Archiv für die Kategorie „Junge Solisten“

Chamber Music Connects the World – was aus den Ex-Juniors geworden ist (6)

Sonntag, 9. Mai 2010

Antoine Tamestit, Viola / Junior 2002

Antoine Tamestit

Antoine Tamestit wurde 1979 geboren und studierte bei Jean Sulem am Pariser Conservatoire, an der Yale University (USA) bei Jesse Levine und dem Tokyo String Quartet und bei Tabea Zimmermann in Berlin. Er war 23 Jahre alt, als er erstmals nach Kronberg kam, um bei Chamber Music Connects the World mitzuwirken. Wir in der Academy freuen uns, dass  Antoine seither einige bedeutende Meilensteine in seiner Entwicklung erreicht hat

Eine seiner jüngsten Auszeichnungen erhielt er in Form des „Credit Suisse Young Artist Award“ im Jahre 2008. Mit dieser Ehrung verbunden war ein Konzert mit den Wiener Philharmonikern unter Riccardo Muti im Rahmen des Lucerne Festivals im September 2008.

Eine kleine Rückblende: bereits im Jahre 2000 erhielt der den 1. Preis beim Maurice Vieux Wettbewerb (Paris) sowie den 1. Preis beim William Primrose Wettberwerb (Chicago, 2001). 2003 folgte dann der 1. Preis beim Young Concert Artists (YCA) International Auditions und Antoine gab Debüt-Recitals in New York, Boston und Washington. Im September 2004 erhielt er den 1. Preis beim ARD-Wettbewerb, wo er außerdem drei Sonderpreise erhielt. . Antoine Tamestit ist einer der Gewinner des Borletti Buitoni Trust Award 2006. 2007 wurde er bei den französischen „Victoires de la Musique“ zur „Révélation instrumentale de l’Année“ ernannt. Preise über Preise also. In der Folge wurde Antoine Tamestit zu zahlreichen Festivals eingeladen wie Aix-en-Provence oder dem International Viola Congress in Seattle. Als begeisterter Kammermusiker ist er regelmäßiger Gast von bedeutenden Festivals wie Lockenhaus, Jerusalem Chamber Festival, Moritzburg, Rheingau, Schubertiade, Davos oder Luzern. Hierbei kann er auf glänzende Namen als Partner verweisen, nur ein paar Beispiele: Gidon Kremer, Frank-Peter Zimmermann, Janine Jansen,  Emmanuel Pahud, Mischa Maisky, Renaud und Gautier Capuçon sowie Natalia Gutman.

Im April 2004 wurde Antoine Tamestit zu BBC Radio 3 New Generation Artist’s Scheme 2004-06 auserwählt. In diesem Zusammenhang entstanden Soloeinspielungen für BBC Radio 3, Konzertaufnahmen mit BBC Orchestern in Großbritannien und Rezital-Engagements, darunter auch sein Debüt in der Londoner Wigmore Hall (Oktober 2005).  In der Saison 2005/06 trat er mit dem deutschen Pianisten Markus Hadulla im Rahmen von Rising Stars (ECHO) auf u.a. im Concertgebouw Amsterdam, in der Megaron Hall Athen, Cité de la Musique in Paris und im Festspielhaus Baden-Baden, sowie in der Wigmore Hall London und in der Yorker Carnegie Hall auf. Im November 2006 folgte das allererste Viola-Rezital im New Yorker Lincoln Center. Als Solist hat Antoine Tamestit mit großen Orchestern aufgespielt, nur einige wenige Beispiele: Berliner Symphoniker, Beethovenorchester Bonn, Dresdner Philharmoniker, Gewandhausorchester Leipzig, Münchener Rundfunk Orchester des BR, RSO Stuttgart, RSO Wien, Orchestre de Toulouse, Orchestre Philharmonique de Radio France, BBC Philharmonic, Warschauer Philharmonie. Sein besonderes Interesse für die Musik unserer Zeit hat zu Begegnungen mit vielen Komponisten geführt sowie zu diversen Uraufführungen und Ersteinspielungen zeitgenössischer Werke.

In der Tat, eine äußert bemerkenswerte Karriere, so dass man ohne Übertreibung sagen darf, dass Antoine Tamestit zu einem der gefragtesten Solisten seines Instruments geworden ist. Aber ein weiterer Meilenstein in seinem künstlerischen Leben war im Oktober 2007 die Berufung als ordentlicher Professor an die Kölner Musikhochschule. Wie sieht Antoine Tamestit selbst den Einfluss seiner künstlerischen Entwicklung aufgrund der Erfahrungen und Begegnungen, die er durch sein Mitwirken bei Projekten der Kronberg Academy hatte.

Lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:
„Meine verschiedenen Teilnahmen bei Veranstaltungen der Kronberg Academy waren wichtige Meilensteine in meiner Entwicklung. Was Chamber Music Connects the World betrifft, ist es offensichtlich für mich, dass ich dort unglaubliche Freunde und Kontakte gewonnen habe. Nicht zuletzt meine ersten Schritte als Lehrer während der „Mit Musik-Miteinander“ Sessions weckten meinen Appetit auf das Unterrichten und gaben mir das Selbstvertrauen, meine Ideen und meine Arbeit an junge Musiker weiterzugeben…..alles was mir noch zu sagen bleibt, ist, dass die persönliche und professionelle Stärke, die solch ein Platz wie die Kronberg Academy bietet, unglaublich ist und unentbehrlich bei einer musikalischen Weiterentwicklung ist.

Bisher erschienen:

CMCW – Wie alles begann

CMCW – Die Feuertaufe

CMCW – Ein Musikfilm als Inspiration

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist: Claudio Bohorquez

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist: Tanja Becker-Bender

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist: Marie-Elisabeth Hecker

CMCW – Was aus den Ex-Junirs geworden ist: Nicolas Altstaedt

CMCW – Was aus den Juniors geworden ist: Alissa Magulis

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Was aus den Ex-Juniors geworden ist (5)

Freitag, 7. Mai 2010

Alissa Margulis, Violine / Junior 2006

Alissa Margulis

Alissa Margulis kam 2006 nach Kronberg. Sie war damals 25 Jahre alt.

Geboren wurde sie im Jahre 1981 in Freiburg. Sie stammt aus einer russischen Musiker-Familie. Mit 4 Jahren begann sie sowohl Geige als auch Klavier zu spielen. Ihre erste öffentliche Aufführung gab sie im Alter von 7 Jahren. Schon früh gewann sie Preise und wurde mit 13 Schülerin von Zakhar Bron an der Musikhochschule Köln. Ihre Studien setzte sie fort in Brüssel mit Augustin Dumay sowie in Wien bei Pavel Vernikov. Meisterkurse besuchte sie u.a. bei Ana Chumachenko, Vladimir Spivakov, Ida Haendel und Shlomo Mintz.

Geschätzt für ihre expressiven und hoch-emotionalen Konzerte, tritt die Kölner Geigerin regelmäßig in wichtigen Konzertsälen wie dem Palais des Beaux-Arts in Brüssel, der Kölner Philharmonie, dem Wiener Musikverein (Brahms Saal), dem Herkulessaal in München, der Izumi Hall in Osaka, der Tonhalle Düsseldorf oder in der St. Petersburger Philharmonie auf.

