Archiv für die Kategorie „Juniors“

“Mit Musik – Miteinander” / Interview with Yura Lee

Donnerstag, 19. Mai 2011

Coming weekend Yura Lee along with Lily Francis and Claudio Bohorquez will assume the role of lecturers in our chamber music project „ Mit Musik – Miteinander“. This project, which runs for many years now (happening twice a year) is designed to bring young soloists together with talented musicians  aged 13- 20 years. It is both a performing and a learning exercise, and the final concert on Sunday, May 22 will present to the public the results of two days of hard and inspiring work.

During the course of nearly three days all participants will join in different groupings in order to rehearse and perform a couple of classic chamber music works. Beginning on Friday afternoon in Kronbergs “Streitkirche” our team expects some 10 young musicians from Germany and Austria. Some of the young musicians have already participated in last year´s project, October 2010.

We wanted to ask one of the young lecturers, how she is about to prepare for this event and what is her attitude towards teaching and learning. So we asked Yura Lee, the 25-year old Korean, now living in the United States.

Yura participated in Kronberg Academy’s Chamber Music Connects the World in 2004 and joined Kronberg Academy Further Masters in September 2010, studying violin with Professor Ana Chumachenco and viola with Professor Nabuko Imai. Looking back at her early musical development one clearly sees a tremendous development. Her violin studies began at age 4 with Namyoon Kim in Seoul,Korea. Her talent was quickly recognized, when, at age 5, she won a top prize at the prestigious Hankook Ilbo Competition in Seoul. Two years later she made her debut with Korea’s leading orchestra, the KBS Symphony.

From 1994 to 2001, Yura studied at the Juilliard School of Music, under the late Dorothy DeLay and Hyo Kang. During the summers of1995-2000 she was a full scholarship student at the Aspen Music School. In 2001-2002 and 2007, she participated at the Steans Institute for Young Artists at Ravinia and from 2001-2005, studied with Miriam Fried and Paul Biss at Indiana University, and the New England Conservatory of Music in Boston. In 1997, she received the Debut Artist of the Year prize at the “Performance Today” awards given by National Public Radio. In 2007, she received, among other prizes, the prestigious Avery Fischer Career Grant.

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Here are our five questions that we asked Yura to provide some answers

Q: How do you prepare for the upcoming project MMM?

Not only will I be teaching but will be playing with the students, so the preparations include: learning the score of the piece visually (learning about the parts of other instruments), and practicing my own part of course. Also it always helps to know about the composers themselves, in my case for this MMM will be Mozart and Beethoven. It’s interesting to think about what they intended, in their historical context.

Q: How do you feel when performing as a teacher. What have been your experiences so far?

I have taught before (very young kids), but not at a conservatory or music school since I’m still 25 years old, and I feel that there are many things I need to learn. It is however, my first time actually performing with the students. I’m looking forward to it!

Q: What is essential for you when you think of teaching and learning ( from a teacher and a learner´s standpoint), what can a teacher learn while teaching?

For me, teaching (from teacher’s perspective) and learning (from student’s perspective) is all about opening up possibilities. A teacher can learn so much from students because everyone is different, everyone is unique. What may work for me, may not work for everyone. It’s exciting to think of new solutions, different ways of playing. Also, there are infinite amounts of things to learn – one should never stop exploring and learning, no matter how old you are or how long you’ve been playing music.

Q: Can you imagine becoming more active in the world of teaching?

I will spend part of this summer teaching at a festival in the United States. I never want to stop performing, but it would be great to have performing life with teaching life as well, in the future.

Q: What is your expectation and perhaps hope after those 3 days in Kronberg will have ended Sunday afternoon?

I hope the students will enjoy the process (practicing/learning) as much as result (our concert at the end). Chamber music is such a great thing, and it’s great to be exposed to it at a young age. I’m happy that we will experience it together.

Michael Heinz

Interview mit Nils Mönkemeyer – Mit Musik-Miteinander

Dienstag, 19. Oktober 2010

Michael Heinz: Am kommenden Freitag den 22. Oktober werden Sie die Möglichkeit haben, im Rahmen unseres Projekts “Mit Musik – Miteinander”  gewissermaßen vom Solisten  zum Lehrer zu werden – gemeinsam mit Ihren Mitstreitern Kaori Yamagami und Mikhail Ovrutsky. Was verbinden Sie mit dieser Vorstellung?

