Archiv für die Kategorie „Konzerte/Concerts“

Masters in Performance – Junge Solisten begeistern Kronberger Musikfreunde

Mittwoch, 23. Juni 2010

Kronberg bot am vergangenen Wochenende Musikfreunden ein prall gefülltes Konzertrogramm mit diversen Auftritten an mehreren Spielorten. Während die Jungen Solisten des Studienganges “Kronberg Academy Masters” vom Freitagabend bis zum späten Sonntagnachmittag musizierten, trat parallel Gidon Kremer drei mal mit Musikern  der Kremerata Baltica im Opel-Zoo auf. Das Konzert stand unter dem Motto “Tierharmonisches Konzert” (hierzu folgt ein separater Beitrag).

Pünktlich um 18.00 Uhr am Freitag  dem 18. Juni begannen die “Masters in Performance”-Auftritte der Jungen Solisten im Kronberger Maler-Museum. Das Besondere der “Masters in Performance” Reihe besteht darin, dem Publikum konzentriert hochtalentierte junge Musiker zu präsentieren, für die diese Konzerte zugleich den Abschluss des Studienjahres an der Kronberg Academy bilden. Zuhörer hatten überdies die Möglichkeit, einzelne oder sämtliche Konzerte zu besuchen. Ein einmaliges Angebot somit für Musik-Interessierte in und um Kronberg. Man konnte so auf  höchstem Niveau spielende junge Kammermusiker erleben, die bereits schon in namhaften Häusern als Solisten Konzerte geben.  Die elf Musiker (Valeriy Sokolov mußte in letzter Minute absagen) repräsentierten mit Ihrer Werkauswahl ein aussergewöhnlich reichhaltiges Programm, in dem auch von einigen Solisten gezielt Kompositionen ihrer fernöstlichen Heimat einbezogen wurden.

Den Anfang mit 2 Konzerten machten Benedict Klöckner und Peijun Xu, die zugleich ihr Examens-Abschlusskonzert gab.  Peijun Xu wurde von Evgenia Rubinova begleitet während Benedict Klöckner zusammen mit Anna Naretto spielte.  Am Samstag, dem 19. Juni folgten dann 5 weitere Solisten aus dem genannten Studien-Programm der Kronberg Academy.

Dai Miyata aus Japan sorgte für den Auftakt am Samstag.  Dai spielte Werke von Beethoven, Toshiro Mayuzumi ( ein sog. Bunraku für Cello Solo) sowie von Manuel de Falla.

Soojin Han (Violine), die aus London angereist war, gab in Begeleitung ihrer Pianistin Yumiko Urabe ein eindrucksvolles Konzert mit Werken von Brahms, des koreanischen Komponisten Isang Yun (“Kontrast 1″ ) und von Camille Saint-Saens. Nicht minder hinreißend waren dann die Auftritte von Gabriel Schwabe (Cello),  Eri Sugita Viola) und der aus Berlin angereisten Geigerin Alina Ibragimova.

Der dritte Konzerttag begann am am Sonntagvormittag. Alicja Smietana und Yumiko Urabe am Klavier ließen Werke der polnischen Komponisten  Lutoslawski und Szymanowski erklingen.  Vilde Frang eröffnete die Nachmittags-Konzerte mit einem äußerst anspruchsvollen Werk für Solo Violine von Bela Bartok.Die Zuhörer quittierten ihren Auftritt  mit begeistertem Applaus.  Es folgte Andreas Brantelid (Cello) begleitet von Anna Naretto, die Werke von Beethoven, Lindgren und Robert Schumann zum Klingen brachten.

Für den krönenden Abschluss sorgte der Auftritt von Alexander Sitkovetsky, der von seiner Mutter Olga Sitkovetsky am Klavier begleitet wurde. Saschas Darbietungen enthielten Stücke von Mozart, Grieg und das Werk “Tzigane” von Maurice Ravel. Nach seiner fulminanten Zugabe des Stückes “Czardas” von Vittorio Monti war der die Begeisterung auf dem Höhepunkt. Die Zuhörer in der sehr gut besuchten Räumlichkeit klatschten emphatisch Beifall und feierten Mutter und Sohn.

Stephen Potts, Leiter des Studienprogramms “Kronberg Academy Master”, war sichtlich zufrieden mit der musikalischen Qualität und vor allem auch mit der  Resonanz bei den Zuhörern.  Ein Fortsetzung dieser Reihe im kommenden Jahr wird sich so mancher Besucher im Stillen schon jetzt gewünscht haben. Vergessen waren für Stunden die Aufregungen rund um die Fußball-WM, denn die Jungen Solisten hatten es vermocht,  die Aufmerksamkeit auf Werke der Kammermusik und fernöstliche Klangwelten zu lenken.

Die jüngste Zuhörerin war die kleine Amelie Haumer, 6 Jahre jung. Sie und Ihre Mutter hatten viel Freude an den Konzerten. Die kleine Amelie, so erfuhr ich, spielt seit ihrem 4. Lebensjahr Klavier und übt derzeit sehr fleißig den “Frühling” von Vivaldi. Mutter und Tochter schienen äußerst angetan von den Darbietungen der Jungen Solisten und so mancher Besucher war angetan von der Art und Weise, wie die junge Zuhörerin die Musik auf sich wirken ließ.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team – Mareile Zürcher

Freitag, 14. Mai 2010

Mareile Zürcher, der gute Geist der Kronberg Academy und organisatorisches Supertalent was komplexes Projektmanagement angeht, feiert heute am 14. Mai 2010 ihren neunundzwanzigsten Geburtstag. Viele Team-Mitglieder, Künstler und Musiker – Seniors und Juniors -  waren in der Stadthale Kronberg versammelt, als man ihr Blumen, Süßes und auch ein Ständchen von Gidon Kremer darbieten durfte, um der Freude Ausdruck zu verleihen.

