Artikel-Schlagworte: „David Geringas“

Cello Meisterkurse 2012 / Besuch bei Cellobauer Thorsten Theis

Sonntag, 16. September 2012

Es hatte doch noch geklappt. Trotz eines äußerst engen Zeitplans machte Meistercellist David Geringas am Samstagnachmittag einen kurzen Besuch bei Cellobauer Thorsten Theis. Mit von der Partie war seine Meisterkursschülerin Natalia Costiuc, die seit zwei Jahren ein von Thorsten Theis gebautes Cello spielt. Es handelt sich um ein Modell nach dem italienischen Cellobauer  Guadagnini. Von Natalia Costiuc hatten wir zuvor erfahren, wie sehr sie sich mit dem Instrument angefreundet hatte. “Der Klang hat sich wunderbar entwickelt und ich bin froh,  dass ich das Gerät für weitere 2 Jahre spielen darf.”  Der jungen aus St. Petersburg stammenden Cellistin ist das Instrument als Leihgabe 2010 vom Instrumentenfonds der Kronberg Academy übergeben worden. Thorsten Theis, der sich 2002 als Cellobauer selbständig gemacht hatte, stiftete das von ihm im Jahre 2008 fertiggestellte  Instrument als Danke-Schön an die Kronberg Academy für seine stärkere Einbindung in die große Cello-Familie.

Und David Geringas, der seit vielen Jahren bei unseren Projekten mitwirkt, pflichtete Natalia Costiuc bei, als er hinzufügte, dass dieses Cello sehr gut zu ihr passen würde und sie mit diesem Instrument weitere Entwicklungsmöglichkeiten vor sich habe.  Einen Vergleich mit einem authentischen, jahrhundertealten Guadagnini könne man natürlich erst sehr viel später ziehen, 200 Jahre sind da die entsprechende Größenordnung, so der Meistercellist. Für Thorsten Theis war es eine sehr positive Begegnung. Beim anschließenden Fototermin war er mit den zwei Musikern in gelöster Stimmung für Sekunden vereint. Die kurze Stippvisite des weltweit angesehenen Künstlers mit seiner Kronberger Meisterkursschülerin sorgte so für einen ganz besonderen Akzent bei unserem jungen Cellobauer.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

Cello Meisterkurse 2012 / Spielen, Hören, Staunen

Freitag, 14. September 2012

Dieser Blogbeitrag wurde von unserem Meisterkurs-Teilnehmer Alexey Stadler verfasst. Alexey, Jahrgang 1991, ist ein junger Cellist aus St. Petersburg, der bereits im Alter von 4 Jahren mit dem Cellospiel begonnen hat. Alexey stammt aus einer sehr musikalischen Familie. Er war erstmals bei unserem Projekt Chamber Music Connects the World im Juni dieses Jahr bei uns in Kronberg zu Gast. Wir freuen uns über seine Bereitschaft, während des laufenden Betriebs der Cello Meisterkurse 2012 einen kurzen persönlichen Beitrag für uns zu schreiben. Hier sind seine Gedanken und Beobachtungen der letzten 2 Tage.

Gestern hatte ich einen tollen Unterricht bei Prof. Geringas. Ich kenne ihn schon mehr als 5 Jahre, aber jedes Treffen mit ihm ist für mich stets sehr spannend. Ich habe im Meisterkurs eine Cello Sonate von Prokofiev gespielt und habe schon früher gehört, wie er dieses Stück unterrichtet hatte. Aber trotzdem, ich habe so viele Ideen bekommen und Neues durch seine Erläuterungen gehört.

Es ist unglaublich, wie Herr Geringas  in 45 Minuten so viel über Musik erzählen kann, über den Komponisten, die Zeit in der das Stück entstanden ist und die politische Atmosphäre zu jener Zeit. Und natürlich auch über die diversen cellistischen Aspekte: viele Kleinigkeiten einerseits aber auch Spielweisen andererseits, auf die ich nun meine Aufmerksamkeit richten werde. Und ich muss nun auch darauf achten, in welcher Richtung ich mich selbst weiter entwickeln kann.

Und genau darüber habe ich gestern nachgedacht, als ich Prof. Maintz in einem Konzert gehört habe. Ich war sehr begeistert von seinem Auftritt. So ein tolles Programm: Kraft, Weinberg, Beethoven. Ich freue mich ehrlich gesagt sehr, dass in Kronberg relativ unbekannte Stücke zu hören sind. Es gibt mehr als 100 Cellisten im Saal und ich bin sicher, dass wegen des Konzertes gestern abend so manche Cellisten diese wunderbare Sonate von Weinberg spielen werden. Und Beethoven´s A-Dur Sonate klang einfach toll. Man kann selten so eine klare Interpretation und ein perfektes Spiel  dieser Komposition erleben.

Nur eine Sache finde ich schade, dass ich nicht wie Harry Potter gleichzeitig an 4 oder 5 Orten gleichzeitig sein kann. Ich möchte alle 4 Professoren erleben, aber leider laufen sie alle parallel nebeneinander.

Auf der anderen Seite, vom “passiv-hören” kann man manchmal mehr lernen, als wenn man selbst der aktive Schüler ist.

Was bleibt noch zu sagen? Ich freue mich sehr auf alle weiteren Meisterkurse der nächsten 3 Tage und natürlich auch auf die interessanten Konzerte von Prof. Geringas und Prof. Thedéen!

Alexey Stadler

Aktiver Teilnehmer bei den Cello Meisterkursen und Konzerten 2012

Cello Masterclasses / A teacher who loves stress

Mittwoch, 12. September 2012

What a busy day this was!

The morning kicked-off with a couple of  preparational work items for a planned film session. This session was  scheduled for the early afternoon hours,  where I was supposed to assist our partner Friedemann Grüning for a short interview with Maestro David Geringas.

