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Mit Musik – Miteinander / Hallo, ich bin dann mal neu hier

Dienstag, 9. Oktober 2012

Was für ein Luxus, die neuen Arbeitskollegen schon mal in einem anderen Umfeld kennenzulernen als im Bürostress! Und dabei einem viel spannenderen. Denn direkt zu Beginn meines halbjährigen Praktikums in Kronberg hatte ich die Möglichkeit, das Projekt „Mit Musik – Miteinander“ mitbetreuen zu dürfen.

Die drei -mittlerweile- Ex-Praktikanten Lea, Caroline und Philipp waren schon mit den Teilnehmern und Dozenten Vilde Frang, Yura Lee und Bonian Tian bekannt, sodass sie alle mit Namen begrüßen konnten. Ich stellte mich meist selbst kurz vor mit: „Hallo, ich bin die neue Praktikantin“, und wurde vor allem von den Dozenten freundlich aufgenommen – man sieht sich ja noch öfter.

Das musikalische Wochenende begann freitags mit einer kleinen Kennenlern-Probe, bei der sich die einzelnen Teilnehmer und ihre Dozenten erst mal beschnuppern konnten, bevor es am Samstag ans Eingemacht ging: In nur einer Stunde sollten die technischen und musikalischen Finessen der verschiedenen Quart-, Quint- und Oktette gemeistert und ausgearbeitet werden. Dabei stand allerdings nicht die Perfektion im Vordergrund, sondern das gemeinsame Musizieren und die gegenseitige Inspiration – hier dürfen Fehler gemacht werden. Das merkte man auch den Teilnehmern an: Die Unsicherheit verflog beim gemeinsamen Abendessen, es wurde gelacht, sich kennengelernt und das Miteinander genossen.

Auch die Dozenten tauten deutlich auf, und spätestens bei den ausgedehnten Proben wurde mir wieder einmal deutlich vor Augen geführt, wohin man es mit Fleiß und dem entsprechenden Talent so bringen kann… Da wird man als Hobbymusikerin schon ein bisschen neidisch. Und wenn man dann noch dabei sein kann, wie Bonian Tian mit einem Streichquartett Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ übt, möchte man am liebsten selbst direkt zum Cello greifen. Besonders angetan war ich übrigens von der Art Yura Lees, die von der Bratsche aus ihre Quintette leitete und dabei versuchte, den Teilnehmern interpretatorische Ansätze zu vermitteln.

Das Konzert am Sonntag war erstaunlich gut besucht; natürlich gab es den ein oder anderen kurzen Schreckmoment, als etwa Vilde Frang ohne ihre Noten auf die Bühne ging, oder als zwei Teilnehmerinnen sich nicht einig werden konnten, wem denn jetzt welche Geige gehört… Aber für alle Probleme gab es eine Lösung, und so konnten Teilnehmer, Dozenten und Teammitglieder das aufregende Wochenende auch genießen. Es war aber auch wirklich spannend, so viele junge und so gute Musiker auf einem Haufen zu erleben, die nicht einmal nach dem Probenende von der Musik abließen, sondern sich noch Noten aus dem Archiv liehen, um eine spontane Abendprobe zu veranstalten.

„Mit Musik – Miteinander“ ist ein Projekt, das größtenteils von Praktikanten organisiert und durchgeführt wird, und so kamen mir die Einblicke natürlich doppelt gelegen: Als Einstand in das Praktikum und als Vorbereitung auf das „MMM“, das meine Mitpraktikantin Antje Oswald und ich im nächsten April organisieren werden. Bis zur tatsächlichen Durchführung bleibt allerdings noch viel zu tun, denn nicht nur dieses Projekt will vorbereitet werden, sondern auch die anstehenden Geigenmeisterkurse und das Cello Festival. Und dann wird die Academy auch noch 20 Jahre alt…Es gibt viel zu tun – wir freuen uns drauf!

