Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Mystisch
Mittwoch, 23. September 2009Ungewöhnliche Instrumente und ungewöhnliche Klangkombinationen erwarten Sie bei Sofia Gubaidulinas „Sonnengesang“ am Samstag, dem 3. Oktober um 20.30 in der Johanniskirche. Schon die Besetzung mit gemischtem Chor, Cello und Schlaginstrumenten ist höchst unorthodox. Dennoch strahlt das Werk, die Vertonung des Lobgesangs des Heiligen Franz von Assisi auf die Sonne, Ruhe und Ernsthaftigkeit aus – ein mystischer Dialog zwischen Cello und Chor. Vielstimmiger Partner von Julius Berger ist der „Kamer…“ Jugend Chor aus Lettland, der mit seinem Gründer und Dirigenten Maris Sirmais alle renommierten Preise gewann, die bei internationalen Chorwettbewerben zu vergeben sind, und das Publikum weltweit zu Begeisterungsstürmen hinreißt.
Für die in der damaligen tatarischen Sowjetrepublik geborene Sofia Gubaidulina sind Musik und Spiritualität untrennbar miteinander verbunden. In den meisten ihrer Werke schafft die christlich geprägte Komponistin Bezüge zu religiösen Themen oder Symbolen. Dabei nutzt sie auch improvisatorische Elemente von Volks- und Ritualmusik aus den russischen, mittel- und ostasiatischen Regionen. Charakteristisch für ihren Personalstil sind die Verwendung von ungewöhnlichen Instrumenten sowie unkonventionelle Klangkombinationen. Letzteres trifft auf „Sonnengesang“ zu, ein Werk auf der Grundlage des berühmten altitalienischen Gebets von Franziskus von Assisi. In Gubaidulinas Komposition stehen Cello und Chor in einem mystischen Dialog miteinander, den das Schlagwerk mit den ätherischen Klängen von Celesta und anderem Schlagwerk kommentiert. „Sonnengesang“ ist aus Anlass des 70. Geburtstages von Mstislav Rostropovich entstanden und wurde im Februar 1998 von ihm in der Frankfurter Alten Oper uraufgeführt.
Mitwirkende:
Julius Berger (Violoncello), „Kamer…“ Jugendchor Lettland (Kammerchor), Andrei Pushkarev, Dmytro Marchenko (Perkussion), Maris Sirmais (Dirigent)
von Dr. Susanne Schaal-Gotthardt und Annette Wittkopf
>> Karten für dieses außergewöhnliche Abendkonzert können Sie hier bestellen

The Augsburg-born cellist Julius Berger has been a permanent feature of the music scene for more than 25 years. That is not just because he is a wonderful musical interpreter, dubbed the “prophet of the cello” by the Frankfurter Allgemeine Zeitung following his second recording of Bach’s cello suites. He is also in worldwide demand as a soloist and chamber musician, has released a large number of CDs and trains leading musicians of the next generation. He initially taught at Würzburg and Saarbrücken but has now been teaching at the Augsburg University of Music since 2000, as well as giving international masterclasses – for example, at the international Mozarteum Summer Academy in Salzburg since 1992. He is Artistic Director of the Eckelshauser Musiktage and the Asiago Festival in Italy, is in charge of the international Leopold Mozart Competition in Augsburg and is a jury member at various international competitions. His research interests focus on cello works by Boccherini, some of which are still unknown. However, Julius Berger is also well known for his great commitment to contemporary music by John Cage, Toshio Hosokawa and Sofia Gubaidulina, some of whose works – along with those of other contemporary composers – he has premièred and recorded. Julius Berger plays one of the oldest celli in the world, the 1566 King Charles IX made by Andrea Amati.