Nils Mönkemeyer: “Studierende” bleiben wir als Musiker ja unser ganzes Leben lang. Für mich geht es bei dem Projekt nicht in erster Linie darum, mich als Lehrer zu betätigen, sondern vielmehr im lebendigen Zusammenspiel voneinander zu lernen. Kammermusik ist eine Gattung, die am besten ohne eine menschlich gedachte Hierarchie funktioniert, man muss in der Lage sein, im richtigen Moment die anderen Spieler zu unterstützen und dann wieder einen entscheidenden Impuls setzen, Freude an kleinen Einwürfen zu haben und gemeinsam ein großes Ganzes zu schaffen.

MH: Als ehemaliger Junior bei „Chamber Music Connects the World“ 2008 konnten Sie mit namhaften Kammermusikern und Solisten gemeinsam Kammermusikwerke erarbeiten – wie prägend war diese Erfahrung für Sie, was hat dies für ihre eigene musikalische Weiterentwicklung bewirkt?

NM: Eine intensive Woche zu verbringen mit Künstlern wie Gidon Kremer oder Yuri Bashmet ist natürlich etwas ganz, ganz besonderes. Beide Künstler waren und sind Idole für mich und die Momente der Konzerte sind mir immer wieder ganz präsent. Es ist diese absolute Konzentration und Hingabe, die mich an diesen großen Meistern besonders beeindruckt hat, diese völlige Hingabe im Moment des Spielens, die alles andere unwichtig macht und den “magischen Moment” erschafft, nach dem wir immer suchen. Die Erinnerung daran macht mich sehr glücklich.

MH: Manch einer ist der geborene Lehrer, wie ist Ihre Einschätzung von sich selbst in dieser Rolle…? Haben Sie hier eine Vorahnung oder betreten sie hier völlig neues Terrain und wissen selbst noch nicht, wie dies ausgeht? Von Bernhard Greenhouse stammt der Gedanke, dass man sich immer ganz auf die Persönlichkeit der Schüler einlassen muss, jeder Schüler hat einen anderen „Auslöser“ für den Erkenntnisprozess.

NM: Ich war drei Jahre Assistent von Diemut Poppen in Madrid und habe seit einem Jahr meine eigene Klasse in Dresden. Unterrichten ist schon seit vielen Jahren ein Hauptfeiler meiner künstlerischen Tätigkeit. Jeder Schüler hat eine unverwechselbare und eigene Persönlichkeit . Manche halten mir selbst einen Spiegel vor, andere kommen mit Problemen, über die ich nie nachgedacht habe und so ist jede Unterrichtsstunde neu und faszinierend. Der Lehrer lernt genauso viel, wie der Schüler.

MH: Welche Musiker sind für Sie eine große Inspiration – möglicherweise auch Musiker, die nicht aus der Kammermusik stammen,  die Ihnen zB auch Anregungen geben, wie man musikalische Strukturen „liest“, die Essenz eines Werkes vollständig durchdringt?

NM: Da gibt es viele. Immer wieder verbringe ich Stunden auf Seiten wie Youtube oder beim Anhören von CDs und entdecke neue Welten und Ansichten. Besonders inspirierend  sind aber die Begegnungen mit Kollegen und Orchestern bei gemeinsamen Konzerten, die mich besonders bereichern.

MH: Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Kronberg denken?

NM: Man kommt an, alles ist von einem supernetten Team perfekt vorbereitet und man packt das Instrument aus und muss nur noch spielen, in der Pause ist der Kaffee schon fertig und immer jemand, mit dem man sich gerne unterhält…Das ist doch herrlich!!

MH: Bitte formulieren Sie hier ein paar Gedanken, was Ihnen besonders am Herzen liegt, wenn Sie sich bald hier zu uns auf den Weg machen, in Bezug auf Ihre Rolle als Senior bei „Mit Musik-Miteinander“

NM: Am kommenden Freitag im schönen Kronberg……freue ich mich auf viele neugierige und motivierte “Juniors”, auf meine wunderbaren Kollegen Kaori und Mikhail und das nette Team der Academy. Nicht zuletzt: Musik, Musik, Musik:)

MH: Was sind ihre ganz persönlichen kurz- und mittelfristigen Ziele und Wünsche nach dieser „Kronberger Station“, wenn wir dies so fragen dürfen…?