Franziska Hiller

Praktikantin im Team der Kronberg Academy

Kammermusik aus Sicht eines Solisten:Ein Interview mit Bonian Tian

Freitag, 10. August 2012

Bonian Tian, 1986 in Shenyang/China geboren, erhielt seinen ersten Cellounterricht im Alter von fünf Jahren. 2005 zog er nach Deutschland und kam fünf Jahre später nach Kronberg, als er in den Masterstudiengang der Kronberg Academy als Junger Solist aufgenommen wurde. Erstmalig nahm er in diesem Jahr am Chamber Music Connects the World Festival als Junior teil; im September wird er dann die Rolle des Dozenten bei unserem Projekt Mit Musik Miteinander übernehmen. In unserem Interview spricht er über die Kammermusik aus der Perspektive des Schülers und des Dozenten und seine Zusammenarbeit mit sowohl jungen, als auch etablierten Künstlern.

Bonian, du arbeitest gerade an deiner Karriere als internationaler Solist. Warum war es für dich interessant, bei einem Kammermusikfestival mitzuwirken?

Ich glaube, solistisches Spielen und Kammermusik sind ganz unterschiedlich. Zusammenfassen kann ich die Unterschiede nicht, aber wenn man Künstler oder Musiker ist, muss man einfach alles können. Heute hört man sehr oft entweder Kammermusiker, Orchestermusiker oder Solisten. Sie können super musizieren in ihrem Fachbereich. Aber die große Künstler, wie Kremer, Bashmet und Schiff, sie können alles. Egal was sie spielen, die Leute hören immer gern zu. Für mich ist Chamber Music Connects the World eines der großartigsten Festivals auf der Welt! Man kann nicht nur mit renommierten Dozenten musizieren, sondern auch die jungen Künstler sind super. Ohne CMCW hätten wir die Gelegenheit leider nicht! Musik verbindet Musiker aus der ganzen Welt.

Welche drei Eigenschaften beschreiben deiner Meinung nach einen guten Kammermusiker?

1) Beherrschung des eigenen Instruments 2) Musikalische Auffassungsgabe 3) Geselligkeit und Unkompliziertheit bei der Probe.

Ist es wichtig, dass die „Chemie“ in der Gruppe stimmt oder kann grundsätzlich jeder mit jedem gleich gut musizieren?

Ich finde, um Kammermusik zu machen, ist es ganz wichtig, dass die Musikern sich persönlich gut verstehen. Nur mit guter Stimmung kann man schöne Musik machen.

Welches kammermusikalische Werk gefällt dir besonders gut?

Leider kann ich kein Bestimmtes nennen. Eigentlich gefallen mir alle Werke. Das hängt davon ab, mit wem ich musiziere. Wenn mit einem fantastischen Künstler spielt , kann selbst ein einfaches Stück Spaß machen und man kann viel Neues dabei entdecken.

Wenn du einmal mit einem Künstler deiner Wahl im Ensemble spielen könntest: wer wäre das?

Yo-Yo Ma!

Im September wirst du bei unserem Projekt Mit Musik Miteinander selbst mit jungen Streichern kammermusikalische Werke erarbeiten. Worauf freust du dich besonders und was könnte vielleicht „schieflaufen“?

Kammermusik mit jungen Streichern zu erarbeiten ist ganz anders, als selber zu spielen. Ich muss mich vor der Probe sehr gut vorbereiten und mich vorher so gut wie möglich über das jeweilige Stück informieren. Natürlich sollte man auch alle möglichen Fälle bei der Probe vorausdenken, damit man die Probenzeit optimal nutzen kann. Ich freue mich auch total darauf, die jungen Streicher kennenzulernen und mit ihnen zu musizieren. Sie sind alle talentierte junge Musiker, ich bin ganz sicher, nichts könnte schieflaufen :-)

Bonian, vielen Dank für dieses Interview!

Caroline Just

Kronberg Academy

Interview – Alina Ibragimova

Mittwoch, 21. April 2010

Eine der drei Seniors bei „Mit Musik – Miteinander“ (MMM) vor 10 Tagen war Alina Ibragimova.

Die 1985 in Russland geborene Geigerin, stets gut gelaunt und mit strahlendem Lachen unterwegs, willigte spontan zu einem kurzen Interview am Sonntag, den 11. April 2010 im Kronberger Maler-Museum ein. Gelesen hatte ich viel über die junge Solistin, u.a .von ihren drei letzten CD-Produktionen für Hyperion Records ( 2008 und 2009) und ihren Auftritten in Salzburg, Verbier und Salle Pleyel Paris . Ihre Ausbildung an der Yehudi  Menuhin School unter Natasha Boyarskaya und ihre Auftritte im Bolschoi-Theater und in London sind nicht minder berichtenswert, insbesondere auch Ihr Auftreten gemeinsam mit Yehudi Menuhin kurz vor dessen Tod im Jahre 1998 ( sie war damals erst dreizehn alt). Und natürlich ihr zweimaliges Erscheinen als Junior bei „Chamber Music Connects the World“ ( CMCW), 2004 und 2008.

