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Grand Prix Emanuel Feuermann – Die Rote Tasche

Dienstag, 17. August 2010

Spannung und Aufregung pur in Berlin – Auswahl der 12 Finalisten durch 5-köpfige Jury

Die rote Tasche durfte nicht verloren gehen. In ihr befanden sich die Unterlagen für die Jury und die von den Bewerbern eingesendeten DVDs, anhand derer entschieden werden sollte, welche zwölf Cellisten sich im November beim Grand Prix Emanuel Feuermann in Berlin behaupten würden. Am vergangenen Sonntag machten Mareile Zürcher und ich uns auf den Weg in die Hauptstadt, die 1. Runde des Wettbewerbs zu bestreiten (organisatorisch, versteht sich).

Schon bei Betreten des Unterrichtsraumes von Prof. Jens Peter Maintz in der Universität der Künste (UdK) stellte sich heraus, dass wir den idealen Ort gewählt hatten: Sofort fiel der Blick auf das lebensgroße Bild, auf dem Emanuel Feuermann höchstpersönlich abgebildet war, in gewohnt lässiger Pose – Cello im Arm, Zigarette im Mund (den Kritikern und aktiven Nichtrauchern sei gesagt: Die gehört einfach dazu!) und ein schelmisches Lächeln auf den Lippen.

Dank den hilfsbereiten Mitarbeitern der UdK konnten wir alles im Voraus begutachten; der Raum war technisch ausgestattet (u. a. TV-Bildschirm 50’’) und die Technik funktionierte bereits beim ersten Test einwandfrei (drei Kreuze!).

Am nächsten Morgen trafen wir die letzten Vorbereitungen. Für Verpflegung wurde gesorgt, von Obst über Schokolade bis Gummibärchen platzierten wir alles auf den Tischen der Jury. Bei der Koffeinzufuhr behalfen wir uns der vorhandenen (N)Espresso-Maschine von Prof. Maintz – somit waren beste Voraussetzungen geschaffen, dass die Konzentration auch nach dem 14. Anhören von Schumanns „5 Stücke im Volkston“ nicht absackte. Nach und nach trafen die Professoren ein, die Runde setzte sich aus Wolfgang Boettcher, Thomas Demenga, David Geringas, Jens Peter Maintz und Raimund Trenkler zusammen. Herzliche Begrüßungen untereinander und einige einweisende Worte vom Leiter der Academy, und dann wurde es ernst.

15 Minuten lang widmete sich die Jury jedem Kandidaten. Meine Aufgabe hierbei war, die jeweils richtige DVD einzulegen und von einem Stück zum nächsten zu schalten, ggf. zu spulen. Zum Glück hatte ich mir die Zeiten zuvor genau notiert, somit konnte nichts schief gehen. Da ich neben dem Bildschirm saß, hatte ich keinen Blick auf denselben und konnte mich voll und ganz auf den Ton konzentrieren (und derweil die Reaktionen der Jurymitglieder beobachten). Beim einen lauschte man dem gesamten Prélude einer Bach-Suite, beim anderen nur in Teilen, dafür waren bei jenem mehrere Variationen der Reger-Suite interessant usw. Die Professoren schienen die Tücken jedes Stückes genau zu kennen und horchten bei bestimmten Stellen besonders auf. Da wurde hier der Lebenslauf überflogen, dort Notizen aufs Papier gebracht und bei manchen wenigen minutenlang wort- und regungslos zugehört.

Als am Dienstagnachmittag die letzte der 38 DVDs abgespielt worden war, schickten die Professoren sich an eine Entscheidung zu treffen. Das Ergebnis zeigte, dass sich die fünf überraschend einig waren; auf Anhieb wurden elf Kandidaten für die 2. Runde nominiert und auch der zwölfte war nach zwei weiteren Wahlgängen schnell gefunden. (man erlaube mir diese Bemerkung am Rande, dass auch meine Kollegin Mareile und ich, sozusagen intern, mit zehn „Richtigen“ gar nicht so falsch getippt hatten.)

Der Ausklang der drei spannenden Tage in Berlin gestaltete sich gewohnt musikalisch, wie sich das für Musikbegeisterte gehört, mit einem Besuch des Young Euro Classic, einem Festival, in dessen Rahmen Jugendorchester aus ganz Europa in der Hauptstadt auftreten. Nachdem wir mit dem Fahrrad(!) zum Konzerthaus geradelt waren, lauschten wir dem „Baltic Youth Philharmonic“ unter Kristjan Järvi. Mitbegründer des Orchesters ist Thomas Hummel, der selbst einmal, als die Kronberg Academy noch in den Anfängen stand, die ersten Cello-Festivals mitbetreut hatte. Während ich mich von den Klängen Stravinskys „Sacre du Printemps“ mitreißen ließ, schossen mir verschiedenste Gedanken durch den Kopf: In drei Monaten wird in diesem prächtigen Saal das Abschlusskonzert des Grand Prix Emanuel Feuermann stattfinden. Wer wohl die drei Cellisten sein werden, die es in die Finalrunde schaffen? Und wem wohl nach der Finalrunde die Trophäe überreicht wird? Wir dürfen alle gespannt sein!

