Als alles anfing (Teil 2)

22. September 2013

Erinnerungen an Pablo Casals

Für einen leidenschaftlicher Sammler von Fundstücken zur eigenen Geschichte sind die Räumlichkeiten rund um unseren Dachboden von unschätzbarem Wert. Wenn man an die Anfänge denkt, also an unser Gründungsjahr 1993, so wird man daran erinnert, dass unsere Institution mit dem Namen “Internationale Kammermusik-Akademie Kronberg“ gestartet war und und alsbald die Aufmerksamkeit von Musikern, Hochschulen und Musik-Pädagogen auf sich zog.

Beim Betrachten der noch in Gelb und Schwarz produzierten Broschüre, die zum ersten Cello Festival herausgebracht wurde, wird man dann unweigerlich auf den Namen Pablo Casals gelenkt. Wie heißt es auf der Titelseite unserer ersten Festival-Broschüre: „in memoriam Pablo Casals“. Das erste Cello-Festival wurde vom 22. – bis 24. Oktober ausgetragen und der Festivalauftakt fiel auf den 20. Todestag des großen spanischen Cellisten.  Die Broschüre wartete damals mit besonderen Beiträgen zum Leben dieses einmaligen Künstlers auf.

Zwei Beispiele:

Professor Dr. Kurt Pahlen schrieb einen vierseitigen Artikel über den Meister-Cellisten. Pahlen war  Casals mehrfach in seinem eigenen Leben begegnet und verfügte daher über eine tiefe Kenntnis des großen Musikers und Humanisten, der im katalanischen Örtchen Vendrell – unweit Barcelona – geboren wurde.

Ein beeindruckender, intimer Bericht über die vielen Facetten diese Musikers, der im Kern stets einfach, menschlich und zugleich von großer Willenskraft  und festen moralischen Wertvorstellungen geprägt war. Und der zugleich die Wertschätzung für das Geschenk  des Lebens und die Wunder der Natur immer wieder hervorhob. Jung sein und jung bleiben bis ins hohe Alter, dies gelänge nur, wenn man das Leben wertschätzt, so wurde es von ihm berichtet. Wie sagte es Casals mit seinen eigenen Worten: “ Das Bewusstsein vom Wunder des Lebens erfüllt mich mit einem Gefühl  unglaublichen Staunens,  ein menschliches Wesen zu sein. Dann gehe ich an meinen Flügel und spiele zwei Präludien und Fugen von Bach. Die Musik ist für mich nie dasselbe, sie ist jeden Tag etwas Neues, etwas Phantastiches, etwas Unglaubliches. Bach ist, wie die Natur, ein Wunder“.

Diese Worte sind großartig, denke ich und bin zugleich froh, dass wir nun – 20 Jahre später – im Jahre 2013, den Bogen zur Musik von Johann Sebastian Bach doch sehr passend in die Konzertabfolge unseres aktuellen Festivals „Cello Plus“ eingefangen haben. Das erste und das letzte Konzerte sind dem großen Komponisten Johann Sebastian Bach gewidmet.

Aber ich bleibe noch Momente in der Historie, unseren eigenen kurzen Geschichte.

Beim weiteren Durchstöbern der Broschüre stösst man auf einen kurzen Lebenslauf, verfasst von Helga und Rudolf von Tobel. Rudolf von Tobel, ein Schweizer Cellist und Casals-Schüler, der einige Male mit Casals konzertierte und Plattenaufnahmen machte, steuerte in diesem Artikel seinen Blickwinkel auf die besondere Persönlichkeit des Musikers bei. Das Engagement  von Pablo Casals  zur  damaligen Zeit wird einem erst in aller Klarheit deutlich, wenn man sich die folgende Begebenheit mit ihm aus den 50er Jahren vor Augen führt. Zusammen mit Albert Schweitzer, einem Freund und weiteren Streiter und Kämpfer (nicht zu vergessen dessen Orgel-und Bach- Leidenschaft, ) für Menschlichkeit, appellierten beide 1958 an die Großmächte, das Wettrüsten und die Atombombenversuche einzustellen. Dies ist nur einer seiner öffentlichen Bekundungen gewesen, in denen er einen klaren Standpunkt für eine Sache eingenommen hatte. Als Republikaner hatte er aus Überzeugung  Franco-Spanien den Rücken gekehrt und Jahrzehnte keinen Auftritt in seinem Heimatland mehr durchgeführt. Er war ein Mann mit klaren Überzeugungen und unverrückbaren Standpunkten und Haltungen.

Raimund Trenkler, unser Künstlerischer Leiter seit jener Zeit, wird nicht müde, die Bedeutung dieses Jahrhundertkünstlers auch für die heutige Zeit immer wieder aufs neue zu betonen. Dabei ist die einmalige Verbindung zwischen künstlerischer Größe und der Rolle der Menschlichkeit im Leben dieses  Künstlers prägend. In der berühmt gewordenen Bild-Biografie über Casals, mit einmaligen Fotografien des deutschen Fotokünstlers Fritz Henle, kann  man viele großartige Zitate des Katalanen finden.

Nachdenken über Pablo Casals: Er war ein einzigartiger, überragender Künstler und echter Menschenfreund. In aktuellen Gesprächen und Dialogen gerade jetzt müssen wir an ihn und andere gleichgesinnte Musiker denken, wenn das Thema Eintreten für Menschlichkeit und Verantwortung diskutiert wird. Es ist nicht nur Sache von Politikern und Aktivisten, diesem Anliegen Ausdruck zu verleihen, so sind auch wir hier überzeugt. Wie sagt es Raimund Trenkler vor wenigen Tagen: Die Gedanken und Einstellungen von Pablo Casals sind aktueller denn je. Und zitiert ein weiteres Mal den katalanischen Meister, mit einem der berühmtesten Zitate von ihm:  „Kunst und Menschlichkeit sind untrennbar“.

Zurück in den Academy-Alltag.  Mein Ausflug in die ersten beiden Jahrzehnte der Kronberg Academy, insbesondere ins Gründungsjahr,  war alles andere als staubig. Staunen und Bewunderung für einen großartigen Künstler und Menschen, mit dem sich unsere Institution bis heute tief verbunden fühlt, klingen noch lange nach.

Teil 1: ”Stöbern im Archiv” ist bereits am 17.9.2013 erschienen

Michael Heinz / Kronberg Academy Team

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Als alles anfing (Teil 1)

17. September 2013

Stöbern im Archiv:  Zurück zu den Wurzeln

Unser Festival zum 20-jährigen Bestehen, das in gut 10 Tagen startet, animiert geradezu, einen kurzen Blick in die Historie unserer Institution zu werfen.

Auch wenn der hier schreibende Blogger im Jahr der Gründung 1993 noch weit entfernt war von dem Entschluss, als Mitarbeiter in dieser wunderbaren Institution anzuheuern, so kann er sich doch retrospektiv und mit Begeisterung den Meilensteinen in der Entwicklung dieser Institution widmen. Und immerzu staunen.

Angefangen hatte ja alles Anfang der Neunziger Jahre mit dem Cello.

Gründer und künstlerischer Direktor Raimund Trenkler kann hier eine unglaubliche Geschichte erzählen. Nämlich die, wie es wirklich begonnen hatte. Was die Ursprungsidee war und wie das erste Festival dann tatsächlich über die Bühne gegangen ist (keiner hielt es damals in so kurzer Zeit für realisierbar!).

Es gab damals an 3 Tagen insgesamt 10 Konzerte. Das Abschlußkonzert fand am 24. Oktober 1993 in der Kronberger Stadthalle statt.

Die Presse war voll des Lobes, die eingeladenen Musiker und Marta Casals-Istomin waren begeistert vom ersten Cello Festival, welches der Erinnerung an Pablo Casals gewidmet war, dem großen Künstler und Humanisten (der Festivalbeginn fiel auf den 20. Todestag des bedeutenden Musikers).

Die Musikwelt hatte eine neue Begegnungsstätte, einen neuen Ort, wo man sich fortan regelmäßig treffen würde. Die dazu gegründete Institution, der Vorläufer der heutigen Kronberg Academy, nannte sich damals noch “Internationale Kammermusik-Akademie Kronberg”. Raimund Trenklers Philosophie war es, Cellisten mehrerer Generationen zusammenzuführen und miteinander musizieren und lernen zu lassen.  Oder wie er es auch gerne ausdrückt, ein Familientreffen für Cellisten sollte in die Welt gesetzt werden. Berühmte etablierte Musiker sollten jungen, hochbegabten Musikern Inspiration und Erfahrungen im Wege des gemeinsamen Musizierens vermitteln.

Sieben Jahre  später (beginnend mit dem Projekt Chamber Music Connects the World im Jahre 2000) gab es eine wichtige Erweiterung unserer Institution in Richtung Streicherakademie. Seitdem ist es gelungen, das  Renommee und die Bekanntheit auch mit diesem erweiterten Profil als einer internationalen Ausbildungsstätte für Streicher deutlich auszubauen. Gekrönt wurde diese Entwicklung durch die Einführung eines eigenen Studiengangs “Kronberg Academy Masters” im Jahre 2007 (mit den Abschlüssen Bachelor, Masters und Further Masters Studies). Die Geschichte dieser “Transformation” ist einen besonderen Blogbeitrag in der Zukunft wert.

Zurück zur Historie. Wie findet man Zeugen der Vergangenheit  in den eigenen vier Wänden?

Man stöbert in diversen Regalen und Kisten. Und wo befinden sich jene wertvollen Kisten, Kartons und Ordner?

In den verzweigten Räumlichkeiten unseres Receptur-Gebäudes etwa, einschließlich des Dachbodens. Wo man tatsächlich auch fündig werden kann, wenn man Staub und schlechte Luft für sagen wir ca. zwei-drei  Stunden ertragen kann. Und gewillt ist, um der Anfänge habhaft zu werden,  intensiv nach entsprechend „frühen“ Dokumenten zu suchen. Wenn es sein muss, auch zu graben und zu wühlen. Mithin befindet man sich auf einer Art musik-archäologischem Trip.

Dafür taugen unter anderem unsere Räumlichkeiten im 1. Stock der Receptur, wo wir seit einiger Zeit unser neues Studio 4 eingerichtet haben. Und in diesem hergerichteten Raum, der zum Proben genutzt wird, befinden sich auch historische Schätze zum Leben von Pablo Casals in Form diverser Bücher, Biografien, einer riesigen Schallplattensammlung und Programmheften vom berühmten Prades Festival, wo Casals seit Gründung viele Male aufgetreten ist. In einem Plattenregal von Studio 4 kann ich das von allen Teilnehmern persönlich signierte Programmheft des 1. Cello Festivals von 1993 (unserem Gründungsjahr) in Händen halten und sogleich fotografisch für diesen Blogbeitrag ablichten. Ein echtes Erfolgserlebnis!

Angestachelt durch diesen Erfolg geht das Durchstöbern in anderen Räumen weiter. Unser Dachboden ist das nächste Ziel. Hier findet man durchaus weitere Schätze. Poster, Flyer, Fahnen und aufgezogene große Schwarz-Weiss Fotos von berühmten Künstlern und Lehrern, die in Kronberg gastierten, sind verstreut in Ecken und auf verstaubten Regalböden zu bewundern.

Man muss wissen, dass sämtliche Drucksachen unserer schreibenden Team-Kollegen seit Gründung, also alle Broschüren, Programmhefte, Flyer, Poster, Fahnen und Sonderdrucke aus nunmehr  20 Jahren einen beträchtlichen Berg an Papier ergeben würden. Man muss  staunen über die enorme Produktivität unserer Texter und der mit uns kopperierenden Grafiker und  Layouter.

