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Es ist, wie wenn man nach Hause kommt

Dienstag, 9. Dezember 2008

Zweiter Advent, sternklare Nacht, Minusgrade draußen und ein stimmungsvolles Licht im Inneren der vollbesetzten Kirche. In der Sakristei drängen sich die 22 Musiker dicht an dicht, die Instrumente sind gestimmt und warten auf einen baldigen Einsatz.

Mein Platz ist heute – von den Zuhörern unbemerkt – auf einer kargen Holzbank hinter dem Altar, von wo aus sich mir eine ganz besondere Atmosphäre bietet. Wer ist schon sonst so nah dran? Dorthin „verbannt” wurde ich, weil ich dafür Sorge tragen muss, dass alles reibungslos läuft. Ich sehe, wie sich die Musiker immer wieder mit kurzen Blickkontakten verständigen, Andrei Pushkarev gefühlvoll am Vibraphon den Jasmin blühen lässt (Georgs Pelecis, Flowering Jasmin für Violine, Vibraphon und Streicher) und nehme – wie die Musiker auch – den Zuschauerbereich nur als dunklen Raum, in dem nichts zu erkennen ist, war.

Manche Musiker habe ich heute zum ersten Mal kennengelernt, andere lernte ich bereits beim Geburtstagskonzert im Februar kennen. Alle, mit denen ich gesprochen habe, waren unisono der Meinung, dass es für sie hier eine besondere Atmosphäre sei. Sie würden sich bei uns sehr wohl fühlen und die Stimmung habe so gar nichts mit der sonst üblichen Konzertstimmung gemein. Konzerterfahren sind sie, denn schon allein in der Besetzung als Kremerata Baltica geben sie rund 90 Konzerte im Jahr. Dazu tritt jeder der Musiker noch mit einem oder mehreren Kammermusikensembles auf. Da sind die Mitglieder dann wieder neu gemischt. Puh – was für eine Aufgabe für den Orchestermanager die ganzen Termine abzustimmen sowie die Auftritte zu koordinieren und zu organisieren.

Beim anschließenden Abendessen haben wir dann Pläne fürs Cello-Festival 2009 geschmiedet und leidenschaftlich über Programmentwürfe diskutiert. Im November nächsten Jahres kommen dann sowohl die Kremerata Baltica als auch Gideon Kremer der von sich sagt nach Kronberg kommen „ist wie wenn man nach Hause kommt.”

von Mareile Zürcher

Kremerata Baltica, Gidon Kremer und Andrei Pushkarev sind zu Gast

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Im Februar dieses Jahres haben wir unseren 15. Geburtstag gefeiert und als Geburtstagsgeschenk gab es von Gidon Kremer und seiner Kremerata Baltica die Premiere ihres Programms Cinema & Comedy. Gleichzeitig haben wir die Kremerata Baltica zu unserem „Orchestra in Residence” gemacht.

Am Sonntag, dem 7. Dezember werden sie nun um 18 Uhr in der Johanniskirche ihren ersten Konzertabend in Kronberg geben.

Auf dem Programm stehen:

Passacaglia für Violine solo und Streicher von Arvo Pärt (*1935) mit dem Solisten Gidon Kremer (Violine)
De Profundis für Streicher von Raminta Serksnyte (*1975)
Drei Fugen aus Sechs Fugen über den Namen BACH, op. 60 von Robert Schumann in der Fassung für Streichorchester von Paul Angerer
Reflexions on B.A.C.H. von Sofia Gubaidulina in der Bearbeitung für Streichorchester von Gidon Kremer
Flowering Jasmin für Violine, Vibraphon und Streicher von Georgs Pelecis (*1947) mit den Solisten Gidon Kremer (Violine) und Andrei Pushkarev (Vibraphon)
Valse Caprice von Franz Schubert und Franz Liszt sowie
Drei Stücke für Violine und Streicher von Astor Piazzolla mit dem Solisten Gidon Kremer (Violine).

Die Kremerata Baltica, die Gidon Kremer 1997 anlässlich seines 50. Geburtstags gründete, ist mittlerweile in der ganzen Welt unterwegs. Rund 60 Konzerte im Jahr geben die jungen Musiker aus dem Baltikum in Europa, Asien und Amerika. Sie gastieren regelmäßig in den großen Musikzentren in Wien, Berlin, Paris, London, Moskau, New York und in vielen weiteren Metropolen, treten bei renommierten Festivals auf, musizieren mit berühmten Solisten und Dirigenten von Weltruf wie Sir Simon Rattle, Christoph Eschenbach, Kent Nagano, Esa-Pekka Salonen, Heinrich Schiff, Heinz Holliger und Mischa Maisky.

Zeitgenössische Musik zählt zu den Schwerpunkten der Orchesterarbeit und neben Uraufführungen und Auftragswerken von Pärt, Kancheli, Vasks, Desyatnikov und Raskatov stehen häufig auch Kompositionen von Schnittke, Gubaidulina, Enesco und Piazzolla auf ihrem Programm. Zahlreiche CD-Aufnahmen geben Zeugnis von ihrer Arbeit. Den Kronbergern ist „ihr” Orchester bestens bekannt durch zahlreiche Auftritte und Konzerte bei Veranstaltungen der Kronberg Academy. In der Kronberger Stadthalle entstand auch die von Kritikern hochgelobte CD „Cello Fiesta!” und das Ensemble war auch maßgeblich an der Entstehung der CD „Celebrating Slava – In remembrance of Mstislav Rostropovich” beteiligt.

Karten für das Konzert in der Johanniskirche zum Preis von 20, 30 oder 40 Euro gibt es in der Receptur Kronberg, Friedrich-Ebert-Straße 6, Telefon 06173/78 33 77, im Internet unter Kronberg Academy oder per Email an karten(at)kronbergacademy.de