Welch ein Tag für Mareile – gleichwohl mitten im Projekt steckend und viele noch anstehende Herausforderungen bei Chamber Music Connects the World vor sich. Aber wen wunderts, Mareile bleibt  auch hier cool und gut gelaunt.  Der Wonnemonat Mai läßt grüßen.

Während die Proben ab 11.00 also gleich wieder weiterlaufen und das volle Programm von Chamber Music Connects the World für diesen Tag wie immer höchst professionell seinen Lauf nimmt, zelebrieren derweil Mareile und diverse Mitarbeiter(innen) der Kronberg Academy über Mareiles gute Laune und Stimmung.

Eine kurze Foto-Reportage mit freundlicher und spontaner Unterstützung von Hobby-Fotografin Sabine Fritzen erstellt. Bleibt noch anzumerken,  dass auch diese Mini-Reportage  aus dem konstruktiven und spontanen Team-Geist heraus geboren wurde.

Ein Hoch auf Mareile !

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Gidon Kremer probt Beethoven Streichquartett op. 131

Mittwoch, 12. Mai 2010

Alle waren gespannt: wie würden die ersten nicht-öffentlichen Proben zu Beethovens Streichquartett Nr. 14  cis-Moll op. 131 (Orchesterfassung) verlaufen. Maestro Kremer scharte 14 Juniors um sich, die Probe begann am Dienstag um 11.00 Uhr. Mit dabei waren Soojin Han ( Vl1), Sascha Sitkovetsky (Vl1), Sueyon Kim ( Vl1), Valery Sokolov ( Vl2), Jana Ozolina (Vl2), Agata Szymczewska (Vl2), Jerome Benhaim (Vl2), Lily Francis (Vla), Adrien la Marca (Vla). Tali Kravitz (Vla), Istvan Vardai (Vc), Benedikt Klöckner (Vc), Julian  Arp (Vc) und Sophie Lücke am Kontrabass. Ein sehr sehr kompliziertes Stück, so hatte es mir Istvan Vardai noch am Sonntag Nachmittag geschildert.  Mit seinen sieben durchgehenden Sätze stellt es die Musiker permanent vor beachtliche Probleme. Dieses Quartett wird häufig als letztes experimentelles Werk von Ludwig van Beethoven betrachtet. Die ineinander übergehenden Sätze (Beethoven bevorzugte den Begriff  “Stücke”), so schreibt Gerd Indorf, sind von sehr unterschiedlichen Längen und bergen vielfältige formale und kompositionstechnische Elemente -  dazu kommen instrumentatorische Effekte wie pizzicato oder das Spiel auf dem Griffbrett (sul ponticello). All dies verbindet sich nach Gerd Indorf zu einem neuen musikalischen Organismus, der mit der klassischen Terminologie nur unzulänglich beschrieben werden kann.

Wie hat der fotografierende Blogger der Academy dies erlebt? Es folgen einige höchst überraschende  fotografische Momentaufnahmen von dieser musikalischen Schwerstarbeit für die Juniors. Aber wie man im Laufe dieser kleinen Foto-Reportage unschwer entnehmen kann, ging  es zum Schluß sehr gelassen und bisweilen auch humorvoll zu – wie gut, daß neben höchster Konzentration auch am Ende das Lachen obsiegte! Ja,  so werden Mammutaufgaben erfolgreich angegangen….

Das werte Publikum darf hören und staunen, wenn am kommenden Montag (17. Mai, Johanniskirche)  dieses überaus facettenreiche Werk zur Aufführung gelangt!

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Vorhang auf!

Sonntag, 9. Mai 2010

….. und dass es funkt wie immer!

Istvan Varda und Nicolas Altstaedt in bester Laune

Es ist ein grauer  Sonntag Nachmittag hier in Kronberg. Fast alle eingeladenen 22 Juniors sind in der Stadthalle, um die Begrüßung pünktlich um 15.00 Uhr aus dem Munde von Raimund Trenkler zu hören. Ein herzliches Danke-Schön wird Ihnen entgegengerufen und noch einmal die Besonderheit dieser Veranstaltung herausgestellt. Im Halbrund sitzend, lauschen die aus vielen Ländern angereisten jungen Künstler den ersten organisatorischen Hinweisen bezüglich der bevorstehenden Proben und der diversen Lokationen, in denen diese stattfinden. Raimund Trenkler ist stolz, dass die Veranstaltung nun im 10. Jahre ihres Bestehens (das 6. mal) in unserer Stadt erfolgen kann. Ein tolles Jubiläum!

Nach dem kurzen, informellen Eröffnungs-Procedere sind die Musiker sehr gespannt auf die Probenpläne, von denen Sie bisher noch keinerlei Details kannten. Dann um 15.30 Uhr werden die vorbereiteten Mappen mit den Probenplänen an alle verteilt und kurz darauf vertiefen sich alle Anwesenden geschäftig in die Listen, um Details Ihrer Probenarbeiten begierig aufzunehmen.

Istvan Vardai, der junge Mann aus Budapest verrät mir noch enthusiastisch , dass er sehr gespannt sei auf die Probenarbeiten zu dem von ihm sehr geschätzen Beethoven Streich-Qartett op. 131. „Ein verrücktes Stück, so Istvan, sein Lachen und seine Begeisterung machen mich neugierig, denn für mich ist das Erleben dieses Werkes eine Premiere  – welch ein Ausblick!

Zum Glück braucht Istan sich nicht lange in Geduld zu üben, denn es ist das erste Stück an diesem Nachmittag, welches unter der Anleitung des Seniors Gidon Kremer geprobt werden soll. Also keine Verschnaufpause für Istvan und die anderen Ensemble-Mitspieler.Maestro Gidon Kremer erscheint auch wenig später persönlich vor unserem Bistro-Bereich und begrüßt freundlich und warmherzig einige der Juniors mit einer innigen, familiären Umarmung. „Schön das anzusehen“, ruft meine junge Kollegin Anna-Maria Lange unserem künstlerischen Leiter Raimund Trenkler zu. Dieser nickt zustimmend und sendet wortlos einen lachenden Blick an die junge Kollegin zurück. Genau, das ist es, was dieses Zusammentreffen in Kronberg so einmalig macht. Man fühlt sich hier zuhause und gut betreut. Kurz darauf erscheint eine strahlende Tatjana Grindenko, sie wird herzlich begrüßt von Gidon Kremer und einigen der jungen russischen Musiker. Das obige Bild zeigt zwei glänzend aufgelegte junge Künstler, die Juniors Nicloas Altstaedt und Istvan Vardai aus Budapest (v.l.n.r.) – beides bekannte Gesichter in der Taunusstadt.