NM: Da habe ich sehr viel Glück: Berlin Philharmonie, Köln Philharmonie, tolle Orchester, eine neue CD “Folia” im Januar, diese Saison ist meine bisher schönste!!

MH: danke für dieses Interview, Herr Mönkemeyer!

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Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Interview mit Raimund Trenkler

Dienstag, 15. Juni 2010

Das 6. Mal ist „Chamber Music Connects the World“ am 19. Mai in Kronberg mit zwei Schlusskonzerten über die Bühne gegangen. In einem ersten rückblickenden Beitrag hatte die Projekt-Verantwortliche Oda Cramer von Laue ( Beitrag vom 29.5.) ihre persönlichen Eindrücke hier an dieser Stelle geschildert. Im folgenden Interview mit Raimund Trenkler, dem künstlerischen Leiter der Kronberg Academy, erfahren wir dessen Einschätzungen über das, was ihn bewegt hat, welche Aufgaben zu bewältigen waren und wie die weitere Zukunft dieses Projekts aussieht.

Michael Heinz: Wie hast Du „das Projekt Chamber Music Connects the World“ im 10. Jubiläumsjahr erlebt?

Raimund Trenkler: Es ist jedes Mal aufs Neue ein Abenteuer, auf was wir uns da einlassen. Es bleibt neu und frisch, denn es sind immer andere junge Musiker und andere Werke, die auf dem Spielplan stehen. Um es gleich vorweg zu nehmen: die Qualität der musikalischen Darbietungen in diesem Jahr, das Niveau der hier angereisten Musiker war durchweg sehr, sehr hoch. Man muss sich vorstellen, es kommen 22 junge Musiker nach Kronberg. Und diese jungen hochbegabten Musiker haben die Chance mit den berühmten Fünf Seniors zusammen zu treffen und gemeinsam Musik einzustudieren. Sie sind ihren Idolen und Vorbildern ganz nahe. Aus der musikalischen Abhängigkeit zwischen den Seniors und Juniors entsteht automatisch auch menschliche Nähe. Und wir schaffen die Rahmenbedingungen, dass dies auf eine besonders vertraute und familiäre Weise geschehen kann. Es entstehen so besondere Konstellationen und die Intensität der Zusammenarbeit ist so nur in der Kammermusik möglich. So manch einer der Juniors hat während der 11 Tage in Kronberg einen musikalisch-virtuosen Höhenflug hingelegt. Das   gemeinsame Ziel ist es, ausgewählte Kammermusik-Werke einzustudieren und ein einmaliges musikalisches Erlebnis zu gestalten – für die Musiker selbst und auch für das Publikum. Und das Publikum kann bereits während der öffentlichen Proben an der Entstehung des Werkes teilhaben.
Einfach einmalig und es wird nie langweilig!


MH: Welche besonderen Herausforderungen waren zu meistern?

RT: Die größte Herausforderung war es, fünf namhafte Musiker dazu zu bewegen, für gut 11 Tage ihre Terminkalender freizuhalten und sie hier zur aktiven Teilnahme beim Projekt „Chamber Music“ in Kronberg zu motivieren. Da es sich um Künstler von Weltrang handelt, kann man sicht leicht vorstellen, dass viele alternative Auftrittsmöglichkeiten und Konzertangebote für diese Musiker mit dem Projekt der Kronberg Academy im Wettstreit liegen. Gidon Kremer, Tatjana Grindenko, András Schiff, Yuri Bashmet und ursprünglich geplant auch der englische Cellist Steven Isserlis, dies war unser Plan.  Dass wir auch das im diesem Jahr wieder einmal geschafft haben, grenzt schon an kleines Wunder. Die kurzfristige Absage von Steven Isserlis hatte ein ernstes Zusatzproblem für uns entstehen lassen, aber der ebenso kurzfristig herbeigeführte Einstieg von Frans Helmerson, der nahtlos in alle zuvor terminierten Stücke von Steven Isserlis einsprang, „rettete uns den Tag“. Das war schon mit viel Schweiß verbunden.