Sie spielt seither regelmäßig als Solistin, etwa mit der Kremerata Baltica, dem Belgian National Orchestra, den Düsseldorfer Symphonikern, dem Beethovenorchester Bonn, dem English Chamber Orchestra, dem Jerusalem Symphony Orchestra und dem Prague Symphony Orchestra, um nur einige zu nennen.

Ihre diversen Preise bei internationalen Wettbewerben gewann sie u.a. beim Wieniawski Wettbewerb in Polen, beim Violinwettbewerb von Novosibirsk und beim Viotti Vercelli Wettbewerb in Italien. Stolz ist sie besonders auf den Förderpreis der Europäischen Kulturstiftung, der ihr in Berlin von Daniel Barenboim überreicht wurde. Die Zeitschrift „The Guardian“ beschreibt Alissa Margulis Spiel als „exceptional“, Ivry Gitlis spricht von einer “Erleuchtung” und Martha Argerich nennt sie eine „ strong musical personality“.

Alissa Margulis ist eine begeisterte Kammermusikerin und spielt regelmäßig mit Künstlern wie Martha Argerich, Yuri Bashmet, David Geringas, Ivry Gitlis, Gidon Kremer, Mischa Maisky, Lilya Zilberstein und Paul Badura-Skoda (Spielzeit: 2008-09). Sie hatte in den letzten drei Jahren diverse Auftritte bei einigen der bekanntesten Festivals in Europa, etwa beim Davos Festival, beim Encuentro di Musica Santander, beim Gstaad Festival Yehudi Menuhin, beim Oleg Kagan Festival Kreuth, beim Lockenhaus Festival oder etwa beim Maggio Musicale Fiorentino.

Ihre diversen CD Aufnahmen brachten sie mit sehr namhaften Musikern zusammen –hervorhebenswert hier ist die Zusammenarbeit mit Martha Argerich aus dem Jahre 2009, welche ein großes internationales Echo gefunden hat. EMI Classics veröffentlichte Live-Mitschnitte mit dem Titel: „Martha Argerich and Friends” – Lugano 2009“.

Ein neuer Karriereschritt ergab sich im letzen Jahr. Dies war der Sprung in die Welt der akademischen Ausbildung: im April 2009 vom Königlichen Konservatorium Antwerpen dazu ausgewählt, als Professorin zu unterrichten. Sie zählt somit zu den jüngsten Professorinnen in Europa im Fach Violine. Auf ihre weitere Entwicklung sind viele Freunde der Kammermusik in Europa gewiss gespannt.

Alissa Margulis spielt auf einer Guadagnini Violine aus dem Jahr 1754, eine private Leihgabe von Jonathan Moulds.

Bisher erschienen:

CMCW – Wie alles begann

CMCW – Die Feuertaufe

CMCW – Ein Musikfilm als Inspiration

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist: Claudio Bohorquez

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist: Tanja Becker-Bender

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist: Marie-Elisabeth Hecker

CMCW – Was aus den Ex-Junirs geworden ist: Nicolas Altstaedt

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Was aus den Ex-Juniors geworden ist (3)

Mittwoch, 5. Mai 2010

Marie-Elisabeth Hecker,  Violoncello / Junior 2006

Hecker_Marie-Elisabeth

Marie-Elisabeth Hecker kam 2006 19-jährig zur Teilnahme an Chamber Music Connects the World erstmals nach Kronberg. Kurz zuvor im November 2005 konnte sie einen großen Erfolg verbuchen als sie den renommierten  8. Rostropovich Wettbewerb in Paris gewann. ( plus zwei Sonderpreise, welches ein absolutes Novum war).  In den dreißig Jahren des Rostropovich Wettbewerbs war dies das erste Mal, dass ein Cellist drei Preise gewonnen hatte. Wer sie seitdem persönlich bei Konzerten und Auftritten erlebt hat, schwärmt von Ihrer Leidenschaft und Musikalität. Viele Kenner nennen sie eine sensitive und sehr kreative Cellistin.

Marie-Elisabeth Hecker ist im Jahre 1987 in Zwickau geboren (Geburtsstadt von Robert Schumann), sie ist das fünfte von insgesamt acht Geschwistern. Mit einigen ihrer Geschwister ist sie auch schon aufgetreten und hat Konzerte gegeben.  Im Oktober 2005 gab sie ihr erstes Konzert in Amerika, im Kammermusiksaal der Stadt New York, der berühmten Bargemusic. Nicht zu vergessen: sie wohnte diversen Meisterkursen mit den ganz Großen der Kammermusik bei, z.B. Bernard Greenhouse, Gary Hoffman, Frans Helmerson, Steven Isserlis, Daniel Hope oder auch Peter Bruns. Zu den Höhepunkten ihrer bisherigen Karriere gehören Konzerte mit dem Cherubini-Orchester und Yuri Temirkanov beim »Ravenna Festival«, mit dem Symphonieorchester »Neues Russland« unter Yuri Bashmet in Moskau und zwei Auftritte beim »Elba Festival«, 2008 mit der Kremerata Baltica unter Gidon Kremer und 2009 mit Martin Helmchen. Mit dem Mariinsky Orchester und Valery Gergiev trat sie beim berühmten »Osterfestival« in Moskau auf.

Gewaltig Gas gegeben hat Marie-Elisabeth Hecker als Solistin auch in der Saison 2009-2010. Kritiker in Europa loben ihre Konzert- und Kammermusikaufführungen. Beeindruckend ihre letzten Auftritte: ihr Debut mit dem Leipziger Gewandhausorchester unter Gérard Korsten, dann die Auftritte mit der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim, dem BBC Symphony Orchestra unter Ji_í B_lohlávek und die Kooperation mit dem Niederländische Philharmonic Orchestra unter Jakob Kreizberg. Nicht zu vergessen, die Arbeit mit dem Royal Flemish Philharmonic Orchester unter Phillipe Herreweghe sowie ein Projekt mit Sylvain Cambreling. Hierzu schrieb die spanische Tageszeitung El Pais begeistert:  ‘Hecker plays like an angel … the beauty of her sound is enhanced by an exquisitely elegant line and sweeping lyricism… her performance comprises musicality and pure talent.’

Kronberg freute sich, als Marie-Elisabeth sich Ende 2008 entschloss, das Studium des Kronberg Academy Masters aufzunehmen. Seitdem ist Ihre Beziehung zu unserer Stadt weiter vertieft worden und man darf gespannt sein auf ihre weiteren solistischen Ausflüge als Junge Solistin in Nah und Fern.

Marie-Elisabt Hecker spielt auf einem italienischem Luigi Bajoni Cello von 1864, einer privaten Leihgabe der Erbgemeinschaft Lösch.

