Archiv für die Kategorie „Interview“

Cello Masterclasses / A teacher who loves stress

Mittwoch, 12. September 2012

What a busy day this was!

The morning kicked-off with a couple of  preparational work items for a planned film session. This session was  scheduled for the early afternoon hours,  where I was supposed to assist our partner Friedemann Grüning for a short interview with Maestro David Geringas.

In order to condition myself with the right feelings and thoughts I attended two masterclasses with this famous Lithuanian cellist, conductor and teacher. When the masterclass sessions were finished I quickly grabbed some food and was running to the Recepturhof building where the interview was about to happen. Lighntning and audio conditions were fine-tuned, so the interview could run smoothly . Which it did.

Satisfied with the results of that 20-minute interview I then handed the room over to Yuka Kobayashi, the Japanese pianist who urgently wanted to rehearse. After that, my next activity was to attend the last masterclass sessions of the day with German cellist  Jens Peter Maintz at Kronberg´s Streitkirche.

Now, here comes an  example of a truly busy man. For someone like Jens Peter Maintz the end of the day comes near only when the midnight hour approaches. This seems to be the rule for him, being one of our four cello teachers.  The last 3 students of his afternoon masterclass (which started in the morning) confronted him with works by Shostakovich and Ligeti. Heavy stuff, I thought!  Being asked about how he is coping with this whole workload throughout the entire day he simply answered „ I love stress“. And there seemed to be no irony in his answer.

After the last student left the room at around 7 pm, Jens Peter kindly explained what the remaining activities of the day would be: a little rest, then attending the concert with Frans Helmerson and Mihaela Martin at 8 pm, followed by just another very important activity of the day, which is rehearsing until midnight. In order to prepare for his own concert the next day. Still fresh-looking Jens Peter, who was studying with David Geringas in Lübeck, delivered his answers happily. Amazing!

No doubt, this teacher and cello virtuoso is full of energy. Now I know, what a busy schedule really looks like.

Anyway, we look forward to his concert tomorrow evening.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

Erste Sternstunden bei den Meisterkursen

Dienstag, 11. September 2012

Wenn man den Job hat, zwischen den Meisterkursen pendeln zu können, um erste Impressionen für einen Blogbeitrag einzufangen, dann darf man wohl mehr als zufrieden sein.

Aber es war nicht nur das Bloggen angesagt. In den Vormittagsstunden des heutigen Tages gab es eine wichtige Besprechung zu unseren Filmaktivitäten. Danach geht es direkt in die Stadthalle, um noch etwas vor der Mittagspause bei David Geringas aufzusaugen an meisterlichen Gedanken zu Shostakovich und César Franck (dies waren zwei der Komponisten, die von den beiden Meisterkurschülern vorgeschlagen waren).

Ich habe also Gelegenheit, die junge russische Cellistin Anastasia Kobekina und den Franzosen Edgar Moreau im großen Saal zu hören. Beide waren im Juni dieses Jahr bei unserem Kammermusikprojekt “Chamber Music Connects the World” dabei.  Anastasia Kobekina spielt mit Hingabe den ersten Satz aus Shostakovichs Cellokonzert. Ein rasantes, expressives und aufwühlendes Werk. Meister Geringas gibt wertvolle Hinweise auf die tiefere Bedeutung dieser Komposition fürs Publikum.

Zwischendurch spricht er viel auf Russisch mit der jungen Anastasia. Manchmal wirft er der anwesenden Mutter von Anastasia, die auch im Publikum ist, einen Blick zu. Ein paar Worte gehen auch in ihre Richtung, sie ist Pianistin. Eine seit Jahren zu ins nach Kronberg reisende Musikliebhaberin aus Frankfurt berichtet mir von Ihrer Begeisterung für den Lehrer Geringas.  “Er ist phantastisch”, lässt sie mich wissen. Begeistert ist sie stets bei unseren Veranstaltungen.

Ihr Musikwissen ist profund, auch jetzt berichtet sie von Vater und Sohn Sanderling und weiss hinzuzufügen, dass Vater Kurt Sanderling noch persönlich mit Shostakovich in Russland befreundet war und ihn als ängstlichen Menschen kennengelernt hatte. Gestern habe sie seinen Sohn Michael Sanderling beim Dirigieren der 5. Sinfonie von Shostakovich in Frankfurt erlebt und sei daher noch mit Klängen dieses Komponisten angereichert.

Ein anderer Besucher der Meisterklasse gibt mir ebenfalls sehr positives Feedback über die gekonnte und engagierte Arbeit des Cello Individualisten und Lehrers David Geringas. Er bezieht sein Urteil auch auf die Geringas Arbeit mit dem jungen Franzosen Edgar Moreau, der nach seiner Einschätzung bereits ein ausserordentlich talentierte Cellist sei. Edgars etwas zarte rechte Bogenhand, so seine Einschätzung, bilde die Schwachstelle und Geringas vermittelt Edgar Moreau, wie man “Dolce” als Ausdruck zu verstehen habe und zeigt den Unterschied auf zwischen leise intonierten Tönen und dem tief empfundenen Spiel von etwas ausserordentlich Schönem. So wie in der Eingangsmelodie der  Cellosonate von César Franck. Beide Meisterkurse sind ein Genuss für mich – ja, in meiner höchst subjektiven Sicht sind es  bereits kleine Sternstunden.

Auch die junge italienische Cellistin Miriam Prandi, die mit vielen anderen aktiven und passiven Kursteilnehmern in der Stadthalle weilt, sagt zu mir nach der Session mit Edgar Moreau, dass Geringas enorm viel Inspiration zu geben habe. Für sie ist das fantastisch, es inspiriere sie selbst enorm und mache ihr Vorfreude auf den baldigen eigenen Meisterkurs am kommenden Samstag. Mein Nachmittag wird gekrönt von einem Meisterkurs bei Frans Helmerson, der die junge Norwegerin Frida Waervaagen mit vielen Einblicken in die Cello Komposition von Beethoven versorgt. Frida ist eine nordische Frohnatur, die gerne lacht und im Kurs bei Helmerson gibt es viel Anlass zu freudigem  Lachen.

Frida ist nach diesem Meisterkurs äußerst gelöst und  happy  und erzählt mir, dass die Meisterkurse bei Frans Helmerson für sie immer etwas spezielles seien. “Er sorgt dafür, dass ich das große Ganze der Komposition sehe und verstehe. Es geht immer um das rein Musikalische”, fügt sie noch an. Und strahlt bei jedem ihrer Worte. Frida kennt Kronberg und war bei unseren Veranstaltungen und Meisterkursen in den Jahren 2005-2007 mehrfach in der Burgstadt. Sie freut sich, nun nach 5 Jahren Abwesenheit wieder hier sein zu können.

Mehr Meisterkurse sind heute nicht drin, es geht weiter zum nächsten Job. Meiner eigenen Inspiration ist Genüge getan. Ein wirklicher praller Tag mit enormen Hörerfahrungen und großartigen Lehrern neigt sich dem Ende entgegen. Zeit zum Verarbeiten bleibt für die Nachtstunden.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

Interview mit Friedemann Eichhorn / Neuer Direktor “Kronberg Academy Masters” (Teil 2)

Donnerstag, 2. August 2012

Fortsetzung des Interviews vom 31. Juli 2012

Die Kronberg Academy repräsentiert eine Institution mit hohem internationalem Bekanntheitsgrad und Renommée (ist gewissermaßen eine Marke). Wie lässt sich das Deiner Meinung nach absichern bzw. verbessern?

In der Musikwelt ist die Mund-zu-Mund-Propaganda entscheidend und noch effektiver als mediale Werbung, wobei letztere selbstverständlich keineswegs außer Acht gelassen werden darf ! Die beste Werbung für die Marke Kronberg Academy ist die Qualität der Veranstaltungen und der Lehre. Daran muss man immerzu weiterarbeiten, das darf nie aufhören – es ist ein stetiger Prozess. Und das spricht sich sehr schnell herum. Jeder Musiker, der bei uns zu Gast ist, trägt den Namen Kronberg Academy weiter. In diese Richtung werden wir mit Energie weitergehen.

Neben Deiner neuen Rolle hier in Kronberg hast du eine Professur in Weimar. Welche Synergie-Effekte siehst Du in der Verbindung dieser beiden Aufgaben bzw. Verantwortungsbereiche?

Durch meine Konzerttätigkeit als Geiger und meine Lehr- und Jurytätigkeit – ich habe die vergangenen Jahre auch regelmäßig an der Sommerakademie des Mozarteums Salzburg unterrichtet – befasse ich mich ständig mit den verschiedenen Bereichen der „Streicherbranche“: Berufsbilder, Repertoirefragen, Künstlervermittlung, pädagogische Ansätze, Fragen zum Instrumentarium, zu CD-Einspielungen und zu Wettbewerben. Hier entstehen viele Synergien. In der akademischen Selbstverwaltung der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar war und bin ich aktiv, z.B. im Senat und in der Promotionskommission. Als Direktor des Instituts für Streicher und Harfe habe ich die Studienreform in das Bachelor- und Master-System mitgestaltet.

Wie gefällt Dir das unmittelbare städtische Ambiente hier in Kronberg?

Kronberg ist eine schöne Stadt, überhaupt gefällt mir der Taunuskreis. Die Menschen, die ich bisher kennengelernt habe, sind äußerst freundlich und offen. Aufgewachsen bin ich ja in Speyer, gar nicht so weit weg…

Durch Deine beiden festen Wirkungsstätten Kronberg und Weimar dürfte sich Dein Reiseanteil erhöhen – bist Du viel mit dem Auto oder auch mit der Bahn unterwegs und kannst Du die Zeiten auf Reisen für Dich Ertrag bringend nutzen…?

Ich fahre fast immer mit dem Zug, es gibt eine prima Verbindung Frankfurt-Weimar, gern fahre ich ganz früh morgens. Die Bahn ist für mich deshalb so bequem, da ich hier sehr viel Büroarbeit wie Emails erledigen oder auch ungestört über Konzepte nachdenken kann.

Schaut man auf Deinen Lebenslauf, so sieht man sehr unterschiedliche Themengebiete, mit denen Du Dich intensiv befasst hast: Jura, Musikwissenschaft, Buchwesen, darüber hinaus bist Du nach wie vor aktiver Musiker und seit geraumer Zeit nun auch Hochschullehrer – gibt es ein oder mehrere verbindende Elemente zwischen diesen Gebieten?

Das gehört für mich alles zusammen. Gerade die Verbindung von geistiger und musikalisch-interpretatorischer Arbeit und rein instrumentalmethodischen Fragen finde ich wichtig. Ich glaube nicht so an jenen Musikertypus, der sich fortwährend nur mit seinem Instrument befasst und nichts als übt, wobei großer Fleiß natürlich Voraussetzung ist. Aber ein intellektueller Ausgleich – und da ist es unerheblich, ob man sich mit Literatur, Naturwissenschaften, Sprachen, Kunst oder anderen Disziplinen beschäftigt – halte ich für einen Künstler für unabdingbar, um eine wesentliche künstlerische Aussage treffen zu können. Man sieht doch bei all den großen Musikern, die nach Kronberg kommen, welch geistiger Hintergrund vorherrscht. Das, und nicht nur deren musikalische Fähigkeiten, ist großer Ansporn für unsere Young Soloists ! Deshalb sind die Begegnungen mit diesen Künstlern so wertvoll, auch alle gemeinsamen Gespräche abseits oder nach dem Arbeiten an der Musik.

Zum Schluss: Wie entspannst Du Dich nach intensiven Arbeitstagen-/Wochen?

Natürlich im Kreis meiner Familie. Meine Frau ist ja auch Geigerin und wir haben drei Kinder im Schul- und Kindergartenalter. Die zwei Töchter machen schon ganz schön Musik und treiben Sport, der Junge ist noch zu klein. Ansonsten bin ich gern im Garten und zupfe an Blumen und Kräutern. Einem guten Fußballspiel gegenüber bin ich seit jeher sehr aufgeschlossen (nicht nur im Fernsehen, sondern auch mit Freunden auf dem Platz) und schließlich bin ich begeisterter Wintersportler. Und dann ist da  noch die Küche, mein Lieblingsraum in unseren vier Wänden…

Friedemann, danke für dieses Interview!

Michael Heinz
Kronberg Academy Team

Am 31.7.2012 ist Teil 1 dieses Interviews veröffentlicht worden.

Interview mit Friedemann Eichhorn / Neuer Direktor “Kronberg Academy Masters” (Teil 1)

Dienstag, 31. Juli 2012

Ein Vollblutmusiker mit vielen Seiten

Seit Juli 2012 ist Friedemann Eichhorn Direktor unseres Studiengangs “Kronberg Academy Masters”. Er hat damit den seit 2006 in dieser Rolle fungierenden Stephen Potts abgelöst, der wieder nach England zurückkehrt.

