ertragen kann. Und gewillt ist, um der Anfänge habhaft zu werden,  intensiv nach entsprechend „frühen“ Dokumenten zu suchen. Wenn es sein muss, auch zu graben und zu wühlen. Mithin befindet man sich auf einer Art musik-archäologischem Trip.

Dafür taugen unter anderem unsere Räumlichkeiten im 1. Stock der Receptur, wo wir seit einiger Zeit unser neues Studio 4 eingerichtet haben. Und in diesem hergerichteten Raum, der zum Proben genutzt wird, befinden sich auch historische Schätze zum Leben von Pablo Casals in Form diverser Bücher, Biografien, einer riesigen Schallplattensammlung und Programmheften vom berühmten Prades Festival, wo Casals seit Gründung viele Male aufgetreten ist. In einem Plattenregal von Studio 4 kann ich das von allen Teilnehmern persönlich signierte Programmheft des 1. Cello Festivals von 1993 (unserem Gründungsjahr) in Händen halten und sogleich fotografisch für diesen Blogbeitrag ablichten. Ein echtes Erfolgserlebnis!

Angestachelt durch diesen Erfolg geht das Durchstöbern in anderen Räumen weiter. Unser Dachboden ist das nächste Ziel. Hier findet man durchaus weitere Schätze. Poster, Flyer, Fahnen und aufgezogene große Schwarz-Weiss Fotos von berühmten Künstlern und Lehrern, die in Kronberg gastierten, sind verstreut in Ecken und auf verstaubten Regalböden zu bewundern.

Man muss wissen, dass sämtliche Drucksachen unserer schreibenden Team-Kollegen seit Gründung, also alle Broschüren, Programmhefte, Flyer, Poster, Fahnen und Sonderdrucke aus nunmehr  20 Jahren einen beträchtlichen Berg an Papier ergeben würden. Man muss  staunen über die enorme Produktivität unserer Texter und der mit uns kopperierenden Grafiker und  Layouter.

Generell muss ich an dieser Stelle vermerken, dass all die wunderbaren „Drucksachen“, die seit Gründung entstanden sind, natürlich mit jeweils mindestens einem Master-Exemplar in einem zentralen Ordner ( es sind natürlich mehrere!)  sorgsam archiviert und für die werte Nachwelt aufbewahrt werden. Das Erfassen dieser kleinen Kostbarkeiten und die Präsentation all der Print-Produkte seit 1993 wäre eine kleine Ausstellung wert. Ich bin überzeugt, man könnte sogar ein kleines Buch darüber publizieren, welches Musikfreunde aber auch Menschen mit Design und Layout-Affinität begeistern würde.

Michael Heinz, Kronberg Academy Team

From fancy fiddler to hard working Young Soloist

Mittwoch, 21. Dezember 2011

An interview with 17 year old Dutch cellist Ella van Poucke

Ella van Poucke turned 17 in April.  Since October  2011 she is a new member of our group of Young Soloists for Kronberg Academy Masters. The professor who will be taking care of her musical development is cellist Frans Helmerson. Last week, shortly before our conversation, Ella had finished a masterclass with Canadian cellist Gary Hoffman, who is also a  permanent Professor in Kronberg.

Asked how to run this interview, Ella smiled and said “My first language is Dutch, second is English and regarding German I can understand quite a bit, speak a few words, but it isn´t enough to let the interview flow in German.”  So we switched to English.

Before we entered Studio 1 in the KAM facilities at Kronberg´s Streitkirche, we took a look at her cello. “It looks quite old“, I remarked.  “No, it isn´t! It was made in 2009, but I would love to have an old one” answered Ella, smiling.

Ella has two brothers and a sister. Her parents provided for a good musical background. Ella´s father is a trained trumpet player for Netherlands  Radio Symphony Orchestra (NRSO). Her mother used to play viola but in recent years she has turned to cooking, professionally and in the family.

Following is a short conversation with Ella, who grew up in a little city near Amsterdam.

1 ) How do you feel in Kronberg?
Ella: It´s a big honour for me to be here! Staying with the best teachers for string instruments and being part of that group of so talented young musicians is very inspiring. It´s a prestigious place to study music.

2) How did you just arrive in Kronberg?
Ella: Well,  I took the train, which is so convenient. I like train rides a lot! There I can sleep,
read and eat! It takes only about 5 hours from Holland.

3) Are you here for the first time?
Ella:  I was in Kronberg last year for the cello masterclasses in September which was a great experience! It all started when I was 15 and taking classes with  Frans Helmerson in Cologne for about a year. He mentioned Kronberg Academy and proposed that I should opt for an audition.  So, during  2009 I travelled to Kronberg the first time and met with Stephen Potts, director of Kronberg Academy Masters. Then I had my first audition. Also I travelled to Kronberg only some weeks ago for attendance of the masterclasses with Gidon Kremer and Volker Biesenbender. Volker lectured on improvisation and Gidon Kremer spoke about music and musicianship. Two very different personalities and styles. Both masterclasses provided a wealth of information.

4) What did you know about KronbergAcademy?
Ella: I heard about the Academy from a friend when I was nine. Later I looked at Kronberg Academy´s homepage on the internet and I found it very appealing.

5) How did your love for playing the cello evolve?
Ella: I started at age 4, taking violin classes. Honestly, I didn´t like it so much,  it was kind of weird. I quit the classes when I was five and a half. Later at age six I discovered the cello and this is what I liked a lot! Then my parents sent me to the Utrecht music school. Looking back I must say the classes became more enjoyable for me and when I was eight it really became more serious and it was fun. I began practicing for myself and at age twelve I was attending the Amsterdam conservatory. Prior to Amsterdam I was also taking classes at Den Haag for about a year. When I was ten I joined a group of young violinists called the “The Fancy Fiddlers”, founded by one of my teachers at the time, Mrs. Coosje Wijzenbeck. There were 20 players in that group and we began to perform concerts.

6) How was musical life in your family?
Ella: I liked to play chamber music. Throughout the day, while at home I also listened to music from my brother and my parents. One of my brothers listened to hip-hop and pop music, my father is a great Jazz fan and he likes the Beatles very much and of course Jazz singers such as Ella Fitzgerald and Billie Holiday. This kind of music I do like as well. In earlier years my mum was playing viola. So I am used to hear her viola sounds from time to time. But in recent years she has concentrated on her cooking job and music became a side activity. On the other hand her vegetarian cooking style is very good for my health. So, overall, music was ubiquitous in our home. And I was exposed to different styles of music.

