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Rundum Begeisterung: András Schiff in Kronberg

Donnerstag, 7. März 2013

Rückblick auf drei unglaublich inspirierende  Meisterklassentage

Letztes Wochenende gab es wieder einmal großen Besuch in unseren KAM Studios. András  Schiff, aus Ungarn stammender international renommierter Meisterpianist, war volle drei Tage in der Stadt und hatte sich vorgenommen, den jungen Musikern unseres Studiengangs wichtige Impulse für Ihren weiteren Weg zu geben.

Insgesamt 14 Junge Solisten kamen in 6 Sessions –  mal zu zweit oder zu dritt – nacheinander mit ihren Werkinterpretationen an die Reihe. Alle drei Streichinstrumente waren vertreten, das Cello leicht in Überzahl. Die internen Meisterklassen ermöglichen den Jungen Solisten, von ihnen ausgewählte Stücke zu interpretieren, um dann musikalisches Feedback,  Anmerkungen und Reflektionen des Lehrers aufzunehmen. Werke von Bach, Brahms, Beethoven und Schubert wurden gespielt. Während des Vorspielens sind die übrigen Jungen Solisten ebenfalls anwesend. Dies ist auch eine der vielen Besonderheiten bei diesen internen Meisterklassen. Sie sollen bewusst das gemeinsamen Lernen mit dem jeweiligen Lehrer erfahren. Die Dialoge und die Erläuterungen des Maestros sind so für den jeweils aktiv Vorspielenden und die zuhörenden jungen Musiker gleichermaßen von Bedeutung. Man kann sich leicht vorstellen, dass für alle teilnehmenden Musiker diese kostbaren Tage mit Maestro Schiff von höchster Intensität geprägt waren. Gewissermaßen zur inhaltlichen Abrundung der drei Tage wurde auch ein musikwissenschaftlicher Vortrag über Notationsbesonderheiten in Mozart-Kompositionen eingeflochten (“The meaning of Mozart´s dots and strokes for performers”).

Die zwei Pianisten, mit denen András Schiff die 3 internen Meisterklassentage absolvierte, waren Yumiko Urabe und Walter Delahunt. Beide hatten mir schon ihre persönlichen Eindrücke nahegebracht: Für Yumiko Urabe war es das Erlebnis, bei  diesen internen Meisterklassen dabei zu sein, zuzuhören, wenn sie selbst nicht spielen musste. “Das war Luxus, dabeizusein”, wie sie voller Begeisterung und auch Dankbarkeit formulierte. Und sie fügte noch hinzu,  dass sie von der Ehrlichkeit und persönlichen Bescheidenheit des Meisters beeindruckt war. Und dazu die Einfachheit seiner Worte. Und man könne so viel von ihm lernen! Für Walter Delahunt war es insbesondere das großartige Gefühl für Elastizität in der Rhythmik. Er meinte, dass dies wohl die ungarische Schule ausmachen würde. „ He has an aristocratic style“.

Als am Freitag nachmittag vergangener Woche gegen 18.00 Uhr die letzte Session zu Ende ging, in der der Cellist Istvan Vardai aus einer Bachschen Solosuite für Cello vorspielte, waren sich so ziemlich alle einig: Diese drei Tage hatten es mal wieder in sich, waren einmalig.

Als so nach und nach die einzelnen Musiker aus unserem Studio 2 auf den Gang liefen, um noch kurz nach einer Erfrischung oder einen kleinen Snack zu greifen, konnte jede der Anwesenden die freudige Anspannung und  Erregung der Musiker regelrecht auf den Gesichtern der jungen Leute ablesen.

Schnell noch ein paar Stimmen und Statements einfangen, dachte ich, bevor alle Jungen Solisten auf und davon sind. Eine Art Stimmungsbild von diesen drei Meisterklasse-Tagen, das müsste doch gelingen.

Den Anfang sollte der junge Cellist Pablo Ferrández machen, aber dieser junge Mann war buchstäblich sprachlos, er brachte kein Wort heraus!  Mit seinen (wie immer) strahlenden Augen sagte er jedoch viel, irgendwie schien er mir überwältigt. Aber sein Gesichtsausdruck gab zu verstehen: Das war einfach großartig!