In order to condition myself with the right feelings and thoughts I attended two masterclasses with this famous Lithuanian cellist, conductor and teacher. When the masterclass sessions were finished I quickly grabbed some food and was running to the Recepturhof building where the interview was about to happen. Lighntning and audio conditions were fine-tuned, so the interview could run smoothly . Which it did.

Satisfied with the results of that 20-minute interview I then handed the room over to Yuka Kobayashi, the Japanese pianist who urgently wanted to rehearse. After that, my next activity was to attend the last masterclass sessions of the day with German cellist  Jens Peter Maintz at Kronberg´s Streitkirche.

Now, here comes an  example of a truly busy man. For someone like Jens Peter Maintz the end of the day comes near only when the midnight hour approaches. This seems to be the rule for him, being one of our four cello teachers.  The last 3 students of his afternoon masterclass (which started in the morning) confronted him with works by Shostakovich and Ligeti. Heavy stuff, I thought!  Being asked about how he is coping with this whole workload throughout the entire day he simply answered „ I love stress“. And there seemed to be no irony in his answer.

After the last student left the room at around 7 pm, Jens Peter kindly explained what the remaining activities of the day would be: a little rest, then attending the concert with Frans Helmerson and Mihaela Martin at 8 pm, followed by just another very important activity of the day, which is rehearsing until midnight. In order to prepare for his own concert the next day. Still fresh-looking Jens Peter, who was studying with David Geringas in Lübeck, delivered his answers happily. Amazing!

No doubt, this teacher and cello virtuoso is full of energy. Now I know, what a busy schedule really looks like.

Anyway, we look forward to his concert tomorrow evening.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

Erste Sternstunden bei den Meisterkursen

Dienstag, 11. September 2012

Wenn man den Job hat, zwischen den Meisterkursen pendeln zu können, um erste Impressionen für einen Blogbeitrag einzufangen, dann darf man wohl mehr als zufrieden sein.

Aber es war nicht nur das Bloggen angesagt. In den Vormittagsstunden des heutigen Tages gab es eine wichtige Besprechung zu unseren Filmaktivitäten. Danach geht es direkt in die Stadthalle, um noch etwas vor der Mittagspause bei David Geringas aufzusaugen an meisterlichen Gedanken zu Shostakovich und César Franck (dies waren zwei der Komponisten, die von den beiden Meisterkurschülern vorgeschlagen waren).

Ich habe also Gelegenheit, die junge russische Cellistin Anastasia Kobekina und den Franzosen Edgar Moreau im großen Saal zu hören. Beide waren im Juni dieses Jahr bei unserem Kammermusikprojekt “Chamber Music Connects the World” dabei.  Anastasia Kobekina spielt mit Hingabe den ersten Satz aus Shostakovichs Cellokonzert. Ein rasantes, expressives und aufwühlendes Werk. Meister Geringas gibt wertvolle Hinweise auf die tiefere Bedeutung dieser Komposition fürs Publikum.

Zwischendurch spricht er viel auf Russisch mit der jungen Anastasia. Manchmal wirft er der anwesenden Mutter von Anastasia, die auch im Publikum ist, einen Blick zu. Ein paar Worte gehen auch in ihre Richtung, sie ist Pianistin. Eine seit Jahren zu ins nach Kronberg reisende Musikliebhaberin aus Frankfurt berichtet mir von Ihrer Begeisterung für den Lehrer Geringas.  “Er ist phantastisch”, lässt sie mich wissen. Begeistert ist sie stets bei unseren Veranstaltungen.

Ihr Musikwissen ist profund, auch jetzt berichtet sie von Vater und Sohn Sanderling und weiss hinzuzufügen, dass Vater Kurt Sanderling noch persönlich mit Shostakovich in Russland befreundet war und ihn als ängstlichen Menschen kennengelernt hatte. Gestern habe sie seinen Sohn Michael Sanderling beim Dirigieren der 5. Sinfonie von Shostakovich in Frankfurt erlebt und sei daher noch mit Klängen dieses Komponisten angereichert.

Ein anderer Besucher der Meisterklasse gibt mir ebenfalls sehr positives Feedback über die gekonnte und engagierte Arbeit des Cello Individualisten und Lehrers David Geringas. Er bezieht sein Urteil auch auf die Geringas Arbeit mit dem jungen Franzosen Edgar Moreau, der nach seiner Einschätzung bereits ein ausserordentlich talentierte Cellist sei. Edgars etwas zarte rechte Bogenhand, so seine Einschätzung, bilde die Schwachstelle und Geringas vermittelt Edgar Moreau, wie man “Dolce” als Ausdruck zu verstehen habe und zeigt den Unterschied auf zwischen leise intonierten Tönen und dem tief empfundenen Spiel von etwas ausserordentlich Schönem. So wie in der Eingangsmelodie der  Cellosonate von César Franck. Beide Meisterkurse sind ein Genuss für mich – ja, in meiner höchst subjektiven Sicht sind es  bereits kleine Sternstunden.

Auch die junge italienische Cellistin Miriam Prandi, die mit vielen anderen aktiven und passiven Kursteilnehmern in der Stadthalle weilt, sagt zu mir nach der Session mit Edgar Moreau, dass Geringas enorm viel Inspiration zu geben habe. Für sie ist das fantastisch, es inspiriere sie selbst enorm und mache ihr Vorfreude auf den baldigen eigenen Meisterkurs am kommenden Samstag. Mein Nachmittag wird gekrönt von einem Meisterkurs bei Frans Helmerson, der die junge Norwegerin Frida Waervaagen mit vielen Einblicken in die Cello Komposition von Beethoven versorgt. Frida ist eine nordische Frohnatur, die gerne lacht und im Kurs bei Helmerson gibt es viel Anlass zu freudigem  Lachen.