Friedemann Eichhorn wurde 1971 in Münster geboren und verbrachte seine Jugendjahre in Speyer.  Mit sieben Jahren begann er Violine zu spielen. Nach Unterricht bei Herbert Franze und Hiroshi Nishida wurde Prof. Valery Gradow sein Lehrer, bei dem er von 1987 bis 1992 an der Musikhochschule Mannheim studierte. Friedemann Eichhorn setzte seine Ausbildung bei Alberto Lysy an der International Menuhin Music Academy in der Schweiz fort und graduierte von der Juilliard School New York, wo er von Margaret Pardee (Violine), Earl Carlyss und Samuel Sanders (Kammermusik) und Miguel Harth-Bedoya (Dirigieren) unterrichtet wurde. Darüber hinaus studierte er Musikwissenschaft, Jura und Buchwesen an der Johannes Gutenberg Universität Mainz, wo er zum Dr. phil. promovierte. Friedemann Eichhorn war Stipendiat des DAAD, der Menuhin Academy, Juilliard School, Villa Musica, Kronberg Academy und des PE-Förderkreises.
Im Jahr 2002 wurde Friedemann Eichhorn als Violin-Professor an die Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar berufen. Zuvor unterrichtete er an der Folkwang Hochschule Essen, Abteilung Duisburg. Er gibt Kurse u.a. an der Sommerakademie des Mozarteums Salzburg und seit 2004 an der Gustav Mahler Akademie Bozen. Masterclasses und Kurse gab er auch an der Universität für Musik Wien, der Guildhall School London sowie an der Pre College Division der Juilliard School. Friedemann Eichhorn ist Künstlerischer Leiter des Internationalen Louis-Spohr-Wettbewerbs für junge Geiger in Weimar. Von 1996 bis 2000 wirkte er als 1. koordinierter Konzertmeister des Staatstheaters Mainz. Daneben hat er diverse CD-Einspielungen für Hänssler und Naxos durchgeführt und auch als Dirigent einer Opern-Aufführung wirken dürfen. Summa Summarum, Friedemann Eichorn hat in seiner bisherigen Vita wahrlich viele Seiten anklingen lassen.

Das folgende Interview hat zwei Teile. Es wurde am vergangenen Wochenende geführt. In diesem ersten Teil geht es um die Kronberg Academy und die weitere Entwicklung des Studienprogramms. Im zweiten Teil werden dann Fragen aufgeworfen, die den Menschen Friedemann Eichhorn hervortreten lassen.

In den letzten Wochen und Monaten warst Du bereits bei Meisterkursen, Veranstaltungen und Events hier in Kronberg, was waren Deine Eindrücke und was ist aus Deiner Sicht das Besondere an dieser Einrichtung?

Das Besondere ist die Dichte an ganz außergewöhnlichen Begabungen und zwar sowohl auf Seite der Lehrenden als auch der Lernenden. Hier treffen sich regelmäßig zahlreiche der allerbesten jungen und älteren Künstler. Wobei in Kronberg beide Seiten auch voneinander lernen. Die künstlerische Qualität sucht international ihresgleichen.

Was war Deine Motivation, diese Aufgabenstellung in der Kronberg Academy zu übernehmen?

Ich fühle mich der Kronberg Academy seit vielen Jahren eng verbunden. Seit ich im Jahr 2001 als Professor nach Weimar berufen wurde, widme ich einen wichtigen Teil meiner künstlerischen Arbeit der Entwicklung von jungen Talenten. Das macht mir Freude und in Kronberg ist das Potential der Young Soloists riesengroß. Darüber hinaus liegt mir die Form – neudeutsch die „Unternehmensphilosophie“ – der Academy. Bei aller hohen Professionalität sind die Wege kurz und es hält sich ein gewisser familiärer Geist.
Welche Erinnerungen hast Du an Deine erste Teilnahme als junger Geiger bei „Chamber Music Connects the World“ im Jahre 2000?

Chamber Music Connects the World gehört zu meinen schönsten und wichtigsten künstlerischen Erfahrungen. Ich hatte die Gelegenheit mit Yuri Bashmet, Eugene Istomin, Gidon Kremer und Boris Pergamenschikow zu proben und zu spielen. Das ist ein Höhepunkt! Gerade kürzlich kamen viele Erinnerungen besonders lebhaft zurück, als ich den neuen Film der Academy über Yuri Bashmet gesehen habe. Darin finden sich einige Ausschnitte des Schnittke-Trios, das Yuri Bashmet mit Sebastian Hess am Cello und mir aufführte.

Welche Ziele strebst Du für die Weiterentwicklung des KAM-Studiengang an? Welche unmittelbar anstehenden Projekte haben Dein Hauptaugenmerk?

Das vergangene halbe Jahr, also die Zeit vor meinem offiziellen Antritt im Juli, habe ich vor allem dazu genutzt, die Abläufe kennenzulernen und viele Kontakte aufzubauen. Vernetzung und schnelle Kommunikation sind ganz wichtig. Ein großes Thema war und ist natürlich der Masterclass-Plan für unsere Young Soloists, den wir zusätzlich zu den regelmäßigen Unterrichten mit unseren hochgeschätzten Professoren Ana Chumachenco, Frans Helmerson, Nobuko Imai und Christian Tetzlaff organisieren. Ich freue mich, dass es  wiederum gelungen ist Yuri Bashmet, Martin Helmchen, Gary Hoffman, Gidon Kremer und András Schiff für musikalische Begegnungen zu gewinnen. Hinzu kommen Boris Kuschnir, Nils Mönkemeyer, Miklós Perényi, Lawrence Power, Antoine Tamestit, Antje Weithaas. Auf einen Improvisationskurs mit dem Geiger und Menuhin-Zögling Gilles Apap bin ich auch  gespannt. Wir sehen also einem sehr intensiven Studienjahr mit einem breiten Angebot für die Young Soloists entgegen. Das wichtigste Ziel des KAM-Studiengangs besteht darin, die international besten Lehrer und Musiker sowie die größten jungen Talente zu versammeln. Wichtig ist mir dabei auch, variable musikalische Ansätze einzubringen und Künstler mit unterschiedlichem Background für Masterclasses einzuladen. Unsere Young Soloists haben das Format, diese verschiedenen Traditionen zu erkennen, einzuordnen und deshalb davon zu profitieren. Das erweitert den Horizont!

Bezüglich der Theoriefächer zum KAM-Studiengang treffe ich mich demnächst mit den Kollegen der Hochschule für Musik und Darstellenden Kunst Frankfurt.

Hast Du Vorbilder in Sachen Lehrer und Musik-Pädagogik?

Aber ja, ohne Zweifel gehören unsere Professoren des KAM zu den Lehrern, die instrumental-methodisch und musikalisch Vorbildfunktion einnehmen. Stark geprägt haben mich natürlich meine eigenen Lehrer, darunter vor allem Alberto Lysy, der vor zwei Jahren verstorben ist. Meine Studienzeit an der Menuhin Academy in Gstaad war sehr inspirierend, auch weil Lord Menuhin selbst öfter für gemeinsame Konzerte und Masterclasses an die Academy kam.

In Kürze folgt Teil 2.

Michae Heinz

Kronberg Academy Team

Young Soloists / An encounter with Hanna Lee

Donnerstag, 5. April 2012

Being a healthy person

Hanna Lee is a 27 year old viola player who became a Young Soloist of Kronberg Academy Masters in Oct. 2011. She is now belonging to a group of 14 distinct students to complete her musical education with this special study programme for an international solo career degree in Kronberg. Hanna is a very laid-back person who thinks she has many new opportunities to broaden her musical cosmos and pick up the cultural background of all the compositions and composers that she will be encountering while studying at Kronberg Academy.

Since October last year Hanna has been busy visiting masterclasses and making new friends with fellow Young Soloists. Her first major steps in musical education took place in her home country Korea. Hanna attended both the music middle and high school, then joined the Korean National University of Arts in Seoul. There she studied until she was 18.

While Hanna was studying in Korea, she began to appreciate the value of chamber music. At age 18 a decision was made to go to the US and join one of the major conservatories. Between 2002-2004 Hanna attended Curtis Institute of Music in Philadelphia, then between 2004-2008 she went to Boston to continue her musical studies at the famous New England Conservatory. In addition, Hanna attended a couple of famous musical festival events, such as the Verbier Festival (2006, 2008), Ravinia Festival in Chicago (2010) and the highly regarded Marlboro Music Festival in Vermont (2011).

We met Hanna after the masterclasses with violist Yuri Bashmet earlier this year and Hanna agreed to engage in a brief dialogue with us. After this session she was totally relaxed saying that it was quite easy to conduct this kind of conversation rather than being caught in a stiff  interview. Anyway, here is what we learned from Hanna´s first encounters with our institution during this conversation.

Please tell us about your experiences when you came to Philadelphia to enroll at Curtis Institute which is known for its lowest acceptance rate of any college or university in the US, making it the most selective institution of higher education in the United States.

Hanna: Well, it was my first time to go to a foreign country. Oh, this was a culture shock for me, everything was very different! And Curtis, I found out, was a very tiny institution. This institute serves as a training ground for orchestral players to fill the ranks of the Philadelphia Orchestra. But it also offers courses for composers, organists, pianists and singers.

What was special there based on your previous experiences with musical education in your home country Korea? Everyone has great admiration for Curtis Institute which was established in 1924

Hanna:  Musical Education focuses on chamber music and on orchestral playing. They have their own orchestra called “the Curtis Symphony Orchestra”. One must be aware that there is also a very strong connection between the Philadelphia Orchestra and Curtis. Many great conductors have been alumni, eg Leonhard Bernstein, Christoph Eschenbach, Alan Gilbert. Or instrumentalists such as Hilary Hahn or Lang Lang. I was concentrating on playing and enjoing with other musicians. There was no focus whatsoever in the direction of solo playing.

What happened in Boston while you were attending NEC?

Hanna: This was a great time. I was lucky to be trained by Kim Kashkashian. She is a marvellous teacher. I learned so much from her. I was able to be close to my instrument, the viola. And Kim´s tuition helped me so much to be comfortable with the instrument.

What is unique about Kim Kashkashian in your view?

Hanna: Her commitment to chamber music, which began during years of participation at the Marlboro Music Festival, is just incredible. And her artistry of the viola is impressive.  Kim also made many appearances at the Salzburg, Marlboro and Lockenhaus Festival.

When did your earliest adventure in music really kick-in?

Hanna: At age 3 I started with piano, my brother played the violin. I wanted to do the same but I was too young. Then at age 5 I switched to violin. At age 10 I met a fellow Korean violist who asked me why I would not try the viola, because of its warmer sound. Well, since that moment I became more interested in playing the viola.

What were the next stages in your educational development?

Hanna: During age 12 – 15 I attended Music Middle School and continued at Music High School until I was 16. In 1995 I entered the Seoul Musical Conservatory.I forgot to mention: In 2000 at age 15 I came to Germany for a winter break. Cologne was the city where I spent 2 months. I was performing in concerts but also visited other artists performing. It was a great time, I was excited about the musical culture and history in Gemany. Music and the people seem to be very much connected, this is kind of unique. So I decided to continue my further musical studies in Germany!

Which viola teachers influenced you most strongly during your Korean years?

Hanna: Well, there are two teachers I want to mention: firstly, Soon Wha Oh and, secondly, Sang Jin Kim. Both were influencing me quite significantly. I am thankful for that period of learning.

What is the importance of family and staying connected with your parents at home?

Hanna: Well, my mother, who is a trained pianist who had established a school for young kids who wanted to learn piano, motivated me quite a lot. So early on, I listened to my mother´s piano playing. My father is not at all engaged with music. But he is somebody who is always providing advice with view to the important things in life, such as family life. My parents never pushed me in any particular direction. My father influenced me strongly in the area of good health. Until today, he always keeps telling me, stay fit and do everything you can, to lay the ground for a healthy lifestyle. I find this advice particularly important! And I follow his advice up to now, because I am totally convinced that this is the right thing to do.

What is special about our study programme Kronberg Academy Masters? How will you benefit?

Hanna: It seems to me that the Kronberg Academy is like a small family. And everyone is connected to many members of that family. I will benefit from this in many ways. With Nobuko Imai I am having a great teacher in Kronberg. And I am going to broaden my mind and awareness musically. Last but not least, I want to absorb the entire cultural background to better understand the composers and their compositions to see a much bigger musical picture. Otherwise,  I don´t have any particular wishes.

Hanna, thank you for this conversation!

Michael Heinz / Kronberg Academy

From fancy fiddler to hard working Young Soloist

Mittwoch, 21. Dezember 2011

An interview with 17 year old Dutch cellist Ella van Poucke

Ella van Poucke turned 17 in April.  Since October  2011 she is a new member of our group of Young Soloists for Kronberg Academy Masters. The professor who will be taking care of her musical development is cellist Frans Helmerson. Last week, shortly before our conversation, Ella had finished a masterclass with Canadian cellist Gary Hoffman, who is also a  permanent Professor in Kronberg.

Asked how to run this interview, Ella smiled and said “My first language is Dutch, second is English and regarding German I can understand quite a bit, speak a few words, but it isn´t enough to let the interview flow in German.”  So we switched to English.

Before we entered Studio 1 in the KAM facilities at Kronberg´s Streitkirche, we took a look at her cello. “It looks quite old“, I remarked.  “No, it isn´t! It was made in 2009, but I would love to have an old one” answered Ella, smiling.

Ella has two brothers and a sister. Her parents provided for a good musical background. Ella´s father is a trained trumpet player for Netherlands  Radio Symphony Orchestra (NRSO). Her mother used to play viola but in recent years she has turned to cooking, professionally and in the family.

Following is a short conversation with Ella, who grew up in a little city near Amsterdam.