7) Who was a strong influence for you?
Ella: As I had already mentioned the “The Fancy Fiddlers” were founded by my teacher Coosje Wijzenbeck, and she had a very strong influence on me. Playing together under her leadership was great fun. We often rehearsed string quartets. Another great influence was and still is British cellist Colin Carr, who is a very good friend of my parents. In fact, I very much loved his way of playing, very different from what I learned through Coosje Wyzenbeck. I play with Colin from time to time in famous concert halls such as the Concertgebouw in Amsterdam. At age 13 I played with him Vivaldi´s Double Concerto in that hall. Another influence was Godfried Hoogeveen, whom I met during the Amsterdam Conservatory years. Godfried is a great player, he told me all about music, not technically but rather aspects related to emotions, musicality and various musical styles. He was a student of renowned cellist Gregor Piatigorsky and became my mentor. Attending the cello masterclass at Kronberg Academy in September 2011  was also a great experience. And not to forget: at age 13 I joined the Amsterdam Chamber Music Society and I am still a member of that institution. There I met Christian Bor who was a student of violinist Jascha Heifetz. Christian as well as Godfried Hooogeveen influenced me over the years quite a lot.
While I was attending the Verbier musical festival in 2009 I had the great opportunity to attend masterclasses with Bernard Greenhouse, about 3-4 lessons, an hour each. Mr. Greenhouse told me so much about phrasing. This was very inspiring for me.

How do you relax ?
Well, I love cooking, walking and jogging. Especially jogging is something I enjoy so much. Also right now. Jogging is hard to do here in Kronberg because of the various hills. So it is quite challenging. When I am at home in our house in Holland I enjoy the great kitchen that we have and do cooking activities with great enjoyment.

Which type of music do you play with great enthusiasm? And what kind of music do you listen to, today?
Ella: I listen to a lot of chamber music. Dvorak´s Cello Concerto performed by Colin Carr is something I like to listen to,  over and over. And I listen to a lot of CDs, mostly classical music. And I like to listen what other fellow musicians play.

Playing and rehearsing daily, how many hours a day do you play and how much of sacrifies does this mean?
Ella: Currently I am playing 5-6 hours a day. The act of rehearsing is fun, I enjoy it! I can´t think of any sacrifices. I am really happy when I am playing, every day! But after so many hours each day other things are getting painful. Like carrying the cello case uphill, biking with the cello or sitting long hours in really unhealthy positions. Those things can be a bit of  a burden, but I can´t call them sacrifices.

10) Which expectations do you have with view to your enrollment with “Kronberg Academy Masters”?
Ella: I am working hard! I will learn things that I need to change in my playing. One can never play complete or perfectly. There is always room for improvements and changes. I want to become a solo cellist and play chamber music. But I also could think of myself as becoming a teacher in the future. All Young Soloists know each other and together with the members of the Kronberg Academy team we belong to a family. This is stimulating. We are inspiring ourselves and the lessons and all the work are quite intensive. The good thing is, all is very well organised by the team. The Academy is not just a music school, it is an institution where so much help is available all the time. I am not waiting here for big things to happen, I concentrate on my work and continuous improvements of my playing.

11) How do you use the internet, how often and how long are you online?
Ella: I am not a typical young internet user or TV person. What I like is using Google for searches. I check my email every day but I don´t stay long online. I am on facebook and using this means staying connected with my friends – this is a good thing. And for background information and easy questions I go to Wikipedia. But otherwise the internet is a waste of time. I am not a heavy internet user,  I see the stupid part of it.

Ella, thank you for this interview!

Michael Heinz/Kronberg Academy

Cello Festival 2011 / Photo exhibition “Live Music” in Kronberg

Freitag, 26. August 2011

Alexandra Kremer-Khomassouridze in front of her works

Works by Parisian photographer Alexandra Kremer-Khomassouridze

Last week, days before the vernissage of this fantastic exhibition, we just couldn´t imagine how wonderful the roughly 5o images would complement each other. The final positioning of the appealingly framed photo works took two full days. Thursday and Friday last week were devoted to this job. When we had the first project-related meeting in the rooms of her exhibition in Kronberg´s Malermuseum (museum devoted to the history of a Kronberg-based painting school) it was a matter of minutes to develop a plan on how to divide the jobs between the artist and our small team of helpers. When Stephan Cropp and I left Alexandra Kremer-Khomassouridze alone in the two major exhibition rooms she then decided prudentially which of her photos were to be used in the final set-up.

The main idea idea behind her thinking was to group the photos not according to date of origin but rather compose groups of images based on the type of musicians, i.e. composers, conductors, soloists, and a few images which were hanging as solitaires. Once the positioning was finally decided by Mrs. Kremer-Khomassouridze, the rest of the work demanded just precision, patience and stomach. In the end, the most precious tool has been a water-level and a very robust 2,5o m long ladder. Smiling faces appeared on last Friday when our support team fixed the last set of images and optimized the lighting, so that each group of photos would receive the same spotlight. Most important, Alexandra Kremer-Khomassouridze agreed with how we had handled her conceptual ideas, including our decision to get rid of two works that didn´t fit with the wall sizes after all.

After hanging was completed and lighting was regarded alright, then it was time to take a very personal look at all the pictures on the following day and, who wonders, recognizing the superiority of all the displayed photographs. Stephan Cropp and I were impressed with the black and white works that Alexandra Kremer-Khomassouridze had created. All her images are showing world-renowed musicians, conductors and composers. For instance, one can see photos of Seiji Ozawa, Yuri Bashmet, Gidon Kremer, Mischa Maisky, Mstislav Rostropovich, Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach, Nikolaus Harnoncourt, Gennadi Roshdestvensky, composers such as Arvo Pärt, Sofia Gubaidulina and Giya Kancheli, and the list could go on and on.

Last Saturday, on her day of departure back to Paris, Alexandra agreed that we document her exhibition in Kronberg and she was also happy to let us take some images of her against the backdrop of some of her own works.  Clearly, that session provided a great opportunity for Kronberg´s blogger to catch the spirit of  this exhibition, which functions as an entrée to the 10th Cello Festival end of September, while at the same time providing a picture of the photographer who created those works.

On Monday evening the long-awaited vernissage took place. Both friends of music and photography were coming to the “Museum Kronberger Malerkolonie” and listened to 30 minutes of chamber music.  Raimund Trenkler, artistic director of Kronberg Academy delivered the “Welcome” address and underlined that photography exhibitions have often complemented events and festivals of this institution. Eva-Maria Magel, a cultural editor from Frankfurter Allgemeine Zeitung delivered the opening speech and introduced the Parisian photographer to the audience. Here remarks were very well received. Then Alexandra Kremer-Khomassouridze explained a bit her own photographic career and was engaged in several discussions after the audience began to explore the 2 exhibition rooms.

