Few questions prompting five concise hand-written answers
It was during the final hours after the last concert and the ovations for the soloists of the 2nd Violin Masterclasses were coming to an end when we asked Jérôme Benhaim, a 24-year old violinist from France living in Hamburg, to give us some feedback. Jerome has been an active participant, meaning, he had qualified for 2 lessons of personal teaching with famous violinist Christian Tetzlaff. Jérôme agreed spontaneously to respond to some 5 short questions. The main goal for the quick interview was to receive some personal thoughts. Since we knew Jerome from last year´s attendance of our project “Chamber Music Connects the World“, where he was playing and rehearsing with Gidon Kremer and Andras Schiff, it was easy for us to approach him with our request amidst all the other young players and guests in front of the “Posthaus”, a few meters away from Kronberg´s “Stadthalle”.
Following are Jérôme´s answers and thoughts on what he had experienced over that one long week in our city.
Q: In your view, what was special about the 2nd Violin Masterclasses and Concerts?
The quality and the number of the teachers. And, the fact that you can listen and learn so much from 4 of the top teachers in the world. And then, yes, the quality of the concerts! The meetings and encounters with the other students were also priceless.
Q: How would you rate the Kronberg Violin masterclasses?
9-10 out of a 10 max rating scale.
Q: What was the greatest learning effect or result that you have experienced?
Opening to lots of different views on music and violin playing.
Q: How do you feel about the city of Kronberg?
Rainy! On the other hand, very enjoyable and also a great place to practice music.The city is peaceful and warm.
Q: Do you have special personal comments to make?
Except for saying “Thank You” , not really! Maybe 2 lessons are a bit few but we also learned so much from listening that two could be enough.
Thanks, Jerome, for having taken the time during the final hours of the Violin Masterclasses and and providing personal feedback to us!
Das 6. Mal ist „Chamber Music Connects the World“ am 19. Mai in Kronberg mit zwei Schlusskonzerten über die Bühne gegangen. In einem ersten rückblickenden Beitrag hatte die Projekt-Verantwortliche Oda Cramer von Laue ( Beitrag vom 29.5.) ihre persönlichen Eindrücke hier an dieser Stelle geschildert. Im folgenden Interview mit Raimund Trenkler, dem künstlerischen Leiter der Kronberg Academy, erfahren wir dessen Einschätzungen über das, was ihn bewegt hat, welche Aufgaben zu bewältigen waren und wie die weitere Zukunft dieses Projekts aussieht.
Michael Heinz: Wie hast Du „das Projekt Chamber Music Connects the World“ im 10. Jubiläumsjahr erlebt?
Raimund Trenkler: Es ist jedes Mal aufs Neue ein Abenteuer, auf was wir uns da einlassen. Es bleibt neu und frisch, denn es sind immer andere junge Musiker und andere Werke, die auf dem Spielplan stehen. Um es gleich vorweg zu nehmen: die Qualität der musikalischen Darbietungen in diesem Jahr, das Niveau der hier angereisten Musiker war durchweg sehr, sehr hoch. Man muss sich vorstellen, es kommen 22 junge Musiker nach Kronberg. Und diese jungen hochbegabten Musiker haben die Chance mit den berühmten Fünf Seniors zusammen zu treffen und gemeinsam Musik einzustudieren. Sie sind ihren Idolen und Vorbildern ganz nahe. Aus der musikalischen Abhängigkeit zwischen den Seniors und Juniors entsteht automatisch auch menschliche Nähe. Und wir schaffen die Rahmenbedingungen, dass dies auf eine besonders vertraute und familiäre Weise geschehen kann. Es entstehen so besondere Konstellationen und die Intensität der Zusammenarbeit ist so nur in der Kammermusik möglich. So manch einer der Juniors hat während der 11 Tage in Kronberg einen musikalisch-virtuosen Höhenflug hingelegt. Das gemeinsame Ziel ist es, ausgewählte Kammermusik-Werke einzustudieren und ein einmaliges musikalisches Erlebnis zu gestalten – für die Musiker selbst und auch für das Publikum. Und das Publikum kann bereits während der öffentlichen Proben an der Entstehung des Werkes teilhaben.
Einfach einmalig und es wird nie langweilig!
MH: Welche besonderen Herausforderungen waren zu meistern?
