Archiv für die Kategorie „Meisterkurse“

Cello Meisterkurse 2012 / Besuch bei Cellobauer Thorsten Theis

Sonntag, 16. September 2012

Es hatte doch noch geklappt. Trotz eines äußerst engen Zeitplans machte Meistercellist David Geringas am Samstagnachmittag einen kurzen Besuch bei Cellobauer Thorsten Theis. Mit von der Partie war seine Meisterkursschülerin Natalia Costiuc, die seit zwei Jahren ein von Thorsten Theis gebautes Cello spielt. Es handelt sich um ein Modell nach dem italienischen Cellobauer  Guadagnini. Von Natalia Costiuc hatten wir zuvor erfahren, wie sehr sie sich mit dem Instrument angefreundet hatte. “Der Klang hat sich wunderbar entwickelt und ich bin froh,  dass ich das Gerät für weitere 2 Jahre spielen darf.”  Der jungen aus St. Petersburg stammenden Cellistin ist das Instrument als Leihgabe 2010 vom Instrumentenfonds der Kronberg Academy übergeben worden. Thorsten Theis, der sich 2002 als Cellobauer selbständig gemacht hatte, stiftete das von ihm im Jahre 2008 fertiggestellte  Instrument als Danke-Schön an die Kronberg Academy für seine stärkere Einbindung in die große Cello-Familie.

Und David Geringas, der seit vielen Jahren bei unseren Projekten mitwirkt, pflichtete Natalia Costiuc bei, als er hinzufügte, dass dieses Cello sehr gut zu ihr passen würde und sie mit diesem Instrument weitere Entwicklungsmöglichkeiten vor sich habe.  Einen Vergleich mit einem authentischen, jahrhundertealten Guadagnini könne man natürlich erst sehr viel später ziehen, 200 Jahre sind da die entsprechende Größenordnung, so der Meistercellist. Für Thorsten Theis war es eine sehr positive Begegnung. Beim anschließenden Fototermin war er mit den zwei Musikern in gelöster Stimmung für Sekunden vereint. Die kurze Stippvisite des weltweit angesehenen Künstlers mit seiner Kronberger Meisterkursschülerin sorgte so für einen ganz besonderen Akzent bei unserem jungen Cellobauer.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

Cello Meisterkurse 2012 / Spielen, Hören, Staunen

Freitag, 14. September 2012

Dieser Blogbeitrag wurde von unserem Meisterkurs-Teilnehmer Alexey Stadler verfasst. Alexey, Jahrgang 1991, ist ein junger Cellist aus St. Petersburg, der bereits im Alter von 4 Jahren mit dem Cellospiel begonnen hat. Alexey stammt aus einer sehr musikalischen Familie. Er war erstmals bei unserem Projekt Chamber Music Connects the World im Juni dieses Jahr bei uns in Kronberg zu Gast. Wir freuen uns über seine Bereitschaft, während des laufenden Betriebs der Cello Meisterkurse 2012 einen kurzen persönlichen Beitrag für uns zu schreiben. Hier sind seine Gedanken und Beobachtungen der letzten 2 Tage.

Gestern hatte ich einen tollen Unterricht bei Prof. Geringas. Ich kenne ihn schon mehr als 5 Jahre, aber jedes Treffen mit ihm ist für mich stets sehr spannend. Ich habe im Meisterkurs eine Cello Sonate von Prokofiev gespielt und habe schon früher gehört, wie er dieses Stück unterrichtet hatte. Aber trotzdem, ich habe so viele Ideen bekommen und Neues durch seine Erläuterungen gehört.

Es ist unglaublich, wie Herr Geringas  in 45 Minuten so viel über Musik erzählen kann, über den Komponisten, die Zeit in der das Stück entstanden ist und die politische Atmosphäre zu jener Zeit. Und natürlich auch über die diversen cellistischen Aspekte: viele Kleinigkeiten einerseits aber auch Spielweisen andererseits, auf die ich nun meine Aufmerksamkeit richten werde. Und ich muss nun auch darauf achten, in welcher Richtung ich mich selbst weiter entwickeln kann.

Und genau darüber habe ich gestern nachgedacht, als ich Prof. Maintz in einem Konzert gehört habe. Ich war sehr begeistert von seinem Auftritt. So ein tolles Programm: Kraft, Weinberg, Beethoven. Ich freue mich ehrlich gesagt sehr, dass in Kronberg relativ unbekannte Stücke zu hören sind. Es gibt mehr als 100 Cellisten im Saal und ich bin sicher, dass wegen des Konzertes gestern abend so manche Cellisten diese wunderbare Sonate von Weinberg spielen werden. Und Beethoven´s A-Dur Sonate klang einfach toll. Man kann selten so eine klare Interpretation und ein perfektes Spiel  dieser Komposition erleben.

Nur eine Sache finde ich schade, dass ich nicht wie Harry Potter gleichzeitig an 4 oder 5 Orten gleichzeitig sein kann. Ich möchte alle 4 Professoren erleben, aber leider laufen sie alle parallel nebeneinander.

Auf der anderen Seite, vom “passiv-hören” kann man manchmal mehr lernen, als wenn man selbst der aktive Schüler ist.

Was bleibt noch zu sagen? Ich freue mich sehr auf alle weiteren Meisterkurse der nächsten 3 Tage und natürlich auch auf die interessanten Konzerte von Prof. Geringas und Prof. Thedéen!

Alexey Stadler

Aktiver Teilnehmer bei den Cello Meisterkursen und Konzerten 2012

Cello Masterclasses / A teacher who loves stress

Mittwoch, 12. September 2012

What a busy day this was!

The morning kicked-off with a couple of  preparational work items for a planned film session. This session was  scheduled for the early afternoon hours,  where I was supposed to assist our partner Friedemann Grüning for a short interview with Maestro David Geringas.

In order to condition myself with the right feelings and thoughts I attended two masterclasses with this famous Lithuanian cellist, conductor and teacher. When the masterclass sessions were finished I quickly grabbed some food and was running to the Recepturhof building where the interview was about to happen. Lighntning and audio conditions were fine-tuned, so the interview could run smoothly . Which it did.

Satisfied with the results of that 20-minute interview I then handed the room over to Yuka Kobayashi, the Japanese pianist who urgently wanted to rehearse. After that, my next activity was to attend the last masterclass sessions of the day with German cellist  Jens Peter Maintz at Kronberg´s Streitkirche.

Now, here comes an  example of a truly busy man. For someone like Jens Peter Maintz the end of the day comes near only when the midnight hour approaches. This seems to be the rule for him, being one of our four cello teachers.  The last 3 students of his afternoon masterclass (which started in the morning) confronted him with works by Shostakovich and Ligeti. Heavy stuff, I thought!  Being asked about how he is coping with this whole workload throughout the entire day he simply answered „ I love stress“. And there seemed to be no irony in his answer.

After the last student left the room at around 7 pm, Jens Peter kindly explained what the remaining activities of the day would be: a little rest, then attending the concert with Frans Helmerson and Mihaela Martin at 8 pm, followed by just another very important activity of the day, which is rehearsing until midnight. In order to prepare for his own concert the next day. Still fresh-looking Jens Peter, who was studying with David Geringas in Lübeck, delivered his answers happily. Amazing!

No doubt, this teacher and cello virtuoso is full of energy. Now I know, what a busy schedule really looks like.

Anyway, we look forward to his concert tomorrow evening.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

Erste Sternstunden bei den Meisterkursen

Dienstag, 11. September 2012

Wenn man den Job hat, zwischen den Meisterkursen pendeln zu können, um erste Impressionen für einen Blogbeitrag einzufangen, dann darf man wohl mehr als zufrieden sein.

Aber es war nicht nur das Bloggen angesagt. In den Vormittagsstunden des heutigen Tages gab es eine wichtige Besprechung zu unseren Filmaktivitäten. Danach geht es direkt in die Stadthalle, um noch etwas vor der Mittagspause bei David Geringas aufzusaugen an meisterlichen Gedanken zu Shostakovich und César Franck (dies waren zwei der Komponisten, die von den beiden Meisterkurschülern vorgeschlagen waren).

Ich habe also Gelegenheit, die junge russische Cellistin Anastasia Kobekina und den Franzosen Edgar Moreau im großen Saal zu hören. Beide waren im Juni dieses Jahr bei unserem Kammermusikprojekt “Chamber Music Connects the World” dabei.  Anastasia Kobekina spielt mit Hingabe den ersten Satz aus Shostakovichs Cellokonzert. Ein rasantes, expressives und aufwühlendes Werk. Meister Geringas gibt wertvolle Hinweise auf die tiefere Bedeutung dieser Komposition fürs Publikum.

Zwischendurch spricht er viel auf Russisch mit der jungen Anastasia. Manchmal wirft er der anwesenden Mutter von Anastasia, die auch im Publikum ist, einen Blick zu. Ein paar Worte gehen auch in ihre Richtung, sie ist Pianistin. Eine seit Jahren zu ins nach Kronberg reisende Musikliebhaberin aus Frankfurt berichtet mir von Ihrer Begeisterung für den Lehrer Geringas.  “Er ist phantastisch”, lässt sie mich wissen. Begeistert ist sie stets bei unseren Veranstaltungen.

Ihr Musikwissen ist profund, auch jetzt berichtet sie von Vater und Sohn Sanderling und weiss hinzuzufügen, dass Vater Kurt Sanderling noch persönlich mit Shostakovich in Russland befreundet war und ihn als ängstlichen Menschen kennengelernt hatte. Gestern habe sie seinen Sohn Michael Sanderling beim Dirigieren der 5. Sinfonie von Shostakovich in Frankfurt erlebt und sei daher noch mit Klängen dieses Komponisten angereichert.

Ein anderer Besucher der Meisterklasse gibt mir ebenfalls sehr positives Feedback über die gekonnte und engagierte Arbeit des Cello Individualisten und Lehrers David Geringas. Er bezieht sein Urteil auch auf die Geringas Arbeit mit dem jungen Franzosen Edgar Moreau, der nach seiner Einschätzung bereits ein ausserordentlich talentierte Cellist sei. Edgars etwas zarte rechte Bogenhand, so seine Einschätzung, bilde die Schwachstelle und Geringas vermittelt Edgar Moreau, wie man “Dolce” als Ausdruck zu verstehen habe und zeigt den Unterschied auf zwischen leise intonierten Tönen und dem tief empfundenen Spiel von etwas ausserordentlich Schönem. So wie in der Eingangsmelodie der  Cellosonate von César Franck. Beide Meisterkurse sind ein Genuss für mich – ja, in meiner höchst subjektiven Sicht sind es  bereits kleine Sternstunden.