1 ) How do you feel in Kronberg?
Ella: It´s a big honour for me to be here! Staying with the best teachers for string instruments and being part of that group of so talented young musicians is very inspiring. It´s a prestigious place to study music.

2) How did you just arrive in Kronberg?
Ella: Well,  I took the train, which is so convenient. I like train rides a lot! There I can sleep,
read and eat! It takes only about 5 hours from Holland.

3) Are you here for the first time?
Ella:  I was in Kronberg last year for the cello masterclasses in September which was a great experience! It all started when I was 15 and taking classes with  Frans Helmerson in Cologne for about a year. He mentioned Kronberg Academy and proposed that I should opt for an audition.  So, during  2009 I travelled to Kronberg the first time and met with Stephen Potts, director of Kronberg Academy Masters. Then I had my first audition. Also I travelled to Kronberg only some weeks ago for attendance of the masterclasses with Gidon Kremer and Volker Biesenbender. Volker lectured on improvisation and Gidon Kremer spoke about music and musicianship. Two very different personalities and styles. Both masterclasses provided a wealth of information.

4) What did you know about KronbergAcademy?
Ella: I heard about the Academy from a friend when I was nine. Later I looked at Kronberg Academy´s homepage on the internet and I found it very appealing.

5) How did your love for playing the cello evolve?
Ella: I started at age 4, taking violin classes. Honestly, I didn´t like it so much,  it was kind of weird. I quit the classes when I was five and a half. Later at age six I discovered the cello and this is what I liked a lot! Then my parents sent me to the Utrecht music school. Looking back I must say the classes became more enjoyable for me and when I was eight it really became more serious and it was fun. I began practicing for myself and at age twelve I was attending the Amsterdam conservatory. Prior to Amsterdam I was also taking classes at Den Haag for about a year. When I was ten I joined a group of young violinists called the “The Fancy Fiddlers”, founded by one of my teachers at the time, Mrs. Coosje Wijzenbeck. There were 20 players in that group and we began to perform concerts.

6) How was musical life in your family?
Ella: I liked to play chamber music. Throughout the day, while at home I also listened to music from my brother and my parents. One of my brothers listened to hip-hop and pop music, my father is a great Jazz fan and he likes the Beatles very much and of course Jazz singers such as Ella Fitzgerald and Billie Holiday. This kind of music I do like as well. In earlier years my mum was playing viola. So I am used to hear her viola sounds from time to time. But in recent years she has concentrated on her cooking job and music became a side activity. On the other hand her vegetarian cooking style is very good for my health. So, overall, music was ubiquitous in our home. And I was exposed to different styles of music.

7) Who was a strong influence for you?
Ella: As I had already mentioned the “The Fancy Fiddlers” were founded by my teacher Coosje Wijzenbeck, and she had a very strong influence on me. Playing together under her leadership was great fun. We often rehearsed string quartets. Another great influence was and still is British cellist Colin Carr, who is a very good friend of my parents. In fact, I very much loved his way of playing, very different from what I learned through Coosje Wyzenbeck. I play with Colin from time to time in famous concert halls such as the Concertgebouw in Amsterdam. At age 13 I played with him Vivaldi´s Double Concerto in that hall. Another influence was Godfried Hoogeveen, whom I met during the Amsterdam Conservatory years. Godfried is a great player, he told me all about music, not technically but rather aspects related to emotions, musicality and various musical styles. He was a student of renowned cellist Gregor Piatigorsky and became my mentor. Attending the cello masterclass at Kronberg Academy in September 2011  was also a great experience. And not to forget: at age 13 I joined the Amsterdam Chamber Music Society and I am still a member of that institution. There I met Christian Bor who was a student of violinist Jascha Heifetz. Christian as well as Godfried Hooogeveen influenced me over the years quite a lot.
While I was attending the Verbier musical festival in 2009 I had the great opportunity to attend masterclasses with Bernard Greenhouse, about 3-4 lessons, an hour each. Mr. Greenhouse told me so much about phrasing. This was very inspiring for me.

How do you relax ?
Well, I love cooking, walking and jogging. Especially jogging is something I enjoy so much. Also right now. Jogging is hard to do here in Kronberg because of the various hills. So it is quite challenging. When I am at home in our house in Holland I enjoy the great kitchen that we have and do cooking activities with great enjoyment.

Which type of music do you play with great enthusiasm? And what kind of music do you listen to, today?
Ella: I listen to a lot of chamber music. Dvorak´s Cello Concerto performed by Colin Carr is something I like to listen to,  over and over. And I listen to a lot of CDs, mostly classical music. And I like to listen what other fellow musicians play.

Playing and rehearsing daily, how many hours a day do you play and how much of sacrifies does this mean?
Ella: Currently I am playing 5-6 hours a day. The act of rehearsing is fun, I enjoy it! I can´t think of any sacrifices. I am really happy when I am playing, every day! But after so many hours each day other things are getting painful. Like carrying the cello case uphill, biking with the cello or sitting long hours in really unhealthy positions. Those things can be a bit of  a burden, but I can´t call them sacrifices.

10) Which expectations do you have with view to your enrollment with “Kronberg Academy Masters”?
Ella: I am working hard! I will learn things that I need to change in my playing. One can never play complete or perfectly. There is always room for improvements and changes. I want to become a solo cellist and play chamber music. But I also could think of myself as becoming a teacher in the future. All Young Soloists know each other and together with the members of the Kronberg Academy team we belong to a family. This is stimulating. We are inspiring ourselves and the lessons and all the work are quite intensive. The good thing is, all is very well organised by the team. The Academy is not just a music school, it is an institution where so much help is available all the time. I am not waiting here for big things to happen, I concentrate on my work and continuous improvements of my playing.

11) How do you use the internet, how often and how long are you online?
Ella: I am not a typical young internet user or TV person. What I like is using Google for searches. I check my email every day but I don´t stay long online. I am on facebook and using this means staying connected with my friends – this is a good thing. And for background information and easy questions I go to Wikipedia. But otherwise the internet is a waste of time. I am not a heavy internet user,  I see the stupid part of it.

Ella, thank you for this interview!

Michael Heinz/Kronberg Academy

“I couldn´t feel any better”

Dienstag, 13. Dezember 2011

An encounter with Pablo Ferrández Castro, 20-year old new Young  Soloist of Kronberg Academy Masters

Just few hours before his concert for the Musikkreis Leyda Ungerer/Freunde Junger Musiker in Bad Homburg´s Schlosskirche was about to start Pablo Ferrández was kind enough to agree on a short interview focussing on his first impressions regarding his new life in Kronberg.

Just 20 year of age, Pablo was admitted as new Young  Soloist of  “Kronberg Academy Masters”, a  unique study programme launched by Kronberg Academy and Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main in 2006.

Coming from a very musical family young Pablo started to play the cello already at age 3. Both his mother and father were enthusiastic for their children (Pablo has a younger sister , age 16, studying viola) to embark on a highly music-influenced development. Pablo´s father, trained as an engineer, turned musician after having heard several musical performances by his fellow countryman Pablo Casals. So the family decided that their first-born child would be named after the great Catalonian cello virtuoso.

Pablo was born in 1991 in Madrid. His mother, a musical teacher, wanted to instill early on musical capabilities by utilising a technique whereby music-oriented capabilities such as absolute pitch might influence her still unborn children. Obviously the results for both Pablo and his sister seem to have had a very positive impact on their musical developments based on their accomplishments so far.  Pablo currently lives in a guest family´s home in Kronberg and all of the facilities of Kronberg Academy lie within 10 m minutes walking distance. He is now one of 13 young people to study here in this city embracing various masterclasses, workshops and specially designed learning activities.

Following are Pablo´s answers to our questions reflecting his first thoughts and impressions

Q: How do you feel right now, having arrived in Germany and living now in Kronberg
Pablo: Well, I am just doing fine. And I am feeling so inspired. I breathe the good air, the colours, the nature around me. I take a lot of walks and do great deal of jogging. I love it all, here! Well, I could not feel better! Parallel to my regular jogging exercises I do work very hard and rehearse about 7 hours a day. I am very motivated. My willpower gets strengthened through my physical training and I love it. At the same time I feel relief  through walking and jogging.

Q: What is different here, compared to living in Spain
Pablo: Overall, Music is so valued in this country. I am encountering people who are enormously knowledgeable to great degree. For me classical music and Germany are just one thing. This is not really the case in my country. I can experience this very closely during and after concerts. Often people approach me here after the concerts and ask questions, and comment on my playing. They reveal insights and understanding. That is very special. On the other hand it is also quite challenging for an artist to play here.

Q: What did you know about Kronberg Academy prior to being approved in our study programme?
Pablo: I knew about Kronberg Academy quite a bit especially with regard to its international reputation. First, it´s famous, then I understood that it´s reaching for the highest standards in its educational programmes. Yes, and the Academy is known for its successes. And it is very well respected in the musical world, including where I come from. That this institution is just concentrating on only 14 students right now, tells a lot. On the other hand, most young musicians that I know, don´t have a real clue how the academy really works. The selection processes are very tough. What I forgot to mention: the famous teachers that are working with the Academy command respect. All this adds up with most young musicians´ assessment of the Academy as being an exclusive institution.

Q: Who have been your greatest influences, musically speaking?

Pablo: My teacher Natalia Shakoskaya in Madrid at the Escuela Superior de Música Reina Sofía. She taught me all important things what it means to play music and what it requires from a musician. She did not impose a particular technique or style or attitude apart from elaborating around the key philosophy on how to see and approach music and a given work of  a composer. Music must come from the inside and it has to be alive and honest. She told me lessons about how to express oneself musically. Natalia gave me everything, I am so grateful to her. Right now I am listening intensely to piano works played by Martha Argerich, that is where I learn many things while listening. I admire her. I don´t listen to lots of cello music, interestingly. Martha Argerich plays in a way, that one thinks the piece is composed in that very moment. This experience, approaching/understanding her enormous musical capabilities is what impacts me strongly  – for quite a while now. And my current teacher Frans Helmerson. He has such a clear understanding of what I need right now. This is fantastic and I am so  happy with him!

Q: Mentioning two great cello players, Pablo Casals  and Emanuel Feuermann and any other you like to mention, what is your  attitude towards these artists?
Pablo: Well, regarding Pablo Casals, we all have great respect for him, he is the grandfather of all other players. I particularly like Casals´s statement about J S Bach:  “Bach´s music means  knowing of everything and being aware of every feeling“.

Regarding Feuermann I can´t say so much because I don´t know enough about him. And then there is Mr. Rostropovich, the great maestro. Yes,  he is incredible. I was introduced to him when I was a small child, but I don´t have personal memories of that encounter.

Q: Living day in day out, with daily hour-long rehearsals, a life fully absorbed by music, how does that feel, are there pains from time to time?
Pablo: I had a very nice childhood and parents that were always caring. The daily practices were never imposed on me or my sister. We developed a sense of our own to rehearse. We are practicing to serve music. The quality and the value of the musical works are so enormous that one has to work so hard in order to be able to come close to the original genius in a given composition. That is absolutely necessary and I am doing it because it s my will to do so. My parents helped me to develop the necessary discipline. Constantly improving one´s playing that has always been my goal, up to now! This also means because of the long hours spent daily that there will be sacrifices, just as in sports! I see a clear parallel between what top sports folks are aiming for and what musicians are striving for in their endeavours. My motto is: we as musicians must work a lot for the sake of the music we are going to perform.

Q: Do you have a personal  vision for your next development steps?
Pablo: I want to become a soloist, performing lots of chamber music. I want to be 100% ready for this profession. Music deserves that the best is being delivered by the players. And I want to fulfill my role in the future not in a commercially driven sense. My music playing shall not be an economic enterprise. I want to make best use of my time with Kronberg Academy, earn the respect of others.

Q: What Do you expect from the educational programme here in Kronberg?
Pablo: At the end of my time in Kronberg I want to feel more complete. And I want to find and explore new possibilities for me. Since all the people in the academy as well as the musicians function altogether quite a bit like a big family I think I will have enough support in my endeavours. And I want to prove that I deserve being one of the students to study here under those great teachers.

Q: Are your parents still closely following your activities?
Pablo: Yes, of course: Our family is very well connectd and we communicate on a daily basis!I tell them about every activity that I do! And my parents keep inspiring me!

Q: What helps you to relax?
Pablo: As I said earlier, it´s jogging. Doing physical exercises/sports is very good. Bu the side effect is, it helps me to move my limits further towards longer distances. Yes, there are pains and sacrifices, but this is okay. I love that feeling! For me “Superacion” is the key in my life, I don´t know the English word for that. Meaning constantly striving to exceed oneself. That´s my way of strengthening my willpower. The will to improve one´s playing, it never stops, so here sports is helping me.

Q:  now our final question, how problematic is the need to be online in the internet, given your daily work schedule?
Pablo: I only can say good things about the internet. I use it daily so to be able to connect to my family, my friends – even when I am far away! I need it – I must stay in contact with my loved ones. So, the internet provides the platform.  And I am a regular user. Whenever I can,  I also use the telephone capability of Skype.

Thanks for the interview, Pablo!