Bisher erschienen:

CMCW – Wie alles begann

CMCW – Die Feuertaufe

CMCW – Ein Musikfilm asl Inspiration

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist Claudio Bohorquez

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist Tanja Becker-Bender

Michael Heinz

Chamber Music Connects the world – Was aus den Ex-Juniors geworden ist (2)

Dienstag, 4. Mai 2010

Tanja Becker-Bender,  Violine / Junior 2000 und 2002

Becker-Bender, Tanja_bw_Photo_by_Christian_Steiner_1

Tanja Becker-Bender gehörte mit zu den Ersten Juniors im Jahre 2000, sie war damals gerade 22 Jahre jung. Sie hat seitdem zielstrebig Ihren Weg gemacht. Doch im Gegensatz zu so manch einem anderen Jung-Solisten hat sich Tanja Becker-Bender nicht im Konzertbetrieb verzehrt. Ihr Name begegnet einem nicht häufig in diversen Festivalprogrammen. Als sie in dem Fragebogen einer Frauenzeitschrift vor einigen Jahren ihren Erfolgsfaktor nennen sollte, antwortete sie “Mut zum Anderssein”.

Welche musikalischen Ausbildungs-Phasen hat sie durchlaufen? Erster Violin-Unterricht mit sechs Jahren. Nach Unterrichtung durch Helmut Zehetmair (Mozarteum Salzburg) und Wolfgang Marschner (Freiburg) wurde Tanja Becker-Bender 14jährig Studentin von Wilhelm Melcher (Melos Quartett) an der Musikhochschule Stuttgart. Dann folgte ein Studienjahr bei David Takeno an der Guildhall School in London. Von 1997 bis 2000 setzte sie ihre Studien bei Günter Pichler (Alban Berg Quartett) an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien fort und legte dort ihr Abschlussexamen mit Auszeichnung ab. Von 2000 bis 2002 studierte Tanja Becker-Bender als Stipendiatin des DAAD und der ZEIT-Stiftung (Gerd-Bucerius-Förderstipendium) an der Juilliard School in New York bei Robert Mann, dem langjährigen Primarius des Juilliard String Quartet, Abschluss mit dem Master of Music. Als einzige Geigerin des Jahres wurde sie ausgewählt, ihr solistisches Studium im renommierten “Artist Diploma” Programm der Juilliard School fortzusetzen. Im Jahre 2004 schloss sie dort ihr Studium mit einem exzellenten Solistenexamen ab. Größte Anerkennung wurde ihr in den USA mit dem Gewinn des Houston Symphony League Awards ebenfalls im Jahr 2004 zuteil, der ihr eine Einladung zu einer Aufführung des 2. Violinkonzerts von Bela Bartók mit dem Houston Symphony Orchestra einbrachte.

Was CD-Einspielungen angeht, war sie in den letzten Jahren äußerst produktiv. Eine ihrer letzten Einspielungen drehte sich um die Capricen von Niccolo Paganini. „Tanja ist eine der ganz wenigen Frauen, die sich der Herausforderung gestellt haben, Niccolò Paganinis 24 Capricen für eine CD aufzunehmen. Sie legte damit Zeugnis ab über ihr virtuoses Können, noch viel mehr aber dokumentiert sie auf ihrer ersten CD bei Hyperion ihren ausgeprägten Sinn für Klang“, so der Deutschlandfunk im April 2009. Ihre kostbare  Guarneri del Gesú Violine aus dem Jahr 1728 wird ihr von der Deutschen Stiftung Musikleben zur Verfügung gestellt.  Mittlerweile fördert Tanja Becker-Bender selbst den musikalischen Nachwuchs: Die gefragte Kammermusikerin und Solistin lehrt seit zweieinhalb Jahren als Professorin für Violine in Nachfolge von Maxim Vengerov an der Musikhochschule Saar in Saarbrücken. Und natürlich muss man nicht betonen,  dass sie seit vielen Jahren mit bedeutenden Orchestern und Dirigenten zusammen gearbeitet hat. Wen wundert es da, dass man Ihre Rückkehr nach Kronberg so sehr erwartet.

Bereits erschienen:

CMCW – Wie alles begann

CMCW – Die Feuertaufe

CMCW – Ein Musikfilm als Inspiration

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist / Claudio Bohorquez

Michael Heinz

Interview – Alina Ibragimova

Mittwoch, 21. April 2010

Eine der drei Seniors bei „Mit Musik – Miteinander“ (MMM) vor 10 Tagen war Alina Ibragimova.

Die 1985 in Russland geborene Geigerin, stets gut gelaunt und mit strahlendem Lachen unterwegs, willigte spontan zu einem kurzen Interview am Sonntag, den 11. April 2010 im Kronberger Maler-Museum ein. Gelesen hatte ich viel über die junge Solistin, u.a .von ihren drei letzten CD-Produktionen für Hyperion Records ( 2008 und 2009) und ihren Auftritten in Salzburg, Verbier und Salle Pleyel Paris . Ihre Ausbildung an der Yehudi  Menuhin School unter Natasha Boyarskaya und ihre Auftritte im Bolschoi-Theater und in London sind nicht minder berichtenswert, insbesondere auch Ihr Auftreten gemeinsam mit Yehudi Menuhin kurz vor dessen Tod im Jahre 1998 ( sie war damals erst dreizehn alt). Und natürlich ihr zweimaliges Erscheinen als Junior bei „Chamber Music Connects the World“ ( CMCW), 2004 und 2008.

Seit Oktober 2008 studiert Alina nun an der Kronberg Academy und nimmt an den Kronberg Academy Further Master Studies teil. Alina lebt und arbeitet in Berlin und London.

Wen überrascht es:  Ich war mehr als beeindruckt von ihrer Vita. Nun wollte ich in diesem sonntäglichen Interview von ihr erfahren, wie sie unsere beiden Kammermusik-Reihen MMM und CMCW sieht, aber auch, welche Bedeutung diese für sie persönlich hätten und welche Rolle die Musik insgesamt in Ihrem Leben spielt ( das Interview wurde auf Englisch durchgeführt, nachfolgend eine Zusammenfassung auf deutsch mit einigen wörtlichen englischen Zitaten).

Michael Heinz: Welche Bedeutung hat ihre Teilnahme an Chamber Music Connects the World im Jahre 2004 und 2008 für Sie gehabt?

Alina Ibragimova: Das waren jeweils 11 großartige Tage, die ich einfach nicht missen möchte. Das war fällig in meiner damaligen persönlichen Entwicklung in jenen Jahren, die Teilnahme hat mich bereichert ( an einer Stelle des Interviews sagt sie. „I needed this“).

MH: Was war besonders hervorhebenswert als Erfahrung?
AI: Ganz besonders hervorhebenswert war es für mich , mit den Herausforderungen des Spielens als zweite Geigerin zu agieren , das war absolut neu. Und ich musste mich entsprechend umstellen. Das war keineswegs einfach – eben eine echte Herausforderung!

MH: Was ist aus ihrer persönlichen Sicht das das Besondere an der Kammermusik im Zusammenhang mit unserem Projekt „Mit Musik Miteinander“?

AI: Ich möchte den Juniors vermitteln, wie wichtig das Hören ist! Dabei geht es mir nicht um technischen Anweisungen und Hinweise – vielmehr möchte ich die jüngeren Musiker auf die Besonderheiten des Zusammenspiels einstimmen  – „How to listen“ – das ist so wichtig…..! Zitat: „Learning to becoming very flexible and knowing how to react to the other players while they lead, these are key capabilities and skills when performing chamber music.”