Auch wir im Team der Kronberg Academy sind nun froh, dass es endlich nach all diesen verzwickten und vertrackten wochenlangen Vorbereitungen losgehen kann. Unser Herzblut ist in Wallung – na, ja, sagen wir fast!

Welche persönlichen Wünsche und Hoffnungen haben mir einige Team-Kollegen noch rechtzeitig zurufen können, die Sie mit dem Ablauf im Jubiläumsjahr verbinden ?

Hier einige Beispiele:

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Oda Cramer von Laue:

Es möge funken – wie immer

Teresa Hofstetter ( Herrscherin über alle Noten und mehr…).

Dass ich jedem Junior die richtigen Noten geschickt habe.

Gisela Rösing:

Ich wünsche mir inspirierendes gemeinsames Musizieren, fröhliches Miteinander mit viel guter Laune und Humor, ausserdem musikalische Highlights – bei den Proben und Konzerten und:  gute Stimmung überall und bei Sonnenschein (notfalls im Herzen).

Gaby Denicke:

Die Künstler sollten sich hier wohlfühlen, denn nur dann kann Musik auf höchstem Niveau entstehen und damit wollen sie uns, d.h. das Publikum beschenken.

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Der Vorhang geht auf, die Bühne ist frei für intensiven Austausch und Kommunikation rund um kammermusikalische Leckerbissen. Von heute bis nächsten Mittwoch, den 19. Mai befindet sich Kronberg im Kammermusik-Fieber.

Dies war der 10. Blog-Beitrag aus meiner Feder zu den Vorbereitungen im 10. Jubiläumsjahr  von „Chamber Music Connects the World“. Via Twitter werden wir das werte Publikum in nah und fern in den nächsten Tagen mit fotografischen Eindrücken auf dem laufenden halten….

Bisher erschienen:

CMCW – Wie alles begann

CMCW – Die Feuertaufe

CMCW – Ein Musikfilm als Inspiration

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist: Claudio Bohorquez

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist: Tanja Becker-Bender

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist: Marie-Elisabeth Hecker

CMCW – Was aus den Ex-Junirs geworden ist: Nicolas Altstaedt

CMCW – Was aus den Juniors geworden ist: Alissa Magulis

CMCW – Was aus den Juniors geworden ist: Antoine Tamestit

Michael Heinz

Chamber Music Connects the world – Was aus den Ex-Juniors geworden ist (2)

Dienstag, 4. Mai 2010

Tanja Becker-Bender,  Violine / Junior 2000 und 2002

Becker-Bender, Tanja_bw_Photo_by_Christian_Steiner_1

Tanja Becker-Bender gehörte mit zu den Ersten Juniors im Jahre 2000, sie war damals gerade 22 Jahre jung. Sie hat seitdem zielstrebig Ihren Weg gemacht. Doch im Gegensatz zu so manch einem anderen Jung-Solisten hat sich Tanja Becker-Bender nicht im Konzertbetrieb verzehrt. Ihr Name begegnet einem nicht häufig in diversen Festivalprogrammen. Als sie in dem Fragebogen einer Frauenzeitschrift vor einigen Jahren ihren Erfolgsfaktor nennen sollte, antwortete sie “Mut zum Anderssein”.

Welche musikalischen Ausbildungs-Phasen hat sie durchlaufen? Erster Violin-Unterricht mit sechs Jahren. Nach Unterrichtung durch Helmut Zehetmair (Mozarteum Salzburg) und Wolfgang Marschner (Freiburg) wurde Tanja Becker-Bender 14jährig Studentin von Wilhelm Melcher (Melos Quartett) an der Musikhochschule Stuttgart. Dann folgte ein Studienjahr bei David Takeno an der Guildhall School in London. Von 1997 bis 2000 setzte sie ihre Studien bei Günter Pichler (Alban Berg Quartett) an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien fort und legte dort ihr Abschlussexamen mit Auszeichnung ab. Von 2000 bis 2002 studierte Tanja Becker-Bender als Stipendiatin des DAAD und der ZEIT-Stiftung (Gerd-Bucerius-Förderstipendium) an der Juilliard School in New York bei Robert Mann, dem langjährigen Primarius des Juilliard String Quartet, Abschluss mit dem Master of Music. Als einzige Geigerin des Jahres wurde sie ausgewählt, ihr solistisches Studium im renommierten “Artist Diploma” Programm der Juilliard School fortzusetzen. Im Jahre 2004 schloss sie dort ihr Studium mit einem exzellenten Solistenexamen ab. Größte Anerkennung wurde ihr in den USA mit dem Gewinn des Houston Symphony League Awards ebenfalls im Jahr 2004 zuteil, der ihr eine Einladung zu einer Aufführung des 2. Violinkonzerts von Bela Bartók mit dem Houston Symphony Orchestra einbrachte.