Michael Heinz/Kronberg Academy

Meisterklasse mit Volker Biesenbender

Mittwoch, 23. November 2011

Das ist Top, Top, Top

Er hat in London an der berühmten Yehudin Menuhin School studiert und ist viele Jahre später als Lehrer wieder an diesen Ort zurückgekehrt. Hier traf Volker Biesenbender auf  Stephen Potts, dem heutigen Direktor unseres Studiengangs „Kronberg Academy Masters“. Stephen war damals in leitender Stellung an dieser berühmten Londoner Musikschule für Yehudi Menuhin tätig. Als Stephen Potts im letzten Jahr wieder Kontakt zu seinem alten Freund Volker aufnahm, verabredete man zunächst einen Auftritt und einen Workshop anlässlich der Geigen-Meisterkurse im Juli dieses Jahres in Kronberg.  Schwerpunkt des Workshops war das Thema „Improvisation“, für das Volker Biesenbender fast schon ein Synonym innerhalb der klassischen Musikausbildung geworden ist. Jetzt, Mitte November, sollte er noch ein zweites Mal in diesem Jahr in die Burgstadt kommen, um für 14 Junge Solisten unseres Studiengangs „Kronberg Academy Masters“ (KAM) individuelle Meisterkurse zu geben.

Volker Biesenbenders Auftritt über 2 volle Tage ( 16./17.11.) war eine große Bereicherung für unsere jungen Musiker. Er war während dieser zwei prallen Tage im “flow”, wie er uns überzeugend berichtete. Als Lehrer unterwegs zu sein, das sei für ihn selbstverständlich. Er sieht es als persönliche Verpflichtung an, das Gelernte an die nächste Generation bestmöglich weiter zu geben. Und hierher nach Kronberg zu kommen, das war eine Herausforderung allererster Güte. Und die Resonanz bei den jungen Musikern war äußerst positiv. „Das war wunderbar“, so sagten es wie aus einem Munde Christel und Hanna Lee und auch Ella van Poucke, die mit 17 Jahren die jüngste Junge Solistin in unserem Studiengang.

Bei jeder Einzel-Session (Dauer. 50 Minuten) waren stets die anderen Solisten als Zuhörer mit von der Partie. So kam eine maximale Lernsituation zustande. Und am Abend waren alle angereichert mit Gedanken und Ideen von einem Lehrer, der auch als  Straßenmusiker Erfahrungen sammeln konnte.

Am Ende des zweiten Tages zeigte Volker den Jungen Solisten und dem Kronberg Academy Team einen israelischen Dokumentar-Film über seine Musik und seinen eigenen unkonventionellen musikalischen Werdegang. Seine musikalische Ausbildung führte ihn zunächst an die Musikhochschule Tel Aviv, wo er sein Studium abschloss. Insgesamt verbrachte er 4 Jahre in Israel. Nach dem Studium befasste er sich ausgiebig mit historischer Aufführungspraxis an der Schola Cantorum Basel. Daneben gab er zahlreiche Recitals und trat bei diversen Festivals auf. Mit seinem eigenen multistilistischen Trio Avodah gibt er seit einigen Jahren Konzerte in ganz Europa. Auch das Kronberger Publikum konnte sich im Sommer diesen Jahres ein eigenes Bild von dem mitreißenden Auftritt des Trios  in der Stadthalle machen. Bemerkenswert ist noch dies: Sein großer Mentor, der weltberühmte Yehudi Menuhin, unter dessen Stabführung er noch kurz vor dessen Tod die erste Bartók-Rhapsodie einspielte, wies in vielen Interviews und Fachartikeln enthusiastisch auf Biesenbenders künstlerische Vielseitigkeit hin.

Sein Credo: Das im Innersten eines Musikers Empfundene sollte beim Vortrag nach außen gelangen, es sollte idealerweise im Augenblick des Spielens ( im „Hier und Jetzt“) aus dem Musiker herausfließen. Der Musiker müsse im flow sein, seine eigenen tiefen Empfindungen und Gefühle für die Hörer erlebbar und erfahrbar machen. Auf unsere Frage, wer ihn maßgeblich in seiner musikalischen Auffassung beeinflusst habe, antwortete er sogleich und nennt seinen langjährigen Lehrer Rami Shevelov, aus seiner Zeit in Tel Aviv.

Ein bestimmtes System oder eine Methodik habe er dabei nicht zur Hand, so erklärte er uns. Wohl aber trete er in einen Dialog mit jedem Musiker, wenn dieser ihn sein/ihr Werk vorgespielt hat. So war es auch in Kronberg mit den insgesamt 14 Jungen Solisten, die die Instrumente Violine, Viola und Cello jeweils mit Klavierbegleitung in unterschiedlichen Werken erklingen ließen.

In unserem Gespräch kurz nach Beendigung der Meisterklasse Ende letzter Woche, schilderte er uns – sichtlich erleichtert – wie die zwei „Kronberger Tage“ auf ihn gewirkt hatten und mit welchen Gedanken er heimwärts reisen würde. Jeder der 14 jungen Musiker konnte sich 50 Minuten auf sein/ihr Stück vorbereiten, um dann im Kreise der Mitstudierenden das eigene Stück vorzutragen und dann Volkers Feedback zu hören. „Das war top, top, top“,  ließ er wissen. Was er hier erlebt habe mit den jungen Musikern, „das sei vom Feinsten gewesen, so seine Worte über die Jungen Solisten und die Kronberg Academy als Ausbildungsinstitution.

Über die Jahre mit vielen Erfahrungen in Sachen Unterrichten junger Musiker bestens ausgestattet, war Volker Biesenbender nicht zurückhaltend mit seinem Lob über die Arbeit, die das Team um Stephen Potts seit nunmehr 5 Jahren leistet. Für Biesenbender war es etwas Besonderes, die créme de la créme junger Streicher unterrichten zu dürfen und so viele herausragende junge Musiker um sich zu wissen. Eine solche Dichte hätte er noch nicht erlebt. Dazu die Natürlichkeit und die spezielle Atmosphäre in den Räumen der Streitkirche, dort wo die Meisterklassen und Kurse für die Jungen Solisten abgehalten werden. All dies sei ihm sehr positiv aufgefallen. An anderer Stelle fällt das Wort vom „Hochleistungslabor“, aber hier in Kronberg sei eben das Menschliche noch sehr zu spüren. Das sei bei ihm sehr positiv angekommen.

Und die Einladung der Academy, im nächsten Jahr bei „Classic for Kids“ erneut in Kronberg aufzutreten, da habe er mit seiner Zusage nicht mehr lange zögern müssen. Für die Musikliebhaber in und um Kronberg eine prima Nachricht!

Michael Heinz

Musical Instruments / Brandnew violins that sound like century-old masterpieces

Donnerstag, 7. Juli 2011

Johann Ascher is a young man with strong interests in both music and the arts of crafting instruments, especially stringed instruments. Since 2009 he works in the Hamburg branch of Yamaha, the famous Japanese manufacturer of musical instruments. He has had a chance to visit the violin workshops at the Yamaha headquarters in Hamamatsu and experienced the deep expertise that Yamaha´s violin makers are representing. “It´s all very craft-oriented” he tells us in an interview, “no factory-based process is involved, it´s pure hand-made work executed by highly experienced luthiers”. What Yamaha has been working on in the last couple of years are its new technology called A.R.E., which uses insights from acoustics, biology and living musicians who know (and hear) about all the subtleties that century-old violins are capable of.

Mr. Ascher represented Yamaha on two days during the 2nd violin masterclasses in Kronberg.

The main aim was to build relationships with the young violinists and answer questions of interested musicians and visitors. On display in one of the rooms of the city hall was a original Yamaha violin, model YVN500S, adapting the A.R.E. technology. A.R.E. stands for Acoustic Resonance Enhancements.

So, what is this new Yamaha technology all about?

A.R.E. is an original wood reforming technology made with woods which were processed with this technology. Yamaha´s claim is that the tonal richness of the instruments should be equal to famous old instrument ( e.g. type Stradivarius). A.R.E technology uses precision controlled humidity and temperature to manipulate the molecular properties of the wood into a more acoustically ideal condition (similar to the molecular characteristics of woods in instruments that have been played for years). The process is chemical free, thus an environmentally friendly process. Certain alterations lead to corresponding ideal conditions of those woods (all coming from Europe). A.R.E. will constantly be optimised.

As a result, Yamaha’s high-end violin YVN500S is produced as a new violin, yet with tonal characteristics of an old masterpiece. A few artists have evaluated these violins and stated to possess the ability of very old instruments with characteristics of solid and bright sound, especially in the higher registers.

Mr. Ascher is in charge of developer relations, that means he maintains contacts to leading musicians who want to be involved with the technological developments to be adapted for the optimised crafting of stringed instruments – pertinent to young musicians who can´t afford those precious old instruments. He was admitting that the market for violins is one of the toughest in the musical instrument domain.

When the Academy team learned from Professor Zakhar Bron, one of our teachers within the “Kronberg Academy Masters” study programme. that he was involved with the conceptual design of a new type of violin at Yamaha, we invited Yamaha to present some of those violins to the broader public during our 2nd violin masterclasses and concerts. Professor Bron is providing feedback to the violin developer team of Yamaha for roughly 5 years. His prime interest is the improvement of the acoustics of brand new violins affordable for young, talented musicians. Mr. Ascher has the major task in his product management role to exchange views with the artistic developer partners such as Professor Zakhar Bron and concertmasters Mischa Nodelman ( Neue Philharmonie Westfalen ) and Rainer Küchel (Vienna Philharmonic). In North America violinist Pinchas Zukerman is one of the prime development artists..

According to Mr. Ascher Yamaha has sold about a dozen of those violins and that the company is very patient with the further development of this segment of high quality string instruments. The violins are priced between a few hundred Euros to some 15,000 Euros for the most advanced piece (here the wood is about 10 years old, for the affordable instruments the wood has an age of about 5 years).

While musicians, young violinists and visitors could take a look at the Yamaha Violin on the first floor of the city hall, many musicians stopped by at the giant violin that luthier Ekkard Seidel and bow maker Daniel Schmidt had brought to Kronberg from Markneukirchen.

To summarise,  large and small violins attracted a lot of traffic from musicians and visitors alike during successful eight days of the second violin masterclasses  and concerts in Kronberg.

Michael Heinz

Violin Masterclasses and Concerts / Interview with young violinist Jérôme Benhaim

Mittwoch, 29. Juni 2011


Few questions prompting five concise hand-written answers

It was during the final hours after the last concert and the ovations for the soloists  of the 2nd Violin Masterclasses were coming to an end when we asked  Jérôme Benhaim,  a 24-year old violinist from France living in Hamburg, to give us some feedback. Jerome has been an active participant, meaning, he had qualified for 2 lessons of personal teaching with famous violinist Christian Tetzlaff. Jérôme  agreed spontaneously to respond to some 5 short questions. The main goal for the quick interview was to receive some personal thoughts.  Since we knew Jerome from last year´s attendance of our project “Chamber Music Connects the World“, where he was playing and rehearsing with Gidon Kremer and Andras Schiff, it was easy for us to approach him with our request amidst all the other young players and guests in front of the “Posthaus”,  a few meters away from Kronberg´s  “Stadthalle”.

Following are Jérôme´s answers and thoughts on what he had experienced over that one long week in our city.

Q: In your view, what was special about the 2nd Violin Masterclasses and Concerts?

The quality and the number of the teachers. And, the fact that you can listen and learn so much from 4 of the top teachers in the world. And then, yes, the quality of the concerts! The meetings and encounters with the other students were also priceless.

Q: How would you rate the Kronberg Violin masterclasses?

9-10 out of a 10 max rating scale.

Q: What was the greatest learning effect or result that you have experienced?

Opening to lots of different views on music and violin playing.

Q: How do you feel about the city of Kronberg?

Rainy! On the other hand, very enjoyable and also  a great place to practice music.The city is peaceful and warm.

Q: Do you have special personal comments to make?

Except for saying “Thank You” , not really! Maybe 2 lessons are a bit few but we also learned so much from listening that two could be enough.

Thanks, Jerome, for having taken the time during the final hours of the Violin Masterclasses and and providing personal feedback to us!

Michael Heinz

“Mit Musik – Miteinander” / Interview with Yura Lee

Donnerstag, 19. Mai 2011

Coming weekend Yura Lee along with Lily Francis and Claudio Bohorquez will assume the role of lecturers in our chamber music project „ Mit Musik – Miteinander“. This project, which runs for many years now (happening twice a year) is designed to bring young soloists together with talented musicians  aged 13- 20 years. It is both a performing and a learning exercise, and the final concert on Sunday, May 22 will present to the public the results of two days of hard and inspiring work.

During the course of nearly three days all participants will join in different groupings in order to rehearse and perform a couple of classic chamber music works. Beginning on Friday afternoon in Kronbergs “Streitkirche” our team expects some 10 young musicians from Germany and Austria. Some of the young musicians have already participated in last year´s project, October 2010.

We wanted to ask one of the young lecturers, how she is about to prepare for this event and what is her attitude towards teaching and learning. So we asked Yura Lee, the 25-year old Korean, now living in the United States.

Yura participated in Kronberg Academy’s Chamber Music Connects the World in 2004 and joined Kronberg Academy Further Masters in September 2010, studying violin with Professor Ana Chumachenco and viola with Professor Nabuko Imai. Looking back at her early musical development one clearly sees a tremendous development. Her violin studies began at age 4 with Namyoon Kim in Seoul,Korea. Her talent was quickly recognized, when, at age 5, she won a top prize at the prestigious Hankook Ilbo Competition in Seoul. Two years later she made her debut with Korea’s leading orchestra, the KBS Symphony.