Seit Oktober 2008 studiert Alina nun an der Kronberg Academy und nimmt an den Kronberg Academy Further Master Studies teil. Alina lebt und arbeitet in Berlin und London.

Wen überrascht es:  Ich war mehr als beeindruckt von ihrer Vita. Nun wollte ich in diesem sonntäglichen Interview von ihr erfahren, wie sie unsere beiden Kammermusik-Reihen MMM und CMCW sieht, aber auch, welche Bedeutung diese für sie persönlich hätten und welche Rolle die Musik insgesamt in Ihrem Leben spielt ( das Interview wurde auf Englisch durchgeführt, nachfolgend eine Zusammenfassung auf deutsch mit einigen wörtlichen englischen Zitaten).

Michael Heinz: Welche Bedeutung hat ihre Teilnahme an Chamber Music Connects the World im Jahre 2004 und 2008 für Sie gehabt?

Alina Ibragimova: Das waren jeweils 11 großartige Tage, die ich einfach nicht missen möchte. Das war fällig in meiner damaligen persönlichen Entwicklung in jenen Jahren, die Teilnahme hat mich bereichert ( an einer Stelle des Interviews sagt sie. „I needed this“).

MH: Was war besonders hervorhebenswert als Erfahrung?
AI: Ganz besonders hervorhebenswert war es für mich , mit den Herausforderungen des Spielens als zweite Geigerin zu agieren , das war absolut neu. Und ich musste mich entsprechend umstellen. Das war keineswegs einfach – eben eine echte Herausforderung!

MH: Was ist aus ihrer persönlichen Sicht das das Besondere an der Kammermusik im Zusammenhang mit unserem Projekt „Mit Musik Miteinander“?

AI: Ich möchte den Juniors vermitteln, wie wichtig das Hören ist! Dabei geht es mir nicht um technischen Anweisungen und Hinweise – vielmehr möchte ich die jüngeren Musiker auf die Besonderheiten des Zusammenspiels einstimmen  – „How to listen“ – das ist so wichtig…..! Zitat: „Learning to becoming very flexible and knowing how to react to the other players while they lead, these are key capabilities and skills when performing chamber music.”

MH: Wer hat Sie als Lehrer stark geprägt?

AI: Peter Norris (Lehrer an der Yehudi Menuhin School in London) hatte sehr großen Einfluss auf meine Musikalität und mein Spiel. Ich war damals so 16-17 Jahre alt, er war wirklich sehr einflussreich für mich und besonders habe ich von ihm die Bedeutung des aufmerksamen Zuhörens mitbekommen. Und zwar ist das dann ganz besonders wichtig, wenn man mit anderen Musikern in Kammermusik-Ensembles zusammen spielt. Hier muss man einfach auf die anderen Stimmen aufpassen und sehr sehr flexibel sein. Und man spricht viel miteinander. Deswegen war ich auch für MMM und CMCW gewissermaßen dankbar – ich konnte so noch mehr hinzulernen  – von den ganz Großen. Eine sehr wertvolle Sache.

MH: Welche Platten habe Dich in Deiner Kindheit fasziniert, was hast Du sehr früh schon gehört?

AI: Ja, eine ganze Menge eigentlich – meine Eltern ( ihr Vater ist Kontrabassist bei den Londoner Symphonikern und ihre Mutter ist Violin-Lehrerin and der Menuhin School, wo sie später selbst anheuerte!) hatten sehr viele Platten und Tonbänder zuhause. Meine ersten Platten, die ich bewusst und mit Freude gehört habe, waren: Die Zauberflöte, die Matthäus-Passion, Yehudi Menuhins Violin-Konzerte von Beethoven und Schuberts Sonate a-Moll Arpeggione.

MH: Welche Rolle spielt die Musik in Deinem Leben..?

