Peijun Xus Reise nach Florida
Freitag, 4. März 2011Erfahrungen und Impressionen einer Amerika-Reise
Unsere Junge Solistin Peijun Xu weilte Anfang Februar für einige Tage in Florida und hat dort 3 Konzerte gegeben. Veranstaltet von unserer Schwester-Organisation den „American Friends of Kronberg Academy“, führte Peijun zusammen mit Ihrem Begleiter José Menor, Klavier, mehrere kammermusikalische Werke auf. In einem vor kurzem geführten Gespräch schilderte uns Peijun Ihre persönlichen Eindrücke und Erfahrungen während Ihrer Aufenthalte in Boca Raton und Delray Beach.
Hier Ihre Antworten:
War dies Deine erste Reise in die Vereinigten Staaten?
Nein, ich bin jetzt zum zweiten Mal in den Vereinigten Staaten gewesen. Das erste Mal war ich im Jahre 2007 beim Ravinia Festival in Chicago.
Was fällt Dir in Sachen Musik ein, wenn Du an Amerika denkst??
Ja, eigentlich eher weniger richtige klassische Musik. Im Grunde mehr in Richtung populäre Musik, die klassische Elemente bzw. Orchestrierungen beinhaltet, also beispielsweise die Ganze Welt der Musicals, also eher die etwas leichtere Musik, die nicht ganz so tief geht. Natürlich auch Jazz. Aber ich weiß sehr wohl, dass auch die Klassik sehr beliebt ist in den Staaten.
Wer hatte das Programm für eure Konzerte zusammengestellt?
Ich selbst. Und vorher hatte ich natürlich meinen Pianisten José Menor gefragt, ob ihm das auch gefällt. Und er hatte zugestimmt. Und so kamen Werke von Johannes Brahms, Edward Elgar, Frédéric Chopin und Astor Piazzolla sowie als Zugabe kam auch ein Stück des chinesischen Komponisten Li Guoquan zur Aufführung.
Gibt es amerikanische Komponisten, die Du gerne mal spielen würdest?
Ich spiele im Prinzip alles gerne. Bei amerikanischen Komponisten, die auch für Viola etwas komponiert haben, fällt mir George Rochberg ein. Ich habe sogar die Noten eines seiner Viola-Werke bei mir zu Hause, es ist die Sonate für Viola und Klavier. Ich habe das Stück auch einmal in einem Konzert gehört, es ist wirklich ein schönes, modernes Stück. Man kann es gut spielen.
Wie war das Zusammenspiel mit José Menor, der Dich als Pianist begleitet hatte?
Super! Ich bin echt sehr dankbar, dass ich ihn überhaupt kennen gelernt habe! Ich finde, er ist ein sehr netter Mensch, spielt fantastisch und ist auch sehr kammermusikalisch veranlagt. Wir verstehen uns sehr gut, unsere Gedanken über die Musik können wir prima austauschen und haben ein sehr ähnliches Gefühl für die Kompositionen. Aus diesem Grunde mussten wir bei den Proben gar nicht viel diskutieren. Ich spiele ja die Musik sehr viel nach dem Gefühl und er hat es immer gleich verstanden und sich so drauf eingestellt und meine Art und Weise, die ausgewählten Stücke zu intonieren, bestens am Piano ergänzt. Ich denke, wir können gemeinsam eine Planung für die Musik machen.
Wie war die Organisation seitens der American Friends – Axel Langhorst hatte Dich vor Ort betreut?
Das war alles sehr gut vorbereitet und organisiert, Axel Langhorst hat prima Arbeit geleistet!
Welche der drei Auftritte war für Dich der emotionalste?
Ich glaube der letzte Auftritt am 11. Februar. Das hängt damit zusammen, dass wir zuvor an zwei Tagen hintereinander gespielt hatten und nun beim dritten Auftritt sehr gelassen waren. Wir hatten in dem Saal auch viel geprobt und ich fühlte mich dort sehr wohl. Ich konnte freier mit meinen Emotionen spielen. Und ich habe an dem Abend vorher noch eine Geschichte von einem Mädchen gehört, die mich emotional sehr berührt hatte. Und so kam es, dass ich nach dem Chopin Nocturne, das sowieso zu meiner Lieblingsmusik zählt, ein paar Tränen in den Augen hatte.
Wie hast Du die Zuschauer erlebt? War es jeweils bei diesen 3 Konzerten sehr intim von der Atmosphäre her?
Die Atmosphäre war bei allen die Konzerten gut! Die Amerikanischen Zuhörer zeigen ja sofort, wenn ihnen was gut gefallen hat! Sie sind schneller in ihren Reaktionen und auch etwas lauter in ihrer Zustimmung. Bei einem der 3 Konzerte sind die Zuschauer am Schluss alle aufgestanden und haben reichlich Beifall geklatscht.
Haben sich nach den Konzerten Für Dich gute Kontakte ergeben?
Die Zukunft wird es zeigen.
Konntest Du neben Deinen Auftritten auch persönlich die beiden Städte erkunden, Dinge für Dich entdecken?
Ja, ein kleines bisschen. Ich musste ja jeden Tag noch spielen und mich vorbereiten auf das jeweilige Konzert am Abend. Ich hatte dann nur einen freien Tag gehabt. Und da konnte ich wenigstens den Strand einmal bewundern, und natürlich gab es auch mit meiner fantastischen Gastfamilie einen Shopping-Nachmittag.
Gibt es Eindrücke, die Du besonders hervorheben würdest während Deines US- Aufenthalts, in persönlicher oder musikalischer Hinsicht?
Ich finde, die Menschen sind sehr nett, und offen! Das hat mir wirklich gut gefallen! Dazu kommt, dass ich das Gefühl hatte, die Menschen strahlen eine gewisse Gelassenheit aus, man ist relaxed in Florida. Und natürlich habe ich während meiner vielen Autofahrten auch sehen können, dass Florida eine nette Ecke in Amerika ist. Meine netten Gasteltern mit ihren beiden goldigen kleinen Kindern haben sich sehr um mich gekümmert, das war schön zu erleben.
Michael Heinz