Frida ist nach diesem Meisterkurs äußerst gelöst und  happy  und erzählt mir, dass die Meisterkurse bei Frans Helmerson für sie immer etwas spezielles seien. “Er sorgt dafür, dass ich das große Ganze der Komposition sehe und verstehe. Es geht immer um das rein Musikalische”, fügt sie noch an. Und strahlt bei jedem ihrer Worte. Frida kennt Kronberg und war bei unseren Veranstaltungen und Meisterkursen in den Jahren 2005-2007 mehrfach in der Burgstadt. Sie freut sich, nun nach 5 Jahren Abwesenheit wieder hier sein zu können.

Mehr Meisterkurse sind heute nicht drin, es geht weiter zum nächsten Job. Meiner eigenen Inspiration ist Genüge getan. Ein wirklicher praller Tag mit enormen Hörerfahrungen und großartigen Lehrern neigt sich dem Ende entgegen. Zeit zum Verarbeiten bleibt für die Nachtstunden.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

Cello Meisterkurse / Eindrücke vom ersten Tag

Montag, 10. September 2012

Am Wochenende sind sie nach und nach in Kronberg eingetroffen. Fast 130 junge Cellisten aus 33 Ländern. Heute mussten sie bei 4 namhaften Cello Virtuosen zeigen, was sie können. Bei zwei der vier Dozenten hatte ich Gelegenheit, persönliche Eindrücke mitzunehmen, wie sich das ganze abspielt und welche Atmosphäre zu spüren ist.

Aber beginnen wir von vorn: Der morgendliche Einstieg in diesen ersten “Projekttag” erfolgt in der Stadthalle. Teammitglieder sind schon damit beschäftigt, die Bestuhlung im großen Saal der Stadthalle abzuschließen, denn um 10.30 Uhr geht es mit dem Vorspiel bei Maestro Geringas los.  Fahnen für die Foto-Ausstellung “Vier Cellisten in Kronberg” im ersten Stock werden aufgestellt. Viele andere Handgriffe sind zu tätigen, um alles in Schwung zu bringen.

Im Bistro ist das dortige Team dabei, alles für die erste Speisung am Mittag vorzubereiten. Am Empfang stehen Cao und Lea bereit, um die eintreffenden jungen Cellisten mit ersten Infos und Orientierung zu versorgen. Bald trifft auch Ekkard Seidl, der Geigenbauer aus Markneukirchen ein, ein häufig zu sehender Gast bei uns. Er beginnt sogleich, seine Werkstatt zu errichten. Hilary Peacock richte sich hinter dem Tresen ein und kümmert sich gleichzeitig um ihre abendliche Weiterfahrt nach Frankfurt, wo sie noch Englisch-Unterricht geben  muss.

Ich gehe in die Audition im großen Saal, wo David Geringas zwischen 11.50 – 13.30 Uhr 10 jungen Leuten lauscht, um seine Kandidaten zu finden. Er wird bis 16.30 Uhr damit befasst sein. Nahezu parallel werden in zwei anderen Gebäuden gleichfalls Auditions durchgeführt.  Man merkt den jungen Leuten die Anspannung an, kein Wunder, denn sie wollen ihr bestes geben und als aktive Meisterkursteilnehmer einfach dabei sein. Ich erlebe unteschiedliche Spielstile und Persönlichkeiten. Maestro Geringas sitzt an einem Tisch, nur 2-3 Meter von der Bühne entfernt, wo die jungen Leute postiert sind. Zwischendrin wird er von unserem Künstlerische Leiter Raimund Trenkler unterstützt.

Nach dem Mittagessen geht es weiter. Danach haste ich zur Audition mit Frans Helmerson, das ganze findet in den Räumlichkeiten des Kronberger Malermuseums  in der Streitkirche statt. Ein kleinerer Raum, das ganze intimer, aber die Situation ist die gleiche. Auch hier erlebe ich eine ähnliche Spannung.

Meine Versuche, noch die beide anderen Dozenten, nämlich Jens Peter Maintz und Torleif Thedéen zu erleben, lassen sich wegen fortgeschrittener Zeit nicht mehr realisieren. Egal,  die Fotos die ich vom Vormittag geschossen habe, müssen nun aufbereitet werden. Ein facebook-Eintrag ist auch fällig und dieser Blog will schließlich auch noch ordentlich eingetütet werden. Und Eile ist angesagt, denn das am Abend bevorstehende freudige Zusammenkommen aller Teilnehmer – das Welcome-Dinner – soll den Tag ab 20.00 Uhr im Kronberger Lokschuppen abrunden.

Bevor an diesem Sommerabend unter freiem Himmel Essen und Trinken für Lockerheit und Leichtigkeit sorgen, wird das Herz so mancher Musiker noch höher schlagen, wenn die Namen der ausgewählten aktiven Meisterkursteilnehmer vorgelesen werden. Und in wenigen Minuten geht es los. Daher ist auch dieser erste Tagebuch-Eintrag aus der Team-Perspektive an sein Ende angelangt. Weitere Tagebuch-Notizen von diesen Cello Meisterkursen werden folgen und neue Blogger werden sich hier an dieser Stelle versuchen. Sogar ein Musiker will uns einen Beitrag schreiben. Feine Aussichten für das Web 2-0 Team der Academy.

Die 10. Cello Meistekurse und Konzerte sind nun auf Kurs. Die Wind -u.  Wetterverhältnisse der nächsten Tage sind nicht schlecht. Die heisse Spätsommerphase soll vorbei sein. Frische, kalte Luft und mehr Feuchtigkeit werden für kühle Köpfe sorgen.

