Archiv für die Kategorie „Kammermusikprojekte“

Chamber Music Connects the World – Was aus den Ex-Juniors geworden ist (5)

Freitag, 7. Mai 2010

Alissa Margulis, Violine / Junior 2006

Alissa Margulis

Alissa Margulis kam 2006 nach Kronberg. Sie war damals 25 Jahre alt.

Geboren wurde sie im Jahre 1981 in Freiburg. Sie stammt aus einer russischen Musiker-Familie. Mit 4 Jahren begann sie sowohl Geige als auch Klavier zu spielen. Ihre erste öffentliche Aufführung gab sie im Alter von 7 Jahren. Schon früh gewann sie Preise und wurde mit 13 Schülerin von Zakhar Bron an der Musikhochschule Köln. Ihre Studien setzte sie fort in Brüssel mit Augustin Dumay sowie in Wien bei Pavel Vernikov. Meisterkurse besuchte sie u.a. bei Ana Chumachenko, Vladimir Spivakov, Ida Haendel und Shlomo Mintz.

Geschätzt für ihre expressiven und hoch-emotionalen Konzerte, tritt die Kölner Geigerin regelmäßig in wichtigen Konzertsälen wie dem Palais des Beaux-Arts in Brüssel, der Kölner Philharmonie, dem Wiener Musikverein (Brahms Saal), dem Herkulessaal in München, der Izumi Hall in Osaka, der Tonhalle Düsseldorf oder in der St. Petersburger Philharmonie auf.

Sie spielt seither regelmäßig als Solistin, etwa mit der Kremerata Baltica, dem Belgian National Orchestra, den Düsseldorfer Symphonikern, dem Beethovenorchester Bonn, dem English Chamber Orchestra, dem Jerusalem Symphony Orchestra und dem Prague Symphony Orchestra, um nur einige zu nennen.

Ihre diversen Preise bei internationalen Wettbewerben gewann sie u.a. beim Wieniawski Wettbewerb in Polen, beim Violinwettbewerb von Novosibirsk und beim Viotti Vercelli Wettbewerb in Italien. Stolz ist sie besonders auf den Förderpreis der Europäischen Kulturstiftung, der ihr in Berlin von Daniel Barenboim überreicht wurde. Die Zeitschrift „The Guardian“ beschreibt Alissa Margulis Spiel als „exceptional“, Ivry Gitlis spricht von einer “Erleuchtung” und Martha Argerich nennt sie eine „ strong musical personality“.

Alissa Margulis ist eine begeisterte Kammermusikerin und spielt regelmäßig mit Künstlern wie Martha Argerich, Yuri Bashmet, David Geringas, Ivry Gitlis, Gidon Kremer, Mischa Maisky, Lilya Zilberstein und Paul Badura-Skoda (Spielzeit: 2008-09). Sie hatte in den letzten drei Jahren diverse Auftritte bei einigen der bekanntesten Festivals in Europa, etwa beim Davos Festival, beim Encuentro di Musica Santander, beim Gstaad Festival Yehudi Menuhin, beim Oleg Kagan Festival Kreuth, beim Lockenhaus Festival oder etwa beim Maggio Musicale Fiorentino.

Ihre diversen CD Aufnahmen brachten sie mit sehr namhaften Musikern zusammen –hervorhebenswert hier ist die Zusammenarbeit mit Martha Argerich aus dem Jahre 2009, welche ein großes internationales Echo gefunden hat. EMI Classics veröffentlichte Live-Mitschnitte mit dem Titel: „Martha Argerich and Friends” – Lugano 2009“.

Ein neuer Karriereschritt ergab sich im letzen Jahr. Dies war der Sprung in die Welt der akademischen Ausbildung: im April 2009 vom Königlichen Konservatorium Antwerpen dazu ausgewählt, als Professorin zu unterrichten. Sie zählt somit zu den jüngsten Professorinnen in Europa im Fach Violine. Auf ihre weitere Entwicklung sind viele Freunde der Kammermusik in Europa gewiss gespannt.

Alissa Margulis spielt auf einer Guadagnini Violine aus dem Jahr 1754, eine private Leihgabe von Jonathan Moulds.

Bisher erschienen:

CMCW – Wie alles begann

CMCW – Die Feuertaufe

CMCW – Ein Musikfilm als Inspiration

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist: Claudio Bohorquez

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist: Tanja Becker-Bender

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist: Marie-Elisabeth Hecker

CMCW – Was aus den Ex-Junirs geworden ist: Nicolas Altstaedt

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Was aus den Ex-Juniors geworden ist (3)

Mittwoch, 5. Mai 2010

Marie-Elisabeth Hecker,  Violoncello / Junior 2006

Hecker_Marie-Elisabeth

Marie-Elisabeth Hecker kam 2006 19-jährig zur Teilnahme an Chamber Music Connects the World erstmals nach Kronberg. Kurz zuvor im November 2005 konnte sie einen großen Erfolg verbuchen als sie den renommierten  8. Rostropovich Wettbewerb in Paris gewann. ( plus zwei Sonderpreise, welches ein absolutes Novum war).  In den dreißig Jahren des Rostropovich Wettbewerbs war dies das erste Mal, dass ein Cellist drei Preise gewonnen hatte. Wer sie seitdem persönlich bei Konzerten und Auftritten erlebt hat, schwärmt von Ihrer Leidenschaft und Musikalität. Viele Kenner nennen sie eine sensitive und sehr kreative Cellistin.

Marie-Elisabeth Hecker ist im Jahre 1987 in Zwickau geboren (Geburtsstadt von Robert Schumann), sie ist das fünfte von insgesamt acht Geschwistern. Mit einigen ihrer Geschwister ist sie auch schon aufgetreten und hat Konzerte gegeben.  Im Oktober 2005 gab sie ihr erstes Konzert in Amerika, im Kammermusiksaal der Stadt New York, der berühmten Bargemusic. Nicht zu vergessen: sie wohnte diversen Meisterkursen mit den ganz Großen der Kammermusik bei, z.B. Bernard Greenhouse, Gary Hoffman, Frans Helmerson, Steven Isserlis, Daniel Hope oder auch Peter Bruns. Zu den Höhepunkten ihrer bisherigen Karriere gehören Konzerte mit dem Cherubini-Orchester und Yuri Temirkanov beim »Ravenna Festival«, mit dem Symphonieorchester »Neues Russland« unter Yuri Bashmet in Moskau und zwei Auftritte beim »Elba Festival«, 2008 mit der Kremerata Baltica unter Gidon Kremer und 2009 mit Martin Helmchen. Mit dem Mariinsky Orchester und Valery Gergiev trat sie beim berühmten »Osterfestival« in Moskau auf.

Gewaltig Gas gegeben hat Marie-Elisabeth Hecker als Solistin auch in der Saison 2009-2010. Kritiker in Europa loben ihre Konzert- und Kammermusikaufführungen. Beeindruckend ihre letzten Auftritte: ihr Debut mit dem Leipziger Gewandhausorchester unter Gérard Korsten, dann die Auftritte mit der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim, dem BBC Symphony Orchestra unter Ji_í B_lohlávek und die Kooperation mit dem Niederländische Philharmonic Orchestra unter Jakob Kreizberg. Nicht zu vergessen, die Arbeit mit dem Royal Flemish Philharmonic Orchester unter Phillipe Herreweghe sowie ein Projekt mit Sylvain Cambreling. Hierzu schrieb die spanische Tageszeitung El Pais begeistert:  ‘Hecker plays like an angel … the beauty of her sound is enhanced by an exquisitely elegant line and sweeping lyricism… her performance comprises musicality and pure talent.’

Kronberg freute sich, als Marie-Elisabeth sich Ende 2008 entschloss, das Studium des Kronberg Academy Masters aufzunehmen. Seitdem ist Ihre Beziehung zu unserer Stadt weiter vertieft worden und man darf gespannt sein auf ihre weiteren solistischen Ausflüge als Junge Solistin in Nah und Fern.

Marie-Elisabt Hecker spielt auf einem italienischem Luigi Bajoni Cello von 1864, einer privaten Leihgabe der Erbgemeinschaft Lösch.

Bisher erschienen:

CMCW – Wie alles begann

CMCW – Die Feuertaufe

CMCW – Ein Musikfilm asl Inspiration

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist Claudio Bohorquez

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist Tanja Becker-Bender

Michael Heinz

Chamber Music Connects the world – Was aus den Ex-Juniors geworden ist (2)

Dienstag, 4. Mai 2010

Tanja Becker-Bender,  Violine / Junior 2000 und 2002

Becker-Bender, Tanja_bw_Photo_by_Christian_Steiner_1

Tanja Becker-Bender gehörte mit zu den Ersten Juniors im Jahre 2000, sie war damals gerade 22 Jahre jung. Sie hat seitdem zielstrebig Ihren Weg gemacht. Doch im Gegensatz zu so manch einem anderen Jung-Solisten hat sich Tanja Becker-Bender nicht im Konzertbetrieb verzehrt. Ihr Name begegnet einem nicht häufig in diversen Festivalprogrammen. Als sie in dem Fragebogen einer Frauenzeitschrift vor einigen Jahren ihren Erfolgsfaktor nennen sollte, antwortete sie “Mut zum Anderssein”.