MH: Wer hat Sie als Lehrer stark geprägt?

AI: Peter Norris (Lehrer an der Yehudi Menuhin School in London) hatte sehr großen Einfluss auf meine Musikalität und mein Spiel. Ich war damals so 16-17 Jahre alt, er war wirklich sehr einflussreich für mich und besonders habe ich von ihm die Bedeutung des aufmerksamen Zuhörens mitbekommen. Und zwar ist das dann ganz besonders wichtig, wenn man mit anderen Musikern in Kammermusik-Ensembles zusammen spielt. Hier muss man einfach auf die anderen Stimmen aufpassen und sehr sehr flexibel sein. Und man spricht viel miteinander. Deswegen war ich auch für MMM und CMCW gewissermaßen dankbar – ich konnte so noch mehr hinzulernen  – von den ganz Großen. Eine sehr wertvolle Sache.

MH: Welche Platten habe Dich in Deiner Kindheit fasziniert, was hast Du sehr früh schon gehört?

AI: Ja, eine ganze Menge eigentlich – meine Eltern ( ihr Vater ist Kontrabassist bei den Londoner Symphonikern und ihre Mutter ist Violin-Lehrerin and der Menuhin School, wo sie später selbst anheuerte!) hatten sehr viele Platten und Tonbänder zuhause. Meine ersten Platten, die ich bewusst und mit Freude gehört habe, waren: Die Zauberflöte, die Matthäus-Passion, Yehudi Menuhins Violin-Konzerte von Beethoven und Schuberts Sonate a-Moll Arpeggione.

MH: Welche Rolle spielt die Musik in Deinem Leben..?

AI: Ich habe bereits im Alter von 4 meine erste Violine bekommen, von da an wurde das tägliche Spielen normal für mich – ich bin einfach dann damit groß geworden.

( Zitat: „Playing music, day in day out, it´s just a way of life – like eating, it´s very physical.
I have to do it, even when I am not performing on stage or are engaged musically otherwise.
I need to rehearse, at least 2-3 hours a day”).

MH: Wer sind einige Deiner musikalischen Vorbilder?

AI: Nun einige von diesen Musikern, die einen starken Einfluss auf mich hatten,

waren und sind Davd Oistrach, Jascha Heifetz und natürlich Yehudi Menuhin – wahrlich ganz große Virtuosen. Ja, die haben mich geprägt und inspiriert!

MH: Gibt es Unterschiede zwischen dem deutschen und dem britischen Publikum?

AI: Unterschiede zwischen dem britischen und deutschen Publikum gibt es einige: das deutsche Publikum ist offener, und  selbst in kleineren Orten gibt es immer gefüllte Häuser – in England ist dies im Grunde nur in der Hauptstadt London der Fall.

MH:
Lesen Sie Kritiken?
AI: Ja, ich lese die Kritiken. Allerdings nehme ich diese nicht so sehr ernst. Mit negativen Kritiken und Kommentaren komme ich gut klar. Ich weiß, dass zwei Journalisten in England beispielsweise sehr oft ein wenig negativ berichten, aber das tangiert mich nicht so sehr.

MH: Was bedeutet Dir Kronberg?

AI: Nun, Kronberg ist ein sehr wichtiger Ort für mich geworden. Ich habe zweimal an CMCW teilgenommen, jetzt bin ich bei MMM mit dabei und schließlich studiere ich nun an der Kronberg Academy. Das alles macht es zusammen mit meinen bisherigen Erfahrungen zu einem wirklich wichtigen Ort in meinem Leben.

MH: Was hast Du für Träume und Wünsche? (hier kann man Alina von ihrer sehr unprätentiösen Art erleben)

AI: “I have no special wishes or dreams. I just want to keep on playing music, being together with other nice people and my friends, and, just keep on learning!

MH: Vielen Dank,  Alina für dieses Interview zwischen den Proben.

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Ein Musikfilm als Inspiration

Dienstag, 20. April 2010

Die erste Chamber Music Connects The World  Reihe - April 2000 Das Titelbild der ersten Broschüre zu „Chamber Music Connects the World“ publiziert im April 2000, stellt eine probende Gruppe junger Musiker dar, die es in der Welt der Kammermusik weit gebracht haben. Zu sehen sind: Jacqueline du Pre, Daniel Barenboim und Pinchas Zukerman im Jahre 1969 bei gemeinsamen Probenarbeiten. Die Szene entstammt dem legendären Musikfilm „ The trout“, gedreht vom Briten Christopher Nupen, und zeigt mit großem Feingefühl den Prozess des Probens und  Einstudierens zu einem berühmten Kammermusikwerk von Schubert, dem sog. Forellen-Quintett.

Viele Musiker und Musikliebhaber sind dem Zauber dieses mitreißenden Dokumentar-Films erlegen, bis heute. Und schwärmen von der großen Emotionalität des Films. Auch Oda von Laue war mehr als angetan von dem Film, kein Wunder also, dass er gleichsam zu einer Motivationsquelle für die vor ihr liegende Arbeit wurde. Man entschloss sich seinerzeit im Team das besagte Szenen-Foto als Titelbild für die Broschüre auszuwählen.

Mit diesem Brückenschlag zum Film stellte man eine symbolträchtige Verbindung her zu einem in die Musik-Geschichte eingegangenen und berühmt gewordenen Zusammentreffen junger, aufstrebender Musiker. Das Abenteuer von „Chamber Music“ konnte nun auch in Kronberg beginnen im Rahmen eines eigenen, neuartigen Projektes.

Im nächsten Blog-Beitrag berichten wir über einige ehemalige Chamber Music – Teilnehmer und welchen Weg sie seitdem beschritten haben.

Michael Heinz

Bisher erschienen:

CMCW – Wie alles begann
CMCW – Die Feuertaufe

Mit Musik Miteinander – Klangräume im Malermuseum

Dienstag, 13. April 2010

Die kleine Schwester-Veranstaltung von Chamber Music Connects the World nämlich “Mit Musik – Miteinander” ging am Sonntag Nachmittag hier in Kronberg zu Ende. Es war die 16. Auflage dieser Veranstaltung.

Die Eingangspforte zu MMM

Während draußen Windböen und dunkle Wolken das Wetter auf einen neuen Nullpunkt trieben und der April sich von seiner klassischen Seite zeigte, war an drei Tagen das Kronberger Malermuseum Schauplatz geselligen, inspirierten Musizierens. Es war  intim und hautnah. Die jungen Musiker mussten Ihre musikalische Potenz demonstrieren und in zuvor ungeprobten Konstellationen mit neuen Mitspielern Musikwerke erarbeiten – und dabei so manche Herausforderung spieltechnisch und interpretatorisch bestehen. Für letzteres sorgten die schon sehr erfahrenen, aber noch jungen und sympathischen Seniors Alina Ibragimova, Itamar Ringel und der lebhafte Nicolas Altstaedt.