Mrs. Kremer-Khomassouridze then hurried back to the airport in order to be ready for her next project, a journey to her homeland Azerbeijan where she wanted to complete a portfolio on the subject ” Oil”.

For people and guests in Kronberg now there is time to enjoy a great photographic exhibition displaying images of some of the finest musicians.

Michael Heinz

Erinnerungen an Bernard Greenhouse

Mittwoch, 18. Mai 2011

Die Mitarbeiter der Kronberg Academy trauern um den großen Cellisten Bernard Greenhouse. Er verstarb am 13. Mai in seinem Haus in Wellfleet auf der Halbinsel Cape Cod.

Greenhouse, der zu den Mitbegründern des großartigen Kammermusikensembles Beaux Arts Trio zählte, war ein gern gesehener Gast in der Burgstadt. Viele Male weilte er in Kronberg und war bei unseren Cello Meisterklassen ein begehrter Cello-Lehrer, zuletzt 2008. Obgleich schon gesundheitlich angeschlagen, nahm er die Strapazen der langen Flugreise auf sich, um auch bei den Feierlichkeiten zum Tode von Mstislav Rostropovich im Oktober 2007 teilzunehmen. Mancher Kronberger wird es noch vor Augen haben: im Kronberger Schulgarten wurde feierlich die Rostropovich-Büste enthüllt und bei der anschließenden Feier in der Johanniskirche würdigte Greenhouse in einer emotionalen Ansprache den großen Russen. Viele, die ihn live in unserer Stadt erleben konnten, werden sich an seine enorme menschliche Ausstrahlung und Wärme erinnern.

Welche Erinnerungen haben Kollegen aus unserem Team? Hier zwei Beispiele:

Gabriela Denicke, verantwortlich in der Academy für Sponsoring und Partner, hatte von Anfang die Aufgabe übernommen, Bernard Greenhouse bei seinen Aufenthalten in Kronberg zu betreuen. Sie hat über die Jahre, wie sie selbst sagt, eine Freundschaft mit dem großen Cellisten entwickeln können. Hier ihre Gedanken und Erinnerungen:

„Was mir besonders im Gedächtnis haften blieb ist dies: „Make it simple!. Das sagte er stets den jungen Leuten. Und auch: you have to say something through your music! Damit meinte er, es geht beim Spielen nicht darum, wie wirke ich, oder spiele ich die Noten richtig, oder etwas anderes ich-bezogenes, sondern vielmehr wenn Du dem Publikum nicht etwas mitteilen möchtest mit Deinem Spiel, dann lass es. Er blieb so lange jung, vor allem young at heart – durch die Jugend! Die Begegnung mit der Jugend, mit dem Cello- bzw. Musik-Nachwuchs, das war sein Lebenselexir!“.

Und sie fährt fort: „Ich erinnere mich noch vor Jahren, als ich ihn nach dem langen Flug abholte am Frankfurter Flughafen, da saß nun dieser berühmte ältere Herr auf einer Bank, ruhte sich aus nach den Anstrengungen des Fluges. Und ich fragte mich dann, wie mag er nur die vor ihm liegende anstrengende Meisterkurs-Woche überstehen. Und dann kam der erste Kurs und er wuchs an Statur und Energie. Es war unglaublich, er war die ganze Woche über so jung. Er hatte Stil und es war für ihn selbstverständlich, dass er während der Meisterkurs-Woche zu jedem Konzert seiner Kollegen, wie er die anderen Cellisten immer nannte, ging, auch wenn er nach einem anstrengenden Tag müde war. Das gehörte sich einfach. Er hatte einen feinen Humor, er lachte gern, er war warmherzig und großzügig, er hatte aber auch einen ausgeprägten Sinn für geschäftliche Belange”. So weit unsere Kollegin Gabriela Denicke.

Oda Cramer von Laue, verantwortlich für Kommunikation bei uns, fasst ihre Eindrücke so zusammen: „Bernard Greenhouse kam mir immer fast ein wenig „british“ vor – er war einfach der „Grandseigneur“ unter den Cellisten. Sehr offen und menschlich. Sowohl wenn es um Musik, als auch wenn es um andere „weltliche“ Themen ging, kam er immer klar „auf den Punkt“. Ohne dass man interpretieren, raten oder irgendwie zwischen den Zeilen lesen musste, was er meinte“.

Der Autor dieser Zeilen erinnert sich gerne an eine Cello-Meisterklasse 2008 in der Stadthalle Kronberg, als Bernard Greenhouse mit großer Ruhe und Gelassenheit einem 20-jährigen jungen Mann beibrachte, dass das ständige Vibrato keinerlei Anzeichen von Musikalität waren sondern eher ein unbedingt abzugewöhnndes ständiges Zittern der linken Griffhand.  Humor und Wohlwollen sorgten bei dem Schüler für stetige, kleine Fortschritte in jener Stunde.

Bernard Greenhouse hielt in den letzten Lebensjahren viele Meisterkurse in den USA, Kanada und Europa. Und Kronberg im Taunus hat dabei eine durchaus bemerkenswerte Rolle in seinen letzten Lebensjahren gespielt – darauf sind wir alle hier sehr stolz! Die Mitarbeiter der Kronberg Academy werden ihn sehr vermissen.

Michael Heinz

KA Jahrbuch 2009 – ein Kaleidoskop musikalischer Höhepunkte

Donnerstag, 11. März 2010

Druckfrisch und zum Ausliefern bereit: Das Jahrbuch 2009 der Kronberg Academy – 666 Gramm schwer, Wissen und Fakten auf 164 Seiten, und daneben lebendige fotografische Exkursionen in die Welt der Musik plus eine eingelegte DVD mit einem Porträt über die Academy. Gedruckt in einer Auflage von 2000 Exemplaren.

Die schöne Aufmachung mit dem typischen Academy-Rot auf der Titelseite und den Kapital-Einleitungen verlocken jeden Musik-Begeisterten zum Vertiefen und Schmökern. Somit ist das Jahrbuch das vielleicht wichtigste Druckerzeugnis der Kronberg Academy, denn es zeigt rückblickend, wo und in welchem Zusammenhang musikalische Ereignisse zu bestaunen und zu erleben waren. Und welcher Kopf steckt hinter der Erstellung dieses feinen Werkes? Es ist unser Team-Mitglied Oda Cramer von Laue, verantwortlich für Kommunikation und alle Druckerzeugnisse, die diesen wichtigen Job seit Jahren verantwortlich ausführt. Mehrere Monate beschäftigt sie sich intensiv mit den Recherchen, dem Schreiben und der Koordination mit Grafikern, Fotografen und Druckern. Viel Schweiß und Perlen also.