AI: Ich habe bereits im Alter von 4 meine erste Violine bekommen, von da an wurde das tägliche Spielen normal für mich – ich bin einfach dann damit groß geworden.

( Zitat: „Playing music, day in day out, it´s just a way of life – like eating, it´s very physical.
I have to do it, even when I am not performing on stage or are engaged musically otherwise.
I need to rehearse, at least 2-3 hours a day”).

MH: Wer sind einige Deiner musikalischen Vorbilder?

AI: Nun einige von diesen Musikern, die einen starken Einfluss auf mich hatten,

waren und sind Davd Oistrach, Jascha Heifetz und natürlich Yehudi Menuhin – wahrlich ganz große Virtuosen. Ja, die haben mich geprägt und inspiriert!

MH: Gibt es Unterschiede zwischen dem deutschen und dem britischen Publikum?

AI: Unterschiede zwischen dem britischen und deutschen Publikum gibt es einige: das deutsche Publikum ist offener, und  selbst in kleineren Orten gibt es immer gefüllte Häuser – in England ist dies im Grunde nur in der Hauptstadt London der Fall.

MH:
Lesen Sie Kritiken?
AI: Ja, ich lese die Kritiken. Allerdings nehme ich diese nicht so sehr ernst. Mit negativen Kritiken und Kommentaren komme ich gut klar. Ich weiß, dass zwei Journalisten in England beispielsweise sehr oft ein wenig negativ berichten, aber das tangiert mich nicht so sehr.

MH: Was bedeutet Dir Kronberg?

AI: Nun, Kronberg ist ein sehr wichtiger Ort für mich geworden. Ich habe zweimal an CMCW teilgenommen, jetzt bin ich bei MMM mit dabei und schließlich studiere ich nun an der Kronberg Academy. Das alles macht es zusammen mit meinen bisherigen Erfahrungen zu einem wirklich wichtigen Ort in meinem Leben.

MH: Was hast Du für Träume und Wünsche? (hier kann man Alina von ihrer sehr unprätentiösen Art erleben)

AI: “I have no special wishes or dreams. I just want to keep on playing music, being together with other nice people and my friends, and, just keep on learning!

MH: Vielen Dank,  Alina für dieses Interview zwischen den Proben.

Michael Heinz

Mit Musik Miteinander – Klangräume im Malermuseum

Dienstag, 13. April 2010

Die kleine Schwester-Veranstaltung von Chamber Music Connects the World nämlich “Mit Musik – Miteinander” ging am Sonntag Nachmittag hier in Kronberg zu Ende. Es war die 16. Auflage dieser Veranstaltung.

Die Eingangspforte zu MMM

Während draußen Windböen und dunkle Wolken das Wetter auf einen neuen Nullpunkt trieben und der April sich von seiner klassischen Seite zeigte, war an drei Tagen das Kronberger Malermuseum Schauplatz geselligen, inspirierten Musizierens. Es war  intim und hautnah. Die jungen Musiker mussten Ihre musikalische Potenz demonstrieren und in zuvor ungeprobten Konstellationen mit neuen Mitspielern Musikwerke erarbeiten – und dabei so manche Herausforderung spieltechnisch und interpretatorisch bestehen. Für letzteres sorgten die schon sehr erfahrenen, aber noch jungen und sympathischen Seniors Alina Ibragimova, Itamar Ringel und der lebhafte Nicolas Altstaedt.

Acht junge Musiker ( alle unter 20 Jahre), ausgewählt aus über dreißig Bewerbungen, waren nach Kronberg gekommen, um mit den drei zuvor genanten Seniors zusammen Kammermusik zu proben und eine intensive Atmosphäre des Lernens zu ermöglichen. Diverse Werke wurden einstudiert und erarbeitet. Alle drei Seniors (bereits alle Junior-Teilnehmer bei Chamber Music Connects the World in 2004- 2008) waren nun in der Rolle von Lehrern und erfüllten diese Aufgabe spürbar mit viel Engagement und Begeisterung. Start war am Freitag Nachmittag – und alle 8 Teilnehmer stiegen sofort in das Geschehen ein. Im Nebenraum war unser Akustiker Herr Lachmann dabei, die audiotechnischen Voraussetzungen für eine Audio-Aufnahme zu schaffen. Alle Teilnehmer werden ein Zertifikat und eine CD mit der Aufnahme der Schlussveranstaltung im Laufe der nächsten Wochen erhalten.