Was CD-Einspielungen angeht, war sie in den letzten Jahren äußerst produktiv. Eine ihrer letzten Einspielungen drehte sich um die Capricen von Niccolo Paganini. „Tanja ist eine der ganz wenigen Frauen, die sich der Herausforderung gestellt haben, Niccolò Paganinis 24 Capricen für eine CD aufzunehmen. Sie legte damit Zeugnis ab über ihr virtuoses Können, noch viel mehr aber dokumentiert sie auf ihrer ersten CD bei Hyperion ihren ausgeprägten Sinn für Klang“, so der Deutschlandfunk im April 2009. Ihre kostbare  Guarneri del Gesú Violine aus dem Jahr 1728 wird ihr von der Deutschen Stiftung Musikleben zur Verfügung gestellt.  Mittlerweile fördert Tanja Becker-Bender selbst den musikalischen Nachwuchs: Die gefragte Kammermusikerin und Solistin lehrt seit zweieinhalb Jahren als Professorin für Violine in Nachfolge von Maxim Vengerov an der Musikhochschule Saar in Saarbrücken. Und natürlich muss man nicht betonen,  dass sie seit vielen Jahren mit bedeutenden Orchestern und Dirigenten zusammen gearbeitet hat. Wen wundert es da, dass man Ihre Rückkehr nach Kronberg so sehr erwartet.

Bereits erschienen:

CMCW – Wie alles begann

CMCW – Die Feuertaufe

CMCW – Ein Musikfilm als Inspiration

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist / Claudio Bohorquez

Michael Heinz

Zum dritten Mal : Gedenken an Slava

Mittwoch, 28. April 2010

Fotografische Impressionen von Mareile Zürcher zum 3. Gedenktag an Mstislav Rostropovich in Kronberg, der Welthauptstadt des Cello

Verein der Freunde und Förderer / Martin Helmchen exklusiv in der Johanniskirche

Dienstag, 30. März 2010

KA Konzert M. Helmchen 03.2010 AM L1021557 Am Samstag Abend, den 27. März gab es ein besonderes musikalisches Ereignis mit dem Berliner Pianisten Martin Helmchen. Aufführungsort war die Johanniskirche in Kronberg.

“Vingt Régards sur l’Enfant-Jésus” von Olivier Messiaen (auf deutsch etwa: 20 Blicke auf das Jesuskind), ein monumentales religiös inspiriertes  Klavierwerk, das als Höhepunkt seines Klavierschaffens gilt, wurde aufgeführt. Ein Werk, das immerhin 2 Stunden die Konzentration der Zuhörer im Bann hält. Religion und Glaube spielten in der kompositorischen Arbeit dieses großen 1992 verstorbenen französischen Komponisten schon immer eine große Rolle.

Was ist zu Martin Helmchen noch zu sagen? Der junge Berliner ist längst kein Unbekannter mehr. “Hier ist eine früh gereifte Musikerpersönlichkeit am Werk, die Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit auf glückliche Weise verbindet”, lobte unlängst die Neue Zürcher Zeitung Martin Helmchen. Mit seinem virtuosen und gleichzeitig unprätentiösen Stil hat sich der 1982 in Berlin geborene Pianist in den letzten Jahren in der internationalen Musikszene einen Namen gemacht. Kammermusik liegt ihm besonders am Herzen – eine Leidenschaft, für die der großartige Boris Pergamenschikow wesentliche Impulse gab. Mit ihm musizierte er 2002 beim viel beachteten Projekt der Kronberg Academy Chamber Music Connects the World. Zu seinen Kammermusikpartnern gehören Gidon Kremer, Christian Tetzlaff, Heinrich Schiff und Julia Fischer, um nur einige Beispiele zu nennen. In Kronberg war Martin Helmchen schon häufiger  zu Gast: 2003 im Rahmen der Kronberger Kammerkonzerte, 2005 beim Cello Festival, wo er mit Danjulo Ishizaka musizierte und zuletzt im April 2009 beim Gedenktag für Mstislav Rostropovich.

Besonders angetan vom Konzert war auch der Fotograf Andreas Malkmus, der neben seiner fotografischen Arbeit an diesem Abend auch noch Zeit fand, die dargebotene Klangwelt Martin Helmchens mit großem Gewinn aufzunehmen. „ Ich war gefesselt von der lebens- und geistvollen Komposition, von Martins Ausdruckskraft und unpathetischem Ernst, von der sinnlichen Wucht des brillanten Flügels in der Kirchenakustik“. In der Tat, eine sehr persönliche Einschätzung.

Die Johanniskirche wurde so zur Bühne für einen sehr anspruchsvollen musikalischen Leckerbissen. Die einführenden Worte wurden von der Frankfurterin Susanne von Tobien gesprochen. Die zahlreich erschienenen Besucher aus der großen Schar der Freunde und Förderer verließen die Johanniskirche erfüllt und angereichert mit den noch nachhallenden Klängen aus der Welt des Glaubens. Wer Lust hat, die fotografischen Eindrücke dieses Abends noch einmal Revue passieren zu lassen, der sei auf unsere Academy Seite bei Flickr verwiesen:  http://www.flickr.com/photos/kronbergacademy/sets/72157623608842765/

Michael Heinz


KA Jahrbuch 2009 – ein Kaleidoskop musikalischer Höhepunkte

Donnerstag, 11. März 2010

Druckfrisch und zum Ausliefern bereit: Das Jahrbuch 2009 der Kronberg Academy – 666 Gramm schwer, Wissen und Fakten auf 164 Seiten, und daneben lebendige fotografische Exkursionen in die Welt der Musik plus eine eingelegte DVD mit einem Porträt über die Academy. Gedruckt in einer Auflage von 2000 Exemplaren.

Die schöne Aufmachung mit dem typischen Academy-Rot auf der Titelseite und den Kapital-Einleitungen verlocken jeden Musik-Begeisterten zum Vertiefen und Schmökern. Somit ist das Jahrbuch das vielleicht wichtigste Druckerzeugnis der Kronberg Academy, denn es zeigt rückblickend, wo und in welchem Zusammenhang musikalische Ereignisse zu bestaunen und zu erleben waren. Und welcher Kopf steckt hinter der Erstellung dieses feinen Werkes? Es ist unser Team-Mitglied Oda Cramer von Laue, verantwortlich für Kommunikation und alle Druckerzeugnisse, die diesen wichtigen Job seit Jahren verantwortlich ausführt. Mehrere Monate beschäftigt sie sich intensiv mit den Recherchen, dem Schreiben und der Koordination mit Grafikern, Fotografen und Druckern. Viel Schweiß und Perlen also.