Hier im Kurzdurchgang die wichtigsten Abschnitte:

Im Editorial fasst Raimund Trenkler, der künstlerische Leiter, die Höhepunkte des Jahres zusammen. In weiteren Verlauf erfährt der geneigte Leser einiges über die Förderer, Stifter und Freunde der Academy. Im Anschluss daran gibt es einen fotografischen Rückblick auf das Jahr 2009 gefolgt von Artikeln zum Themenkomplex: Kulturförderung in der Krise. Originell besonders der von Klaus-Albert Bauer geschriebene Beitrag „Vom Bruttosozialglück in Kronberg„ Weitere Themenfelder sind Berichte aus dem Lehr- und Ausbildungsgeschehen, zu den Kronberg Academy Masters Studiengängen und sehr anschauliche Berichte und beeindruckende Fotos von den erstmals durchgeführten Geigen Meisterkursen. Es folgen Berichte über das spektakuläre Cello Festival 2009, in dem die Grenzen musikalischer Genres überschritten wurden ( man denke z.B. an die Auftritte von Jacques Morelenbaum, Lars Danielsson, Giovanni Sollima, Roby Lakatos und Ernst Reijseger). Dazu insgesamt sechs Ur-und Erstaufführungen. Ein Meilenstein in der Geschichte des Cello Festivals. Ferner ein Bericht vom Gedenktag an Slava, dem großen russischen  Cellisten Mstislav Rostropovich im April vergangenen Jahres, der auch in diesem Jahr feierlich begangen wird. Das Jahrbuch endet mit Abschnitten zu weiteren Projekten und Ereignissen und schliesst mit dem Abschnitt „ Das Jahr in Fakten“.

Alles in Allem: eine rundum geglückte Dokumentation der vielfältigen musikalischen Ereignisse und Begegnungen in Kronberg. Jeder, der im letzten Jahr bei einem der Konzerte dabei war, kann manches nochmal vor dem geistigen Auge Revue passieren lassen. Aber auch jene, die sich verstärkt mit der Arbeit der Academy als Sponsoren oder Förderer künftig befassen wollen, bekommen tiefe Einblicke und werden mannigfaltig inspiriert.

Michael Heinz

Cello Festival ¦ Photos from the Workshop with Giovanni Sollima

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Once more: Photos from our workshops.

Cello Festival ¦ Kronberg kleidet sich in Rot ¦ Eine Künstlerbetreuerin berichtet

Dienstag, 20. Oktober 2009

Es ist Ende September und Kronberg kleidet sich in rote Farbe. Es ist nicht das politische Rot der anstehenden Bundestagswahlen, auch nicht das Rot des nahenden Herbstes, nein es ist das Rot, das Raimund Trenkler mit ‘leidenschaftlich’ bezeichnet. Rote Wände decken jegliche Häβlichkeiten zu, wie z. B. Baustellen. Rote Fahnen wehen im Wind, selbst die Stadtbusse schmücken sich damit. Ein roter Teppich, der den Weg durch die Altstadt weist, trägt dazu bei, dass jeder Stadtbürger, jedes Kind und jeder Besucher sich besonders eingeladen fühlt. Die Geschäfte machen auch mit und haben in ihren Dekorationen das Thema Cello und Musik gewählt. Und es scheint sogar die Sonne!

Open-Air-Konzert Der Berliner Platz ist beim Eröffnungskonzert voll gepackt mit hunderten von Besuchern, die mit Cello und Blasorchester, mit humorvoller Musik unterhalten werden, was allen gefällt! Wein und gute Laune fließen. Schon dieser Abend steht im Zeichen von Gemeinschaft und Familie. Obwohl die Kronberg Academy auch ein Elite-Institut ist, um besonders begabte junge Künstler zu fördern, ist sie ebenso eine Einrichtung, die stark von einem starken Gemeinschaftsgeist geprägt ist. Das wird besonders deutlich durch das Team, durch die Leute, die hier mitarbeiten, aus allen Altersklassen, mit verschiedensten Berufen und den unterschiedlichsten Hintergründen. Mittlerweile machen nämlich auch die nun erwachsenen (oder fast erwachsenen) Kinder der Teammitglieder mit, die seit Anfang der 90er Jahre dabei waren.

Konzert in der Naxos-Halle Musik verbindet: Generationen, Klassen, Kulturen und Länder. Wenn das bei der Politik doch genauso leicht der Fall wäre! Vielleicht um dem auf eine neue Art und Weise noch einmal Ausdruck zu verleihen, fand dieses Mal ein Konzert in der Naxos-Halle in Frankfurt statt. Im Tageslicht eine Industriehalle mit Graffiti, kaputten Fenstern, viel Staub und Unkraut – das aber ein Zuhause für so manchen (bildenden) Künstler ist. Ich muss ehrlich sagen, meine Vorstellungskraft strampelte ein wenig mit dem Gedanken, hier ein klassisches Konzert mit erstrangigen Musikern zu spielen! Doch nachdem das Kronberg Academy Team sowie Beleuchtungs- und Bühnenaufbauteams dort einen Tag lang gewerkt hatten, wurde aus der Aschenputtelhalle ein Märchentraum von Atmosphäre: Die Halle war in ein romantisches Licht getaucht, die Bühne ragte über insgesamt 700 gestellten gepolsterten Stühlen. Die zeitgenössische Musik weckte fast mystische Erinnerungen – Geschichten, die diese Halle vielleicht zu erzählen hat und erweckte sie zu neuem Leben. An diesem schönen Spätsommerabend im Kerzenlicht luden kleine, runde Tische im Empfangsbereich und außerhalb der Halle zu einem Glas Wein ein. Wieder wurde eine Brücke geschlagen, wieder gelang es der Kronberg Academy, uns zu überraschen. Die darauf noch folgenden 18 Konzerte, die Workshops und Ausstellungen in dieser Woche übertrafen für mich jegliches „Angebot“ der Vorjahre.