Generell muss ich an dieser Stelle vermerken, dass all die wunderbaren „Drucksachen“, die seit Gründung entstanden sind, natürlich mit jeweils mindestens einem Master-Exemplar in einem zentralen Ordner ( es sind natürlich mehrere!)  sorgsam archiviert und für die werte Nachwelt aufbewahrt werden. Das Erfassen dieser kleinen Kostbarkeiten und die Präsentation all der Print-Produkte seit 1993 wäre eine kleine Ausstellung wert. Ich bin überzeugt, man könnte sogar ein kleines Buch darüber publizieren, welches Musikfreunde aber auch Menschen mit Design und Layout-Affinität begeistern würde.

Michael Heinz, Kronberg Academy Team

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Masterclass mit Antje Weithaas

28. März 2013

Musik und Gespräche sorgen für besonderen Masterclass-Mix

Während zwei intensiver Masterclass-Tage hatten unsere Jungen Solisten Gelegenheit, mit einer vielseitigen, international sehr beachteten deutschen Geigerin und Pädagogin neue Impulse und Inspiration zu erhalten.

Antje Weithaas, seit einigen Jahren Professorin für Geige an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin ist nicht nur eine gefragte Lehrerin sondern auch eine überaus aktive Kammermusikerin. Letzte Woche verbrachte die gebürtige Cottbusserin zwei Tage in Kronberg, um diverse Kammermusikstücke mit den jungen Musikern zu vertiefen.

Liest man ihre Vita, so ist man mehr als beeindruckt. Auftritte als Solistin hatte sie mit vielen international sehr namhaften Künstlern und Orchestern. Hier nur ein paar Beispiele: Los Angeles Philharmonic Orchestra, San Francisco Symphony Orchestra, Royal Philharmonic Orchestra oder dem Londoner BBC Symphony Orchestra. Großartige Dirigenten wie Vladimir Askenazy, Sir Neville Marriner oder Yakov Kreizberg waren dabei ihre musikalischen Partner.

Als Kammermusikerin ist sie mit Tanja und Christian Tetzlaff, Clemens Hagen, Silke Avenhaus sowie  Sharon Kam und Lars Vogt in wechselnden Formationen auf der Bühne. Zusammen mit Tabea Zimmermann, Daniel Sepec und Jean-Guihen Queyras hat sie im Jahre 2002 das ARCANTO-Quartett gegründet und 2004 ihren ersten Auftritt mit dieser Formation in Stuttgart erlebt. Mit ARCANTO war sie auch schon weltweit unterwegs,  so auch in der Carnegie Hall New York,  in Barcelona oder in der Tonhalle in Zürich. Teamplay ist ihre Sache. Wie schrieb die Neue Zürcher Zeitung vor einiger Zeit beeindruckt “Das Arcanto Quartett musiziert mit einer solchen Einigkeit in Ausdruck, Klangfarbe und Artikulation, wie man es selbst bei hauptamtlichen Streichquartetten selten erlebt.”

Ins Tonstudio zwecks CD-Aufnahmen verschlägt es die agile Musikerin natürlich auch von Zeit zu Zeit, zusammen mit der Pianistin Silke Avenhaus hat sie allein bereits 5 CDs eingespielt.  Mit anderen Worten, Antje Weithaas kann beim Nachdenken und Erzählen über die vielen Aspekte eines farbigen Musiker- und Pädagogenlebens aus dem Vollen schöpfen. Und humorvoll, ja locker und direkt ist sie obendrein noch.

Das konnten die Jungen Solisten speziell am zweiten Tag der Masterclass erleben, als der Direktor unseres Studiengangs, Friedemann Eichhorn, eine Diskussion mit ihr zum Thema “Wie übt man?” moderierte und mit eigenen Fragen und wissenswerten Einschüben spickte.

Die Neu-Potsdamerin verblüffte dann so einige Male die anwesenden Jungen Solisten mit Ihren Antworten zum Thema Üben. “Ich bin ehrlich, so ganz diszipliniert geht es bei mir auch nicht immer zu” meinte sie bei den Fragen zur Häufigkeit des Übens. Ihre diversen Verpflichtungen und Auftritte engen die Spielräume für reines “Üben” ein. Und die reine Technik hätte sie nun durchaus hinter sich. Üben tue sie nicht mit einer von vornherein anvisierten Häufigkeit bzw. Dauer, sondern jeweils angestossen durch gegebenem Anlass. Dies gelte für neue Stücke oder solche Kompositionen, die sie schon einige Zeit nicht mehr gespielt habe.

Sie könne sich auf ein Reservoir bekannter Stücke aus ihrer Frühzeit stützen und solche Werke spiele sie auswendig. Neue Stücke muss sie sich durch intensives Partitur-Studium erarbeiten und diese werden dann vom Blatt gespielt.

Als sie in die Runde der Musiker fragte, was sie, die Jungen Solisten, denn zum Üben motiviere, kam eine wie aus der Pistole geschossene Antwort eines anwesenden Musikers vom Kuss-Quartett: “Coffee” lautete sein Beitrag. Lachende Minen rundherum. Aber Frau Weithaas trug selbst auch immer wieder zur Leichtigkeit dieser Diskussionsrunde bei. Worum es ihr ginge beim Thema Üben war nach ihren Worten der Aspekt der Freude und der Frische im Kopf. Das Üben müsse keinesfalls Langeweile verbreiten.  Allzu schematisches Üben, gab sie zu bedenken, würde die Gefühle und Empfindungen für die Musik abtöten, und das müsse nicht sein. “Warum mehr leiden als notwendig”, fragte sie einmal in die Runde. Und an anderer Stelle meinte sie ironisch in Richtung Friedemann Eichhorn, dass sie ihr Mitwirkung bei diesem Thema nun keineswegs als Bestbesetzung sehe. Erneut Schmunzeln in der Runde.

Und dann machte sie noch die Rolle des aufmerksamen Hörens deutlich. Gleichwohl betonte sie, dass sie sich nicht zu jedem Violinstück die diversen bekannten Einspielungen anhöre. Und ein weitere Ausspruch verblüffte unsere jungen Musiker, als sie meinte, man müsse auch nicht spielen wie Heifetz, Oistrach, Menuhin oder Stern oder all die anderen bekannten großen Geigen-Virtuosen. Jeder Musiker müsse sich vielmehr selbst seinen Zugang zum betreffenden Werk über die Noten erarbeiten und an einer eigenen Interpretation feilen. Dies formulierte sie mit dem Brustton der Überzeugung. Eine wichtige Botschaft für die jungen Künstler.

Und schließlich betonte sie die Rolle des Hörens beim Spielen und Erarbeiten bestimmter Passagen einer Komposition. Alles müsse über das Hören, also über die Ohren gesteuert werden und nicht über die Arbeit der Finger. Ob es hier Geheimnisse gebe, wurde sie gefragt. “Keine Geheimnisse”, so ihre Antwort, außer, und da kam wieder die Frische im Kopf zu Geltung, “your brain needs to be fresh”. Die Diskussionsrunde wurde in englischer Sprache durchgeführt und auch dabei war Antje Weithaas sehr geschmeidig und virtuos.

Nach eineinhab Stunden eines angeregten Frage-und Antwort Dialogs, der nicht nur die Themamtik “Üben” umfasst hatte, wurde der letzte Break des Tages eingeläutet. Eine erbauliche und informative Abwechslung mit einer frisch und sympathisch auftretenden Künstlerin und Pädagogin. So werden sicherlich viele Junge Solisten diesen Nachmittag im Studio 2 in Erinnerung behalten.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

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Rundum Begeisterung: András Schiff in Kronberg

7. März 2013

Rückblick auf drei unglaublich inspirierende  Meisterklassentage

Letztes Wochenende gab es wieder einmal großen Besuch in unseren KAM Studios. András  Schiff, aus Ungarn stammender international renommierter Meisterpianist, war volle drei Tage in der Stadt und hatte sich vorgenommen, den jungen Musikern unseres Studiengangs wichtige Impulse für Ihren weiteren Weg zu geben.

Insgesamt 14 Junge Solisten kamen in 6 Sessions –  mal zu zweit oder zu dritt – nacheinander mit ihren Werkinterpretationen an die Reihe. Alle drei Streichinstrumente waren vertreten, das Cello leicht in Überzahl. Die internen Meisterklassen ermöglichen den Jungen Solisten, von ihnen ausgewählte Stücke zu interpretieren, um dann musikalisches Feedback,  Anmerkungen und Reflektionen des Lehrers aufzunehmen. Werke von Bach, Brahms, Beethoven und Schubert wurden gespielt. Während des Vorspielens sind die übrigen Jungen Solisten ebenfalls anwesend. Dies ist auch eine der vielen Besonderheiten bei diesen internen Meisterklassen. Sie sollen bewusst das gemeinsamen Lernen mit dem jeweiligen Lehrer erfahren. Die Dialoge und die Erläuterungen des Maestros sind so für den jeweils aktiv Vorspielenden und die zuhörenden jungen Musiker gleichermaßen von Bedeutung. Man kann sich leicht vorstellen, dass für alle teilnehmenden Musiker diese kostbaren Tage mit Maestro Schiff von höchster Intensität geprägt waren. Gewissermaßen zur inhaltlichen Abrundung der drei Tage wurde auch ein musikwissenschaftlicher Vortrag über Notationsbesonderheiten in Mozart-Kompositionen eingeflochten (“The meaning of Mozart´s dots and strokes for performers”).

Die zwei Pianisten, mit denen András Schiff die 3 internen Meisterklassentage absolvierte, waren Yumiko Urabe und Walter Delahunt. Beide hatten mir schon ihre persönlichen Eindrücke nahegebracht: Für Yumiko Urabe war es das Erlebnis, bei  diesen internen Meisterklassen dabei zu sein, zuzuhören, wenn sie selbst nicht spielen musste. “Das war Luxus, dabeizusein”, wie sie voller Begeisterung und auch Dankbarkeit formulierte. Und sie fügte noch hinzu,  dass sie von der Ehrlichkeit und persönlichen Bescheidenheit des Meisters beeindruckt war. Und dazu die Einfachheit seiner Worte. Und man könne so viel von ihm lernen! Für Walter Delahunt war es insbesondere das großartige Gefühl für Elastizität in der Rhythmik. Er meinte, dass dies wohl die ungarische Schule ausmachen würde. „ He has an aristocratic style“.

Als am Freitag nachmittag vergangener Woche gegen 18.00 Uhr die letzte Session zu Ende ging, in der der Cellist Istvan Vardai aus einer Bachschen Solosuite für Cello vorspielte, waren sich so ziemlich alle einig: Diese drei Tage hatten es mal wieder in sich, waren einmalig.

Als so nach und nach die einzelnen Musiker aus unserem Studio 2 auf den Gang liefen, um noch kurz nach einer Erfrischung oder einen kleinen Snack zu greifen, konnte jede der Anwesenden die freudige Anspannung und  Erregung der Musiker regelrecht auf den Gesichtern der jungen Leute ablesen.

Schnell noch ein paar Stimmen und Statements einfangen, dachte ich, bevor alle Jungen Solisten auf und davon sind. Eine Art Stimmungsbild von diesen drei Meisterklasse-Tagen, das müsste doch gelingen.

Den Anfang sollte der junge Cellist Pablo Ferrández machen, aber dieser junge Mann war buchstäblich sprachlos, er brachte kein Wort heraus!  Mit seinen (wie immer) strahlenden Augen sagte er jedoch viel, irgendwie schien er mir überwältigt. Aber sein Gesichtsausdruck gab zu verstehen: Das war einfach großartig!

Violinist Benjamin Beilman, der am ersten Tag (27. Februar) zusammen mit Pablo Ferrández an der Reihe war, formulierte dafür etwas ausführlicher seine Gedanken und Eindrücke: „It was my first such masterclass here in Kronberg after I was admitted for the master programme  last year. So for me it was also my first encounter with the entire institution, the faculty staff, and the Young Soloists and all of the surroundings. I was amazed about the consistent high quality of the classes, which ran over three consecutive days. My previous experience in the US was always related to a maximum of two to three hours for such classes. And now, here, three full days! In other words it was more like a musical retreat with extremely talented players and this enormous quality from start to end, truly exciting! For everyone this was a rich experience! And so I think this is really unique what the Academy provides. It´s  reputation and popularity as an international top educational institution is on the increase amongst talented young musicians in the US”.