Auch die junge italienische Cellistin Miriam Prandi, die mit vielen anderen aktiven und passiven Kursteilnehmern in der Stadthalle weilt, sagt zu mir nach der Session mit Edgar Moreau, dass Geringas enorm viel Inspiration zu geben habe. Für sie ist das fantastisch, es inspiriere sie selbst enorm und mache ihr Vorfreude auf den baldigen eigenen Meisterkurs am kommenden Samstag. Mein Nachmittag wird gekrönt von einem Meisterkurs bei Frans Helmerson, der die junge Norwegerin Frida Waervaagen mit vielen Einblicken in die Cello Komposition von Beethoven versorgt. Frida ist eine nordische Frohnatur, die gerne lacht und im Kurs bei Helmerson gibt es viel Anlass zu freudigem  Lachen.

Frida ist nach diesem Meisterkurs äußerst gelöst und  happy  und erzählt mir, dass die Meisterkurse bei Frans Helmerson für sie immer etwas spezielles seien. “Er sorgt dafür, dass ich das große Ganze der Komposition sehe und verstehe. Es geht immer um das rein Musikalische”, fügt sie noch an. Und strahlt bei jedem ihrer Worte. Frida kennt Kronberg und war bei unseren Veranstaltungen und Meisterkursen in den Jahren 2005-2007 mehrfach in der Burgstadt. Sie freut sich, nun nach 5 Jahren Abwesenheit wieder hier sein zu können.

Mehr Meisterkurse sind heute nicht drin, es geht weiter zum nächsten Job. Meiner eigenen Inspiration ist Genüge getan. Ein wirklicher praller Tag mit enormen Hörerfahrungen und großartigen Lehrern neigt sich dem Ende entgegen. Zeit zum Verarbeiten bleibt für die Nachtstunden.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

Cello Meisterkurse / Eindrücke vom ersten Tag

Montag, 10. September 2012

Am Wochenende sind sie nach und nach in Kronberg eingetroffen. Fast 130 junge Cellisten aus 33 Ländern. Heute mussten sie bei 4 namhaften Cello Virtuosen zeigen, was sie können. Bei zwei der vier Dozenten hatte ich Gelegenheit, persönliche Eindrücke mitzunehmen, wie sich das ganze abspielt und welche Atmosphäre zu spüren ist.

Aber beginnen wir von vorn: Der morgendliche Einstieg in diesen ersten “Projekttag” erfolgt in der Stadthalle. Teammitglieder sind schon damit beschäftigt, die Bestuhlung im großen Saal der Stadthalle abzuschließen, denn um 10.30 Uhr geht es mit dem Vorspiel bei Maestro Geringas los.  Fahnen für die Foto-Ausstellung “Vier Cellisten in Kronberg” im ersten Stock werden aufgestellt. Viele andere Handgriffe sind zu tätigen, um alles in Schwung zu bringen.

Im Bistro ist das dortige Team dabei, alles für die erste Speisung am Mittag vorzubereiten. Am Empfang stehen Cao und Lea bereit, um die eintreffenden jungen Cellisten mit ersten Infos und Orientierung zu versorgen. Bald trifft auch Ekkard Seidl, der Geigenbauer aus Markneukirchen ein, ein häufig zu sehender Gast bei uns. Er beginnt sogleich, seine Werkstatt zu errichten. Hilary Peacock richte sich hinter dem Tresen ein und kümmert sich gleichzeitig um ihre abendliche Weiterfahrt nach Frankfurt, wo sie noch Englisch-Unterricht geben  muss.

Ich gehe in die Audition im großen Saal, wo David Geringas zwischen 11.50 – 13.30 Uhr 10 jungen Leuten lauscht, um seine Kandidaten zu finden. Er wird bis 16.30 Uhr damit befasst sein. Nahezu parallel werden in zwei anderen Gebäuden gleichfalls Auditions durchgeführt.  Man merkt den jungen Leuten die Anspannung an, kein Wunder, denn sie wollen ihr bestes geben und als aktive Meisterkursteilnehmer einfach dabei sein. Ich erlebe unteschiedliche Spielstile und Persönlichkeiten. Maestro Geringas sitzt an einem Tisch, nur 2-3 Meter von der Bühne entfernt, wo die jungen Leute postiert sind. Zwischendrin wird er von unserem Künstlerische Leiter Raimund Trenkler unterstützt.

Nach dem Mittagessen geht es weiter. Danach haste ich zur Audition mit Frans Helmerson, das ganze findet in den Räumlichkeiten des Kronberger Malermuseums  in der Streitkirche statt. Ein kleinerer Raum, das ganze intimer, aber die Situation ist die gleiche. Auch hier erlebe ich eine ähnliche Spannung.

Meine Versuche, noch die beide anderen Dozenten, nämlich Jens Peter Maintz und Torleif Thedéen zu erleben, lassen sich wegen fortgeschrittener Zeit nicht mehr realisieren. Egal,  die Fotos die ich vom Vormittag geschossen habe, müssen nun aufbereitet werden. Ein facebook-Eintrag ist auch fällig und dieser Blog will schließlich auch noch ordentlich eingetütet werden. Und Eile ist angesagt, denn das am Abend bevorstehende freudige Zusammenkommen aller Teilnehmer – das Welcome-Dinner – soll den Tag ab 20.00 Uhr im Kronberger Lokschuppen abrunden.

Bevor an diesem Sommerabend unter freiem Himmel Essen und Trinken für Lockerheit und Leichtigkeit sorgen, wird das Herz so mancher Musiker noch höher schlagen, wenn die Namen der ausgewählten aktiven Meisterkursteilnehmer vorgelesen werden. Und in wenigen Minuten geht es los. Daher ist auch dieser erste Tagebuch-Eintrag aus der Team-Perspektive an sein Ende angelangt. Weitere Tagebuch-Notizen von diesen Cello Meisterkursen werden folgen und neue Blogger werden sich hier an dieser Stelle versuchen. Sogar ein Musiker will uns einen Beitrag schreiben. Feine Aussichten für das Web 2-0 Team der Academy.

Die 10. Cello Meistekurse und Konzerte sind nun auf Kurs. Die Wind -u.  Wetterverhältnisse der nächsten Tage sind nicht schlecht. Die heisse Spätsommerphase soll vorbei sein. Frische, kalte Luft und mehr Feuchtigkeit werden für kühle Köpfe sorgen.

Michael Heinz

Kronber Academy Team

Cello Meisterkurse 2012 / Arbeit bis zum Abwinken

Donnerstag, 6. September 2012

Die letzten Tage vor dem offiziellen Beginn der 10. Cello Meisterkurse & Konzerte sind absolut kritisch. Der Countdown bis zum Startschuss läuft nun, die Luft wird dünner, soll heißen, die Spannung steigt. Arbeitsdruck und Anspannungen nehmen zu. Aber so ist das hier immer im Team bevor ein größeres Projekt offiziell eingeläutet wird. Ganz charakteristisch ist die ausbrechende Listenfllut. Was verbirgt sich dahinter?

Ganz einfach: Es sind unsere geliebten Excel-Tabellen mit Übersichten und Abläufen. Die zu erledigenden Aufgaben, Prozesse und Verantwortlichkeiten sind ordentlich nach Themenstellung dokumentiert. Die Komplexität des gerade anstehenden Projekts ist nur solide auf dieser Basis zu bewerkstelligen. Um diese Strukturierung hinzubekommen, müssen die Kollegen im Team schon lange vorher reichlich schwitzen und viel untereinander abstimmen. Man stelle sich vor: etwa 130 junge Leute aus 33 Ländern sind unterzubringen, ihr Vorspiel-Marathon am kommenden Montag ist zu koordinieren und danach ein geregelter Ablauf Dutzender Meisterkurse in 4 Räumlichkeiten über 6 Tage hinweg mit allabendlichen Konzerten zu meistern. Wenn das keine Herausforderungen sind!

Hier nun helfen  die aus unserer Sicht bewährten Excel-Tabellen, aus denen wir Vorgangs-, Ablauf- und Personenlisten generieren, die für die  Teams wertvolle Übersichten und Orientierungen bieten.  Zum Beispiel die Reihenfolge des Auftritts der jungen Musiker, wenn erforderlich, dann auch mit Klavierbegleitung. Vier Pianistinnen stehen bereit. Ganz wichtig noch: Die vier Cellolehrer werden mit biografischen Informationen über jeden der jungen Studenten(innen) versorgt. Entsprechende Mappen werden erstellt.

Am Abend des Vorspieltages, nach erfolgter Auswahl der ca. 40 aktiven Meisterschüler, müssen dann die Meisterkurs-Details wieder in diversen Listen detailliert und rechtzeitig an alle Beteiligten übermittelt werden. Gleichzeitig sind Aushänge an den Spielorten anzubringen. Die vielen Änderungen, die sich im Laufe des Projekts dann einstellen, stellen eine weitere Hürde für unser Team dar, denn ohne ständige, rasche Anpassung an neue Gegebenheiten würde vieles aus dem Ruder laufen.

Projektmanagerin Mareile Zürcher behält wie immer kühlen Kopf und steuert das logistische Geschehen aus dem 1. Stock des Receptur-Gebäudes. Während des Projekts ist sie oft unterwegs und immer ansprechbereit, um aktuelle Änderungen umzusetzen. Unsere jungen Praktikantinnen Lea Jakob,  Caroline Just sowie seit kurzem Philipp Leibbrandt sind emsig mit der Erstellung der diversen Listen und Mappen befasst und kommunizieren rege untereinander.

Da am kommenden Wochenende in Kronberg der sehr beliebte Herbstmarkt veranstaltet wird, ist die Belegung und Ausstattung verschiedener Aufführungsorte besonders knifflig. In engem Kontakt mit den Verantwortlichen des Bauhofs der Stadt Kronberg  werden insbesondere Aufbau- und Abbauzeiten abgestimmt und koordiniert. Das ist u.a. Christian Hausers Job.

Weitere ehrenamtliche Helfer sorgen dafür, dass z.B. unser Fahr-Service für die Künstler, der  Getränkeausschank während der Konzerte und die Bistrobesetzung und viele andere Dinge mehr perfekt funktionieren.

Die Erstellung der Programme und Broschüren liegt in den bewährten Händen von Oda Cramer von Laue, die für die gesamte inhaltliche Gestaltung dieser Medien verantwortlich ist. Parallel haben wir übers Internet und die Sozialen Netzwerke regelmäßig über das  anstehende Projekt berichtet. Aber auch unsere Kartenverkaufskolleginnen sind überaus präsent, wenn es um die Bearbeitung von Wünschen und Anfragen zu Kartenbestellungen geht. Die Beflaggung der Stadt und das Aufhängen von Postern sowie das Verteilen der Konzertprogramme in Kronberg und den umliegenden Gemeinden ist längst geschehen.