From 1994 to 2001, Yura studied at the Juilliard School of Music, under the late Dorothy DeLay and Hyo Kang. During the summers of1995-2000 she was a full scholarship student at the Aspen Music School. In 2001-2002 and 2007, she participated at the Steans Institute for Young Artists at Ravinia and from 2001-2005, studied with Miriam Fried and Paul Biss at Indiana University, and the New England Conservatory of Music in Boston. In 1997, she received the Debut Artist of the Year prize at the “Performance Today” awards given by National Public Radio. In 2007, she received, among other prizes, the prestigious Avery Fischer Career Grant.

++++++++

Here are our five questions that we asked Yura to provide some answers

Q: How do you prepare for the upcoming project MMM?

Not only will I be teaching but will be playing with the students, so the preparations include: learning the score of the piece visually (learning about the parts of other instruments), and practicing my own part of course. Also it always helps to know about the composers themselves, in my case for this MMM will be Mozart and Beethoven. It’s interesting to think about what they intended, in their historical context.

Q: How do you feel when performing as a teacher. What have been your experiences so far?

I have taught before (very young kids), but not at a conservatory or music school since I’m still 25 years old, and I feel that there are many things I need to learn. It is however, my first time actually performing with the students. I’m looking forward to it!

Q: What is essential for you when you think of teaching and learning ( from a teacher and a learner´s standpoint), what can a teacher learn while teaching?

For me, teaching (from teacher’s perspective) and learning (from student’s perspective) is all about opening up possibilities. A teacher can learn so much from students because everyone is different, everyone is unique. What may work for me, may not work for everyone. It’s exciting to think of new solutions, different ways of playing. Also, there are infinite amounts of things to learn – one should never stop exploring and learning, no matter how old you are or how long you’ve been playing music.

Q: Can you imagine becoming more active in the world of teaching?

I will spend part of this summer teaching at a festival in the United States. I never want to stop performing, but it would be great to have performing life with teaching life as well, in the future.

Q: What is your expectation and perhaps hope after those 3 days in Kronberg will have ended Sunday afternoon?

I hope the students will enjoy the process (practicing/learning) as much as result (our concert at the end). Chamber music is such a great thing, and it’s great to be exposed to it at a young age. I’m happy that we will experience it together.

Michael Heinz

Peijun Xus Reise nach Florida

Freitag, 4. März 2011

Erfahrungen und Impressionen einer Amerika-Reise


Unsere Junge Solistin Peijun Xu weilte Anfang Februar für einige Tage in Florida und hat dort 3 Konzerte gegeben. Veranstaltet von unserer Schwester-Organisation den „American Friends of Kronberg Academy“, führte Peijun zusammen mit Ihrem Begleiter José Menor, Klavier, mehrere kammermusikalische Werke auf. In einem vor kurzem geführten Gespräch schilderte uns Peijun Ihre persönlichen Eindrücke und Erfahrungen während Ihrer Aufenthalte in Boca Raton und Delray Beach.

Hier Ihre Antworten:

War dies Deine erste Reise in die Vereinigten Staaten?
Nein, ich bin jetzt zum zweiten Mal in den Vereinigten Staaten gewesen. Das erste Mal war ich im Jahre 2007 beim Ravinia Festival in Chicago.


Was fällt Dir in Sachen Musik ein, wenn Du an Amerika denkst??
Ja, eigentlich eher weniger richtige klassische Musik. Im Grunde mehr in Richtung populäre Musik, die klassische Elemente bzw. Orchestrierungen beinhaltet, also beispielsweise die Ganze Welt der Musicals, also eher die etwas leichtere Musik, die nicht ganz so tief geht. Natürlich auch Jazz. Aber ich weiß sehr wohl, dass auch die Klassik sehr beliebt ist in den Staaten.
Wer hatte das Programm für eure Konzerte zusammengestellt?

Ich selbst. Und vorher hatte ich natürlich meinen Pianisten José Menor gefragt, ob ihm das auch gefällt. Und er hatte zugestimmt. Und so kamen Werke von Johannes Brahms, Edward Elgar, Frédéric Chopin und Astor Piazzolla sowie als Zugabe kam auch ein Stück des chinesischen Komponisten Li Guoquan zur Aufführung.
Gibt es amerikanische Komponisten, die Du gerne mal spielen würdest?

Ich spiele im Prinzip alles gerne. Bei amerikanischen Komponisten, die auch für Viola etwas komponiert haben, fällt mir George Rochberg ein. Ich habe sogar die Noten eines seiner Viola-Werke bei mir zu Hause, es ist die Sonate für Viola und Klavier. Ich habe das Stück auch einmal in einem Konzert gehört, es ist wirklich ein schönes, modernes Stück. Man kann es gut spielen.
Wie war das Zusammenspiel mit José Menor, der Dich als Pianist begleitet hatte?
Super! Ich bin echt sehr dankbar, dass ich ihn überhaupt kennen gelernt habe! Ich finde, er ist ein sehr netter Mensch, spielt fantastisch und ist auch sehr kammermusikalisch veranlagt. Wir verstehen uns sehr gut, unsere Gedanken über die Musik können wir prima austauschen und haben ein sehr ähnliches Gefühl für die Kompositionen. Aus diesem Grunde mussten wir bei den Proben gar nicht viel diskutieren. Ich spiele ja die Musik sehr viel nach dem Gefühl und er hat es immer  gleich verstanden und sich so drauf eingestellt und meine Art und Weise, die ausgewählten Stücke zu intonieren, bestens am Piano ergänzt. Ich denke, wir können gemeinsam eine Planung für die Musik machen.

Wie war die Organisation seitens der American Friends – Axel Langhorst hatte Dich vor Ort betreut?
Das war alles sehr gut vorbereitet und organisiert, Axel Langhorst hat prima Arbeit geleistet!
Welche der drei Auftritte war für Dich der emotionalste?
Ich glaube der letzte Auftritt am 11. Februar. Das hängt damit zusammen, dass wir zuvor an zwei Tagen hintereinander gespielt hatten und nun beim dritten Auftritt sehr gelassen waren. Wir hatten in dem Saal auch viel geprobt und ich fühlte mich dort sehr wohl. Ich konnte freier mit meinen Emotionen spielen. Und ich habe an dem Abend vorher noch eine Geschichte von einem Mädchen gehört, die mich emotional sehr berührt hatte. Und so kam es, dass ich nach dem Chopin Nocturne, das sowieso zu meiner Lieblingsmusik zählt, ein paar Tränen in den Augen hatte.

Wie hast Du die Zuschauer erlebt? War es jeweils bei diesen 3 Konzerten sehr intim von der Atmosphäre her?
Die Atmosphäre war bei allen die Konzerten gut! Die Amerikanischen Zuhörer zeigen ja sofort, wenn ihnen was gut gefallen hat! Sie sind schneller in ihren Reaktionen und auch etwas lauter in ihrer Zustimmung. Bei einem der 3 Konzerte sind die Zuschauer am Schluss alle aufgestanden und haben reichlich Beifall geklatscht.
Haben sich nach den Konzerten Für Dich gute Kontakte ergeben?
Die Zukunft wird es zeigen.

Konntest Du neben Deinen Auftritten auch persönlich die beiden Städte erkunden, Dinge für Dich entdecken?
Ja, ein kleines bisschen. Ich musste ja jeden Tag noch spielen und mich vorbereiten auf das jeweilige Konzert am Abend. Ich hatte dann nur einen freien Tag gehabt. Und da konnte ich wenigstens den Strand einmal bewundern, und natürlich gab es auch mit meiner fantastischen Gastfamilie einen Shopping-Nachmittag.

Gibt es Eindrücke, die Du besonders hervorheben würdest während Deines US- Aufenthalts, in persönlicher oder musikalischer Hinsicht?
Ich finde, die Menschen sind sehr nett, und offen! Das hat mir wirklich gut gefallen! Dazu kommt, dass ich das Gefühl hatte, die Menschen strahlen eine gewisse Gelassenheit aus, man ist relaxed in Florida. Und natürlich habe ich während meiner vielen Autofahrten auch sehen können, dass Florida eine nette Ecke in Amerika ist. Meine netten Gasteltern mit ihren beiden goldigen kleinen Kindern haben sich sehr um mich gekümmert, das war schön zu erleben.

Michael Heinz

Interview mit István Várdai – Kronberg Academy Masters

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Gedanken und Impressionen zum Meisterkurs bei Professor Zahkar Bron

Am vergangenen Donnerstag traf ich auf einen unserer Studenten des Kronberg Academy Masters Studiengangs, den jungen István Várdai (Violoncello). Istvan weilte zusammen mit weiteren Studenten des Studiengangs für zwei  Tage in Kronberg, um an Meisterkursen mit Professor Zakhar Bron teilzunehmen.

Am Abend des 9. Dezember gab es Gelegenheit, István Várdai nach seinen Eindrücken zu befragen. Hier seine Antworten:

Istvan Vardai - Violoncello

Michael Heinz: Bevor es los ging am gestrigen Mittwoch, wie waren Deine Erwartungen an den Meisterkurs mit Zakhar Bron?

István Várdai: Nun, Ich hatte keine Angst, aber es gab eine gewisse Spannung in mir, denn ich wusste, dass Professor Bron sehr streng ist. Und dann dachte ich wiederum, dass es ein sehr spannender Nachmittag werden könnte.

MH: Was hattest Du von Ihm schon gehört bzw. gewusst?

IV: Na ja, das er halt sehr streng ist und auch, dass er sein sehr guter Pädagoge sein muss!

MH: Wie ist es nach dem Meisterkurs gewesen?

IV: Ich war sehr erleichtert, und vor allem, ich habe diverse Anregungen bekommen. Er hat auch bei mir geschimpft. Was mir die anderen Studenten schon vorher gesagt hatten, war etwas tröstlich: je mehr er das Gefühl hat, dass bei einem Solisten Potenzial vorhanden ist, desto strenger wird seine Kritik, und sie kann heftig werden! Ja, ich habe wichtige Anstöße bekommen und habe einen  klareren Blick bekommen, technisch und musikalisch. Professor Bron betonte immer wieder, auf den Komponisten und auf die Textur des Stückes zu achten. Er hat es mit einem Beispiel belegt, bei einer Crescendo-Passage muss es in diesem Werk nicht bedeuten: lauter werden, sondern es soll heißen, sich mehr zu öffnen.

MH: Wie hat er unterrichtet als Violin-Lehrer – aus der Sicht eines Cellisten, was ist Dir besonders aufgefallen, wovon konntest Du sehr profitieren?

IV: Professor Bron vermittelt Einblicke jenseits der Beherrschung des spezifischen Instruments. Denn, wie er hinzufügte, Cellisten denken sehr „cellistisch“! Er betont den Blick auf die musikalischen Strukturen, unterstreicht, dass man die Komposition ganzheitlich erfassen muss, die Textur sei maßgeblich. Und er unterstreicht ferner, dass er eben kein Cellist sei und dass er eine Brücke bauen wolle. Auf diese Art und Weise hilft er aus meiner Sicht sehr  sehr gut, die Unterschiedlichkeiten der Streichinstrumente zu überwinden. In Bezug auf das Verständnis der Komposition sei es egal, ob man als Cellist oder Geiger herangeht. Das ist natürlich sehr hilfreich.

MH: Welches Stück habt ihr geübt..?

IV: Wir haben das 1. Cellokonzert von Shostakovich gespielt , daraus den 2. und 3. Satz

MH: Hattest Du dieses Stück schon einmal zuvor öffentlich gespielt oder sogar schon des öfteren…?

IV: Ja einige Male, beim Tchaikovsky Wettbewerb, dann auch bei Konzerten. Das ist aber schon lange her.

MH: Was ist das besonders Schwierige an diesem Stück?

IV: Technische Probleme einerseits, aber auch das Verstehen der Textur. Shostakovich hat persönliche Erfahrungen des Krieges, der Kälte, der Düsternis in Musik verwandelt, dies klanglich angemessen umzusetzen, ist eine echte Herausforderung! Man muss versuchen, das Werk im Grunde auf einer metaphysischen Ebene zu erfassen. Das ist wirklich nicht leicht.

MH: Hattest Du Gelegenheit, seine Arbeit mit den jungen Violin-Solisten mit zu verfolgen – wie ist Dein Eindruck dazu?

IV: Ja, das hatte ich. Ich habe dies mit großem Interesse verfolgt. Und dabei bemerkt, dass wir alle mehr und minder mit denselben Problemen in dieser Phase unserer Entwicklung zu tun haben. Und was ich noch anmerken wollte, alle Studenten des Kronberg Academy Masters haben ja zwischenzeitlich auch eine Schulung in Sachen Alexander-Technik absolviert.

MH: Wie ist es eigentlich, wenn während eines Meisterkurses die anderen jungen Solisten unter den Zuhörern sind, wie bei Dir geschehen?

IV: Gar nicht so schlimm, alle waren wohlwollend. Jeder wünscht dem anderen nur das Gute, und wenn geschimpft wird, da leidet man dann mit!

MH. Was sind Deine nächsten wichtigen Lernschritte, wie geht es weiter bei Dir?