Und seine Eindrücke von Maestro Schiff formulierte  er so:

“ He often touched on details, providing deep insights and the use of his words and metaphors from painting to architecture to art in general for instance gave certain of his explanations more meaning and importance”.

Benjamin Beilman spielte die Bachsche Partita Nr.3 in E-Dur von Johann Sebastian Bach.

Die junge russische Cellistin Anastasia Kobekina meinte: „ There was so much input and the learning implies to know and to feel, and he delivered all this – but now I must rush”…und weg war sie!

Die ebenfalls erst 18-jährige Ella van Poucke, Cello, gab voller Bewunderung diesen Gedanken zu Protokoll: „His knowledge about every piece, every composer in combination with his musicality that is so amazing….”.

Hyeyoon Park, Geigerin, drückte Ihr Resümee so aus: „Ich bin so dankbar, dass ich spielen durfte und zuhören konnte. Allein die Zeit, die er uns gewidmet hat und die Großzügigkeit, all diese musikalischen Weisheiten weiterzugeben, und dabei stets so geduldig mit uns war.“

Benedikt Klöckner, Cellist, meinte: „Ich fand das genial, es waren oft die kleinen Details, die sich als besonders wichtig heraus stellten. Und beim Zuhören gabs viele neue Ideen. Und wenn sich Herr Schiff selbst ans Klavier begab und spielte, da wusste man immer sofort, was er will“. Und Gabriel Schwabe, ebenfalls Cellist, betonte, dass für ihn die Tage mit höchster Konzentration verbunden waren, er viel aufgenommen habe und dass dies durchaus anstrengend gewesen sei. Also kein reines Zuckerschlecken, dachte ich, aber im Grunde war das ja nicht überraschend!

Anne Zipf, unserer Team-Kollegin im KAM-Studiengang, fiel auf, das András Schiff durch seine große Ruhe sehr positiv auf alle jungen Musiker abfärbte. Und sie brachte noch mit großer Genugtuung zum Ausdruck, dass die 2 Stunden, in denen sie einer Session beiwohnen konnte, ihr reichlich Belohnung für die Organisation dieser drei Tage gewesen waren.

Unser Studiendirektor Friedemann Eichhorn, bereits mit einem Rucksack bepackt, brachte es schließlich so auf den Punkt: „András Schiff sucht die Wahrheit in der Musik, und er zeigt uns gleichzeitig die Tiefe der Musik. Und bestechend ist seine Großzügigkeit. Es ist eine Faszination für uns alle!“

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

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Masterclass with Christoph Eschenbach

14. Februar 2013

A Young  Soloists´s personal experience

“We were working on this opportunity for more than 10 years”,  said Raimund Trenkler about Christoph Eschenbach´s coming to Kronberg to deliver a series of masterclasses over one weekend. Now, last weekend it finally happened (February 8-9).  This was a unique chance for me to personally get to know a worldwide renowned pianist and conductor.

Maestro Eschenbach shared with us his incredible experience as a conductor, working on such  beautiful concertos like Schumann´s cello concerto, Bruch´s violin concerto, Walton´s viola concerto and various other pieces. In addition, we had the chance to play and perform with him, playing chamber music works by Mozart and Dvorák.

I was very much impressed by his strong sense of timing in music, and how he was feeling the natural shape of musical  phrases. At times, he paid attention to a very small detail with the result that the music was getting freedom and new colors. None of the formal, lifeless notes were missed by him. And he was so much involved in working with each student to bring into the piece truthfulness and natural breath.  Sometimes, he just showed a direction, conducting only two bars and the phrase got immediately clearly articulated. He also suggested some of the bow changes for orchestra groups in certain places, where the melody of the solo instrument needs a particular support from the orchestra.

To play chamber music with Christoph Eschenbach is a very special experience. It’s an opportunity to make music with a great musician, to feel his spirit and fully embrace the music. And sensing a kind of distance which always exists between a soloist and the conductor. However, a distance that is disappearing in the moment of creating music together. At the beginning Maestro Eschenbach wanted to play only one movement of the Dvorák piano quintet and it was so interesting to see how excited everybody became when he couldn’t stop with one movement and the quintet piece was finally played to the end.

As a result of my participation and listening to a series of masterclasses conducted by great musicians who were coming to Kronberg over the last couple of months I got the feeling of a common spirit. Also I felt that there was a common idea shared amongst the group of Young Soloists who were also in the room during those masterclass sessions. And that feeling was so special,  meaning that all young musicians were united by that common idea and we were part of it through shared learning and performing. And this feeling got even stronger, when all the Young Soloists and Maestro Eschenbach played together chamber music. Mr. Eschenbach pointed out that musicians should carry a message to the audience which is to make sure that music has the power to unite people with different standpoints, convictions and beliefs.

Last but not least I would like to add a few observations. The Maestro didn’t want to make breaks between sessions, in other words, it seemed that he was very much looking forward to the next interpretation, a new personality and new musical experience. And I also felt, that after the two days making music together and speaking and exchanging ideas during dinners, we got to know him better and if I may say so, the distance between him and us was shrinking. We came closer to each other. After these two amazing days with Christoph Eschenbach we were  all excited about the experience and we are clearly looking forward to his next stay in Kronberg, scheduled in June.

Anastasia Kobekina

Young Soloist, Kronberg Academy Masters

(Photo: Andreas Malkmus, Frankfurt)

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Mit Musik – Miteinander / Hallo, ich bin dann mal neu hier

9. Oktober 2012

Was für ein Luxus, die neuen Arbeitskollegen schon mal in einem anderen Umfeld kennenzulernen als im Bürostress! Und dabei einem viel spannenderen. Denn direkt zu Beginn meines halbjährigen Praktikums in Kronberg hatte ich die Möglichkeit, das Projekt „Mit Musik – Miteinander“ mitbetreuen zu dürfen.

Die drei -mittlerweile- Ex-Praktikanten Lea, Caroline und Philipp waren schon mit den Teilnehmern und Dozenten Vilde Frang, Yura Lee und Bonian Tian bekannt, sodass sie alle mit Namen begrüßen konnten. Ich stellte mich meist selbst kurz vor mit: „Hallo, ich bin die neue Praktikantin“, und wurde vor allem von den Dozenten freundlich aufgenommen – man sieht sich ja noch öfter.

Das musikalische Wochenende begann freitags mit einer kleinen Kennenlern-Probe, bei der sich die einzelnen Teilnehmer und ihre Dozenten erst mal beschnuppern konnten, bevor es am Samstag ans Eingemacht ging: In nur einer Stunde sollten die technischen und musikalischen Finessen der verschiedenen Quart-, Quint- und Oktette gemeistert und ausgearbeitet werden. Dabei stand allerdings nicht die Perfektion im Vordergrund, sondern das gemeinsame Musizieren und die gegenseitige Inspiration – hier dürfen Fehler gemacht werden. Das merkte man auch den Teilnehmern an: Die Unsicherheit verflog beim gemeinsamen Abendessen, es wurde gelacht, sich kennengelernt und das Miteinander genossen.

Auch die Dozenten tauten deutlich auf, und spätestens bei den ausgedehnten Proben wurde mir wieder einmal deutlich vor Augen geführt, wohin man es mit Fleiß und dem entsprechenden Talent so bringen kann… Da wird man als Hobbymusikerin schon ein bisschen neidisch. Und wenn man dann noch dabei sein kann, wie Bonian Tian mit einem Streichquartett Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ übt, möchte man am liebsten selbst direkt zum Cello greifen. Besonders angetan war ich übrigens von der Art Yura Lees, die von der Bratsche aus ihre Quintette leitete und dabei versuchte, den Teilnehmern interpretatorische Ansätze zu vermitteln.

Das Konzert am Sonntag war erstaunlich gut besucht; natürlich gab es den ein oder anderen kurzen Schreckmoment, als etwa Vilde Frang ohne ihre Noten auf die Bühne ging, oder als zwei Teilnehmerinnen sich nicht einig werden konnten, wem denn jetzt welche Geige gehört… Aber für alle Probleme gab es eine Lösung, und so konnten Teilnehmer, Dozenten und Teammitglieder das aufregende Wochenende auch genießen. Es war aber auch wirklich spannend, so viele junge und so gute Musiker auf einem Haufen zu erleben, die nicht einmal nach dem Probenende von der Musik abließen, sondern sich noch Noten aus dem Archiv liehen, um eine spontane Abendprobe zu veranstalten.

„Mit Musik – Miteinander“ ist ein Projekt, das größtenteils von Praktikanten organisiert und durchgeführt wird, und so kamen mir die Einblicke natürlich doppelt gelegen: Als Einstand in das Praktikum und als Vorbereitung auf das „MMM“, das meine Mitpraktikantin Antje Oswald und ich im nächsten April organisieren werden. Bis zur tatsächlichen Durchführung bleibt allerdings noch viel zu tun, denn nicht nur dieses Projekt will vorbereitet werden, sondern auch die anstehenden Geigenmeisterkurse und das Cello Festival. Und dann wird die Academy auch noch 20 Jahre alt…Es gibt viel zu tun – wir freuen uns drauf!

Franziska Hiller

Praktikantin im Team der Kronberg Academy

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Cello Meisterkurse 2012 / Besuch bei Cellobauer Thorsten Theis

16. September 2012

Es hatte doch noch geklappt. Trotz eines äußerst engen Zeitplans machte Meistercellist David Geringas am Samstagnachmittag einen kurzen Besuch bei Cellobauer Thorsten Theis. Mit von der Partie war seine Meisterkursschülerin Natalia Costiuc, die seit zwei Jahren ein von Thorsten Theis gebautes Cello spielt. Es handelt sich um ein Modell nach dem italienischen Cellobauer  Guadagnini. Von Natalia Costiuc hatten wir zuvor erfahren, wie sehr sie sich mit dem Instrument angefreundet hatte. “Der Klang hat sich wunderbar entwickelt und ich bin froh,  dass ich das Gerät für weitere 2 Jahre spielen darf.”  Der jungen aus St. Petersburg stammenden Cellistin ist das Instrument als Leihgabe 2010 vom Instrumentenfonds der Kronberg Academy übergeben worden. Thorsten Theis, der sich 2002 als Cellobauer selbständig gemacht hatte, stiftete das von ihm im Jahre 2008 fertiggestellte  Instrument als Danke-Schön an die Kronberg Academy für seine stärkere Einbindung in die große Cello-Familie.

Und David Geringas, der seit vielen Jahren bei unseren Projekten mitwirkt, pflichtete Natalia Costiuc bei, als er hinzufügte, dass dieses Cello sehr gut zu ihr passen würde und sie mit diesem Instrument weitere Entwicklungsmöglichkeiten vor sich habe.  Einen Vergleich mit einem authentischen, jahrhundertealten Guadagnini könne man natürlich erst sehr viel später ziehen, 200 Jahre sind da die entsprechende Größenordnung, so der Meistercellist. Für Thorsten Theis war es eine sehr positive Begegnung. Beim anschließenden Fototermin war er mit den zwei Musikern in gelöster Stimmung für Sekunden vereint. Die kurze Stippvisite des weltweit angesehenen Künstlers mit seiner Kronberger Meisterkursschülerin sorgte so für einen ganz besonderen Akzent bei unserem jungen Cellobauer.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

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Cello Meisterkurse 2012 / Spielen, Hören, Staunen

14. September 2012

Dieser Blogbeitrag wurde von unserem Meisterkurs-Teilnehmer Alexey Stadler verfasst. Alexey, Jahrgang 1991, ist ein junger Cellist aus St. Petersburg, der bereits im Alter von 4 Jahren mit dem Cellospiel begonnen hat. Alexey stammt aus einer sehr musikalischen Familie. Er war erstmals bei unserem Projekt Chamber Music Connects the World im Juni dieses Jahr bei uns in Kronberg zu Gast. Wir freuen uns über seine Bereitschaft, während des laufenden Betriebs der Cello Meisterkurse 2012 einen kurzen persönlichen Beitrag für uns zu schreiben. Hier sind seine Gedanken und Beobachtungen der letzten 2 Tage.