Welche musikalischen Ausbildungs-Phasen hat sie durchlaufen? Erster Violin-Unterricht mit sechs Jahren. Nach Unterrichtung durch Helmut Zehetmair (Mozarteum Salzburg) und Wolfgang Marschner (Freiburg) wurde Tanja Becker-Bender 14jährig Studentin von Wilhelm Melcher (Melos Quartett) an der Musikhochschule Stuttgart. Dann folgte ein Studienjahr bei David Takeno an der Guildhall School in London. Von 1997 bis 2000 setzte sie ihre Studien bei Günter Pichler (Alban Berg Quartett) an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien fort und legte dort ihr Abschlussexamen mit Auszeichnung ab. Von 2000 bis 2002 studierte Tanja Becker-Bender als Stipendiatin des DAAD und der ZEIT-Stiftung (Gerd-Bucerius-Förderstipendium) an der Juilliard School in New York bei Robert Mann, dem langjährigen Primarius des Juilliard String Quartet, Abschluss mit dem Master of Music. Als einzige Geigerin des Jahres wurde sie ausgewählt, ihr solistisches Studium im renommierten “Artist Diploma” Programm der Juilliard School fortzusetzen. Im Jahre 2004 schloss sie dort ihr Studium mit einem exzellenten Solistenexamen ab. Größte Anerkennung wurde ihr in den USA mit dem Gewinn des Houston Symphony League Awards ebenfalls im Jahr 2004 zuteil, der ihr eine Einladung zu einer Aufführung des 2. Violinkonzerts von Bela Bartók mit dem Houston Symphony Orchestra einbrachte.

Was CD-Einspielungen angeht, war sie in den letzten Jahren äußerst produktiv. Eine ihrer letzten Einspielungen drehte sich um die Capricen von Niccolo Paganini. „Tanja ist eine der ganz wenigen Frauen, die sich der Herausforderung gestellt haben, Niccolò Paganinis 24 Capricen für eine CD aufzunehmen. Sie legte damit Zeugnis ab über ihr virtuoses Können, noch viel mehr aber dokumentiert sie auf ihrer ersten CD bei Hyperion ihren ausgeprägten Sinn für Klang“, so der Deutschlandfunk im April 2009. Ihre kostbare  Guarneri del Gesú Violine aus dem Jahr 1728 wird ihr von der Deutschen Stiftung Musikleben zur Verfügung gestellt.  Mittlerweile fördert Tanja Becker-Bender selbst den musikalischen Nachwuchs: Die gefragte Kammermusikerin und Solistin lehrt seit zweieinhalb Jahren als Professorin für Violine in Nachfolge von Maxim Vengerov an der Musikhochschule Saar in Saarbrücken. Und natürlich muss man nicht betonen,  dass sie seit vielen Jahren mit bedeutenden Orchestern und Dirigenten zusammen gearbeitet hat. Wen wundert es da, dass man Ihre Rückkehr nach Kronberg so sehr erwartet.

Bereits erschienen:

CMCW – Wie alles begann

CMCW – Die Feuertaufe

CMCW – Ein Musikfilm als Inspiration

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist / Claudio Bohorquez

Michael Heinz

Interview – Alina Ibragimova

Mittwoch, 21. April 2010

Eine der drei Seniors bei „Mit Musik – Miteinander“ (MMM) vor 10 Tagen war Alina Ibragimova.

Die 1985 in Russland geborene Geigerin, stets gut gelaunt und mit strahlendem Lachen unterwegs, willigte spontan zu einem kurzen Interview am Sonntag, den 11. April 2010 im Kronberger Maler-Museum ein. Gelesen hatte ich viel über die junge Solistin, u.a .von ihren drei letzten CD-Produktionen für Hyperion Records ( 2008 und 2009) und ihren Auftritten in Salzburg, Verbier und Salle Pleyel Paris . Ihre Ausbildung an der Yehudi  Menuhin School unter Natasha Boyarskaya und ihre Auftritte im Bolschoi-Theater und in London sind nicht minder berichtenswert, insbesondere auch Ihr Auftreten gemeinsam mit Yehudi Menuhin kurz vor dessen Tod im Jahre 1998 ( sie war damals erst dreizehn alt). Und natürlich ihr zweimaliges Erscheinen als Junior bei „Chamber Music Connects the World“ ( CMCW), 2004 und 2008.

Seit Oktober 2008 studiert Alina nun an der Kronberg Academy und nimmt an den Kronberg Academy Further Master Studies teil. Alina lebt und arbeitet in Berlin und London.

Wen überrascht es:  Ich war mehr als beeindruckt von ihrer Vita. Nun wollte ich in diesem sonntäglichen Interview von ihr erfahren, wie sie unsere beiden Kammermusik-Reihen MMM und CMCW sieht, aber auch, welche Bedeutung diese für sie persönlich hätten und welche Rolle die Musik insgesamt in Ihrem Leben spielt ( das Interview wurde auf Englisch durchgeführt, nachfolgend eine Zusammenfassung auf deutsch mit einigen wörtlichen englischen Zitaten).

Michael Heinz: Welche Bedeutung hat ihre Teilnahme an Chamber Music Connects the World im Jahre 2004 und 2008 für Sie gehabt?

Alina Ibragimova: Das waren jeweils 11 großartige Tage, die ich einfach nicht missen möchte. Das war fällig in meiner damaligen persönlichen Entwicklung in jenen Jahren, die Teilnahme hat mich bereichert ( an einer Stelle des Interviews sagt sie. „I needed this“).

MH: Was war besonders hervorhebenswert als Erfahrung?
AI: Ganz besonders hervorhebenswert war es für mich , mit den Herausforderungen des Spielens als zweite Geigerin zu agieren , das war absolut neu. Und ich musste mich entsprechend umstellen. Das war keineswegs einfach – eben eine echte Herausforderung!

MH: Was ist aus ihrer persönlichen Sicht das das Besondere an der Kammermusik im Zusammenhang mit unserem Projekt „Mit Musik Miteinander“?

AI: Ich möchte den Juniors vermitteln, wie wichtig das Hören ist! Dabei geht es mir nicht um technischen Anweisungen und Hinweise – vielmehr möchte ich die jüngeren Musiker auf die Besonderheiten des Zusammenspiels einstimmen  – „How to listen“ – das ist so wichtig…..! Zitat: „Learning to becoming very flexible and knowing how to react to the other players while they lead, these are key capabilities and skills when performing chamber music.”

MH: Wer hat Sie als Lehrer stark geprägt?

AI: Peter Norris (Lehrer an der Yehudi Menuhin School in London) hatte sehr großen Einfluss auf meine Musikalität und mein Spiel. Ich war damals so 16-17 Jahre alt, er war wirklich sehr einflussreich für mich und besonders habe ich von ihm die Bedeutung des aufmerksamen Zuhörens mitbekommen. Und zwar ist das dann ganz besonders wichtig, wenn man mit anderen Musikern in Kammermusik-Ensembles zusammen spielt. Hier muss man einfach auf die anderen Stimmen aufpassen und sehr sehr flexibel sein. Und man spricht viel miteinander. Deswegen war ich auch für MMM und CMCW gewissermaßen dankbar – ich konnte so noch mehr hinzulernen  – von den ganz Großen. Eine sehr wertvolle Sache.

MH: Welche Platten habe Dich in Deiner Kindheit fasziniert, was hast Du sehr früh schon gehört?

AI: Ja, eine ganze Menge eigentlich – meine Eltern ( ihr Vater ist Kontrabassist bei den Londoner Symphonikern und ihre Mutter ist Violin-Lehrerin and der Menuhin School, wo sie später selbst anheuerte!) hatten sehr viele Platten und Tonbänder zuhause. Meine ersten Platten, die ich bewusst und mit Freude gehört habe, waren: Die Zauberflöte, die Matthäus-Passion, Yehudi Menuhins Violin-Konzerte von Beethoven und Schuberts Sonate a-Moll Arpeggione.

MH: Welche Rolle spielt die Musik in Deinem Leben..?

AI: Ich habe bereits im Alter von 4 meine erste Violine bekommen, von da an wurde das tägliche Spielen normal für mich – ich bin einfach dann damit groß geworden.

( Zitat: „Playing music, day in day out, it´s just a way of life – like eating, it´s very physical.
I have to do it, even when I am not performing on stage or are engaged musically otherwise.
I need to rehearse, at least 2-3 hours a day”).

MH: Wer sind einige Deiner musikalischen Vorbilder?

AI: Nun einige von diesen Musikern, die einen starken Einfluss auf mich hatten,

waren und sind Davd Oistrach, Jascha Heifetz und natürlich Yehudi Menuhin – wahrlich ganz große Virtuosen. Ja, die haben mich geprägt und inspiriert!

MH: Gibt es Unterschiede zwischen dem deutschen und dem britischen Publikum?