Michael Heinz

Kronber Academy Team

Cello Klänge für Slava

Sonntag, 17. April 2011

Kurz vor dem Start: Begegnung mit einem großen Musiker

In Kronberg steigt die Vorfreude auf besondere musikalische Ereignisse am Tag der „Verabredung mit Slava“ – am 27. April.  In Erinnerung an den großen russischen Cellisten Mstislav Rostropovich, von seinen Freunden Slava genannt, veranstalten wir nun zum 4. Male einen kleinen Festakt an der Büste des 2007 verstorbenen großen Künstlers. Für Raimund Trenkler und das gesamte Team der Academy ist es ein Herzenswunsch, mit diesem Tag den Geist dieses großen Künstlers und Humanisten wieder lebendig werden zu lassen.  Seine Begeisterungsfähigkeit und seine Lebensfreude waren sprichwörtlich und viele Menschen auf der Welt konnten dies bei seinen Konzerten und bei seinen zahlreichen öffentlichen Meisterkursen – nicht zuletzt in Kronberg- hautnah miterleben.

Das musikalische Rahmenprogramm für den 27. April bringt neben dem Mädchenchor “Shchedryk” aus Kiew (hierüber werden wir separat berichten) zwei anerkannte Cellisten nach Kronberg.

Da ist einmal Rostropovichs letzter Meisterschüler Ivan Monighetti zu nennen. Monighetti, Jahrgang 1948, gebürtig aus Riga/Lettland wird die gute Tradition fortsetzen, nämlich einen Satz aus einer Bachschen Cello-Suite nahe der Büste von Rostropovich zu intonieren ( in den 3 Jahren zuvor taten dies bereits David Geringas, Misha Maisky und zuletzt Natalia Gutman).

Es ist überliefert, dass Monighetti einer der Lieblingsschüler des großen Russen gewesen war. Inspiriert von dem großen Lehrer betrat Monighetti internationale Konzertsäle und begann auch intensiv Musik auf CDs einzuspielen. Hierbei wurde er mehrfach bei verschiedenen Labels weltweit mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Das Schweizer Fernsehen RTSI widmete dem Balten 1999 zwei Dokumentarfilme: “Ritratto a Monighetti” und “Monighetti: storie di famiglia”. Ivan Monighetti lebt zur Zeit in der Schweiz, wo er eine Professur für Cello an der Musik-Akademie Basel bekleidet Als engagierter Lehrer steht er in der Tradition seines Lehrers Mstislav Rostropovich. Einige seiner eigenen Meisterschüler sind international auch bereits anerkannte Künstler-Persönlichkeiten. Im abendlichen Benefizkonzert zugunsten der Rostropovich Cello Foundation werden Ivan Monighettti zusammen mit dem Pianisten Pavel Gililov zu hören sein.

Im 2. Teil dieses Konzerts wird die Kronberg Academy den jungen russischen Cellisten Alexander Buzlov präsentieren, der zusammen mit Anna Naretto am Klavier zwei Werke zur Aufführung bringen wird ( Benjamin Britten´s Sonate in C, op. 65 sowie Rostropovichs Humoreske für Violoncello und Klavier op.5). Alexander Buzlov gewann im November 2010 in Berlin beim international anerkannten Cello-Nachwuchswettbewerb „Grand Prix Emanuel Feuermann“ den Hauptpreis. Der junge Cellist ist Jahrgang 1983, geboren in Moskau und derzeit als Assistent von Natalia Gutman am Moskauer Tchaikovsky Konservatorium tätig. Natalia Gutmann war Schülerin von Rostropovich und so betrachtet, könnte man den jungen Alexander Buzlov auch als “Schüler-Enkel” ansehen.

Seit seinem bemerkenswerten Debüt in der Carnegie Hall von New York im Jahr 2005 verfolgt der junge russische Cellist eine internationale Karriere als Solist und Kammermusiker. Er konzertierte bereits mit namhaften russischen und westlichen Orchestern u.a. unter Leitung von Leonard Slatkin, Yakov Kreizberg, Valery Gergiev, Alexander Vedernikov.

Die Einnahmen dieses Konzerts werden der Förderung junger Cellisten zugute kommen, und damit dem lange verfolgten Ziele Rostropovichs dienen. Rostropovich hatte die Idee zur Gründung einer Stiftung unter der Obhut der Kronberger Academy bereits Mitte der Neunziger Jahre und wollte dem Cellisten-Nachwuchs erweiterte Ausbildungsmöglichkeiten bieten. Die Rostropovich Cello Foundation existiert seit 1997 unter dem Dach der Kronberg Academy.

Keine Frage, dass wir von der Academy angesichts der Klasse der auftretenden  Cellisten und Begleitmusiker auf ein bestens besuchtes Benefiz-Konzert hoffen.  Mögen alle Zuhörer und Freunde von Rostropovich einen unvergesslichen musikalischen Ausklang in der Kronberger Stadthalle erleben, ganz im Sinne der leidenschaftlichen Begeisterung für Musik, so wie wir dies häufig mit Slava erleben konnten.

Michael Heinz

Meisterkurse – Aufbruch in ein neues Zeitalter

Donnerstag, 12. August 2010

Der erste transatlantische digitale Meisterkurs kurz vor dem Start – Weltpremiere im  September 2010

Am 20. September wird es Ernst mit der digitalen Lerntechnologie. Dann wird in Kronberg in den Räumlichkeiten der so genannten Streitkirche, genauer: in den Räumen des Kronberg Academy Masters, der erste Meisterkurs zwischen einem hiesigen Professor, in diesem Falle David Geringas, und Studenten aus Amerika stattfinden.