Hier im Kurzdurchgang die wichtigsten Abschnitte:

Im Editorial fasst Raimund Trenkler, der künstlerische Leiter, die Höhepunkte des Jahres zusammen. In weiteren Verlauf erfährt der geneigte Leser einiges über die Förderer, Stifter und Freunde der Academy. Im Anschluss daran gibt es einen fotografischen Rückblick auf das Jahr 2009 gefolgt von Artikeln zum Themenkomplex: Kulturförderung in der Krise. Originell besonders der von Klaus-Albert Bauer geschriebene Beitrag „Vom Bruttosozialglück in Kronberg„ Weitere Themenfelder sind Berichte aus dem Lehr- und Ausbildungsgeschehen, zu den Kronberg Academy Masters Studiengängen und sehr anschauliche Berichte und beeindruckende Fotos von den erstmals durchgeführten Geigen Meisterkursen. Es folgen Berichte über das spektakuläre Cello Festival 2009, in dem die Grenzen musikalischer Genres überschritten wurden ( man denke z.B. an die Auftritte von Jacques Morelenbaum, Lars Danielsson, Giovanni Sollima, Roby Lakatos und Ernst Reijseger). Dazu insgesamt sechs Ur-und Erstaufführungen. Ein Meilenstein in der Geschichte des Cello Festivals. Ferner ein Bericht vom Gedenktag an Slava, dem großen russischen  Cellisten Mstislav Rostropovich im April vergangenen Jahres, der auch in diesem Jahr feierlich begangen wird. Das Jahrbuch endet mit Abschnitten zu weiteren Projekten und Ereignissen und schliesst mit dem Abschnitt „ Das Jahr in Fakten“.

Alles in Allem: eine rundum geglückte Dokumentation der vielfältigen musikalischen Ereignisse und Begegnungen in Kronberg. Jeder, der im letzten Jahr bei einem der Konzerte dabei war, kann manches nochmal vor dem geistigen Auge Revue passieren lassen. Aber auch jene, die sich verstärkt mit der Arbeit der Academy als Sponsoren oder Förderer künftig befassen wollen, bekommen tiefe Einblicke und werden mannigfaltig inspiriert.

Michael Heinz

Cello Festival ¦ Slide Show ¦ First Impressions

Dienstag, 29. September 2009

First Impressions of the open-air-concert and Cello Samba, Monday 28 September 2009.

Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Cello-Finale

Montag, 28. September 2009

Ein furioser Abschluss verspricht das dreiteilige Abschlusskonzert des Cello Festivals am Sonntag, dem 4. Oktober zu werden: Drei Konzerte mit Star-Cellisten, einer Uraufführung, den beiden hoch gelobten und vielfach ausgezeichneten Orchestern Kremerata Baltica und Ensemble Modern sowie Komponisten, die ihre Werke selbst aufführen, darunter der große Krzysztof Penderecki am Dirigentenpult. Das ist das Cello heute!

Auf dem Programm des Orchesterkonzerts, Teil eins, stehen um 17 Uhr die “Kammermusik Nr. 3 für Cello und 10 Soloinstrumente op. 36 Nr. 2″ von Paul Hindemith, das “Konzert für Violoncello und Orchester” von György Ligeti, die Uraufführung des Werks „In contradiction“ für Ensemble und 2 solistische Celli von Saed Haddad.

Ausführende sind: Eva Böcker, Michael M. Kasper, Miklós Perényi, Pieter Wispelwey (Violoncelli), Ensemble Modern, Ilan Volkov (Dirigent)

Im zweiten Teil des Orchesterkonzerts hören Sie um 18.30 Uhr von Michail I. Glinka “Ne iskushay – Versuche mich nicht ohne Not” (Elegie), Peter Iljitsch Tchaikovsky “Net, tol’ko tot – Nur wer die Sehnsucht kennt”, Modest Petrowitsch Mussorgski “Sleza – Eine Träne”,  Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow “Vostochny romans – Östliche Romanze sowie die Rose und die Nachtigall”, Krzysztof Penderecki “Violakonzert” (Bearbeitung für Cello von Boris Pergamenschikow) und von Thomas Demenga „Relations“ – Ein Konzert für 2 Violoncelli und Orchester.

Ausführende sind Patrick Demenga, Thomas Demenga, Danjulo Ishizaka, Mischa Maisky (Violoncelli), Ensemble Modern, Kremerata Baltica, Krzysztof Penderecki, Ilan Volkov (Dirigenten)

Im dritten Teil des Orchesterkonzerts hören Sie um 20 Uhr die Werke „Cello Counterpoint“ für Cello-Oktett von Steve Reich, “Ludus Modorum” von Osvaldas Balakauskas sowie die Uraufführung „E.C.I. – Tell Me Everything“ von Ernst Reijseger.

Ausführende sind Julius Berger, Hyun Berger, Eva Böcker, László Fenyö, David Geringas, Danjulo Ishizaka,
Michael M. Kasper, Ernst Reijseger (Violoncelli), Ensemble Modern, Ilan Volkov (Dirigent)

Das Cello-Finale  findet in der Stadthalle Kronberg statt.

>> Karten für die Konzerte können Sie hier bestellen

von Oda Cramer von Laue und Annette Wittkopf

Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Preisträger-Matinee

Samstag, 26. September 2009

Ausgezeichnet!

Drei hochtalentierte junge Preisträger sind die Solisten dieses Konzerts am Sonntag, dem 4. Oktober um 12 Uhr in der Johanniskirche: Ha-Young Choi aus Korea war gerade erst zehn Jahre alt, als sie vergangenes Jahr gemeinsam mit Dai Miyata aus Japan den Landgraf von Hessen-Preis gewann. Sang-Eun Lee wird im Rahmen des Konzertes von Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels mit dem Ingrid zu Solms- Kulturpreis ausgezeichnet.

