Artikel-Schlagworte: „Taunus“

Soojin Han begeistert mit Bach-Werken in Königstein

Donnerstag, 20. Januar 2011

Königstein im Taunus, nur einen Steinwurf entfernt vom Standort der Kronberg Academy, war am dritten Januar-Sonntag im neuen Jahr Schauplatz  eines begeisternden Konzerts mit Kompositionen von Johann Sebastian Bach. Es spielte Soojin Han, Junge Solistin des Kronberg Academy Masters. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Eine immer noch weihnachtlich geschmückte Immanuelkirche bot den herbeiströmenden Besuchern das Gefühl von Festlichkeit und Besinnung. Und das mitten im Januar. Bachsche Musik für Solo Violine erfüllte den mit dutzenden Kerzen hell erleuchteten Kirchenraum. Der massive Schneefall, der den Taunus um die Jahreswende noch massiv zugesetzt hatte, war längst verschwunden. Aber die besinnliche Stimmung in der Kirche und der beeindruckende Auftritt von Soojin Han sorgten dennoch für ein ein tolles Ambiente und ein unvergessliches musikalisches Erlebnis.

Soojin Han freut sich über den Beifall

Soojin Han spielte mit großer Hingabe die beiden Violin-Sonaten Nr. 1 g-Moll und Nr. 2 a-Moll. Zwischen beiden Stücken hatten die Veranstalter eine kurze Pause eingebaut, in der Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer drei berühmte Persönlichkeiten zitierte, die in ihren Beschreibungen die Charakteristika und Einmaligkeit der Bachschen Werke einzufangen versuchten.  Neben Mozart wurden auch der italienische Komponist Ruggiero Leoncavallo und der Orgelmusik spielende Albert Schweitzer zitiert. Allen Beschreibungen war die hohe Anerkennung des Genius von Bach gemeinsam und die Größe seines Schaffens. Diese Werke, so beispielsweise Albert Schweitzer, predigen uns eines, „stille sein und gesammelt sein“. Und ferner: „Was er war und erlebt hat, steht nur in den Tönen“. Mit derlei Zitaten, die die Zuschauer begierig aufnahmen, konnte der zweite Teil des Konzerts noch zu einem spürbaren Höhepunkt reifen.

Hintergrund für diesen Auftritt von Soojin Han bildet die Kooperation zwischen dem Förderverein Kirchenmusik der ev. Immanuel-Gemeinde Königstein und der Kronberg Academy. Raimund Trenkler hatte sich mit dem Vorsitzenden des Königsteiner Fördervereins, Dr. Weber, verständigt, für insgesamt 6 Konzerte zwischen 2009 und 2014 Junge Solisten des Studiengangs der Kronberg Academy zu gewinnen und mit diesen sämtliche Solo-Werke für Violoncello und Violine aufführen zu lassen. Den Auftakt hatte im Jahre 2009 bereits Alina Ibragimova mit 2 Violin-Sonaten gemacht. Es folgte im letzten Jahr der Cellist Benedict Klöckner, der zwei Suiten für Violoncello aufführte.

Soojin Han war nun die dritte Junge Solistin der Kronberg Academy, die die Besucher in Königstein mit dem überwältigenden Klang Bachscher Musik für Solo-Violine in ihren Bann zog. Der lang anhaltende Beifall für die in London lebende Koreanerin war ein starker Beweis für die Wertschätzung ihrer Darbietung.

Gidon Kremer und die Kremerata Baltica – Weltpremiere im Kronberger Opel-Zoo

Donnerstag, 24. Juni 2010

Die Idee wurde Anfang 2010 geboren. Dahinter stand der Wunsch von Gidon Kremer, Klassische Musik für Kinder aufzuführen und gleichsam ein Bekenntnis zu den hier im Taunus, in Kronberg lebenden Menschen abzulegen. Wie sollte die Musik dargeboten werden? Die Musik sollte die Gedanken- und Empfindungswelt der Kinder zum Klingen bringen, und das Ganze sollte erzählend und spielerisch vorgetragen werden – so die Vision. Und es war Gidon Kremer ein Herzensanliegen dieses auch von seiner Stiftung, die nunmehr ihren Sitz von Hamburg nach Kronberg verlegt hatte, mittragen zu lassen. In enger Kooperation zwischen der Gidon Kremer Stiftung, der Kronberg Academy und Julia von Opel wurde das Projekt entwickelt und vorangetrieben. Zudem war es Gidon Kremers Wunsch, auf diese Weise mit seiner Stiftung erstmals an die Öffentlichkeit zu treten.

