Archiv für die Kategorie „Musikalische Welten“

Als alles anfing (Teil 2)

Sonntag, 22. September 2013

Erinnerungen an Pablo Casals

Für einen leidenschaftlicher Sammler von Fundstücken zur eigenen Geschichte sind die Räumlichkeiten rund um unseren Dachboden von unschätzbarem Wert. Wenn man an die Anfänge denkt, also an unser Gründungsjahr 1993, so wird man daran erinnert, dass unsere Institution mit dem Namen “Internationale Kammermusik-Akademie Kronberg“ gestartet war und und alsbald die Aufmerksamkeit von Musikern, Hochschulen und Musik-Pädagogen auf sich zog.

Beim Betrachten der noch in Gelb und Schwarz produzierten Broschüre, die zum ersten Cello Festival herausgebracht wurde, wird man dann unweigerlich auf den Namen Pablo Casals gelenkt. Wie heißt es auf der Titelseite unserer ersten Festival-Broschüre: „in memoriam Pablo Casals“. Das erste Cello-Festival wurde vom 22. – bis 24. Oktober ausgetragen und der Festivalauftakt fiel auf den 20. Todestag des großen spanischen Cellisten.  Die Broschüre wartete damals mit besonderen Beiträgen zum Leben dieses einmaligen Künstlers auf.

Zwei Beispiele:

Professor Dr. Kurt Pahlen schrieb einen vierseitigen Artikel über den Meister-Cellisten. Pahlen war  Casals mehrfach in seinem eigenen Leben begegnet und verfügte daher über eine tiefe Kenntnis des großen Musikers und Humanisten, der im katalanischen Örtchen Vendrell – unweit Barcelona – geboren wurde.

Ein beeindruckender, intimer Bericht über die vielen Facetten diese Musikers, der im Kern stets einfach, menschlich und zugleich von großer Willenskraft  und festen moralischen Wertvorstellungen geprägt war. Und der zugleich die Wertschätzung für das Geschenk  des Lebens und die Wunder der Natur immer wieder hervorhob. Jung sein und jung bleiben bis ins hohe Alter, dies gelänge nur, wenn man das Leben wertschätzt, so wurde es von ihm berichtet. Wie sagte es Casals mit seinen eigenen Worten: “ Das Bewusstsein vom Wunder des Lebens erfüllt mich mit einem Gefühl  unglaublichen Staunens,  ein menschliches Wesen zu sein. Dann gehe ich an meinen Flügel und spiele zwei Präludien und Fugen von Bach. Die Musik ist für mich nie dasselbe, sie ist jeden Tag etwas Neues, etwas Phantastiches, etwas Unglaubliches. Bach ist, wie die Natur, ein Wunder“.

Diese Worte sind großartig, denke ich und bin zugleich froh, dass wir nun – 20 Jahre später – im Jahre 2013, den Bogen zur Musik von Johann Sebastian Bach doch sehr passend in die Konzertabfolge unseres aktuellen Festivals „Cello Plus“ eingefangen haben. Das erste und das letzte Konzerte sind dem großen Komponisten Johann Sebastian Bach gewidmet.

Aber ich bleibe noch Momente in der Historie, unseren eigenen kurzen Geschichte.

Beim weiteren Durchstöbern der Broschüre stösst man auf einen kurzen Lebenslauf, verfasst von Helga und Rudolf von Tobel. Rudolf von Tobel, ein Schweizer Cellist und Casals-Schüler, der einige Male mit Casals konzertierte und Plattenaufnahmen machte, steuerte in diesem Artikel seinen Blickwinkel auf die besondere Persönlichkeit des Musikers bei. Das Engagement  von Pablo Casals  zur  damaligen Zeit wird einem erst in aller Klarheit deutlich, wenn man sich die folgende Begebenheit mit ihm aus den 50er Jahren vor Augen führt. Zusammen mit Albert Schweitzer, einem Freund und weiteren Streiter und Kämpfer (nicht zu vergessen dessen Orgel-und Bach- Leidenschaft, ) für Menschlichkeit, appellierten beide 1958 an die Großmächte, das Wettrüsten und die Atombombenversuche einzustellen. Dies ist nur einer seiner öffentlichen Bekundungen gewesen, in denen er einen klaren Standpunkt für eine Sache eingenommen hatte. Als Republikaner hatte er aus Überzeugung  Franco-Spanien den Rücken gekehrt und Jahrzehnte keinen Auftritt in seinem Heimatland mehr durchgeführt. Er war ein Mann mit klaren Überzeugungen und unverrückbaren Standpunkten und Haltungen.