IV: Ich bin in Kürze mit einem weiteren Meisterkurs bei Frans Helmerson dabei -  noch im Dezember. Dann gibt’s erst einmal eine Pause. Und ich habe bereits die erste Konzert-Verpflichtung für einen Auftritt im dänischen Odense, im Januar 2011. Und dann möchte ich mich weiter in meiner neuen Heimat in Berlin, wo ich im Bezirk Wedding seit ein paar Monaten lebe, akklimatisieren. Die Stadt ist so groß und bietet viele Konzerte und Veranstaltungen. Was mir aber besonders wichtig ist: Ich möchte künftig mehr wichtige Prinzipien beachten, auch das habe ich vom Meisterkurs mit Professor Bron mitgenommen. Er hat mich für diese Dinge sensibilisiert. Eines hat zu tun mit den eigenen Ressourcen. Ich habe mir vorgenommen, im neuen Jahr mit meiner Kraft und meiner Zeit ökonomischer und klüger umzugehen, nicht mehr so viele Konzerte geben: Im letzten Jahr waren es an die 50, das werde ich in diesem Jahr nicht wiederholen.

MH: danke für dieses Gespräch und alles Gute für Dich im neuen Jahr!

++++++++++++++++

In diesem Interview wurde mehrfach der Begriff Textur verwandt, wie ist dieser Begriff in der Musik definiert? Die folgenden Erläuterungen mögen ein wenig hilfreich sein.

Es handelt sich im deutschprachigen Raum, insbesondere in der Computermusik, um ein musikalisches Muster, das durch Aneinanderreihung von Variationen eines Motivs entsteht.

Im englischsprachigen Raum wird der Begriff viel umfassender definiert und zwar nicht nur in Bezug auf Computermusik:  In music, texture is the way the melodic, rhythmic, and harmonic materials are combined in a composition, thus determining the overall quality of sound of a piece.

Michael Heinz

Bernard Greenhouse remembers – Grand Prix Emanuel Feuermann

Donnerstag, 4. November 2010

One of the few living cellists who can speak about personal memories of Emanuel Feuermann is the American cellist Bernard Greenhouse. He is a long time friend of Kronberg Academy and has actively participated in many chamber music projects over the years. Bernie, as his friends call him, was 22 years of age when he first encountered Emanuel Feuermann in 1938. Feuermann was then 36 years of age. Bernard Greenhouse recently recorded his memories for  the Kronberg Academy, the recording  session took place at his home in Massachusetts on Oct. 24, 2010. In anticipation of the third international Grand Prix Emanuel Feuermann that will officilally start on November 16 in Berlin we belive that Bernard Greenhouse´s remarks and reflections bring back some aspects of his personality to the current generation of cellists and music lovers.

Bernard Greenhouse:

More than 70 years have gone by since I had the great pleasure to work with Emanuel Feuermann. I was young but not so young, that I couldn´t understand his wishes as far as improving my technique on the cello. He was very definitive. In a sense his denial of anyone´s ability to reach his extreme technical prowess was one the things which made it so necessary to have some experience in working with the great cellist.

I was a much younger man looking for help in my work. I had had excellent training at the Juilliard School with Felix Salmond and I needed someone with a different approach to the instrument,  one who had a magnificent technical knowledge of the instrument – I found that in Emanuel Feuermann who could be rather sarcastic with his students and when a student did prove to have great promise, and played a passage which normally would be extremely difficult he would make light of it and play it with the greatest of ease and accuracy so the student always had this the feeling of let down because there was someone who played the Instrument better then he could – and that could be misleading
(Mr. Greenhouse laughs…).

My full admiration for this giant of the cello, a man who could do anything with the greatest of ease. It was absolutely a magnet to me. I had to learn how he did it and come as close as possible.

So I approached him and asked whether he would teach me. And he said, well, yes, I would like to help you but not on a regular basis – if you come once every 2-3 weeks for a lesson I will probably give you the time. But it turned out that that it wasn´t always that he was accessible because I was working at the time at CBS as the cellist in the orchestra there and I was constantly trying to improve my playing. One of the ways I thought of, one of the things which made me so obstinate in my approach to working with Feuermann was, that he seemed to be an easy going person and it surprised me how harsh he could be at my lessons and how much he thought about my progress as a cellist.
I sometimes in working with him I would become quite discouraged. But I had to persist if I wanted to work with him, I had to understand that he was not an easy master and demanded very much of my time. I later found out that he spoke well of my talent, I believe that he really did feel concerned with my career and my  playing because I was always invited to RCA to the recording sessions with Franz Rupp, the pianist, so I got to be part of the little circle of Emanuel Feuermann graduate students who revelled in his knowledge.

Assistant: what time period?

Bernard Greenhouse:  This was in 1938, 1939, 1940. Those were the years.

When he was teaching quite a bit in New York when I was very much devoted to working hard on the instrument, I thought it would be a wonderful thing to have a debut-recital in the town hall of New York City. I went up to Scarsdale in my beautiful sports car, a convertible!!

Assistant: What colour ?

Bernard Greenhouse: Red!! laughs……naturally!

And I parked right outside his door and he came to the door and he looked at my car and he looked at me and he said: “No lesson today, let´s go for a ride!”.

So, my lessons came rather on the irregular side but they were always done with a certain amount of integrity and help and so after my 4 years of work at Juilliard I found a different approach to playing the instrument and I settled down to really learn how to play the cello. Feuermann was the one to teach it.

Transcription:  Michael Heinz

Musikalisches im Kronberger Malermuseum / Mit Musik – Miteinander

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Am vergangenen Sonntag, bei schönstem Herbst-Wetter rund um Kronberg, gaben 8 junge Musiker in den Räumen des Kronberger Maler-Museums in der Streitkirche ein mitreißendes Schlusskonzert. Dies war die Abrundung ihrer Teilnahme am Kammermusik-Projekt “Mit Musik – Miteinander”, nunmehr im 10. Jahr seit Start des Projekts duch die Kronberg Academy. Acht junge Leute, allesamt Preisträger bei Musik-Wettbewerben in Deutschland (Jugend Musiziert) und Österreich (Prima la Musica), kamen als Schüler in die Taunusstadt, um von drei jungen Lehrern zu lernen und gemeinsam mit Ihnen ausgewählte Kammermusik-Werke einzustudieren.

Sätze aus den Werken von Ernst von Dohnanyi, Alexander Borodin, Johannes Brahms und Robert Schumann, um nur einige zu nennen, sorgten für einen bunten musikalischen Strauss, der den Zuhörern großes Vergnügen bereitete. Intensiver Applaus belohnte die jungen Musiker aus Deutschland und Österreich. Mitglieder unseres Teams überreichten jedem der Teilnehmer rote Rosen und bescheinigten allen jungen Musikern großes Engagement und Spielfreude. Die drei Lehrer hatten zuvor seit Freitagnachmittag dieses Wochenendes akribisch die einzelnen Stücke geprobt. Kaori Yamagami, Nils Mönkemeyer und Mikhail Ovrutsky waren angereist, um als Mentoren und Lehrer zu fungieren. Die fotografischen Impressionen waren am Freitag und Sonntag entstanden. Während der Pausen zwischen den „Musikproben und Foto-Sessions“ hatte ich Gelegenheit, mit einigen der jungen Nachwuchsmusiker und Lehrer kurz zu sprechen.

Die 14-jährige Dorothea Schupelius, die jüngste der 8 Teilnehmer, berichtete mit freudigem Gesichtsausdruck von ihren 2 ersten Preisen beim Regional- und Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ im Jahre 2009. Und als Krönung, im selben Jahr, errang sie den ersten Preis (mit Höchstpunktzahl) beim Bundeswettbewerb in der Kategorie Kammermusik, Klavier und ein Streichinstrument. Dorothea spielt seit ihrem achten Lebensjahr Violine und ist in Berlin-Wilmersdorf aufgewachsen. Wenn sie von den derzeit namhaften Geigern besonders mag, da musste sie nicht lange überlegen und nannte mir erst Daniel Hope und dann Anne Sophie Mutter. Von den ganz großen Virtuosen des letzten Jahrhunderts nannte sie Jascha Heifetz und Nathan Milstein. Der junge Leonhard Avelini, der neben ihr stand, nickte uns beiden zu und schickte hinterher: „Die hören wir auch auf CD ab und an bei uns zuhause“ und er mag die Aufnahmen der beiden großen Geiger ganz besonders.

Für lange Gespräche war an diesem Wochenende in der Streitkirche natürlich keine Zeit, da der Probenplan alle Teilnehmer – Lehrer und Schüler gleichermaßen – stark in Beschlag nahm. So verwunderte es nicht, dass mein geplantes Gespräch mit Kaori Yamagami auf einige Minuten zusammenschrumpfte. Egal, einige Einsichten und Einblicke in ihre Denkwelt konnte ich ihr dennoch entlocken.

Kaori berichtete mir von ihrer resoluten Mutter und dem frühen im Alter von drei Jahren beginnenden täglichen Üben (bis zum 9. Lebensjahr eine Steigerung von Jahr zu Jahr), was enorme Entbehrungen brachte aber auch Dankbarkeit, denn ohne diese Disziplin, die die Mutter aus Liebe zu ihr immer durchhielt und durchsetzte, wäre Kaori nicht an der Stelle, wo sie heute steht. Und sie ist sehr überzeugt, dass Studierende bis zum 16. Lebensjahr eine Basis geschaffen haben müssen, was die technische Seite ihres Instruments betrifft. Danach würde die eigentliche „Arbeit“ aber erst so richtig beginnen: nämlich die Arbeit an der künstlerischen Weiterentwicklung eines jeden Musikers.

Obgleich sie bereits 2 CDs eingespielt hat, ist ihr die Arbeit im Studio nicht so geheuer, da hier viel auf reine Perfektion geachtet werde und diese auch mit technischen Mitteln im Nachhinein „realisiert“ werden könnte. Daher seien ihr Aufnahmen bei Live-Auftritten viel lieber, denn hier würde ein authentischer Auftritt aufgezeichnet, bei dem unperfektes eben dazu gehörte. Was sie von den “Cross-Over“- Tedenzen in der Klassik halte, wollte ich am Schluss noch kurz erfahren. „David Garrett ist ein Pop-Musiker, das muss man wissen, sagte sie. „Was er macht, hat mit unserer Arbeit nichts mehr zu tun“ gab sie mir zu bedenken. Aber, „er ist ein guter Geiger“, meinte sie noch anerkennend, „und er hat sich für Cross-over und Fusion entschieden“. Und diesen Gedanken schob sie noch nach: „Persönlichkeiten in der klassischen Musik müsse es geben, insbesondere jene, die die Menschen begeistern und anziehen. Aber niemand dürfe sich als Interpret über den Komponisten stellen. Das wäre schlicht anmaßend“.

„Du sprichst mir aus der Seele“, rief der zufällig vorbeilaufende Stephen Potts zu uns hinüber. Stephen ist Leiter unseres einzigartigen Studiengangs „Kronberg Academy Master“ und fand seine Sicht von Respekt und Wertschätzung gegenüber den Komponisten vollauf bestätigt.

“Mit Musik-Miteinander“ wurde vergangenen Sonntag mit dem tollen Schlusskonzert beendet. Die jungen Musiker drehten nach Beendigung des Schlusskonzertes noch einmal freudig auf und einige tanzten vergnügt im Studio 1, wo sich normalerweise die Unterrichtsräume unseres Studiengangs befinden. Die Räumlichkeiten wurden kurzfristig für MMM in Umkleide- und Probenräume verwandelt. Sander Stuart, der Viola gespielt hatte, mimte Tanzfiguren, und Magdalena Kraus eilte herbei, um das Happening zu ergänzen. Dann schnappte jeder seinen Instrumenten-Koffer, die rote Rose und rief jedem anderen Mitteilnehmer noch ein paar Abschiedsworte zu, dann ging es abwärts, raus auf die Tanzhausstrasse, wo Freunde und Familienmitglieder die jungen Leute in Empfang nahmen.

Kronberg war wieder einmal Schauplatz von „Mit Musik – Miteinander“, nunmehr im 10. Jahr. Wieder verließen junge Musiker diese Stadt mit dem Gefühl, an einem inspirierenden Ort gewesen zu sein und aktiv mitgewirkt zu haben. Und sie hatten reichlich Gelegenheit, technische und interpretatorische Anregungen für Ihr eigenes Spiel aufzugreifen und umzusetzen.

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Interview mit Raimund Trenkler

Dienstag, 15. Juni 2010

Das 6. Mal ist „Chamber Music Connects the World“ am 19. Mai in Kronberg mit zwei Schlusskonzerten über die Bühne gegangen. In einem ersten rückblickenden Beitrag hatte die Projekt-Verantwortliche Oda Cramer von Laue ( Beitrag vom 29.5.) ihre persönlichen Eindrücke hier an dieser Stelle geschildert. Im folgenden Interview mit Raimund Trenkler, dem künstlerischen Leiter der Kronberg Academy, erfahren wir dessen Einschätzungen über das, was ihn bewegt hat, welche Aufgaben zu bewältigen waren und wie die weitere Zukunft dieses Projekts aussieht.

Michael Heinz: Wie hast Du „das Projekt Chamber Music Connects the World“ im 10. Jubiläumsjahr erlebt?

