Kronberg Academy Team finishes a dynamic year 2010
In a few days we will close our books on a dynamic year 2010. During the final days of the year we are all happy to welcome winter wonderland in the world´s cello capital which is Kronberg ( Maestro Rostropovich said this many years ago).
Lots of great projects were successfully delivered. The last big event on our To-Do list was the execution of the third international cello competition “Grand Prix Emanuel Feuermann”in Berlin late November, organised together with the “Universität der Künste Berlin”. 12 semi-finalists gathered in Berlin´s Kammermusiksaal and in the last round just 3 finalists competed for this prestigious price. In the end, Russian cellist Alexander Buzlov was nominated by the jury as the winner, followed by the British cellist Philip Higham and the German cellist Konstanze von Gutzeit. A marvellous final concert of the winners in the “Konzerthaus” topped the overall event on November 21. Well, a series of other events and projects from January to November created a permanent stream of intense work on our behalf. To mention just a few: cello master classes in September, masters in performance in June, featuring many solo performances of our young soloists, then the chamber music project “Chamber Music Connects the World” in its tenth year. All of these activities received enormous press coverage. Our team delivered background stories on the blog site with current photographs and interviews. Another KA talk was realised, interviewing cello soloist Julian Arp, who participated in the CMCW workshops..
Not to forget the two rounds of our “Mit Musik – Miteinander” workshops where 3 young soloists teach and play with around 10-15 young talented musicians (aged under 20 years).
Besides all this we´ve put a programme of classical music for kids into action, a project that happens every year and we run this three times featuring different compositions and different musical instruments at the centre of the works. This is our contribution to attract young children to the world of classical music. One very special event (on top of what has just been described) was a true world premiere: Gidon Kremer, the world-renowned violinist and leader of the “Kremerata Baltica”, realised his idea to play especially for kids and offer a programme that was highly related to the world of animals. In close cooperation with the Kronberg Zoo, Gidon Kremer and members of his “Kremerate Baltica“ performed two concerts on the estate of the Zoo. And one additional performance which was exclusively given for the German friends and supporters organisation. A major Frankfurt-based radio station (hr2) recorded the concerts and broadcasted some weeks later.
Also for the third time, we celebrated in the heart of Kronberg Mstislav Rostropvichs3rd death anniversary on April 27. Seated close to the Rostropovich bust Russian cellist Natalia Gutman performed a movement of Johann Sebastian Bach´s Suite for cello solo with hundreds of interested Kronberg citizens including its mayor.
Our study programme Kronberg Academy Masters blossomed as well. Many master classes were held, and our eminent body of professors is still: Frans Helmerson, Gary Hoffman, Christian Tetzlaff, Nobuko Imai and Ana Chumachenko. During the last two weeks Professor Zakhar Bron from the Musikhochschule Cologne visited Kronberg and conducted master classes with our Young Soloists. The current number of “Kronberg Academy Masters” is now at 13. Interesting developments will happen during the coming year under the leadership of Stephen Potts, who is director of this unique study programme in the world of high calibre musical education.
During the last days of 2010 the team of Kronberg Academy is just finalising the preliminary agenda for the major projects and events in 2011. And we will have many offerings on our plate, you can be sure.
While still struggling with heavy snowfall in recent days (and more to come over Christmas) we are in a state of excitement because we can already grasp what it means to kick-off another successful year of musical performances and gatherings in our city next year, where emotions and commitment are the cornerstones of what we do here in this institution as one team.
A last word: we want to thank all our friends, supporters, musicians young and old, in Germany and in many European countries but also from countries as far away as China, Korea and Japan.
We look forward to present a series of great new musical events during 2011 and hope that our followers and friends grow in numbers but also muscially, emotionally and last but not least, personally.
To all of you: we wish you and your families a Merry Christmas and a Happy New Year!
Our next blog contribution will be published in early January.
Das 6. Mal ist „Chamber Music Connects the World“ am 19. Mai in Kronberg mit zwei Schlusskonzerten über die Bühne gegangen. In einem ersten rückblickenden Beitrag hatte die Projekt-Verantwortliche Oda Cramer von Laue ( Beitrag vom 29.5.) ihre persönlichen Eindrücke hier an dieser Stelle geschildert. Im folgenden Interview mit Raimund Trenkler, dem künstlerischen Leiter der Kronberg Academy, erfahren wir dessen Einschätzungen über das, was ihn bewegt hat, welche Aufgaben zu bewältigen waren und wie die weitere Zukunft dieses Projekts aussieht.
Michael Heinz: Wie hast Du „das Projekt Chamber Music Connects the World“ im 10. Jubiläumsjahr erlebt?
Raimund Trenkler: Es ist jedes Mal aufs Neue ein Abenteuer, auf was wir uns da einlassen. Es bleibt neu und frisch, denn es sind immer andere junge Musiker und andere Werke, die auf dem Spielplan stehen. Um es gleich vorweg zu nehmen: die Qualität der musikalischen Darbietungen in diesem Jahr, das Niveau der hier angereisten Musiker war durchweg sehr, sehr hoch. Man muss sich vorstellen, es kommen 22 junge Musiker nach Kronberg. Und diese jungen hochbegabten Musiker haben die Chance mit den berühmten Fünf Seniors zusammen zu treffen und gemeinsam Musik einzustudieren. Sie sind ihren Idolen und Vorbildern ganz nahe. Aus der musikalischen Abhängigkeit zwischen den Seniors und Juniors entsteht automatisch auch menschliche Nähe. Und wir schaffen die Rahmenbedingungen, dass dies auf eine besonders vertraute und familiäre Weise geschehen kann. Es entstehen so besondere Konstellationen und die Intensität der Zusammenarbeit ist so nur in der Kammermusik möglich. So manch einer der Juniors hat während der 11 Tage in Kronberg einen musikalisch-virtuosen Höhenflug hingelegt. Das gemeinsame Ziel ist es, ausgewählte Kammermusik-Werke einzustudieren und ein einmaliges musikalisches Erlebnis zu gestalten – für die Musiker selbst und auch für das Publikum. Und das Publikum kann bereits während der öffentlichen Proben an der Entstehung des Werkes teilhaben.
Einfach einmalig und es wird nie langweilig!
MH: Welche besonderen Herausforderungen waren zu meistern?
RT: Die größte Herausforderung war es, fünf namhafte Musiker dazu zu bewegen, für gut 11 Tage ihre Terminkalender freizuhalten und sie hier zur aktiven Teilnahme beim Projekt „Chamber Music“ in Kronberg zu motivieren. Da es sich um Künstler von Weltrang handelt, kann man sicht leicht vorstellen, dass viele alternative Auftrittsmöglichkeiten und Konzertangebote für diese Musiker mit dem Projekt der Kronberg Academy im Wettstreit liegen. Gidon Kremer, Tatjana Grindenko, András Schiff, Yuri Bashmet und ursprünglich geplant auch der englische Cellist Steven Isserlis, dies war unser Plan. Dass wir auch das im diesem Jahr wieder einmal geschafft haben, grenzt schon an kleines Wunder. Die kurzfristige Absage von Steven Isserlis hatte ein ernstes Zusatzproblem für uns entstehen lassen, aber der ebenso kurzfristig herbeigeführte Einstieg von Frans Helmerson, der nahtlos in alle zuvor terminierten Stücke von Steven Isserlis einsprang, „rettete uns den Tag“. Das war schon mit viel Schweiß verbunden.
Die zweite riesige Herausforderung: die Zusammenstellung des umfänglichen Probenplans und die während der Veranstaltungen sich immer wieder ergebenden Änderungen. Das ganze auf Tagesbasis zu managen, insbesondere die jeweils neuen Probenpläne für den folgenden Tag an alle Künstler und die Support-Teams weiter zu leiten, das ist eine enorme logistische Meisterleistung. Der Probenplan ist äußerst komplex. Tauchen an einer Stelle Änderungen auf, sind viele andere Proben jeweils betroffen und müssen ihrerseits geändert werden. Es gibt viele Abhängigkeiten zu berücksichtigen, und ja, man kann hier schnell Fehler machen und ein kleines Chaos anzetteln. Täglich gab es Änderungen und der Druck auf die Verantwortlichen war über all die Tage sehr groß.
MH: Wie geht es weiter mit „Chamber Music Connects the World“ ?
RT: Das inhaltliche Konzept von „Chamber Music…“ ist besonders tragfähig, da es aufgrund seiner Flexibilität, nämlich immer wieder stets neue junge Musiker auszuwählen und neue Werke aus dem riesigen Reservoir der Kammermusik auszuwählen, viel Raum für Neues und auch Experimentierfreudigkeit ermöglicht. Natürlich, die Kammermusik bildet den Nukleus.
Und was die Chancen zur Teilnahme betrifft: Im Vordergrund stehen allein das Können und die Leidenschaft der Bewerber der jungen Musiker. Ausführliche Bewerbungen und dann die Auditions für die Ausgewählten bilden die zu überwindenden Hürden. Hier mitmachen zu können ist etwas Außergewöhnliches, das hat sich jedenfalls herumgesprochen. Es beschert den jungen Musikern einmalige Erfahrungen. Wir hören oft von ihnen, wie prägend diese Tage für sie waren.