AI: Unterschiede zwischen dem britischen und deutschen Publikum gibt es einige: das deutsche Publikum ist offener, und  selbst in kleineren Orten gibt es immer gefüllte Häuser – in England ist dies im Grunde nur in der Hauptstadt London der Fall.

MH:
Lesen Sie Kritiken?
AI: Ja, ich lese die Kritiken. Allerdings nehme ich diese nicht so sehr ernst. Mit negativen Kritiken und Kommentaren komme ich gut klar. Ich weiß, dass zwei Journalisten in England beispielsweise sehr oft ein wenig negativ berichten, aber das tangiert mich nicht so sehr.

MH: Was bedeutet Dir Kronberg?

AI: Nun, Kronberg ist ein sehr wichtiger Ort für mich geworden. Ich habe zweimal an CMCW teilgenommen, jetzt bin ich bei MMM mit dabei und schließlich studiere ich nun an der Kronberg Academy. Das alles macht es zusammen mit meinen bisherigen Erfahrungen zu einem wirklich wichtigen Ort in meinem Leben.

MH: Was hast Du für Träume und Wünsche? (hier kann man Alina von ihrer sehr unprätentiösen Art erleben)

AI: “I have no special wishes or dreams. I just want to keep on playing music, being together with other nice people and my friends, and, just keep on learning!

MH: Vielen Dank,  Alina für dieses Interview zwischen den Proben.

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Ein Musikfilm als Inspiration

Dienstag, 20. April 2010

Die erste Chamber Music Connects The World  Reihe - April 2000 Das Titelbild der ersten Broschüre zu „Chamber Music Connects the World“ publiziert im April 2000, stellt eine probende Gruppe junger Musiker dar, die es in der Welt der Kammermusik weit gebracht haben. Zu sehen sind: Jacqueline du Pre, Daniel Barenboim und Pinchas Zukerman im Jahre 1969 bei gemeinsamen Probenarbeiten. Die Szene entstammt dem legendären Musikfilm „ The trout“, gedreht vom Briten Christopher Nupen, und zeigt mit großem Feingefühl den Prozess des Probens und  Einstudierens zu einem berühmten Kammermusikwerk von Schubert, dem sog. Forellen-Quintett.

Viele Musiker und Musikliebhaber sind dem Zauber dieses mitreißenden Dokumentar-Films erlegen, bis heute. Und schwärmen von der großen Emotionalität des Films. Auch Oda von Laue war mehr als angetan von dem Film, kein Wunder also, dass er gleichsam zu einer Motivationsquelle für die vor ihr liegende Arbeit wurde. Man entschloss sich seinerzeit im Team das besagte Szenen-Foto als Titelbild für die Broschüre auszuwählen.

Mit diesem Brückenschlag zum Film stellte man eine symbolträchtige Verbindung her zu einem in die Musik-Geschichte eingegangenen und berühmt gewordenen Zusammentreffen junger, aufstrebender Musiker. Das Abenteuer von „Chamber Music“ konnte nun auch in Kronberg beginnen im Rahmen eines eigenen, neuartigen Projektes.

Im nächsten Blog-Beitrag berichten wir über einige ehemalige Chamber Music – Teilnehmer und welchen Weg sie seitdem beschritten haben.

Michael Heinz

Bisher erschienen:

CMCW – Wie alles begann
CMCW – Die Feuertaufe

Mit Musik Miteinander – Klangräume im Malermuseum

Dienstag, 13. April 2010

Die kleine Schwester-Veranstaltung von Chamber Music Connects the World nämlich “Mit Musik – Miteinander” ging am Sonntag Nachmittag hier in Kronberg zu Ende. Es war die 16. Auflage dieser Veranstaltung.

Die Eingangspforte zu MMM

Während draußen Windböen und dunkle Wolken das Wetter auf einen neuen Nullpunkt trieben und der April sich von seiner klassischen Seite zeigte, war an drei Tagen das Kronberger Malermuseum Schauplatz geselligen, inspirierten Musizierens. Es war  intim und hautnah. Die jungen Musiker mussten Ihre musikalische Potenz demonstrieren und in zuvor ungeprobten Konstellationen mit neuen Mitspielern Musikwerke erarbeiten – und dabei so manche Herausforderung spieltechnisch und interpretatorisch bestehen. Für letzteres sorgten die schon sehr erfahrenen, aber noch jungen und sympathischen Seniors Alina Ibragimova, Itamar Ringel und der lebhafte Nicolas Altstaedt.

Acht junge Musiker ( alle unter 20 Jahre), ausgewählt aus über dreißig Bewerbungen, waren nach Kronberg gekommen, um mit den drei zuvor genanten Seniors zusammen Kammermusik zu proben und eine intensive Atmosphäre des Lernens zu ermöglichen. Diverse Werke wurden einstudiert und erarbeitet. Alle drei Seniors (bereits alle Junior-Teilnehmer bei Chamber Music Connects the World in 2004- 2008) waren nun in der Rolle von Lehrern und erfüllten diese Aufgabe spürbar mit viel Engagement und Begeisterung. Start war am Freitag Nachmittag – und alle 8 Teilnehmer stiegen sofort in das Geschehen ein. Im Nebenraum war unser Akustiker Herr Lachmann dabei, die audiotechnischen Voraussetzungen für eine Audio-Aufnahme zu schaffen. Alle Teilnehmer werden ein Zertifikat und eine CD mit der Aufnahme der Schlussveranstaltung im Laufe der nächsten Wochen erhalten.

Der musikalische Ausklang am Sonntag Nachmittag krönte auf gelungene Weise die Stunden der Probenarbeit. Nicolas Altstaedt hatte zuvor eine kleine Einleitung gegeben, bevor es mit den insgesamt acht Stücken von Haydn, Mozart, Schumann, Schubert und Beethoven losging. Nicolas betonte die wichtige Rolle der Seniors bei der Weitergabe des Wissens an die jüngeren Musiker. Der hätten sich die drei Seniors gerne gestellt und selbst reichlich neue Erfahrungen sammeln können.

Den Zuhörern hatte der musikalischen Schlussbeitrag offenbar sehr gefallen - lang anhaltender, wohlwollender Beifall bezeugte dies nachdrücklich.

Dank der Crespo Foundation, die beide Projekte langfristig unterstützt, repräsentiert MMM einen weiteren Baustein in der Förderung sehr junger Musiker. Neue Freundschaften, musikalische Dialoge und ein inspiriertes “aufeinander eingehen” waren Kennzeichen dieses Wochenendes in Kronberg. Mehr als zufriedene Gesichter beim Auseinandergehen.

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World / Wie alles begann

Donnerstag, 1. April 2010

Dies ist der Auftakt und eine kleine Einstimmung zu unserer neuen 10-teiligen Blog-Serie über die Anfänge des Kammermusik-Projekts „Chamber Music Connects the World“ und Portraits einiger Ex-Juniors.

Vor nunmehr fast genau 10 Jahren begann für die Kronberg Academy die Reise in die Welt der Kammermusik, und gleichzeitig die Etablierung eines weiteren Bausteins in der Förderung und Ausbildung junger, hochbegabter Musiker und Solisten.

In insgesamt drei Blogbeiträgen wollen wir die Geschichte von CMCW nacherzählen, von den gedanklichen Wurzeln bis zur Realisierung im Jahre 2000. Und vorweg ein kurzer Rückblick auf ein Kammermusik-Projekt in Amerika, wo das Experiment „Marlboro Music School“ in den frühen Fünfziger Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Welche Hürden und Hindernisse beim ersten Zusammentreffen in Kronberg im Jahre 2000 zu überwinden waren, davon soll auch hier später berichtet werden. Und über manche Eigentümlichkeit.

Dies alles wird erzählerisch und mit kleinen Anekdoten und persönlichen Erinnerungen garniert. Eingesammelt und eingefangen bei all jenen, die mit Herzblut von Anfang mit dabei waren.

Was uns aber alle bis heute fasziniert ist dies:

die ersten Seniors bei Chamber Music sind über ihre eigenen Lehrer und deren Wegbegleiter mit  einer Generation verbunden, die viele herausragende Künstler der jüngeren Musikgeschichte hervorgebracht hat – dies wird stets lebendig, wenn man die Lebensläufe der beteiligten Musiker sich vor Augen führt und dann realisiert, dass auch diese Seniors auf den Schultern jener Generation stehen und von deren Kreativität und Meisterschaft nachhaltig inspiriert wurden. Ausnahmekünstler wie Pablo Casals, Emanuel Feuermann, Rudolf Serkin, David Oistrach und Jascha Heifetz, Yehudi Menuhin und natürlich nicht zu vergessen Mstislav Rostropovich haben ihre Meisterschaft und Disziplin an unsere Seniors weitergegeben – sich dieser Verbindungen bewusst zu sein und zugleich als Ansporn und Maßstab weiterzugeben, das ist nach wie vor das Ziel . Die jungen Musiker von heute reihen sich ein in diesen Strom. So betrachtet, ergibt sich ein bedeutungsvoller Brückenschlag zwischen den Generationen bis in die heutige Zeit.