Beschwingt gönnten wir uns im Anschluss an das Konzert ein Glas Wein auf dem Gendarmenmarkt und machten uns zu später Stunde auf den Rückweg durch das nächtliche Berlin.

Anna-Maria Lange

Kronberger Sommer / Fotografische Erkundungen in der Altstadt

Dienstag, 27. Juli 2010

Wie man einen brütenden Sommertag überlebt:  Foto-Exkursion und  Nachdenken über Emanuel Feuermann

Ein heißer Juli-Tag – endlich mal keine musikalische Hoch-Saison für uns im Team der Kronberg Academy. Aber, gottlob, die nächsten Jobs stehen vor der Tür und die Vorbereitungen für die Cello-Meisterkurse Ende September laufen schon mit hoher Drehzahl. Und dann sind da auch noch die Vorbereitungen auf den Grand Prix Emanuel Feuermann im November, ein bedeutender internationaler Cello-Wettbewerb, um große Talente zu entdecken.

Es ist ein Montag, die Mittagspause winkt. Die Sonne brütet unerbittlich über der Kronberger Altstadt – die trockene Wärme tut dennoch gut und der leichte, warme Wind machen einen Spaziergang durch die Altstadt-Gassen zu einem Erlebnis. Die Kronberger Burg thront majestätisch in der Juli-Sonne. Fast kommen Urlaubsgefühle auf.  Aber weit gefehlt, es ist ja ein Arbeitstag. Trotzdem,  Zeit für eine Mittags-Unterbrechung winkt, warum nicht das Schöne mit dem Nützlichen verbinden. Neue Inspirationen beim Fotografieren und Wandeln durch das  Altstadt-Gewirr einsammeln und ein paar Gedanken zu neuen Aufgaben entwickeln – so lautet die innere Einstimmung für die nächste Stunde.

Es ist 14.00 Uhr, wenige Menschen sind in der Altstadt unterwegs. Ein idealer Moment, um die vielen Kronberger Sehenswürdigkeiten ungestört, in aller Ruhe, fotografisch einzufangen und all jenen, die Kronberg noch nicht so gut kennen, mit diesen Aufnahmen Appetit auf einen eigenen Rundgang zu machen.  Das Geflecht der Altstadt-Gassen und Strassen durchforsten. Und dabei über die nächsten musikalischen und organisatorischen Herausforderungen unseres Teams aus der Sicht der schreibenden Zunft nachzudenken.

Ich verlasse unsere Arbeitsräume im Receptur-Innenhof und mache mich auf den Weg zu einer Erkundung der speziellen Art. Für die vielen Besucher, die Kronberg hauptsächlich aus der Perspektive der Kammermusik und des Cellos wahrnehmen, so denke ich, wäre es erstrebenswert, einige der markantesten Gebäude und Plätze sowie die Burg und Altstadt mit begeistertem Blick festzuhalten. Während des Suchens nach Motiven, die auch die Spielorte unserer vielen Konzerte mit einschließen – die Johanniskirche und die Streitkirche – grüble ich über die nächste Serie Blogbeiträge nach. Die Vorgabe lautet, im Vorgriff und gewissermaßen zur Einstimmung auf den Grand Prix Wettbewerb im November den großen Cellisten Emanuel Feuermann für einige Wochen wieder verstärkt ins Bewusstsein der Musik-Interessierten zurückzurufen.

Nicht, dass es keine guten Materialien oder Dokumente über ihn gäbe, aber das Bestreben,  diesen vielleicht hoffnungsvollsten Cellisten neben Pablo Casals noch einmal in groben Umrissen in all seiner Genialität lebendig werden zu lassen. Emanuel Feuermann, der Solist, der Kammermusik-Partner, und nicht zu vergessen, der großartige Lehrer und Pädagoge und der Mensch, der in einer schwierigen Zeit sein Leben neu organisieren musste und das Glück hatte, durch Emigration eine neue Heimat zu finden – viele Facetten also. Das wäre der Mühen und Recherchen wert. Das Andenken an diesen so früh verstorbenen Vollblut-Musiker ( er verstarb im Alter von nur 39 Jahren) ist in unseren Räumen allgegenwärtig – viele Fotografien aus seinem Leben, die in ihn auch mit seiner Familie und anderen Musikern zeigen, schmücken einige Wände unserer Büroräume. So ist er stets unter uns, zwischen vielen Plakaten mit all den anderen Großen der Kammermusik wie Mstislav Rostropovich, Gidon Kremer oder David Geringas, um nur einige zu nennen.