Noch in Arbeit ist das Zusammenstellen einer Fotoausstellung in der Stadthalle, die über “Vier Cellisten in Kronberg” informiert. Diese Dokumentation beleuchtet mit eindrucksvollen Fotografien und Texten das Wirken vier namhafter Meistercellisten in der Burgstadt.

Worüber wir uns auch gefreut haben, ist unser “neues Schaufenster”  in der Kronberger Postfiliale. Diese hat seit einigen Tagen am Berliner Platz ihr neues Domizil bezogen. Direkt neben dem Annahmeschalter ist eine permanente Regalfläche für CDs und DVDs sowie Platz für ein großes Academy Poster reserviert worden. So mancher Postkunde wird wohl ein Auge drauf werfen.

Jeder im Team freut sich nun auf die ersten Begegnungen mit den jungen Musikern und den Cellolehrern. Die ersten von ihnen werden am Wochenende bei uns erwartet.

Das Eröffnungskonzert am 11. September in der Johanniskirche kann mit einem besonderen Plus aufwarten. Zwei junge Cello-Solisten, Natalie Clein und Nicolas Altstaedt,  werden diesen Abend zusammen mit dem jungen türkischen Pianisten Fazil Say bestreiten. Dessen Sonate für Cello und Klavier “Four cities” wird als deutsche Erstaufführung zu hören sein. Das ist Anlass zur Freude, denn es verleiht dem Eröffnungskonzert eine besondere Note!

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

Interview mit Friedemann Eichhorn / Neuer Direktor “Kronberg Academy Masters” (Teil 2)

Donnerstag, 2. August 2012

Fortsetzung des Interviews vom 31. Juli 2012

Die Kronberg Academy repräsentiert eine Institution mit hohem internationalem Bekanntheitsgrad und Renommée (ist gewissermaßen eine Marke). Wie lässt sich das Deiner Meinung nach absichern bzw. verbessern?

In der Musikwelt ist die Mund-zu-Mund-Propaganda entscheidend und noch effektiver als mediale Werbung, wobei letztere selbstverständlich keineswegs außer Acht gelassen werden darf ! Die beste Werbung für die Marke Kronberg Academy ist die Qualität der Veranstaltungen und der Lehre. Daran muss man immerzu weiterarbeiten, das darf nie aufhören – es ist ein stetiger Prozess. Und das spricht sich sehr schnell herum. Jeder Musiker, der bei uns zu Gast ist, trägt den Namen Kronberg Academy weiter. In diese Richtung werden wir mit Energie weitergehen.

Neben Deiner neuen Rolle hier in Kronberg hast du eine Professur in Weimar. Welche Synergie-Effekte siehst Du in der Verbindung dieser beiden Aufgaben bzw. Verantwortungsbereiche?

Durch meine Konzerttätigkeit als Geiger und meine Lehr- und Jurytätigkeit – ich habe die vergangenen Jahre auch regelmäßig an der Sommerakademie des Mozarteums Salzburg unterrichtet – befasse ich mich ständig mit den verschiedenen Bereichen der „Streicherbranche“: Berufsbilder, Repertoirefragen, Künstlervermittlung, pädagogische Ansätze, Fragen zum Instrumentarium, zu CD-Einspielungen und zu Wettbewerben. Hier entstehen viele Synergien. In der akademischen Selbstverwaltung der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar war und bin ich aktiv, z.B. im Senat und in der Promotionskommission. Als Direktor des Instituts für Streicher und Harfe habe ich die Studienreform in das Bachelor- und Master-System mitgestaltet.

Wie gefällt Dir das unmittelbare städtische Ambiente hier in Kronberg?

Kronberg ist eine schöne Stadt, überhaupt gefällt mir der Taunuskreis. Die Menschen, die ich bisher kennengelernt habe, sind äußerst freundlich und offen. Aufgewachsen bin ich ja in Speyer, gar nicht so weit weg…

Durch Deine beiden festen Wirkungsstätten Kronberg und Weimar dürfte sich Dein Reiseanteil erhöhen – bist Du viel mit dem Auto oder auch mit der Bahn unterwegs und kannst Du die Zeiten auf Reisen für Dich Ertrag bringend nutzen…?

Ich fahre fast immer mit dem Zug, es gibt eine prima Verbindung Frankfurt-Weimar, gern fahre ich ganz früh morgens. Die Bahn ist für mich deshalb so bequem, da ich hier sehr viel Büroarbeit wie Emails erledigen oder auch ungestört über Konzepte nachdenken kann.

Schaut man auf Deinen Lebenslauf, so sieht man sehr unterschiedliche Themengebiete, mit denen Du Dich intensiv befasst hast: Jura, Musikwissenschaft, Buchwesen, darüber hinaus bist Du nach wie vor aktiver Musiker und seit geraumer Zeit nun auch Hochschullehrer – gibt es ein oder mehrere verbindende Elemente zwischen diesen Gebieten?

Das gehört für mich alles zusammen. Gerade die Verbindung von geistiger und musikalisch-interpretatorischer Arbeit und rein instrumentalmethodischen Fragen finde ich wichtig. Ich glaube nicht so an jenen Musikertypus, der sich fortwährend nur mit seinem Instrument befasst und nichts als übt, wobei großer Fleiß natürlich Voraussetzung ist. Aber ein intellektueller Ausgleich – und da ist es unerheblich, ob man sich mit Literatur, Naturwissenschaften, Sprachen, Kunst oder anderen Disziplinen beschäftigt – halte ich für einen Künstler für unabdingbar, um eine wesentliche künstlerische Aussage treffen zu können. Man sieht doch bei all den großen Musikern, die nach Kronberg kommen, welch geistiger Hintergrund vorherrscht. Das, und nicht nur deren musikalische Fähigkeiten, ist großer Ansporn für unsere Young Soloists ! Deshalb sind die Begegnungen mit diesen Künstlern so wertvoll, auch alle gemeinsamen Gespräche abseits oder nach dem Arbeiten an der Musik.

Zum Schluss: Wie entspannst Du Dich nach intensiven Arbeitstagen-/Wochen?

Natürlich im Kreis meiner Familie. Meine Frau ist ja auch Geigerin und wir haben drei Kinder im Schul- und Kindergartenalter. Die zwei Töchter machen schon ganz schön Musik und treiben Sport, der Junge ist noch zu klein. Ansonsten bin ich gern im Garten und zupfe an Blumen und Kräutern. Einem guten Fußballspiel gegenüber bin ich seit jeher sehr aufgeschlossen (nicht nur im Fernsehen, sondern auch mit Freunden auf dem Platz) und schließlich bin ich begeisterter Wintersportler. Und dann ist da  noch die Küche, mein Lieblingsraum in unseren vier Wänden…

Friedemann, danke für dieses Interview!

Michael Heinz
Kronberg Academy Team

Am 31.7.2012 ist Teil 1 dieses Interviews veröffentlicht worden.

Masterclass / Play with Presence (part 1)

Donnerstag, 31. Mai 2012

Observations from a Masterclass with Mauricio Fuks

For 3 days world-renowned violin teacher Mauricio Fuks stayed in Kronberg last week and worked with a couple of the socalled Young Soloists from Kronberg Academy. Maestro Fuks had to listen to and work with 11 young aspiring musicians, 6 violinists and 5 cellists. They were all expecting new insights and new challenges as takeaways for their own musical development.

While these days were intensely busy, there were also moments of inspiration and motivation on evenings that provided both musicians and the teacher with some inspiration through films and joint performances.

The last day, May 22nd, provided an opportunity for me to sit in and follow two sessions where I could observe an incredible teacher doing his masterly work.

What was special during those 4-5 hours in the Academy Studio was the fact that I could witness a dynamic and famous teacher who never lost his direct contact to the young musicians. After each student had finished his or her prepared musical piece he began to analyse and immediately initiate a deep dialogue. In his crisp and clear English he uttered a bunch of citation-ready statements that could all be used in any musical textbook in the section on stage performance, intonation and phrasing and how one can improve delivery, i.e. better performance.

From time to time maestro Fuks brought up little anecdotes, often going back to his own student years under famous American violinist Jascha Heifetz, who was known for his stringent teaching style and criticism. Those anecdotes not only helped to soften tensions but also served as additional learning impetus.

In one of the sessions one of  the Young Soloists was going through a series of  playing situations with the aim of establishing more communication links to his accompanying pianist. That exercise was tough, it required hard work. Then Mr. Fuks said “ It´s good to sweat!”. And he recalled an anecdote where he was tutored by Mr. Heifetz, early on in his educational phase. “Although I was struggling with an Asian flue I wanted to accept that lesson that he had offered me on short notice. I hadn´t  prepared my piece and felt weak because of the flue. But Mr. Heifetz quickly noticed that I didn´t play with energy and enough presence. So he said I don´t see any sweat on your face!” And Mr. Fuks went on by quoting another thought of Mr. Heifetz:  “The paying customers in a concert are expecting from you, the musician, that you deliver, whether you have the flue or not.” Later Mr. Heifetz added: “Once you are in playing mode you have to deliver”. Mr. Fuks´s quotes from those lessons that he underwent himself decades ago caused the Young Soloists in the room to nod in agreement.

One way to improve performance is by means of video-taping one´s own sessions, alone or with others. Mauricio Fuks´s advice was “be your best teacher”. And the aim of teaching would be to become more independent. It seemed that that message got through to all the other young masterclass attendants who were in the studio.

Performing chamber music is all about communication. That´s what Mauricio Fuks stressed several times on that afternoon. Especially for chamber music performers it is essential, so he said, to communicate across all senses and on all levels. Communication links one with the audience, the more intense the better. “You must feel the energy of the other players that are on stage with you”. Part of the communications process is to listen and to feel what the other fellow musicians are doing and, at the same time, make one´s own sound intonation clearly be heard by the audience. Then Mr. Fuks turned to the Young Soloist and strongly underlined: “Have the public in your hand!”

Michael Heinz / Kronberg Academy

Masterclass with Yuri Bashmet

Dienstag, 31. Januar 2012

Intense two days with a focus on musicality, precision and body language

Thirteen Young Soloists gathered in Kronberg for two days of intense education with a great violist and and a man who understands the full spectrum of the human body language:  mime Samy Molcho. Mr. Molcho is known for his body language expertise while Yuri Bashmet, the world-renowned viola artist, demonstrated his unique musicianship and educational prowess for the young musicians. Samy Molcho´s session delivered an important input for the Young Soloists with regard to the character and quality of their stage presence: Learning and understanding the impact of  an artist´s movements and gestures while performing on stage representing an indirect kind of communication that influences how the artist is generally perceived by the audience. Thereby having an influence on how well the performance can be supported through the right body language.

The sessions with both artists were extremely well received and the stimulation and the insights that the two men had to offer left the group highly motivated. Walking through the hall of our KAM facilities I tried to gather some personal feedback from the young musicians about the sessions with the famous Russian violist.