Schließlich erhellen wir an sechs Musiker-Beispielen in den dann folgenden Blogbeiträgen zur Geschichte von Chamber Music Connects the World wie sich der eine oder andere Ex-Junior seit der Teilnahme künstlerisch weiter entwickelt hat. Denn “Chamber Music” istbekanntlich ein weiterer Pfeiler in der individuellen Förderung und Entwicklung einer aufstrebenden jungen Solisten-Generation der Extra-Klasse.

Nächster Blog:   Feuerprobe für ein einzigartiges Konzept

Michael Heinz

Verein der Freunde und Förderer / Martin Helmchen exklusiv in der Johanniskirche

Dienstag, 30. März 2010

KA Konzert M. Helmchen 03.2010 AM L1021557 Am Samstag Abend, den 27. März gab es ein besonderes musikalisches Ereignis mit dem Berliner Pianisten Martin Helmchen. Aufführungsort war die Johanniskirche in Kronberg.

“Vingt Régards sur l’Enfant-Jésus” von Olivier Messiaen (auf deutsch etwa: 20 Blicke auf das Jesuskind), ein monumentales religiös inspiriertes  Klavierwerk, das als Höhepunkt seines Klavierschaffens gilt, wurde aufgeführt. Ein Werk, das immerhin 2 Stunden die Konzentration der Zuhörer im Bann hält. Religion und Glaube spielten in der kompositorischen Arbeit dieses großen 1992 verstorbenen französischen Komponisten schon immer eine große Rolle.

Was ist zu Martin Helmchen noch zu sagen? Der junge Berliner ist längst kein Unbekannter mehr. “Hier ist eine früh gereifte Musikerpersönlichkeit am Werk, die Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit auf glückliche Weise verbindet”, lobte unlängst die Neue Zürcher Zeitung Martin Helmchen. Mit seinem virtuosen und gleichzeitig unprätentiösen Stil hat sich der 1982 in Berlin geborene Pianist in den letzten Jahren in der internationalen Musikszene einen Namen gemacht. Kammermusik liegt ihm besonders am Herzen – eine Leidenschaft, für die der großartige Boris Pergamenschikow wesentliche Impulse gab. Mit ihm musizierte er 2002 beim viel beachteten Projekt der Kronberg Academy Chamber Music Connects the World. Zu seinen Kammermusikpartnern gehören Gidon Kremer, Christian Tetzlaff, Heinrich Schiff und Julia Fischer, um nur einige Beispiele zu nennen. In Kronberg war Martin Helmchen schon häufiger  zu Gast: 2003 im Rahmen der Kronberger Kammerkonzerte, 2005 beim Cello Festival, wo er mit Danjulo Ishizaka musizierte und zuletzt im April 2009 beim Gedenktag für Mstislav Rostropovich.

Besonders angetan vom Konzert war auch der Fotograf Andreas Malkmus, der neben seiner fotografischen Arbeit an diesem Abend auch noch Zeit fand, die dargebotene Klangwelt Martin Helmchens mit großem Gewinn aufzunehmen. „ Ich war gefesselt von der lebens- und geistvollen Komposition, von Martins Ausdruckskraft und unpathetischem Ernst, von der sinnlichen Wucht des brillanten Flügels in der Kirchenakustik“. In der Tat, eine sehr persönliche Einschätzung.

Die Johanniskirche wurde so zur Bühne für einen sehr anspruchsvollen musikalischen Leckerbissen. Die einführenden Worte wurden von der Frankfurterin Susanne von Tobien gesprochen. Die zahlreich erschienenen Besucher aus der großen Schar der Freunde und Förderer verließen die Johanniskirche erfüllt und angereichert mit den noch nachhallenden Klängen aus der Welt des Glaubens. Wer Lust hat, die fotografischen Eindrücke dieses Abends noch einmal Revue passieren zu lassen, der sei auf unsere Academy Seite bei Flickr verwiesen:  http://www.flickr.com/photos/kronbergacademy/sets/72157623608842765/

Michael Heinz


Chamber Music Connects The World ¦ Spielen und Warten

Donnerstag, 25. Februar 2010

Beim ambitionierten Musik Projekt Chamber Music Connects the Worldgeht es in die erste heiße Phase. Aus 150 Bewerbungen wurden 33 Musiker ausgewählt und nach Kronberg zu den sog. „Auditions“ eingeladen. Außergewöhnlich für diese Auditions ist es, dass die jungen Musiker sich nahtlos in das Spiel eines Quartetts einfügen müssen – Genauigkeit und Timing sowie intime Kenntnis der Partitur sind erforderlich. Eine echte Herausforderung also, der sich die jungen Musiker so noch nie zu stellen brauchten. Die Jury (Gidon Kremer, Raimund Trenkler, Stephen Potts und Tatjana Grindenko) wird die Qual der Wahl haben.

Viele junge Musiker fluten in die Stadthalle, viele von ihnen bereits ausgezeichnet und als Sieger bei internationalen Wettbewerben geehrt.

Wo gibt es das sonst noch? 19 Geigen, 9 Bratschen und 5 Celli versammeln sich in Kronbergs Mitte. Allesamt mit dem Potenzial, in Zukunft musikalisch Furore zu machen.

In knappen 10 Minuten muss sich ein jeder von ihnen bewähren. Vormittags sind die Geigen-Solisten an der Reihe. Mein Gefühl sagt mir, dass die jungen Geiger allesamt kommunikative, lebhafte junge Leute sind. Cellisten und Bratscher erscheinen mir ein klein wenig verhaltener.

Im Laufe des Tages versammeln sich die jeweils Wartenden im Bistro-Bereich der Stadthalle. Dies ist ein Treffpunkt für kurze Gespräche und Begegnungen. Man trinkt, isst und verkürzt das Warten. Von einem jungen tschechischen Geiger erfahre ich von seinem Missgeschick Montag und Dienstag verwechselt zu haben ( Typisch Junge, meint meine liebe Frau am Abend, als ich ihr von meinen Erlebnissen berichte). Freundlich und gar nicht enttäuscht berichtet er mir noch, dass er bei dieser Ausgangslage keine Illusionen hatte. Seine Einsätze wären nicht ganz exakt zu den übrigen Spielern des Kuss-Quartetts erfolgt. Frappierend die sehr offene Art des 29-jährigen, der im letzten Jahr seine Studien an der Musikschule Hanns Eisler Berlin beendet hat. Nun Berufsmusiker zu sein, sei nicht leicht, so sein Fazit.

Von der selbstbewussten Mariechristine (19) erfahre ich, dass sie am Samstag aus dem sonnigen Kalifornien zusammen mit ihrer Mutter nach Deutschland angereist sei. Und, so erzählt sie mir, wie wichtig das Studium der „Partitur“ für sie sei. Bei Elena Graf, die aus dem nahen Frankfurt angereist ist, spüre ich eine enorme Leichtigkeit, keine Spur von Spannung. Ihr junger Begleiter gibt ihr offenbar Ruhe. Die junge Chinesin Peijun Xu (24), frisch-gebackene Gewinnerin des 6. Yuri Bashmet Viola Wettbewerbs in Moskau, erzählt mir von dem großen Lernaufwand, den sie täglich bewältigt und ihr somit sehr wenig freie Zeit lasse. Am späten Abend lerne ich Tali Kravitz kennen. Sie ist aus dem verschneiten New York nach Kronberg angereist und weiß einiges über das Distance Learning Programm der Manhattan School of Music ( MSM) zu berichten, wo sie nun als Viola Instructor arbeitet.

Schließlich beeindruckt mich noch sehr der junge koreanische Solist Joon-Ho Shim (22), der als Cellist lange warten musste. Er kam aus Essen heute nach Kronberg. Joon-Ho eröffnet mir freimütig, wie unerwartet schnell das Stravinsky Stück gespielt wurde und dass es größter Konzentration bedurft hätte, hier die Einsätze zu beherrschen. Und seine Geschichte über die ersten Jahre allein in Deutschland  – ohne Deutsch-Kenntnisse im Gepäck im zarten Alter von 14 jahren – das verlangt mir großen Respekt ab. Es war die Hölle, so seine Worte. Der junge Mann begibt sich nach unserem abendlichen Austausch in den großen Saal. Es ist nun 20.30 Uhr. Raimund Trenkler hat soeben die Bratscher und Cellisten zur Verkündung der Ergebnisse zur Jury gerufen. Ich präpariere meine Kamera, folge den jungen Leuten für einige letzte Fotos. Schlussstrich unter einen langen, ereignisreichen Tag.

Von Michael Heinz

Der Bewerbungsmarathon zu Chamber Music Connects the World

Mittwoch, 3. Februar 2010

Seit November 2009 bin ich Praktikantin bei der Kronberg Academy und bin gemeinsam mit Oda Cramer von Laue, speziell für die Durchführung unseres Projekts Chamber Music Connects the World (9. – 19. Mai 2010) zuständig. Ich bin vor allem begeistert über die Möglichkeit, berühmte Musiker wie Gidon Kremer, Tatiana Grindenko, Yuri Bashmet, Steven Isserlis und András Schiff genauso wie junge, talentierte Künstler in meinem Alter kennen zu lernen und zu treffen. In den Bewerbungsprozess der jungen Künstler eingebunden zu sein, ist ein besonderes Zuckerl für mich.