Klassische Musik eingebunden in eine Märchenhandlung, in der auch viele Tiere und ihre jeweiligen charakteristischen Töne ertönen sollten, repräsentiert durch Auszüge aus verschieden Werken mehrerer Komponisten ( z.B. Paul Hindemith, Camille Saint-Saens,  Johann Sebastina Bach, Nikolai Rimski-Korsakov) – das war der musikalische Kern dieses Konzepts. Gidon Kremers Ensemble – die Kremerata Baltica – war auserkoren, mit einigen Mitgliedern des Ensembles für die musikalische Umsetzung zu sorgen. Schauspieler Michael Dangl sollte den Kindern das Märchen “Die Nachtigall” von Hans Christian Andersen nahe bringen, in dem eine Nachtigall es schafft, dem Kaiser von China Tränen zu entlocken. Bekannte Tierfiguren ( die Nachtigall, Babar der Elefant und Ferdinand der Stier) der Weltliteratur werden musikalisch porträtiert. Das Motto für diese Weltpremiere sollte lauten: Tierharmonische Konzerte” und die Ensemble-Mitglieder der Kremerata Baltica würden auf diese Weise zu  Tierharmonikern.

Die Kooperation erforderte auch das Einverständnis und das Mitwirken des Kronberger Opel-Zoos, denn hier sollten die insgesamt drei Aufführungen stattfinden. Zoo-Direktor Dr. Thomas Kauffels konnte rasch für ein Mitwirken gewonnen werden. Nach einer Phase der Vorbereitung und konzeptionellen Gestaltung des Programms, die den österreichischen Schauspieler und Sprecher Michael Dangl als Sprecher und Erzähler mit einbezog, war denn  auch der Startschuss für diese einmalige Konzertreihe für Juni terminiert. Die Konzept-Idee und das Programm wurden schließlich auf einer Presse-Konferenz im Mai im Kronberger Opel-Zoo der Öffentlichkeit präsentiert.

Zwei öffentliche Konzerte am 19. und 20 Juni sowie ein spezielles Konzert am Sonntagnachmittag für die Freunde und Förderer der Kronberg Academy sorgten für ein einmaliges Ereignis im Opel-Zoo und damit für Kronberg und die Region insgesamt.

Als Zuhörer des sonntäglichen Konzert bekam ich einen guten Eindruck von der engagierten Art des Vortrages durch Michael Dangl. Er versuchte die Kinder immer wieder durch direkte Ansprache und Befragungen in das Geschehen mit einzubinden. Und die Kinder dankten es ihm mit schlagfertigen und lustigen Antworten auf seine Fragen.

Ein wahrhaft interaktiver Auftritt zwischen den Musikern, dem agilen Erzähler Michael Dangl und den etwa 40 Kindern, die sichtlich angetan waren von diesem abwechslungsreichen Konzertereignis, bei dem Wind und Wetter für versöhnliche Temperaturen im Innenraum des große Zeltbaus sorgten.

Der Hessische Rundfunk war ebenfalls präsent und nahm die Konzerte für sein Rundfunk-Programm auf. 20 Mikrofone wurden sorgfältig auf der Bühne und in der Kissenlandschaft vor der Bühne aufgestellt, um optimal Sprecher, Musiker und Kinder einzufangen. Man darf sich freuen, diese Konzerte bald im Radio hören zu können. Und so mancher Musikfreund, ob jung oder alt, der andere Ereigisse am vergangenen Wochenende rund um Kronberg besucht hatte, bekommt so nachträglich die Gelegengeit, diese Weltpremiere mit einer kleinen Verspätung doch noch zu erleben.

Michael Heinz