Said Hanna Lee, 27, violist from Korea,  studying in Kronberg since October last year,
“there was so much information over these two days, I am extremely motivated to dig deeper into  the world of music and try to be more complete as a player. Yes, it was very worthwhile”.

Yura Lee, another Korean violist, now living in Boston, confirmed this view during a break on the last day and continued having great fun with some other fellow Young Soloists.

Ella van Poucke, 17, the youngest participant of the group, found that Mr. Bashmet was extremely focused on every single note of the composition. And Pablo Ferrández, 21, another young Soloist added, “ Mr. Bashmet pays enormous attention to every detail, he has great listening capabilities and I was overwhelmed that he listens to the very last millisecond of a tone. He helps to improve one´s listening skills greatly”.

István Várdai, 27, who will finish the masters programme mid-year, was dwelling on the very personal traits of Mr. Bashmet when he said “ We get along very well with each other, and his personality is of such a kind that I can relate to very much”.

Berlin-based Gabriel Schwabe, 24, just concentrated on two skills. “What makes him unique? I asked. “It´s his very precision and also his patience” Gabriel answered.

Stephen Potts, director of “Kronberg Academy Masters” programme, attended most of the sessions and together with his team colleagues Anne Zipf and Gisela Rösing provided for all the necessary support and logistical services that needed to be organised before, during and after the sessions.

When Mr. Bashmet was ready to rush out of the studio rooms just minutes after the final session was completed I could ask hastily two questions believing these would help characterise his engagement as a teacher in Kronberg.

What is special about Kronberg and its academy, Mr. Bashmet?”, I asked him. “It´s all about the atmosphere. The academy is like a family, that´s very special!”.

“And what do you gain as a teacher from engaging in this kind of activity?” was my follow-up question. Standing already in the doorway he paused for a second then said “ When I am working with very young highly talented musicians I am feeling younger myself”.

Michael Heinz / Kronberg Academy Team

From fancy fiddler to hard working Young Soloist

Mittwoch, 21. Dezember 2011

An interview with 17 year old Dutch cellist Ella van Poucke

Ella van Poucke turned 17 in April.  Since October  2011 she is a new member of our group of Young Soloists for Kronberg Academy Masters. The professor who will be taking care of her musical development is cellist Frans Helmerson. Last week, shortly before our conversation, Ella had finished a masterclass with Canadian cellist Gary Hoffman, who is also a  permanent Professor in Kronberg.

Asked how to run this interview, Ella smiled and said “My first language is Dutch, second is English and regarding German I can understand quite a bit, speak a few words, but it isn´t enough to let the interview flow in German.”  So we switched to English.

Before we entered Studio 1 in the KAM facilities at Kronberg´s Streitkirche, we took a look at her cello. “It looks quite old“, I remarked.  “No, it isn´t! It was made in 2009, but I would love to have an old one” answered Ella, smiling.

Ella has two brothers and a sister. Her parents provided for a good musical background. Ella´s father is a trained trumpet player for Netherlands  Radio Symphony Orchestra (NRSO). Her mother used to play viola but in recent years she has turned to cooking, professionally and in the family.

Following is a short conversation with Ella, who grew up in a little city near Amsterdam.

1 ) How do you feel in Kronberg?
Ella: It´s a big honour for me to be here! Staying with the best teachers for string instruments and being part of that group of so talented young musicians is very inspiring. It´s a prestigious place to study music.

2) How did you just arrive in Kronberg?
Ella: Well,  I took the train, which is so convenient. I like train rides a lot! There I can sleep,
read and eat! It takes only about 5 hours from Holland.

3) Are you here for the first time?
Ella:  I was in Kronberg last year for the cello masterclasses in September which was a great experience! It all started when I was 15 and taking classes with  Frans Helmerson in Cologne for about a year. He mentioned Kronberg Academy and proposed that I should opt for an audition.  So, during  2009 I travelled to Kronberg the first time and met with Stephen Potts, director of Kronberg Academy Masters. Then I had my first audition. Also I travelled to Kronberg only some weeks ago for attendance of the masterclasses with Gidon Kremer and Volker Biesenbender. Volker lectured on improvisation and Gidon Kremer spoke about music and musicianship. Two very different personalities and styles. Both masterclasses provided a wealth of information.

4) What did you know about KronbergAcademy?
Ella: I heard about the Academy from a friend when I was nine. Later I looked at Kronberg Academy´s homepage on the internet and I found it very appealing.

5) How did your love for playing the cello evolve?
Ella: I started at age 4, taking violin classes. Honestly, I didn´t like it so much,  it was kind of weird. I quit the classes when I was five and a half. Later at age six I discovered the cello and this is what I liked a lot! Then my parents sent me to the Utrecht music school. Looking back I must say the classes became more enjoyable for me and when I was eight it really became more serious and it was fun. I began practicing for myself and at age twelve I was attending the Amsterdam conservatory. Prior to Amsterdam I was also taking classes at Den Haag for about a year. When I was ten I joined a group of young violinists called the “The Fancy Fiddlers”, founded by one of my teachers at the time, Mrs. Coosje Wijzenbeck. There were 20 players in that group and we began to perform concerts.

6) How was musical life in your family?
Ella: I liked to play chamber music. Throughout the day, while at home I also listened to music from my brother and my parents. One of my brothers listened to hip-hop and pop music, my father is a great Jazz fan and he likes the Beatles very much and of course Jazz singers such as Ella Fitzgerald and Billie Holiday. This kind of music I do like as well. In earlier years my mum was playing viola. So I am used to hear her viola sounds from time to time. But in recent years she has concentrated on her cooking job and music became a side activity. On the other hand her vegetarian cooking style is very good for my health. So, overall, music was ubiquitous in our home. And I was exposed to different styles of music.

7) Who was a strong influence for you?
Ella: As I had already mentioned the “The Fancy Fiddlers” were founded by my teacher Coosje Wijzenbeck, and she had a very strong influence on me. Playing together under her leadership was great fun. We often rehearsed string quartets. Another great influence was and still is British cellist Colin Carr, who is a very good friend of my parents. In fact, I very much loved his way of playing, very different from what I learned through Coosje Wyzenbeck. I play with Colin from time to time in famous concert halls such as the Concertgebouw in Amsterdam. At age 13 I played with him Vivaldi´s Double Concerto in that hall. Another influence was Godfried Hoogeveen, whom I met during the Amsterdam Conservatory years. Godfried is a great player, he told me all about music, not technically but rather aspects related to emotions, musicality and various musical styles. He was a student of renowned cellist Gregor Piatigorsky and became my mentor. Attending the cello masterclass at Kronberg Academy in September 2011  was also a great experience. And not to forget: at age 13 I joined the Amsterdam Chamber Music Society and I am still a member of that institution. There I met Christian Bor who was a student of violinist Jascha Heifetz. Christian as well as Godfried Hooogeveen influenced me over the years quite a lot.
While I was attending the Verbier musical festival in 2009 I had the great opportunity to attend masterclasses with Bernard Greenhouse, about 3-4 lessons, an hour each. Mr. Greenhouse told me so much about phrasing. This was very inspiring for me.

How do you relax ?
Well, I love cooking, walking and jogging. Especially jogging is something I enjoy so much. Also right now. Jogging is hard to do here in Kronberg because of the various hills. So it is quite challenging. When I am at home in our house in Holland I enjoy the great kitchen that we have and do cooking activities with great enjoyment.

Which type of music do you play with great enthusiasm? And what kind of music do you listen to, today?
Ella: I listen to a lot of chamber music. Dvorak´s Cello Concerto performed by Colin Carr is something I like to listen to,  over and over. And I listen to a lot of CDs, mostly classical music. And I like to listen what other fellow musicians play.

Playing and rehearsing daily, how many hours a day do you play and how much of sacrifies does this mean?
Ella: Currently I am playing 5-6 hours a day. The act of rehearsing is fun, I enjoy it! I can´t think of any sacrifices. I am really happy when I am playing, every day! But after so many hours each day other things are getting painful. Like carrying the cello case uphill, biking with the cello or sitting long hours in really unhealthy positions. Those things can be a bit of  a burden, but I can´t call them sacrifices.

10) Which expectations do you have with view to your enrollment with “Kronberg Academy Masters”?
Ella: I am working hard! I will learn things that I need to change in my playing. One can never play complete or perfectly. There is always room for improvements and changes. I want to become a solo cellist and play chamber music. But I also could think of myself as becoming a teacher in the future. All Young Soloists know each other and together with the members of the Kronberg Academy team we belong to a family. This is stimulating. We are inspiring ourselves and the lessons and all the work are quite intensive. The good thing is, all is very well organised by the team. The Academy is not just a music school, it is an institution where so much help is available all the time. I am not waiting here for big things to happen, I concentrate on my work and continuous improvements of my playing.

11) How do you use the internet, how often and how long are you online?
Ella: I am not a typical young internet user or TV person. What I like is using Google for searches. I check my email every day but I don´t stay long online. I am on facebook and using this means staying connected with my friends – this is a good thing. And for background information and easy questions I go to Wikipedia. But otherwise the internet is a waste of time. I am not a heavy internet user,  I see the stupid part of it.

Ella, thank you for this interview!

Michael Heinz/Kronberg Academy

Meisterklasse mit Volker Biesenbender

Mittwoch, 23. November 2011

Das ist Top, Top, Top

Er hat in London an der berühmten Yehudin Menuhin School studiert und ist viele Jahre später als Lehrer wieder an diesen Ort zurückgekehrt. Hier traf Volker Biesenbender auf  Stephen Potts, dem heutigen Direktor unseres Studiengangs „Kronberg Academy Masters“. Stephen war damals in leitender Stellung an dieser berühmten Londoner Musikschule für Yehudi Menuhin tätig. Als Stephen Potts im letzten Jahr wieder Kontakt zu seinem alten Freund Volker aufnahm, verabredete man zunächst einen Auftritt und einen Workshop anlässlich der Geigen-Meisterkurse im Juli dieses Jahres in Kronberg.  Schwerpunkt des Workshops war das Thema „Improvisation“, für das Volker Biesenbender fast schon ein Synonym innerhalb der klassischen Musikausbildung geworden ist. Jetzt, Mitte November, sollte er noch ein zweites Mal in diesem Jahr in die Burgstadt kommen, um für 14 Junge Solisten unseres Studiengangs „Kronberg Academy Masters“ (KAM) individuelle Meisterkurse zu geben.