Die zweite riesige Herausforderung: die Zusammenstellung des umfänglichen Probenplans und die während der Veranstaltungen sich immer wieder ergebenden  Änderungen. Das ganze auf Tagesbasis zu managen, insbesondere die jeweils neuen Probenpläne für den folgenden Tag an alle Künstler und die Support-Teams weiter zu leiten, das ist eine enorme logistische Meisterleistung. Der Probenplan ist äußerst komplex.  Tauchen an einer Stelle Änderungen auf, sind viele andere Proben jeweils betroffen und müssen ihrerseits geändert werden. Es gibt viele Abhängigkeiten zu berücksichtigen, und ja, man kann hier schnell Fehler machen und ein kleines Chaos anzetteln. Täglich gab es Änderungen und der Druck auf die Verantwortlichen war über all die Tage sehr groß.

MH: Wie geht es weiter mit „Chamber Music Connects the World“ ?

RT: Das inhaltliche Konzept von „Chamber Music…“ ist besonders tragfähig, da es aufgrund seiner Flexibilität, nämlich immer wieder stets neue junge Musiker auszuwählen und neue Werke aus dem riesigen Reservoir der Kammermusik auszuwählen, viel Raum für Neues und auch Experimentierfreudigkeit ermöglicht. Natürlich, die Kammermusik bildet den Nukleus.

Und was die Chancen zur Teilnahme betrifft:  Im Vordergrund stehen allein das Können und die Leidenschaft der Bewerber der jungen Musiker. Ausführliche Bewerbungen und dann die Auditions für die Ausgewählten bilden die zu überwindenden Hürden. Hier mitmachen zu können ist etwas Außergewöhnliches, das hat sich jedenfalls herumgesprochen. Es beschert den jungen Musikern einmalige Erfahrungen. Wir hören oft von ihnen, wie prägend diese Tage für sie waren.

Neue Akzente können wir  setzen, in dem wir etwa die Einbeziehung von Bläsern in Erwägung ziehen, um so das musikalische Spektrum gleichsam auszudehnen und zu erweitern. Aber diese Entscheidungen haben noch ein wenig Zeit! Was heute schon sicher scheint ist dies: es wird wieder ein neues Abenteuer vor der Tür stehen, wenn 2012 im Mai eine neue Gruppe von ausgewählten jungen Musikern mit Weltkünstlern in Kronberg zusammentreffen werden, um ein neues Kapitel beim Projekt  “Chamber Music” zu schreiben.

Raimund, danke für dieses Gespräch.

Chamber Music Connects the World – ein Rückblick

Samstag, 29. Mai 2010

Eine Nachbetrachtung aus berufenem Munde ist fällig – ein Interview mit Oda Cramer von Laue

Die Zeit rast. Kaum ist beim sechsten „Chamber Music Connects the World“ der Schluss-Vorhang gefallen, da sind die Vorarbeiten zu den nächsten Veranstaltungen, Auftritten und Konzerten für die kommenden Monate längst in vollem Gange.  Dennoch, ein Blick in den Rückspiegel gehört dazu. Gewissermaßen eine Nachbetrachtung soll die wunderbaren Ereignisse der letzten Wochen im 10. Jahr von „Chamber Music Connects the World“ noch einmal aus individueller Sicht Revue passieren lassen. Was läge näher, als die verantwortliche Team-Kollegin für das Projekt Oda Cramer von Laue mit einigen persönlichen Fragen zu konfrontieren. Gedacht, getan. Die Umsetzung war ein Kinderspiel, denn die Kollegin hat Ihren Arbeitsbereich nur „eine Tür weiter“. So konnte ein kleines, informelles Gespräch über Ihre Eindrücke und Erfahrungen flugs über die Bühne gehen. Hier Ihre Gedanken und Einschätzungen:

Michael Heinz: Wie fühltest Du Dich am letzten Abend – zunächst bei den 2 Konzerten, und dann bei der ausgelassenen Schlussfeier? Welche Gedanken gingen Dir durch den Kopf?