Violinist Benjamin Beilman, der am ersten Tag (27. Februar) zusammen mit Pablo Ferrández an der Reihe war, formulierte dafür etwas ausführlicher seine Gedanken und Eindrücke: „It was my first such masterclass here in Kronberg after I was admitted for the master programme  last year. So for me it was also my first encounter with the entire institution, the faculty staff, and the Young Soloists and all of the surroundings. I was amazed about the consistent high quality of the classes, which ran over three consecutive days. My previous experience in the US was always related to a maximum of two to three hours for such classes. And now, here, three full days! In other words it was more like a musical retreat with extremely talented players and this enormous quality from start to end, truly exciting! For everyone this was a rich experience! And so I think this is really unique what the Academy provides. It´s  reputation and popularity as an international top educational institution is on the increase amongst talented young musicians in the US”.

Und seine Eindrücke von Maestro Schiff formulierte  er so:

“ He often touched on details, providing deep insights and the use of his words and metaphors from painting to architecture to art in general for instance gave certain of his explanations more meaning and importance”.

Benjamin Beilman spielte die Bachsche Partita Nr.3 in E-Dur von Johann Sebastian Bach.

Die junge russische Cellistin Anastasia Kobekina meinte: „ There was so much input and the learning implies to know and to feel, and he delivered all this – but now I must rush”…und weg war sie!

Die ebenfalls erst 18-jährige Ella van Poucke, Cello, gab voller Bewunderung diesen Gedanken zu Protokoll: „His knowledge about every piece, every composer in combination with his musicality that is so amazing….”.

Hyeyoon Park, Geigerin, drückte Ihr Resümee so aus: „Ich bin so dankbar, dass ich spielen durfte und zuhören konnte. Allein die Zeit, die er uns gewidmet hat und die Großzügigkeit, all diese musikalischen Weisheiten weiterzugeben, und dabei stets so geduldig mit uns war.“

Benedikt Klöckner, Cellist, meinte: „Ich fand das genial, es waren oft die kleinen Details, die sich als besonders wichtig heraus stellten. Und beim Zuhören gabs viele neue Ideen. Und wenn sich Herr Schiff selbst ans Klavier begab und spielte, da wusste man immer sofort, was er will“. Und Gabriel Schwabe, ebenfalls Cellist, betonte, dass für ihn die Tage mit höchster Konzentration verbunden waren, er viel aufgenommen habe und dass dies durchaus anstrengend gewesen sei. Also kein reines Zuckerschlecken, dachte ich, aber im Grunde war das ja nicht überraschend!

Anne Zipf, unserer Team-Kollegin im KAM-Studiengang, fiel auf, das András Schiff durch seine große Ruhe sehr positiv auf alle jungen Musiker abfärbte. Und sie brachte noch mit großer Genugtuung zum Ausdruck, dass die 2 Stunden, in denen sie einer Session beiwohnen konnte, ihr reichlich Belohnung für die Organisation dieser drei Tage gewesen waren.

Unser Studiendirektor Friedemann Eichhorn, bereits mit einem Rucksack bepackt, brachte es schließlich so auf den Punkt: „András Schiff sucht die Wahrheit in der Musik, und er zeigt uns gleichzeitig die Tiefe der Musik. Und bestechend ist seine Großzügigkeit. Es ist eine Faszination für uns alle!“

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

Masters in Performance 2011 / Persönliche Eindrücke eines Musikfreundes

Mittwoch, 8. Juni 2011

Das Team der Kronberg Academy freut sich immer wieder, wenn aus den Reihen der Zuhörer und Besucher feedback an unsere Institution herangetragen wird. Ein Dialog mit unseren Zuhörern ist von großem Wert, da wir die Akzeptanz und Einschätzung unserer Zuhörer für sehr wichtig halten.

Das es sogar auch den Wunsch zu einem schriftlichen Beitrag geben kann, davon zeugt der folgende Blogbeitrag, der von einem Besucher unserer gerade zu Ende gegangenen Konzertreihe “Masters in Performance” stammt. Harald Berchtold hat fast alle Konzerte dieses Wochenendes (2.6. – 7.6. ) erlebt und er schildert im folgenden Beitrag auf eine sehr persönliche Art die Eindrücke, die er dabei sammeln konnte.

Die Masters in Performance-Konzerte der Kronberg Academy stehen seit geraumer Zeit ganz oben auf meiner persönlichen Konzert-Wunschliste. Das besondere dieser Konzertreihe ist die private Atmosphäre, gepaart mit der Intensität und räumlichen Nähe, mit der sich die Musik im Sitzungssaal des Kronberger Rathauses entfaltet – und unmittelbar auf die Zuhörer übergreift.