Auf dem Programm stehen
Luigi Boccherini: Sonate C-Dur G. 17 für Violoncello und Basso Continuo
Franz Schubert: Einleitung, Thema und Variationen op. 82 Nr. 2
Girolamo Frescobaldi: Toccata (Arr. von Gaspar Cassadó)
Pietro Locatelli: Sonate D-Dur für Violoncello und Klavier
György Ligeti: Sonate für Violoncello solo
Hisatada Otaka: Nocturne

von Oda Cramer von Laue und Annette Wittkopf

>> Karten für die Matinee erhalten Sie hier

Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Blaue Reihe – Virtual Counterpoint

Freitag, 25. September 2009

Unerschöpfliche Energien

Giovanni Sollima „So ein Talent gibt es nur einmal in hundert Jahren“, urteilte sein Kompositionslehrer Milko Kelemen an der Musikhochschule Stuttgart. Aber Giovanni Sollima ist nicht nur Komponist und tief verwurzelt in der musikalischen Kultur seiner sizilianischen Heimat, sondern auch ein mitreißend-temperamentvoller Cellist, der mit eigenen wie mit Stücken vieler Stilrichtungen zu faszinieren versteht. In seinen Kompositionen verbindet er auf faszinierende Weise Elemente aus Klassik, Rock, Jazz und ethnischer Musik zu seinem unverwechselbaren Stil.

Bei seinem Konzert am Samstag, dem 3. Oktober um 22 Uhr wird er in der St. Peter und Paul Kirche die Suite für Cello solo Nr. 4 Es-Dur BWV 1010 von Johann Sebastian Bach, Adriano Banchieris Contrappunto bestiale alla mente,  „In C“ von Terry Riley sowie die Sätze II-VI aus  seiner eigene Komposition Natural Songbook.

von Oda Cramer von Laue und Annette Wittkopf

>> Karten für dieses außergewöhnliche Abendkonzert  können Sie hier bestellen

Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Pièces en concert – Glänzend!

Donnerstag, 24. September 2009

Deborah Hoffman Harfe und Cello – das verspricht ein besonderes Klangerlebnis zu später Stunde zu werden.
Bruder und Schwester, beide vielfach ausgezeichnete und von Musikkritikern hochgelobte Solisten, spielen beim Nachtkonzert in der Johanniskirche: Gary Hoffman, einer der herausragenden Cellisten unserer Zeit, und die Harfenistin Deborah Hoffman, Gewinnerin internationaler Wettbewerbe und ausgewählte Repräsentantin der USA beim First World Harp Congress in den Niederlanden. Sie musizieren gemeinsam, auf ihrem Programm stehen aber auch Solowerke für beide Instrumente.

Gary Hoffman Auf dem Programm stehen:
François Couperin
Pièces en concert
Gabriel Fauré
Une châtelaine en sa tour op. 110 für Harfe solo
Gaspar Cassadó
Suite für Cello solo op. 8
Manuel de Falla
Suite populaire espagnole

Das Nachtkonzert findet am Samstag, dem 3. Oktober um 22.00 Uhr in der Johanniskirche Kronberg statt.

von Oda Cramer von Laue und Annette Wittkopf

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Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Mystisch

Mittwoch, 23. September 2009

Kamer Jugendchor

Ungewöhnliche Instrumente und ungewöhnliche Klangkombinationen erwarten Sie  bei Sofia Gubaidulinas „Sonnengesang“ am Samstag, dem 3. Oktober um 20.30 in der Johanniskirche. Schon die Besetzung mit gemischtem Chor, Cello und Schlaginstrumenten ist höchst unorthodox. Dennoch strahlt das Werk, die Vertonung des Lobgesangs des Heiligen Franz von Assisi auf die Sonne, Ruhe und Ernsthaftigkeit aus – ein mystischer Dialog zwischen Cello und Chor. Vielstimmiger Partner von Julius Berger ist der „Kamer…“ Jugend Chor aus Lettland, der mit seinem Gründer und Dirigenten Maris Sirmais alle renommierten Preise gewann, die bei internationalen Chorwettbewerben zu vergeben sind, und das Publikum weltweit zu Begeisterungsstürmen hinreißt.

Für die in der damaligen tatarischen Sowjetrepublik geborene Sofia Gubaidulina sind Musik und Spiritualität untrennbar miteinander verbunden. In den meisten ihrer Werke schafft die christlich geprägte Komponistin Bezüge zu religiösen Themen oder Symbolen. Dabei nutzt sie auch improvisatorische Elemente von Volks- und Ritualmusik aus den russischen, mittel- und ostasiatischen Regionen. Charakteristisch für ihren Personalstil sind die Verwendung von ungewöhnlichen Instrumenten sowie unkonventionelle Klangkombinationen. Letzteres trifft auf „Sonnengesang“ zu, ein Werk auf der Grundlage des berühmten altitalienischen Gebets von Franziskus von Assisi. In Gubaidulinas Komposition stehen Cello und Chor in einem mystischen Dialog miteinander, den das Schlagwerk mit den ätherischen Klängen von Celesta und anderem Schlagwerk kommentiert. „Sonnengesang“ ist aus Anlass des 70. Geburtstages von Mstislav Rostropovich entstanden und wurde im Februar 1998 von ihm in der Frankfurter Alten Oper uraufgeführt.

Mitwirkende:
Julius Berger (Violoncello), „Kamer…“ Jugendchor Lettland (Kammerchor), Andrei Pushkarev, Dmytro Marchenko (Perkussion), Maris Sirmais (Dirigent)

von Dr. Susanne Schaal-Gotthardt und Annette Wittkopf

>> Karten für dieses außergewöhnliche Abendkonzert  können Sie hier bestellen

Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Buongiorno! – Cello all’italiana

Dienstag, 22. September 2009

Ein italienischer Vormittag mit zwei „modernen Erstaufführungen“ aus dem Barock: Zwei Sonaten des italienischen Komponisten Giovanni Platti, die seit dem 18. Jahrhundert nie wieder gespielt worden sind, werden aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. Wachgeküsst werden die schlafenden Schönen am Samstag, dem 3. Oktober um 11.30 in der Johanniskirche von Sebastian Hess mit dem Barockcello und dem Cembalisten Christoph Hammer aus München. Die Italiener Enrico Dindo (Violoncello) und Monica Cattarossi (Klavier) runden das Konzert ab mit einer Sonate des als „italienischer Brahms“ zu seiner Zeit bekannt gewordenen Komponisten Giuseppe Martucci.