Acht junge Musiker ( alle unter 20 Jahre), ausgewählt aus über dreißig Bewerbungen, waren nach Kronberg gekommen, um mit den drei zuvor genanten Seniors zusammen Kammermusik zu proben und eine intensive Atmosphäre des Lernens zu ermöglichen. Diverse Werke wurden einstudiert und erarbeitet. Alle drei Seniors (bereits alle Junior-Teilnehmer bei Chamber Music Connects the World in 2004- 2008) waren nun in der Rolle von Lehrern und erfüllten diese Aufgabe spürbar mit viel Engagement und Begeisterung. Start war am Freitag Nachmittag – und alle 8 Teilnehmer stiegen sofort in das Geschehen ein. Im Nebenraum war unser Akustiker Herr Lachmann dabei, die audiotechnischen Voraussetzungen für eine Audio-Aufnahme zu schaffen. Alle Teilnehmer werden ein Zertifikat und eine CD mit der Aufnahme der Schlussveranstaltung im Laufe der nächsten Wochen erhalten.

Der musikalische Ausklang am Sonntag Nachmittag krönte auf gelungene Weise die Stunden der Probenarbeit. Nicolas Altstaedt hatte zuvor eine kleine Einleitung gegeben, bevor es mit den insgesamt acht Stücken von Haydn, Mozart, Schumann, Schubert und Beethoven losging. Nicolas betonte die wichtige Rolle der Seniors bei der Weitergabe des Wissens an die jüngeren Musiker. Der hätten sich die drei Seniors gerne gestellt und selbst reichlich neue Erfahrungen sammeln können.

Den Zuhörern hatte der musikalischen Schlussbeitrag offenbar sehr gefallen - lang anhaltender, wohlwollender Beifall bezeugte dies nachdrücklich.

Dank der Crespo Foundation, die beide Projekte langfristig unterstützt, repräsentiert MMM einen weiteren Baustein in der Förderung sehr junger Musiker. Neue Freundschaften, musikalische Dialoge und ein inspiriertes “aufeinander eingehen” waren Kennzeichen dieses Wochenendes in Kronberg. Mehr als zufriedene Gesichter beim Auseinandergehen.

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – die Feuertaufe

Montag, 12. April 2010

P1290523 Die Grundidee lautete: berühmte, großartige Solisten, genannt Seniors, zusammen zu bringen mit jungen, aufstrebenden Künstlern und sie über 11 lange Tage gemeinsam in Kronberg arbeiten zu lassen. Diese Idee nahm Ende der Neunziger Jahre Gestalt an. Eine außergewöhnliche Konstellation in der Art und Weise wie junge und etablierte Künstler gemeinsam kammermusikalische Werke einstudieren würden. Raimund Trenkler wollte  so die Förderung junger begabter Musiker, und nicht nur junger Cellisten, auf eine breitere Basis stellen.

Ein Vergleich zu den seit 1951 durchgeführten 6-wöchigen Konzert-Workshops der Marlboro Music School drängt sich auf.  Diese von Rudolf Serkin 1951 ins Leben gerufene Kammermusik-Schule war durchaus eine gewisse Inspirationsquelle für Raimund Trenklers neues Vorhaben. Dennoch, die Fokussierung auf 11 Tage intensiven Musizierens ohne Unterbrechung so wie jetzt bei Chamber Music Connects the World in Kronberg praktiziert, das war etwas gänzlich Neues. So gesehen, meint Raimund Trenkler auch heute noch, war das Zusammenbringen der weltberühmten Musiker mit den auserwählten jungen Künstlern tatsächlich ein echter Glücksfall. Aber eben auch totales Neuland!

Erwartungen und die Ansprüche an das zu Leistende waren hoch. Ein Projekt-Team wurde aufgesetzt, Oda Cramer von Laue, die im Jahre zuvor ihre Arbeit in Kronberg aufgenommen hatte, übernahm die Projektleitung. Selbst Musikerin, war sie von Anfang an Feuer und Flamme für das Vorhaben. Man bedenke, dass es äußerst schwierig sein würde, international so renommierte Musiker für einen solch langen Zeitraum an einen Ort zu binden. Mit den bestehenden damaligen Verbindungen der Academy gelang es aber, fünf überaus renommierte Künstler für diese Zeitspanne tatsächlich nach Kronberg zu holen und ihr Mitmachen zu garantieren.

Anfang 2000, wenige Wochen vor dem Projekt, stand die erste Bewährungsprobe an, das Probespiel für Chamber Music Connects the World nämlich. Und das war und ist seitdem für die jungen Bewerber eine Herausforderung der ganz besonderen Art und mit seinem ganz eigenen Schrecken: Damit Gidon Kremer seine jungen Ensemble-Partner als Kammermusiker kennen lernen kann, müssen sie – die es gewöhnt sind, als Solisten zu überzeugen – in Kronberg als „Einwechselspieler“ in einem Streichquartett beweisen, wie flexibel sie im „aus dem Stehgreif“ Zusammenspiel mit anderen Musikern sind. Wie oft haben wir hinterher zu hören bekommen, dass dies die schlimmste Vorspiel-Situation war, die manch einem widerfahren ist!

Welche organisatorischen Widrigkeiten gab es bei der ersten Audition? Oda Cramer von Laue erinnert sich: „Die Stadthalle musste hergerichtet werden, buchstäblich in letzter Minute, denn die ganze Halle war von den Faschingsfeierlichkeiten des Vorabends gezeichnet – der Geruch von Essen und Trinken lag in der Luft, Stühle und Tische bevölkerten die Halle und sorgten für ein großes optisches Chaos. Wir hatten am Morgen etwas eine halbe Stunde Zeit, das Notwendigste zu beseitigen oder zu kaschieren…“. Die hektischen Aufräumarbeiten wurden belohnt: die Auditions konnten in ordentlichen Räumlichkeiten abgehalten werden. Am Ende des Tages standen 22 junge Künstler als Teilnehmer des ersten Chamber Music- Workshop Projektes fest. Fortsetzung folgt im nächsten Blog  mit dem Titel : der Start. Plus, als kleine Ergänzung,  ein Seitenblick auf den einflußreichen Musikfilm ” The Trout” vom britischen Filmer Christopher Nupen.

Michael Heinz

Bisher erschienen:

CMCW – Wie alles begann

Chamber Music Connects the World / Wie alles begann

Donnerstag, 1. April 2010

Dies ist der Auftakt und eine kleine Einstimmung zu unserer neuen 10-teiligen Blog-Serie über die Anfänge des Kammermusik-Projekts „Chamber Music Connects the World“ und Portraits einiger Ex-Juniors.

Vor nunmehr fast genau 10 Jahren begann für die Kronberg Academy die Reise in die Welt der Kammermusik, und gleichzeitig die Etablierung eines weiteren Bausteins in der Förderung und Ausbildung junger, hochbegabter Musiker und Solisten.

In insgesamt drei Blogbeiträgen wollen wir die Geschichte von CMCW nacherzählen, von den gedanklichen Wurzeln bis zur Realisierung im Jahre 2000. Und vorweg ein kurzer Rückblick auf ein Kammermusik-Projekt in Amerika, wo das Experiment „Marlboro Music School“ in den frühen Fünfziger Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Welche Hürden und Hindernisse beim ersten Zusammentreffen in Kronberg im Jahre 2000 zu überwinden waren, davon soll auch hier später berichtet werden. Und über manche Eigentümlichkeit.