Neue Akzente können wir setzen, in dem wir etwa die Einbeziehung von Bläsern in Erwägung ziehen, um so das musikalische Spektrum gleichsam auszudehnen und zu erweitern. Aber diese Entscheidungen haben noch ein wenig Zeit! Was heute schon sicher scheint ist dies: es wird wieder ein neues Abenteuer vor der Tür stehen, wenn 2012 im Mai eine neue Gruppe von ausgewählten jungen Musikern mit Weltkünstlern in Kronberg zusammentreffen werden, um ein neues Kapitel beim Projekt “Chamber Music” zu schreiben.
Eine Nachbetrachtung aus berufenem Munde ist fällig – ein Interview mit Oda Cramer von Laue
Die Zeit rast. Kaum ist beim sechsten „Chamber Music Connects the World“ der Schluss-Vorhang gefallen, da sind die Vorarbeiten zu den nächsten Veranstaltungen, Auftritten und Konzerten für die kommenden Monate längst in vollem Gange. Dennoch, ein Blick in den Rückspiegel gehört dazu. Gewissermaßen eine Nachbetrachtung soll die wunderbaren Ereignisse der letzten Wochen im 10. Jahr von „Chamber Music Connects the World“ noch einmal aus individueller Sicht Revue passieren lassen. Was läge näher, als die verantwortliche Team-Kollegin für das Projekt Oda Cramer von Lauemit einigen persönlichen Fragen zu konfrontieren. Gedacht, getan. Die Umsetzung war ein Kinderspiel, denn die Kollegin hat Ihren Arbeitsbereich nur „eine Tür weiter“. So konnte ein kleines, informelles Gespräch über Ihre Eindrücke und Erfahrungen flugs über die Bühne gehen. Hier Ihre Gedanken und Einschätzungen:
Michael Heinz:Wie fühltest Du Dich am letzten Abend – zunächst bei den 2 Konzerten, und dann bei der ausgelassenen Schlussfeier? Welche Gedanken gingen Dir durch den Kopf?
Oda Cramer von Laue: Erschöpft aber glücklich – der schönste Zustand überhaupt! Allerdings endet das Projekt für uns Mitarbeiter ja nicht mit der Abschlussfeier, ich muss gestehen, es gingen mir noch reichlich organisatorische Dinge durch den Kopf. Aber es war einfach bewegend zu sehen, wie ausgelassen und innig die „Juniors“ und „Seniors“ nach diesem letzten Konzert und den letzten extrem intensiven Tagen miteinander waren: fast wie nach einer langen, schönen Klassenfahrt kam mir das vor.
MH: Was waren die größten Herausforderungen während des Ablaufs, und kurz davor?
OC: Die Kommunikation… jeden Tag so schnell und zuverlässig wie möglich einen tagesaktuellen Ablauf- und Probenplan zu zaubern (unter Berücksichtigung aller spontan auftretenden Wünsche) und dafür zu sorgen, dass jeder davon erfährt, der davon erfahren muss: Künstler, Team, Publikum. Das ist alle zwei Jahre wieder eine ziemliche Anstrengung (manchmal gibt es spätabends noch Änderungswünsche der „Seniors“, die z.B. die öffentlichen Proben berühren und nicht nur allen Beteiligten, sondern auch allen Betroffenen – also auch dem Publikum - kommuniziert werden müssen…
MH: Was hat Dir besonders viel Freude gemacht – was hat Dich besonders beeindruckt mit Blick auf die jungen Musiker?
OC: Das sich von Tag zu Tag spürbar mehr herausbildende Gruppen- und Gemeinschaftsgefühl. Die Blicke, die sich die Juniors beim Spielen zugeworfen haben… Und einfach die Musik!
MH: Worauf kommt es ganz besonders an, um so ein ambitioniertes Projekt erfolgreich durchzuführen, was sind gewissermaßen die Schlüssel-Erfolgsfaktoren?
OC: Gutes Essen für die Künstler! ;-)
Ich glaube, ein Schlüssel ist das Mit-Fühlen mit den Musikern. Das gilt natürlich genauso für jedes unserer Festivals, für jede Veranstaltung. Aber gerade über einen so langen Zeitraum ist es wichtig zu schauen, zu erkennen, vorauszusehen, was die Künstler brauchen. Ruhe? Unterhaltung? Hilfe? Rückzugsräume? Ansprache? Zurückhaltung? Die Aufmerksamkeit unseres Teams und die vorausschauende Planung ist auch das, was am Ende immer hervorgehoben wird und wofür uns die jungen Musiker ganz persönlich danken.
Kronberg erlebte am gestrigen 19. Mai einen glanzvollen Kammermusik-Abend, der zugleich den Abschluss des 11-tägigen Projekts „Chamber Music Connects the Word“ bildete.
Fünf weltberühmte Meister ihres Faches (Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Tatjana Grindenko, András Schiff und Frans Helmerson) erarbeiteten Kammermusik-Werke mit über 20 jungen Musikern aus vielen Ländern Europas und Amerika. Aufführungen der einstudierten Werke gab es seit letzen Samstag zu hören. Das großartige Finale bestand aus zwei fulminanten Konzerten. Das erste Konzert war der Musik Johann Sebastian Bachs gewidmet. Beim Auftakt erklang das Brandenburgische Konzert Nr. 6 mit Senior Yuri Bashmet, Viola und den Juniors Peijun Xu, István Várdai, Julian Arp, Marcin Zdunik, Olivier Thiery und Zoltán Fejérvári. Im zweiten Teil dieses ersten Konzerts wurde unter Leitung von Gidon Kremer musikalisches Neuland betreten. Es wurden 10 Bachsche Werke für Tasteninstrumente aus dem Repertoire von Glenn Gould mittels moderner Transkriptionen in kammermusikalische Werke umgeformt. Dafür wurden 10 Komponisten gewonnen. Im Saal anwesend waren drei von ihnen: Giya Kancheli,Victor Kisssine und Stevan Kovacs Tickmayer. Das Gesamtwerk bzw. dieser Zyklus von Stücken trug den Namen „The Art of Instrumentation“ und war zugleich eine Uraufführung. Gidon Kremer hatte anlässlich des 10 jährigen Jubiläums von “Chamber Music Connects the World” diese Idee frühzeitig vorgestellt.
Im zweiten Konzert kamen Werke von Edward Elgar (Klavierquintett op. 84) und ein modernes, minimalistisches Stück von Terry Riley zur Aufführung ( „in C“). Das letztere, zweigeteilte Stück endete mit einem bravourösen Hand-Clapping über 10 Minuten, in dem Tatjana Grindenko und ihre 16 Mitspieler einen furiosen Rhythmus „klatschten“, der äußerst markant und präzise mit einem letzten Wirbel der klatschenden 17 Juniors schlagartig und gekonnt sein Ende fand. Tosender Beifall danach. In der Tat ein ungewöhnlicher Abschluss für ein gelungenes Projekt. Laetitia Cropp vom Team der Kronberg Academy, die nach dem Konzert einen Blick in die Partitur warf, war erfreut und überrascht zugleich von den Anweisungen des Komponisten Terry Riley ( tituliert mit “Performance Directions”). Diese besagten, dass je mehr Teilnehmer mitmachen würden, sich das ganze Stück um so besser entfalten könnte. Wenn wir das doch nur früher gewusst hätten, rief mir Laetitia zu. In der Tat, mindestens beim Hand-Clapping hätten wir und auch so manch anderer vom Kronberg Academy Team sicherlich gerne “mitgemischt” – so scherzten wir.
Nach den Konzerten wurde ausgelassen gefeiert. Seniors, Juniors, die Komponisten und Freunde und Förderer plus viele vom Team der Academy vertieften sich bei Kerzenlicht und gutem Wein in viele gute und zumeist heitere Gespräche. Yuri Bashmet krönte die Feier mit seinen Geschicklichkeitstests für so manchen Junior – was die Fotos hoffentlich eindrucksvoll belegen.
Bei Ekkard Seidl fliegen die Späne. Vornüber gebeugt bearbeitet er mit einem Meissel ein schon zurecht gesägtes Holzteil in der äußerlich erkennbaren Form einer Violine. Die Ausarbeitung der Wölbung geschieht mit Meissel, Hobel und Ziehklinge, so erzählt er mir. Es macht Spaß, ihm bei der Arbeit zuzuschauen. Ekkard Seidl bearbeitet ein Stück Bosnischen Bergahorn (muß mindestens 15 Jahre gelagert werden, bevor man ihm zu Leibe rücken darf). Holz ist für unseren vogtländischen Geigenbaumeister ein Naturstoff mit Leib und Seele. Wie produktiv ein Mann sein kann zeigen diese Zahlen: cirka 10 Musikinstrumente pro Jahr stellt er fertig. Ein jedes wird sorgfältig nach den höchst individuellen Vorstellungen eines Musikers – seiner Kunden – entworfen. Im Schnitt setzt er 200 Arbeitsstunden für eine Geige ein, für eine Bratsche oder ein Cello entsprechend mehr. Der gesamte Prozess der Produktion eines Instruments erstreckt sich über ungefähr 3 Monate. Von seinen angefertigten Instrumenten entfallen etwa 60% auf moderne Modelle, ca. 40% auf barocke Modelle.