Um dieses ambitionierte Projekt auf die Beine zu stellen, waren monatelang vielfältige technische und organisatorische Einzelheiten abzuklären und technische Spezifikationen zu studieren. Gegenwärtig läuft die Endphase der Implementierung der notwendigen Komponenten und die Verlegung der nötigen Glasfaser-Anschlüsse und Kabel sowie die Herrichtung eines speziellen Regie-Raumes. Letzterer ist so gut wie fertig gestellt. In diesem Raum in der Streitkirche (der ehemalige Noten-Raum des Elite-Studienganges) werden künftig bei jeder Lernstunde (technisch gesprochen: eine Session) zwei  Techniker der  Partner-Firma NOVUM vor Ort sein, um den sicheren technischen Ablauf der Unterrichtsstunde zu gewährleisten.

Ein kurzer Foto-Termin in den Räumlichkeiten der Streitkirche Anfang der Woche bezeugt den Stand der Arbeiten. Wie seltsam: In der digitalen (stofflosen) Welt sind es am Ende des Tages doch wieder Drähte, Kanäle, Leitungen und Schrauben, Blenden und Gerätekästen (Racks), die für den leisen und unsichtbaren Fluss der Bits und Bytes benötigt werden. Das in Kronberg realisierte Konzept setzt auf hochwertigste Bild- und Tonqualität, da ein grenzüberschreitender Meisterkurs natürlich die allerfeinsten Nuancen erlebbar machen muss. Mit anderen Worten, die Anforderungen an die entsprechende Infrastruktur auf beiden Seiten der Kommunkationskette sind enorm hoch. Die letzten Arbeiten an den Verbindungen und die Installation und Verlegung der letzten Kilometer Glasfaser-Kabels in die Räumlichkeiten der Streitkirche sind vor kurzem abgeschlossen worden. Mein Kurz-Besuch im zukünftigen Regie-Raum, der wie ein modernes Radio-Studio anmutet, hat mich zuversichtlich gestimmt, ja begeistert!

Was die Angelsachsen „Distance Learning“ nennen, tritt nun auch in der Welt der Musik seinen Siegeslauf an. Die Kronberg Academy hat bereits im letzten Jahr ihre Fühler nach New York ausgestreckt, um einen Partner zu akquirieren, und mit der befreundeten „Manhattan School of Music“ einen kompetenten Technologie-Pionier gefunden.

Worum geht es beim Distance Learning? Studenten und Professoren, die ansonsten hunderte Kilometer auseinander sind, können sich über diese digitale Brücke austauschen, verständigen und kommunizieren – um Unterricht zu erteilen bzw. aus Sicht der Studenten, unterrichtet zu werden. Unser Kooperationspartner, die angesehene „Manhattan School of Music“ hat hier seit ca. 10 Jahren wertvolle Vorarbeit geleistet. Mittlerweile sind viele Unterrichtsstunden mithilfe dieser Technologie durchgeführt worden. Einer der Künstler, der hier von Anfang an mit Herzblut und Schwung involviert war, ist der weltberühmte Geiger und Bratschist Pinchas Zukerman. Herr Zukerman wird es auch sein, der in Bälde den Studenten des Kronberger Elite-Studienganges in der Streitkirche digital gegenüber sitzen (oder stehen?) wird.

Nun ist die Kronberg Academy wieder einmal in einer Vorreiter-Rolle in Europa und bestätigt erneut ihren Ruf, mutig neue Wege zu gehen. Am 16. August heißt es: Daumen drücken, dass der allererste technische Live-Test glänzend über die Bühne geht und alle technischen Komponenten „mit-spielen“ !

Die echte Premiere mit Professor David Geringas in Kronberg und New Yorker Studenten erfolgt dann einen Monat später: am 20. September gibt es grünes Licht für den ersten transatlantischen digitalen Meisterkurs.

Michael Heinz

Kronberger Sommer / Fotografische Erkundungen in der Altstadt

Dienstag, 27. Juli 2010

Wie man einen brütenden Sommertag überlebt:  Foto-Exkursion und  Nachdenken über Emanuel Feuermann

Ein heißer Juli-Tag – endlich mal keine musikalische Hoch-Saison für uns im Team der Kronberg Academy. Aber, gottlob, die nächsten Jobs stehen vor der Tür und die Vorbereitungen für die Cello-Meisterkurse Ende September laufen schon mit hoher Drehzahl. Und dann sind da auch noch die Vorbereitungen auf den Grand Prix Emanuel Feuermann im November, ein bedeutender internationaler Cello-Wettbewerb, um große Talente zu entdecken.

Es ist ein Montag, die Mittagspause winkt. Die Sonne brütet unerbittlich über der Kronberger Altstadt – die trockene Wärme tut dennoch gut und der leichte, warme Wind machen einen Spaziergang durch die Altstadt-Gassen zu einem Erlebnis. Die Kronberger Burg thront majestätisch in der Juli-Sonne. Fast kommen Urlaubsgefühle auf.  Aber weit gefehlt, es ist ja ein Arbeitstag. Trotzdem,  Zeit für eine Mittags-Unterbrechung winkt, warum nicht das Schöne mit dem Nützlichen verbinden. Neue Inspirationen beim Fotografieren und Wandeln durch das  Altstadt-Gewirr einsammeln und ein paar Gedanken zu neuen Aufgaben entwickeln – so lautet die innere Einstimmung für die nächste Stunde.

Es ist 14.00 Uhr, wenige Menschen sind in der Altstadt unterwegs. Ein idealer Moment, um die vielen Kronberger Sehenswürdigkeiten ungestört, in aller Ruhe, fotografisch einzufangen und all jenen, die Kronberg noch nicht so gut kennen, mit diesen Aufnahmen Appetit auf einen eigenen Rundgang zu machen.  Das Geflecht der Altstadt-Gassen und Strassen durchforsten. Und dabei über die nächsten musikalischen und organisatorischen Herausforderungen unseres Teams aus der Sicht der schreibenden Zunft nachzudenken.