Raimund Trenkler: Es ist jedes Mal aufs Neue ein Abenteuer, auf was wir uns da einlassen. Es bleibt neu und frisch, denn es sind immer andere junge Musiker und andere Werke, die auf dem Spielplan stehen. Um es gleich vorweg zu nehmen: die Qualität der musikalischen Darbietungen in diesem Jahr, das Niveau der hier angereisten Musiker war durchweg sehr, sehr hoch. Man muss sich vorstellen, es kommen 22 junge Musiker nach Kronberg. Und diese jungen hochbegabten Musiker haben die Chance mit den berühmten Fünf Seniors zusammen zu treffen und gemeinsam Musik einzustudieren. Sie sind ihren Idolen und Vorbildern ganz nahe. Aus der musikalischen Abhängigkeit zwischen den Seniors und Juniors entsteht automatisch auch menschliche Nähe. Und wir schaffen die Rahmenbedingungen, dass dies auf eine besonders vertraute und familiäre Weise geschehen kann. Es entstehen so besondere Konstellationen und die Intensität der Zusammenarbeit ist so nur in der Kammermusik möglich. So manch einer der Juniors hat während der 11 Tage in Kronberg einen musikalisch-virtuosen Höhenflug hingelegt. Das   gemeinsame Ziel ist es, ausgewählte Kammermusik-Werke einzustudieren und ein einmaliges musikalisches Erlebnis zu gestalten – für die Musiker selbst und auch für das Publikum. Und das Publikum kann bereits während der öffentlichen Proben an der Entstehung des Werkes teilhaben.
Einfach einmalig und es wird nie langweilig!


MH: Welche besonderen Herausforderungen waren zu meistern?

RT: Die größte Herausforderung war es, fünf namhafte Musiker dazu zu bewegen, für gut 11 Tage ihre Terminkalender freizuhalten und sie hier zur aktiven Teilnahme beim Projekt „Chamber Music“ in Kronberg zu motivieren. Da es sich um Künstler von Weltrang handelt, kann man sicht leicht vorstellen, dass viele alternative Auftrittsmöglichkeiten und Konzertangebote für diese Musiker mit dem Projekt der Kronberg Academy im Wettstreit liegen. Gidon Kremer, Tatjana Grindenko, András Schiff, Yuri Bashmet und ursprünglich geplant auch der englische Cellist Steven Isserlis, dies war unser Plan.  Dass wir auch das im diesem Jahr wieder einmal geschafft haben, grenzt schon an kleines Wunder. Die kurzfristige Absage von Steven Isserlis hatte ein ernstes Zusatzproblem für uns entstehen lassen, aber der ebenso kurzfristig herbeigeführte Einstieg von Frans Helmerson, der nahtlos in alle zuvor terminierten Stücke von Steven Isserlis einsprang, „rettete uns den Tag“. Das war schon mit viel Schweiß verbunden.

Die zweite riesige Herausforderung: die Zusammenstellung des umfänglichen Probenplans und die während der Veranstaltungen sich immer wieder ergebenden  Änderungen. Das ganze auf Tagesbasis zu managen, insbesondere die jeweils neuen Probenpläne für den folgenden Tag an alle Künstler und die Support-Teams weiter zu leiten, das ist eine enorme logistische Meisterleistung. Der Probenplan ist äußerst komplex.  Tauchen an einer Stelle Änderungen auf, sind viele andere Proben jeweils betroffen und müssen ihrerseits geändert werden. Es gibt viele Abhängigkeiten zu berücksichtigen, und ja, man kann hier schnell Fehler machen und ein kleines Chaos anzetteln. Täglich gab es Änderungen und der Druck auf die Verantwortlichen war über all die Tage sehr groß.

MH: Wie geht es weiter mit „Chamber Music Connects the World“ ?

RT: Das inhaltliche Konzept von „Chamber Music…“ ist besonders tragfähig, da es aufgrund seiner Flexibilität, nämlich immer wieder stets neue junge Musiker auszuwählen und neue Werke aus dem riesigen Reservoir der Kammermusik auszuwählen, viel Raum für Neues und auch Experimentierfreudigkeit ermöglicht. Natürlich, die Kammermusik bildet den Nukleus.

Und was die Chancen zur Teilnahme betrifft:  Im Vordergrund stehen allein das Können und die Leidenschaft der Bewerber der jungen Musiker. Ausführliche Bewerbungen und dann die Auditions für die Ausgewählten bilden die zu überwindenden Hürden. Hier mitmachen zu können ist etwas Außergewöhnliches, das hat sich jedenfalls herumgesprochen. Es beschert den jungen Musikern einmalige Erfahrungen. Wir hören oft von ihnen, wie prägend diese Tage für sie waren.

Neue Akzente können wir  setzen, in dem wir etwa die Einbeziehung von Bläsern in Erwägung ziehen, um so das musikalische Spektrum gleichsam auszudehnen und zu erweitern. Aber diese Entscheidungen haben noch ein wenig Zeit! Was heute schon sicher scheint ist dies: es wird wieder ein neues Abenteuer vor der Tür stehen, wenn 2012 im Mai eine neue Gruppe von ausgewählten jungen Musikern mit Weltkünstlern in Kronberg zusammentreffen werden, um ein neues Kapitel beim Projekt  “Chamber Music” zu schreiben.

Raimund, danke für dieses Gespräch.

Chamber Music Connects the World – ein Rückblick

Samstag, 29. Mai 2010

Eine Nachbetrachtung aus berufenem Munde ist fällig – ein Interview mit Oda Cramer von Laue

Die Zeit rast. Kaum ist beim sechsten „Chamber Music Connects the World“ der Schluss-Vorhang gefallen, da sind die Vorarbeiten zu den nächsten Veranstaltungen, Auftritten und Konzerten für die kommenden Monate längst in vollem Gange.  Dennoch, ein Blick in den Rückspiegel gehört dazu. Gewissermaßen eine Nachbetrachtung soll die wunderbaren Ereignisse der letzten Wochen im 10. Jahr von „Chamber Music Connects the World“ noch einmal aus individueller Sicht Revue passieren lassen. Was läge näher, als die verantwortliche Team-Kollegin für das Projekt Oda Cramer von Laue mit einigen persönlichen Fragen zu konfrontieren. Gedacht, getan. Die Umsetzung war ein Kinderspiel, denn die Kollegin hat Ihren Arbeitsbereich nur „eine Tür weiter“. So konnte ein kleines, informelles Gespräch über Ihre Eindrücke und Erfahrungen flugs über die Bühne gehen. Hier Ihre Gedanken und Einschätzungen:

Michael Heinz: Wie fühltest Du Dich am letzten Abend – zunächst bei den 2 Konzerten, und dann bei der ausgelassenen Schlussfeier? Welche Gedanken gingen Dir durch den Kopf?

Oda Cramer von Laue: Erschöpft aber glücklich – der schönste Zustand überhaupt! Allerdings endet das Projekt für uns Mitarbeiter ja nicht mit der Abschlussfeier, ich muss gestehen, es gingen mir noch reichlich organisatorische Dinge durch den Kopf. Aber es war einfach bewegend zu sehen, wie ausgelassen und innig die „Juniors“ und „Seniors“ nach diesem letzten Konzert und den letzten extrem intensiven Tagen miteinander waren: fast wie nach einer langen, schönen Klassenfahrt kam mir das vor.

MH: Was waren die größten Herausforderungen während des Ablaufs, und kurz davor?

OC: Die Kommunikation… jeden Tag so schnell und zuverlässig wie möglich einen tagesaktuellen Ablauf- und Probenplan zu zaubern (unter Berücksichtigung aller spontan auftretenden Wünsche) und dafür zu sorgen, dass jeder davon erfährt, der davon erfahren muss: Künstler, Team, Publikum. Das ist alle zwei Jahre wieder eine ziemliche Anstrengung (manchmal gibt es spätabends noch Änderungswünsche der „Seniors“, die z.B. die öffentlichen Proben berühren und nicht nur allen Beteiligten, sondern auch allen Betroffenen – also auch dem Publikum  - kommuniziert werden müssen…

MH: Was hat Dir besonders viel Freude gemacht – was hat Dich besonders beeindruckt mit Blick auf die jungen Musiker?

OC: Das sich von Tag zu Tag spürbar mehr herausbildende Gruppen- und Gemeinschaftsgefühl. Die Blicke, die sich die Juniors beim Spielen zugeworfen haben… Und einfach die Musik!

MH: Worauf kommt es ganz besonders an, um so ein ambitioniertes Projekt erfolgreich durchzuführen, was sind gewissermaßen die Schlüssel-Erfolgsfaktoren?

OC: Gutes Essen für die Künstler! ;-)

Ich glaube, ein Schlüssel ist das Mit-Fühlen mit den Musikern. Das gilt natürlich genauso für jedes unserer Festivals, für jede Veranstaltung. Aber gerade über einen so langen Zeitraum ist es wichtig zu schauen, zu erkennen, vorauszusehen, was die Künstler brauchen. Ruhe? Unterhaltung? Hilfe? Rückzugsräume? Ansprache? Zurückhaltung? Die Aufmerksamkeit unseres Teams und die vorausschauende Planung ist auch das, was am Ende immer hervorgehoben wird und wofür uns die jungen Musiker ganz persönlich danken.

Oda, danke für dieses Gespräch.

Michael Heinz

Interview – Alina Ibragimova

Mittwoch, 21. April 2010

Eine der drei Seniors bei „Mit Musik – Miteinander“ (MMM) vor 10 Tagen war Alina Ibragimova.

Die 1985 in Russland geborene Geigerin, stets gut gelaunt und mit strahlendem Lachen unterwegs, willigte spontan zu einem kurzen Interview am Sonntag, den 11. April 2010 im Kronberger Maler-Museum ein. Gelesen hatte ich viel über die junge Solistin, u.a .von ihren drei letzten CD-Produktionen für Hyperion Records ( 2008 und 2009) und ihren Auftritten in Salzburg, Verbier und Salle Pleyel Paris . Ihre Ausbildung an der Yehudi  Menuhin School unter Natasha Boyarskaya und ihre Auftritte im Bolschoi-Theater und in London sind nicht minder berichtenswert, insbesondere auch Ihr Auftreten gemeinsam mit Yehudi Menuhin kurz vor dessen Tod im Jahre 1998 ( sie war damals erst dreizehn alt). Und natürlich ihr zweimaliges Erscheinen als Junior bei „Chamber Music Connects the World“ ( CMCW), 2004 und 2008.

Seit Oktober 2008 studiert Alina nun an der Kronberg Academy und nimmt an den Kronberg Academy Further Master Studies teil. Alina lebt und arbeitet in Berlin und London.

Wen überrascht es:  Ich war mehr als beeindruckt von ihrer Vita. Nun wollte ich in diesem sonntäglichen Interview von ihr erfahren, wie sie unsere beiden Kammermusik-Reihen MMM und CMCW sieht, aber auch, welche Bedeutung diese für sie persönlich hätten und welche Rolle die Musik insgesamt in Ihrem Leben spielt ( das Interview wurde auf Englisch durchgeführt, nachfolgend eine Zusammenfassung auf deutsch mit einigen wörtlichen englischen Zitaten).

Michael Heinz: Welche Bedeutung hat ihre Teilnahme an Chamber Music Connects the World im Jahre 2004 und 2008 für Sie gehabt?

Alina Ibragimova: Das waren jeweils 11 großartige Tage, die ich einfach nicht missen möchte. Das war fällig in meiner damaligen persönlichen Entwicklung in jenen Jahren, die Teilnahme hat mich bereichert ( an einer Stelle des Interviews sagt sie. „I needed this“).

MH: Was war besonders hervorhebenswert als Erfahrung?
AI: Ganz besonders hervorhebenswert war es für mich , mit den Herausforderungen des Spielens als zweite Geigerin zu agieren , das war absolut neu. Und ich musste mich entsprechend umstellen. Das war keineswegs einfach – eben eine echte Herausforderung!

MH: Was ist aus ihrer persönlichen Sicht das das Besondere an der Kammermusik im Zusammenhang mit unserem Projekt „Mit Musik Miteinander“?

AI: Ich möchte den Juniors vermitteln, wie wichtig das Hören ist! Dabei geht es mir nicht um technischen Anweisungen und Hinweise – vielmehr möchte ich die jüngeren Musiker auf die Besonderheiten des Zusammenspiels einstimmen  – „How to listen“ – das ist so wichtig…..! Zitat: „Learning to becoming very flexible and knowing how to react to the other players while they lead, these are key capabilities and skills when performing chamber music.”

MH: Wer hat Sie als Lehrer stark geprägt?

AI: Peter Norris (Lehrer an der Yehudi Menuhin School in London) hatte sehr großen Einfluss auf meine Musikalität und mein Spiel. Ich war damals so 16-17 Jahre alt, er war wirklich sehr einflussreich für mich und besonders habe ich von ihm die Bedeutung des aufmerksamen Zuhörens mitbekommen. Und zwar ist das dann ganz besonders wichtig, wenn man mit anderen Musikern in Kammermusik-Ensembles zusammen spielt. Hier muss man einfach auf die anderen Stimmen aufpassen und sehr sehr flexibel sein. Und man spricht viel miteinander. Deswegen war ich auch für MMM und CMCW gewissermaßen dankbar – ich konnte so noch mehr hinzulernen  – von den ganz Großen. Eine sehr wertvolle Sache.

MH: Welche Platten habe Dich in Deiner Kindheit fasziniert, was hast Du sehr früh schon gehört?