Seine Engagement und seine Liebe zu dieser Handwerkskunst haben ihm auch die Impulse für so manche Speziallösung gegeben, und einiges davon ist patentiert. Zusammen mit Bogenmachermeister Daniel Schmidt zieht er Musiker und Besucher immer wieder in seine mobile Werkstatt am Ende des Foyers der Kronberger Stadthalle. Heute beispielsweise war hoher Besuch in der Werkstatt. Die berühmte Geigen-Professorin und Solistin Edith Peinemann, derzeit Präsidentin der ESTA, hatte einige Wünsche für Ekkard Seidl mit im Gepäck
Stets gut aufgelegt und bereit zu einem Schwätzchen rund um Geigen, Bratschen und Cello schwärmt er sehr gerne auch vom heimischen Vogtland und den dortigen etwa 150 Meisterbetrieben, die alle Musikinstrumente eines Orchesters umfassen (außer Tasteninstrumente). Einmalig in der Welt, so verkündet er mit stolzerfüllter Brust. Das sächsische Vogtland als größtes Zentrum der Musikinstrumentenproduktion der Welt ( auch der Musikwinkel geannt), wer weiß das schon!
Ekkard Seidl ist ein bodenständiger Mann. Seit gut 15 Jahren kommt der in Leipzig geborene Geigenbaumeister nun nach Kronberg und belebt bei hiesigen Großveranstaltungen der Kronberg Academy mit seiner mobilen Werkstatt die Atmosphäre auf eine ganz handgreilfliche Art. Viele kennen ihn bereits. Musik spielt natürlich eine riesige Rolle in seinem Leben. Herr Seidl freut sich über drei besondere Jubiläen, die dieses Jahr anstehen. Einmal sein 25-jähriges Berufsjubiläum, dann 333 Jahre existiert die Berufsinnung der Geigenbauer im vogtländischen Markneukirchen und schließlich feiert diese Stadt ihr 650-jähriges Bestehen.
Zum Schluss meines kurzen Besuches erzählt er mir noch von der Riesengeige, die derzeit in Markneukirchen fertig gestellt wird. Zum Stadt-Jubiläum soll sie pünktlich am 6. Juni der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Idee geht auf ihn zurück. Mit weiteren Innungsbetrieben erstellen die örtlichen Handwerksbetriebe unter seiner Führung das Prachtstück. Da darf man gespannt sein, welche Töne sie von sich geben wird. Mögen prächtige Klänge dieser monumentalen Geige den Äther rund um das Städtchen Markneukirchen erfüllen – und vielleicht bis Kronberg hallen.
Für alle, die gestern nicht dabei sein konnten, gibt es hier eine Zusammenfassung des Twitter-Gesprächs zwischen Johannes Reiss vom Österreichischen Jüdischen Museum und dem Cellisten Julian Arp, Teilnehmer am Kammermusikprojekt “Chamber Music Connects the World“.
@KronbergAcademy: Hallo Johannes, Julian ist jetzt eben eingetroffen und bereit für Deine Fragen.
@JewishMuseumAT: Herzlich willkommen aus der östlichsten Hauptstadt Österreichs zum KAtalk, danke an @KronbergAcademy. Hallo Julian, mein Name ist Johannes und ich twittere aus dem jüdischen Museum aus Eisenstadt
@KronbergAcademy: Hallo Johannes, ich bin bereit für Deine Fragen
@JewishMuseumAT: Julian, CMCW bedeutet Chamber Music Connects the World – was ist das Ziel des Projekts?
@KronbergAcademy: Kammermusik auf höchstem Niveau zu spielen und junge Musiker mit erfahren Senior zusammen zu führen, die ihre Erfahrung weitergeben. Kammermusikwerke zu erarbeiten u in 10 Tagen in die Tiefe zu gehen. Bei anderen Festivals hat man nicht die Chance so ausführlich zu proben.
@JewishMuseumAT: das klingt sehr elitär, aber beeindruckend! Seit wann gibt es CMCW? seit welchem Jahr? Ich meine, ist es ein neues Projekt oder existiert es schon mehrere Jahre?
@KronbergAcademy: es gibt das Projekt schon seit 2000. Es ist das 6. Projekt im 10. Jahr
@JewishMuseumAT: Was ist für dich persönlich das Besondere und Reizvolle an diesem Projekt? Welche Bedingungen f. deine Teilnahme? Könnte mir vorstellen, dass viele junge Talente Interesse daran haben!?
@KronbergAcademy: 130 Musiker haben sich aus der ganzen Welt beworben, bei der Audition waren 28 und jetzt sind 22 hier. Das Besondere ist natürlich mit den weltbesten Solisten unserer Zeit auftreten zu können und mit den hoffnungsvollsten Nachwuchsmusikern Musik zu machen. Und natürlich auch, dass man sich auf Augenhöhe begegnet und dass es zu einem Austausch kommt. Ein Geben und Nehmen.
@JewishMuseumAT: sind das vollkommen neue Werke für dich, die ihr euch erarbeiten müsst und wisst ihr vorher welche Werke?
@KronbergAcademy: 1 Monat vorher bekommen wir die Werke mitgeteilt u sollten uns gründlich vorbereiten u mit der Partitur beschäftigen. Für mich waren nur 3 Werke neu: Brandenburgisches Konzert No 6, Beethoven op 131 u T. Riley in C
@JewishMuseumAT: ist ja eine Schande, ich hör das erste Mal davon :(wie laufen diese 10 Tage ungefähr ab in der Praxis, wie viele Stunden am Tag?
@KronbergAcademy: zirka 6 Stunden Proben, teils haben wir morgens um 9 begonnen und ich war abends um 11 fertig
@JewishMuseumAT: Respekt! Dich darf ich noch fragen, wie alt bist du, Julian?
@KronbergAcademy: ich bin mit 28 wahrscheinlich einer der ältesten
@JewishMuseumAT: Respekt. Du bist doch „Junior“ in diesem Projekt, was heißt Junior in dem Fall genau?
@KronbergAcademy: Junior sind die jungen Musiker. Seniors hingegen Leute wie Gidon Kremer, Frans Helmerson, Andras Schiff, Tatjana Grindenko, Yuri Bashmet
@JewishMuseumAT: ab wann darf man “Junior” sein, gibt es eine Altersbeschränkung bei CMCW?
@KronbergAcademy: Mindestalter ist 19, bis zu 28. Ich bin froh, dass ich jetzt noch teilnehmen konnte :-) Mein Lehrer B. Pergamenschikow hat das Projekt CMCW mitentwickelt u so war es ein großer Wunsch daran teilzunehmen.
@JewishMuseumAT: Seit wann spielst du Cello und warum ausgerechnet Cello? Gibt es etwas, was dich am Cello besonders fasziniert?
@KronbergAcademy: ich habe mit 6 Jahren angefangen zu spielen, angeregt von meinem Onkel, den ich immer Cello spielen hörte. Das Faszinierende ist, dass man alle Register hat. Man kann wie ein Bass singen oder auch wie ein Tenor oder Sopran. Es ist das “singendste” Instrument.
@JewishMuseumAT: Das Cello gilt ja gemeinhin als das erotischste Instrument ;) wie siehst du das, hat das eine Bedeutung für dich?
@KronbergAcademy: die Formen erinnern an schöne Frauen … :-)
@JewishMuseumAT: Ich nehme an, dass du auch ganz konkrete musikalische Vorbilder hast, welche?
@KronbergAcademy: für jeden Cellisten sind Rostropovich, Casals und Feuermann die großen Vorbilder – und für mich natürlich auch. Ich wurde von meinem Lehrer Pergamenschikow sehr geprägt. Als Mensch und Musiker.
@JewishMuseumAT: mehr wegen deren Interpretationsstil oder wegen ihrer Ausdrucksform?
@KronbergAcademy: deren Interpretationen behalten ihre Gültigkeit auch wenn es neue Einflüsse durch die hist. Aufführungspraxis gibt.
@JewishMuseumAT: Fühlst du dich einer bestimmten Stilepoche zugehörig und wenn ja, warum?
@KronbergAcademy: ich mag jede Epoche auf ihre Weise und schätze jedes Stück, das ich gerade einstudiere
@JewishMuseumAT: Komponierst du auch?
@KronbergAcademy: als Kind habe ich improvisiert und einige Stücke geschrieben; heute reicht die Zeit dafür nicht mehr
@KronbergAcademy: ich muss gleich zur Probe. Bitte letzte Frage.
@JewishMuseumAT: Welche Wünsche hast du für deine musikalische Zukunft? In welchen Zeiträumen denkt ein junger Cellist wie du?