Nun, mein Exkurs durch die Altstadt neigt sich dem Ende entgegen, Motive waren reichlich vorhanden. Die Überlegungen zur nächsten  Blog-Serie haben sich deutlicher herauskristallisiert – diese fotografische Auszeit war also im doppelte Sinne lohnenswert.

Mein Fazit: Die warme Luft, die südliche Sonne beflügelt auch hierzulande. Kronberg im Sommer, das ist nicht zu verachten. Back to Work.

Michael Heinz

Starting Signal for the Grand Prix Emanuel Feuermann 2010

Dienstag, 15. Dezember 2009

Celli

Kronberg Academy and the Domenico Gabrielli Foundation at the Berlin University of the Arts (UdK Berlin) are together organising the third Grand Prix Emanuel Feuermann competition. The international cello competition is open to cellists of any nationality who were born in or after 1982. We are proud that Daniel Barenboim take the patronage of this event. From 16 to 21 November 2010, the third Grand Prix Emanuel Feuermann cello competition will be held in Berlin’s Philharmonie.

The international competition is organised once every four years by Kronberg Academy and the Domenico Gabrielli Foundation at the Berlin University of the Arts (UdK Berlin). It was first held in 2002 to mark the 100th anniversary of Emanuel Feuermann’s birth. The event is held in memory of the great artist and its aim is to help to discover and provide support for talented young cellists.

Emanuel Feuermann is said to have been one of the best cellists of the twentieth century. Alongside his career as a professional musician, he taught at the Berlin Academy of Music – now the Berlin University of Arts – for several years before emigrating in 1933.

Sophie Feuermann, Emanuel Feuermann’s sister and pianist, and his widow, Eva Feuermann-Lehnsen, have given Kronberg Academy the exclusive right to use the great cellist’s name for the competition. In November 2002 they travelled back from New York to Berlin for the first time in order to attend the first presen tation of the Grand Prix Emanuel Feuermann.

The competition’s patron, Daniel Barenboim, was on hand to present the awards to the winners of the Grand Prix Emanuel Feuermann in 2002 and in 2006, Danjulo Ishizaka and Giorgi Kharadze.

Competitors, application, schedule, venue and programme etc. please have a look at the Homepage.

Grand Prix Emanuel Feuermann

Dienstag, 24. Februar 2009

Eigentlich könnte man denken mit den erstmals stattfindenden Geigen Meisterkursen im Mai dieses Jahres und dem Cello Festival im Oktober hätten die Projektleiter bei uns genug zu tun, doch schon sitzen wir an den Vorbereitungen zu Chamber Music Connects the World im Mai 2010 und zum dritten Grand Prix Emanuel Feuermann im November 2010.

Die beiden öffentlichen Finalrunden des Wettbewerbs werden voraussichtlich in der Zeit vom 16. bis 21. November 2010 in Berlin stattfinden. Der Grand Prix Emanuel Feuermann, findet alle vier Jahre immer im November im Zeitraum um den Geburtstag des großen Cellisten Emanuel Feuermann am 22. November in Berlin statt. Der Wettbewerb wurde 2002 anlässlich Emanuel Feuermanns 100. Geburtstag ins Leben gerufen und wird gemeinsam von der Kronberg Academy und der Universität der Künste organisiert.

2006 durfte ich ihn gleich einen Monat nach meinem Start bei der Kronberg Academy als das erstes Projekt hautnah miterleben und dabei Berliner Musikluft atmen und die Spannung eines Wettbewerbs erstmals hautnah erfahren. Viele der Cellisten sind mir seitdem immer wieder begegnet – einige als junge Solisten des Kronberg Academy Masters.

Nun bereite ich selbst den nächsten Wettbewerb vor – es ist sehr schön und spannend mit den verschieden Partnern in Kontakt zu treten – Philharmonie, Konzerthaus am Gendarmenmarkt, Medienpartnern, Orchestern, Jurymitgliedern (wird noch nicht verraten wer es ist). Manchmal ist es gar nicht so leicht von Kronberg aus alles in Berlin im Blick zu haben, aber dank unseres eingespielten Teams ist es immer wieder möglich, gilt es doch mit den von uns mit organisierten Meisterkursen in Seoul (Korea) noch viel weitere Distanzen zu überwinden!

Mehr Informationen zum Grand Prix Emanuel Feuermann findet man auch auf unserer Website. Ich hoffe, hier schon bald mehr über das Cello Festival in diesem Jahr erzählen zu dürfen, denn wir bekommen im Moment schon sehr viel Anfragen zu mitwirkenden Cellisten, Programmen, Daten, …

Mareile Zürcher