Gestern hatte ich einen tollen Unterricht bei Prof. Geringas. Ich kenne ihn schon mehr als 5 Jahre, aber jedes Treffen mit ihm ist für mich stets sehr spannend. Ich habe im Meisterkurs eine Cello Sonate von Prokofiev gespielt und habe schon früher gehört, wie er dieses Stück unterrichtet hatte. Aber trotzdem, ich habe so viele Ideen bekommen und Neues durch seine Erläuterungen gehört.

Es ist unglaublich, wie Herr Geringas  in 45 Minuten so viel über Musik erzählen kann, über den Komponisten, die Zeit in der das Stück entstanden ist und die politische Atmosphäre zu jener Zeit. Und natürlich auch über die diversen cellistischen Aspekte: viele Kleinigkeiten einerseits aber auch Spielweisen andererseits, auf die ich nun meine Aufmerksamkeit richten werde. Und ich muss nun auch darauf achten, in welcher Richtung ich mich selbst weiter entwickeln kann.

Und genau darüber habe ich gestern nachgedacht, als ich Prof. Maintz in einem Konzert gehört habe. Ich war sehr begeistert von seinem Auftritt. So ein tolles Programm: Kraft, Weinberg, Beethoven. Ich freue mich ehrlich gesagt sehr, dass in Kronberg relativ unbekannte Stücke zu hören sind. Es gibt mehr als 100 Cellisten im Saal und ich bin sicher, dass wegen des Konzertes gestern abend so manche Cellisten diese wunderbare Sonate von Weinberg spielen werden. Und Beethoven´s A-Dur Sonate klang einfach toll. Man kann selten so eine klare Interpretation und ein perfektes Spiel  dieser Komposition erleben.

Nur eine Sache finde ich schade, dass ich nicht wie Harry Potter gleichzeitig an 4 oder 5 Orten gleichzeitig sein kann. Ich möchte alle 4 Professoren erleben, aber leider laufen sie alle parallel nebeneinander.

Auf der anderen Seite, vom “passiv-hören” kann man manchmal mehr lernen, als wenn man selbst der aktive Schüler ist.

Was bleibt noch zu sagen? Ich freue mich sehr auf alle weiteren Meisterkurse der nächsten 3 Tage und natürlich auch auf die interessanten Konzerte von Prof. Geringas und Prof. Thedéen!

Alexey Stadler

Aktiver Teilnehmer bei den Cello Meisterkursen und Konzerten 2012

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Cello Masterclasses / A teacher who loves stress

12. September 2012

What a busy day this was!

The morning kicked-off with a couple of  preparational work items for a planned film session. This session was  scheduled for the early afternoon hours,  where I was supposed to assist our partner Friedemann Grüning for a short interview with Maestro David Geringas.

In order to condition myself with the right feelings and thoughts I attended two masterclasses with this famous Lithuanian cellist, conductor and teacher. When the masterclass sessions were finished I quickly grabbed some food and was running to the Recepturhof building where the interview was about to happen. Lighntning and audio conditions were fine-tuned, so the interview could run smoothly . Which it did.

Satisfied with the results of that 20-minute interview I then handed the room over to Yuka Kobayashi, the Japanese pianist who urgently wanted to rehearse. After that, my next activity was to attend the last masterclass sessions of the day with German cellist  Jens Peter Maintz at Kronberg´s Streitkirche.

Now, here comes an  example of a truly busy man. For someone like Jens Peter Maintz the end of the day comes near only when the midnight hour approaches. This seems to be the rule for him, being one of our four cello teachers.  The last 3 students of his afternoon masterclass (which started in the morning) confronted him with works by Shostakovich and Ligeti. Heavy stuff, I thought!  Being asked about how he is coping with this whole workload throughout the entire day he simply answered „ I love stress“. And there seemed to be no irony in his answer.

After the last student left the room at around 7 pm, Jens Peter kindly explained what the remaining activities of the day would be: a little rest, then attending the concert with Frans Helmerson and Mihaela Martin at 8 pm, followed by just another very important activity of the day, which is rehearsing until midnight. In order to prepare for his own concert the next day. Still fresh-looking Jens Peter, who was studying with David Geringas in Lübeck, delivered his answers happily. Amazing!

No doubt, this teacher and cello virtuoso is full of energy. Now I know, what a busy schedule really looks like.

Anyway, we look forward to his concert tomorrow evening.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

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Erste Sternstunden bei den Meisterkursen

11. September 2012

Wenn man den Job hat, zwischen den Meisterkursen pendeln zu können, um erste Impressionen für einen Blogbeitrag einzufangen, dann darf man wohl mehr als zufrieden sein.

Aber es war nicht nur das Bloggen angesagt. In den Vormittagsstunden des heutigen Tages gab es eine wichtige Besprechung zu unseren Filmaktivitäten. Danach geht es direkt in die Stadthalle, um noch etwas vor der Mittagspause bei David Geringas aufzusaugen an meisterlichen Gedanken zu Shostakovich und César Franck (dies waren zwei der Komponisten, die von den beiden Meisterkurschülern vorgeschlagen waren).

Ich habe also Gelegenheit, die junge russische Cellistin Anastasia Kobekina und den Franzosen Edgar Moreau im großen Saal zu hören. Beide waren im Juni dieses Jahr bei unserem Kammermusikprojekt “Chamber Music Connects the World” dabei.  Anastasia Kobekina spielt mit Hingabe den ersten Satz aus Shostakovichs Cellokonzert. Ein rasantes, expressives und aufwühlendes Werk. Meister Geringas gibt wertvolle Hinweise auf die tiefere Bedeutung dieser Komposition fürs Publikum.

Zwischendurch spricht er viel auf Russisch mit der jungen Anastasia. Manchmal wirft er der anwesenden Mutter von Anastasia, die auch im Publikum ist, einen Blick zu. Ein paar Worte gehen auch in ihre Richtung, sie ist Pianistin. Eine seit Jahren zu ins nach Kronberg reisende Musikliebhaberin aus Frankfurt berichtet mir von Ihrer Begeisterung für den Lehrer Geringas.  “Er ist phantastisch”, lässt sie mich wissen. Begeistert ist sie stets bei unseren Veranstaltungen.

Ihr Musikwissen ist profund, auch jetzt berichtet sie von Vater und Sohn Sanderling und weiss hinzuzufügen, dass Vater Kurt Sanderling noch persönlich mit Shostakovich in Russland befreundet war und ihn als ängstlichen Menschen kennengelernt hatte. Gestern habe sie seinen Sohn Michael Sanderling beim Dirigieren der 5. Sinfonie von Shostakovich in Frankfurt erlebt und sei daher noch mit Klängen dieses Komponisten angereichert.

Ein anderer Besucher der Meisterklasse gibt mir ebenfalls sehr positives Feedback über die gekonnte und engagierte Arbeit des Cello Individualisten und Lehrers David Geringas. Er bezieht sein Urteil auch auf die Geringas Arbeit mit dem jungen Franzosen Edgar Moreau, der nach seiner Einschätzung bereits ein ausserordentlich talentierte Cellist sei. Edgars etwas zarte rechte Bogenhand, so seine Einschätzung, bilde die Schwachstelle und Geringas vermittelt Edgar Moreau, wie man “Dolce” als Ausdruck zu verstehen habe und zeigt den Unterschied auf zwischen leise intonierten Tönen und dem tief empfundenen Spiel von etwas ausserordentlich Schönem. So wie in der Eingangsmelodie der  Cellosonate von César Franck. Beide Meisterkurse sind ein Genuss für mich – ja, in meiner höchst subjektiven Sicht sind es  bereits kleine Sternstunden.

Auch die junge italienische Cellistin Miriam Prandi, die mit vielen anderen aktiven und passiven Kursteilnehmern in der Stadthalle weilt, sagt zu mir nach der Session mit Edgar Moreau, dass Geringas enorm viel Inspiration zu geben habe. Für sie ist das fantastisch, es inspiriere sie selbst enorm und mache ihr Vorfreude auf den baldigen eigenen Meisterkurs am kommenden Samstag. Mein Nachmittag wird gekrönt von einem Meisterkurs bei Frans Helmerson, der die junge Norwegerin Frida Waervaagen mit vielen Einblicken in die Cello Komposition von Beethoven versorgt. Frida ist eine nordische Frohnatur, die gerne lacht und im Kurs bei Helmerson gibt es viel Anlass zu freudigem  Lachen.

Frida ist nach diesem Meisterkurs äußerst gelöst und  happy  und erzählt mir, dass die Meisterkurse bei Frans Helmerson für sie immer etwas spezielles seien. “Er sorgt dafür, dass ich das große Ganze der Komposition sehe und verstehe. Es geht immer um das rein Musikalische”, fügt sie noch an. Und strahlt bei jedem ihrer Worte. Frida kennt Kronberg und war bei unseren Veranstaltungen und Meisterkursen in den Jahren 2005-2007 mehrfach in der Burgstadt. Sie freut sich, nun nach 5 Jahren Abwesenheit wieder hier sein zu können.

Mehr Meisterkurse sind heute nicht drin, es geht weiter zum nächsten Job. Meiner eigenen Inspiration ist Genüge getan. Ein wirklicher praller Tag mit enormen Hörerfahrungen und großartigen Lehrern neigt sich dem Ende entgegen. Zeit zum Verarbeiten bleibt für die Nachtstunden.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

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Cello Meisterkurse / Eindrücke vom ersten Tag

10. September 2012

Am Wochenende sind sie nach und nach in Kronberg eingetroffen. Fast 130 junge Cellisten aus 33 Ländern. Heute mussten sie bei 4 namhaften Cello Virtuosen zeigen, was sie können. Bei zwei der vier Dozenten hatte ich Gelegenheit, persönliche Eindrücke mitzunehmen, wie sich das ganze abspielt und welche Atmosphäre zu spüren ist.

Aber beginnen wir von vorn: Der morgendliche Einstieg in diesen ersten “Projekttag” erfolgt in der Stadthalle. Teammitglieder sind schon damit beschäftigt, die Bestuhlung im großen Saal der Stadthalle abzuschließen, denn um 10.30 Uhr geht es mit dem Vorspiel bei Maestro Geringas los.  Fahnen für die Foto-Ausstellung “Vier Cellisten in Kronberg” im ersten Stock werden aufgestellt. Viele andere Handgriffe sind zu tätigen, um alles in Schwung zu bringen.

Im Bistro ist das dortige Team dabei, alles für die erste Speisung am Mittag vorzubereiten. Am Empfang stehen Cao und Lea bereit, um die eintreffenden jungen Cellisten mit ersten Infos und Orientierung zu versorgen. Bald trifft auch Ekkard Seidl, der Geigenbauer aus Markneukirchen ein, ein häufig zu sehender Gast bei uns. Er beginnt sogleich, seine Werkstatt zu errichten. Hilary Peacock richte sich hinter dem Tresen ein und kümmert sich gleichzeitig um ihre abendliche Weiterfahrt nach Frankfurt, wo sie noch Englisch-Unterricht geben  muss.

Ich gehe in die Audition im großen Saal, wo David Geringas zwischen 11.50 – 13.30 Uhr 10 jungen Leuten lauscht, um seine Kandidaten zu finden. Er wird bis 16.30 Uhr damit befasst sein. Nahezu parallel werden in zwei anderen Gebäuden gleichfalls Auditions durchgeführt.  Man merkt den jungen Leuten die Anspannung an, kein Wunder, denn sie wollen ihr bestes geben und als aktive Meisterkursteilnehmer einfach dabei sein. Ich erlebe unteschiedliche Spielstile und Persönlichkeiten. Maestro Geringas sitzt an einem Tisch, nur 2-3 Meter von der Bühne entfernt, wo die jungen Leute postiert sind. Zwischendrin wird er von unserem Künstlerische Leiter Raimund Trenkler unterstützt.