AI: Ja, eine ganze Menge eigentlich – meine Eltern ( ihr Vater ist Kontrabassist bei den Londoner Symphonikern und ihre Mutter ist Violin-Lehrerin and der Menuhin School, wo sie später selbst anheuerte!) hatten sehr viele Platten und Tonbänder zuhause. Meine ersten Platten, die ich bewusst und mit Freude gehört habe, waren: Die Zauberflöte, die Matthäus-Passion, Yehudi Menuhins Violin-Konzerte von Beethoven und Schuberts Sonate a-Moll Arpeggione.

MH: Welche Rolle spielt die Musik in Deinem Leben..?

AI: Ich habe bereits im Alter von 4 meine erste Violine bekommen, von da an wurde das tägliche Spielen normal für mich – ich bin einfach dann damit groß geworden.

( Zitat: „Playing music, day in day out, it´s just a way of life – like eating, it´s very physical.
I have to do it, even when I am not performing on stage or are engaged musically otherwise.
I need to rehearse, at least 2-3 hours a day”).

MH: Wer sind einige Deiner musikalischen Vorbilder?

AI: Nun einige von diesen Musikern, die einen starken Einfluss auf mich hatten,

waren und sind Davd Oistrach, Jascha Heifetz und natürlich Yehudi Menuhin – wahrlich ganz große Virtuosen. Ja, die haben mich geprägt und inspiriert!

MH: Gibt es Unterschiede zwischen dem deutschen und dem britischen Publikum?

AI: Unterschiede zwischen dem britischen und deutschen Publikum gibt es einige: das deutsche Publikum ist offener, und  selbst in kleineren Orten gibt es immer gefüllte Häuser – in England ist dies im Grunde nur in der Hauptstadt London der Fall.

MH:
Lesen Sie Kritiken?
AI: Ja, ich lese die Kritiken. Allerdings nehme ich diese nicht so sehr ernst. Mit negativen Kritiken und Kommentaren komme ich gut klar. Ich weiß, dass zwei Journalisten in England beispielsweise sehr oft ein wenig negativ berichten, aber das tangiert mich nicht so sehr.

MH: Was bedeutet Dir Kronberg?

AI: Nun, Kronberg ist ein sehr wichtiger Ort für mich geworden. Ich habe zweimal an CMCW teilgenommen, jetzt bin ich bei MMM mit dabei und schließlich studiere ich nun an der Kronberg Academy. Das alles macht es zusammen mit meinen bisherigen Erfahrungen zu einem wirklich wichtigen Ort in meinem Leben.

MH: Was hast Du für Träume und Wünsche? (hier kann man Alina von ihrer sehr unprätentiösen Art erleben)

AI: “I have no special wishes or dreams. I just want to keep on playing music, being together with other nice people and my friends, and, just keep on learning!

MH: Vielen Dank,  Alina für dieses Interview zwischen den Proben.

Michael Heinz

Balance und innere Ruhe ¦ Interview mit Peijun Xu

Montag, 8. Februar 2010

Workshop mit Gidon Kremer Peijun Xu hat vor wenigen Tagen beim sechsten Yuri Bashmet Viola-Wettbewerb (24. Jan. bis 1. Feb. 2010) den ersten Preis sowie zwei Sonderpreise gewonnen. Hier berichtet sie, wie sie es mit Motivation und Einstellung hält und wie sie Moskau erlebt hat.

Peijun, wie warst Du motiviert und wie hast Du den Wettbewerb erlebt?

Ich war mehr als nervös bei den ersten drei Runden, als die Ergebnisse angekündigt wurden. Zum Finale hin habe ich mich, so glaube ich, eigentlich ziemlich ruhig gefühlt.

Überhaupt bin ich sehr dankbar, dass ich das ganze Programm spielen konnte. Es macht mich noch glücklicher, wenn ich weiß, dass meine Musik den Zuhörern gefallen hat. Außerdem weiß man natürlich nie, was so alles passieren wird bei einem Wettbewerb. Aber hier hatte ich doch vorher schon ein bisschen das Gefühl, wie es laufen sollte. Ich habe meine Bestes gegeben und versucht, immer Musik zu spielen und das Ganze nicht nur ausschließlich als reinen Wettbewerb zu sehen und nur zu denken, ich muss gewinnen.

In den Konzerten und Auftritten habe ich versucht, meine Liebe für die gespielte Musik mit dem Publikum zu teilen.

Welche gewissermaßen mentale Unterstützung hattest Du?

Herr Trenkler hat mich zwischen den Runden sehr unterstützt. Er hat mir dabei gar nicht viel gesagt, sondern immer nur wieder für Motivation gesorgt.

Er hat zu mir gesagt, dass ich einfach bei meiner Musik bleiben soll, die ganzen Umstände drumherum vergessen soll und vielmehr die Chance, mit Orchester zu spielen, einfach nutzen und ausschöpfen soll.

Was war deine ursprüngliche Erwartung, deine Motivation als du nach Moskau gereist bist?

Ich bin kein Mensch, der um zu gewinnen zu einem Wettbewerb fährt. Natürlich, beim Wettbewerb möchte jeder gewinnen, aber ich kann das nicht als mein allerwichtigstes Ziel ansehen – ich würde sonst meinen Spaß bei der Musik verlieren. Ich schaue, ob und wie ich mich durch einen Wettbewerb besser entwickeln kann.

Ich war vor zwei Monaten noch nicht so sicher, ob ich nach Moskau fahren sollte, weil ich zu viel zu tun hatte und im Grunde kaum Zeit hatte, um mir das geforderte Repertoire der vier Runden zu erarbeiten. Aber Nobuko Imai und mein Freund unterstützten mich in dem Vorhaben.

Ich denke selber auch, wenn man ein Ziel hat, kann man besser lernen und eine Herausforderung möchte ich schon immer übernehmen und angehen. Ich mache gewissermaßen einen Wettbewerb mit mir selber.

Was ist das Wichtigste in Bezug auf die innere Einstellung während des Wettbewerbs?

Für mich ist wichtig, Ruhe und innere Balance zu finden – das ist nicht einfach – man muss Unruhe und Nervosität vermeiden.

Ich sehe im Vordergrund die Freude und Fähigkeit, mit anderen Musikern zu kommunizieren – das ist das Wichtigste. Kommunizieren mithilfe der Musik, als ein Spieler, der mit all den anderen Musikern im Dialog steht. Und man muss wirklich Spaß und Freude bei all dem haben.

Wie war das Feedback vor Ort in Moskau, kurz nach dem Gewinn?

Nach dem Preisträgerkonzert gab es  eine kleine „Party“, dort konnte ich ein bisschen mit Yuri Bashmet reden. Er hat mir gesagt, dass ich begabt und sehr musikalisch bin, und ich soll so weiter machen. Und es war sehr schön mit dem Dirigenten, Herrn Sladkovsky, zusammenzuarbeiten. Manche Orchestermusiker wollten sogar Fotos von mir machen. Ich glaube, die haben auch alle Spaß gehabt, als sie mit mir zusammen musizierten.

Und dann habe ich unter den Teilnehmern auch viele neue Freunde kennengelernt. Ja, und die Leute dort von der Organisation und auch die Jury-Leute waren überhaupt sehr, sehr nett!

Wie hast Du Moskau erlebt?

Die Atmosphäre in Russland ist ein bisschen ähnlich wie in China für mich. Natürlich ist es auch wiederum ganz anders, aber ich meine, es ist den Chinesen näher als z.B. Europa. Ansonsten: das Tschaikowsky Konservatorium hat sehr schöne alte Räume und Säle. Man hat mehr Gefühl für die Musik, das war so beim Schnittke Konzert.

Was ändert sich für dich durch den Preis?

Für mein Studium ändert sich nichts. Ich hoffe, der Preis wird mir mehr Möglichkeiten bieten, mehr Konzerte zu geben. Mein Ziel bleibt, einfach immer besser zu werden und dass ich mit mehr guten Musikern zusammen arbeiten kann und vielleicht auch irgendwann eine CD machen kann.

Die Fragen stellte Michael Heinz

Schuld war eine Flasche Rotwein ¦ Interview mit Nils Mönkemeyer

Montag, 11. Januar 2010

Nils Mönkemeyer Foto: Felix Bröde 2008 hat Nils Mönkemeyer an unserem Kammermusikprojekt „Chamber Music Connects the World“ teilgenommen, im vergangenen Jahr erhielt er den Echo Klassik 2009 als Nachwuchskünstler des Jahres. Wie er zur Bratsche kam und wie er mit der plötzlichen Berühmtheit umgeht, hat er mir in einem Interview erzählt.

1. Du hast kürzlich den Echo Klassik 2009 als Nachwuchskünstler des Jahres erhalten. Hat Dich die Entscheidung überrascht? Wie hast Du davon erfahren, dass Du ihn bekommst?
Ich saß um Mitternacht in der Küche und habe im Internet nach den Echonominierungen geschaut. Ich wusste wohl, dass meine CD im Gespräch war, aber hatte nicht wirklich damit gerechnet, den Preis auch wirklich zu bekommen. Trotzdem war ich ziemlich nervös. Die Newcomer-Kategorie wurde erst auf der dritten Seite aufgeführt und ich dachte schon, ich wäre nicht dabei, umso mehr hat mich das Ergebnis dann gefreut …

Besonders Spannend war bei der eigentlichen Gala das ganze “Drumherum”, zum ersten Mal auf einem roten Teppich laufen, Fotos machen während die Fotografen herumbrüllen und mit der Limousine vorfahren. Diese Dinge haben fast etwas Unwirkliches und sind ja für uns klassische Musiker nicht alltäglich.

2. Inwieweit hat sich Dein musikalisches Leben dadurch verändert?
Ein Preis wie der ECHO hilft natürlich dabei, mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu treten. Auch Konzertveranstalter mögen oft dieses “Prädikat wertvoll”, im stillen Kämmerlein üben und versuchen, den Komponisten und dem eigenen Anspruch gerecht zu werden bleibt aber gleich. Und auf der Bühne muss ich ja immer wieder neu versuchen, einen besonderen Moment zu schaffen und dem Publikum eine Geschichte zu erzählen. Das, was man geschafft hat, ist in einem Wimpernschlag wieder vorbei. Das ist das Schöne und das Schwere am Musikmachen, unabhängig von allen Bestätigungen von außen.

3. Du hattest kürzlich einen Talkshow-Auftritt und auch eine Frauenzeitschrift hat über Dich berichtet. Der Umgang mit den Publikumsmedien scheint Dir durchaus Spaß zu machen oder liege ich da falsch?
Als Solist muss einem die Arbeit mit den Medien Spaß machen, das ist bei einer CD-Produktion sozusagen der zweite Akt. Die Amerikaner haben einen sehr schönen Satz dazu: Do something good and talk about it. :-)

4. Du kamst ja erst über den Umweg Geige dann mit 15 Jahren zur Bratsche. Wie kam’s zu dem Sinneswandel?
Schuld war eine Flasche Rotwein, Teenagerbegeisterung und Beethoven Quartette.

Im Bundesjugendorchester treffen sich dreimal pro Jahr ca. 80 Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren, alle mit dem Ziel, später Musik zu studieren. An den Abenden gab es ausgedehnte Kammermusik-Sessions, zum ersten Mal die großen Streichquartette spielen und sich an der Musik berauschen. Nicht fehlen durfte die Rotweinflasche in der Mitte, wer einen Fehler gemacht hatte, musste einen Schluck trinken. Die Bratschistin war zuerst betrunken und ging schlafen und mir wurde die Bratsche in die Hand gedrückt. Das war’s dann, der Beginn einer ganz großen Leidenschaft, sie und ich, wir könnten zusammen alt werden!!

5. Weshalb moderierst Du Deine Konzerte? Ist das etwas, das Du von der Live Music Now-Förderung mitgenommen hast?

Das stimmt tatsächlich. LMN-Konzerte waren meine erste Begegnung mit Moderation. Sie kann helfen, noch vor dem Spielen eine Verbindung mit dem Publikum herzustellen oder die Stimmung aufzulockern. Ein paar kleine Worte oder eine Anekdote können auch helfen.

6. Die Klassikszene feiert Dich als deutsches Bratschenwunder. Löst so eine Bezeichnung bei Dir ungeteilte Freude aus oder ist es auch eine Belastung?
Ach, nett ist das ja, aber wenn, dann gebührt dieser Titel wohl eher Tabea Zimmermann. :-)

7. Du hast 2008 an „Chamber Music Connects the World“ der Kronberg Academy teilgenommen. Was für ein Ort ist Kronberg auf Deiner persönlichen Landkarte?
Das Kronberg-Projekt war unglaublich aufregend. Plötzlich hat man Proben und Konzerte mit Gidon Kremer oder Yuri Bashmet, zwei Künstler, die ich seit meiner Kindheit verehre. Dann gibt es jede Menge Feste und Treffen mit allen Teilnehmern und der Crew der Kronberg Academy. Es war eine wunderbare, spannende und dramatische Zeit in Kronberg – goldenes Fähnchen auf der persönlichen Landkarte.

Mehr über Nils Mönkemeyer erfahren Sie auf seiner Homepage.

Die Fragen stellte Ulrike Schmid


Warning: is_executable() [function.is-executable]: open_basedir restriction in effect. File(/usr/local/bin/curl) is not within the allowed path(s): (/home/www/web608/:/usr/share/php/) in /home/www/web608/html/blog/wordpress/wp-includes/class-snoopy.php on line 208