RT: Die größte Herausforderung war es, fünf namhafte Musiker dazu zu bewegen, für gut 11 Tage ihre Terminkalender freizuhalten und sie hier zur aktiven Teilnahme beim Projekt „Chamber Music“ in Kronberg zu motivieren. Da es sich um Künstler von Weltrang handelt, kann man sicht leicht vorstellen, dass viele alternative Auftrittsmöglichkeiten und Konzertangebote für diese Musiker mit dem Projekt der Kronberg Academy im Wettstreit liegen. Gidon Kremer, Tatjana Grindenko, András Schiff, Yuri Bashmet und ursprünglich geplant auch der englische Cellist Steven Isserlis, dies war unser Plan. Dass wir auch das im diesem Jahr wieder einmal geschafft haben, grenzt schon an kleines Wunder. Die kurzfristige Absage von Steven Isserlis hatte ein ernstes Zusatzproblem für uns entstehen lassen, aber der ebenso kurzfristig herbeigeführte Einstieg von Frans Helmerson, der nahtlos in alle zuvor terminierten Stücke von Steven Isserlis einsprang, „rettete uns den Tag“. Das war schon mit viel Schweiß verbunden.
Die zweite riesige Herausforderung: die Zusammenstellung des umfänglichen Probenplans und die während der Veranstaltungen sich immer wieder ergebenden Änderungen. Das ganze auf Tagesbasis zu managen, insbesondere die jeweils neuen Probenpläne für den folgenden Tag an alle Künstler und die Support-Teams weiter zu leiten, das ist eine enorme logistische Meisterleistung. Der Probenplan ist äußerst komplex. Tauchen an einer Stelle Änderungen auf, sind viele andere Proben jeweils betroffen und müssen ihrerseits geändert werden. Es gibt viele Abhängigkeiten zu berücksichtigen, und ja, man kann hier schnell Fehler machen und ein kleines Chaos anzetteln. Täglich gab es Änderungen und der Druck auf die Verantwortlichen war über all die Tage sehr groß.
MH: Wie geht es weiter mit „Chamber Music Connects the World“ ?
RT: Das inhaltliche Konzept von „Chamber Music…“ ist besonders tragfähig, da es aufgrund seiner Flexibilität, nämlich immer wieder stets neue junge Musiker auszuwählen und neue Werke aus dem riesigen Reservoir der Kammermusik auszuwählen, viel Raum für Neues und auch Experimentierfreudigkeit ermöglicht. Natürlich, die Kammermusik bildet den Nukleus.
Und was die Chancen zur Teilnahme betrifft: Im Vordergrund stehen allein das Können und die Leidenschaft der Bewerber der jungen Musiker. Ausführliche Bewerbungen und dann die Auditions für die Ausgewählten bilden die zu überwindenden Hürden. Hier mitmachen zu können ist etwas Außergewöhnliches, das hat sich jedenfalls herumgesprochen. Es beschert den jungen Musikern einmalige Erfahrungen. Wir hören oft von ihnen, wie prägend diese Tage für sie waren.
Neue Akzente können wir setzen, in dem wir etwa die Einbeziehung von Bläsern in Erwägung ziehen, um so das musikalische Spektrum gleichsam auszudehnen und zu erweitern. Aber diese Entscheidungen haben noch ein wenig Zeit! Was heute schon sicher scheint ist dies: es wird wieder ein neues Abenteuer vor der Tür stehen, wenn 2012 im Mai eine neue Gruppe von ausgewählten jungen Musikern mit Weltkünstlern in Kronberg zusammentreffen werden, um ein neues Kapitel beim Projekt “Chamber Music” zu schreiben.
Kronberg erlebte am gestrigen 19. Mai einen glanzvollen Kammermusik-Abend, der zugleich den Abschluss des 11-tägigen Projekts „Chamber Music Connects the Word“ bildete.