Ich verlasse unsere Arbeitsräume im Receptur-Innenhof und mache mich auf den Weg zu einer Erkundung der speziellen Art. Für die vielen Besucher, die Kronberg hauptsächlich aus der Perspektive der Kammermusik und des Cellos wahrnehmen, so denke ich, wäre es erstrebenswert, einige der markantesten Gebäude und Plätze sowie die Burg und Altstadt mit begeistertem Blick festzuhalten. Während des Suchens nach Motiven, die auch die Spielorte unserer vielen Konzerte mit einschließen – die Johanniskirche und die Streitkirche – grüble ich über die nächste Serie Blogbeiträge nach. Die Vorgabe lautet, im Vorgriff und gewissermaßen zur Einstimmung auf den Grand Prix Wettbewerb im November den großen Cellisten Emanuel Feuermann für einige Wochen wieder verstärkt ins Bewusstsein der Musik-Interessierten zurückzurufen.

Nicht, dass es keine guten Materialien oder Dokumente über ihn gäbe, aber das Bestreben,  diesen vielleicht hoffnungsvollsten Cellisten neben Pablo Casals noch einmal in groben Umrissen in all seiner Genialität lebendig werden zu lassen. Emanuel Feuermann, der Solist, der Kammermusik-Partner, und nicht zu vergessen, der großartige Lehrer und Pädagoge und der Mensch, der in einer schwierigen Zeit sein Leben neu organisieren musste und das Glück hatte, durch Emigration eine neue Heimat zu finden – viele Facetten also. Das wäre der Mühen und Recherchen wert. Das Andenken an diesen so früh verstorbenen Vollblut-Musiker ( er verstarb im Alter von nur 39 Jahren) ist in unseren Räumen allgegenwärtig – viele Fotografien aus seinem Leben, die in ihn auch mit seiner Familie und anderen Musikern zeigen, schmücken einige Wände unserer Büroräume. So ist er stets unter uns, zwischen vielen Plakaten mit all den anderen Großen der Kammermusik wie Mstislav Rostropovich, Gidon Kremer oder David Geringas, um nur einige zu nennen.

Nun, mein Exkurs durch die Altstadt neigt sich dem Ende entgegen, Motive waren reichlich vorhanden. Die Überlegungen zur nächsten  Blog-Serie haben sich deutlicher herauskristallisiert – diese fotografische Auszeit war also im doppelte Sinne lohnenswert.

Mein Fazit: Die warme Luft, die südliche Sonne beflügelt auch hierzulande. Kronberg im Sommer, das ist nicht zu verachten. Back to Work.

Michael Heinz

Cello-Meisterkurse / Die Programm-Broschüre gibt ersten Vorgeschmack

Donnerstag, 22. Juli 2010

Endlich sind sie da, die Programme zu den diesjährigen Cello Meisterkursen und Konzerten 2010.

Soeben vom Drucker gekommen und rasch an die ersten Kollegen im Hause der Receptur verteilt. Mit einer Auflage von 13.000 Stück wollen wir die wichtigsten Informationen zu den Meisterkursen und den sich daran anschließenden öffentlichen Konzerten in die nahe und ferne Welt tragen. Bereits einige Tausend der gefalteten Programmhefte – unsere Flyer – werden derzeit per Post an unsere große Freunde und Förderergemeinschaft versandt. Die andere Hälfte wird nach einem anderen Verteilschlüssel an ausgewählte Interessenten, Journalisten und Musik-Institutionen weitergeleitet. Die logistische Abwicklung der Bekanntmachung und Vermarktung ist ein Kapitel für sich, erfordert gute Planung und natürlich eine gute Adress-Datenbank.

Nun aber zurück zur musikalischen Seite des Flyers. Lernen von den großen Meistern Ihres Faches und gemeinsam mit Ihnen Werke aus dem Bereich Kammermusik aufführen. Darum wird es zwischen dem 20. und 27. September in Kronberg gehen. Aufführungsstätte sind die Johanniskirche im Herzen der pittoresken Altstadt, in unmittelbarer Nähe der Streitkirche wo unser  “Kronberg Academy Masters“ Studiengang beheimatet ist und ferner die Kronberger Stadthalle.

Auf der Titelseite unseres Flyers, der wie immer in Rot und Schwarz gehalten ist, sieht man den jungen ungarischen Cellisten István Várdai bei konzentriertem Spiel. Er ist Sinnbild für die vielen jungen „Meisterschüler“ und Teilnehmer, die nach Kronberg kommen, um gezielte Impulse für die Weiterentwicklung ihrer Spieltechnik zu erhalten und auch ihr musikalisches Wissen und Verständnis vertiefen möchten.

Insgesamt 5 Konzerte werden zwischen dem 23.9. und 27.9. zur Aufführung gelangen. Die Konzerte haben jeweils ein Motto, und das macht bereits jetzt Appetit auf diese Ereignisse. Das erste Konzert, in dem Frans Helmerson eine wichtige Rolle spielen wird, trägt das Motto: „Cello ganz Chopin“. Das  zweite Konzert soll intensiv berühren, es ist betitelt mit: „Cello expressiv“. Das dritte Konzert erhält eine swingende Note: „Der mit dem Cello tanzt“. Das vierte Konzert erhält das Moto „ Bloß Cello„ und schließlich das fünfte Konzert – zugleich der Abschluss der Meisterkurs-Woche – trägt das Motto „Cello-Aussichten“.