Der musikalische Ausklang am Sonntag Nachmittag krönte auf gelungene Weise die Stunden der Probenarbeit. Nicolas Altstaedt hatte zuvor eine kleine Einleitung gegeben, bevor es mit den insgesamt acht Stücken von Haydn, Mozart, Schumann, Schubert und Beethoven losging. Nicolas betonte die wichtige Rolle der Seniors bei der Weitergabe des Wissens an die jüngeren Musiker. Der hätten sich die drei Seniors gerne gestellt und selbst reichlich neue Erfahrungen sammeln können.

Den Zuhörern hatte der musikalischen Schlussbeitrag offenbar sehr gefallen - lang anhaltender, wohlwollender Beifall bezeugte dies nachdrücklich.

Dank der Crespo Foundation, die beide Projekte langfristig unterstützt, repräsentiert MMM einen weiteren Baustein in der Förderung sehr junger Musiker. Neue Freundschaften, musikalische Dialoge und ein inspiriertes “aufeinander eingehen” waren Kennzeichen dieses Wochenendes in Kronberg. Mehr als zufriedene Gesichter beim Auseinandergehen.

Michael Heinz

Mit Musik – Miteinander ¦ Diashow

Mittwoch, 25. November 2009

Eindrücke vom Kammermusikprojekt Mit Musik – Miteinander.

Alle Fotos: Copyright Andreas Malkmus

Mit Musik – Miteinander ¦ Interview mit der Teilnehmerin Eszter Kruchió

Montag, 16. November 2009

Vom 6. bis 8. November fand zum zweiten Mal in diesem Jahr unser Kammermusikprojekt Mit Musik – Miteinander statt. Unsere Praktikantin Melina Langhanns, die für dieses Projekt auch mitverantwortlich war,  hat die Gelgenheit genutzt und die Teilnehmerin Eszter Kruchió befragt.

Teilnehmerin Eszter Was erwartest Du von diesem Wochenende?
Ich erwarte und hoffe, dass Mit Musik – Miteinander ein einprägsames musikalisches Erlebnis wird, dass ich andere in meinem Alter kennen lernen werde, die ähnliche Interessen haben, zumindest was Musik betrifft. Außerdem werden vielleicht Kontakte geknüpft, die für den weiteren musikalischen Werdegang oder auch einfach nur für das weitere persönliche (musikalische) Leben nachhaltig sein könnten.

Da ich wahnsinnig gerne Kammermusik spiele, erwarte ich viele schöne musikalische Momente, viel musikalische Arbeit und zahlreiche Anregungen von den Dozenten. Es würde mich besonders freuen, eine neue Art des Zuganges zur Musik kennen zu lernen, andere Methoden zu erarbeiten, andere Ansichten, neue Arten auf einem Instrument zu spielen. Ich glaube, es ist besonders wichtig, eine so vielseitige Ausbildung wie möglich, so vielseitige und verschiedene Anregungen wie nur möglich zu bekommen, um auch selber vielseitig und kritisch (auch das muss man lernen!) sein zu können.

Weshalb hast du dich beworben?
Erstens habe ich auf der Homepage der Kronberg Academy ein bisschen gestöbert und habe viele sehr interessante und anspruchsvolle Ausbildungsmöglichkeiten und Förderungswege gefunden. Außerdem fand ich unter den ehemaligen Teilnehmern von Mit Musik – Miteinander Namen von Musikerkollegen, die ich sehr schätze. Auch die Assistentin meines Geigenprofessors, die selber sehr viel Kammermusik spielt (ehem. Mitglied des Hagen-Quartetts; Mitglied des Klangforum Wien) hat es mir sehr ans Herz gelegt mich zu bewerben. Sie meinte, es wäre eine tolle Erfahrung.

Teilnehmerin Eszter Kruchió Natürlich haben mich auch der künstlerische Beirat der Kronberg Academy beeindruckt: Kremer, Bashmet und Rostropovich sind Namen mit einer besonderen Anziehungskraft. Besonders Gidon Kremer schätze ich sehr, seine Aufnahmen und Bücher sind sehr beeindruckend und sowohl musikalisch als auch historisch interessant.