Nach dem Mittagessen geht es weiter. Danach haste ich zur Audition mit Frans Helmerson, das ganze findet in den Räumlichkeiten des Kronberger Malermuseums  in der Streitkirche statt. Ein kleinerer Raum, das ganze intimer, aber die Situation ist die gleiche. Auch hier erlebe ich eine ähnliche Spannung.

Meine Versuche, noch die beide anderen Dozenten, nämlich Jens Peter Maintz und Torleif Thedéen zu erleben, lassen sich wegen fortgeschrittener Zeit nicht mehr realisieren. Egal,  die Fotos die ich vom Vormittag geschossen habe, müssen nun aufbereitet werden. Ein facebook-Eintrag ist auch fällig und dieser Blog will schließlich auch noch ordentlich eingetütet werden. Und Eile ist angesagt, denn das am Abend bevorstehende freudige Zusammenkommen aller Teilnehmer – das Welcome-Dinner – soll den Tag ab 20.00 Uhr im Kronberger Lokschuppen abrunden.

Bevor an diesem Sommerabend unter freiem Himmel Essen und Trinken für Lockerheit und Leichtigkeit sorgen, wird das Herz so mancher Musiker noch höher schlagen, wenn die Namen der ausgewählten aktiven Meisterkursteilnehmer vorgelesen werden. Und in wenigen Minuten geht es los. Daher ist auch dieser erste Tagebuch-Eintrag aus der Team-Perspektive an sein Ende angelangt. Weitere Tagebuch-Notizen von diesen Cello Meisterkursen werden folgen und neue Blogger werden sich hier an dieser Stelle versuchen. Sogar ein Musiker will uns einen Beitrag schreiben. Feine Aussichten für das Web 2-0 Team der Academy.

Die 10. Cello Meistekurse und Konzerte sind nun auf Kurs. Die Wind -u.  Wetterverhältnisse der nächsten Tage sind nicht schlecht. Die heisse Spätsommerphase soll vorbei sein. Frische, kalte Luft und mehr Feuchtigkeit werden für kühle Köpfe sorgen.

Michael Heinz

Kronber Academy Team

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Cello Meisterkurse 2012 / Arbeit bis zum Abwinken

6. September 2012

Die letzten Tage vor dem offiziellen Beginn der 10. Cello Meisterkurse & Konzerte sind absolut kritisch. Der Countdown bis zum Startschuss läuft nun, die Luft wird dünner, soll heißen, die Spannung steigt. Arbeitsdruck und Anspannungen nehmen zu. Aber so ist das hier immer im Team bevor ein größeres Projekt offiziell eingeläutet wird. Ganz charakteristisch ist die ausbrechende Listenfllut. Was verbirgt sich dahinter?

Ganz einfach: Es sind unsere geliebten Excel-Tabellen mit Übersichten und Abläufen. Die zu erledigenden Aufgaben, Prozesse und Verantwortlichkeiten sind ordentlich nach Themenstellung dokumentiert. Die Komplexität des gerade anstehenden Projekts ist nur solide auf dieser Basis zu bewerkstelligen. Um diese Strukturierung hinzubekommen, müssen die Kollegen im Team schon lange vorher reichlich schwitzen und viel untereinander abstimmen. Man stelle sich vor: etwa 130 junge Leute aus 33 Ländern sind unterzubringen, ihr Vorspiel-Marathon am kommenden Montag ist zu koordinieren und danach ein geregelter Ablauf Dutzender Meisterkurse in 4 Räumlichkeiten über 6 Tage hinweg mit allabendlichen Konzerten zu meistern. Wenn das keine Herausforderungen sind!

Hier nun helfen  die aus unserer Sicht bewährten Excel-Tabellen, aus denen wir Vorgangs-, Ablauf- und Personenlisten generieren, die für die  Teams wertvolle Übersichten und Orientierungen bieten.  Zum Beispiel die Reihenfolge des Auftritts der jungen Musiker, wenn erforderlich, dann auch mit Klavierbegleitung. Vier Pianistinnen stehen bereit. Ganz wichtig noch: Die vier Cellolehrer werden mit biografischen Informationen über jeden der jungen Studenten(innen) versorgt. Entsprechende Mappen werden erstellt.

Am Abend des Vorspieltages, nach erfolgter Auswahl der ca. 40 aktiven Meisterschüler, müssen dann die Meisterkurs-Details wieder in diversen Listen detailliert und rechtzeitig an alle Beteiligten übermittelt werden. Gleichzeitig sind Aushänge an den Spielorten anzubringen. Die vielen Änderungen, die sich im Laufe des Projekts dann einstellen, stellen eine weitere Hürde für unser Team dar, denn ohne ständige, rasche Anpassung an neue Gegebenheiten würde vieles aus dem Ruder laufen.

Projektmanagerin Mareile Zürcher behält wie immer kühlen Kopf und steuert das logistische Geschehen aus dem 1. Stock des Receptur-Gebäudes. Während des Projekts ist sie oft unterwegs und immer ansprechbereit, um aktuelle Änderungen umzusetzen. Unsere jungen Praktikantinnen Lea Jakob,  Caroline Just sowie seit kurzem Philipp Leibbrandt sind emsig mit der Erstellung der diversen Listen und Mappen befasst und kommunizieren rege untereinander.

Da am kommenden Wochenende in Kronberg der sehr beliebte Herbstmarkt veranstaltet wird, ist die Belegung und Ausstattung verschiedener Aufführungsorte besonders knifflig. In engem Kontakt mit den Verantwortlichen des Bauhofs der Stadt Kronberg  werden insbesondere Aufbau- und Abbauzeiten abgestimmt und koordiniert. Das ist u.a. Christian Hausers Job.

Weitere ehrenamtliche Helfer sorgen dafür, dass z.B. unser Fahr-Service für die Künstler, der  Getränkeausschank während der Konzerte und die Bistrobesetzung und viele andere Dinge mehr perfekt funktionieren.

Die Erstellung der Programme und Broschüren liegt in den bewährten Händen von Oda Cramer von Laue, die für die gesamte inhaltliche Gestaltung dieser Medien verantwortlich ist. Parallel haben wir übers Internet und die Sozialen Netzwerke regelmäßig über das  anstehende Projekt berichtet. Aber auch unsere Kartenverkaufskolleginnen sind überaus präsent, wenn es um die Bearbeitung von Wünschen und Anfragen zu Kartenbestellungen geht. Die Beflaggung der Stadt und das Aufhängen von Postern sowie das Verteilen der Konzertprogramme in Kronberg und den umliegenden Gemeinden ist längst geschehen.

Noch in Arbeit ist das Zusammenstellen einer Fotoausstellung in der Stadthalle, die über “Vier Cellisten in Kronberg” informiert. Diese Dokumentation beleuchtet mit eindrucksvollen Fotografien und Texten das Wirken vier namhafter Meistercellisten in der Burgstadt.

Worüber wir uns auch gefreut haben, ist unser “neues Schaufenster”  in der Kronberger Postfiliale. Diese hat seit einigen Tagen am Berliner Platz ihr neues Domizil bezogen. Direkt neben dem Annahmeschalter ist eine permanente Regalfläche für CDs und DVDs sowie Platz für ein großes Academy Poster reserviert worden. So mancher Postkunde wird wohl ein Auge drauf werfen.

Jeder im Team freut sich nun auf die ersten Begegnungen mit den jungen Musikern und den Cellolehrern. Die ersten von ihnen werden am Wochenende bei uns erwartet.

Das Eröffnungskonzert am 11. September in der Johanniskirche kann mit einem besonderen Plus aufwarten. Zwei junge Cello-Solisten, Natalie Clein und Nicolas Altstaedt,  werden diesen Abend zusammen mit dem jungen türkischen Pianisten Fazil Say bestreiten. Dessen Sonate für Cello und Klavier “Four cities” wird als deutsche Erstaufführung zu hören sein. Das ist Anlass zur Freude, denn es verleiht dem Eröffnungskonzert eine besondere Note!

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

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Kammermusik aus Sicht eines Solisten:Ein Interview mit Bonian Tian

10. August 2012

Bonian Tian, 1986 in Shenyang/China geboren, erhielt seinen ersten Cellounterricht im Alter von fünf Jahren. 2005 zog er nach Deutschland und kam fünf Jahre später nach Kronberg, als er in den Masterstudiengang der Kronberg Academy als Junger Solist aufgenommen wurde. Erstmalig nahm er in diesem Jahr am Chamber Music Connects the World Festival als Junior teil; im September wird er dann die Rolle des Dozenten bei unserem Projekt Mit Musik Miteinander übernehmen. In unserem Interview spricht er über die Kammermusik aus der Perspektive des Schülers und des Dozenten und seine Zusammenarbeit mit sowohl jungen, als auch etablierten Künstlern.

Bonian, du arbeitest gerade an deiner Karriere als internationaler Solist. Warum war es für dich interessant, bei einem Kammermusikfestival mitzuwirken?

Ich glaube, solistisches Spielen und Kammermusik sind ganz unterschiedlich. Zusammenfassen kann ich die Unterschiede nicht, aber wenn man Künstler oder Musiker ist, muss man einfach alles können. Heute hört man sehr oft entweder Kammermusiker, Orchestermusiker oder Solisten. Sie können super musizieren in ihrem Fachbereich. Aber die große Künstler, wie Kremer, Bashmet und Schiff, sie können alles. Egal was sie spielen, die Leute hören immer gern zu. Für mich ist Chamber Music Connects the World eines der großartigsten Festivals auf der Welt! Man kann nicht nur mit renommierten Dozenten musizieren, sondern auch die jungen Künstler sind super. Ohne CMCW hätten wir die Gelegenheit leider nicht! Musik verbindet Musiker aus der ganzen Welt.

Welche drei Eigenschaften beschreiben deiner Meinung nach einen guten Kammermusiker?

1) Beherrschung des eigenen Instruments 2) Musikalische Auffassungsgabe 3) Geselligkeit und Unkompliziertheit bei der Probe.

Ist es wichtig, dass die „Chemie“ in der Gruppe stimmt oder kann grundsätzlich jeder mit jedem gleich gut musizieren?

Ich finde, um Kammermusik zu machen, ist es ganz wichtig, dass die Musikern sich persönlich gut verstehen. Nur mit guter Stimmung kann man schöne Musik machen.

Welches kammermusikalische Werk gefällt dir besonders gut?

Leider kann ich kein Bestimmtes nennen. Eigentlich gefallen mir alle Werke. Das hängt davon ab, mit wem ich musiziere. Wenn mit einem fantastischen Künstler spielt , kann selbst ein einfaches Stück Spaß machen und man kann viel Neues dabei entdecken.

Wenn du einmal mit einem Künstler deiner Wahl im Ensemble spielen könntest: wer wäre das?

Yo-Yo Ma!

Im September wirst du bei unserem Projekt Mit Musik Miteinander selbst mit jungen Streichern kammermusikalische Werke erarbeiten. Worauf freust du dich besonders und was könnte vielleicht „schieflaufen“?

Kammermusik mit jungen Streichern zu erarbeiten ist ganz anders, als selber zu spielen. Ich muss mich vor der Probe sehr gut vorbereiten und mich vorher so gut wie möglich über das jeweilige Stück informieren. Natürlich sollte man auch alle möglichen Fälle bei der Probe vorausdenken, damit man die Probenzeit optimal nutzen kann. Ich freue mich auch total darauf, die jungen Streicher kennenzulernen und mit ihnen zu musizieren. Sie sind alle talentierte junge Musiker, ich bin ganz sicher, nichts könnte schieflaufen :-)

Bonian, vielen Dank für dieses Interview!

Caroline Just

Kronberg Academy

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Interview mit Friedemann Eichhorn / Neuer Direktor “Kronberg Academy Masters” (Teil 2)

2. August 2012

Fortsetzung des Interviews vom 31. Juli 2012

Die Kronberg Academy repräsentiert eine Institution mit hohem internationalem Bekanntheitsgrad und Renommée (ist gewissermaßen eine Marke). Wie lässt sich das Deiner Meinung nach absichern bzw. verbessern?