Wenn man den in Leporello-Form erstellten Prospekt aufblättert, dann gerät man sehr schnell ins Schwärmen. Großartige Cellisten und feine Werke der Kammermusik, geschrieben für Cello und zum Teil mit Klavierbegleitung, dominieren das Programm. Chopin, César Franck, Beethoven, Granados, Cassadó, Bach, Dutilleux und Alfredo Piatti sind die Komponisten, auf deren Werke man sich freuen darf.

Wer sind die vier Lehrer?

Vier ausgewiesene Cello-Meister haben der  Kronberg Acaemy ihre Teilnahme zugesagt. Es sind keine Geringeren als diese vier namhaften Musiker, einige von Ihnen seit vielen Jahren der Academy bei vielen Auftritten und Projekten aufs engste verbunden: David Geringas, Frans Helmerson, Gary Hoffman und der deutsche Cellist Jens Peter Maintz, der jüngste in diesem Quartett.

Last but not least: zwei „Einstimmungen“ liefern Hintergrund-Wissen. Dr. Susanne Schaal-Gotthardt erläutert einmal das Konzer Nr. 4 ( Jens Peter Maintz, Cello) und Konzert Nr. 1
(mit David Geringas). Dies ist ein Angebot an all jene Musikfreunde, denen die angekündigten Werke noch nicht so vertraut sind.

Was ist noch erwähnenswert? Ja, alle Cello Meisterkurse  sind öffentlich. Laien und Experten, Cellisten oder Nicht-Cellisten, können sich von der intensiven Arbeit zwischen Lehrern und Schülern mitreißen lassen, lediglich ein kleiner Obolus ist zu entrichten.

Wer kann bei den Meisterkursen eine Bewerbung abgeben? Alle interessierten jungen Cellisten, die nicht älter als 29 Jahre sind. Bewerbungsschluss ist der 23. Juli 2010 – die deadline steht vor der Tür – also Gas geben ist angesagt für ambitionierte junge Cellisten, wo immer sie dies auch lesen mögen.

Der Spätsommer kann kommen. Kronberg, die Welthauptstadt des Cello, erwartet viele Besucher aus nah und fern und hr2 als Medienpartner wird für die audio-technische Aufzeichnung auf höchstem Niveau sorgen.

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Was aus den Ex-Juniors geworden ist (1)

Montag, 3. Mai 2010

Claudio Bohórquez, Violoncello / Junior 2002

Claudio Bohorquez

Claudio Bohorquez war im Jahre 2002 erstmals als Junior bei Chamber Music Connects the World dabei. Er war damals 26 Jahre jung. Mit acht Jahren begann er das Cello-Spielen und kam im Jahre 1989 für zwei Jahre als Jungstudent zu David Geringas an die Musikhochschule  Lübeck. Später dann, als Schüler von Boris Pergamenschikow war Claudio Bohórquez schon früh erfolgreich bei internationalen Wettbewerben wie dem Tschaikovsk y Jugendwettbewerb in Moskau oder dem Rostropovich Wettbewerb in Paris. Von der Kronberg Academy wurde er u.a. durch den Landgraf von Hessen-Preis gefördert. Im Jahr 2000 war er mit drei Auszeichnungen Gewinner und erfolgreichster Teilnehmer des 1. Internationalen Pablo-Casals-Wettbewerbs der Kronberg Academy. Aus der Hand von Marta Casals Istomin erhielt er als zweijährige Leihgabe das Goffriller-Cello von Pablo Casals.

Claudio Bohórquez gastiert heute in der ganzen Welt. Er arbeitet dabei mit vielen der namhaftesten Dirigenten wie Daniel Barenboim, Rafael Frühbeck de Burgos, Christoph Eschenbach, Sir Neville Marriner, David Zinman oder Krzysztof Penderecki zusammen und konzertiert mit den größten deutschen und internationalen Orchestern – in Japan mit dem NHK Symphony Orchestra Tokyo und dem Tokyo Philharmonic Orchestra, in den USA mit fast allen großen Orchestern des Landes. Claudio Bohórquez verzeichnet eine beachtliche Anzahl an CD-Einspielungen, Rundfunkaufnahmen und Fernsehauftritten. Darüber hinaus widmet er sich verschiedenen Installations-, Improvisations- und Meditationsprojekten ent-wickelt ( z.B. gemeinsam mit dem Maler Klaus-Peter Kirchner das Installationsprojekt “Raum für Pablo Casals” als Hommage an diesen großen Cellisten) . Von 2003 bis 2006 war er Gastprofessor an der Hochschule für Musik “Hanns Eisler” in Berlin und ist ab Oktober 2009 erneut dorthin berufen worden.

Claudio spielt ein Violoncello von G. B. Rogeri, das ihm von der L-Bank Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt wird. Er lebt zur Zeit in Berlin.

Bisher erschienen:

CMCW – Wie alles begann

CMCW – die Feuertaufe

CMCW – Ein Musikfilm als Inspiration

Michael Heinz

Cello Festival ¦ KAtalk ¦ Sie haben die Auswahl!

Mittwoch, 23. September 2009

Nur noch wenige Tage sind es bis zur Eröffnung des Cello Festivals mit einem Open-Air-Konzert auf dem Berliner Platz. Doch was wäre ein Cello Festival ohne KAtalk – nicht auszudenken. Da das Cello Festival etwas ganz besonderes ist, haben wir uns für die dritte Auflage des KAtalks (wenn Sie noch nicht wissen, was sich dahinter verbirgt hier die Erklärung) etwas Besonderes ausgedacht.

Dieses Mal dürfen Sie bestimmen, wer von unserer Seite der Gesprächspartner sein soll. Aufgrund der Fülle der Cellisten, die nach Kronberg kommen, haben wir eine kleine Vorauswahl getroffen. Vorab ausgewählt haben wir drei Vertreter der jüngeren Generation sowie zwei Weltstars.