Nur an ganz wenigen anderen Orten wird man derart überwältigt vom Klang eines einzigen Streichinstruments und kann gleichzeitig die Individualität und Ausdruckskraft der Solisten und deren Klavierbegleitung auf sich einwirken lassen. Viele Musikliebhaber aus Kronberg und Umgebung und weitere Besucher aus fernen Ländern nutzten diese einzigartige Möglichkeit, den Fortschritt ihrer bereits aus früheren Konzerten bekannten jungen Solisten sowie deren Begleitung zu verfolgen.

Welche der Konzerte haben mir persönlich aus dem diesjährigen Konzertprogramm neue Eindrücke vermittelt? Da ist gleich zu Beginn das Eröffnungs- & Examenskonzert von Gabriel Adriano Schwabe zu nennen. Gabriel Schwabe, der mir bereits beim Cello Meisterkurs von David Geringas im Oktober 2010 mit einem besonders warmen Ton seines Cellospiels auffiel, setzte sein hochkonzentriertes Cellospiel in der Stadthalle Kronberg eindrucksvoll fort – souverän begleitet von der Pianistin Anna Naretto.

Dass die Viola ihr früheres Schattendasein als vernachlässigtes kammermusikalisches Solo-Streichinstrument überwunden hat, ist in den aktuelleren Konzertprogrammen nicht nur der Kronberg Academy zunehmend festzustellen. Wie großartig das ehemals wenig beachtete Klangspektrum einer Viola sein kann, wurde eindringlich in den Darbietungen von Yura Lee und Peijun Xu in Kronberg offenbart. Je mehr Viola Musik von Bach, Brahms, Chopin, Kodalyi und Hindemith erklang, umso unmissverständlicher wurde klar, wie tief mittlerweile der Pflock unseres heutigen Musikempfindens in Richtung pro Viola als kammermusikalisches Soloinstrument eingeschlagen wurde und die Viola nicht mehr wegzudenken ist.

Das einzige reine Solo-Konzert bei Masters in Performance 2011 gab die Geigerin Alina Ibragimova und das derart beeindruckend und fesselnd, dass ich gerne noch mehr davon gehört hätte. Egal ob bei Heinrich Ignaz Franz Biber, Luciano Berio oder Bela Bartok – die russische Seele ihrer Interpretation war für mich allgegenwärtig und in ihrer Tiefe und technischen Brillanz atemberaubend. Ebenso überwältigend erfüllten die Ravel- und Tschaikowsky-Interpretationen des Geigers Valeriy Sokolov die Zuhörer.

Die Geigerin Jehye Lee gab überraschenderweise sogar zwei Konzerte – Samstag und Sonntag (als Vertretung für die verhinderte Suyoen Kim): Und so war es ein außergewöhnliches Erlebnis, ihre Interpretation „mit leidenschaftlichem Ausdruck“ der Violinsonate von Robert Schumann Nr. 1, a-Moll, op. 105 auch noch ein zweites Mal hören zu dürfen; wobei neben ihrem strahlenden Geigenton die perfekte Harmonie mit der mit feinstem Anschlag musizierenden Pianistin Yumiko Urabe besonders auffiel. Jehye Lee verabschiedete sich mit zwei ergreifenden Paganini Capricen als Zugabe und sicherlich hat jeder der Anwesenden ihr in tiefer Dankbarkeit für ihre musikalische Darbietungen in Kronberg die besten Glück- & Erfolgswünsche für ihre Teilnahme am kommenden Tschaikowsky Wettbewerb in Moskau mit auf den Weg gegeben.

Harald Berchtold, Kronberg i.T.

Masters in Performance – Junge Solisten begeistern Kronberger Musikfreunde

Mittwoch, 23. Juni 2010

Kronberg bot am vergangenen Wochenende Musikfreunden ein prall gefülltes Konzertrogramm mit diversen Auftritten an mehreren Spielorten. Während die Jungen Solisten des Studienganges “Kronberg Academy Masters” vom Freitagabend bis zum späten Sonntagnachmittag musizierten, trat parallel Gidon Kremer drei mal mit Musikern  der Kremerata Baltica im Opel-Zoo auf. Das Konzert stand unter dem Motto “Tierharmonisches Konzert” (hierzu folgt ein separater Beitrag).