Die Bewerbungsfrist für junge Künstler endete am 4. Januar. Die Auserwählten werden zu unserer Audition Ende Februar eingeladen.  Beworben haben sich über 150 junge Musiker und Musikerinnen, angenommen werden können allerdings nur zwischen zwanzig und dreißig Studenten – also eine echte Auslese muß stattfinden.

4. Januar 2010

Heute ist Bewerbungsschluss. Ich komme aus den Weihnachtsferien zurück und der Stapel an Bewerbungen auf meinem Schreibtisch ist wie erwartet groß. Die Pakete kommen aus allen Teilen der Welt – USA, Kanada, Südkorea, China, Russland, Spanien, Frankreich, Türkei, Österreich – und natürlich aus Deutschland. Ich mache mich daran, die Bewerbungen zu bearbeiten.

5. Januar 2010

Ich bin zuversichtlich, dass ich der Flut an Bewerbungen bald Herr werde. Erstaunt bin ich über die unterschiedliche Qualität der Bewerbungen.

6. Januar 2010

Immer noch arbeite ich an der Überwindung der Flut. Nachmittags beginne ich damit, die CDs mit den Aufnahmen zu kopieren, um sie an unsere externen Juroren weiterzusenden.

7. Januar 2010

Ich bin mitten drin in der Brennorgie. Dabei höre ich mir einige der Einsendungen an und schwelge vor allem in den verschiedenen Interpretationen des Edward Elgar Cello Konzerts.

11. Januar 2010

Die ersten beiden Lieferungen an CDs für die beiden externen Zuhörer gehen raus. Aber ich muss noch weiter CDs brennen.

15. Januar 2010

Am Wochenende werden Prof. Friedemann Eichhorn und Prof. Sandor Karolyi ihren Anhörmarathon beginnen. Ich hoffe, dass sie unseren musikalischen Marathon als angenehmer empfinden als einen echten 42,195 Kilometer langen Lauf.

19. Januar 2010

Der erste externe Zuhörer beendet seinen Marathon und überquert erschöpft die Ziellinie, seine Botschaft an uns weitergebend.

21. Januar 2010

Der zweite Marathonmann überquert die Ziellinie. Leider ist ihm kurz vor Schluss die Puste ausgegangen und ich muss seine Bewertungen per Hand in ein Worddokument eintragen. Herr Eichhorn und Herr Karolyi haben einen Marathon im schönsten Stil und mit dem besten Resultat abgeliefert – herzlichen Dank!

Freitag, 22. Januar 2010

Heute ist der Tag der Entscheidung durch Raimund Trenkler und Oda Cramer von Laue. Ich empfinde es als sehr spannend, beim Entscheidungsprozess hautnah dabei zu sein.  Es sind sehr viele Bewerber, sehr gute Bewerbungen und wenig Plätze. Dementsprechend fällt die Auswahl schwer. Schließlich sind wir überzeugt, dass wir hier einige Talente gefunden haben. Leider kann ich mich nicht rückhaltlos freuen, da ich weiß, dass ich am Montag an viele Bewerber Absagen schreiben muss. Die Aussicht, danach auch Zusagen ausschicken zu können, tröstet nicht.

Montag, 25. Januar 2010

Wir freuen uns schon auf die Audition. Jetzt gibt es aber noch viel zu tun und vorzubereiten.

Persönliche Gedanken und Reflektionen von Teresa Hofstetter

Chamber Music Connects the World ¦ Application for young artists

Dienstag, 1. Dezember 2009

Senior and Junior or Father and Daughter Yuri and Ksenia BashmetChamber Music Connects the World has taken the idea of Rudolf Serkin, who many years ago set up a summer school in Marlboro, and reworked it to become a highly acclaimed project that is the only one of its kind in Europe. It gives exceptionally talented young musicians the chance to play in chamber music ensembles with some of the great instrumentalists on the international music scene.

It also broadens the traditional teacher-pupil relationship in that they work on pieces by playing them together. Playing together in concerts is the highlight of this formative experience for the participants. Through their personal involvement as “Seniors” in this project, great musicians, such as Yuri Bashmet and Gidon Kremer, support Kronberg Academy in its aim to educate and provide a sound promotional platform for a new generation of chamber musicians.

Our next Chamber Music Connects the World will be held from 9 to 19 May 2010.

Application for young artists
Applications are invited from young violinists, viola players and cellists who were born in 1982 or later. Application must be made in writing by 4 January 2010 at the latest. The following documents must be enclosed with the application form:
Recommendation / reference by a well-known artist
(Artistic) curriculum vitae
Statement
explaining why you want to take part in Chamber Music Connects the World
Recent sound recording (CD) – marked with the date of the recording and signed – of the following works:
Violin/Cello Classical sonata and First movement of a Romantic concerto.
Viola Schumann Märchenbilder or a Brahms sonata and Stamitz Concerto in D major or Hoffmeister Concerto in D major For more information please visit our website.

Selection of applicants and auditions
The applicants will be selected first on the basis of the recordings and documentation submitted. Therefore please ensure that you provide a good quality recording! Only a few applicants who are placed on the shortlist will then be invited to take part in live auditions. Applicants who are invited to the auditions will be contacted by 1 February 2010 at the latest.

The auditions will be held on 22 February 2010 in Kronberg im Taunus. The members of the jury will be Yuri Bashmet, Gidon Kremer and Raimund Trenkler (Artistic Director of Kronberg Academy).

Applicants will play chamber music works with members of the Kuss Quartet. They will be sent information about the works to be played with the invitation to the audition.

Accommodation
Juniors will be given a fixed daily allowance for the duration of their stay. The allowance is intended to cover the cost of board and accommodation. Kronberg Academy will arrange private accommodation in Kronberg for the length of the project. On request, however, we will be pleased to send you a list of hotels and guest houses. (Please note that the cost of hotel accommodation must be borne by the applicant.)

The works
During the preparation phase of Chamber Music Connects the World some 15 chamber music works for strings – from trios to octets – will be explored. The following pieces (and others) will be played:
Ludwig van Beethoven: String quartet No 14 in C sharp minor Op. 131
Gustav Mahler: Piano quartet in A minor
Felix Mendelssohn Bartholdy: Piano sextet in D major Op. 110
Franz Schubert: Piano quintet in A major “The trout” D 667
Carl Vine: String quintet

The art of instrumentation – a tribute to Glenn Gould and Johann Sebastian Bach
This year’s Juniors will also be taking part in a special project initiated by Gidon Kremer to mark the tenth anniversary of Chamber Music Connects the World. Ten contemporary composers (including Giya Kancheli, Alexander Raskatov, Stevan Kovacs Tickmayer, Raminta Serksnyte, Georgs Pelecis, Carl Vine and Leonid Desyatnikov) are composing new arrangements of ten piano works by Johann Sebastian Bach from Glenn Gould’s repertoire for string ensembles. The ten works will be rehearsed and performed by the ensembles during Chamber Music Connects the World.

The ensembles
An appropriate number of ensembles will be formed to perform the 15 or so chamber music works. Each ensemble will include one Senior as a teacher and chamber music partner. Each Senior will be in charge of several ensembles. The intention is for each Junior to have the opportunity to play chamber music with at least two of the teachers and will therefore be assigned to the appropriate number of ensembles.

Juniors will be allocated to the different chamber music ensembles and works on the basis of the auditions (see above) and their applications. The decision will be taken by the Director of Kronberg Academy in consultation with the teachers. It may be possible to take account of requests to work with specific chamber music partners or to play specific pieces. Juniors will be informed no later than 9 March 2010 about the ensembles in which they will be playing and will be sent copies of the music.

Procedure
Rehearsal phase

The ensembles follow a fixed programme of rehearsals, which should give each Junior the opportunity to play in ensembles alongside three Seniors. Rehearsals for the chamber music ensembles will generally take place in the afternoon.

Concerts 15 – 19 May 2010
Chamber Music Connects the World will culminate in five concerts in Kronberg, in which all ensembles will perform.

Chamber Music Connects the World – a Kronberg Academy project, supported by the Crespo Foundation.

More information


Mit Musik – Miteinander ¦ Diashow

Mittwoch, 25. November 2009

Eindrücke vom Kammermusikprojekt Mit Musik – Miteinander.

Alle Fotos: Copyright Andreas Malkmus

Mit Musik – Miteinander ¦ Interview mit der Teilnehmerin Eszter Kruchió

Montag, 16. November 2009

Vom 6. bis 8. November fand zum zweiten Mal in diesem Jahr unser Kammermusikprojekt Mit Musik – Miteinander statt. Unsere Praktikantin Melina Langhanns, die für dieses Projekt auch mitverantwortlich war,  hat die Gelgenheit genutzt und die Teilnehmerin Eszter Kruchió befragt.