Die Möglichkeiten in so großen Besetzungen, wie in einem Sextett oder Oktett zu spielen, sind leider nicht sehr häufig. Sechs oder acht Leute sind sehr schwer vereinbar, Probentermine zu finden ist kaum möglich. Dies ist also auf jeden Fall eine vielleicht nicht einmalige, aber doch seltene Möglichkeit.

Mein Interesse an diesem breit gefächerten Spektrum von Ausbildungsmöglichkeiten, besonders an Mit Musik – Miteinander,  wurde also geweckt – und schon schrieb ich meinen Lebenslauf.

Wie bist Du auf Mit Musik – Miteinander aufmerksam geworden?
Ich habe von Fr. Glanzmann, der Vorsitzenden von Prima la Musica, wie jeder Preisträger dieses Wettbewerbes, ein Informationsschreiben, in dem auch auf die Homepage der Kronberg Academy verwiesen wurde, inklusive einem Anmeldeformular zugeschickt bekommen.

Hast du schon an vielen Wettbewerben teilgenommen? An welchen?
Ich habe einige Male an Prima la Musica (Landeswettbewerb, Bundeswettbewerb) teilgenommen, solistisch und in verschiedensten kammermusikalischen Besetzungen (Klaviertrio, Streichquartett, Geige-Gitarren-Duo). Außerdem habe ich als kleineres Kind oft an der Döblinger Musikolympiade teilgenommen, ein Wettbewerb für kleine Kinder in einem angenehm-kleinen Rahmen, und zwei Mal an dem Wiener Musikschul-Wettbewerb (Violine-Klavier-Duo; Geigentrio).

Wettbewerbe sind wichtig, vor allem wegen der Vorbereitung, die unglaubliche Fortschritte bewirken kann. Besonders erfreulich war es als Preisträgerin des Wiener Musikschul-Wettbewerbes im Wiener Rathaus zu spielen, und als Preisträgerin von Prima la Musica im Wiener Konzerthaus und im Konzerthaus Klagenfurt zu spielen. Wettbewerbe haben für mich vor allem wegen der eventuellen nachträglichen Förderung einen Reiz.

Trotzdem denke ich, dass man es nicht übertreiben darf. Man geht ein sehr hohes Risiko ein – wenn man selber mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, kann man unter Umständen viel Motivation verlieren.

Schülerin und Lehrer Sind Deine Erwartungen erfüllt worden?
Ob sich meine Erwartungen erfüllt haben? Und wie! Mehr als das: Das Wochenende hat meine Erwartungen wirklich übertroffen.

Da wären erstens die Dozenten. Kirill mit seiner ungewöhnlich klaren und verständlichen Art technische Schwierigkeiten zu erklären und zu lösen. Ich musste aus Wien nach Deutschland zu einem russischen Geiger fahren, um die 2 Arten des Spiccato zu begreifen. Kaori mit ihrem unfassbaren Spieleinsatz. Ihr Gesicht, ihr Körper widerspiegeln in jeder Sekunde, in der sie Musik spielt, ihre Gefühle, ihre Emotionen. Ich hatte noch nie Gelegenheit einen solchen Musiker 3 Tage lang von so nah beobachten zu können. Und schließlich Itamar – so unglaublich feinfühlig. Er nimmt jede kleinste musikalische Veränderung war, geht mit jedem kleinsten musikalischen Impuls mit, achtet auf den Klang und auf die Linie jedes einzelnen Tones. Es war ein Abenteuer mit ihm gemeinsam zu spielen.

Zweitens war es sehr praktisch in der Partitur, auf die Wand projiziert, mitlesen zu können. So konnten wir auch passiv jede Probe ganz genau mitverfolgen. Wenn ich selber gespielt habe, so war es oft sehr hilfreich in die Partitur blicken zu können.

Außerdem hätte ich nicht erwartet, dass wirklich in jeder Probe einige Leute dabei sitzen – das hat die ganze Atmosphäre noch spannender gemacht.

Wir wurden perfekt versorgt, und behandelt wie erwachsene Musiker. Es ist schön zu sehen, dass es Geld für unsere Weiterbildung gibt!