Als Künstlerbetreuerin (nun schon seit über zehn Jahren) weiß ich von den Künstlern selber, dass sie sich in Kronberg immer besonders wohl fühlen. Wenn sie nicht schon direkt fragen, deuten sie zumindest an, dass sie gerne wieder eingeladen werden möchten. Ein besseres Kompliment kann Kronberg ja gar nicht bekommen! Diesen Sommer habe ich auch einmal im Ausland bei einem anderen Musik Festival gearbeitet. Mir wurde wieder so deutlich, dass Kronberg mit seinem Familien- und Gemeinschaftssinn einzigartig ist und dass dies etwas ganz Besonderes ist, das wir nicht aufhören sollten zu schätzen! Damit meine beiden ältesten Kindern auch einmal in den Genuss kommen, werden sie nächstes Jahr zum ersten Mal bei ‘Chamber Music Connects the World’ mitmachen und hoffentlich dabei neue Mitglieder der Kronberg-Academy-Familie werden!

von Isolde James-Griffiths
(Scotland)

Cello Festival ¦ Von null auf hundert in fünf Sekunden ¦ Ein Künstlerbetreuer berichtet

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Von null auf hundert in nur ein paar Sekunden, hieß es während einer Woche Cello Festival an vielen Stellen. Nicht nur Management, Team, Gäste und die Künstler mussten zu Weilen auf Zack sein. Auch die Riege der 21 Künstlerbetreuer war ständig einsatzbereit und wenn es darauf ankam im nächsten Moment am Ort des Geschehens. Der Künstlerbetreuer Jan Philipp Pöter berichtet über eine spannende Woche beim Cello Festival – backstage.

Sonntag, Teamtreffen. Man sieht das erste Mal die Gesichter des circa 40-köpfigen Teams. Für mich, das erste Mal beim Kronberger Cello Festival, nicht leicht, sich auf Anhieb die vielen neuen Namen und Gesichter zu merken. Schnell stellt sich aber raus, dass das relativ junge bzw. junggebliebene Team der Künstlerbetreuer auf der gleichen Frequenz schwingt. Bei einem ersten gemeinsamen Bier in einem der kleinen Restaurants Kronbergs betreiben wir dann das erste Mal Teambuilding und lernen uns kennen.

Montag bis Sonntag, Das Festival. Nach der Einweisung am Sonntag fühlt man sich zwar informiert, aber immer noch etwas unsicher, was die verschiedenen Locations in und um Kronberg, aber auch in Frankfurt angeht. Das Team, das überwiegend aus Künstlerbetreuern besteht, die nicht aus Kronberg kommen, sowie vielen, die das erste Mal dabei sind, findet sich aber schnell zurecht.

Man ist einem oder mehreren Künstlern zugeteilt, die von morgens bis abends zu betreuen sind. Erst einmal vom Flughafen oder Bahnhof abgeholt, startet eine kleine Routine von Mechanismen, die sich jeden Tag wiederholen. Vom engagierten Team wird den Künstlern jeder Wunsch von den Augen abgelesen: Morgens aus dem Hotel zur Probe in die Stadt, mittags zum Essen ins Restaurant, nachmittags zum Ausruhen ins Hotel, abends zum Konzert und zwischendurch parat sein, damit der Künstler seine Spontaneität ausleben kann. Klingt simpel? Ist es auch! ABER – Jeder der schon einmal auf einem Festival gearbeitet hat, weiß, dass es nicht dabei bleibt. Es ereignen sich eine Vielzahl von Variationen oder kleinen Pannen, die zuweilen den Ablaufplan etwas aufwirbeln. Dann ist der Künstlerbetreuer gefragt, der in fünf Sekunden von null auf hundert sprintet, und den Künstler zur verschobenen Probe bringt oder ihn nach einem späten Bier noch um 1.30 Uhr ins Hotel bringt.

Trotz der kleinen Klippen, die plötzlich und unvermittelt aus dem Nebel erscheinen und die es möglichst geschickt zu umschiffen gilt, bietet der Festival-Alltag eine unglaubliche Vielfalt an Aufgaben und Eindrücken, die wirklich Spaß machen. Neben Ansagen des Navis auf der Autobahn: „Bitte schauen Sie in eine Landkarte“ oder den unendlich verwirrenden Parkhäusern des Frankfurter Flughafens, bietet das Festival dem Team einen außergewöhnlich engen Kontakt zu internationalen TOP-Musikern aus der ganzen Welt, die sonst im edlen Ambiente und meist in einem goldenen Käfig à la Royal Opera House oder Wiener Musikverein verkehren, und deren Konzerte kaum zu bezahlen sind. Wir haben sie nun nicht nur „on stage“ gesehen und erlebt, sondern auch als Mensch – im Auto, im Hotel und an der Bar.

Oft ist es jedoch nicht nur der Künstler, um den man sich als Künstlerbetreuer kümmern muss. So manch ein Künstler kommt mit Familie oder anderen Mitbringsel, die besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Mal ist es eine schwangere Ehefrau, mal ein Hund von der Größe eines Tennisballes, mal ein fünf jähriges Kind, in jedem Fall aber ein Cello, das wegen seines Wertes von mehreren Zehntausend Euro außerordentlich behutsam behandelt werden muss. All diese spontanen wie auch geplanten Dinge machen den Job als Künstlerbetreuer so spannend.

Die Zeit als Künstlerbetreuer ist aber nicht nur hektisch. Zwischendurch gibt es immer wieder Phasen, in denen man nicht unterwegs ist. In diesem Fall geht man dann zum Bistro. Das Bistro der Stadthalle, dem Herzen des Festivals, hat sich als beliebter und belebter Treffpunkt für Künstlerbetreuer und andere Teammitglieder herausgestellt. Neben einem schnellen Happen werden die letzen News und Pläne aber auch die lustigsten Geschichten ausgetauscht. Einer berichtet von utopischen Geschwindigkeitsüberschreitungen auf dem Weg zu einem dieser unvorhersehbaren Spezialeinsätze, der andere vom Privatleben des Hotel-Doorman, der in vielen Momenten des Wartens ein sehr angenehmer Gesprächspartner für fast alle Künstlerbetreuer war.

Montag, Das Ende. Während das Festival für die meisten Künstler und auch für das Publikum am Sonntag endet, gilt für das Team am Tag danach noch: Abbauen. Aber nicht nur das, sondern auch „Auf Wiedersehen“ sagen. In nur einer Woche lernt man sich gut kennen, verbringt viel Zeit miteinander. Man lernt sich schätzen; wird ein Team. Und dann ist alles vorbei. Von Hundert auf Null in zwei Sekunden.

