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Meisterklasse mit Volker Biesenbender

Mittwoch, 23. November 2011

Das ist Top, Top, Top

Er hat in London an der berühmten Yehudin Menuhin School studiert und ist viele Jahre später als Lehrer wieder an diesen Ort zurückgekehrt. Hier traf Volker Biesenbender auf  Stephen Potts, dem heutigen Direktor unseres Studiengangs „Kronberg Academy Masters“. Stephen war damals in leitender Stellung an dieser berühmten Londoner Musikschule für Yehudi Menuhin tätig. Als Stephen Potts im letzten Jahr wieder Kontakt zu seinem alten Freund Volker aufnahm, verabredete man zunächst einen Auftritt und einen Workshop anlässlich der Geigen-Meisterkurse im Juli dieses Jahres in Kronberg.  Schwerpunkt des Workshops war das Thema „Improvisation“, für das Volker Biesenbender fast schon ein Synonym innerhalb der klassischen Musikausbildung geworden ist. Jetzt, Mitte November, sollte er noch ein zweites Mal in diesem Jahr in die Burgstadt kommen, um für 14 Junge Solisten unseres Studiengangs „Kronberg Academy Masters“ (KAM) individuelle Meisterkurse zu geben.

Volker Biesenbenders Auftritt über 2 volle Tage ( 16./17.11.) war eine große Bereicherung für unsere jungen Musiker. Er war während dieser zwei prallen Tage im “flow”, wie er uns überzeugend berichtete. Als Lehrer unterwegs zu sein, das sei für ihn selbstverständlich. Er sieht es als persönliche Verpflichtung an, das Gelernte an die nächste Generation bestmöglich weiter zu geben. Und hierher nach Kronberg zu kommen, das war eine Herausforderung allererster Güte. Und die Resonanz bei den jungen Musikern war äußerst positiv. „Das war wunderbar“, so sagten es wie aus einem Munde Christel und Hanna Lee und auch Ella van Poucke, die mit 17 Jahren die jüngste Junge Solistin in unserem Studiengang.

Bei jeder Einzel-Session (Dauer. 50 Minuten) waren stets die anderen Solisten als Zuhörer mit von der Partie. So kam eine maximale Lernsituation zustande. Und am Abend waren alle angereichert mit Gedanken und Ideen von einem Lehrer, der auch als  Straßenmusiker Erfahrungen sammeln konnte.

Am Ende des zweiten Tages zeigte Volker den Jungen Solisten und dem Kronberg Academy Team einen israelischen Dokumentar-Film über seine Musik und seinen eigenen unkonventionellen musikalischen Werdegang. Seine musikalische Ausbildung führte ihn zunächst an die Musikhochschule Tel Aviv, wo er sein Studium abschloss. Insgesamt verbrachte er 4 Jahre in Israel. Nach dem Studium befasste er sich ausgiebig mit historischer Aufführungspraxis an der Schola Cantorum Basel. Daneben gab er zahlreiche Recitals und trat bei diversen Festivals auf. Mit seinem eigenen multistilistischen Trio Avodah gibt er seit einigen Jahren Konzerte in ganz Europa. Auch das Kronberger Publikum konnte sich im Sommer diesen Jahres ein eigenes Bild von dem mitreißenden Auftritt des Trios  in der Stadthalle machen. Bemerkenswert ist noch dies: Sein großer Mentor, der weltberühmte Yehudi Menuhin, unter dessen Stabführung er noch kurz vor dessen Tod die erste Bartók-Rhapsodie einspielte, wies in vielen Interviews und Fachartikeln enthusiastisch auf Biesenbenders künstlerische Vielseitigkeit hin.

Sein Credo: Das im Innersten eines Musikers Empfundene sollte beim Vortrag nach außen gelangen, es sollte idealerweise im Augenblick des Spielens ( im „Hier und Jetzt“) aus dem Musiker herausfließen. Der Musiker müsse im flow sein, seine eigenen tiefen Empfindungen und Gefühle für die Hörer erlebbar und erfahrbar machen. Auf unsere Frage, wer ihn maßgeblich in seiner musikalischen Auffassung beeinflusst habe, antwortete er sogleich und nennt seinen langjährigen Lehrer Rami Shevelov, aus seiner Zeit in Tel Aviv.

Ein bestimmtes System oder eine Methodik habe er dabei nicht zur Hand, so erklärte er uns. Wohl aber trete er in einen Dialog mit jedem Musiker, wenn dieser ihn sein/ihr Werk vorgespielt hat. So war es auch in Kronberg mit den insgesamt 14 Jungen Solisten, die die Instrumente Violine, Viola und Cello jeweils mit Klavierbegleitung in unterschiedlichen Werken erklingen ließen.