Raimund Trenkler, unser Künstlerischer Leiter seit jener Zeit, wird nicht müde, die Bedeutung dieses Jahrhundertkünstlers auch für die heutige Zeit immer wieder aufs neue zu betonen. Dabei ist die einmalige Verbindung zwischen künstlerischer Größe und der Rolle der Menschlichkeit im Leben dieses  Künstlers prägend. In der berühmt gewordenen Bild-Biografie über Casals, mit einmaligen Fotografien des deutschen Fotokünstlers Fritz Henle, kann  man viele großartige Zitate des Katalanen finden.

Nachdenken über Pablo Casals: Er war ein einzigartiger, überragender Künstler und echter Menschenfreund. In aktuellen Gesprächen und Dialogen gerade jetzt müssen wir an ihn und andere gleichgesinnte Musiker denken, wenn das Thema Eintreten für Menschlichkeit und Verantwortung diskutiert wird. Es ist nicht nur Sache von Politikern und Aktivisten, diesem Anliegen Ausdruck zu verleihen, so sind auch wir hier überzeugt. Wie sagt es Raimund Trenkler vor wenigen Tagen: Die Gedanken und Einstellungen von Pablo Casals sind aktueller denn je. Und zitiert ein weiteres Mal den katalanischen Meister, mit einem der berühmtesten Zitate von ihm:  „Kunst und Menschlichkeit sind untrennbar“.

Zurück in den Academy-Alltag.  Mein Ausflug in die ersten beiden Jahrzehnte der Kronberg Academy, insbesondere ins Gründungsjahr,  war alles andere als staubig. Staunen und Bewunderung für einen großartigen Künstler und Menschen, mit dem sich unsere Institution bis heute tief verbunden fühlt, klingen noch lange nach.

Teil 1: “Stöbern im Archiv” ist bereits am 17.9.2013 erschienen

Michael Heinz / Kronberg Academy Team

Mit Musik – Miteinander / Kammermusik-Workshop als Motivationsschub (1)

Dienstag, 17. April 2012

Die Förderung kammermusikalischer Fähigkeiten ist das Hauptziel unseres Projekts Mit Musik – Miteinander. Mit zwei aufeinanderfolgenden Blogbeiträgen wollen wir den Hintergrund und die aufgeführten Werke kurz skizzieren (Teil 1) und erläutern dann im Folgebeitrag, wer die teilnehmenden jungen Instrumentalisten und die drei Dozenten sind.

Nächste Woche ist es wieder soweit: Kronberg wird zum Ziel von 9 jungen Preisträgern der nationalen Jugendmusikwettbewerbe „Jugend musiziert“ (Deutschland),  „Prima la Musica“ (Österreich) und dem Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb.

Der Grund ist das zweimal im Jahr stattfindende öffentliche Kammermusikprojekt für besonders begabte Schüler Mit Musik – Miteinander der Kronberg Academy. In diesem Jahr ist der erste Durchgang am kommenden Wochenende, 20.–22. April. Die nach Kronberg reisenden jungen Teilnehmer sind nicht älter als 20 Jahre. Die Dozenten sind bereits junge, international auftretende Musiker, die am Beginn Ihrer eigenen Karriere stehen. Im zweiten Teil unseres Blogbeitrags werden wir die einzelnen Schüler und Dozenten kurz vorstellen.

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Initiiert und getragen von der Crespo Foundation, stellt dieses Projekt (erstmals im Oktober 2002 durchgeführt) das gemeinsame Erarbeiten von kammermusikalischen Werken in den Mittelpunkt. Die Konzept-Idee ist in Anlehnung an ein anderes Projekt der Academy entwickelt worden. Es handelt sich um das Projekt Chamber Music Connects the World. Bei diesem Projekt kommen junge, hochbegabte Künstler, die zwischen 19 und 29 Jahre alt sind und zu den Besten ihrer Generation gehören, als sog. „Juniors“ nach Kronberg, um mit ihren weltberühmten Lehrern, den „Seniors“ wie etwa Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Steven Isserlis oder András Schiff, kammermusikalische Werke zu erarbeiten. Im Sinne eines Generationenvertrages werden nun die „Juniors“ bei Mit Musik – Miteinander zu „Seniors“ und unterrichten ihrerseits junge Talente zwischen 13 und 20 Jahren. Die drei jungen Dozenten am kommenden Wochenende sind: Guy Ben-Ziony, Alexander Sitkovetsky, István Várdai.

Welche Werke stehen auf dem Programm?