Cello Festival ¦ Eine Kunst für sich – der Bogenbau

Dienstag, 6. Oktober 2009

Beim Cello Festival treten nicht nur Künstler auf, sondern auch Geigenbauer, Bogenmacher und Zubehörhersteller präsentierten ihre wertvollen Instrumente und Produkte. Geigenbauer bauen nicht nur Geigen, sondern auch Bratschen und Celli. Bogenmacher dagegen bauen nur Bögen – denn Bogenbau ist eine Kunst für sich. Einer der besten und renommiertesten Bogenmacher, auch über die Grenzen Deutschlands hinweg, ist  Jochen Schmidt aus Dresden. Er ließ sich zusammen mit Ekkard Seidl in einer Geigenbau-Werkstatt in der Stadthalle Kronberg bei seiner Arbeit über die Schulter schauen. Während des Cello Festivals nutzte Ingrid Scheuermann die Chance, mit  Jochen Schmidt zu sprechen.

Herr Schmidt, Sie stammen aus einer traditionsreichen Bogenmacherfamilie. Ihr Vater Hans-Karl Schmidt und Ihr Bruder Daniel waren ebenfalls schon häufig in Kronberg. Was bedeutet es Ihnen, in diesem Jahr beim Cello Festival dabei zu sein?
Es ist wichtig, weiterhin Klasse statt Masse zu zeigen und das engagierte Festival fachlich kompetent zu unterstützen.

Was braucht es denn, um einen guten Bogen herzustellen? Holz, Pferdehaare, Fingerspitzengefühl, Zeit …?
Genau diese Dinge! Und Erfahrung.

Was fasziniert Sie daran, Bogenmacher zu sein? Haben Sie jemals den Wunsch gehabt, etwas anderes zu lernen – zum Beispiel Geigenbau?
Es ist ein schönes und vielseitiges Fach. Interessen an anderen Dingen habe ich natürlich, aber um eines richtig zu machen, braucht es volle Konzentration.

Oft hört man davon, dass Musiker, die es sich leisten können, eine speziell auf sie zugeschnittene Geige (bzw. Bratsche, Cello) bauen lassen. Gibt es auch in der Bogenmacherkunst solche Sonderwünsche und wie können Sie diese erfüllen?
Das ist fast normal bei meiner täglichen Praxis, tonliche Wünsche zu erfüllen. Und zwar vor allem, indem ich ein spezielles Holz für den Bogen auswähle.

Vielen Dank für das Interview!

Cello Festival ¦ Slide Show ¦ Impressions of Concerts and Workshops

Sonntag, 4. Oktober 2009

Photos: Andreas Malkmus

KAtalk am 2. Oktober ¦ Zusammenfassung

Freitag, 2. Oktober 2009

Für alle, die heute Vormittag nicht live dabei sein konnten, gibt es hier eine Zusammenfassung des Gesprächs von Hagen Kohn, Ernst Reijseger und Birgit Schmidt-Hurtienne vom Blog Auslassungspunkte – den Twittern besser bekannt als be_es_ha, die sich auch noch in das Gespräch eingebracht hat. Ernst Reijseger fand dabei klare Worte, wenn es um die Ausbildung von Musikern geht. Er hätte noch viel mehr zu erzählen gehabt – nur die angesetzten 30 Minuten waren leider viel zu schnell rum und er musste in die Probe.

VioWorld Herzliche Grüße aus Berlin! Ich freue mich, Sie kennenzulernen – wenn auch nur virtuell.
KronbergAcadem/E.Reijseger einen virtuellen Gruß zurück

VioWorld Sie geben zu Zeit Workshops an der Kronberg Academy. Wie ist die Atmosphäre?
KronbergAcadem/E.Reijseger es war nur ein Workshop. Leider, … Atmosphäre war sehr gut. Ich möchte gerne noch mehr Stunden geben. Erachte das für notwendig

VioWorld Worauf legen Sie besonderen Wert bei der Vermittlung von Musik? Was zählt heute für angehende Profimusiker?
KronbergAcadem/E.Reijseger Weniger Konkurrenz während der Studienzeit. Passion statt “Gymnastik”. Ein breit aufgestelltes musikalisches Weltbild

In puncto Cello gibt es für Studenten viel mehr Möglichkeiten, als das was angeboten wird. Alle lernen dasselbe
Studenten sind überfordert mit dem klassischen Standartrepertoire und haben keine Zeit für eigene Entwicklung und Ideen
Wenn wir ein Konservatorium als Unternehmen ansehen, ist der turn-over. D.h. 1% der Studenten bekommt als Musiker eine Anstellung

VioWorld Sie sind ja ein stilistisch äußerst vielseitiger Künstler – was halten Sie von der Unterscheidung in E- und U-Musik?
KronbergAcadem/E.Reijseger dieses Schubladendenken ist Blödsinn.

be_es_ha Hemmt “klassische” Ausbildung das Talent, zu Improvisieren? Sollte man nicht zuerst Improvisieren lernen? Aber wo?

KronbergAcadem/E.Reijseger ja, @be_es_ha es hemmt jetzt. Improvisation sollte schon längst Teil der Ausbildung sein; an den Musikhochschulen
be_es_ha Vielleicht besser schon an den Musikschulen, wo hoffentlich bald viele Ihrer Schüler die nächste Generation unterrichten

Nochmals vielen Dank an alle Beteiligten!

Gralshüter des wahren, schönen und guten Cellospieles

Donnerstag, 1. Oktober 2009

“Gralshüter des wahren, schönen und guten Cellospieles”  – damit sind wir gemeint. Wer dies gesagt hat und in welchem Zusammenhang – das erfahren Sie in dem heutigen Beitrag auf dem VioWorld-Blog.

Dank an Hagen Kohn und Michael Kasper!

Cello Festival ¦ Interview ¦ Eva Böcker

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Eva Böcker Beim Abschlusskonzert am Sonntag (17.00, 18.30 und 20.00 Uhr, Stadthalle) wirkt das Ensemble Modern in allen drei Teilen mit. Ein Gespräch mit dem Ensemble-Mitglied Eva Böcker, die als Solistin in den beiden Uraufführungen zu hören sein wird.

Frau Böcker, sind Sie zum ersten Mal in Kronberg oder haben Sie bereits an einem der anderen Projekte der Kronberg Academy teilgenommen?
Das ist mein erster Besuch bei der Kronberg Academy und ich freue mich sehr darauf.

Welche Erwartungen haben Sie an das Cello Festival?
Wichtig finde ich, dass die Vielseitigkeit des Cello-Repertoires dargestellt wird. Wo Musiker desselben Instruments aus aller Welt zusammenkommen, gebt es die Chance neu entdeckte Werke aus allen Epochen, aber auch neue Kompositionen vorzustellen. Glücklicherweise ist das Cello-Repertoire in den letzten 50 Jahren enorm gewachsen, und ein Festival wie dieses kann dazu beitragen, Werke bekannt zu machen.