Inwiefern wird sich Mit Musik – Miteinander auf Dein weiteres Spiel auswirken?
Nun, Itamars, Kaoris und Kirills Vorschläge, Bitten, Anregungen, Tipps klingen noch immer in meinen Ohren und ich ertappe mich immer wieder dabei sie selbst meinen Quartettkollegen zu sagen. Mit Musik – Miteinander hat meine ohnehin schon große Freude an der Kammermusik noch mehr vergrößert und bestätigt. Ich gehe jetzt Kammermusikstücke anders an, achte einfach viel mehr auf die grundlegenden Dinge, die wie drei Tage lang “gepredigt” bekommen haben.

Ein fantastisches Wochenende, das sich hoffentlich irgendwann wiederholen wird!

Vielen Dank für das Gespräch Eszter.

Das Interview führte Melina Langhanns

Mit Musik – Miteinander ¦ Interview mit der Teilnehmerin Swantje Asche-Tauscher

Donnerstag, 12. November 2009

Vom 6. bis 8. November fand zum zweiten Mal in diesem Jahr unser Kammermusikprojekt Mit Musik – Miteinander statt. Unsere Praktikantin Melina Langhanns, die für dieses Projekt auch mitverantwortlich war,  hat die Gelgenheit genutzt und die Teilnehmerin Swantje Asche-Tauscher befragt.

Was erwartest Du von diesem Wochenende?
Lehrer und Schülerin Zuerst blickte ich etwas kritisch diesem Wochenende entgegen, da drei Tage ja nicht gerade viel Zeit sind, um die Kammermusikalischen Werke zu erarbeiten und in aufführungsreife Form zu bringen. Dennoch war ich sehr gespannt, zu was für einem Ergebnis das Zusammenarbeiten mit anderen Teilnehmern und mit den Dozenten führen wird! Am größten war jedoch die Aussicht,  Kammermusik unter Anleitung von erfahrenen Musikern machen zu dürfen, da man sich ja sonst doch eher auf sein Solorepertoire konzentriert …

Weshalb hast Du Dich beworben?
Ich habe mich für Mit Musik – Miteinander beworben, da ich bisher öfters Kammermusik gemacht habe, jedoch vorwiegend auf Eigeninitiative und meist ohne Anweisung von erfahrenen Lehrern, was den ganzen Lernprozess erheblich mühsamer machte, so war ich sofort begeistert, mich zu diesem Kurs anmelden zu können, wo man intensiv Kammermusik mit erfahrene Musikern machen kann, und somit viel wertvolles Wissen mitnehmen und viel Spaß an der Musik haben kann!

Wie bist Du auf Mit Musik – Miteinander aufmerksam geworden?
Mir wurden schon öfters Flyer über Jugend musiziert zugeschickt, und ich kannte schon Freunde, welche diesen Kurs mitgemacht hatten und sehr begeistert davon waren. So zögerte ich nicht, mich ebenfalls anzumelden.

Sind Deine Erwartungen erfüllt worden?
Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt! Schon allein der Empfang war so herzlich und alles war so nett hergerichtet, eine perfektere Organisation kann man sich kaum wünschen! Und ich staunte sehr, wie unglaublich viel Wissen die jungen Dozenten hatten und uns weitergaben. Es war eine sehr gute Balance zwischen konzentrierter Arbeit und Spaß an der Musik vorhanden, was doch sehr angenehm war. Am Besten gefiel mir das gemeinsame Abschlusskonzert zusammen mit den Dozenten in den Räumen des Museums!

Hast Du schon an (vielen) Wettbewerben teilgenommen? An welchen?
Ehrlich gesagt habe ich immer regelmäßig bei Jugend musiziert mitgemacht, da dies wohl der bekannteste und ansprechendste Wettbewerb unter Jugendlichen ist. Aber langsam komme ich in ein Alter, wo man sich nicht nur im Deutschen Raum umschauen sollte, sondern sich auch den internationalen  Maßstäben stellen sollte … Für weiterführende Fördermaßnahmen, sei es das Bundesjugendorchester oder der Verleih von Instrumenten, ist dieser Wettbewerb ideal.

In wiefern wird sich Mit Musik – Miteinander auf Dein weiteres Spiel auswirken?