Der Vormittag beginnt mit der Sonata quinta für Violoncello und B.c. B-Dur von Giovanni Platti. Zu den vielleicht zu Unrecht vergessenen Künstlern des frühen 18. Jahrhunderts gehört Giovanni Platti, der in Venedig seine Ausbildung genoss, bevor er 1722 mit einer Gruppe italienischer Musiker nach Würzburg an die Residenz des musikliebenden Fürstbischofs von Schönborn kam, wo er bis zu seinem Lebensende bleiben sollte. Offenbar erfüllte er die Wünsche seiner Dienstherren, deren einflussreiche Familie in Würzburg und dem nahegelegenen Wiesentheid residierte, zur vollsten Zufriedenheit: Eine Gehaltsliste von 1730 weist ihn als den bestbezahlten Musiker der Kapelle aus. In Würzburg und Wiesentheid gehörte zu seinen vielfältigen Aufgaben die Komposition von Kirchenmusik und Kammermusik ebenso wie der Einsatz als Oboist und Geiger. Offenbar für den in Wiesentheid residierenden Grafen von Schönborn, einen Amateurcellisten, komponierte er eine große Anzahl von Cellowerken, darunter Konzerte, Trios, Duos und Sonaten. Die B-Dur-Sonate ist in einem autographen Manuskript überliefert, das auf das Jahr 1725 datiert ist.

Es folgt die Sonata Prima für Violoncello und B.c. d-Moll von Alessandro Scarlatti, der zu den angesehensten Komponisten seiner Zeit gehörte.  Sein künstlerischer Weg begann in seinen Jugendtagen in Rom, wo er bald einen herausragenden Platz in der musikalischen Hierarchie der Stadt eroberte. Seine Arbeit als Opernkomponist konnte das vom Papst regierte Rom allerdings nicht dulden, und so kam Scarlatti nach Neapel, wo er mit seinen zahlreichen Opern als der Schöpfer der sogenannten „neapolitanischen Schule“ in die Musikgeschichte einging. Wie bei den meisten Opernkomponisten seiner Zeit ist auch von Scarlatti nur sehr wenig Instrumentalmusik erhalten geblieben. Überdies lassen sich viele auch nicht zweifelsfrei als Werke Scarlattis bestimmen. Das gilt auch für die drei Sonaten für Cello und Generalbass, deren Quellen unter seinem Namen in einer Mailänder Bibliothek aufbewahrt werden.

Gegenüber der Zahl von über 500 Konzerten, die Antonio Vivaldi komponiert hat, erscheint die Gruppe von insgesamt
neun erhaltenen Cellosonaten, deren Quellen in drei Bibliotheken in Frankreich, Italien und Deutschland aufbewahrt werden, winzig und unbedeutend. Tatsächlich hat der große Meister des barocken Concerto diese Sonaten wohl auch nie zur Veröffentlichung vorgesehen, sondern nur auf Bestellung für den Hausgebrauch und zum Zeitvertreib von Amateurcellisten komponiert. Die Sonate VIII für Violoncello und B.c. RV 44, die in zwei Abschriften in Neapel und Wiesentheid überliefert ist, ist wohl um 1730 entstanden; in der neapolitanischen Abschrift bestätigen eigenhändige Eintragungen des Komponisten außerdem die Echtheit des Konvoluts. Die Wiesentheider Abschrift war offensichtlich für den Grafen von Schönborn gedacht. Nach dem traditionellen Muster der Kirchensonate aufgebaut (mit der Satzfolge Langsam – Schnell – Langsam – Schnell), sprengt die a-Moll-Sonate mit einem spektakulären zweiten Satz alle Hörerwartungen: Dieser erinnert sowohl rhythmisch als auch melodisch eher an eine Jazz-Nummer als an das Allegro einer barocken Sonate.

Die Matinee endet mit Sonate für Violoncello und Klavier fis-Moll op. 52 von Giuseppe Martucci. Obwohl das Musikleben Italiens im 19. Jahrhundert von der Oper dominiert wurde, versuchte Giuseppe Martucci, ein Zeitgenosse Giuseppe Verdis und großer Verehrer Richard Wagners, seine Landsleute auch für andere musikalische Gattungen zu begeistern. Er war ein erfolgreicher Klaviervirtuose, der den Matadoren wie Franz Liszt oder Anton Rubinstein durchaus das Wasser reichen konnte. Als Dirigent machte er Brahms’ Sinfonik in Italien bekannt, und auch mit seinen eigenen Kompositionen, darunter zahlreiche Klavierstücke, je zwei Sinfonien und Klavierkonzerte, Orchesterlieder, ein Oratorium und Kammermusik, orientierte er sich an der instrumentalen Tradition von Beethoven, Schumann und Brahms. In den vier Sätzen seiner Cellosonate op. 52 wird die Nähe zur deutschen Spätromantik deutlich hörbar und macht verständlich, dass Martucci bisweilen auch der „italienische Brahms“ genannt wurde. Die Sonate wurde übrigens 1884 bezeichnenderweise nicht in Italien, sondern von einem Leipziger Verleger publiziert.

von Dr. Susanne Schaal-Gotthardt und Annette Wittkopf

>> Karten für den “italienischen Vormittag” können Sie hier bestellen

Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Blaue Reihe – Eine blaue Note finden …