Und diese Herren stehen zur Auswahl:

David Geringas David Geringas – der „Große“ Er zählt seit Jahren zu den ganz Großen seines Faches und wurde für seine Gesamtleistungen als Musiker und Botschafter des Kulturstaates Deutschland mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Ernst Reijseger Ernst Reijseger – der „Erfinder“. Der Jazz-Cellist hat seine ganz eigenen Spieltechniken entwickelt: Pizzicato-Techniken, die auf der Zupftechnik eines (Bass-) Gitarristen basieren, und rhythmische Strukturen, die von Schlagzeugern und Pianisten inspiriert sind.

Claudio  Bohorquez Claudio Bohórquez – der Aufreger. Der ehemalige Schüler von David Geringas und Boris Pergamenschikow wird von Dirigenten, Publikum, Veranstaltern und Kritikern gleichermaßen als eine der aufregendsten und faszinierendsten Musikerpersönlichkeiten seiner Generation gepriesen.

Lászlá Fenyö László Fenyö – der Entdecker. Ein sicheres Stilempfinden und eine enorme technische Brillanz zeichnen László Fenyös aus. Eine reiche Orchestererfahrung und Entdeckerfreude in selten gespielter Sololiteratur vervollständigen sein musikalisches Profil.

Danjulo Ishizaka Danjulo Ishizaka – der Techniker. Er ist phänomenal in seinem technischen Potenzial und begeistert sowohl Publikum als auch Kritiker mit spontaner Klangfarbenphantasie.


Wählen Sie, wer befragt werden soll. Begründen Sie in einem (kurzen) Kommentar unter diesen Beitrag Ihren Wunsch. Alle Kommentare, die bis Montag, den 28. September, 12 Uhr eingehen, werden berücksichtigt. Der Cellist, dessen Antworten, die meisten von Ihnen lesen wollen, wird nächste Woche von einem unserer Twitter-Follower befragt. Die genauen Daten – Tag, Uhrzeit und Name des Cellisten – geben wir rechtzeitig bekannt. Wie immer können Sie – falls Sie keinen Twitter-Account haben – die Unterhaltung über unsere Twitterwall verfolgen.

Wenn Sie selbst Fragen haben, geben Sie sie als Kommentar ein. Wir sammeln sie, leiten sie weiter und stellen die Antworten dann hier ein. Dazu ist es allerdings nötig, dass Sie unter Ihrem realen Namen die Fragen stellen.

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von Ulrike Schmid

Cello Festival ¦ Tutors ¦ David Geringas

Mittwoch, 15. Juli 2009
David Geringas

David Geringas

David Geringas is one of the most versatile musicians of our time. The cellist and conductor works with an unusually broad repertoire from early baroque to contemporary music. The native Lithuanian was the first to perform many compositions by Russian and Lithuanian avantgarde composers in the West. He has received the highest accolades from his native country for his international commitment to Lithuanian music and composers. German President Horst Köhler awarded him the Order of Merit of the Federal Republic of Germany in October 2006 in recognition of his outstanding achievements as a musician and as an ambassador for Germany’s culture on the international music scene.

Geringas’ teacher and mentor was Mstislav Rostopovich. In 1970 he won first prize and the gold medal at the Tchaikovsky Competition. He has played all over the world with the most important orchestras and the greatest conductors of our time. His extensive discography includes many award-winning recordings. Important contemporary composers have dedicated new compositions to Geringas. In July 2006, Anatolijus Senderovas’ composition “David’s Song for Cello and String Quartet” was premièred in Kronberg – to mark Geringas’ 60th birthday.

As a conductor, David Geringas makes regular appearances all over the world. Since 2005 he has been the Chief Guest Conductor of the Kyushu Symphony Orchestra, Japan. In 2007 David Geringas made his debut with the Tokyo Philharmonic Orchestra and the China Philharmonic Orchestra.

Cello Festival ¦ Dozenten ¦ David Geringas

Mittwoch, 15. Juli 2009
David Geringas

David Geringas

David Geringas ist einer der vielseitigsten Musiker unserer Zeit. Als Cellist und Dirigent zeichnet ihn ein ungewöhnlich breites Repertoire vom frühesten Barock bis zur zeitgenössischen Musik aus. Viele Werke der russischen und litauischen Avantgarde führte der gebürtige Litauer als erster Musiker im Westen auf. Für sein weltweites Engagement für litauische Musik erhielt er höchste Auszeichnungen seines Landes. Bundespräsident Horst Köhler verlieh dem Künstler im Oktober 2006 für seine Gesamtleistungen als Musiker und Botschafter des Kulturstaates Deutschland das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Sein Lehrer und Mentor war Mstislav Rostropovich. 1970 gewann Geringas den 1. Preis und die Goldmedaille beim Tschaikowsky-Wettbewerb. Er musizierte weltweit mit den bedeutendsten Orchestern und den größten Dirigenten unserer Zeit. Seine umfangreiche Diskographie umfasst zahlreiche mit Schallplattenpreisen ausgezeichnete Aufnahmen. Namhafte zeitgenössische Komponisten wie Arvo Pärt, Sofia Gubaidulina und Peteris Vasks haben David Geringas Werke gewidmet. 2006 wurde “David’s Song for Cello and String Quartet” von Anatolijus Šenderovas in Kronberg uraufgeführt – eine Widmung zu seinem 60. Geburtstag.

Als Dirigent ist David Geringas regelmäßig auf Podien im In- und Ausland vertreten. Von 2005 bis 2008 war er “Chief Guest Conductor” des Kyushu Symphony Orchestra Japan. In 2007 debütierte David Geringas mit dem Tokio Philharmonic Orchestra und dem China Philharmonic Orchestra. Im Februar 2009 gab er sein Debüt als Dirigent mit den Moskauer Philharmonikern in Moskau.



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