In der Musikwelt ist die Mund-zu-Mund-Propaganda entscheidend und noch effektiver als mediale Werbung, wobei letztere selbstverständlich keineswegs außer Acht gelassen werden darf ! Die beste Werbung für die Marke Kronberg Academy ist die Qualität der Veranstaltungen und der Lehre. Daran muss man immerzu weiterarbeiten, das darf nie aufhören – es ist ein stetiger Prozess. Und das spricht sich sehr schnell herum. Jeder Musiker, der bei uns zu Gast ist, trägt den Namen Kronberg Academy weiter. In diese Richtung werden wir mit Energie weitergehen.

Neben Deiner neuen Rolle hier in Kronberg hast du eine Professur in Weimar. Welche Synergie-Effekte siehst Du in der Verbindung dieser beiden Aufgaben bzw. Verantwortungsbereiche?

Durch meine Konzerttätigkeit als Geiger und meine Lehr- und Jurytätigkeit – ich habe die vergangenen Jahre auch regelmäßig an der Sommerakademie des Mozarteums Salzburg unterrichtet – befasse ich mich ständig mit den verschiedenen Bereichen der „Streicherbranche“: Berufsbilder, Repertoirefragen, Künstlervermittlung, pädagogische Ansätze, Fragen zum Instrumentarium, zu CD-Einspielungen und zu Wettbewerben. Hier entstehen viele Synergien. In der akademischen Selbstverwaltung der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar war und bin ich aktiv, z.B. im Senat und in der Promotionskommission. Als Direktor des Instituts für Streicher und Harfe habe ich die Studienreform in das Bachelor- und Master-System mitgestaltet.

Wie gefällt Dir das unmittelbare städtische Ambiente hier in Kronberg?

Kronberg ist eine schöne Stadt, überhaupt gefällt mir der Taunuskreis. Die Menschen, die ich bisher kennengelernt habe, sind äußerst freundlich und offen. Aufgewachsen bin ich ja in Speyer, gar nicht so weit weg…

Durch Deine beiden festen Wirkungsstätten Kronberg und Weimar dürfte sich Dein Reiseanteil erhöhen – bist Du viel mit dem Auto oder auch mit der Bahn unterwegs und kannst Du die Zeiten auf Reisen für Dich Ertrag bringend nutzen…?

Ich fahre fast immer mit dem Zug, es gibt eine prima Verbindung Frankfurt-Weimar, gern fahre ich ganz früh morgens. Die Bahn ist für mich deshalb so bequem, da ich hier sehr viel Büroarbeit wie Emails erledigen oder auch ungestört über Konzepte nachdenken kann.

Schaut man auf Deinen Lebenslauf, so sieht man sehr unterschiedliche Themengebiete, mit denen Du Dich intensiv befasst hast: Jura, Musikwissenschaft, Buchwesen, darüber hinaus bist Du nach wie vor aktiver Musiker und seit geraumer Zeit nun auch Hochschullehrer – gibt es ein oder mehrere verbindende Elemente zwischen diesen Gebieten?

Das gehört für mich alles zusammen. Gerade die Verbindung von geistiger und musikalisch-interpretatorischer Arbeit und rein instrumentalmethodischen Fragen finde ich wichtig. Ich glaube nicht so an jenen Musikertypus, der sich fortwährend nur mit seinem Instrument befasst und nichts als übt, wobei großer Fleiß natürlich Voraussetzung ist. Aber ein intellektueller Ausgleich – und da ist es unerheblich, ob man sich mit Literatur, Naturwissenschaften, Sprachen, Kunst oder anderen Disziplinen beschäftigt – halte ich für einen Künstler für unabdingbar, um eine wesentliche künstlerische Aussage treffen zu können. Man sieht doch bei all den großen Musikern, die nach Kronberg kommen, welch geistiger Hintergrund vorherrscht. Das, und nicht nur deren musikalische Fähigkeiten, ist großer Ansporn für unsere Young Soloists ! Deshalb sind die Begegnungen mit diesen Künstlern so wertvoll, auch alle gemeinsamen Gespräche abseits oder nach dem Arbeiten an der Musik.

Zum Schluss: Wie entspannst Du Dich nach intensiven Arbeitstagen-/Wochen?

Natürlich im Kreis meiner Familie. Meine Frau ist ja auch Geigerin und wir haben drei Kinder im Schul- und Kindergartenalter. Die zwei Töchter machen schon ganz schön Musik und treiben Sport, der Junge ist noch zu klein. Ansonsten bin ich gern im Garten und zupfe an Blumen und Kräutern. Einem guten Fußballspiel gegenüber bin ich seit jeher sehr aufgeschlossen (nicht nur im Fernsehen, sondern auch mit Freunden auf dem Platz) und schließlich bin ich begeisterter Wintersportler. Und dann ist da  noch die Küche, mein Lieblingsraum in unseren vier Wänden…

Friedemann, danke für dieses Interview!

Michael Heinz
Kronberg Academy Team

Am 31.7.2012 ist Teil 1 dieses Interviews veröffentlicht worden.

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Interview mit Friedemann Eichhorn / Neuer Direktor “Kronberg Academy Masters” (Teil 1)

31. Juli 2012

Ein Vollblutmusiker mit vielen Seiten

Seit Juli 2012 ist Friedemann Eichhorn Direktor unseres Studiengangs “Kronberg Academy Masters”. Er hat damit den seit 2006 in dieser Rolle fungierenden Stephen Potts abgelöst, der wieder nach England zurückkehrt.

Friedemann Eichhorn wurde 1971 in Münster geboren und verbrachte seine Jugendjahre in Speyer.  Mit sieben Jahren begann er Violine zu spielen. Nach Unterricht bei Herbert Franze und Hiroshi Nishida wurde Prof. Valery Gradow sein Lehrer, bei dem er von 1987 bis 1992 an der Musikhochschule Mannheim studierte. Friedemann Eichhorn setzte seine Ausbildung bei Alberto Lysy an der International Menuhin Music Academy in der Schweiz fort und graduierte von der Juilliard School New York, wo er von Margaret Pardee (Violine), Earl Carlyss und Samuel Sanders (Kammermusik) und Miguel Harth-Bedoya (Dirigieren) unterrichtet wurde. Darüber hinaus studierte er Musikwissenschaft, Jura und Buchwesen an der Johannes Gutenberg Universität Mainz, wo er zum Dr. phil. promovierte. Friedemann Eichhorn war Stipendiat des DAAD, der Menuhin Academy, Juilliard School, Villa Musica, Kronberg Academy und des PE-Förderkreises.
Im Jahr 2002 wurde Friedemann Eichhorn als Violin-Professor an die Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar berufen. Zuvor unterrichtete er an der Folkwang Hochschule Essen, Abteilung Duisburg. Er gibt Kurse u.a. an der Sommerakademie des Mozarteums Salzburg und seit 2004 an der Gustav Mahler Akademie Bozen. Masterclasses und Kurse gab er auch an der Universität für Musik Wien, der Guildhall School London sowie an der Pre College Division der Juilliard School. Friedemann Eichhorn ist Künstlerischer Leiter des Internationalen Louis-Spohr-Wettbewerbs für junge Geiger in Weimar. Von 1996 bis 2000 wirkte er als 1. koordinierter Konzertmeister des Staatstheaters Mainz. Daneben hat er diverse CD-Einspielungen für Hänssler und Naxos durchgeführt und auch als Dirigent einer Opern-Aufführung wirken dürfen. Summa Summarum, Friedemann Eichorn hat in seiner bisherigen Vita wahrlich viele Seiten anklingen lassen.

Das folgende Interview hat zwei Teile. Es wurde am vergangenen Wochenende geführt. In diesem ersten Teil geht es um die Kronberg Academy und die weitere Entwicklung des Studienprogramms. Im zweiten Teil werden dann Fragen aufgeworfen, die den Menschen Friedemann Eichhorn hervortreten lassen.

In den letzten Wochen und Monaten warst Du bereits bei Meisterkursen, Veranstaltungen und Events hier in Kronberg, was waren Deine Eindrücke und was ist aus Deiner Sicht das Besondere an dieser Einrichtung?

Das Besondere ist die Dichte an ganz außergewöhnlichen Begabungen und zwar sowohl auf Seite der Lehrenden als auch der Lernenden. Hier treffen sich regelmäßig zahlreiche der allerbesten jungen und älteren Künstler. Wobei in Kronberg beide Seiten auch voneinander lernen. Die künstlerische Qualität sucht international ihresgleichen.

Was war Deine Motivation, diese Aufgabenstellung in der Kronberg Academy zu übernehmen?

Ich fühle mich der Kronberg Academy seit vielen Jahren eng verbunden. Seit ich im Jahr 2001 als Professor nach Weimar berufen wurde, widme ich einen wichtigen Teil meiner künstlerischen Arbeit der Entwicklung von jungen Talenten. Das macht mir Freude und in Kronberg ist das Potential der Young Soloists riesengroß. Darüber hinaus liegt mir die Form – neudeutsch die „Unternehmensphilosophie“ – der Academy. Bei aller hohen Professionalität sind die Wege kurz und es hält sich ein gewisser familiärer Geist.
Welche Erinnerungen hast Du an Deine erste Teilnahme als junger Geiger bei „Chamber Music Connects the World“ im Jahre 2000?

Chamber Music Connects the World gehört zu meinen schönsten und wichtigsten künstlerischen Erfahrungen. Ich hatte die Gelegenheit mit Yuri Bashmet, Eugene Istomin, Gidon Kremer und Boris Pergamenschikow zu proben und zu spielen. Das ist ein Höhepunkt! Gerade kürzlich kamen viele Erinnerungen besonders lebhaft zurück, als ich den neuen Film der Academy über Yuri Bashmet gesehen habe. Darin finden sich einige Ausschnitte des Schnittke-Trios, das Yuri Bashmet mit Sebastian Hess am Cello und mir aufführte.

Welche Ziele strebst Du für die Weiterentwicklung des KAM-Studiengang an? Welche unmittelbar anstehenden Projekte haben Dein Hauptaugenmerk?

Das vergangene halbe Jahr, also die Zeit vor meinem offiziellen Antritt im Juli, habe ich vor allem dazu genutzt, die Abläufe kennenzulernen und viele Kontakte aufzubauen. Vernetzung und schnelle Kommunikation sind ganz wichtig. Ein großes Thema war und ist natürlich der Masterclass-Plan für unsere Young Soloists, den wir zusätzlich zu den regelmäßigen Unterrichten mit unseren hochgeschätzten Professoren Ana Chumachenco, Frans Helmerson, Nobuko Imai und Christian Tetzlaff organisieren. Ich freue mich, dass es  wiederum gelungen ist Yuri Bashmet, Martin Helmchen, Gary Hoffman, Gidon Kremer und András Schiff für musikalische Begegnungen zu gewinnen. Hinzu kommen Boris Kuschnir, Nils Mönkemeyer, Miklós Perényi, Lawrence Power, Antoine Tamestit, Antje Weithaas. Auf einen Improvisationskurs mit dem Geiger und Menuhin-Zögling Gilles Apap bin ich auch  gespannt. Wir sehen also einem sehr intensiven Studienjahr mit einem breiten Angebot für die Young Soloists entgegen. Das wichtigste Ziel des KAM-Studiengangs besteht darin, die international besten Lehrer und Musiker sowie die größten jungen Talente zu versammeln. Wichtig ist mir dabei auch, variable musikalische Ansätze einzubringen und Künstler mit unterschiedlichem Background für Masterclasses einzuladen. Unsere Young Soloists haben das Format, diese verschiedenen Traditionen zu erkennen, einzuordnen und deshalb davon zu profitieren. Das erweitert den Horizont!