@KronbergAcademy: Kammermusik ist mein Leben und ich will mit vielen interessanten Musikern spielen. ich will mich lieber langsam und kontinuierlich entwickeln
@JewishMuseumAT: das klingt auch ausgesprochen vernünftig :) ich wünsch dir schon alles Gute für dein Konzert heute Abend! Danke an @KronbergAcademy für die Möglichkeit, danke besonders Julian und danke an alle fürs Mitlesen.
@KronbergAcademy: Vielen Dank – es hat mir Spaß gemacht. Vielleicht sehen wir uns ja mal in Kronberg oder Eisenstadt :-)
@JewishMuseumAT: wäre sehr schön! Alles Gute nochmals, Julian und auch dir herzlichen Dank!
Bereits zum fünften Mal wird heute Nachmittag, Montag, 17. Mai 2010, zwischen 17 und 18 Uhr unser legendärer KAtalk stattfinden.
Heute Nachmittag treffen dann in einem Twitter-Interview Johannes Reiss, Direktor des Österreichischen Jüdischen Museums, der seit unserem letzten KAtalk zu unseren virtuellen Freunden zählt, und Julian Arp aufeinander. Außer einem Twitter-Account betreibt das Österreichische Jüdische Museum das lesenswerte Blog Koschere Melange und ist auch mit einer Fan-Seite bei Facebook präsent.
Was verbirgt sich hinter einem KAtalk?
Der KAtalk ist ein Gespräch zwischen einem unserer Twitter-Freunde und einem jungen Talent, das bei uns an einem der Kammermusikprojekte oder an einem Meisterkurse teilnimmt. Im heutigen Fall ist es Julian Arp, der derzeit an “Chamber Music Connects the World” teilnimmt.
Wie können Sie nun beim KAtalk dabei sein?
Der KAtalk findet innerhalb von Twitter statt. Johannes Reiss wird Julian Arp Fragen stellen, die er über unseren Account beantwortet. Selbstverständlich dürfen auch andere Follower Fragen an Julian Arp richten. Wenn Sie keinen Twitter-Account haben und dennoch das Gespräch verfolgen wollen, können Sie dies auf der eigens dafür eingerichteten Twitterwall tun. Achtung! Die Fragen und Antworten sind dort immer nur für kurze Zeit zu sehen.
Falls eine Frage Ihrerseits unbeantwortet bleiben sollte, stellen Sie sie als Kommentar. Sie wird dann im Nachhinein beantwortet.
Und für alle, die nicht dabei sein können, wird es morgen hier an dieser Stelle eine Zusammenfassung des Gesprächs geben.
Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!
Hier finden Sie die Beiträge zu den vergangenen vier KAtalks.
Trotz eines Sturzes in einer Berliner S-Bahn Station und damit zwei geschienter Beine wagt Sophie Lücke den Sprung nach Kronberg – fast eine Nacht und Nebel Aktion. Wie kam es dazu?
Sophie Lücke, geboren 1988 in Wernigerode, wurde erst vor wenigen Wochen gefragt, ob sie als Ersatz für einen anderen Kontrabassisten kurzfristig zur Veranstaltung „Chamber Music Connects the World“ in Kronberg einspringen könnte. Unter den potenziellen Ersatzkandidaten war sie diejenige, die aufgrund einer Empfehlung von András Schiff und ihres Könnens aussichtsreichste Ersatzkandidatin war und so vom Team der Academy schließlich nachnominiert wurde.
Nun ist sie mit den anderen 21 jungen Musikern – unsere Juniors – hier mittendrin im Kronberger Musik-Geschehen. Sophie ist eine auffällige junge Dame, denn ihre Fortbewegung an zwei Krücken ist schließlich nichts alltägliches und wer ihr derzeit in Kronberg begegnet, wird von ihrer offenen und freundlichen Art sogleich angenehm berührt. Ihre derzeitigen Sorgen mit der Fortbewegung steckt sie weg, Freude und Strahlen sind ihre Markenzeichen.
Als ich mit ihr gestern Nachmittag in ein Gespräch komme, schwärmt sie von ihrem Instrument, dem Kontrabass. Sie tut dies leicht und spielerisch. So erzählt sie von den unterschiedlichen Bogentechniken, die die Welt in eine „Untergriff“ und in eine „Obergriff“-Sphäre einteilen. Die deutsche und österreichische Bass-Tradition sei mit dem Untergriff verquickt, wo das Spiel perkussive und eigenständige markante Bass-Linien erlaube. Die französische Obergriff-Spieltechnik hingegen phrasiere mehr klanglich-lyrisch und sei eher als Cello-Unterstützung zu verstehen. In der Kammermusik gebe es leider nur wenige Werke mit Kontrabass-Stimme.
Ihre persönlichen Ambitionen lassen sich so zusammenfassen: man muss hart arbeiten, viel lernen, um zu den Besten zu gehören, sonst hat man keine Chance in der heutigen Zeit. Aber sie ist überzeugt: der Bass, der wird immer gebraucht. Und: man sollte in dieser rationalen Welt viel mehr den Gefühlen Glauben schenken – das müsste für die Musik und für das Leben insgesamt gelten! Oder diese Einsicht: “Ich lasse mir beim Studium Zeit, ich bin da ganz enstpannt und habe es nicht eilig”. Auch viele Wettbewerbe mitzumachen sei keine Priorität für sie. Was sie aber wisse, sei dies: sie wolle unbedingt dem Kontrabass im Orchester ihrer Wahl die nötige Power verleihen und damit Teil einer starken Bass-Gruppe werden.
Was hält sie von Chamber Music Connects the World? Sie ist begeistert, da sie hier wahnsinnig viel lernen kann – und das sei ihr wichtiger als alles andere. Sie möchte lernen von Persönlichkeiten wie András Schiff, dessen Spiel sie bewundert. Da sie seit September 2008 Stipendiatin der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker ist, kommt sie selbst sehr viel herum mit den Berliner Philharmonikern. Die vielen Auftritte haben sie durch ganz Europa gebracht (inkl. Salzburg).
So kam es, dass sie über die Orchesterakademie schon viele große Dirigenten erleben konnte. Gemeinsames Musizieren mit Daniel Barenboim und Sir Simon Rattle haben sie auf musikalische Höhen geführt und das Schwärmen für die Berliner Bass-Gruppe war fast zwangsläufig die Folge ( „Sie sind die Besten der Welt“). Und sie fügt noch diesen Gedanken an: Ihr sei völlig klar, das sie als Solistin mit einem Kontrabass keine Chance hat und so ist ihr Weg im Grunde vorgezeichnet. Ihr Traum ist es, einmal als Bassist bei den Berliner Philharmonkern zu spielen. Bereits während ihrer anstehenden Londoner Studienjahre ( ab September 2010 an der Guildhall Scholl of Music and Dance) bei Professor Rinat Ibragimov(Vater von Alina Ibragimova, die Junge Solistin des Kronberg Academy Masters ist) werde sie sich parallel nach Anstellungsmöglichkeiten in Deutschland umschauen. Aber in den nächsten Tagen bis zum 19. Mai taucht sie hier in Kronberg tief in die Welten der Kammermusik ein, um das maximale an Lernerfahrungen für sich herauszuholen.
Zum Schluss unseres Gesprächs erfahre ich noch von ihrer derzeitigen Annäherung an das Bass-Spiel im Jazz. Das gibt mir die Möglichkeit, ihr von der überragenden Spielkunst eines aufgehenden Bass-Sterns am Jazzhimmel zu erzählen – für den sie sich von nun an auch interessieren wolle. Die Rede ist von Avishai Cohen, ein Name, der ihr bereits bekannt war. Seine komplexe Musik wird ihr gefallen, denke ich. Eine CD-Kopie ist schon in Arbeit für Sophie. Auf das Ihre Bass-Welt weiter wachsen möge.
Mareile Zürcher, der gute Geist der Kronberg Academy und organisatorisches Supertalent was komplexes Projektmanagement angeht, feiert heute am 14. Mai 2010 ihren neunundzwanzigsten Geburtstag. Viele Team-Mitglieder, Künstler und Musiker – Seniors und Juniors - waren in der Stadthale Kronberg versammelt, als man ihr Blumen, Süßes und auch ein Ständchen von Gidon Kremer darbieten durfte, um der Freude Ausdruck zu verleihen.
Welch ein Tag für Mareile – gleichwohl mitten im Projekt steckend und viele noch anstehende Herausforderungen bei Chamber Music Connects the World vor sich. Aber wen wunderts, Mareile bleibt auch hier cool und gut gelaunt. Der Wonnemonat Mai läßt grüßen.
Während die Proben ab 11.00 also gleich wieder weiterlaufen und das volle Programm von Chamber Music Connects the World für diesen Tag wie immer höchst professionell seinen Lauf nimmt, zelebrieren derweil Mareile und diverse Mitarbeiter(innen) der Kronberg Academy über Mareiles gute Laune und Stimmung.
Eine kurze Foto-Reportage mit freundlicher und spontaner Unterstützung von Hobby-Fotografin Sabine Fritzen erstellt. Bleibt noch anzumerken, dass auch diese Mini-Reportage aus dem konstruktiven und spontanen Team-Geist heraus geboren wurde.