Oda Cramer von Laue: Erschöpft aber glücklich – der schönste Zustand überhaupt! Allerdings endet das Projekt für uns Mitarbeiter ja nicht mit der Abschlussfeier, ich muss gestehen, es gingen mir noch reichlich organisatorische Dinge durch den Kopf. Aber es war einfach bewegend zu sehen, wie ausgelassen und innig die „Juniors“ und „Seniors“ nach diesem letzten Konzert und den letzten extrem intensiven Tagen miteinander waren: fast wie nach einer langen, schönen Klassenfahrt kam mir das vor.

MH: Was waren die größten Herausforderungen während des Ablaufs, und kurz davor?

OC: Die Kommunikation… jeden Tag so schnell und zuverlässig wie möglich einen tagesaktuellen Ablauf- und Probenplan zu zaubern (unter Berücksichtigung aller spontan auftretenden Wünsche) und dafür zu sorgen, dass jeder davon erfährt, der davon erfahren muss: Künstler, Team, Publikum. Das ist alle zwei Jahre wieder eine ziemliche Anstrengung (manchmal gibt es spätabends noch Änderungswünsche der „Seniors“, die z.B. die öffentlichen Proben berühren und nicht nur allen Beteiligten, sondern auch allen Betroffenen – also auch dem Publikum  - kommuniziert werden müssen…

MH: Was hat Dir besonders viel Freude gemacht – was hat Dich besonders beeindruckt mit Blick auf die jungen Musiker?

OC: Das sich von Tag zu Tag spürbar mehr herausbildende Gruppen- und Gemeinschaftsgefühl. Die Blicke, die sich die Juniors beim Spielen zugeworfen haben… Und einfach die Musik!

MH: Worauf kommt es ganz besonders an, um so ein ambitioniertes Projekt erfolgreich durchzuführen, was sind gewissermaßen die Schlüssel-Erfolgsfaktoren?

OC: Gutes Essen für die Künstler! ;-)

Ich glaube, ein Schlüssel ist das Mit-Fühlen mit den Musikern. Das gilt natürlich genauso für jedes unserer Festivals, für jede Veranstaltung. Aber gerade über einen so langen Zeitraum ist es wichtig zu schauen, zu erkennen, vorauszusehen, was die Künstler brauchen. Ruhe? Unterhaltung? Hilfe? Rückzugsräume? Ansprache? Zurückhaltung? Die Aufmerksamkeit unseres Teams und die vorausschauende Planung ist auch das, was am Ende immer hervorgehoben wird und wofür uns die jungen Musiker ganz persönlich danken.

Oda, danke für dieses Gespräch.

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – ein großartiges Finale

Donnerstag, 20. Mai 2010

Kronberg erlebte am gestrigen 19. Mai einen glanzvollen Kammermusik-Abend, der zugleich den Abschluss des 11-tägigen Projekts „Chamber Music Connects the Word“ bildete.

Fünf weltberühmte Meister ihres Faches (Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Tatjana Grindenko, András Schiff und Frans Helmerson) erarbeiteten Kammermusik-Werke mit über 20 jungen Musikern aus vielen Ländern Europas und Amerika. Aufführungen der einstudierten Werke gab es seit letzen Samstag zu hören.  Das großartige Finale bestand aus zwei fulminanten Konzerten. Das erste Konzert war der Musik Johann Sebastian Bachs gewidmet. Beim Auftakt  erklang das Brandenburgische Konzert Nr. 6 mit Senior Yuri Bashmet, Viola und den Juniors Peijun Xu, István Várdai, Julian Arp, Marcin Zdunik, Olivier Thiery und Zoltán Fejérvári. Im zweiten Teil dieses ersten Konzerts wurde unter Leitung von Gidon Kremer musikalisches Neuland betreten. Es wurden 10 Bachsche Werke für Tasteninstrumente aus dem Repertoire von Glenn Gould mittels moderner Transkriptionen in kammermusikalische Werke umgeformt. Dafür wurden 10 Komponisten gewonnen. Im Saal anwesend waren drei von ihnen: Giya Kancheli, Victor Kisssine und Stevan Kovacs Tickmayer. Das Gesamtwerk bzw. dieser Zyklus von Stücken trug den Namen „The Art of Instrumentation“ und war zugleich eine Uraufführung. Gidon Kremer hatte anlässlich des 10 jährigen Jubiläums von “Chamber Music Connects the World” diese Idee frühzeitig vorgestellt.