Volker Biesenbenders Auftritt über 2 volle Tage ( 16./17.11.) war eine große Bereicherung für unsere jungen Musiker. Er war während dieser zwei prallen Tage im “flow”, wie er uns überzeugend berichtete. Als Lehrer unterwegs zu sein, das sei für ihn selbstverständlich. Er sieht es als persönliche Verpflichtung an, das Gelernte an die nächste Generation bestmöglich weiter zu geben. Und hierher nach Kronberg zu kommen, das war eine Herausforderung allererster Güte. Und die Resonanz bei den jungen Musikern war äußerst positiv. „Das war wunderbar“, so sagten es wie aus einem Munde Christel und Hanna Lee und auch Ella van Poucke, die mit 17 Jahren die jüngste Junge Solistin in unserem Studiengang.

Bei jeder Einzel-Session (Dauer. 50 Minuten) waren stets die anderen Solisten als Zuhörer mit von der Partie. So kam eine maximale Lernsituation zustande. Und am Abend waren alle angereichert mit Gedanken und Ideen von einem Lehrer, der auch als  Straßenmusiker Erfahrungen sammeln konnte.

Am Ende des zweiten Tages zeigte Volker den Jungen Solisten und dem Kronberg Academy Team einen israelischen Dokumentar-Film über seine Musik und seinen eigenen unkonventionellen musikalischen Werdegang. Seine musikalische Ausbildung führte ihn zunächst an die Musikhochschule Tel Aviv, wo er sein Studium abschloss. Insgesamt verbrachte er 4 Jahre in Israel. Nach dem Studium befasste er sich ausgiebig mit historischer Aufführungspraxis an der Schola Cantorum Basel. Daneben gab er zahlreiche Recitals und trat bei diversen Festivals auf. Mit seinem eigenen multistilistischen Trio Avodah gibt er seit einigen Jahren Konzerte in ganz Europa. Auch das Kronberger Publikum konnte sich im Sommer diesen Jahres ein eigenes Bild von dem mitreißenden Auftritt des Trios  in der Stadthalle machen. Bemerkenswert ist noch dies: Sein großer Mentor, der weltberühmte Yehudi Menuhin, unter dessen Stabführung er noch kurz vor dessen Tod die erste Bartók-Rhapsodie einspielte, wies in vielen Interviews und Fachartikeln enthusiastisch auf Biesenbenders künstlerische Vielseitigkeit hin.

Sein Credo: Das im Innersten eines Musikers Empfundene sollte beim Vortrag nach außen gelangen, es sollte idealerweise im Augenblick des Spielens ( im „Hier und Jetzt“) aus dem Musiker herausfließen. Der Musiker müsse im flow sein, seine eigenen tiefen Empfindungen und Gefühle für die Hörer erlebbar und erfahrbar machen. Auf unsere Frage, wer ihn maßgeblich in seiner musikalischen Auffassung beeinflusst habe, antwortete er sogleich und nennt seinen langjährigen Lehrer Rami Shevelov, aus seiner Zeit in Tel Aviv.

Ein bestimmtes System oder eine Methodik habe er dabei nicht zur Hand, so erklärte er uns. Wohl aber trete er in einen Dialog mit jedem Musiker, wenn dieser ihn sein/ihr Werk vorgespielt hat. So war es auch in Kronberg mit den insgesamt 14 Jungen Solisten, die die Instrumente Violine, Viola und Cello jeweils mit Klavierbegleitung in unterschiedlichen Werken erklingen ließen.

In unserem Gespräch kurz nach Beendigung der Meisterklasse Ende letzter Woche, schilderte er uns – sichtlich erleichtert – wie die zwei „Kronberger Tage“ auf ihn gewirkt hatten und mit welchen Gedanken er heimwärts reisen würde. Jeder der 14 jungen Musiker konnte sich 50 Minuten auf sein/ihr Stück vorbereiten, um dann im Kreise der Mitstudierenden das eigene Stück vorzutragen und dann Volkers Feedback zu hören. „Das war top, top, top“,  ließ er wissen. Was er hier erlebt habe mit den jungen Musikern, „das sei vom Feinsten gewesen, so seine Worte über die Jungen Solisten und die Kronberg Academy als Ausbildungsinstitution.

Über die Jahre mit vielen Erfahrungen in Sachen Unterrichten junger Musiker bestens ausgestattet, war Volker Biesenbender nicht zurückhaltend mit seinem Lob über die Arbeit, die das Team um Stephen Potts seit nunmehr 5 Jahren leistet. Für Biesenbender war es etwas Besonderes, die créme de la créme junger Streicher unterrichten zu dürfen und so viele herausragende junge Musiker um sich zu wissen. Eine solche Dichte hätte er noch nicht erlebt. Dazu die Natürlichkeit und die spezielle Atmosphäre in den Räumen der Streitkirche, dort wo die Meisterklassen und Kurse für die Jungen Solisten abgehalten werden. All dies sei ihm sehr positiv aufgefallen. An anderer Stelle fällt das Wort vom „Hochleistungslabor“, aber hier in Kronberg sei eben das Menschliche noch sehr zu spüren. Das sei bei ihm sehr positiv angekommen.

Und die Einladung der Academy, im nächsten Jahr bei „Classic for Kids“ erneut in Kronberg aufzutreten, da habe er mit seiner Zusage nicht mehr lange zögern müssen. Für die Musikliebhaber in und um Kronberg eine prima Nachricht!

Michael Heinz

Musikalische Welten / Die Zukunft des Konzerts

Donnerstag, 28. Juli 2011

Vier Thesen

Die Duisburger Philharmoniker haben auf ihrer Blogseite Dacapo jüngst interessierte Musikfreunde und Institutionen aufgerufen, ihre Gedanken zur Zukunft des Konzerts darzulegen. Das Thema wurde mit dem Twitterkürzel #DKDZ versehen, um es auch in den Diskussionsforen und auf der Kurzmitteilungs-Plattform Twitter weiter verfolgen zu können.

Hier nun der Beitrag der Kronberg Academy, aufbereitet  in Thesenform.

These 1: Konzerte vor Ort “live” erleben

Die vor Ort gehörte Live-Musik ist unseres Erachtens unersetzbar! Der unmittelbar erlebte künstlerische Vortrag in einem Live-Konzert, in dem die Künstler mehr oder weniger hautnah erlebt werden, transportiert Emotionen  und individuelle Eindrücke, die es zum einmaligen Erlebnis oder gar “Hör-Abenteuer” werden lassen. Daher sind wir überzeugt, dass dies auch noch in 5 Jahren so gesehen wird und seinen hohen Stellenwert behält – ohne größere Abstriche. Das herausragende Merkmal eines so live gehörten Konzerts ist die Tatsache, dass es in dieser Form nicht wiederholbar ist, mit anderen Worten, es verkörpert  ein einmaliges Erlebnis und repräsentiert daher etwas ungemein wertvolles. Das Wechselspiel zwischen Musikern und ihrem Publikum erzeugt sehr haufig eine unvergleichliche Stimmung und atmosphärische Dichte,  die man als Zuhörer oft als Gänsehaut-Erlebnis lange im Gedächtnis bewahren wird.

These 2: Verbreitung von Konzerten über das Internet

Ohne Frage trägt das Internet mit seinen diversen Formaten (live-Konzerte / Streaming) und Zugriffsmöglichkeiten auf  Video-Sequenzen ( Portale wie etwa YouTube oder VIMEO  zwecks Abruf von historischen oder  aktuelleren Konzerten) auch zur Verbreitung der klassischen Musik bei. Es erhöht auch die Bekanntheit von Musikern, Komponisten, sowie berühmt gewordener Werkaufführungen sowie die Bekanntheit bestimmter Aufführungsorte und Konzertsäle. Daher sind diese Formate eine gute Alternative zum Musik-Hören mittels CDs und DVDs. Aber keinesfalls sind diese Formate ein wirklicher Ersatz für das unmittlebar live gehörte Konzerterlebnis.

These 3: „Dabei-Sein“ und Erleben von Aufführungen im Rahmen von digitalen Meisterklassen

Seit kurzem im Einsatz: die sog. digitalen Meisterklassen bzw. Meisterkurse. Von einigen wenigen Institutionen bereits entwickelt (die Kronberg Academy zählt hier mit zu den Vorreitern) im Bereich der klassischen Musik/Kammermusik.  Es handelt sich hierbei um hochwertige, internet-basierte Unterrichtsformen, bei denen in höchster Audio- und Video-Qualität Schüler mit ihren Lehrern kommunizieren,  wobei Schüler und Lehrer räumlich vollkommen getrennt sind.  Hier ergeben sich für interessierte Zuhörer ( andere Studenten, Musiklehrer, Musik-Journalisten, Musikfreunde) bei Zustimmung der Beteiligten und Ihrer Institutionen die Möglichkeit, einen solche Meisterkurs auch aus der Ferne via Internet mitzuverfolgen ( was ansonsten private Sessions wären).  Ein großer Vorteil der Internet-Technologie kommt hier zum Tragen.

These 4 : Die weitere Entwicklung des Konzerterlebnisses
Das Konzert der Zukunft (DKDZ)

Die technologische Entwicklung des Internets ist weiterhin rasant. Die neuen Online-Formate (wie etwa die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker) werden weiter neue Zuschauerkreise anlocken und so für eine größere Verbreitung von Konzerterlebnissen sorgen (aktuelle wie auch historische). Aber dennoch: der persönliche, vor Ort „live“ erlebte Konzertbesuch sorgt unserer Meinung nach für eine absolut einmalige und nicht ersetzbare Erlebnisintensität und -tiefe, die jeder, der das “echte” Konzerterlebnis je bewusst erlebt hat, nicht missen möchte. So gesehen werden wir auch in 5 Jahren keine generelle Abkehr oder signifikante Abnahme des persönlichen Besuches von Konzerten erleben, seien dies nun Popmusik-Konzerte, Jazzkonzerte oder Konzerte mit klassischer Musik. Die Emotionen  schwappen dort am höchsten, wo Menschen vor Ort dem Konzerterlebnis direkt lauschen. Dies wird auch innerhalb der nächsten 5 Jahre unserer Überzeugung nach so bleiben, trotz des weiteren Siegeszugs des Internets!

Kronberg Academy

Musical Instruments / Brandnew violins that sound like century-old masterpieces

Donnerstag, 7. Juli 2011

Johann Ascher is a young man with strong interests in both music and the arts of crafting instruments, especially stringed instruments. Since 2009 he works in the Hamburg branch of Yamaha, the famous Japanese manufacturer of musical instruments. He has had a chance to visit the violin workshops at the Yamaha headquarters in Hamamatsu and experienced the deep expertise that Yamaha´s violin makers are representing. “It´s all very craft-oriented” he tells us in an interview, “no factory-based process is involved, it´s pure hand-made work executed by highly experienced luthiers”. What Yamaha has been working on in the last couple of years are its new technology called A.R.E., which uses insights from acoustics, biology and living musicians who know (and hear) about all the subtleties that century-old violins are capable of.