Teilnehmerin Eszter Was erwartest Du von diesem Wochenende?
Ich erwarte und hoffe, dass Mit Musik – Miteinander ein einprägsames musikalisches Erlebnis wird, dass ich andere in meinem Alter kennen lernen werde, die ähnliche Interessen haben, zumindest was Musik betrifft. Außerdem werden vielleicht Kontakte geknüpft, die für den weiteren musikalischen Werdegang oder auch einfach nur für das weitere persönliche (musikalische) Leben nachhaltig sein könnten.

Da ich wahnsinnig gerne Kammermusik spiele, erwarte ich viele schöne musikalische Momente, viel musikalische Arbeit und zahlreiche Anregungen von den Dozenten. Es würde mich besonders freuen, eine neue Art des Zuganges zur Musik kennen zu lernen, andere Methoden zu erarbeiten, andere Ansichten, neue Arten auf einem Instrument zu spielen. Ich glaube, es ist besonders wichtig, eine so vielseitige Ausbildung wie möglich, so vielseitige und verschiedene Anregungen wie nur möglich zu bekommen, um auch selber vielseitig und kritisch (auch das muss man lernen!) sein zu können.

Weshalb hast du dich beworben?
Erstens habe ich auf der Homepage der Kronberg Academy ein bisschen gestöbert und habe viele sehr interessante und anspruchsvolle Ausbildungsmöglichkeiten und Förderungswege gefunden. Außerdem fand ich unter den ehemaligen Teilnehmern von Mit Musik – Miteinander Namen von Musikerkollegen, die ich sehr schätze. Auch die Assistentin meines Geigenprofessors, die selber sehr viel Kammermusik spielt (ehem. Mitglied des Hagen-Quartetts; Mitglied des Klangforum Wien) hat es mir sehr ans Herz gelegt mich zu bewerben. Sie meinte, es wäre eine tolle Erfahrung.

Teilnehmerin Eszter Kruchió Natürlich haben mich auch der künstlerische Beirat der Kronberg Academy beeindruckt: Kremer, Bashmet und Rostropovich sind Namen mit einer besonderen Anziehungskraft. Besonders Gidon Kremer schätze ich sehr, seine Aufnahmen und Bücher sind sehr beeindruckend und sowohl musikalisch als auch historisch interessant.

Die Möglichkeiten in so großen Besetzungen, wie in einem Sextett oder Oktett zu spielen, sind leider nicht sehr häufig. Sechs oder acht Leute sind sehr schwer vereinbar, Probentermine zu finden ist kaum möglich. Dies ist also auf jeden Fall eine vielleicht nicht einmalige, aber doch seltene Möglichkeit.

Mein Interesse an diesem breit gefächerten Spektrum von Ausbildungsmöglichkeiten, besonders an Mit Musik – Miteinander,  wurde also geweckt – und schon schrieb ich meinen Lebenslauf.

Wie bist Du auf Mit Musik – Miteinander aufmerksam geworden?
Ich habe von Fr. Glanzmann, der Vorsitzenden von Prima la Musica, wie jeder Preisträger dieses Wettbewerbes, ein Informationsschreiben, in dem auch auf die Homepage der Kronberg Academy verwiesen wurde, inklusive einem Anmeldeformular zugeschickt bekommen.

Hast du schon an vielen Wettbewerben teilgenommen? An welchen?
Ich habe einige Male an Prima la Musica (Landeswettbewerb, Bundeswettbewerb) teilgenommen, solistisch und in verschiedensten kammermusikalischen Besetzungen (Klaviertrio, Streichquartett, Geige-Gitarren-Duo). Außerdem habe ich als kleineres Kind oft an der Döblinger Musikolympiade teilgenommen, ein Wettbewerb für kleine Kinder in einem angenehm-kleinen Rahmen, und zwei Mal an dem Wiener Musikschul-Wettbewerb (Violine-Klavier-Duo; Geigentrio).

Wettbewerbe sind wichtig, vor allem wegen der Vorbereitung, die unglaubliche Fortschritte bewirken kann. Besonders erfreulich war es als Preisträgerin des Wiener Musikschul-Wettbewerbes im Wiener Rathaus zu spielen, und als Preisträgerin von Prima la Musica im Wiener Konzerthaus und im Konzerthaus Klagenfurt zu spielen. Wettbewerbe haben für mich vor allem wegen der eventuellen nachträglichen Förderung einen Reiz.

Trotzdem denke ich, dass man es nicht übertreiben darf. Man geht ein sehr hohes Risiko ein – wenn man selber mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, kann man unter Umständen viel Motivation verlieren.

Schülerin und Lehrer Sind Deine Erwartungen erfüllt worden?
Ob sich meine Erwartungen erfüllt haben? Und wie! Mehr als das: Das Wochenende hat meine Erwartungen wirklich übertroffen.

Da wären erstens die Dozenten. Kirill mit seiner ungewöhnlich klaren und verständlichen Art technische Schwierigkeiten zu erklären und zu lösen. Ich musste aus Wien nach Deutschland zu einem russischen Geiger fahren, um die 2 Arten des Spiccato zu begreifen. Kaori mit ihrem unfassbaren Spieleinsatz. Ihr Gesicht, ihr Körper widerspiegeln in jeder Sekunde, in der sie Musik spielt, ihre Gefühle, ihre Emotionen. Ich hatte noch nie Gelegenheit einen solchen Musiker 3 Tage lang von so nah beobachten zu können. Und schließlich Itamar – so unglaublich feinfühlig. Er nimmt jede kleinste musikalische Veränderung war, geht mit jedem kleinsten musikalischen Impuls mit, achtet auf den Klang und auf die Linie jedes einzelnen Tones. Es war ein Abenteuer mit ihm gemeinsam zu spielen.

Zweitens war es sehr praktisch in der Partitur, auf die Wand projiziert, mitlesen zu können. So konnten wir auch passiv jede Probe ganz genau mitverfolgen. Wenn ich selber gespielt habe, so war es oft sehr hilfreich in die Partitur blicken zu können.

Außerdem hätte ich nicht erwartet, dass wirklich in jeder Probe einige Leute dabei sitzen – das hat die ganze Atmosphäre noch spannender gemacht.

Wir wurden perfekt versorgt, und behandelt wie erwachsene Musiker. Es ist schön zu sehen, dass es Geld für unsere Weiterbildung gibt!

Inwiefern wird sich Mit Musik – Miteinander auf Dein weiteres Spiel auswirken?
Nun, Itamars, Kaoris und Kirills Vorschläge, Bitten, Anregungen, Tipps klingen noch immer in meinen Ohren und ich ertappe mich immer wieder dabei sie selbst meinen Quartettkollegen zu sagen. Mit Musik – Miteinander hat meine ohnehin schon große Freude an der Kammermusik noch mehr vergrößert und bestätigt. Ich gehe jetzt Kammermusikstücke anders an, achte einfach viel mehr auf die grundlegenden Dinge, die wie drei Tage lang “gepredigt” bekommen haben.

Ein fantastisches Wochenende, das sich hoffentlich irgendwann wiederholen wird!

Vielen Dank für das Gespräch Eszter.

Das Interview führte Melina Langhanns

Mit Musik – Miteinander ¦ Interview mit der Teilnehmerin Swantje Asche-Tauscher

Donnerstag, 12. November 2009

Vom 6. bis 8. November fand zum zweiten Mal in diesem Jahr unser Kammermusikprojekt Mit Musik – Miteinander statt. Unsere Praktikantin Melina Langhanns, die für dieses Projekt auch mitverantwortlich war,  hat die Gelgenheit genutzt und die Teilnehmerin Swantje Asche-Tauscher befragt.

Was erwartest Du von diesem Wochenende?
Lehrer und Schülerin Zuerst blickte ich etwas kritisch diesem Wochenende entgegen, da drei Tage ja nicht gerade viel Zeit sind, um die Kammermusikalischen Werke zu erarbeiten und in aufführungsreife Form zu bringen. Dennoch war ich sehr gespannt, zu was für einem Ergebnis das Zusammenarbeiten mit anderen Teilnehmern und mit den Dozenten führen wird! Am größten war jedoch die Aussicht,  Kammermusik unter Anleitung von erfahrenen Musikern machen zu dürfen, da man sich ja sonst doch eher auf sein Solorepertoire konzentriert …

Weshalb hast Du Dich beworben?
Ich habe mich für Mit Musik – Miteinander beworben, da ich bisher öfters Kammermusik gemacht habe, jedoch vorwiegend auf Eigeninitiative und meist ohne Anweisung von erfahrenen Lehrern, was den ganzen Lernprozess erheblich mühsamer machte, so war ich sofort begeistert, mich zu diesem Kurs anmelden zu können, wo man intensiv Kammermusik mit erfahrene Musikern machen kann, und somit viel wertvolles Wissen mitnehmen und viel Spaß an der Musik haben kann!

Wie bist Du auf Mit Musik – Miteinander aufmerksam geworden?
Mir wurden schon öfters Flyer über Jugend musiziert zugeschickt, und ich kannte schon Freunde, welche diesen Kurs mitgemacht hatten und sehr begeistert davon waren. So zögerte ich nicht, mich ebenfalls anzumelden.