Im zweiten Konzert kamen Werke von Edward Elgar (Klavierquintett op. 84) und ein modernes, minimalistisches Stück von Terry Riley zur Aufführung ( „in C“). Das letztere, zweigeteilte Stück endete mit einem bravourösen Hand-Clapping über 10 Minuten, in dem Tatjana Grindenko und ihre 16 Mitspieler einen furiosen Rhythmus „klatschten“, der äußerst markant und präzise mit einem letzten Wirbel der klatschenden 17 Juniors schlagartig und gekonnt sein Ende fand. Tosender Beifall danach. In der Tat ein ungewöhnlicher Abschluss für ein gelungenes Projekt. Laetitia Cropp vom Team der Kronberg Academy, die nach dem Konzert einen Blick in die Partitur warf, war erfreut und überrascht zugleich von den Anweisungen des Komponisten Terry Riley ( tituliert mit “Performance Directions”). Diese besagten, dass je mehr Teilnehmer mitmachen würden, sich das ganze Stück um so besser entfalten könnte. Wenn wir das doch nur früher gewusst hätten, rief mir Laetitia zu. In der Tat, mindestens beim Hand-Clapping hätten wir und auch so manch anderer vom Kronberg Academy Team sicherlich gerne “mitgemischt” – so scherzten wir.

Nach den Konzerten wurde ausgelassen gefeiert. Seniors, Juniors, die Komponisten und Freunde und Förderer plus viele vom Team der Academy vertieften sich bei Kerzenlicht und gutem Wein in viele gute und zumeist heitere Gespräche. Yuri Bashmet krönte die Feier mit seinen Geschicklichkeitstests für so manchen Junior – was die Fotos hoffentlich eindrucksvoll belegen.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team – Mareile Zürcher

Freitag, 14. Mai 2010

Mareile Zürcher, der gute Geist der Kronberg Academy und organisatorisches Supertalent was komplexes Projektmanagement angeht, feiert heute am 14. Mai 2010 ihren neunundzwanzigsten Geburtstag. Viele Team-Mitglieder, Künstler und Musiker – Seniors und Juniors -  waren in der Stadthale Kronberg versammelt, als man ihr Blumen, Süßes und auch ein Ständchen von Gidon Kremer darbieten durfte, um der Freude Ausdruck zu verleihen.

Welch ein Tag für Mareile – gleichwohl mitten im Projekt steckend und viele noch anstehende Herausforderungen bei Chamber Music Connects the World vor sich. Aber wen wunderts, Mareile bleibt  auch hier cool und gut gelaunt.  Der Wonnemonat Mai läßt grüßen.

Während die Proben ab 11.00 also gleich wieder weiterlaufen und das volle Programm von Chamber Music Connects the World für diesen Tag wie immer höchst professionell seinen Lauf nimmt, zelebrieren derweil Mareile und diverse Mitarbeiter(innen) der Kronberg Academy über Mareiles gute Laune und Stimmung.

Eine kurze Foto-Reportage mit freundlicher und spontaner Unterstützung von Hobby-Fotografin Sabine Fritzen erstellt. Bleibt noch anzumerken,  dass auch diese Mini-Reportage  aus dem konstruktiven und spontanen Team-Geist heraus geboren wurde.

Ein Hoch auf Mareile !

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Gidon Kremer probt Beethoven Streichquartett op. 131

Mittwoch, 12. Mai 2010

Alle waren gespannt: wie würden die ersten nicht-öffentlichen Proben zu Beethovens Streichquartett Nr. 14  cis-Moll op. 131 (Orchesterfassung) verlaufen. Maestro Kremer scharte 14 Juniors um sich, die Probe begann am Dienstag um 11.00 Uhr. Mit dabei waren Soojin Han ( Vl1), Sascha Sitkovetsky (Vl1), Sueyon Kim ( Vl1), Valery Sokolov ( Vl2), Jana Ozolina (Vl2), Agata Szymczewska (Vl2), Jerome Benhaim (Vl2), Lily Francis (Vla), Adrien la Marca (Vla). Tali Kravitz (Vla), Istvan Vardai (Vc), Benedikt Klöckner (Vc), Julian  Arp (Vc) und Sophie Lücke am Kontrabass. Ein sehr sehr kompliziertes Stück, so hatte es mir Istvan Vardai noch am Sonntag Nachmittag geschildert.  Mit seinen sieben durchgehenden Sätze stellt es die Musiker permanent vor beachtliche Probleme. Dieses Quartett wird häufig als letztes experimentelles Werk von Ludwig van Beethoven betrachtet. Die ineinander übergehenden Sätze (Beethoven bevorzugte den Begriff  “Stücke”), so schreibt Gerd Indorf, sind von sehr unterschiedlichen Längen und bergen vielfältige formale und kompositionstechnische Elemente -  dazu kommen instrumentatorische Effekte wie pizzicato oder das Spiel auf dem Griffbrett (sul ponticello). All dies verbindet sich nach Gerd Indorf zu einem neuen musikalischen Organismus, der mit der klassischen Terminologie nur unzulänglich beschrieben werden kann.