Alle waren gespannt: wie würden die ersten nicht-öffentlichen Proben zu Beethovens Streichquartett Nr. 14 cis-Moll op. 131 (Orchesterfassung) verlaufen. Maestro Kremer scharte 14 Juniors um sich, die Probe begann am Dienstag um 11.00 Uhr. Mit dabei waren Soojin Han ( Vl1), Sascha Sitkovetsky (Vl1), Sueyon Kim ( Vl1), Valery Sokolov ( Vl2), Jana Ozolina (Vl2), Agata Szymczewska (Vl2), Jerome Benhaim (Vl2), Lily Francis (Vla), Adrien la Marca (Vla). Tali Kravitz (Vla), Istvan Vardai (Vc), Benedikt Klöckner (Vc), Julian Arp (Vc) und Sophie Lücke am Kontrabass. Ein sehr sehr kompliziertes Stück, so hatte es mir Istvan Vardai noch am Sonntag Nachmittag geschildert. Mit seinen sieben durchgehenden Sätze stellt es die Musiker permanent vor beachtliche Probleme. Dieses Quartett wird häufig als letztes experimentelles Werk von Ludwig van Beethoven betrachtet. Die ineinander übergehenden Sätze (Beethoven bevorzugte den Begriff “Stücke”), so schreibt Gerd Indorf, sind von sehr unterschiedlichen Längen und bergen vielfältige formale und kompositionstechnische Elemente - dazu kommen instrumentatorische Effekte wie pizzicato oder das Spiel auf dem Griffbrett (sul ponticello). All dies verbindet sich nach Gerd Indorf zu einem neuen musikalischen Organismus, der mit der klassischen Terminologie nur unzulänglich beschrieben werden kann.
Wie hat der fotografierende Blogger der Academy dies erlebt? Es folgen einige höchst überraschende fotografische Momentaufnahmen von dieser musikalischen Schwerstarbeit für die Juniors. Aber wie man im Laufe dieser kleinen Foto-Reportage unschwer entnehmen kann, ging es zum Schluß sehr gelassen und bisweilen auch humorvoll zu – wie gut, daß neben höchster Konzentration auch am Ende das Lachen obsiegte! Ja, so werden Mammutaufgaben erfolgreich angegangen….
Das werte Publikum darf hören und staunen, wenn am kommenden Montag (17. Mai, Johanniskirche) dieses überaus facettenreiche Werk zur Aufführung gelangt!
Fünf junger Musiker, wir nennen sie die Juniors, waren am Montag, den 10. Mai 15.00 Uhr pünktlich im Großen Saal der Kronberger Stadthalle versammelt. Valery Sokolov (Vl), Lily Francis (Vla), Julian Arp ( Vc) und Kontrabassistin Sophie Lücke. Maestro András Schiff, einer unserer fünf Seniors bei Chamber Music Connects the World, war bereits in der Halle und erwartete die jungen Musiker. Auf dem Probenplan stand Franz Schuberts“Forellenquintett”. Den vier jungen Solisten sah man die freudige und zugleich spannungsgeladene Stimmung an, es würden nun 2 Stunden intensiver Arbeit und Austausch mit dem großen Pianisten vor ihnen liegen. Einige Foto-Impressionen mögen die Stimmung und die Atmosphäre dieses großartigen Nachmittags dokumentieren. Größtmögliche Konzentration und zugleich die Bereitschaft, das Gehörte zu verinnerlichen und umzusetzen, das dürfte die Juniors wohlt beseelt haben, so dachte ich. Aus der letzen Reihe der bereits bestuhlten und ansonsten leeren Stadthalle versuchte ich mich in den Fluß der Forellen-Klänge “hineinuzuhören”. Eine wahrhaft großartige Musik, ich erinnerte mich an die Worte von Oda, die mir vor wenigen Monaten erst vom legendären Musikfilm “The Trout” von Christopher Nupen berichtet hatte. In dieser legendären Musik-Dokumentation vom Sommer 1969 geht es um die Einstudierung eben jenes Stückes von Schubert in einem Londoner Konzert ( u.a. mit Daniel Barenboim, Pinkas Zukerman, Jacqueline du Pre) , dem ich gestern hier in Kronberg als Zaungast beiwohnen durfte. Und die Möglichkeit bekam, in größter Zurückhaltung, einige fotografische Momente einzufangen.
Fotoimpressionen von der Ankunft und Begrüßung der 22 Juniors in der Kronberger Stadthalle am gestrigen Sonntag, den 9. Mai – Raimund Trenkler, künstlerischer Leiter der Kronberg Academy, begrüßte die Teilnehmer des 6. Chamber Music Connects the World Events im Feldberg-Saal der Kronberger Stadthalle – anschließend gab es für interessierte Juniors eine Stadtführung duch die beiden Academy-Team Mitglieder Axel Langhorst ( American Friends of Kronberg Academy) und Michael Heinz ( Web 2-0 ). Hier ein paar Highlights…:
Es ist ein grauer Sonntag Nachmittag hier in Kronberg. Fast alle eingeladenen 22 Juniors sind in der Stadthalle, um die Begrüßung pünktlich um 15.00 Uhr aus dem Munde von Raimund Trenkler zu hören. Ein herzliches Danke-Schön wird Ihnen entgegengerufen und noch einmal die Besonderheit dieser Veranstaltung herausgestellt. Im Halbrund sitzend, lauschen die aus vielen Ländern angereisten jungen Künstler den ersten organisatorischen Hinweisen bezüglich der bevorstehenden Proben und der diversen Lokationen, in denen diese stattfinden. Raimund Trenkler ist stolz, dass die Veranstaltung nun im 10. Jahre ihres Bestehens (das 6. mal) in unserer Stadt erfolgen kann. Ein tolles Jubiläum!
Nach dem kurzen, informellen Eröffnungs-Procedere sind die Musiker sehr gespannt auf die Probenpläne, von denen Sie bisher noch keinerlei Details kannten. Dann um 15.30 Uhr werden die vorbereiteten Mappen mit den Probenplänen an alle verteilt und kurz darauf vertiefen sich alle Anwesenden geschäftig in die Listen, um Details Ihrer Probenarbeiten begierig aufzunehmen.
Istvan Vardai, der junge Mann aus Budapest verrät mir noch enthusiastisch , dass er sehr gespannt sei auf die Probenarbeiten zu dem von ihm sehr geschätzen Beethoven Streich-Qartett op. 131. „Ein verrücktes Stück, so Istvan, sein Lachen und seine Begeisterung machen mich neugierig, denn für mich ist das Erleben dieses Werkes eine Premiere – welch ein Ausblick!
Zum Glück braucht Istan sich nicht lange in Geduld zu üben, denn es ist das erste Stück an diesem Nachmittag, welches unter der Anleitung des Seniors Gidon Kremer geprobt werden soll. Also keine Verschnaufpause für Istvan und die anderen Ensemble-Mitspieler.Maestro Gidon Kremer erscheint auch wenig später persönlich vor unserem Bistro-Bereich und begrüßt freundlich und warmherzig einige der Juniors mit einer innigen, familiären Umarmung. „Schön das anzusehen“, ruft meine junge Kollegin Anna-Maria Lange unserem künstlerischen Leiter Raimund Trenkler zu. Dieser nickt zustimmend und sendet wortlos einen lachenden Blick an die junge Kollegin zurück. Genau, das ist es, was dieses Zusammentreffen in Kronberg so einmalig macht. Man fühlt sich hier zuhause und gut betreut. Kurz darauf erscheint eine strahlende Tatjana Grindenko, sie wird herzlich begrüßt von Gidon Kremer und einigen der jungen russischen Musiker. Das obige Bild zeigt zwei glänzend aufgelegte junge Künstler, die Juniors Nicloas Altstaedt und Istvan Vardai aus Budapest (v.l.n.r.) – beides bekannte Gesichter in der Taunusstadt.
Auch wir im Team der Kronberg Academy sind nun froh, dass es endlich nach all diesen verzwickten und vertrackten wochenlangen Vorbereitungen losgehen kann. Unser Herzblut ist in Wallung – na, ja, sagen wir fast!
Welche persönlichen Wünsche und Hoffnungen haben mir einige Team-Kollegen noch rechtzeitig zurufen können, die Sie mit dem Ablauf im Jubiläumsjahr verbinden ?
Hier einige Beispiele:
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Oda Cramer von Laue:
Es möge funken – wie immer
Teresa Hofstetter ( Herrscherin über alle Noten und mehr…).
Dass ich jedem Junior die richtigen Noten geschickt habe.
Gisela Rösing:
Ich wünsche mir inspirierendes gemeinsames Musizieren, fröhliches Miteinander mit viel guter Laune und Humor, ausserdem musikalische Highlights – bei den Proben und Konzerten und: gute Stimmung überall und bei Sonnenschein (notfalls im Herzen).
Gaby Denicke:
Die Künstler sollten sich hier wohlfühlen, denn nur dann kann Musik auf höchstem Niveau entstehen und damit wollen sie uns, d.h. das Publikum beschenken.