Mr. Ascher represented Yamaha on two days during the 2nd violin masterclasses in Kronberg.

The main aim was to build relationships with the young violinists and answer questions of interested musicians and visitors. On display in one of the rooms of the city hall was a original Yamaha violin, model YVN500S, adapting the A.R.E. technology. A.R.E. stands for Acoustic Resonance Enhancements.

So, what is this new Yamaha technology all about?

A.R.E. is an original wood reforming technology made with woods which were processed with this technology. Yamaha´s claim is that the tonal richness of the instruments should be equal to famous old instrument ( e.g. type Stradivarius). A.R.E technology uses precision controlled humidity and temperature to manipulate the molecular properties of the wood into a more acoustically ideal condition (similar to the molecular characteristics of woods in instruments that have been played for years). The process is chemical free, thus an environmentally friendly process. Certain alterations lead to corresponding ideal conditions of those woods (all coming from Europe). A.R.E. will constantly be optimised.

As a result, Yamaha’s high-end violin YVN500S is produced as a new violin, yet with tonal characteristics of an old masterpiece. A few artists have evaluated these violins and stated to possess the ability of very old instruments with characteristics of solid and bright sound, especially in the higher registers.

Mr. Ascher is in charge of developer relations, that means he maintains contacts to leading musicians who want to be involved with the technological developments to be adapted for the optimised crafting of stringed instruments – pertinent to young musicians who can´t afford those precious old instruments. He was admitting that the market for violins is one of the toughest in the musical instrument domain.

When the Academy team learned from Professor Zakhar Bron, one of our teachers within the “Kronberg Academy Masters” study programme. that he was involved with the conceptual design of a new type of violin at Yamaha, we invited Yamaha to present some of those violins to the broader public during our 2nd violin masterclasses and concerts. Professor Bron is providing feedback to the violin developer team of Yamaha for roughly 5 years. His prime interest is the improvement of the acoustics of brand new violins affordable for young, talented musicians. Mr. Ascher has the major task in his product management role to exchange views with the artistic developer partners such as Professor Zakhar Bron and concertmasters Mischa Nodelman ( Neue Philharmonie Westfalen ) and Rainer Küchel (Vienna Philharmonic). In North America violinist Pinchas Zukerman is one of the prime development artists..

According to Mr. Ascher Yamaha has sold about a dozen of those violins and that the company is very patient with the further development of this segment of high quality string instruments. The violins are priced between a few hundred Euros to some 15,000 Euros for the most advanced piece (here the wood is about 10 years old, for the affordable instruments the wood has an age of about 5 years).

While musicians, young violinists and visitors could take a look at the Yamaha Violin on the first floor of the city hall, many musicians stopped by at the giant violin that luthier Ekkard Seidel and bow maker Daniel Schmidt had brought to Kronberg from Markneukirchen.

To summarise,  large and small violins attracted a lot of traffic from musicians and visitors alike during successful eight days of the second violin masterclasses  and concerts in Kronberg.

Michael Heinz

Violin Masterclasses and Concerts / Interview with young violinist Jérôme Benhaim

Mittwoch, 29. Juni 2011


Few questions prompting five concise hand-written answers

It was during the final hours after the last concert and the ovations for the soloists  of the 2nd Violin Masterclasses were coming to an end when we asked  Jérôme Benhaim,  a 24-year old violinist from France living in Hamburg, to give us some feedback. Jerome has been an active participant, meaning, he had qualified for 2 lessons of personal teaching with famous violinist Christian Tetzlaff. Jérôme  agreed spontaneously to respond to some 5 short questions. The main goal for the quick interview was to receive some personal thoughts.  Since we knew Jerome from last year´s attendance of our project “Chamber Music Connects the World“, where he was playing and rehearsing with Gidon Kremer and Andras Schiff, it was easy for us to approach him with our request amidst all the other young players and guests in front of the “Posthaus”,  a few meters away from Kronberg´s  “Stadthalle”.

Following are Jérôme´s answers and thoughts on what he had experienced over that one long week in our city.

Q: In your view, what was special about the 2nd Violin Masterclasses and Concerts?

The quality and the number of the teachers. And, the fact that you can listen and learn so much from 4 of the top teachers in the world. And then, yes, the quality of the concerts! The meetings and encounters with the other students were also priceless.

Q: How would you rate the Kronberg Violin masterclasses?

9-10 out of a 10 max rating scale.

Q: What was the greatest learning effect or result that you have experienced?

Opening to lots of different views on music and violin playing.

Q: How do you feel about the city of Kronberg?

Rainy! On the other hand, very enjoyable and also  a great place to practice music.The city is peaceful and warm.

Q: Do you have special personal comments to make?

Except for saying “Thank You” , not really! Maybe 2 lessons are a bit few but we also learned so much from listening that two could be enough.

Thanks, Jerome, for having taken the time during the final hours of the Violin Masterclasses and and providing personal feedback to us!

Michael Heinz

Erinnerungen an Bernard Greenhouse

Mittwoch, 18. Mai 2011

Die Mitarbeiter der Kronberg Academy trauern um den großen Cellisten Bernard Greenhouse. Er verstarb am 13. Mai in seinem Haus in Wellfleet auf der Halbinsel Cape Cod.

Greenhouse, der zu den Mitbegründern des großartigen Kammermusikensembles Beaux Arts Trio zählte, war ein gern gesehener Gast in der Burgstadt. Viele Male weilte er in Kronberg und war bei unseren Cello Meisterklassen ein begehrter Cello-Lehrer, zuletzt 2008. Obgleich schon gesundheitlich angeschlagen, nahm er die Strapazen der langen Flugreise auf sich, um auch bei den Feierlichkeiten zum Tode von Mstislav Rostropovich im Oktober 2007 teilzunehmen. Mancher Kronberger wird es noch vor Augen haben: im Kronberger Schulgarten wurde feierlich die Rostropovich-Büste enthüllt und bei der anschließenden Feier in der Johanniskirche würdigte Greenhouse in einer emotionalen Ansprache den großen Russen. Viele, die ihn live in unserer Stadt erleben konnten, werden sich an seine enorme menschliche Ausstrahlung und Wärme erinnern.

Welche Erinnerungen haben Kollegen aus unserem Team? Hier zwei Beispiele:

Gabriela Denicke, verantwortlich in der Academy für Sponsoring und Partner, hatte von Anfang die Aufgabe übernommen, Bernard Greenhouse bei seinen Aufenthalten in Kronberg zu betreuen. Sie hat über die Jahre, wie sie selbst sagt, eine Freundschaft mit dem großen Cellisten entwickeln können. Hier ihre Gedanken und Erinnerungen:

„Was mir besonders im Gedächtnis haften blieb ist dies: „Make it simple!. Das sagte er stets den jungen Leuten. Und auch: you have to say something through your music! Damit meinte er, es geht beim Spielen nicht darum, wie wirke ich, oder spiele ich die Noten richtig, oder etwas anderes ich-bezogenes, sondern vielmehr wenn Du dem Publikum nicht etwas mitteilen möchtest mit Deinem Spiel, dann lass es. Er blieb so lange jung, vor allem young at heart – durch die Jugend! Die Begegnung mit der Jugend, mit dem Cello- bzw. Musik-Nachwuchs, das war sein Lebenselexir!“.

Und sie fährt fort: „Ich erinnere mich noch vor Jahren, als ich ihn nach dem langen Flug abholte am Frankfurter Flughafen, da saß nun dieser berühmte ältere Herr auf einer Bank, ruhte sich aus nach den Anstrengungen des Fluges. Und ich fragte mich dann, wie mag er nur die vor ihm liegende anstrengende Meisterkurs-Woche überstehen. Und dann kam der erste Kurs und er wuchs an Statur und Energie. Es war unglaublich, er war die ganze Woche über so jung. Er hatte Stil und es war für ihn selbstverständlich, dass er während der Meisterkurs-Woche zu jedem Konzert seiner Kollegen, wie er die anderen Cellisten immer nannte, ging, auch wenn er nach einem anstrengenden Tag müde war. Das gehörte sich einfach. Er hatte einen feinen Humor, er lachte gern, er war warmherzig und großzügig, er hatte aber auch einen ausgeprägten Sinn für geschäftliche Belange”. So weit unsere Kollegin Gabriela Denicke.

Oda Cramer von Laue, verantwortlich für Kommunikation bei uns, fasst ihre Eindrücke so zusammen: „Bernard Greenhouse kam mir immer fast ein wenig „british“ vor – er war einfach der „Grandseigneur“ unter den Cellisten. Sehr offen und menschlich. Sowohl wenn es um Musik, als auch wenn es um andere „weltliche“ Themen ging, kam er immer klar „auf den Punkt“. Ohne dass man interpretieren, raten oder irgendwie zwischen den Zeilen lesen musste, was er meinte“.

Der Autor dieser Zeilen erinnert sich gerne an eine Cello-Meisterklasse 2008 in der Stadthalle Kronberg, als Bernard Greenhouse mit großer Ruhe und Gelassenheit einem 20-jährigen jungen Mann beibrachte, dass das ständige Vibrato keinerlei Anzeichen von Musikalität waren sondern eher ein unbedingt abzugewöhnndes ständiges Zittern der linken Griffhand.  Humor und Wohlwollen sorgten bei dem Schüler für stetige, kleine Fortschritte in jener Stunde.

Bernard Greenhouse hielt in den letzten Lebensjahren viele Meisterkurse in den USA, Kanada und Europa. Und Kronberg im Taunus hat dabei eine durchaus bemerkenswerte Rolle in seinen letzten Lebensjahren gespielt – darauf sind wir alle hier sehr stolz! Die Mitarbeiter der Kronberg Academy werden ihn sehr vermissen.

Michael Heinz

Kronberg in Winter Wonderland – Impressions and a Look Back

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Kronberg Academy Team finishes a dynamic year 2010

In a few days we will close our books on a dynamic year 2010. During the final days of the year we are all happy to welcome winter wonderland in the world´s cello capital which is Kronberg ( Maestro Rostropovich said this many years ago).

Lots of great projects were successfully delivered. The last big event on our To-Do list was the execution of the third international cello competition “Grand Prix Emanuel Feuermann” in Berlin late November, organised together with the “Universität der Künste Berlin”. 12 semi-finalists gathered in Berlin´s Kammermusiksaal and in the last round just 3 finalists  competed for this prestigious price. In the end, Russian cellist Alexander Buzlov was nominated by the jury as the winner, followed by the British cellist Philip Higham and the German cellist Konstanze von Gutzeit. A marvellous final concert of the winners in the “Konzerthaus” topped the overall event on November 21. Well, a series of other events and projects from January to November created a permanent stream of intense work on our behalf. To mention just a few: cello master classes in September, masters in performance in June, featuring many solo performances of our young soloists, then the chamber music project “Chamber Music Connects the World” in its tenth year. All of these activities received enormous press coverage. Our team delivered background stories on the blog site with current photographs and interviews. Another KA talk was realised, interviewing cello soloist Julian Arp, who participated in the CMCW workshops..