Sind Deine Erwartungen erfüllt worden?
Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt! Schon allein der Empfang war so herzlich und alles war so nett hergerichtet, eine perfektere Organisation kann man sich kaum wünschen! Und ich staunte sehr, wie unglaublich viel Wissen die jungen Dozenten hatten und uns weitergaben. Es war eine sehr gute Balance zwischen konzentrierter Arbeit und Spaß an der Musik vorhanden, was doch sehr angenehm war. Am Besten gefiel mir das gemeinsame Abschlusskonzert zusammen mit den Dozenten in den Räumen des Museums!

Hast Du schon an (vielen) Wettbewerben teilgenommen? An welchen?
Ehrlich gesagt habe ich immer regelmäßig bei Jugend musiziert mitgemacht, da dies wohl der bekannteste und ansprechendste Wettbewerb unter Jugendlichen ist. Aber langsam komme ich in ein Alter, wo man sich nicht nur im Deutschen Raum umschauen sollte, sondern sich auch den internationalen  Maßstäben stellen sollte … Für weiterführende Fördermaßnahmen, sei es das Bundesjugendorchester oder der Verleih von Instrumenten, ist dieser Wettbewerb ideal.

In wiefern wird sich Mit Musik – Miteinander auf Dein weiteres Spiel auswirken?

Da ich nun an der Hochschule auch Kammermusikunterricht erhalten werde, kann ich nun mein erweitertes Wissen bezüglich der Kammermusik direkt anwenden und weiter vertiefen und vielleicht besteht die Möglichkeit später Mal bei Chamber Music Connects the World teilzunehmen und mein Wissen immer mehr zu erweitern.

Danke für das Gespräch Swantje.

Das Interview führte Melina Langhanns

Kammermusikprojekt ¦ Mit Musik – Miteinander: 100 % Miteinander und Füreinander

Montag, 9. November 2009

Mit Musik - Miteinander 02/2009 Näher als an diesem Wochenende hätten wir der Kammermusik kaum kommen können: Die jungen Dozenten Kirill Troussov, Kaori Yamagami und Itamar Ringel verschmolzen (musikalisch, räumlich und wärmetschnisch) mit den Zuhörern und dem Team in unserem Studio in der Streitkirche. Es wurden einige der schönsten Kammermusikwerke geboten und das in dazu geradezu geschaffenen Räumlichkeiten im Museum und in den Master Studios der Streitkirche.

Gebannt verfolgten wir die Partituren, gingen bei der aufsteigenden Melodie im Lerchenquartett mit, litten mit Brahms im G-Dur Streichsextett, erlagen Kaoris Mit Musik - Miteinander 02/2009 Musizierfreude und erlebten Itamar als Dirigent, Bratscher und Lehrer. Die 9 Teilnehmer – Preisträger von “Jugend musiziert” (Deutschland) und “Prima la Musica” (Österreich) – waren allem so offen gegenüber und vernetzten sich – schön die verschieden “Sing sangs” aus Wien, Graz, Stuttgart, Augsburg, russische Anklänge, hebräisch und eglisch. Es gab ein Wiedersehn mit der jungen Bratscherin Irina (sie war im Mai schon dabei) und mit Nicolai, dem Cellisten, der schon beim Cello Festival passiv dabei war.

Im Publikum die kleine, höchstens fünfjährige Deutsch-Japanerin mit Mutter fasziniert in der ersten Reihe, der aus Engalnd angereiste Kammermusikliebhaber, die Kanzlei aus Frankfurt, die mit 12 Personen vorbeigekommen war und viele Kammermusikliebhaber aus der Region… Wir waren im Bann von Schubert und Mozart und verwandelt durch das Wechselspiel in Mendelssohn-Bartholdys Oktett – die leicht aufblitzenden Pralltriller, die klare Geige von Kirill, die souveränen Bratschenläufe von Itamar und der sonore Celloklang von Kaori – es war schön und wir haben ein wirklich intensives Wochenende erlebt!

Für alle die nicht dabei sein konnten – das nächste Mit Musik – Miteinander findet statt vom 9. bis 11. April 2010 mit Alina Ibragimova, Itamar Ringel und Nicolas Altstaedt!

von Mareile Zürcher

Kammermusikprojekt ¦ Das Programm für Mit Musik – Miteinander steht fest

Dienstag, 3. November 2009

Zum zweiten Mal in diesem Jahr laden wir vom 6. bis 8. November 2009 zum Kammermusikworkshop „Mit Musik – Miteinander” ein. Neun junge Musikerinnen und Musiker im Alter zwischen 15 und 20 Jahren aus Deutschland und Österreich – alle Bundespreisträger der Wettbewerbe „Jugend musiziert” und des österreichischen Pendants „Prima la Musica” – werden gemeinsam mit drei in der Musikwelt bereits erfolgreich etablierten jungen Künstlern anspruchsvolle Kammermusikwerke einstudieren.

Ihre Dozenten sind der aus St. Petersburg stammende Geiger Kirill Troussov, der israelische Bratscher Itamar Ringel und die kanadische Cellistin Kaori Yamagami. Die drei, die inzwischen schon überall in der Welt mit großen Orchestern und renommierten Kammermusikpartnern auftreten, waren in den Jahren 2006 und 2008 „Juniors” bei Chamber Music Connects the World” – unserem international renommierten Kammermusikprojekt -  wo sie eine Woche lang gemeinsam mit weltberühmten Musikern wie Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Steven Isserlis und András Schiff probten und konzertierten. Eine inspirierende Erfahrung, die sie jetzt im Sinne eines Generationenvertrages an die talentierten Nachwuchsmusiker weitergeben. Gleichzeitig können sie in ihrer Führungsrolle als Dozenten wertvolle pädagogische Erfahrungen sammeln.

Auf dem Probenplan stehen das Streichtrio B-Dur von Franz Schubert, der 3. Satz des Streichquartetts Nr. 18, KV 464 von Wolfgang Amadeus Mozart, der 1. Satz des Streichoktetts op.20 Es-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy, der 3. Satz des Streichsextetts Nr. 2 G-Dur op. 36 von Johannes Brahms und der 1. Satz des „Lerchenquartetts” op. 64 von Joseph Haydn.

Die Proben im 2. Stock der Streitkirche in den Räumen des Kronberg Academy Masters sind öffentlich, der Eintritt frei. Musiziert wird in unterschiedlichen Besetzungen am Freitag, 6. November, von 15 bis etwa 19.30 Uhr, Samstag von 10 bis etwa 20 Uhr und Sonntag ab 10 Uhr. Um 15 Uhr geht der Workshop dann mit einem musikalischen Ausklang in den Räumen des Kronberger Malermuseums im 1. Stock der Streitkirche zuende.

Eingeladen zum Zuhören sind alle Musikliebhaber und Kammermusikfreunde, insbesondere Schülerinnen und Schüler, die selbst ein Instrument spielen. Sie können hautnah miterleben, wie spannend das gemeinsame Erarbeiten von Kammermusikwerken sein kann.

Das Projekt „Mit Musik – Miteinander” der Kronberg Academy wird getragen von der Crespo Foundation.

Über Ihren Besuch freuen wir uns!

Kammermusikprojekt ¦ Mit Musik – Miteinander wirft seine Schatten voraus

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Kaum ist das große Cello Festival vorbei, bleibt keine Zeit für eine Pause, da ein nächstes Projekt ansteht: Vom 6. bis 8. November findet wieder das Kammermusikprojekt „Mit Musik – Miteinander“ statt. Im Gegensatz zum Cello Festival, bei dem über 50 Künstler zu Gast in Kronberg waren, handelt es sich bei „Mit Musik – Miteinander“ um drei junge Nachwuchskünstler (Violine, Viola, Cello), die zusammen mit 9 Schülern (im Alter von 12 bis 20) kammermusikalische Werke erarbeiten. Während im Mai dieses Jahres bei „Mit Musik – Miteinander“ u. a. der Pianist Martin Helmchen Dozent war, wird es im November eine reine Streichergruppe geben.

Die Dozenten werden Kirill Troussov (Violine), Itamar Ringel (Viola) und Kaori Yamagami (Violoncello) sein.

Der 27-jährige Kirill Troussov ist in St. Petersburg geboren, studierte am Rimsky-Korsakov-Konservatorium, dann in Köln und München und ist mittlerweile so bekannt, dass er Einladungen von berühmten Orchestern erhält, wie z. B. der Staatskapelle Berlin, den Münchner Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig und dem Russischen Nationalorchester.

Der Bratschist Itamar Ringel, der seine musikalische Ausbildung in Jerusalem begann, studiert derzeit an der Hochschule für Musik „Hanns-Eisler“ in Berlin bei Tabea Zimmermann.

Kaori Yamagami, die schon mit drei Jahren ein Cello in der Hand hielt, hatte mit sechs Jahren ihren ersten öffentlichen Auftritt.  Das Ausnahme-Talent studierte am Curtis Institute of Music in Philadelphia, am New England Conservatory in Boston bei Paul Katz und seit 2003 bei Frans Helmerson an der Kölner Musikhochschule. Kein Wunder, dass Kaori zahlreiche Preise gewann und mit internationalen Orchestern, wie dem Montreal Symphony Orchestra, gastierte.