Fünf weltberühmte Meister ihres Faches (Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Tatjana Grindenko, András Schiff und Frans Helmerson) erarbeiteten Kammermusik-Werke mit über 20 jungen Musikern aus vielen Ländern Europas und Amerika. Aufführungen der einstudierten Werke gab es seit letzen Samstag zu hören. Das großartige Finale bestand aus zwei fulminanten Konzerten. Das erste Konzert war der Musik Johann Sebastian Bachs gewidmet. Beim Auftakt erklang das Brandenburgische Konzert Nr. 6 mit Senior Yuri Bashmet, Viola und den Juniors Peijun Xu, István Várdai, Julian Arp, Marcin Zdunik, Olivier Thiery und Zoltán Fejérvári. Im zweiten Teil dieses ersten Konzerts wurde unter Leitung von Gidon Kremer musikalisches Neuland betreten. Es wurden 10 Bachsche Werke für Tasteninstrumente aus dem Repertoire von Glenn Gould mittels moderner Transkriptionen in kammermusikalische Werke umgeformt. Dafür wurden 10 Komponisten gewonnen. Im Saal anwesend waren drei von ihnen: Giya Kancheli,Victor Kisssine und Stevan Kovacs Tickmayer. Das Gesamtwerk bzw. dieser Zyklus von Stücken trug den Namen „The Art of Instrumentation“ und war zugleich eine Uraufführung. Gidon Kremer hatte anlässlich des 10 jährigen Jubiläums von “Chamber Music Connects the World” diese Idee frühzeitig vorgestellt.
Im zweiten Konzert kamen Werke von Edward Elgar (Klavierquintett op. 84) und ein modernes, minimalistisches Stück von Terry Riley zur Aufführung ( „in C“). Das letztere, zweigeteilte Stück endete mit einem bravourösen Hand-Clapping über 10 Minuten, in dem Tatjana Grindenko und ihre 16 Mitspieler einen furiosen Rhythmus „klatschten“, der äußerst markant und präzise mit einem letzten Wirbel der klatschenden 17 Juniors schlagartig und gekonnt sein Ende fand. Tosender Beifall danach. In der Tat ein ungewöhnlicher Abschluss für ein gelungenes Projekt. Laetitia Cropp vom Team der Kronberg Academy, die nach dem Konzert einen Blick in die Partitur warf, war erfreut und überrascht zugleich von den Anweisungen des Komponisten Terry Riley ( tituliert mit “Performance Directions”). Diese besagten, dass je mehr Teilnehmer mitmachen würden, sich das ganze Stück um so besser entfalten könnte. Wenn wir das doch nur früher gewusst hätten, rief mir Laetitia zu. In der Tat, mindestens beim Hand-Clapping hätten wir und auch so manch anderer vom Kronberg Academy Team sicherlich gerne “mitgemischt” – so scherzten wir.
Nach den Konzerten wurde ausgelassen gefeiert. Seniors, Juniors, die Komponisten und Freunde und Förderer plus viele vom Team der Academy vertieften sich bei Kerzenlicht und gutem Wein in viele gute und zumeist heitere Gespräche. Yuri Bashmet krönte die Feier mit seinen Geschicklichkeitstests für so manchen Junior – was die Fotos hoffentlich eindrucksvoll belegen.
Fünf junger Musiker, wir nennen sie die Juniors, waren am Montag, den 10. Mai 15.00 Uhr pünktlich im Großen Saal der Kronberger Stadthalle versammelt. Valery Sokolov (Vl), Lily Francis (Vla), Julian Arp ( Vc) und Kontrabassistin Sophie Lücke. Maestro András Schiff, einer unserer fünf Seniors bei Chamber Music Connects the World, war bereits in der Halle und erwartete die jungen Musiker. Auf dem Probenplan stand Franz Schuberts“Forellenquintett”. Den vier jungen Solisten sah man die freudige und zugleich spannungsgeladene Stimmung an, es würden nun 2 Stunden intensiver Arbeit und Austausch mit dem großen Pianisten vor ihnen liegen. Einige Foto-Impressionen mögen die Stimmung und die Atmosphäre dieses großartigen Nachmittags dokumentieren. Größtmögliche Konzentration und zugleich die Bereitschaft, das Gehörte zu verinnerlichen und umzusetzen, das dürfte die Juniors wohlt beseelt haben, so dachte ich. Aus der letzen Reihe der bereits bestuhlten und ansonsten leeren Stadthalle versuchte ich mich in den Fluß der Forellen-Klänge “hineinuzuhören”. Eine wahrhaft großartige Musik, ich erinnerte mich an die Worte von Oda, die mir vor wenigen Monaten erst vom legendären Musikfilm “The Trout” von Christopher Nupen berichtet hatte. In dieser legendären Musik-Dokumentation vom Sommer 1969 geht es um die Einstudierung eben jenes Stückes von Schubert in einem Londoner Konzert ( u.a. mit Daniel Barenboim, Pinkas Zukerman, Jacqueline du Pre) , dem ich gestern hier in Kronberg als Zaungast beiwohnen durfte. Und die Möglichkeit bekam, in größter Zurückhaltung, einige fotografische Momente einzufangen.