Bezüglich der Theoriefächer zum KAM-Studiengang treffe ich mich demnächst mit den Kollegen der Hochschule für Musik und Darstellenden Kunst Frankfurt.

Hast Du Vorbilder in Sachen Lehrer und Musik-Pädagogik?

Aber ja, ohne Zweifel gehören unsere Professoren des KAM zu den Lehrern, die instrumental-methodisch und musikalisch Vorbildfunktion einnehmen. Stark geprägt haben mich natürlich meine eigenen Lehrer, darunter vor allem Alberto Lysy, der vor zwei Jahren verstorben ist. Meine Studienzeit an der Menuhin Academy in Gstaad war sehr inspirierend, auch weil Lord Menuhin selbst öfter für gemeinsame Konzerte und Masterclasses an die Academy kam.

In Kürze folgt Teil 2.

Michae Heinz

Kronberg Academy Team

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Masterclass / Play with Presence (part 2)

31. Mai 2012

Observations from a Masterclass with Mauricio Fuks

Another big topic that afternoon was phrasing and intonation. One Young Soloist was asked how often he practiced playing  scales on a daily basis. Mr. Fuks then quickly added  the statement ” When playing scales one must pay attention to intonation, because that improves the capability for better coordination”.

“I want to hear your phrasing!”.  And, “if you want to play for people (and not for yourself), you must play more practical, so to speak, while at the same time you must also play to be heard so that the audience can recognize your great sensitivity”.

Earlier, with a different Young Soloist, Fuks fcussed on the importance of intonation, and made the point that any composition has to be viewed against the backdrop of the composers own language. French and German composers were compared, with Mr. Fuks saying at one point in time “This is serious German Music, not French Music!”

Playing with the composers name Bruch, Maestro Fuks wanted to make an important point with regard to intonation. He looked at the Young Sloloist. Then delivering a funny word-play with the composer’s name Bruch, of which the young musician performed a piece.  Fuks remarked,  “You play with too much sugar, the composer´s name is not Brüch!” pronouncing this German composer´s name so that it sounded like a French word.  “If some sweetness in the piece is required then German sweetness must be intonated, not French. There is a difference. German and French sweetness are very different, musically peaking”.

Fuks again quoted his former teacher Maestro Heifetz: “What does the audience expect from a musical performer? It´s a clear sound”!. He went on using Heifetz words, “ a concert is not a guessing game”. Then Mr. Fuks concluded for the young violinist “Intonation is of the essence, sweetheart!”

In 4 hours Mr. Fuks dropped an amazing number of hints and techniques to improve the Young Soloists´s  capability for better intonation, phrasing and dynamics. He always found words that sounded helpful, never losing sight of the strengths that the young musicians revealed during their session.

In my opionion, the special and often funny way of making remarks and providing feedback can be viewed as hallmarks of his teaching approach. And everybody in the room felt his extraordinary presence, as a teacher and a great human-being who wanted to inspire and provide help for self-help. It was a fantastic experience to watch him tutoring those young aspiring artists.

Later on in his final remarks Mr. Fuks stressed the point  that he was doing his work in complete continuation of what the permanent teachers for Kronberg Academy are doing in the regular educational units. His engagement should be seen as a complementary piece of education for Young Soloists.

After conclusion of the last session all remaining players seemingly went away with joy and inspiration. The last day ended with a long farewell procedure where the 11 Young Soloists  came to Mauricio and gave him a heart-felt hug before they were headed into different directions to pursue other business.

What a great place this is, I thought. A place where young and older musicians come together and create an atmosphere of committed work, respect and openness gaining new skills for better artistic expression, phrasing, intonation and a deepened understanding of what  “presence” means. And that´s just one of the key goals which our study programme “Kronberg Academy Masters” wants to achieve.

Michael Heinz / KronbergAcademy

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Masterclass / Play with Presence (part 1)

31. Mai 2012

Observations from a Masterclass with Mauricio Fuks

For 3 days world-renowned violin teacher Mauricio Fuks stayed in Kronberg last week and worked with a couple of the socalled Young Soloists from Kronberg Academy. Maestro Fuks had to listen to and work with 11 young aspiring musicians, 6 violinists and 5 cellists. They were all expecting new insights and new challenges as takeaways for their own musical development.

While these days were intensely busy, there were also moments of inspiration and motivation on evenings that provided both musicians and the teacher with some inspiration through films and joint performances.

The last day, May 22nd, provided an opportunity for me to sit in and follow two sessions where I could observe an incredible teacher doing his masterly work.

What was special during those 4-5 hours in the Academy Studio was the fact that I could witness a dynamic and famous teacher who never lost his direct contact to the young musicians. After each student had finished his or her prepared musical piece he began to analyse and immediately initiate a deep dialogue. In his crisp and clear English he uttered a bunch of citation-ready statements that could all be used in any musical textbook in the section on stage performance, intonation and phrasing and how one can improve delivery, i.e. better performance.

From time to time maestro Fuks brought up little anecdotes, often going back to his own student years under famous American violinist Jascha Heifetz, who was known for his stringent teaching style and criticism. Those anecdotes not only helped to soften tensions but also served as additional learning impetus.

In one of the sessions one of  the Young Soloists was going through a series of  playing situations with the aim of establishing more communication links to his accompanying pianist. That exercise was tough, it required hard work. Then Mr. Fuks said “ It´s good to sweat!”. And he recalled an anecdote where he was tutored by Mr. Heifetz, early on in his educational phase. “Although I was struggling with an Asian flue I wanted to accept that lesson that he had offered me on short notice. I hadn´t  prepared my piece and felt weak because of the flue. But Mr. Heifetz quickly noticed that I didn´t play with energy and enough presence. So he said I don´t see any sweat on your face!” And Mr. Fuks went on by quoting another thought of Mr. Heifetz:  “The paying customers in a concert are expecting from you, the musician, that you deliver, whether you have the flue or not.” Later Mr. Heifetz added: “Once you are in playing mode you have to deliver”. Mr. Fuks´s quotes from those lessons that he underwent himself decades ago caused the Young Soloists in the room to nod in agreement.

One way to improve performance is by means of video-taping one´s own sessions, alone or with others. Mauricio Fuks´s advice was “be your best teacher”. And the aim of teaching would be to become more independent. It seemed that that message got through to all the other young masterclass attendants who were in the studio.

Performing chamber music is all about communication. That´s what Mauricio Fuks stressed several times on that afternoon. Especially for chamber music performers it is essential, so he said, to communicate across all senses and on all levels. Communication links one with the audience, the more intense the better. “You must feel the energy of the other players that are on stage with you”. Part of the communications process is to listen and to feel what the other fellow musicians are doing and, at the same time, make one´s own sound intonation clearly be heard by the audience. Then Mr. Fuks turned to the Young Soloist and strongly underlined: “Have the public in your hand!”

Michael Heinz / Kronberg Academy

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Mit Musik – Miteinander / Kammermusik-Workshop als Motivationsschub (2)

19. April 2012

Im vorangegangenen Blogbeitrag wurde bereits unser morgen beginnendes Projekt skizziert und die Werke im Überblick vorgestellt. Dieser Beitrag wirft nun ein Licht auf die musizierenden Teilnehmer, nämlich die jungen Dozenten und die neun jungen Musiker, die Erfahrungen im Bereich der Kammermusik sammeln möchten.

Die jungen Musiker

An der Violine werden wir Gregor Hänssler, Eszter Kruchió, Luise Schulte und Dorothea Schupelius erleben. Gregor Hänssler, aus Schopfheim, wurde 1996 geboren und ist sowohl Preisträger des 1. Preises in der Solo und Duo Wertung bei „Jugend musiziert“ als auch 1. Preisträger im Quartett beim Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb. Eszter Kruchió ist 1993 in Budapest geboren, in Wien aufgewachsen und studiert seit 2011 Violine an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg bei Prof. Tanja Becker-Bender. Sie nahm bereits 2009 bei Mit Musik- Miteinander teil und errang mehrfach Preise bei „Prima la Musica“. Luise Schulte ist 1995 in Frankfurt geboren, ist bereits seit 2009 Mitglied des Landesjugendsinfonieorchester (LJSO) Hessen und seit 2011 Schülerin in der Klasse Yvonne Smeulers am Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt. Komplettiert wird der Violinensatz durch die 1996 geborene Dorothea Schupelius aus Berlin. Sie ist Stipendiatin des Deutschen Musikinstrumentenfonds, Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe, wie „Jugend musiziert“ oder dem Klassikwettbewerb Berlin und hat bereits zahlreiche Soloauftritte im In- und Ausland bestritten.

Das unser Projekt Mit Musik – Miteinander zunehmend internationaler wird, zeigt sich diesmal im Bratschensatz. Sara Ferrández ist eine junge talentierte Bratschistin aus Madrid und bereichert die Zusammensetzung der Teilnehmer mit südlichem Flair. 2010 gewann die 1995 geborene Spanierin den dritten Preis beim Internationalen Viola-Cello Wettbewerb Llanes. Sara Ferrández studiert seit 2008 bei Prof. Diemut Poppen und Jonathan Brown an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid. Sie besuchte bereits Meisterkurse bei Jesse Levine, Thomas Riebl und Kim Kashkashian. Neben Sara Ferrández wird Kevin Treiber nach Kronberg kommen. Er wurde 1992 in Taiwan geboren und ist in Frankfurt aufgewachsen. Kevin Treiber ist Preisträger bei „Jugend musiziert“, wird unterrichtet von Máté Szücs, dem Solobratschisten der Berliner Philharmoniker und studiert an der Hochschule für Musik Würzburg bei Prof. Nimrod Guez.

Die Cellisten sind Nina Horn, Jacob Schwarz und Simon Tetzlaff. Die beiden zuletzt genannten jungen Musiker wurden 1996 und 1997 geboren und sind in Hessen groß geworden. Jacob Schwarz aus Oberursel ist Solocellist des Landesjugendsinfonieorchester Hessen und ist Preisträger bei „Jugend Musiziert“, unter anderem gewann er gemeinsam mit dem aus Bad Homburg stammenden Teilnehmer Simon Tetzlaff in der Wertung Cello-Duo den 1. Bundespreis. Simon Tetzlaff ist bereits zum zweiten Mal bei Mit Musik – Miteinander dabei, er erhielt im Alter von 6 Jahren seinen ersten Klavier und mit 9 Jahren seinen ersten Cellounterricht. Zur Zeit wird er von Prof. Susanne Müller-Hornbach unterrichtet. Ina Horn ist die dritte im Bunde der Cellisten. Sie kommt aus Roth bei Nürnberg und erhielt bereits im Alter von 5 Jahren ihren ersten Cellounterricht. Sie gewann 2009 einen ersten Bundespreis bei „Jugend musiziert“ im Duo Cello-Klavier und ist Mitglied des Bundesjugendorchesters.

Die Dozenten

Im ersten Durchgang von MMM in diesem Jahr sind die Dozenten Guy Ben-Ziony (Viola), Alexander Sitkovetsky (Violine) und István Várdai (Violoncello). Guy Ben-Ziony wurde in Israel geboren, studierte in Israel bei Prof. Chaim Taub, in Frankfurt bei Prof. Tabea Zimmermann und ferner in Leipzig bei Prof. Tatjana Masurenko. Seit 2006 hat er selbst eine Professur für Viola an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ in Leipzig übernommen. Guy Ben-Ziony ist kein Unbekannter in Kronberg, denn im Jahre 2000 war er bereits „Junior“ bei Chamber Music Connects the World.

Der Violinist Alexander Sitkovetsky wurde 1983 geboren. Im Alter von acht Jahren wurde er von Yehudi Menuhin an dessen Schule nach England geholt, wo er zunächst von Natasha Boyarsky, zuletzt von Pavel Vernikov unterrichtet wurde. Alexander Sitkovetsky ist Alumnus des Studiengangs Kronberg Academy Masters, seine Lehrerin war Ana Chumachenco. Im Jahr 2010 war er ebenfalls  Junior bei Chamber Music Connects the World.