Pünktlich um 18.00 Uhr am Freitag  dem 18. Juni begannen die “Masters in Performance”-Auftritte der Jungen Solisten im Kronberger Maler-Museum. Das Besondere der “Masters in Performance” Reihe besteht darin, dem Publikum konzentriert hochtalentierte junge Musiker zu präsentieren, für die diese Konzerte zugleich den Abschluss des Studienjahres an der Kronberg Academy bilden. Zuhörer hatten überdies die Möglichkeit, einzelne oder sämtliche Konzerte zu besuchen. Ein einmaliges Angebot somit für Musik-Interessierte in und um Kronberg. Man konnte so auf  höchstem Niveau spielende junge Kammermusiker erleben, die bereits schon in namhaften Häusern als Solisten Konzerte geben.  Die elf Musiker (Valeriy Sokolov mußte in letzter Minute absagen) repräsentierten mit Ihrer Werkauswahl ein aussergewöhnlich reichhaltiges Programm, in dem auch von einigen Solisten gezielt Kompositionen ihrer fernöstlichen Heimat einbezogen wurden.

Den Anfang mit 2 Konzerten machten Benedict Klöckner und Peijun Xu, die zugleich ihr Examens-Abschlusskonzert gab.  Peijun Xu wurde von Evgenia Rubinova begleitet während Benedict Klöckner zusammen mit Anna Naretto spielte.  Am Samstag, dem 19. Juni folgten dann 5 weitere Solisten aus dem genannten Studien-Programm der Kronberg Academy.

Dai Miyata aus Japan sorgte für den Auftakt am Samstag.  Dai spielte Werke von Beethoven, Toshiro Mayuzumi ( ein sog. Bunraku für Cello Solo) sowie von Manuel de Falla.

Soojin Han (Violine), die aus London angereist war, gab in Begeleitung ihrer Pianistin Yumiko Urabe ein eindrucksvolles Konzert mit Werken von Brahms, des koreanischen Komponisten Isang Yun (“Kontrast 1″ ) und von Camille Saint-Saens. Nicht minder hinreißend waren dann die Auftritte von Gabriel Schwabe (Cello),  Eri Sugita Viola) und der aus Berlin angereisten Geigerin Alina Ibragimova.

Der dritte Konzerttag begann am am Sonntagvormittag. Alicja Smietana und Yumiko Urabe am Klavier ließen Werke der polnischen Komponisten  Lutoslawski und Szymanowski erklingen.  Vilde Frang eröffnete die Nachmittags-Konzerte mit einem äußerst anspruchsvollen Werk für Solo Violine von Bela Bartok.Die Zuhörer quittierten ihren Auftritt  mit begeistertem Applaus.  Es folgte Andreas Brantelid (Cello) begleitet von Anna Naretto, die Werke von Beethoven, Lindgren und Robert Schumann zum Klingen brachten.

Für den krönenden Abschluss sorgte der Auftritt von Alexander Sitkovetsky, der von seiner Mutter Olga Sitkovetsky am Klavier begleitet wurde. Saschas Darbietungen enthielten Stücke von Mozart, Grieg und das Werk “Tzigane” von Maurice Ravel. Nach seiner fulminanten Zugabe des Stückes “Czardas” von Vittorio Monti war der die Begeisterung auf dem Höhepunkt. Die Zuhörer in der sehr gut besuchten Räumlichkeit klatschten emphatisch Beifall und feierten Mutter und Sohn.

Stephen Potts, Leiter des Studienprogramms “Kronberg Academy Master”, war sichtlich zufrieden mit der musikalischen Qualität und vor allem auch mit der  Resonanz bei den Zuhörern.  Ein Fortsetzung dieser Reihe im kommenden Jahr wird sich so mancher Besucher im Stillen schon jetzt gewünscht haben. Vergessen waren für Stunden die Aufregungen rund um die Fußball-WM, denn die Jungen Solisten hatten es vermocht,  die Aufmerksamkeit auf Werke der Kammermusik und fernöstliche Klangwelten zu lenken.

Die jüngste Zuhörerin war die kleine Amelie Haumer, 6 Jahre jung. Sie und Ihre Mutter hatten viel Freude an den Konzerten. Die kleine Amelie, so erfuhr ich, spielt seit ihrem 4. Lebensjahr Klavier und übt derzeit sehr fleißig den “Frühling” von Vivaldi. Mutter und Tochter schienen äußerst angetan von den Darbietungen der Jungen Solisten und so mancher Besucher war angetan von der Art und Weise, wie die junge Zuhörerin die Musik auf sich wirken ließ.

Michael Heinz



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