Entstehungsgeschichte ¦ Exkurs: Über den Wolken
Freitag, 13. Februar 2009Es war im Jahre 1992 als Raimund Trenkler mit dem Cellissimo-Ensemble in Asien auf Tournee war. Um das nicht gerade üppige Honorar, dass die fünf jungen Cellisten für ihre Auftritte erhielten, nicht für unnötige Reisekosten weiter zu schmälern – gemeint sind die Celli, die normalerweise als weitere „Personen” hätten gebucht werden müssen – hatten sie stets bei all ihren Flügen versucht, die Stewardessen davon zu überzeugen, ihre Celli „quasi unterm Arm” mit ins Flugzeug zu nehmen. Meist hatten sie damit auch Erfolg. Welche Stewardess kann schon dem geballten Charme von fünf jungen Herren widerstehen? Nur an jenem Tag, als sie von Seoul nach Frankfurt zurück wollten und mussten, half kein Bitten – die Maschine war sowohl in der Economy als auch in der Business Class bis auf den letzten Sitz ausgebucht. Was tun? Termine in Deutschland zwangen sie dazu, dass sie und ihre Instrumente mit dieser Maschine mitkamen.
Da kam Raimund Trenkler die Idee, sie könnte ja für die Passagiere der First Class das „höchste Konzert” aller Zeiten geben und als Gegenleistung werden ihre Instrumente kostenlos mitgenommen. Dem Kapitän gefiel diese Idee so gut, dass er sich nicht nur auf diesen Vorschlag einließ, sondern sogar noch etwas höher flog als gewöhnlich, damit es auch wirklich das “höchste Konzert aller Zeiten” wurde. Das Konzert wurde während des Flugs wiederholt und sogar in die zweite Klasse übertragen.
Da Flugpersonal, Passagiere und die Cellisten selbst so viel Spaß bei diesen Konzerten hatten, kristallisierte sich bei den Musikern, allen voran unserem künstlerischer Leiter die Idee heraus, Cellisten an einem Ort zusammenzubringen und ein „Familienereignis” in Form des gemeinsamen Musizierens zu machen. Denn, wenn schon das Musizieren zu fünft so viel Freude bringt, wie müsste es erst sein, wenn Cellisten aus der ganzen Welt zusammenkommen? Die Idee des Cello-Festivals war geboren!
Nächsten Freitag geht’s weiter mit den Anfängen im eigenen Wohnzimmer …
Bisher erschienen:
Cello – Cellissimo