Bei Mit Musik – Miteinander werden von jungen Musikerinnen und Musikern einzelne Sätze aus Werken großer Meister erarbeitet. Passend zum 150sten Geburtstag von Claude Debussy wird der erste Satz des Streichquartetts in g-Moll op.10 Bestandteil des Programms sein. Es ist das einzige Streichquartett aus der Feder des französischen Komponisten. Der Titel „Erstes Streichquartett in g-Moll op.10“ ist insofern bemerkenswert, als keine andere Komposition Debussys die Tonart im Namen trägt und, dass kein anderes Werk Debussys eine Opusnummer trägt. Vermutlich wollte er den Anschein eines renommierten Quartett-Komponisten erwecken, der bereits neun Opus vorzuweisen hat. Das Quartett lässt sich wohl am Besten durch seine „volle verblüffende Originalität und seinen Charme“, aber gleichzeitig durch seine „diabolische Schwierigkeit“ charakterisieren. Eine besondere Herausforderung für unsere jungen Teilnehmer ist also schon hier vorprogrammiert. Neben Mozarts Quintett in C-Dur KV 515 wird es von Guy Ben-Ziony unterrichtet.

Alexander Sitkovetsky hat neben dem berühmten Streichoktett op. 20 von Felix Mendelssohn-Bartholdy ebenfalls ein Werk ausgewählt, das im Schaffen des Komponisten eine besondere Stellung einnimmt: Das Streichquintett in F-Dur von Anton Bruckner ist das einzige Streichquintett, das der Symphoniker schrieb. Es war zu Lebzeiten des Komponisten eines seiner erfolgreichsten Werke. Das Adagio in Ges-Dur wird von Alexander Sitkovetsky gemeinsam mit den Teilnehmern erarbeitet. Es ist der zentrale Satz der Komposition, der Musikwissenschaftler Wilhelm Altmann urteilte sogar: „Hätte Anton Bruckner nur den langsamen Satz seines Quintetts geschrieben, so wäre er bereits unsterblich geworden“.

Außerdem werden noch das berühmte Brandenburgische Konzert Nr.3 von Johann Sebastian Bach unter Mitwirkung aller Dozenten und das Grave und Rondo aus Luigi Boccherinis Quintett für Violoncello und Streichquartett C-Dur op. 28/4 von und mit István Várdai erarbeitet. Luigi Boccherini (1743-1805) war selbst ein bedeutender Cellist seiner Zeit und schrieb unzählige Kammermusikwerke und 110 (!) Streichquintette mit 2 Celli. Er ist ein Wegbereiter der Kammermusik, was die früher kontrovers diskutierte Frage, ob Haydn oder Boccherini das Streichquartett erfunden habe, verdeutlicht.

Vorläufiges Fazit: Das bevorstehende musikalische Wochenende in den Räumen der Streitkirche, das Musikfreunde ohne Eintritt miterleben können, dürfte somit  zu einem abwechslungsreichen Streifzug durch die Musikgeschichte geraten. Der Bogen wird gespannt von Johann Sebastian Bach und reicht bis Claude Debussy. Wir freuen uns über jeden Zuhörer und sind gespannt, welche Spuren die Arbeit in den öffentlichen Workshops beim musikalischen Ausklang am Sonntag, den 22. April, ab 15.00 Uhr hinterlassen wird.

Paul T. Haas / Kronberg Academy

Musikalische Welten / Die Zukunft des Konzerts

Donnerstag, 28. Juli 2011

Vier Thesen

Die Duisburger Philharmoniker haben auf ihrer Blogseite Dacapo jüngst interessierte Musikfreunde und Institutionen aufgerufen, ihre Gedanken zur Zukunft des Konzerts darzulegen. Das Thema wurde mit dem Twitterkürzel #DKDZ versehen, um es auch in den Diskussionsforen und auf der Kurzmitteilungs-Plattform Twitter weiter verfolgen zu können.

Hier nun der Beitrag der Kronberg Academy, aufbereitet  in Thesenform.

These 1: Konzerte vor Ort “live” erleben

Die vor Ort gehörte Live-Musik ist unseres Erachtens unersetzbar! Der unmittelbar erlebte künstlerische Vortrag in einem Live-Konzert, in dem die Künstler mehr oder weniger hautnah erlebt werden, transportiert Emotionen  und individuelle Eindrücke, die es zum einmaligen Erlebnis oder gar “Hör-Abenteuer” werden lassen. Daher sind wir überzeugt, dass dies auch noch in 5 Jahren so gesehen wird und seinen hohen Stellenwert behält – ohne größere Abstriche. Das herausragende Merkmal eines so live gehörten Konzerts ist die Tatsache, dass es in dieser Form nicht wiederholbar ist, mit anderen Worten, es verkörpert  ein einmaliges Erlebnis und repräsentiert daher etwas ungemein wertvolles. Das Wechselspiel zwischen Musikern und ihrem Publikum erzeugt sehr haufig eine unvergleichliche Stimmung und atmosphärische Dichte,  die man als Zuhörer oft als Gänsehaut-Erlebnis lange im Gedächtnis bewahren wird.