Da ich nun an der Hochschule auch Kammermusikunterricht erhalten werde, kann ich nun mein erweitertes Wissen bezüglich der Kammermusik direkt anwenden und weiter vertiefen und vielleicht besteht die Möglichkeit später Mal bei Chamber Music Connects the World teilzunehmen und mein Wissen immer mehr zu erweitern.

Danke für das Gespräch Swantje.

Das Interview führte Melina Langhanns

Mit Musik Miteinander ¦ Diashow

Donnerstag, 28. Mai 2009

Vom 22. bis 24. Mai 2009 fand unser Kammermusikprojekt Mit Musik – Miteinander statt.  Zehn hochbegabte junge Musikerinnen und Musiker aus Deutschland und Österreich – Bundespreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert” und des österreichischen Pendants „Prima la Musica” – hatten die Gelegenheit, unter Anleitung von der Geigerin Bracha Malkin, dem Pianist Martin Helmchen und der Cellistin Marie-Elisabeth Hecker Kammermusikwerke einzustudieren.


Alle Fotos: Copyright Andreas Malkmus

von Ulrike Schmid

Kammermusikprojekt ¦ Mit Musik – Miteinander

Montag, 18. Mai 2009

Vom 22. bis 24. Mai 2009 haben zehn hochbegabte junge Musikerinnen und Musiker aus Deutschland und Österreich – Bundespreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert” und des österreichischen Pendants „Prima la Musica” – wieder Gelegenheit, unter Anleitung von drei im Musikleben bereits fest etablierten jungen Künstlern Kammermusikwerke einzustudieren. Musikliebhaber sind wieder herzlich eingeladen, beim Kammermusikworkshop der Kronberg Academy „Mit Musik – Miteinander” in der Streitkirche, Tanzhausstraße 1, in Kronberg dabei zu sein.

Dozenten sind dieses Mal die in New York lebende israelische Geigerin Bracha Malkin, der Pianist Martin Helmchen und die Cellistin Marie-Elisabeth Hecker. Die drei durften selbst beim international renommierten Kammermusikprojekt der Kronberg Academy Chamber Music Connects the World mit Weltklassemusikern wie Gidon Kremer, Yuri Bashmet und Frans Helmerson Kammermusikwerke einstudieren und in Konzerten aufführen. Die inspirierenden Erfahrungen, die sie dabei machten, geben sie jetzt an Schüler weiter, die auf ihrem Instrument schon ein hohes Niveau erreicht haben, aber sich noch entscheiden müssen, ob sie Musik zu ihrem Beruf machen wollen. Das Probenwochenende in Kronberg wird ihnen dabei wertvolle Erfahrungen vermitteln und sicherlich ein Motivationsschub sein.

Zwischen zwölf und 20 Jahre alt sind die jungen Nachwuchsmusiker, die zu „Mit Musik – Miteinander” eingeladen wurden. Sie kommen unter anderem aus Lübeck und Metzingen, aus Salzburg und Wien. Auf dem Probenplan stehen anspruchsvolle Werke der Kammermusikliteratur: Sätze aus dem berühmten Streichquintett in C-Dur von Franz Schubert, dem Streichquintett Nr. 2 in B-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy, einem Streichquartett von Peter I. Tschaikowsky sowie erstmals bei „Mit Musik – Miteinander” zwei Klavierquartette von Wolfgang Amadeus Mozart und Robert Schumann. Die jungen Geiger, Bratscher und Cellisten haben nicht nur Gelegenheit, selbst intensiv an einigen der Werke zu arbeiten. Sie werden auch bei den Proben der anderen Mitspieler hospitieren und dabei wichtige musikalische Erfahrungen sammeln.

Die Ergebnisse präsentieren sie beim musikalischen Ausklang am Sonntag ab 15 Uhr. Er ist ebenso wie die Proben öffentlich, der Eintritt frei.

Musiziert wird am Freitag ab 15 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils ab 10 Uhr. Alle Musikfreunde, insbesondere auch Schülerinnen und Schüler, die selbst ein Instrument spielen, und ihre Lehrerinnen und Lehrer, sind eingeladen, hautnah mitzuerleben, wie im gemeinsamen Musizieren Meisterwerke entstehen.

Das Projekt „Mit Musik – Miteinander” der Kronberg Academy in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Musikrat wird getragen von der Crespo Foundation.



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