Alle drei Nachwuchsmusiker haben, wie üblich, eine Gemeinsamkeit: Sie haben beim Kammermusikprojekt „Chamber Music Connects the World“, dem „Mutter-Projekt“ von „Mit Musik Miteinander“ als „Juniors“ teilgenommen, d. h. sie musizierten u. a. zusammen mit Künstlern wie Yuri Bashmet, Gary Hoffman oder Gidon Kremer.

Nun sollen die „Juniors“ bei „Mit Musik – Miteinander“ junge Instrumentalisten im Alter von 12-20 Jahren unterrichten. Und das hoffentlich auch diesmal mit Erfolg!

Beworben haben sich ca. 35 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Österreich, die meisten auf Einladung der Wettbewerbe „Jugend musiziert“ und „Prima la musica“, dem österreichischen Pendant. Schließlich ist die Bedingung für die Teilnahme an „Mit Musik Miteinander“, Bundespreisträger einer dieser Wettbewerbe zu sein.

Das Kammermusikprojekt wird traditionell von uns Praktikanten organisiert, als erstes „eigenes“ Projekt, und nun hoffen wir natürlich, dass alles gut über die Bühne geht!

von Cynthia Dietterle

Mit Musik – Miteinander ¦ Interview with Bracha Malkin

Donnerstag, 4. Juni 2009

At the end of May nine talented young musicians aged between 13 and 19 years from Germany and Austria came to Kronberg for our chamber music workshop Mit Musik – Miteinander (Making Music Together).

Bracha Malkin Foto: Copyright Andreas Malkmus

Bracha Malkin Foto: Copyright Andreas Malkmus

Twice a year, as part of an initiative by the Crespo Foundation, young musicians who have won a first prize in Germany’s young musician competition, “Jugend musiziert” or the Austrian “Prima la Musica” have the chance to play together with the teachers who were “Juniors” in the Chamber Music Connects the World project.

This year the young tutors were Bracha Malkin (violin) from New York, Marie-Elisabeth Hecker (violoncello), young soloist on the Kronberg Academy Master courses and Martin Helmchen (piano). The responsible job of the organisation has been taken by the trainees of the Kronberg Academy like me and Ingrid Scheuermann. During the rehearsal time we got the opportunity to talk with Bracha Malkin about her stay in Kronberg and her impressions of “Mit Musik – Miteinander”.

1. Is it the first time that you give lessons in chamber music?
This is not the first time that I have given lessons in chamber music.

2. How did you prepare for “Mit Musik – Miteinander”?
To prepare for Mit Musik – Miteinander, I chose repertoire which I thought would be beneficial for learning specific skills related to chamber music and also, just for the enjoyment of the players.

3. How did you become teacher at “Mit Musik – Miteinander”?
To become a teacher at Mit Musik-Miteinander, I was first a junior at Chamber Music Connects the World last June in Kronberg where I had the privilege to learn from the great artists of today who encompass solo, chamber and teaching careers. After this experience, I was invited to participate in Mit Musik – Miteinander.

4. At “Chamber Music Connects the World” you were student and this time you take up the opposite position of a teacher. How do you feel this reversal of roles?
The reversal of the roles junior/teacher is an amazing experience. I felt very honoured to hopefully pass on some tradition and information to new young musicians. The role reversal felt natural and I felt a big responsibility to share ideas on how to prepare young musicians for the joy of music-making.

5. What can you tell us about the students you were teaching to? In which way do the students improve their playing? Do they make progress?

The students that participated were wonderful. They were enthusiastic, eager to dive into the techniques and music-making aspects of the music. They were focused and improved a great deal from the beginning of the rehearsal to the end. Each day was like a totally new group, which had been working for many hours together. By the finale, they were united for the music and what an exciting concert they all performed.

6. How do you feel if you play together with the students?
I enjoyed playing with the students very much because of their desire to achieve the best results. It is inspirational to find students who participate for the sole reason to learn and create music.

7. How would you describe the atmosphere during “Mit Musik – Miteinander”? Did you enjoy the time? Why?
The atmosphere at Mit Musik – Miteinander is fantastic. Friendly, conducive for work, everyone is taken good care of and most importantly it was fun for each of us. We were all placed in a setting where music comes first and what a place and institution to be inspired from. Such wonderful artists spend their time in Kronberg and share their wealth of knowledge with many young up and coming artists and I feel privileged to have been asked to participate in Mit Musik – Miteinander.

Interview: Cynthia Dietterle und Ingrid Scheuermann

Mit Musik Miteinander ¦ Diashow

Donnerstag, 28. Mai 2009

Vom 22. bis 24. Mai 2009 fand unser Kammermusikprojekt Mit Musik – Miteinander statt.  Zehn hochbegabte junge Musikerinnen und Musiker aus Deutschland und Österreich – Bundespreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert” und des österreichischen Pendants „Prima la Musica” – hatten die Gelegenheit, unter Anleitung von der Geigerin Bracha Malkin, dem Pianist Martin Helmchen und der Cellistin Marie-Elisabeth Hecker Kammermusikwerke einzustudieren.


Alle Fotos: Copyright Andreas Malkmus

von Ulrike Schmid

Mit Musik – Miteinander ¦ Hilfe, wer spielt die 2. Geige?

Dienstag, 19. Mai 2009

„Mit Musik – Miteinander”, so heißt eines der Projekte der Kronberg Academy, bei dem nicht ein einziges Instrument, sondern Streicherensembles im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Dass die Kronberg Academy sich nicht nur der Ausbildung junger Solokünstler widmet, sondern auch der Kammermusik, wusste ich bereits vor meinem Praktikum, das ich in der letzten Märzwoche begann. Doch die ersten Tage und Wochen in der Kronberg Academy standen ganz im Zeichen eines einzigen Instruments: die Geigen Meisterkurse standen vor der Tür! Als langjährige begeisterte Hobby-Geigerin war ich natürlich glücklich darüber, die Vorbereitungen (die sich zu diesem Zeitpunkt schon im Endspurt befanden!) und die Durchführung miterleben zu können.

Die Geigen Meisterkurse und Konzerte liegen erst einige Tage zurück, doch schon beginnt das nächste, etwas kleinere, aber nicht weniger interessante Projekt: „Mit Musik – Miteinander”. Auch dieses Projekt erwarte ich mit Spannung, denn als Geigerin mache und mag ich Kammermusik.

Während der Geigen Meisterkurse also schien dieses Kammermusikprojekt zunächst noch weit weg zu sein. Doch Ende April brach Hektik aus – die Stimmen mussten unter den Teilnehmern aufgeteilt werden („Hilfe, wie erkenne ich an einem Kurzlebenslauf, ob jemand 1. Geige oder doch eher 2. Geige spielen sollte?” „Ist das Tchaikovsky-Streichquartett wirklich so leicht wie es auf den ersten Blick aussieht – am Anfang sind immer die gleichen Töne!?”), und gerade noch rechtzeitig wurden die Noten zur Post gebracht. Leider nicht alle, denn noch immer fehlten uns noch zwei Teilnehmer, um alle geplanten Ensembles (Streichquartette, Streichquintette, Klavierquartette) bilden zu können.

Inzwischen war mir die Hauptorganisation von „Mit Musik – Miteinander” zugeteilt worden. Erst wenige Wochen bei der Kronberg Academy und schon mein eigenes Projekt …! Eine meiner Aufgaben bestand darin, noch geeignete Teilnehmer zu finden. Das ist mittlerweile geglückt! Doch jetzt, so kurz vor Beginn des Projekts, gibt es immer noch einiges zu tun: Die Teilnehmer wollen mit allen Informationen versorgt werden, die Technik wie z.B. Beleuchtung und Tontechnik muss geklärt werden, das Freizeit- und Rahmenprogramm will organisiert sein und alle Ablaufpläne müssen kontrolliert und aktualisiert werden. Die neue Praktikantin Cynthia Dietterle, die seit den Geigen Meisterkursen dabei ist, hilft mir tatkräftig dabei. Gemeinsam kümmern wir uns um das bevorstehende Projekt, und werden hoffentlich auch das nächste „Mit Musik – Miteinander”, das vom 6.-8. November stattfinden wird, eigenverantwortlich vorbereiten und durchführen. Die Erfahrungen, die wir dafür brauchen, können wir zurzeit sammeln.

Ich bin schon sehr gespannt, wie das kommende Wochenende, 22.-24. Mai, verlaufen wird: Die meisten Vorbereitungen für „Mit Musik – Miteinander” sind getroffen, es fehlen nur noch die Details zur Durchführung wie z.B. Ausstattung der Räumlichkeiten in der Streitkirche in Kronberg, die Verpflegung der Teilnehmer und Dozenten, die Programm- und Ablaufpläne zum Aushängen usw. Ich bin zuversichtlich, dass alles klappt und hoffe, dass viele Interessierte von Freitag 15 Uhr bis Sonntag 15 Uhr den Weg in die Streitkirche in Kronberg finden!

Ingrid Scheuermann