Dies alles wird erzählerisch und mit kleinen Anekdoten und persönlichen Erinnerungen garniert. Eingesammelt und eingefangen bei all jenen, die mit Herzblut von Anfang mit dabei waren.

Was uns aber alle bis heute fasziniert ist dies:

die ersten Seniors bei Chamber Music sind über ihre eigenen Lehrer und deren Wegbegleiter mit  einer Generation verbunden, die viele herausragende Künstler der jüngeren Musikgeschichte hervorgebracht hat – dies wird stets lebendig, wenn man die Lebensläufe der beteiligten Musiker sich vor Augen führt und dann realisiert, dass auch diese Seniors auf den Schultern jener Generation stehen und von deren Kreativität und Meisterschaft nachhaltig inspiriert wurden. Ausnahmekünstler wie Pablo Casals, Emanuel Feuermann, Rudolf Serkin, David Oistrach und Jascha Heifetz, Yehudi Menuhin und natürlich nicht zu vergessen Mstislav Rostropovich haben ihre Meisterschaft und Disziplin an unsere Seniors weitergegeben – sich dieser Verbindungen bewusst zu sein und zugleich als Ansporn und Maßstab weiterzugeben, das ist nach wie vor das Ziel . Die jungen Musiker von heute reihen sich ein in diesen Strom. So betrachtet, ergibt sich ein bedeutungsvoller Brückenschlag zwischen den Generationen bis in die heutige Zeit.

Schließlich erhellen wir an sechs Musiker-Beispielen in den dann folgenden Blogbeiträgen zur Geschichte von Chamber Music Connects the World wie sich der eine oder andere Ex-Junior seit der Teilnahme künstlerisch weiter entwickelt hat. Denn “Chamber Music” istbekanntlich ein weiterer Pfeiler in der individuellen Förderung und Entwicklung einer aufstrebenden jungen Solisten-Generation der Extra-Klasse.

Nächster Blog:   Feuerprobe für ein einzigartiges Konzept

Michael Heinz

Verein der Freunde und Förderer / Martin Helmchen exklusiv in der Johanniskirche

Dienstag, 30. März 2010

KA Konzert M. Helmchen 03.2010 AM L1021557 Am Samstag Abend, den 27. März gab es ein besonderes musikalisches Ereignis mit dem Berliner Pianisten Martin Helmchen. Aufführungsort war die Johanniskirche in Kronberg.

“Vingt Régards sur l’Enfant-Jésus” von Olivier Messiaen (auf deutsch etwa: 20 Blicke auf das Jesuskind), ein monumentales religiös inspiriertes  Klavierwerk, das als Höhepunkt seines Klavierschaffens gilt, wurde aufgeführt. Ein Werk, das immerhin 2 Stunden die Konzentration der Zuhörer im Bann hält. Religion und Glaube spielten in der kompositorischen Arbeit dieses großen 1992 verstorbenen französischen Komponisten schon immer eine große Rolle.

Was ist zu Martin Helmchen noch zu sagen? Der junge Berliner ist längst kein Unbekannter mehr. “Hier ist eine früh gereifte Musikerpersönlichkeit am Werk, die Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit auf glückliche Weise verbindet”, lobte unlängst die Neue Zürcher Zeitung Martin Helmchen. Mit seinem virtuosen und gleichzeitig unprätentiösen Stil hat sich der 1982 in Berlin geborene Pianist in den letzten Jahren in der internationalen Musikszene einen Namen gemacht. Kammermusik liegt ihm besonders am Herzen – eine Leidenschaft, für die der großartige Boris Pergamenschikow wesentliche Impulse gab. Mit ihm musizierte er 2002 beim viel beachteten Projekt der Kronberg Academy Chamber Music Connects the World. Zu seinen Kammermusikpartnern gehören Gidon Kremer, Christian Tetzlaff, Heinrich Schiff und Julia Fischer, um nur einige Beispiele zu nennen. In Kronberg war Martin Helmchen schon häufiger  zu Gast: 2003 im Rahmen der Kronberger Kammerkonzerte, 2005 beim Cello Festival, wo er mit Danjulo Ishizaka musizierte und zuletzt im April 2009 beim Gedenktag für Mstislav Rostropovich.

Besonders angetan vom Konzert war auch der Fotograf Andreas Malkmus, der neben seiner fotografischen Arbeit an diesem Abend auch noch Zeit fand, die dargebotene Klangwelt Martin Helmchens mit großem Gewinn aufzunehmen. „ Ich war gefesselt von der lebens- und geistvollen Komposition, von Martins Ausdruckskraft und unpathetischem Ernst, von der sinnlichen Wucht des brillanten Flügels in der Kirchenakustik“. In der Tat, eine sehr persönliche Einschätzung.

Die Johanniskirche wurde so zur Bühne für einen sehr anspruchsvollen musikalischen Leckerbissen. Die einführenden Worte wurden von der Frankfurterin Susanne von Tobien gesprochen. Die zahlreich erschienenen Besucher aus der großen Schar der Freunde und Förderer verließen die Johanniskirche erfüllt und angereichert mit den noch nachhallenden Klängen aus der Welt des Glaubens. Wer Lust hat, die fotografischen Eindrücke dieses Abends noch einmal Revue passieren zu lassen, der sei auf unsere Academy Seite bei Flickr verwiesen:  http://www.flickr.com/photos/kronbergacademy/sets/72157623608842765/

Michael Heinz


Meisterkurs: Ana Chumachenco und Ihre trefflichen Meisterschüler

Freitag, 19. März 2010


Kronberg, im März 2010:

An einem der ersten Tage ohne Schnee in Kronberg waren sie alle versammelt: 7 Junge Solisten waren zusammengekommen, um Ana Chumachencos Meisterkurs beizuwohnen. Endlich hatte ich mal Gelegenheit, so viele junge Musiker unseres Studienganges „Kronberg Academy Masters/ Further Master Studies“ geballt an einem Platz zu erleben. Keine Übertreibung: das war ein angenehmes, familiäres Zusammentreffen von Alt und Jung, und was mir so mancher Junge  Solist nachher erzählte:  man kennt sich größtenteils untereinander. Aber der Reihe nach….

Wer war dabei….?

Peijun Xu, Benedict Klöckner, Yumiko Urabe, Alicja Smietana, Alina Ibragimova, Eri Sugita, Sasha Sitkovetsky, Soojin Han, Vilde Frang, der Berliner Gabriel Schwabe und schließlich David Gueran.

Während der Vormittag alleine dem Einzelunterricht gewidmet war, war nach dem gemeinsamen Mittagessen zunächst Kammermusik „vom Blatt“ angesagt und es durften nun auch einige Zuhörer des Academy Teams mit dabei sein. Absolut spannend dachte ich und ließ mich auf knappe 3 Stunden intensiven Musik-Hörens ein.