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Der Vorhang geht auf, die Bühne ist frei für intensiven Austausch und Kommunikation rund um kammermusikalische Leckerbissen. Von heute bis nächsten Mittwoch, den 19. Mai befindet sich Kronberg im Kammermusik-Fieber.
Dies war der 10. Blog-Beitrag aus meiner Feder zu den Vorbereitungen im 10. Jubiläumsjahr von „Chamber Music Connects the World“. Via Twitter werden wir das werte Publikum in nah und fern in den nächsten Tagen mit fotografischen Eindrücken auf dem laufenden halten….
Antoine Tamestit wurde 1979 geboren und studierte bei Jean Sulem am Pariser Conservatoire, an der Yale University (USA) bei Jesse Levine und dem Tokyo String Quartet und bei Tabea Zimmermann in Berlin. Er war 23 Jahre alt, als er erstmals nach Kronberg kam, um bei Chamber Music Connects the World mitzuwirken. Wir in der Academy freuen uns, dass Antoine seither einige bedeutende Meilensteine in seiner Entwicklung erreicht hat
Eine seiner jüngsten Auszeichnungen erhielt er in Form des „Credit Suisse Young Artist Award“ im Jahre 2008. Mit dieser Ehrung verbunden war ein Konzert mit den Wiener Philharmonikern unter Riccardo Muti im Rahmen des Lucerne Festivals im September 2008.
Eine kleine Rückblende: bereits im Jahre 2000 erhielt der den 1. Preis beim Maurice Vieux Wettbewerb (Paris) sowie den 1. Preis beim William Primrose Wettberwerb (Chicago, 2001). 2003 folgte dann der 1. Preis beim Young Concert Artists (YCA) International Auditions und Antoine gab Debüt-Recitals in New York, Boston und Washington. Im September 2004 erhielt er den 1. Preis beim ARD-Wettbewerb, wo er außerdem drei Sonderpreise erhielt. . Antoine Tamestit ist einer der Gewinner des Borletti Buitoni Trust Award 2006. 2007 wurde er bei den französischen „Victoires de la Musique“ zur „Révélation instrumentale de l’Année“ ernannt. Preise über Preise also. In der Folge wurde Antoine Tamestit zu zahlreichen Festivals eingeladen wie Aix-en-Provence oder dem International Viola Congress in Seattle. Als begeisterter Kammermusiker ist er regelmäßiger Gast von bedeutenden Festivals wie Lockenhaus, Jerusalem Chamber Festival, Moritzburg, Rheingau, Schubertiade, Davos oder Luzern. Hierbei kann er auf glänzende Namen als Partner verweisen, nur ein paar Beispiele: Gidon Kremer, Frank-Peter Zimmermann, Janine Jansen, Emmanuel Pahud, Mischa Maisky, Renaud und Gautier Capuçon sowie Natalia Gutman.
Im April 2004 wurde Antoine Tamestit zu BBC Radio 3 New Generation Artist’s Scheme 2004-06 auserwählt. In diesem Zusammenhang entstanden Soloeinspielungen für BBC Radio 3, Konzertaufnahmen mit BBC Orchestern in Großbritannien und Rezital-Engagements, darunter auch sein Debüt in der Londoner Wigmore Hall (Oktober 2005). In der Saison 2005/06 trat er mit dem deutschen Pianisten Markus Hadulla im Rahmen von Rising Stars (ECHO) auf u.a. im Concertgebouw Amsterdam, in der Megaron Hall Athen, Cité de la Musique in Paris und im Festspielhaus Baden-Baden, sowie in der Wigmore Hall London und in der Yorker Carnegie Hall auf. Im November 2006 folgte das allererste Viola-Rezital im New Yorker Lincoln Center. Als Solist hat Antoine Tamestit mit großen Orchestern aufgespielt, nur einige wenige Beispiele: Berliner Symphoniker, Beethovenorchester Bonn, Dresdner Philharmoniker, Gewandhausorchester Leipzig, Münchener Rundfunk Orchester des BR, RSO Stuttgart, RSO Wien, Orchestre de Toulouse, Orchestre Philharmonique de Radio France, BBC Philharmonic, Warschauer Philharmonie. Sein besonderes Interesse für die Musik unserer Zeit hat zu Begegnungen mit vielen Komponisten geführt sowie zu diversen Uraufführungen und Ersteinspielungen zeitgenössischer Werke.
In der Tat, eine äußert bemerkenswerte Karriere, so dass man ohne Übertreibung sagen darf, dass Antoine Tamestit zu einem der gefragtesten Solisten seines Instruments geworden ist. Aber ein weiterer Meilenstein in seinem künstlerischen Leben war im Oktober 2007 die Berufung als ordentlicher Professor an die Kölner Musikhochschule. Wie sieht Antoine Tamestit selbst den Einfluss seiner künstlerischen Entwicklung aufgrund der Erfahrungen und Begegnungen, die er durch sein Mitwirken bei Projekten der Kronberg Academy hatte.
Lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:
„Meine verschiedenen Teilnahmen bei Veranstaltungen der Kronberg Academy waren wichtige Meilensteine in meiner Entwicklung. Was Chamber Music Connects the World betrifft, ist es offensichtlich für mich, dass ich dort unglaubliche Freunde und Kontakte gewonnen habe. Nicht zuletzt meine ersten Schritte als Lehrer während der „Mit Musik-Miteinander“ Sessions weckten meinen Appetit auf das Unterrichten und gaben mir das Selbstvertrauen, meine Ideen und meine Arbeit an junge Musiker weiterzugeben…..alles was mir noch zu sagen bleibt, ist, dass die persönliche und professionelle Stärke, die solch ein Platz wie die Kronberg Academy bietet, unglaublich ist und unentbehrlich bei einer musikalischen Weiterentwicklung ist.
Alissa Margulis kam 2006 nach Kronberg. Sie war damals 25 Jahre alt.
Geboren wurde sie im Jahre 1981 in Freiburg. Sie stammt aus einer russischen Musiker-Familie. Mit 4 Jahren begann sie sowohl Geige als auch Klavier zu spielen. Ihre erste öffentliche Aufführung gab sie im Alter von 7 Jahren. Schon früh gewann sie Preise und wurde mit 13 Schülerin von Zakhar Bron an der Musikhochschule Köln. Ihre Studien setzte sie fort in Brüssel mit Augustin Dumay sowie in Wien bei Pavel Vernikov. Meisterkurse besuchte sie u.a. bei Ana Chumachenko, Vladimir Spivakov, Ida Haendel und Shlomo Mintz.
Geschätzt für ihre expressiven und hoch-emotionalen Konzerte, tritt die Kölner Geigerin regelmäßig in wichtigen Konzertsälen wie dem Palais des Beaux-Arts in Brüssel, der Kölner Philharmonie, dem Wiener Musikverein (Brahms Saal), dem Herkulessaal in München, der Izumi Hall in Osaka, der Tonhalle Düsseldorf oder in der St. Petersburger Philharmonie auf.
Sie spielt seither regelmäßig als Solistin, etwa mit der Kremerata Baltica, dem Belgian National Orchestra, den Düsseldorfer Symphonikern, dem Beethovenorchester Bonn, dem English Chamber Orchestra, dem Jerusalem Symphony Orchestra und dem Prague Symphony Orchestra, um nur einige zu nennen.
Ihre diversen Preise bei internationalen Wettbewerben gewann sie u.a. beim Wieniawski Wettbewerb in Polen, beim Violinwettbewerb von Novosibirsk und beim Viotti Vercelli Wettbewerb in Italien. Stolz ist sie besonders auf den Förderpreis der Europäischen Kulturstiftung, der ihr in Berlin von Daniel Barenboim überreicht wurde. Die Zeitschrift „The Guardian“ beschreibt Alissa Margulis Spiel als „exceptional“, Ivry Gitlis spricht von einer “Erleuchtung” und Martha Argerich nennt sie eine „ strong musical personality“.
Alissa Margulis ist eine begeisterte Kammermusikerin und spielt regelmäßig mit Künstlern wie Martha Argerich, Yuri Bashmet, David Geringas, Ivry Gitlis, Gidon Kremer, Mischa Maisky, Lilya Zilberstein und Paul Badura-Skoda (Spielzeit: 2008-09). Sie hatte in den letzten drei Jahren diverse Auftritte bei einigen der bekanntesten Festivals in Europa, etwa beim Davos Festival, beim Encuentro di Musica Santander, beim Gstaad Festival Yehudi Menuhin, beim Oleg Kagan Festival Kreuth, beim Lockenhaus Festival oder etwa beim Maggio Musicale Fiorentino.
Ihre diversen CD Aufnahmen brachten sie mit sehr namhaften Musikern zusammen –hervorhebenswert hier ist die Zusammenarbeit mit Martha Argerich aus dem Jahre 2009, welche ein großes internationales Echo gefunden hat. EMI Classics veröffentlichte Live-Mitschnitte mit dem Titel: „Martha Argerich and Friends” – Lugano 2009“.