Not to forget the two rounds of our “Mit Musik – Miteinander” workshops where 3 young soloists teach and play with around 10-15 young talented musicians (aged under 20 years).

Besides all this we´ve put a programme of classical music for kids into action, a project that happens every year and we run this three times featuring different compositions and different musical instruments at the centre of the works. This is our contribution to attract young children to the world of classical music. One very special event (on top of what has just been described) was a true world premiere: Gidon Kremer, the world-renowned violinist and leader of the “Kremerata Baltica”, realised his idea to play especially for kids and offer a programme that was highly related to the world of animals. In close cooperation with the Kronberg Zoo, Gidon Kremer and members of his “Kremerate Baltica“ performed two concerts on the estate of the Zoo. And one additional performance which was exclusively given for the German friends and supporters organisation. A major Frankfurt-based radio station (hr2) recorded the concerts and broadcasted some weeks later.

Also for the third time, we celebrated in the heart of Kronberg Mstislav Rostropvichs 3rd death anniversary on April 27.  Seated close to the Rostropovich bust Russian cellist Natalia Gutman performed a movement of Johann Sebastian Bach´s Suite for cello solo with hundreds of interested Kronberg citizens including its mayor.

Our study programme Kronberg Academy Masters blossomed as well. Many master classes were held, and our eminent body of professors is still: Frans Helmerson, Gary Hoffman, Christian Tetzlaff, Nobuko Imai and Ana Chumachenko. During the last two weeks Professor Zakhar Bron from the Musikhochschule Cologne visited Kronberg and conducted master classes with our Young Soloists. The current number of “Kronberg Academy Masters” is now at 13. Interesting developments will happen during the coming year under the leadership of Stephen Potts, who is director of this unique study programme in the world of high calibre musical education.

During the last days of 2010 the team of Kronberg Academy is just finalising the preliminary agenda for the major projects and events in 2011. And we will have many offerings on our plate, you can be sure.

While still struggling with heavy snowfall in recent days (and more to come over Christmas) we are in a state of excitement because we can already grasp what it means to kick-off another successful year of musical performances and gatherings in our city next year, where emotions and commitment are the cornerstones of what we do here in this institution as one team.

A last word: we want to thank all our friends, supporters, musicians young and old, in Germany and in many European countries but also from countries as far away as China, Korea and Japan.

We look forward to present a series of great new musical events during 2011 and hope that our followers and friends grow in numbers but also muscially, emotionally and last but not least, personally.

To all of you: we wish you and your families a Merry Christmas and a Happy New Year!

Our next blog contribution will be published in early January.

Kronberg Academy Team

Ein Cello als Danke-Schön

Donnerstag, 30. September 2010

Thorsten Theis, seit 2002 als selbständiger Cellobauer im Oberbergischen Land angesiedelt und die letzen Jahre häufiger Ausstellungsgast bei unseren Veranstaltungen, wollte seine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Wollte Dank sagen für die Gelegenheit, nun schon zum x-ten Male auf dieser wichtigen Plattform in Kronberg seine Instrumente ausstellen zu können.

Er eröffnete den Mitarbeitern der Academy seine „Entschluß“ während der Cello Meisterkurse. Am vergangenen Samstag, den 25. September war es soweit: Eines seiner in Frage kommenden Celli wurde ausgewählt und schließlich der Academy zum  Geschenk gemacht. Das Guadagnini–Cello wird in den Bestand des Instrumentenfonds der Kronberg Academy e.V. übergehen. Beim Abschluss-Konzert der Meisterschüler am Montag, den 27.9. wurde Thorsten Theis nochmal auf die Bühne gebeten und Raimund Trenkler sagte ihm herzlichen Dank für seine großzügige Geste. Die anwesenden 500 Zuhörer des Schlusskonzertes waren ebenfalls angetan und spendeten reichlich Beifall für dieses Danke-Schön!

Beim Aussuchen und Probespielen hatte Frans Helmerson am Samstagnachmittag geholfen und bei der Schlussauswahl standen 3 Instrumente in der engeren Auswahl. Schließlich war der Meister Cellist von einer Kopie eines Guadagnini-Modells am meisten überzeugt und traf so die Endauswahl. Das Cello wurde von Thorsten Theis 2008 fertig gestellt und repräsentiert etwa 300 Arbeitsstunden.

Wer nun, fragt man sich, ist dieser sympathische junge Cellobauer?

Thorsten Theis ist ein hoch aufgeschossener junger Mann, der durch einen Zufall in die Welt des Instrumentenbaus gelangte. 1971 geboren im Oberbergischen, startete er nach der Schulzeit eine Werkzeugmacher-Ausbildung mit der Spezialisierung auf Formenbau. Diese Betätigung kam seiner Neigung, nach genauen Maßen zu arbeiten, sehr entgegen. Er konzentrierte sich dabei auf Formen für die Autoindustrie und musste hauptsächlich mit Stahlformen umgehen, „kaltem Stahl“, wie er mir gerne im Gespräch versichert.

Bis ein Unfall Mitte der Neunziger Jahre seinen bisherigen Lebensweg jäh unterbrach und er nach einem Jahr Reha die Bekanntschaft mit einem Geigenbauer machte. Er entdeckte seine Liebe zu Musikinstrumenten, das Cello hatte es ihm alsbald angetan. Ab 1999 wechselte er dann sein Berufsfeld, absolvierte später Ausbildungen in Theorie und Praxis des Geigen- und  Cellobaus ( 2001-2002). Dann war seine Entscheidung reif für einen endgültigen Berufswechsel und ein neues persönliches Abenteuer. Er sollte es nicht bereuen. Endlich konnte er mit dem Werkstoff arbeiten, der ihm besonders am Herzen lag. Mit Holz, einem warmen und lebendigen Werkstoff, wie er betont.

Das Jahr 2002 markierte die Wende. Thorsten Theis wagte den Schritt in die Selbständigkeit und eröffnete seine eigene Werkstatt in Reichshof. Seither hat er über 50 Celli gebaut und einen soliden Kundenbestand aufgebaut. Die Violine sei ihm zu klein, sagt er und betont, dass ihm die Maße des Cello doch sehr entgegen kämen und der Klang ihn absolut fasziniere. Insbesondere das berühmte Montagnana-Modell „Sleeping Beauty“ hatte es ihm angetan. Er hatte es bei Heinrich Schiff, dem jetzigen Besitzer des Modells, erstmals hören können. Das Modell war lange auch im Besitz des großen Cellisten Gregor Piatigorsky, der die gold-orangene Farbe hervorhob, die immer noch original erhalten war. Hier kommt Thorsten Theis ins Schwärmen und weiß noch diverse Details hinzuzufügen.

In der Tat, die Welt der Celli ist ihm vertraut und er kann blendend davon erzählen und mit den Erfahrungen aus der eigenen Werkstatt verknüpfen. Raimund Trenkler und sein Team sind froh, einen weiteren Cellobauer und Stifter im Kreise der befreundeten Instrumentenbauer zu wissen.

Meisterkurse – Aufbruch in ein neues Zeitalter

Donnerstag, 12. August 2010

Der erste transatlantische digitale Meisterkurs kurz vor dem Start – Weltpremiere im  September 2010

Am 20. September wird es Ernst mit der digitalen Lerntechnologie. Dann wird in Kronberg in den Räumlichkeiten der so genannten Streitkirche, genauer: in den Räumen des Kronberg Academy Masters, der erste Meisterkurs zwischen einem hiesigen Professor, in diesem Falle David Geringas, und Studenten aus Amerika stattfinden.

Um dieses ambitionierte Projekt auf die Beine zu stellen, waren monatelang vielfältige technische und organisatorische Einzelheiten abzuklären und technische Spezifikationen zu studieren. Gegenwärtig läuft die Endphase der Implementierung der notwendigen Komponenten und die Verlegung der nötigen Glasfaser-Anschlüsse und Kabel sowie die Herrichtung eines speziellen Regie-Raumes. Letzterer ist so gut wie fertig gestellt. In diesem Raum in der Streitkirche (der ehemalige Noten-Raum des Elite-Studienganges) werden künftig bei jeder Lernstunde (technisch gesprochen: eine Session) zwei  Techniker der  Partner-Firma NOVUM vor Ort sein, um den sicheren technischen Ablauf der Unterrichtsstunde zu gewährleisten.

Ein kurzer Foto-Termin in den Räumlichkeiten der Streitkirche Anfang der Woche bezeugt den Stand der Arbeiten. Wie seltsam: In der digitalen (stofflosen) Welt sind es am Ende des Tages doch wieder Drähte, Kanäle, Leitungen und Schrauben, Blenden und Gerätekästen (Racks), die für den leisen und unsichtbaren Fluss der Bits und Bytes benötigt werden. Das in Kronberg realisierte Konzept setzt auf hochwertigste Bild- und Tonqualität, da ein grenzüberschreitender Meisterkurs natürlich die allerfeinsten Nuancen erlebbar machen muss. Mit anderen Worten, die Anforderungen an die entsprechende Infrastruktur auf beiden Seiten der Kommunkationskette sind enorm hoch. Die letzten Arbeiten an den Verbindungen und die Installation und Verlegung der letzten Kilometer Glasfaser-Kabels in die Räumlichkeiten der Streitkirche sind vor kurzem abgeschlossen worden. Mein Kurz-Besuch im zukünftigen Regie-Raum, der wie ein modernes Radio-Studio anmutet, hat mich zuversichtlich gestimmt, ja begeistert!

Was die Angelsachsen „Distance Learning“ nennen, tritt nun auch in der Welt der Musik seinen Siegeslauf an. Die Kronberg Academy hat bereits im letzten Jahr ihre Fühler nach New York ausgestreckt, um einen Partner zu akquirieren, und mit der befreundeten „Manhattan School of Music“ einen kompetenten Technologie-Pionier gefunden.

Worum geht es beim Distance Learning? Studenten und Professoren, die ansonsten hunderte Kilometer auseinander sind, können sich über diese digitale Brücke austauschen, verständigen und kommunizieren – um Unterricht zu erteilen bzw. aus Sicht der Studenten, unterrichtet zu werden. Unser Kooperationspartner, die angesehene „Manhattan School of Music“ hat hier seit ca. 10 Jahren wertvolle Vorarbeit geleistet. Mittlerweile sind viele Unterrichtsstunden mithilfe dieser Technologie durchgeführt worden. Einer der Künstler, der hier von Anfang an mit Herzblut und Schwung involviert war, ist der weltberühmte Geiger und Bratschist Pinchas Zukerman. Herr Zukerman wird es auch sein, der in Bälde den Studenten des Kronberger Elite-Studienganges in der Streitkirche digital gegenüber sitzen (oder stehen?) wird.