Seit November 2009 bin ich Praktikantin bei der Kronberg Academy und bin gemeinsam mit Oda Cramer von Laue, speziell für die Durchführung unseres Projekts Chamber Music Connects the World (9. – 19. Mai 2010) zuständig. Ich bin vor allem begeistert über die Möglichkeit, berühmte Musiker wie Gidon Kremer, Tatiana Grindenko, Yuri Bashmet, Steven Isserlis und András Schiff genauso wie junge, talentierte Künstler in meinem Alter kennen zu lernen und zu treffen. In den Bewerbungsprozess der jungen Künstler eingebunden zu sein, ist ein besonderes Zuckerl für mich.
Die Bewerbungsfrist für junge Künstler endete am 4. Januar. Die Auserwählten werden zu unserer Audition Ende Februar eingeladen. Beworben haben sich über 150 junge Musiker und Musikerinnen, angenommen werden können allerdings nur zwischen zwanzig und dreißig Studenten – also eine echte Auslese muß stattfinden.
4. Januar 2010
Heute ist Bewerbungsschluss. Ich komme aus den Weihnachtsferien zurück und der Stapel an Bewerbungen auf meinem Schreibtisch ist wie erwartet groß. Die Pakete kommen aus allen Teilen der Welt – USA, Kanada, Südkorea, China, Russland, Spanien, Frankreich, Türkei, Österreich – und natürlich aus Deutschland. Ich mache mich daran, die Bewerbungen zu bearbeiten.
5. Januar 2010
Ich bin zuversichtlich, dass ich der Flut an Bewerbungen bald Herr werde. Erstaunt bin ich über die unterschiedliche Qualität der Bewerbungen.
6. Januar 2010
Immer noch arbeite ich an der Überwindung der Flut. Nachmittags beginne ich damit, die CDs mit den Aufnahmen zu kopieren, um sie an unsere externen Juroren weiterzusenden.
7. Januar 2010
Ich bin mitten drin in der Brennorgie. Dabei höre ich mir einige der Einsendungen an und schwelge vor allem in den verschiedenen Interpretationen des Edward Elgar Cello Konzerts.
11. Januar 2010
Die ersten beiden Lieferungen an CDs für die beiden externen Zuhörer gehen raus. Aber ich muss noch weiter CDs brennen.
15. Januar 2010
Am Wochenende werden Prof. Friedemann Eichhorn und Prof. Sandor Karolyi ihren Anhörmarathon beginnen. Ich hoffe, dass sie unseren musikalischen Marathon als angenehmer empfinden als einen echten 42,195 Kilometer langen Lauf.
19. Januar 2010
Der erste externe Zuhörer beendet seinen Marathon und überquert erschöpft die Ziellinie, seine Botschaft an uns weitergebend.
21. Januar 2010
Der zweite Marathonmann überquert die Ziellinie. Leider ist ihm kurz vor Schluss die Puste ausgegangen und ich muss seine Bewertungen per Hand in ein Worddokument eintragen. Herr Eichhorn und Herr Karolyi haben einen Marathon im schönsten Stil und mit dem besten Resultat abgeliefert – herzlichen Dank!
Freitag, 22. Januar 2010
Heute ist der Tag der Entscheidung durch Raimund Trenkler und Oda Cramer von Laue. Ich empfinde es als sehr spannend, beim Entscheidungsprozess hautnah dabei zu sein. Es sind sehr viele Bewerber, sehr gute Bewerbungen und wenig Plätze. Dementsprechend fällt die Auswahl schwer. Schließlich sind wir überzeugt, dass wir hier einige Talente gefunden haben. Leider kann ich mich nicht rückhaltlos freuen, da ich weiß, dass ich am Montag an viele Bewerber Absagen schreiben muss. Die Aussicht, danach auch Zusagen ausschicken zu können, tröstet nicht.
Montag, 25. Januar 2010
Wir freuen uns schon auf die Audition. Jetzt gibt es aber noch viel zu tun und vorzubereiten.
Persönliche Gedanken und Reflektionen von Teresa Hofstetter