Montag, 21. September 2009

Lars Danielsson, Leszek Mozder

Der Schwede Lars Danielsson (Violoncello, Kontrabass) und der Pole Leszek Mozdzer (Klavier) bilden seit einigen Jahren ein Jazz-Duo, das mit Cello und Bass in eine Welt zarter Klangzauberei entführt. Ihre Stücke sind nachdenklich, poetisch und leise und von lässigem Groove erfüllt. Über seinen Klavierpartner Mozdzer sagt Danielsson: „Leszek is the perfect piano player for me. It feels like we are from ‚the same planet’ musically. […] There was a strong connection with just the piano and bass. This way of playing feels like a dream to me. With Leszek, I can go in any direction that the music needs to be taken.“

Im Rahmen der “Blauen Reihe” spielen sie am Freitag, dem 2. Oktober um 22 Uhr in der Stadthalle Kronburg klassisch inspirierten Jazz wie Praying, Fellow, Entrance, Pasodoble, It’s easy with you und anderes mehr.

Einfach kommen und zuhören …

von Dr. Susanne Schaal-Gotthardt und Annette Wittkopf

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Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ In der Ferne – aus der Ferne – Fata Morgana

Freitag, 18. September 2009

Musik für Bilder – ohne Bilder – Filmmusik im Konzert …

Der aus Neuseeland stammende Jazzsaxophonist, Klarinettist und Komponist  Hayden Chisholm arbeitet seit 2002 mit Rebecca Horn zusammen, einer der bedeutendsten Aktionskünstlerinnen der Gegenwart. Inzwischen hat er für mehrere ihrer Installationen und Werke die Musik komponiert, zuletzt für den Kurzfilm „Fata Morgana“. Dieser stellt die bearbeitete Version ihres Films „Buster’s Bedroom“ (1990) dar, die in diesem Jahr für das Gran Teatro La Fenice in Venedig produziert wurde.

Eine Konzertfassung dieser farbenreichen Filmmusik mit Einflüssen aus Jazz, der japanischen Gagaku-Musik, Natrurtönen und Obertönen komponierte er für das Cello Festival. Gemeinsam mit Claudio Bohórquez, Violoncello, Gareth Lubbe, Viola und Simon Nabatov spielt Hayden Chisholm die Suite im Rahmen der „Blauen Reihe“ als Erstaufführung. (Nachtrag: Das Konzert findet am 2. Oktober um 22 Uhr auf der Burg Kronberg statt.)

von Dr. Susanne Schaal-Gotthardt und Annette Wittkopf

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Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Italienische Reise

Donnerstag, 17. September 2009

Gidon Kremer und Kremerata Baltica

Eine Hommage an Gioacchino Rossini, den wunderbaren Opernkomponisten des Belcanto, und an die unverwechselbare Musik Italiens ist das Orchesterkonzert mit der Kremerata Baltica unter Leitung des jungen italienischen Dirigenten Gaetano d’Espinosa. Neben Julius Berger und seiner Frau Hyun Jung Berger sind drei große italienische Cellisten als Solisten zu erleben: Giovanni Sollima, Enrico Bronzi und Enrico Dindo.

Auf dem Programm stehen:

Gioacchino Rossini:
„Une larme“ Thema und Variationen für Cello und Orchester
Mario Castelnuovo-Tedesco:
Konzerttranskription aus Rossinis „Der Barbier von Sevilla”
Giorgio Federico Ghedini:
Musica Concertante für Violoncello und Orchester
Roberto Molinelli:
“Twin Legends” für Cello und Streichorchester
Gian Carlo Menotti:
Suite für zwei Violoncelli und Orchester
Giovanni Sollima:
Trioloncelles, vibrez!

Das Konzert findet am Freitag, dem 2. Oktober um 19 Uhr in der Johanniskirche Kronberg statt.

von Annette Wittkopf und Oda Cramer von Laue

Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Kinderkonzert – Und was ist Brim Bram?

Mittwoch, 16. September 2009

Alan "Gunga" PurvesEin echtes Klangabenteuer erwartet Kinder beim Konzert mit dem Cellisten Ernst Reijseger und seinen Mitspielern Alan „Gunga“ Purves, Quietschente, Gummischlauch, Brim, Bram und anderen. Ein Erlebnis ohne Worte und ohne Gleichen – aber mit Alan, Ernst und viel Spaß! Bei den Konzerten von Ernst Reijseger läuft sowieso nie alles, wie es geplant war denn – auf die Kinder kommt es an. Mal sehen! Mal hören!

Das Kinderkonzert findet am Freitag, dem 2. Oktober um 16.00 Uhr in der Stadthalle Kronberg statt. (ohne Pause, Ende circa gegen 17 Uhr)

von  Annette Wittkopf und Oda Cramer von Laue

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Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Blaue Reihe – Klang des Lebens

Dienstag, 15. September 2009

Sylla-Reiijseger-Gueye

„Griots“ werden die Familien genannt, die musikalische Geschichten erzählen … Der niederländische Komponist und Cellist Ernst Reijseger arbeitet schon seit Jahren mit den senegalesischen Musikern Mola Sylla (Vocals, Percussion) und Serigne Gueye (Percussion) zusammen. Die Lieder des Trios handeln von Liebe und Eifersucht, von der Verehrung für Gott und von dem, was Weiße Schwarzen angetan haben – ein anrührend-sinnlicher Dialog voller emotionaler Kraft, der zeigt, dass Verständigung möglich ist. Was uns erwartet ist kein „Europe meets Africa“-Gefühl oder Streicherklang mit handgetrommelter Folklore-Beigabe – es klingt, als ob alles schon immer zusammen gehörte.

Das „Trio Reijseger/Sylla/Gueye“  ist in der Blauen Reihe am Donnerstag, dem 1. Oktober um 22.00 Uhr auf der Burg Kronberg mit Jangelma, Baba, Sàng xale man, Noon, Fier, Njaarelu Adiye, Doxandéem, Sicroula u.a. zu hören und erleben.

von  Annette Wittkopf und Oda Cramer von Laue

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