Nun ist die Kronberg Academy wieder einmal in einer Vorreiter-Rolle in Europa und bestätigt erneut ihren Ruf, mutig neue Wege zu gehen. Am 16. August heißt es: Daumen drücken, dass der allererste technische Live-Test glänzend über die Bühne geht und alle technischen Komponenten „mit-spielen“ !

Die echte Premiere mit Professor David Geringas in Kronberg und New Yorker Studenten erfolgt dann einen Monat später: am 20. September gibt es grünes Licht für den ersten transatlantischen digitalen Meisterkurs.

Michael Heinz

Kronberger Sommer / Fotografische Erkundungen in der Altstadt

Dienstag, 27. Juli 2010

Wie man einen brütenden Sommertag überlebt:  Foto-Exkursion und  Nachdenken über Emanuel Feuermann

Ein heißer Juli-Tag – endlich mal keine musikalische Hoch-Saison für uns im Team der Kronberg Academy. Aber, gottlob, die nächsten Jobs stehen vor der Tür und die Vorbereitungen für die Cello-Meisterkurse Ende September laufen schon mit hoher Drehzahl. Und dann sind da auch noch die Vorbereitungen auf den Grand Prix Emanuel Feuermann im November, ein bedeutender internationaler Cello-Wettbewerb, um große Talente zu entdecken.

Es ist ein Montag, die Mittagspause winkt. Die Sonne brütet unerbittlich über der Kronberger Altstadt – die trockene Wärme tut dennoch gut und der leichte, warme Wind machen einen Spaziergang durch die Altstadt-Gassen zu einem Erlebnis. Die Kronberger Burg thront majestätisch in der Juli-Sonne. Fast kommen Urlaubsgefühle auf.  Aber weit gefehlt, es ist ja ein Arbeitstag. Trotzdem,  Zeit für eine Mittags-Unterbrechung winkt, warum nicht das Schöne mit dem Nützlichen verbinden. Neue Inspirationen beim Fotografieren und Wandeln durch das  Altstadt-Gewirr einsammeln und ein paar Gedanken zu neuen Aufgaben entwickeln – so lautet die innere Einstimmung für die nächste Stunde.

Es ist 14.00 Uhr, wenige Menschen sind in der Altstadt unterwegs. Ein idealer Moment, um die vielen Kronberger Sehenswürdigkeiten ungestört, in aller Ruhe, fotografisch einzufangen und all jenen, die Kronberg noch nicht so gut kennen, mit diesen Aufnahmen Appetit auf einen eigenen Rundgang zu machen.  Das Geflecht der Altstadt-Gassen und Strassen durchforsten. Und dabei über die nächsten musikalischen und organisatorischen Herausforderungen unseres Teams aus der Sicht der schreibenden Zunft nachzudenken.

Ich verlasse unsere Arbeitsräume im Receptur-Innenhof und mache mich auf den Weg zu einer Erkundung der speziellen Art. Für die vielen Besucher, die Kronberg hauptsächlich aus der Perspektive der Kammermusik und des Cellos wahrnehmen, so denke ich, wäre es erstrebenswert, einige der markantesten Gebäude und Plätze sowie die Burg und Altstadt mit begeistertem Blick festzuhalten. Während des Suchens nach Motiven, die auch die Spielorte unserer vielen Konzerte mit einschließen – die Johanniskirche und die Streitkirche – grüble ich über die nächste Serie Blogbeiträge nach. Die Vorgabe lautet, im Vorgriff und gewissermaßen zur Einstimmung auf den Grand Prix Wettbewerb im November den großen Cellisten Emanuel Feuermann für einige Wochen wieder verstärkt ins Bewusstsein der Musik-Interessierten zurückzurufen.

Nicht, dass es keine guten Materialien oder Dokumente über ihn gäbe, aber das Bestreben,  diesen vielleicht hoffnungsvollsten Cellisten neben Pablo Casals noch einmal in groben Umrissen in all seiner Genialität lebendig werden zu lassen. Emanuel Feuermann, der Solist, der Kammermusik-Partner, und nicht zu vergessen, der großartige Lehrer und Pädagoge und der Mensch, der in einer schwierigen Zeit sein Leben neu organisieren musste und das Glück hatte, durch Emigration eine neue Heimat zu finden – viele Facetten also. Das wäre der Mühen und Recherchen wert. Das Andenken an diesen so früh verstorbenen Vollblut-Musiker ( er verstarb im Alter von nur 39 Jahren) ist in unseren Räumen allgegenwärtig – viele Fotografien aus seinem Leben, die in ihn auch mit seiner Familie und anderen Musikern zeigen, schmücken einige Wände unserer Büroräume. So ist er stets unter uns, zwischen vielen Plakaten mit all den anderen Großen der Kammermusik wie Mstislav Rostropovich, Gidon Kremer oder David Geringas, um nur einige zu nennen.

Nun, mein Exkurs durch die Altstadt neigt sich dem Ende entgegen, Motive waren reichlich vorhanden. Die Überlegungen zur nächsten  Blog-Serie haben sich deutlicher herauskristallisiert – diese fotografische Auszeit war also im doppelte Sinne lohnenswert.

Mein Fazit: Die warme Luft, die südliche Sonne beflügelt auch hierzulande. Kronberg im Sommer, das ist nicht zu verachten. Back to Work.

Michael Heinz

Cello-Meisterkurse / Die Programm-Broschüre gibt ersten Vorgeschmack

Donnerstag, 22. Juli 2010

Endlich sind sie da, die Programme zu den diesjährigen Cello Meisterkursen und Konzerten 2010.

Soeben vom Drucker gekommen und rasch an die ersten Kollegen im Hause der Receptur verteilt. Mit einer Auflage von 13.000 Stück wollen wir die wichtigsten Informationen zu den Meisterkursen und den sich daran anschließenden öffentlichen Konzerten in die nahe und ferne Welt tragen. Bereits einige Tausend der gefalteten Programmhefte – unsere Flyer – werden derzeit per Post an unsere große Freunde und Förderergemeinschaft versandt. Die andere Hälfte wird nach einem anderen Verteilschlüssel an ausgewählte Interessenten, Journalisten und Musik-Institutionen weitergeleitet. Die logistische Abwicklung der Bekanntmachung und Vermarktung ist ein Kapitel für sich, erfordert gute Planung und natürlich eine gute Adress-Datenbank.

Nun aber zurück zur musikalischen Seite des Flyers. Lernen von den großen Meistern Ihres Faches und gemeinsam mit Ihnen Werke aus dem Bereich Kammermusik aufführen. Darum wird es zwischen dem 20. und 27. September in Kronberg gehen. Aufführungsstätte sind die Johanniskirche im Herzen der pittoresken Altstadt, in unmittelbarer Nähe der Streitkirche wo unser  “Kronberg Academy Masters“ Studiengang beheimatet ist und ferner die Kronberger Stadthalle.

Auf der Titelseite unseres Flyers, der wie immer in Rot und Schwarz gehalten ist, sieht man den jungen ungarischen Cellisten István Várdai bei konzentriertem Spiel. Er ist Sinnbild für die vielen jungen „Meisterschüler“ und Teilnehmer, die nach Kronberg kommen, um gezielte Impulse für die Weiterentwicklung ihrer Spieltechnik zu erhalten und auch ihr musikalisches Wissen und Verständnis vertiefen möchten.

Insgesamt 5 Konzerte werden zwischen dem 23.9. und 27.9. zur Aufführung gelangen. Die Konzerte haben jeweils ein Motto, und das macht bereits jetzt Appetit auf diese Ereignisse. Das erste Konzert, in dem Frans Helmerson eine wichtige Rolle spielen wird, trägt das Motto: „Cello ganz Chopin“. Das  zweite Konzert soll intensiv berühren, es ist betitelt mit: „Cello expressiv“. Das dritte Konzert erhält eine swingende Note: „Der mit dem Cello tanzt“. Das vierte Konzert erhält das Moto „ Bloß Cello„ und schließlich das fünfte Konzert – zugleich der Abschluss der Meisterkurs-Woche – trägt das Motto „Cello-Aussichten“.

Wenn man den in Leporello-Form erstellten Prospekt aufblättert, dann gerät man sehr schnell ins Schwärmen. Großartige Cellisten und feine Werke der Kammermusik, geschrieben für Cello und zum Teil mit Klavierbegleitung, dominieren das Programm. Chopin, César Franck, Beethoven, Granados, Cassadó, Bach, Dutilleux und Alfredo Piatti sind die Komponisten, auf deren Werke man sich freuen darf.

Wer sind die vier Lehrer?

Vier ausgewiesene Cello-Meister haben der  Kronberg Acaemy ihre Teilnahme zugesagt. Es sind keine Geringeren als diese vier namhaften Musiker, einige von Ihnen seit vielen Jahren der Academy bei vielen Auftritten und Projekten aufs engste verbunden: David Geringas, Frans Helmerson, Gary Hoffman und der deutsche Cellist Jens Peter Maintz, der jüngste in diesem Quartett.

Last but not least: zwei „Einstimmungen“ liefern Hintergrund-Wissen. Dr. Susanne Schaal-Gotthardt erläutert einmal das Konzer Nr. 4 ( Jens Peter Maintz, Cello) und Konzert Nr. 1
(mit David Geringas). Dies ist ein Angebot an all jene Musikfreunde, denen die angekündigten Werke noch nicht so vertraut sind.

Was ist noch erwähnenswert? Ja, alle Cello Meisterkurse  sind öffentlich. Laien und Experten, Cellisten oder Nicht-Cellisten, können sich von der intensiven Arbeit zwischen Lehrern und Schülern mitreißen lassen, lediglich ein kleiner Obolus ist zu entrichten.

Wer kann bei den Meisterkursen eine Bewerbung abgeben? Alle interessierten jungen Cellisten, die nicht älter als 29 Jahre sind. Bewerbungsschluss ist der 23. Juli 2010 – die deadline steht vor der Tür – also Gas geben ist angesagt für ambitionierte junge Cellisten, wo immer sie dies auch lesen mögen.

Der Spätsommer kann kommen. Kronberg, die Welthauptstadt des Cello, erwartet viele Besucher aus nah und fern und hr2 als Medienpartner wird für die audio-technische Aufzeichnung auf höchstem Niveau sorgen.

Michael Heinz



Warning: is_executable() [function.is-executable]: open_basedir restriction in effect. File(/usr/local/bin/curl) is not within the allowed path(s): (/home/www/web608/:/usr/share/php/) in /home/www/web608/html/blog/wordpress/wp-includes/class-snoopy.php on line 208