In unserem Gespräch kurz nach Beendigung der Meisterklasse Ende letzter Woche, schilderte er uns – sichtlich erleichtert – wie die zwei „Kronberger Tage“ auf ihn gewirkt hatten und mit welchen Gedanken er heimwärts reisen würde. Jeder der 14 jungen Musiker konnte sich 50 Minuten auf sein/ihr Stück vorbereiten, um dann im Kreise der Mitstudierenden das eigene Stück vorzutragen und dann Volkers Feedback zu hören. „Das war top, top, top“,  ließ er wissen. Was er hier erlebt habe mit den jungen Musikern, „das sei vom Feinsten gewesen, so seine Worte über die Jungen Solisten und die Kronberg Academy als Ausbildungsinstitution.

Über die Jahre mit vielen Erfahrungen in Sachen Unterrichten junger Musiker bestens ausgestattet, war Volker Biesenbender nicht zurückhaltend mit seinem Lob über die Arbeit, die das Team um Stephen Potts seit nunmehr 5 Jahren leistet. Für Biesenbender war es etwas Besonderes, die créme de la créme junger Streicher unterrichten zu dürfen und so viele herausragende junge Musiker um sich zu wissen. Eine solche Dichte hätte er noch nicht erlebt. Dazu die Natürlichkeit und die spezielle Atmosphäre in den Räumen der Streitkirche, dort wo die Meisterklassen und Kurse für die Jungen Solisten abgehalten werden. All dies sei ihm sehr positiv aufgefallen. An anderer Stelle fällt das Wort vom „Hochleistungslabor“, aber hier in Kronberg sei eben das Menschliche noch sehr zu spüren. Das sei bei ihm sehr positiv angekommen.

Und die Einladung der Academy, im nächsten Jahr bei „Classic for Kids“ erneut in Kronberg aufzutreten, da habe er mit seiner Zusage nicht mehr lange zögern müssen. Für die Musikliebhaber in und um Kronberg eine prima Nachricht!

Michael Heinz

Cello Festival ¦ Kontrapunkte lautet das Leitmotiv des neunten Cello-Festivals

Dienstag, 16. Juni 2009

Unser neuntes Cello-Festival, das vom 28. September bis 4. Oktober 2009 stattfindet, wirft seine Schatten voraus. Wir haben es unter das Leitmotiv “Kontrapunkte” gestellt, denn in 20 Konzerten und neun Workshops will es ausloten, wozu ein Cello so alles imstande ist – und dazu gab und gibt es im Laufe der Jahrhunderte und auf der ganzen Welt ganz unterschiedlich Ideen und Geistesblitze, die hier einander gegenüber gestellt werden.

Im Gegensatz zu den meisten früheren Cello-Festivals rankt sich das diesjährige also nicht um eine Künstlerpersönlichkeit und deren Lebenswerk, sondern wirft vielmehr ein Licht auf die große Vielfalt cellistischer Ausdrucksformen. So stehen nicht nur klassische Stücke auf dem Programm, sondern auch Werke, die dem Samba, Bossa Nova und Jazz zuzuordnen sind. Von den „Klassikern“ wiederum werden wir nur wenige der großen und bekannten Werke hören (wie das C-Dur Konzert von Joseph Haydn zum Haydn-Jahr), dafür aber auch hier viel Außergewöhnliches, von Entdeckungen aus der Alten Musik bis hin zu spannenden Erst- und Uraufführungen. Mit einem „Platzkonzert“ unter freiem Himmel (und bei freiem Eintritt), dem Cellokonzert von Friedrich Gulda, fängt übrigens alles an. Und wie ein blauer Faden zieht sich durch das gesamte Festival eine “Blaue Reihe”, in der uns an sechs Abenden zu später Stunde vieles erwartet, was man vom Cello sonst nicht so kennt – Originelles, Gewagtes und Improvisation.

Was nicht neu ist: Es wird atemberaubend, immer wieder finden Veranstaltungen zur gleichen Zeit an unterschiedlichen Orten statt! Die Liste der Künstler, die zu dem Festival unter der Schirmherrschaft von Marta Casals Istomin nach Kronberg kommen liest sich wie ein Who is who nicht nur der Cello-, sondern der gesamten Musiker-Elite: Julius Berger, Claudio Bohórquez, Enrico Bronzi, Lars Danielson, Patrick und Thomas Demenga, Enrico Dindo, László Fenyö, David Geringas, Sebastian Hess, Gary Hoffman, Danjulo Ishizaka, Steven Isserlis, Gidon Kremer, Jens Peter Maintz, Mischa Maisky, Lily Maisky, Dai Miyata, Jaques Morelenbaum, Krzysztof Penderecki, Miklós Perényi, Ernst Reijseger, Giovanni Sollima, Ilan Volkov, Pieter Wispelwey, Frank Wolff, sowie das Ensemble Modern und die Kremerata Baltica.

In öffentlichen Workshops werden Jaques Morelenbaum, Ernst Reijseger, Thomas Demenga, Pieter Wispelwey, Julius Berger, David Geringas, Gary Hoffman, Patrick Demenga Giovanni Sollima im Zeitraum vom 30. September bis 3. Oktober junge Cellisten unterrichten.

Details zu den einzelnen Konzerten finden Sie auf unserer Internetseite und selbstverständlich werden wir Sie auch hier auf dem Laufenden halten.

Oda Cramer von Laue



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