István Várdai ist der Cellist unseres Workshops, er wurde 1985 geboren und stammt aus einer ungarischen Musikerfamilie. Er wurde im Alter von 12 Jahren bei Prof. László Mezö an der Franz Liszt Musikakademie Budapest aufgenommen. Von 2010 an studierte er bei Prof. Reinhard Latzko an der Wiener Musik-Akademie. Seit 2010 wird István Várdai als Junger Solist der Kronberg Academy von Frans Helmerson unterrichtet. 2008 war er Sieger beim 63. Internationalen Concours de Genève und 2010 nahm auch István Várdai als Junior an Chamber Music Connects the World teil.

Ab Freitag, den 20. April heißt es wieder: Vorhang auf für ein spannendes musikalisches Wochenende in Kronberg!

Paul T. Haas / Kronberg Academy


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Mit Musik – Miteinander / Kammermusik-Workshop als Motivationsschub (1)

17. April 2012

Die Förderung kammermusikalischer Fähigkeiten ist das Hauptziel unseres Projekts Mit Musik – Miteinander. Mit zwei aufeinanderfolgenden Blogbeiträgen wollen wir den Hintergrund und die aufgeführten Werke kurz skizzieren (Teil 1) und erläutern dann im Folgebeitrag, wer die teilnehmenden jungen Instrumentalisten und die drei Dozenten sind.

Nächste Woche ist es wieder soweit: Kronberg wird zum Ziel von 9 jungen Preisträgern der nationalen Jugendmusikwettbewerbe „Jugend musiziert“ (Deutschland),  „Prima la Musica“ (Österreich) und dem Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb.

Der Grund ist das zweimal im Jahr stattfindende öffentliche Kammermusikprojekt für besonders begabte Schüler Mit Musik – Miteinander der Kronberg Academy. In diesem Jahr ist der erste Durchgang am kommenden Wochenende, 20.–22. April. Die nach Kronberg reisenden jungen Teilnehmer sind nicht älter als 20 Jahre. Die Dozenten sind bereits junge, international auftretende Musiker, die am Beginn Ihrer eigenen Karriere stehen. Im zweiten Teil unseres Blogbeitrags werden wir die einzelnen Schüler und Dozenten kurz vorstellen.

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Initiiert und getragen von der Crespo Foundation, stellt dieses Projekt (erstmals im Oktober 2002 durchgeführt) das gemeinsame Erarbeiten von kammermusikalischen Werken in den Mittelpunkt. Die Konzept-Idee ist in Anlehnung an ein anderes Projekt der Academy entwickelt worden. Es handelt sich um das Projekt Chamber Music Connects the World. Bei diesem Projekt kommen junge, hochbegabte Künstler, die zwischen 19 und 29 Jahre alt sind und zu den Besten ihrer Generation gehören, als sog. „Juniors“ nach Kronberg, um mit ihren weltberühmten Lehrern, den „Seniors“ wie etwa Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Steven Isserlis oder András Schiff, kammermusikalische Werke zu erarbeiten. Im Sinne eines Generationenvertrages werden nun die „Juniors“ bei Mit Musik – Miteinander zu „Seniors“ und unterrichten ihrerseits junge Talente zwischen 13 und 20 Jahren. Die drei jungen Dozenten am kommenden Wochenende sind: Guy Ben-Ziony, Alexander Sitkovetsky, István Várdai.

Welche Werke stehen auf dem Programm?

Bei Mit Musik – Miteinander werden von jungen Musikerinnen und Musikern einzelne Sätze aus Werken großer Meister erarbeitet. Passend zum 150sten Geburtstag von Claude Debussy wird der erste Satz des Streichquartetts in g-Moll op.10 Bestandteil des Programms sein. Es ist das einzige Streichquartett aus der Feder des französischen Komponisten. Der Titel „Erstes Streichquartett in g-Moll op.10“ ist insofern bemerkenswert, als keine andere Komposition Debussys die Tonart im Namen trägt und, dass kein anderes Werk Debussys eine Opusnummer trägt. Vermutlich wollte er den Anschein eines renommierten Quartett-Komponisten erwecken, der bereits neun Opus vorzuweisen hat. Das Quartett lässt sich wohl am Besten durch seine „volle verblüffende Originalität und seinen Charme“, aber gleichzeitig durch seine „diabolische Schwierigkeit“ charakterisieren. Eine besondere Herausforderung für unsere jungen Teilnehmer ist also schon hier vorprogrammiert. Neben Mozarts Quintett in C-Dur KV 515 wird es von Guy Ben-Ziony unterrichtet.

Alexander Sitkovetsky hat neben dem berühmten Streichoktett op. 20 von Felix Mendelssohn-Bartholdy ebenfalls ein Werk ausgewählt, das im Schaffen des Komponisten eine besondere Stellung einnimmt: Das Streichquintett in F-Dur von Anton Bruckner ist das einzige Streichquintett, das der Symphoniker schrieb. Es war zu Lebzeiten des Komponisten eines seiner erfolgreichsten Werke. Das Adagio in Ges-Dur wird von Alexander Sitkovetsky gemeinsam mit den Teilnehmern erarbeitet. Es ist der zentrale Satz der Komposition, der Musikwissenschaftler Wilhelm Altmann urteilte sogar: „Hätte Anton Bruckner nur den langsamen Satz seines Quintetts geschrieben, so wäre er bereits unsterblich geworden“.

Außerdem werden noch das berühmte Brandenburgische Konzert Nr.3 von Johann Sebastian Bach unter Mitwirkung aller Dozenten und das Grave und Rondo aus Luigi Boccherinis Quintett für Violoncello und Streichquartett C-Dur op. 28/4 von und mit István Várdai erarbeitet. Luigi Boccherini (1743-1805) war selbst ein bedeutender Cellist seiner Zeit und schrieb unzählige Kammermusikwerke und 110 (!) Streichquintette mit 2 Celli. Er ist ein Wegbereiter der Kammermusik, was die früher kontrovers diskutierte Frage, ob Haydn oder Boccherini das Streichquartett erfunden habe, verdeutlicht.

Vorläufiges Fazit: Das bevorstehende musikalische Wochenende in den Räumen der Streitkirche, das Musikfreunde ohne Eintritt miterleben können, dürfte somit  zu einem abwechslungsreichen Streifzug durch die Musikgeschichte geraten. Der Bogen wird gespannt von Johann Sebastian Bach und reicht bis Claude Debussy. Wir freuen uns über jeden Zuhörer und sind gespannt, welche Spuren die Arbeit in den öffentlichen Workshops beim musikalischen Ausklang am Sonntag, den 22. April, ab 15.00 Uhr hinterlassen wird.

Paul T. Haas / Kronberg Academy

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Young Soloists / An encounter with Hanna Lee

5. April 2012

Being a healthy person

Hanna Lee is a 27 year old viola player who became a Young Soloist of Kronberg Academy Masters in Oct. 2011. She is now belonging to a group of 14 distinct students to complete her musical education with this special study programme for an international solo career degree in Kronberg. Hanna is a very laid-back person who thinks she has many new opportunities to broaden her musical cosmos and pick up the cultural background of all the compositions and composers that she will be encountering while studying at Kronberg Academy.

Since October last year Hanna has been busy visiting masterclasses and making new friends with fellow Young Soloists. Her first major steps in musical education took place in her home country Korea. Hanna attended both the music middle and high school, then joined the Korean National University of Arts in Seoul. There she studied until she was 18.

While Hanna was studying in Korea, she began to appreciate the value of chamber music. At age 18 a decision was made to go to the US and join one of the major conservatories. Between 2002-2004 Hanna attended Curtis Institute of Music in Philadelphia, then between 2004-2008 she went to Boston to continue her musical studies at the famous New England Conservatory. In addition, Hanna attended a couple of famous musical festival events, such as the Verbier Festival (2006, 2008), Ravinia Festival in Chicago (2010) and the highly regarded Marlboro Music Festival in Vermont (2011).

We met Hanna after the masterclasses with violist Yuri Bashmet earlier this year and Hanna agreed to engage in a brief dialogue with us. After this session she was totally relaxed saying that it was quite easy to conduct this kind of conversation rather than being caught in a stiff  interview. Anyway, here is what we learned from Hanna´s first encounters with our institution during this conversation.

Please tell us about your experiences when you came to Philadelphia to enroll at Curtis Institute which is known for its lowest acceptance rate of any college or university in the US, making it the most selective institution of higher education in the United States.

Hanna: Well, it was my first time to go to a foreign country. Oh, this was a culture shock for me, everything was very different! And Curtis, I found out, was a very tiny institution. This institute serves as a training ground for orchestral players to fill the ranks of the Philadelphia Orchestra. But it also offers courses for composers, organists, pianists and singers.

What was special there based on your previous experiences with musical education in your home country Korea? Everyone has great admiration for Curtis Institute which was established in 1924

Hanna:  Musical Education focuses on chamber music and on orchestral playing. They have their own orchestra called “the Curtis Symphony Orchestra”. One must be aware that there is also a very strong connection between the Philadelphia Orchestra and Curtis. Many great conductors have been alumni, eg Leonhard Bernstein, Christoph Eschenbach, Alan Gilbert. Or instrumentalists such as Hilary Hahn or Lang Lang. I was concentrating on playing and enjoing with other musicians. There was no focus whatsoever in the direction of solo playing.

What happened in Boston while you were attending NEC?

Hanna: This was a great time. I was lucky to be trained by Kim Kashkashian. She is a marvellous teacher. I learned so much from her. I was able to be close to my instrument, the viola. And Kim´s tuition helped me so much to be comfortable with the instrument.

What is unique about Kim Kashkashian in your view?

Hanna: Her commitment to chamber music, which began during years of participation at the Marlboro Music Festival, is just incredible. And her artistry of the viola is impressive.  Kim also made many appearances at the Salzburg, Marlboro and Lockenhaus Festival.

When did your earliest adventure in music really kick-in?

Hanna: At age 3 I started with piano, my brother played the violin. I wanted to do the same but I was too young. Then at age 5 I switched to violin. At age 10 I met a fellow Korean violist who asked me why I would not try the viola, because of its warmer sound. Well, since that moment I became more interested in playing the viola.

What were the next stages in your educational development?

Hanna: During age 12 – 15 I attended Music Middle School and continued at Music High School until I was 16. In 1995 I entered the Seoul Musical Conservatory.I forgot to mention: In 2000 at age 15 I came to Germany for a winter break. Cologne was the city where I spent 2 months. I was performing in concerts but also visited other artists performing. It was a great time, I was excited about the musical culture and history in Gemany. Music and the people seem to be very much connected, this is kind of unique. So I decided to continue my further musical studies in Germany!

Which viola teachers influenced you most strongly during your Korean years?

Hanna: Well, there are two teachers I want to mention: firstly, Soon Wha Oh and, secondly, Sang Jin Kim. Both were influencing me quite significantly. I am thankful for that period of learning.

What is the importance of family and staying connected with your parents at home?

Hanna: Well, my mother, who is a trained pianist who had established a school for young kids who wanted to learn piano, motivated me quite a lot. So early on, I listened to my mother´s piano playing. My father is not at all engaged with music. But he is somebody who is always providing advice with view to the important things in life, such as family life. My parents never pushed me in any particular direction. My father influenced me strongly in the area of good health. Until today, he always keeps telling me, stay fit and do everything you can, to lay the ground for a healthy lifestyle. I find this advice particularly important! And I follow his advice up to now, because I am totally convinced that this is the right thing to do.

What is special about our study programme Kronberg Academy Masters? How will you benefit?

Hanna: It seems to me that the Kronberg Academy is like a small family. And everyone is connected to many members of that family. I will benefit from this in many ways. With Nobuko Imai I am having a great teacher in Kronberg. And I am going to broaden my mind and awareness musically. Last but not least, I want to absorb the entire cultural background to better understand the composers and their compositions to see a much bigger musical picture. Otherwise,  I don´t have any particular wishes.

Hanna, thank you for this conversation!

Michael Heinz / Kronberg Academy

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