Ein neuer Karriereschritt ergab sich im letzen Jahr. Dies war der Sprung in die Welt der akademischen Ausbildung: im April 2009 vom Königlichen Konservatorium Antwerpen dazu ausgewählt, als Professorin zu unterrichten. Sie zählt somit zu den jüngsten Professorinnen in Europa im Fach Violine. Auf ihre weitere Entwicklung sind viele Freunde der Kammermusik in Europa gewiss gespannt.
Alissa Margulis spielt auf einer Guadagnini Violine aus dem Jahr 1754, eine private Leihgabe von Jonathan Moulds.
Marie-Elisabeth Hecker kam 2006 19-jährig zur Teilnahme an Chamber Music Connects the World erstmals nach Kronberg. Kurz zuvor im November 2005 konnte sie einen großen Erfolg verbuchen als sie den renommierten 8. Rostropovich Wettbewerb in Paris gewann. ( plus zwei Sonderpreise, welches ein absolutes Novum war). In den dreißig Jahren des Rostropovich Wettbewerbs war dies das erste Mal, dass ein Cellist drei Preise gewonnen hatte. Wer sie seitdem persönlich bei Konzerten und Auftritten erlebt hat, schwärmt von Ihrer Leidenschaft und Musikalität. Viele Kenner nennen sie eine sensitive und sehr kreative Cellistin.
Marie-Elisabeth Hecker ist im Jahre 1987 in Zwickau geboren (Geburtsstadt von Robert Schumann), sie ist das fünfte von insgesamt acht Geschwistern. Mit einigen ihrer Geschwister ist sie auch schon aufgetreten und hat Konzerte gegeben. Im Oktober 2005 gab sie ihr erstes Konzert in Amerika, im Kammermusiksaal der Stadt New York, der berühmten Bargemusic. Nicht zu vergessen: sie wohnte diversen Meisterkursen mit den ganz Großen der Kammermusik bei, z.B. Bernard Greenhouse, Gary Hoffman, Frans Helmerson, Steven Isserlis, Daniel Hope oder auch Peter Bruns. Zu den Höhepunkten ihrer bisherigen Karriere gehören Konzerte mit dem Cherubini-Orchester und Yuri Temirkanov beim »Ravenna Festival«, mit dem Symphonieorchester »Neues Russland« unter Yuri Bashmet in Moskau und zwei Auftritte beim »Elba Festival«, 2008 mit der Kremerata Baltica unter Gidon Kremer und 2009 mit Martin Helmchen. Mit dem Mariinsky Orchester und Valery Gergiev trat sie beim berühmten »Osterfestival« in Moskau auf.
Gewaltig Gas gegeben hat Marie-Elisabeth Hecker als Solistin auch in der Saison 2009-2010. Kritiker in Europa loben ihre Konzert- und Kammermusikaufführungen. Beeindruckend ihre letzten Auftritte: ihr Debut mit dem Leipziger Gewandhausorchester unter Gérard Korsten, dann die Auftritte mit der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim, dem BBC Symphony Orchestra unter Ji_í B_lohlávek und die Kooperation mit dem Niederländische Philharmonic Orchestra unter Jakob Kreizberg. Nicht zu vergessen, die Arbeit mit dem Royal Flemish Philharmonic Orchester unter Phillipe Herreweghe sowie ein Projekt mit Sylvain Cambreling. Hierzu schrieb die spanische Tageszeitung El Pais begeistert: ‘Hecker plays like an angel … the beauty of her sound is enhanced by an exquisitely elegant line and sweeping lyricism… her performance comprises musicality and pure talent.’
Kronberg freute sich, als Marie-Elisabeth sich Ende 2008 entschloss, das Studium des Kronberg Academy Masters aufzunehmen. Seitdem ist Ihre Beziehung zu unserer Stadt weiter vertieft worden und man darf gespannt sein auf ihre weiteren solistischen Ausflüge als Junge Solistin in Nah und Fern.
Marie-Elisabt Hecker spielt auf einem italienischem Luigi Bajoni Cello von 1864, einer privaten Leihgabe der Erbgemeinschaft Lösch.
Tanja Becker-Bender, Violine / Junior 2000 und 2002
Tanja Becker-Bender gehörte mit zu den Ersten Juniors im Jahre 2000, sie war damals gerade 22 Jahre jung. Sie hat seitdem zielstrebig Ihren Weg gemacht. Doch im Gegensatz zu so manch einem anderen Jung-Solisten hat sich Tanja Becker-Bender nicht im Konzertbetrieb verzehrt. Ihr Name begegnet einem nicht häufig in diversen Festivalprogrammen. Als sie in dem Fragebogen einer Frauenzeitschrift vor einigen Jahren ihren Erfolgsfaktor nennen sollte, antwortete sie “Mut zum Anderssein”.
Welche musikalischen Ausbildungs-Phasen hat sie durchlaufen? Erster Violin-Unterricht mit sechs Jahren. Nach Unterrichtung durch Helmut Zehetmair(Mozarteum Salzburg) und Wolfgang Marschner (Freiburg) wurde Tanja Becker-Bender 14jährig Studentin von Wilhelm Melcher (Melos Quartett) an der Musikhochschule Stuttgart. Dann folgte ein Studienjahr bei David Takeno an der Guildhall School in London. Von 1997 bis 2000 setzte sie ihre Studien bei Günter Pichler(Alban Berg Quartett) an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien fort und legte dort ihr Abschlussexamen mit Auszeichnung ab. Von 2000 bis 2002 studierte Tanja Becker-Bender als Stipendiatin des DAAD und der ZEIT-Stiftung (Gerd-Bucerius-Förderstipendium) an der Juilliard School in New York bei Robert Mann, dem langjährigen Primarius des Juilliard String Quartet, Abschluss mit dem Master of Music. Als einzige Geigerin des Jahres wurde sie ausgewählt, ihr solistisches Studium im renommierten “Artist Diploma” Programm der Juilliard School fortzusetzen. Im Jahre 2004 schloss sie dort ihr Studium mit einem exzellenten Solistenexamen ab. Größte Anerkennung wurde ihr in den USA mit dem Gewinn des Houston Symphony League Awards ebenfalls im Jahr 2004 zuteil, der ihr eine Einladung zu einer Aufführung des 2. Violinkonzerts von Bela Bartók mit dem Houston Symphony Orchestra einbrachte.
Was CD-Einspielungen angeht, war sie in den letzten Jahren äußerst produktiv. Eine ihrer letzten Einspielungen drehte sich um die Capricen von Niccolo Paganini. „Tanja ist eine der ganz wenigen Frauen, die sich der Herausforderung gestellt haben, Niccolò Paganinis 24 Capricen für eine CD aufzunehmen. Sie legte damit Zeugnis ab über ihr virtuoses Können, noch viel mehr aber dokumentiert sie auf ihrer ersten CD bei Hyperion ihren ausgeprägten Sinn für Klang“, so der Deutschlandfunk im April 2009. Ihre kostbare Guarneri del Gesú Violine aus dem Jahr 1728 wird ihr von der Deutschen Stiftung Musikleben zur Verfügung gestellt. Mittlerweile fördert Tanja Becker-Bender selbst den musikalischen Nachwuchs: Die gefragte Kammermusikerin und Solistin lehrt seit zweieinhalb Jahren als Professorin für Violine in Nachfolge von Maxim Vengerov an der Musikhochschule Saar in Saarbrücken. Und natürlich muss man nicht betonen, dass sie seit vielen Jahren mit bedeutenden Orchestern und Dirigenten zusammen gearbeitet hat. Wen wundert es da, dass man Ihre Rückkehr nach Kronberg so sehr erwartet.
Claudio Bohorquez war im Jahre 2002 erstmals als Junior bei Chamber Music Connects the World dabei. Er war damals 26 Jahre jung. Mit acht Jahren begann er das Cello-Spielen und kam im Jahre 1989 für zwei Jahre als Jungstudent zu David Geringas an die Musikhochschule Lübeck. Später dann, als Schüler von Boris Pergamenschikow war Claudio Bohórquez schon früh erfolgreich bei internationalen Wettbewerben wie dem Tschaikovsk y Jugendwettbewerb in Moskau oder dem Rostropovich Wettbewerb in Paris. Von der Kronberg Academy wurde er u.a. durch den Landgraf von Hessen-Preis gefördert. Im Jahr 2000 war er mit drei Auszeichnungen Gewinner und erfolgreichster Teilnehmer des 1. Internationalen Pablo-Casals-Wettbewerbs der Kronberg Academy. Aus der Hand von Marta Casals Istomin erhielt er als zweijährige Leihgabe das Goffriller-Cello von Pablo Casals.
Claudio Bohórquez gastiert heute in der ganzen Welt. Er arbeitet dabei mit vielen der namhaftesten Dirigenten wie Daniel Barenboim, Rafael Frühbeck de Burgos, Christoph Eschenbach, Sir Neville Marriner, David Zinman oder Krzysztof Penderecki zusammen und konzertiert mit den größten deutschen und internationalen Orchestern – in Japan mit dem NHK Symphony Orchestra Tokyo und dem Tokyo Philharmonic Orchestra, in den USA mit fast allen großen Orchestern des Landes. Claudio Bohórquez verzeichnet eine beachtliche Anzahl an CD-Einspielungen, Rundfunkaufnahmen und Fernsehauftritten. Darüber hinaus widmet er sich verschiedenen Installations-, Improvisations- und Meditationsprojekten ent-wickelt ( z.B. gemeinsam mit dem Maler Klaus-Peter Kirchner das Installationsprojekt “Raum für Pablo Casals” als Hommage an diesen großen Cellisten) . Von 2003 bis 2006 war er Gastprofessor an der Hochschule für Musik “Hanns Eisler” in Berlin und ist ab Oktober 2009 erneut dorthin berufen worden.