Werden Sie auch Gelegenheit haben, andere Konzerte zu besuchen?
Leider wird es mir in diesem Jahr, unseres vollen Probenplanes wegen, nicht möglich sein, andere Konzerte der Kronberg Academy zu besuchen. Ich werde aber auf jeden Fall versuchen, dies in einem anderen Jahr nachzuholen.

Mit dem Ensemble Modern erarbeiten Sie jährlich 20 Uraufführungen. Am Sonntag wirken Sie als Solistin in zwei Uraufführungen mit. Was bedeuten diese Uraufführung, also die erste öffentliche Aufführung eines Werkes, für Sie persönlich?
Konzerte mit Uraufführungen gehören für mich immer zu den spannendsten Projekten. Ich liebe Überraschungen!

Wie haben Sie sich auf die beiden Uraufführungen vorbereitet? War einer der Komponisten bei den Vorbereitungen/Proben zugegen?
Beide Komponisten sind bei den Proben anwesend. Ich empfinde es als großes Glück, aus erster Hand erfahren zu können, was der Komponist sich vorstellt. Oft kommt es während der Probenzeit noch zu Änderungen in der Partitur …

Das Ensemble Modern ist bekannt dafür, dass ihre Mitglieder alle Projekte gemeinschaftlich organisieren. Wie muss man sich das vorstellen? Führt das nicht auch zu endlosen Diskussionen?
Natürlich gibt es bei 18 Musikern auch häufig 18 verschiedene Meinungen, was zu langen Diskussionen führen kann. Die Tatsache, dass jeder seine Meinung und Ideen mit einbringen kann, wirkt sehr motivierend und führt zu einer großen Vielseitigkeit!

von Ulrike Schmid

PS Wenn Sie Eva Böcker persönlich erleben möchten, können Sie hier Karten für das Konzert bestellen.

Cello Festival ¦ KAtalk ¦ Die Entscheidung ist gefallen

Dienstag, 29. September 2009

Zunächst vielen Dank an alle, die hier oder auf unserer Facebook-Fanseite kommentiert haben und somit den Gesprächspartner unseres nächsten KAtalks bestimmt haben. Die Wahl fiel auf  “den Erfinder” Ernst Reijseger.

Hagen Kohn, den Twitterern unter Ihnen als @VioWorld bekannt vom gleichnamigen Blog wird Ernst Reijseger befragen. Wann genau werden wir in Kürze bekannt geben. Doch soviel ist schon mal sicher – es wird noch in dieser Woche sein und auf keinen Fall am Sonntag. ;-)

Und wenn Sie selbst Fragen haben – nur zu …

von Ulrike Schmid

Cello Festival ¦ Slide Show ¦ First Impressions

Dienstag, 29. September 2009

First Impressions of the open-air-concert and Cello Samba, Monday 28 September 2009.

Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Cello-Finale

Montag, 28. September 2009

Ein furioser Abschluss verspricht das dreiteilige Abschlusskonzert des Cello Festivals am Sonntag, dem 4. Oktober zu werden: Drei Konzerte mit Star-Cellisten, einer Uraufführung, den beiden hoch gelobten und vielfach ausgezeichneten Orchestern Kremerata Baltica und Ensemble Modern sowie Komponisten, die ihre Werke selbst aufführen, darunter der große Krzysztof Penderecki am Dirigentenpult. Das ist das Cello heute!

Auf dem Programm des Orchesterkonzerts, Teil eins, stehen um 17 Uhr die “Kammermusik Nr. 3 für Cello und 10 Soloinstrumente op. 36 Nr. 2″ von Paul Hindemith, das “Konzert für Violoncello und Orchester” von György Ligeti, die Uraufführung des Werks „In contradiction“ für Ensemble und 2 solistische Celli von Saed Haddad.

Ausführende sind: Eva Böcker, Michael M. Kasper, Miklós Perényi, Pieter Wispelwey (Violoncelli), Ensemble Modern, Ilan Volkov (Dirigent)

Im zweiten Teil des Orchesterkonzerts hören Sie um 18.30 Uhr von Michail I. Glinka “Ne iskushay – Versuche mich nicht ohne Not” (Elegie), Peter Iljitsch Tchaikovsky “Net, tol’ko tot – Nur wer die Sehnsucht kennt”, Modest Petrowitsch Mussorgski “Sleza – Eine Träne”,  Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow “Vostochny romans – Östliche Romanze sowie die Rose und die Nachtigall”, Krzysztof Penderecki “Violakonzert” (Bearbeitung für Cello von Boris Pergamenschikow) und von Thomas Demenga „Relations“ – Ein Konzert für 2 Violoncelli und Orchester.

Ausführende sind Patrick Demenga, Thomas Demenga, Danjulo Ishizaka, Mischa Maisky (Violoncelli), Ensemble Modern, Kremerata Baltica, Krzysztof Penderecki, Ilan Volkov (Dirigenten)

Im dritten Teil des Orchesterkonzerts hören Sie um 20 Uhr die Werke „Cello Counterpoint“ für Cello-Oktett von Steve Reich, “Ludus Modorum” von Osvaldas Balakauskas sowie die Uraufführung „E.C.I. – Tell Me Everything“ von Ernst Reijseger.

Ausführende sind Julius Berger, Hyun Berger, Eva Böcker, László Fenyö, David Geringas, Danjulo Ishizaka,
Michael M. Kasper, Ernst Reijseger (Violoncelli), Ensemble Modern, Ilan Volkov (Dirigent)

Das Cello-Finale  findet in der Stadthalle Kronberg statt.

>> Karten für die Konzerte können Sie hier bestellen

von Oda Cramer von Laue und Annette Wittkopf

Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Preisträger-Matinee

Samstag, 26. September 2009

Ausgezeichnet!

Drei hochtalentierte junge Preisträger sind die Solisten dieses Konzerts am Sonntag, dem 4. Oktober um 12 Uhr in der Johanniskirche: Ha-Young Choi aus Korea war gerade erst zehn Jahre alt, als sie vergangenes Jahr gemeinsam mit Dai Miyata aus Japan den Landgraf von Hessen-Preis gewann. Sang-Eun Lee wird im Rahmen des Konzertes von Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels mit dem Ingrid zu Solms- Kulturpreis ausgezeichnet.