Wie hat der fotografierende Blogger der Academy dies erlebt? Es folgen einige höchst überraschende  fotografische Momentaufnahmen von dieser musikalischen Schwerstarbeit für die Juniors. Aber wie man im Laufe dieser kleinen Foto-Reportage unschwer entnehmen kann, ging  es zum Schluß sehr gelassen und bisweilen auch humorvoll zu – wie gut, daß neben höchster Konzentration auch am Ende das Lachen obsiegte! Ja,  so werden Mammutaufgaben erfolgreich angegangen….

Das werte Publikum darf hören und staunen, wenn am kommenden Montag (17. Mai, Johanniskirche)  dieses überaus facettenreiche Werk zur Aufführung gelangt!

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Das Forellen Quintett wird geprobt

Dienstag, 11. Mai 2010

Fünf junger Musiker, wir nennen sie die Juniors,  waren am Montag, den 10. Mai 15.00 Uhr pünktlich im Großen Saal der Kronberger Stadthalle versammelt. Valery Sokolov (Vl), Lily Francis (Vla), Julian Arp ( Vc) und Kontrabassistin Sophie Lücke. Maestro András Schiff, einer unserer fünf Seniors bei Chamber Music  Connects the World, war bereits in der Halle und erwartete die jungen Musiker. Auf dem Probenplan stand Franz Schuberts “Forellenquintett”. Den vier jungen Solisten sah man die freudige und zugleich spannungsgeladene Stimmung an, es würden nun 2 Stunden intensiver Arbeit und Austausch mit dem großen Pianisten vor ihnen liegen. Einige Foto-Impressionen mögen die Stimmung und die Atmosphäre dieses großartigen Nachmittags dokumentieren. Größtmögliche Konzentration und zugleich die Bereitschaft, das Gehörte zu verinnerlichen und umzusetzen, das dürfte die Juniors wohlt beseelt haben, so dachte ich. Aus der letzen Reihe der bereits bestuhlten und ansonsten leeren Stadthalle versuchte ich mich in den Fluß der Forellen-Klänge “hineinuzuhören”. Eine wahrhaft großartige Musik, ich erinnerte mich an die Worte von Oda, die mir vor wenigen Monaten erst vom legendären Musikfilm “The Trout” von Christopher Nupen berichtet hatte. In dieser legendären Musik-Dokumentation vom Sommer 1969 geht es um die Einstudierung eben jenes Stückes von Schubert in einem Londoner Konzert ( u.a. mit Daniel Barenboim, Pinkas Zukerman, Jacqueline du Pre) , dem ich gestern hier in Kronberg als Zaungast beiwohnen durfte. Und die Möglichkeit bekam, in größter Zurückhaltung, einige fotografische Momente einzufangen.

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – 22 Juniors sind startklar

Montag, 10. Mai 2010

Fotoimpressionen von der Ankunft und Begrüßung der 22 Juniors in der Kronberger Stadthalle am gestrigen Sonntag, den 9. Mai – Raimund Trenkler, künstlerischer Leiter der Kronberg Academy, begrüßte die Teilnehmer des 6. Chamber Music Connects the World Events im Feldberg-Saal der Kronberger Stadthalle – anschließend gab es für interessierte Juniors eine Stadtführung duch die beiden Academy-Team Mitglieder Axel Langhorst ( American Friends of Kronberg Academy) und Michael Heinz ( Web 2-0 ). Hier ein paar Highlights…:

M. Heinz