Direkt neben dem aufmerksamen Stephen Potts sitzend, dem Leiter des Academy-Master Studienganges,  versuchte ich , sowohl den Klängen der Musik zu folgen, als auch ein Gefühl für die Anstrengungen und Konzentration der jungen Musiker mit aufzunehmen. Den Auftakt machte das lebhafte und zugleich rasante Oktett von Felix Mendelssohn-Bartholdy – ein absolut begeisterndes Stück! Im Halbkreis sitzend, Frau Chumachenco als 4. Geige im Zentrum, musizierten alle mit viel Schwung und Klasse. Sasha Sitkovetsky, der mir zuvor stolz von seinen frühen Begegnungen mit Yehudi Menuhin berichtet hatte, hatte als erster Geiger die Führungsrolle inne – glänzend – so meine subjektive Empfindung.

Dann, nach einer kurzen Pause, stand Alina Ibragimova allein im Zentrum der Aufmerksamkeit: Sie intonierte die Sonate Nr. 2 Op. 94 von Prokofiev mit großer Inbrunst. Die begeisterten Kommentare Ana Chumachencos und der anderen Meisterkurs-Teilnehmer über ihr Spiel ließ die junge Russin, die in Großbritannien lebt, mit sichtlicher Freude und gut gelaunt über sich ergehen. Einer Katze gleich, lautlos und gewandt aus der Bodenperspektive fotografierend, war auch unser Fotograf Andreas Malkmus mit von der Partie, um diese Momente gewissermaßen für das Familien-Album  festzuhalten. Den Schlussakkord seiner Arbeit bildete ein wirklich schönes, familiäres  Gruppenfoto der jungen Musiker mit Frau Chumachenco –

dieses und weitere „atmosphärische“ Momentaufnahmen eines besonderen Meisterkurs-Tages  in der Kronberger Streitkirche können nun alle Fans und Freunde auf unserer Kronberg Academy Flickr- Seite bestaunen.

Michael Heinz

KA Jahrbuch 2009 – ein Kaleidoskop musikalischer Höhepunkte

Donnerstag, 11. März 2010

Druckfrisch und zum Ausliefern bereit: Das Jahrbuch 2009 der Kronberg Academy – 666 Gramm schwer, Wissen und Fakten auf 164 Seiten, und daneben lebendige fotografische Exkursionen in die Welt der Musik plus eine eingelegte DVD mit einem Porträt über die Academy. Gedruckt in einer Auflage von 2000 Exemplaren.

Die schöne Aufmachung mit dem typischen Academy-Rot auf der Titelseite und den Kapital-Einleitungen verlocken jeden Musik-Begeisterten zum Vertiefen und Schmökern. Somit ist das Jahrbuch das vielleicht wichtigste Druckerzeugnis der Kronberg Academy, denn es zeigt rückblickend, wo und in welchem Zusammenhang musikalische Ereignisse zu bestaunen und zu erleben waren. Und welcher Kopf steckt hinter der Erstellung dieses feinen Werkes? Es ist unser Team-Mitglied Oda Cramer von Laue, verantwortlich für Kommunikation und alle Druckerzeugnisse, die diesen wichtigen Job seit Jahren verantwortlich ausführt. Mehrere Monate beschäftigt sie sich intensiv mit den Recherchen, dem Schreiben und der Koordination mit Grafikern, Fotografen und Druckern. Viel Schweiß und Perlen also.

Hier im Kurzdurchgang die wichtigsten Abschnitte:

Im Editorial fasst Raimund Trenkler, der künstlerische Leiter, die Höhepunkte des Jahres zusammen. In weiteren Verlauf erfährt der geneigte Leser einiges über die Förderer, Stifter und Freunde der Academy. Im Anschluss daran gibt es einen fotografischen Rückblick auf das Jahr 2009 gefolgt von Artikeln zum Themenkomplex: Kulturförderung in der Krise. Originell besonders der von Klaus-Albert Bauer geschriebene Beitrag „Vom Bruttosozialglück in Kronberg„ Weitere Themenfelder sind Berichte aus dem Lehr- und Ausbildungsgeschehen, zu den Kronberg Academy Masters Studiengängen und sehr anschauliche Berichte und beeindruckende Fotos von den erstmals durchgeführten Geigen Meisterkursen. Es folgen Berichte über das spektakuläre Cello Festival 2009, in dem die Grenzen musikalischer Genres überschritten wurden ( man denke z.B. an die Auftritte von Jacques Morelenbaum, Lars Danielsson, Giovanni Sollima, Roby Lakatos und Ernst Reijseger). Dazu insgesamt sechs Ur-und Erstaufführungen. Ein Meilenstein in der Geschichte des Cello Festivals. Ferner ein Bericht vom Gedenktag an Slava, dem großen russischen  Cellisten Mstislav Rostropovich im April vergangenen Jahres, der auch in diesem Jahr feierlich begangen wird. Das Jahrbuch endet mit Abschnitten zu weiteren Projekten und Ereignissen und schliesst mit dem Abschnitt „ Das Jahr in Fakten“.

Alles in Allem: eine rundum geglückte Dokumentation der vielfältigen musikalischen Ereignisse und Begegnungen in Kronberg. Jeder, der im letzten Jahr bei einem der Konzerte dabei war, kann manches nochmal vor dem geistigen Auge Revue passieren lassen. Aber auch jene, die sich verstärkt mit der Arbeit der Academy als Sponsoren oder Förderer künftig befassen wollen, bekommen tiefe Einblicke und werden mannigfaltig inspiriert.

Michael Heinz

Balance und innere Ruhe ¦ Interview mit Peijun Xu

Montag, 8. Februar 2010

Workshop mit Gidon Kremer Peijun Xu hat vor wenigen Tagen beim sechsten Yuri Bashmet Viola-Wettbewerb (24. Jan. bis 1. Feb. 2010) den ersten Preis sowie zwei Sonderpreise gewonnen. Hier berichtet sie, wie sie es mit Motivation und Einstellung hält und wie sie Moskau erlebt hat.

Peijun, wie warst Du motiviert und wie hast Du den Wettbewerb erlebt?

Ich war mehr als nervös bei den ersten drei Runden, als die Ergebnisse angekündigt wurden. Zum Finale hin habe ich mich, so glaube ich, eigentlich ziemlich ruhig gefühlt.

Überhaupt bin ich sehr dankbar, dass ich das ganze Programm spielen konnte. Es macht mich noch glücklicher, wenn ich weiß, dass meine Musik den Zuhörern gefallen hat. Außerdem weiß man natürlich nie, was so alles passieren wird bei einem Wettbewerb. Aber hier hatte ich doch vorher schon ein bisschen das Gefühl, wie es laufen sollte. Ich habe meine Bestes gegeben und versucht, immer Musik zu spielen und das Ganze nicht nur ausschließlich als reinen Wettbewerb zu sehen und nur zu denken, ich muss gewinnen.

In den Konzerten und Auftritten habe ich versucht, meine Liebe für die gespielte Musik mit dem Publikum zu teilen.

Welche gewissermaßen mentale Unterstützung hattest Du?

Herr Trenkler hat mich zwischen den Runden sehr unterstützt. Er hat mir dabei gar nicht viel gesagt, sondern immer nur wieder für Motivation gesorgt.

Er hat zu mir gesagt, dass ich einfach bei meiner Musik bleiben soll, die ganzen Umstände drumherum vergessen soll und vielmehr die Chance, mit Orchester zu spielen, einfach nutzen und ausschöpfen soll.