Claudio spielt ein Violoncello von G. B. Rogeri, das ihm von der L-Bank Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt wird. Er lebt zur Zeit in Berlin.
Die 1985 in Russland geborene Geigerin, stets gut gelaunt und mit strahlendem Lachen unterwegs, willigte spontan zu einem kurzen Interview am Sonntag, den 11. April 2010 im Kronberger Maler-Museum ein. Gelesen hatte ich viel über die junge Solistin, u.a .von ihren drei letzten CD-Produktionen für Hyperion Records ( 2008 und 2009) und ihren Auftritten in Salzburg, Verbier und Salle Pleyel Paris . Ihre Ausbildung an der Yehudi Menuhin School unter Natasha Boyarskaya und ihre Auftritte im Bolschoi-Theater und in London sind nicht minder berichtenswert, insbesondere auch Ihr Auftreten gemeinsam mit Yehudi Menuhin kurz vor dessen Tod im Jahre 1998 ( sie war damals erst dreizehn alt). Und natürlich ihr zweimaliges Erscheinen als Junior bei „Chamber Music Connects the World“ ( CMCW), 2004 und 2008.
Seit Oktober 2008 studiert Alina nun an der Kronberg Academy und nimmt an den Kronberg Academy Further Master Studies teil. Alina lebt und arbeitet in Berlin und London.
Wen überrascht es: Ich war mehr als beeindruckt von ihrer Vita. Nun wollte ich in diesem sonntäglichen Interview von ihr erfahren, wie sie unsere beiden Kammermusik-Reihen MMM und CMCW sieht, aber auch, welche Bedeutung diese für sie persönlich hätten und welche Rolle die Musik insgesamt in Ihrem Leben spielt ( das Interview wurde auf Englisch durchgeführt, nachfolgend eine Zusammenfassung auf deutsch mit einigen wörtlichen englischen Zitaten).
Michael Heinz: Welche Bedeutung hat ihre Teilnahme an Chamber Music Connects the World im Jahre 2004 und 2008 für Sie gehabt?
Alina Ibragimova: Das waren jeweils 11 großartige Tage, die ich einfach nicht missen möchte. Das war fällig in meiner damaligen persönlichen Entwicklung in jenen Jahren, die Teilnahme hat mich bereichert ( an einer Stelle des Interviews sagt sie. „I needed this“).
MH: Was war besonders hervorhebenswert als Erfahrung? AI: Ganz besonders hervorhebenswert war es für mich , mit den Herausforderungen des Spielens als zweite Geigerin zu agieren , das war absolut neu. Und ich musste mich entsprechend umstellen. Das war keineswegs einfach – eben eine echte Herausforderung!
MH: Was ist aus ihrer persönlichen Sicht das das Besondere an der Kammermusik im Zusammenhang mit unserem Projekt „Mit Musik Miteinander“?
AI: Ich möchte den Juniors vermitteln, wie wichtig das Hören ist! Dabei geht es mir nicht um technischen Anweisungen und Hinweise – vielmehr möchte ich die jüngeren Musiker auf die Besonderheiten des Zusammenspiels einstimmen – „How to listen“ – das ist so wichtig…..! Zitat: „Learning to becoming very flexible and knowing how to react to the other players while they lead, these are key capabilities and skills when performing chamber music.”
MH: Wer hat Sie als Lehrer stark geprägt?
AI: Peter Norris (Lehrer an der Yehudi Menuhin School in London) hatte sehr großen Einfluss auf meine Musikalität und mein Spiel. Ich war damals so 16-17 Jahre alt, er war wirklich sehr einflussreich für mich und besonders habe ich von ihm die Bedeutung des aufmerksamen Zuhörens mitbekommen. Und zwar ist das dann ganz besonders wichtig, wenn man mit anderen Musikern in Kammermusik-Ensembles zusammen spielt. Hier muss man einfach auf die anderen Stimmen aufpassen und sehr sehr flexibel sein. Und man spricht viel miteinander. Deswegen war ich auch für MMM und CMCW gewissermaßen dankbar – ich konnte so noch mehr hinzulernen – von den ganz Großen. Eine sehr wertvolle Sache.
MH: Welche Platten habe Dich in Deiner Kindheit fasziniert, was hast Du sehr früh schon gehört?
AI: Ja, eine ganze Menge eigentlich – meine Eltern ( ihr Vater ist Kontrabassist bei den Londoner Symphonikern und ihre Mutter ist Violin-Lehrerin and der Menuhin School, wo sie später selbst anheuerte!) hatten sehr viele Platten und Tonbänder zuhause. Meine ersten Platten, die ich bewusst und mit Freude gehört habe, waren: Die Zauberflöte, die Matthäus-Passion, Yehudi Menuhins Violin-Konzerte von Beethoven und Schuberts Sonate a-Moll Arpeggione.
MH: Welche Rolle spielt die Musik in Deinem Leben..?
AI: Ich habe bereits im Alter von 4 meine erste Violine bekommen, von da an wurde das tägliche Spielen normal für mich – ich bin einfach dann damit groß geworden.
( Zitat: „Playing music, day in day out, it´s just a way of life – like eating, it´s very physical.
I have to do it, even when I am not performing on stage or are engaged musically otherwise.
I need to rehearse, at least 2-3 hours a day”).
MH: Wer sind einige Deiner musikalischen Vorbilder?
AI: Nun einige von diesen Musikern, die einen starken Einfluss auf mich hatten,
MH: Gibt es Unterschiede zwischen dem deutschen und dem britischen Publikum?
AI: Unterschiede zwischen dem britischen und deutschen Publikum gibt es einige: das deutsche Publikum ist offener, und selbst in kleineren Orten gibt es immer gefüllte Häuser – in England ist dies im Grunde nur in der Hauptstadt London der Fall.
MH: Lesen Sie Kritiken? AI: Ja, ich lese die Kritiken. Allerdings nehme ich diese nicht so sehr ernst. Mit negativen Kritiken und Kommentaren komme ich gut klar. Ich weiß, dass zwei Journalisten in England beispielsweise sehr oft ein wenig negativ berichten, aber das tangiert mich nicht so sehr.
MH: Was bedeutet Dir Kronberg?
AI: Nun, Kronberg ist ein sehr wichtiger Ort für mich geworden. Ich habe zweimal an CMCW teilgenommen, jetzt bin ich bei MMM mit dabei und schließlich studiere ich nun an der Kronberg Academy. Das alles macht es zusammen mit meinen bisherigen Erfahrungen zu einem wirklich wichtigen Ort in meinem Leben.
MH: Was hast Du für Träume und Wünsche? (hier kann man Alina von ihrer sehr unprätentiösen Art erleben)
AI: “I have no special wishes or dreams. I just want to keep on playing music, being together with other nice people and my friends, and, just keep on learning!
MH: Vielen Dank, Alina für dieses Interview zwischen den Proben.
Das Titelbild der ersten Broschüre zu „Chamber Music Connects the World“ publiziert im April 2000, stellt eine probende Gruppe junger Musiker dar, die es in der Welt der Kammermusik weit gebracht haben. Zu sehen sind: Jacqueline du Pre, Daniel Barenboim und Pinchas Zukerman im Jahre 1969 bei gemeinsamen Probenarbeiten. Die Szene entstammt dem legendären Musikfilm „ The trout“, gedreht vom Briten Christopher Nupen, und zeigt mit großem Feingefühl den Prozess des Probens und Einstudierens zu einem berühmten Kammermusikwerk von Schubert, dem sog. Forellen-Quintett.
Viele Musiker und Musikliebhaber sind dem Zauber dieses mitreißenden Dokumentar-Films erlegen, bis heute. Und schwärmen von der großen Emotionalität des Films. Auch Oda von Laue war mehr als angetan von dem Film, kein Wunder also, dass er gleichsam zu einer Motivationsquelle für die vor ihr liegende Arbeit wurde. Man entschloss sich seinerzeit im Team das besagte Szenen-Foto als Titelbild für die Broschüre auszuwählen.
Mit diesem Brückenschlag zum Film stellte man eine symbolträchtige Verbindung her zu einem in die Musik-Geschichte eingegangenen und berühmt gewordenen Zusammentreffen junger, aufstrebender Musiker. Das Abenteuer von „Chamber Music“ konnte nun auch in Kronberg beginnen im Rahmen eines eigenen, neuartigen Projektes.
Im nächsten Blog-Beitrag berichten wir über einige ehemalige Chamber Music – Teilnehmer und welchen Weg sie seitdem beschritten haben.