Auf dem Programm stehen
Luigi Boccherini: Sonate C-Dur G. 17 für Violoncello und Basso Continuo
Franz Schubert: Einleitung, Thema und Variationen op. 82 Nr. 2
Girolamo Frescobaldi: Toccata (Arr. von Gaspar Cassadó)
Pietro Locatelli: Sonate D-Dur für Violoncello und Klavier
György Ligeti: Sonate für Violoncello solo
Hisatada Otaka: Nocturne

von Oda Cramer von Laue und Annette Wittkopf

>> Karten für die Matinee erhalten Sie hier

Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Blaue Reihe – Virtual Counterpoint

Freitag, 25. September 2009

Unerschöpfliche Energien

Giovanni Sollima „So ein Talent gibt es nur einmal in hundert Jahren“, urteilte sein Kompositionslehrer Milko Kelemen an der Musikhochschule Stuttgart. Aber Giovanni Sollima ist nicht nur Komponist und tief verwurzelt in der musikalischen Kultur seiner sizilianischen Heimat, sondern auch ein mitreißend-temperamentvoller Cellist, der mit eigenen wie mit Stücken vieler Stilrichtungen zu faszinieren versteht. In seinen Kompositionen verbindet er auf faszinierende Weise Elemente aus Klassik, Rock, Jazz und ethnischer Musik zu seinem unverwechselbaren Stil.

Bei seinem Konzert am Samstag, dem 3. Oktober um 22 Uhr wird er in der St. Peter und Paul Kirche die Suite für Cello solo Nr. 4 Es-Dur BWV 1010 von Johann Sebastian Bach, Adriano Banchieris Contrappunto bestiale alla mente,  „In C“ von Terry Riley sowie die Sätze II-VI aus  seiner eigene Komposition Natural Songbook.

von Oda Cramer von Laue und Annette Wittkopf

>> Karten für dieses außergewöhnliche Abendkonzert  können Sie hier bestellen

Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Pièces en concert – Glänzend!

Donnerstag, 24. September 2009

Deborah Hoffman Harfe und Cello – das verspricht ein besonderes Klangerlebnis zu später Stunde zu werden.
Bruder und Schwester, beide vielfach ausgezeichnete und von Musikkritikern hochgelobte Solisten, spielen beim Nachtkonzert in der Johanniskirche: Gary Hoffman, einer der herausragenden Cellisten unserer Zeit, und die Harfenistin Deborah Hoffman, Gewinnerin internationaler Wettbewerbe und ausgewählte Repräsentantin der USA beim First World Harp Congress in den Niederlanden. Sie musizieren gemeinsam, auf ihrem Programm stehen aber auch Solowerke für beide Instrumente.

Gary Hoffman Auf dem Programm stehen:
François Couperin
Pièces en concert
Gabriel Fauré
Une châtelaine en sa tour op. 110 für Harfe solo
Gaspar Cassadó
Suite für Cello solo op. 8
Manuel de Falla
Suite populaire espagnole

Das Nachtkonzert findet am Samstag, dem 3. Oktober um 22.00 Uhr in der Johanniskirche Kronberg statt.

von Oda Cramer von Laue und Annette Wittkopf

>>>> Karten für dieses Konzert können Sie hier bestellen

Cello Festival ¦ KAtalk ¦ Sie haben die Auswahl!

Mittwoch, 23. September 2009

Nur noch wenige Tage sind es bis zur Eröffnung des Cello Festivals mit einem Open-Air-Konzert auf dem Berliner Platz. Doch was wäre ein Cello Festival ohne KAtalk – nicht auszudenken. Da das Cello Festival etwas ganz besonderes ist, haben wir uns für die dritte Auflage des KAtalks (wenn Sie noch nicht wissen, was sich dahinter verbirgt hier die Erklärung) etwas Besonderes ausgedacht.

Dieses Mal dürfen Sie bestimmen, wer von unserer Seite der Gesprächspartner sein soll. Aufgrund der Fülle der Cellisten, die nach Kronberg kommen, haben wir eine kleine Vorauswahl getroffen. Vorab ausgewählt haben wir drei Vertreter der jüngeren Generation sowie zwei Weltstars.

Und diese Herren stehen zur Auswahl:

David Geringas David Geringas – der „Große“ Er zählt seit Jahren zu den ganz Großen seines Faches und wurde für seine Gesamtleistungen als Musiker und Botschafter des Kulturstaates Deutschland mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Ernst Reijseger Ernst Reijseger – der „Erfinder“. Der Jazz-Cellist hat seine ganz eigenen Spieltechniken entwickelt: Pizzicato-Techniken, die auf der Zupftechnik eines (Bass-) Gitarristen basieren, und rhythmische Strukturen, die von Schlagzeugern und Pianisten inspiriert sind.

Claudio  Bohorquez Claudio Bohórquez – der Aufreger. Der ehemalige Schüler von David Geringas und Boris Pergamenschikow wird von Dirigenten, Publikum, Veranstaltern und Kritikern gleichermaßen als eine der aufregendsten und faszinierendsten Musikerpersönlichkeiten seiner Generation gepriesen.

Lászlá Fenyö László Fenyö – der Entdecker. Ein sicheres Stilempfinden und eine enorme technische Brillanz zeichnen László Fenyös aus. Eine reiche Orchestererfahrung und Entdeckerfreude in selten gespielter Sololiteratur vervollständigen sein musikalisches Profil.

Danjulo Ishizaka Danjulo Ishizaka – der Techniker. Er ist phänomenal in seinem technischen Potenzial und begeistert sowohl Publikum als auch Kritiker mit spontaner Klangfarbenphantasie.


Wählen Sie, wer befragt werden soll. Begründen Sie in einem (kurzen) Kommentar unter diesen Beitrag Ihren Wunsch. Alle Kommentare, die bis Montag, den 28. September, 12 Uhr eingehen, werden berücksichtigt. Der Cellist, dessen Antworten, die meisten von Ihnen lesen wollen, wird nächste Woche von einem unserer Twitter-Follower befragt. Die genauen Daten – Tag, Uhrzeit und Name des Cellisten – geben wir rechtzeitig bekannt. Wie immer können Sie – falls Sie keinen Twitter-Account haben – die Unterhaltung über unsere Twitterwall verfolgen.

Wenn Sie selbst Fragen haben, geben Sie sie als Kommentar ein. Wir sammeln sie, leiten sie weiter und stellen die Antworten dann hier ein. Dazu ist es allerdings nötig, dass Sie unter Ihrem realen Namen die Fragen stellen.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

von Ulrike Schmid


Warning: is_executable() [function.is-executable]: open_basedir restriction in effect. File(/usr/local/bin/curl) is not within the allowed path(s): (/home/www/web608/:/usr/share/php/) in /home/www/web608/html/blog/wordpress/wp-includes/class-snoopy.php on line 208