Was war deine ursprüngliche Erwartung, deine Motivation als du nach Moskau gereist bist?

Ich bin kein Mensch, der um zu gewinnen zu einem Wettbewerb fährt. Natürlich, beim Wettbewerb möchte jeder gewinnen, aber ich kann das nicht als mein allerwichtigstes Ziel ansehen – ich würde sonst meinen Spaß bei der Musik verlieren. Ich schaue, ob und wie ich mich durch einen Wettbewerb besser entwickeln kann.

Ich war vor zwei Monaten noch nicht so sicher, ob ich nach Moskau fahren sollte, weil ich zu viel zu tun hatte und im Grunde kaum Zeit hatte, um mir das geforderte Repertoire der vier Runden zu erarbeiten. Aber Nobuko Imai und mein Freund unterstützten mich in dem Vorhaben.

Ich denke selber auch, wenn man ein Ziel hat, kann man besser lernen und eine Herausforderung möchte ich schon immer übernehmen und angehen. Ich mache gewissermaßen einen Wettbewerb mit mir selber.

Was ist das Wichtigste in Bezug auf die innere Einstellung während des Wettbewerbs?

Für mich ist wichtig, Ruhe und innere Balance zu finden – das ist nicht einfach – man muss Unruhe und Nervosität vermeiden.

Ich sehe im Vordergrund die Freude und Fähigkeit, mit anderen Musikern zu kommunizieren – das ist das Wichtigste. Kommunizieren mithilfe der Musik, als ein Spieler, der mit all den anderen Musikern im Dialog steht. Und man muss wirklich Spaß und Freude bei all dem haben.

Wie war das Feedback vor Ort in Moskau, kurz nach dem Gewinn?

Nach dem Preisträgerkonzert gab es  eine kleine „Party“, dort konnte ich ein bisschen mit Yuri Bashmet reden. Er hat mir gesagt, dass ich begabt und sehr musikalisch bin, und ich soll so weiter machen. Und es war sehr schön mit dem Dirigenten, Herrn Sladkovsky, zusammenzuarbeiten. Manche Orchestermusiker wollten sogar Fotos von mir machen. Ich glaube, die haben auch alle Spaß gehabt, als sie mit mir zusammen musizierten.

Und dann habe ich unter den Teilnehmern auch viele neue Freunde kennengelernt. Ja, und die Leute dort von der Organisation und auch die Jury-Leute waren überhaupt sehr, sehr nett!

Wie hast Du Moskau erlebt?

Die Atmosphäre in Russland ist ein bisschen ähnlich wie in China für mich. Natürlich ist es auch wiederum ganz anders, aber ich meine, es ist den Chinesen näher als z.B. Europa. Ansonsten: das Tschaikowsky Konservatorium hat sehr schöne alte Räume und Säle. Man hat mehr Gefühl für die Musik, das war so beim Schnittke Konzert.

Was ändert sich für dich durch den Preis?

Für mein Studium ändert sich nichts. Ich hoffe, der Preis wird mir mehr Möglichkeiten bieten, mehr Konzerte zu geben. Mein Ziel bleibt, einfach immer besser zu werden und dass ich mit mehr guten Musikern zusammen arbeiten kann und vielleicht auch irgendwann eine CD machen kann.

Die Fragen stellte Michael Heinz

Junge Solisten ¦ 5 Minuten mit Benedict Kloeckner

Freitag, 18. Dezember 2009

Der Cellist Benedict Kloeckner wurde im Oktober dieses Jahres in unseren Studiengang “Kronberg Academy Masters” aufgenommen. Wie es dazu kam und welche Erwartungen er an den Studiengang hat, hat er mir in einem kurzen Interview erzählt.

Benedict Kloeckner1. Wie ist es dazu gekommen, dass Sie als Junger Solist in den Studiengang aufgenommen wurden?
Seit 2004 habe ich regelmäßig an den Meisterkursen und am Festival der Kronberg Academy teilgenommen und wurde von so renommierten Lehrern wie David Geringas, Ralph Kirschbaum, Michael Sanderling, Frans Helmerson, Julius Berger  und Bernhard Greenhouse unterrichtet. Es war für mich eine großartige Möglichkeit in sehr kurzer Zeit eine Fülle von Inspiration und künstlerischen Erlebnissen zu bekommen. Es wurde mir manchmal erst im Nachhinein bewusst, wie sehr mich mancher Lehrer und manches Konzert inspiriert und mein persönliches Spiel weitergebracht haben.

2. Welche Erwartungen haben Sie an den Studiengang?

Ich hoffe, dass sich meine künstlerische Entwicklung dank der sehr individuellen, maßgeschneiderten Förderung und Betreuung durch die Kronberg Academy, sowie den Unterricht bei Prof.Frans Helmerson weiter positiv entfalten wird. Ich verspreche mir inspirierende Begegnungen mit Musikerpersönlichkeiten, die mir wichtige Impulse für mein Spiel geben können.

3. Sie hatten einen Workshop bei Gidon Kremer. Wie müssen sich unsere Leserinnen und Leser so einen Workshop vorstellen?
Es war ganz sicher kein normaler Workshop, sondern eher ein Interpretationskurs im besten Sinne, oder wie Gidon Kremer sich ausdrückte ein Dialog. Alle Teilnehmer wurden ermutigt ihre Meinung frei zu äußern, da Herr Kremer immer wieder auch betonte, dass er durchaus auch irren könne, dass sein Urteil eben auch seine persönliche Meinung sei, die allerdings stets den Nagel auf den Kopf traf. Er beurteilte nicht nur das rein Handwerkliche des Musikstückes, sondern besonders die musikalische Aussage des Interpreten. Wirklich erstaunlich war dabei seine faszinierende Beobachtungsgabe mit der er sehr präzise die Stärken und Schwächen des jeweiligen Spielers erkannte und diese sehr offen zur Diskussion stellte.

Stets mahnte er, dass die Bravour des Handwerks mit der intellektuellen und emotionalen Notwendigkeit der Komposition zu verbinden sei. Er vermittelte uns die Notwendigkeit eines geistig und emotional gleichermaßen überzeugenden Spiels, in dem nicht nur schöne Passagen aneinander gereiht werden, sondern eine packende Geschichte erzählt wird. Er ermutigte uns in jeder Komposition nach neuen Klangfarben und Horizonten zu suchen, und sich dabei durchaus von angrenzenden Künsten wie Malerei und Literatur inspirieren zu lassen.

Sehr interessant waren auch die Geschichten eines an außergewöhnlichen Erlebnissen reichen Künstlerlebens, die Gidon Kremer abends beim gemeinsamen Essen im kleinen Kreis erzählte.

Die Stimmung des Kurses war sehr anregend, jeder Spieler gab sein Bestes und konnte sich einer äußerst aufmerksamen Zuhörerschaft sicher sein, die anschließend in einer lebhaften Diskussion die Interpretation diskutierte.

Es war für mich ein äußerst erhebendes und inspirierendes Erlebnis mit solch einem großen Künstler so intensiv arbeiten zu dürfen.

Vielen Dank für das Interview und den interessanten Einblick in einen Workshop mit Gidon Kremer.

von Ulrike Schmid