Cello Festival ¦ Eine Kunst für sich – der Bogenbau
Dienstag, 6. Oktober 2009Beim Cello Festival treten nicht nur Künstler auf, sondern auch Geigenbauer, Bogenmacher und Zubehörhersteller präsentierten ihre wertvollen Instrumente und Produkte. Geigenbauer bauen nicht nur Geigen, sondern auch Bratschen und Celli. Bogenmacher dagegen bauen nur Bögen – denn Bogenbau ist eine Kunst für sich. Einer der besten und renommiertesten Bogenmacher, auch über die Grenzen Deutschlands hinweg, ist Jochen Schmidt aus Dresden. Er ließ sich zusammen mit Ekkard Seidl in einer Geigenbau-Werkstatt in der Stadthalle Kronberg bei seiner Arbeit über die Schulter schauen. Während des Cello Festivals nutzte Ingrid Scheuermann die Chance, mit Jochen Schmidt zu sprechen.
Herr Schmidt, Sie stammen aus einer traditionsreichen Bogenmacherfamilie. Ihr Vater Hans-Karl Schmidt und Ihr Bruder Daniel waren ebenfalls schon häufig in Kronberg. Was bedeutet es Ihnen, in diesem Jahr beim Cello Festival dabei zu sein?
Es ist wichtig, weiterhin Klasse statt Masse zu zeigen und das engagierte Festival fachlich kompetent zu unterstützen.
Was braucht es denn, um einen guten Bogen herzustellen? Holz, Pferdehaare, Fingerspitzengefühl, Zeit …?
Genau diese Dinge! Und Erfahrung.
Was fasziniert Sie daran, Bogenmacher zu sein? Haben Sie jemals den Wunsch gehabt, etwas anderes zu lernen – zum Beispiel Geigenbau?
Es ist ein schönes und vielseitiges Fach. Interessen an anderen Dingen habe ich natürlich, aber um eines richtig zu machen, braucht es volle Konzentration.
Oft hört man davon, dass Musiker, die es sich leisten können, eine speziell auf sie zugeschnittene Geige (bzw. Bratsche, Cello) bauen lassen. Gibt es auch in der Bogenmacherkunst solche Sonderwünsche und wie können Sie diese erfüllen?
Das ist fast normal bei meiner täglichen Praxis, tonliche Wünsche zu erfüllen. Und zwar vor allem, indem ich ein spezielles Holz für den Bogen auswähle.
Vielen Dank für das Interview!