These 2: Verbreitung von Konzerten über das Internet

Ohne Frage trägt das Internet mit seinen diversen Formaten (live-Konzerte / Streaming) und Zugriffsmöglichkeiten auf  Video-Sequenzen ( Portale wie etwa YouTube oder VIMEO  zwecks Abruf von historischen oder  aktuelleren Konzerten) auch zur Verbreitung der klassischen Musik bei. Es erhöht auch die Bekanntheit von Musikern, Komponisten, sowie berühmt gewordener Werkaufführungen sowie die Bekanntheit bestimmter Aufführungsorte und Konzertsäle. Daher sind diese Formate eine gute Alternative zum Musik-Hören mittels CDs und DVDs. Aber keinesfalls sind diese Formate ein wirklicher Ersatz für das unmittlebar live gehörte Konzerterlebnis.

These 3: „Dabei-Sein“ und Erleben von Aufführungen im Rahmen von digitalen Meisterklassen

Seit kurzem im Einsatz: die sog. digitalen Meisterklassen bzw. Meisterkurse. Von einigen wenigen Institutionen bereits entwickelt (die Kronberg Academy zählt hier mit zu den Vorreitern) im Bereich der klassischen Musik/Kammermusik.  Es handelt sich hierbei um hochwertige, internet-basierte Unterrichtsformen, bei denen in höchster Audio- und Video-Qualität Schüler mit ihren Lehrern kommunizieren,  wobei Schüler und Lehrer räumlich vollkommen getrennt sind.  Hier ergeben sich für interessierte Zuhörer ( andere Studenten, Musiklehrer, Musik-Journalisten, Musikfreunde) bei Zustimmung der Beteiligten und Ihrer Institutionen die Möglichkeit, einen solche Meisterkurs auch aus der Ferne via Internet mitzuverfolgen ( was ansonsten private Sessions wären).  Ein großer Vorteil der Internet-Technologie kommt hier zum Tragen.

These 4 : Die weitere Entwicklung des Konzerterlebnisses
Das Konzert der Zukunft (DKDZ)

Die technologische Entwicklung des Internets ist weiterhin rasant. Die neuen Online-Formate (wie etwa die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker) werden weiter neue Zuschauerkreise anlocken und so für eine größere Verbreitung von Konzerterlebnissen sorgen (aktuelle wie auch historische). Aber dennoch: der persönliche, vor Ort „live“ erlebte Konzertbesuch sorgt unserer Meinung nach für eine absolut einmalige und nicht ersetzbare Erlebnisintensität und -tiefe, die jeder, der das “echte” Konzerterlebnis je bewusst erlebt hat, nicht missen möchte. So gesehen werden wir auch in 5 Jahren keine generelle Abkehr oder signifikante Abnahme des persönlichen Besuches von Konzerten erleben, seien dies nun Popmusik-Konzerte, Jazzkonzerte oder Konzerte mit klassischer Musik. Die Emotionen  schwappen dort am höchsten, wo Menschen vor Ort dem Konzerterlebnis direkt lauschen. Dies wird auch innerhalb der nächsten 5 Jahre unserer Überzeugung nach so bleiben, trotz des weiteren Siegeszugs des Internets!

Kronberg Academy

Musical Instruments / Brandnew violins that sound like century-old masterpieces

Donnerstag, 7. Juli 2011

Johann Ascher is a young man with strong interests in both music and the arts of crafting instruments, especially stringed instruments. Since 2009 he works in the Hamburg branch of Yamaha, the famous Japanese manufacturer of musical instruments. He has had a chance to visit the violin workshops at the Yamaha headquarters in Hamamatsu and experienced the deep expertise that Yamaha´s violin makers are representing. “It´s all very craft-oriented” he tells us in an interview, “no factory-based process is involved, it´s pure hand-made work executed by highly experienced luthiers”. What Yamaha has been working on in the last couple of years are its new technology called A.R.E., which uses insights from acoustics, biology and living musicians who know (and hear) about all the subtleties that century-old violins are capable of.

Mr. Ascher represented Yamaha on two days during the 2nd violin masterclasses in Kronberg.

The main aim was to build relationships with the young violinists and answer questions of interested musicians and visitors. On display in one of the rooms of the city hall was a original Yamaha violin, model YVN500S, adapting the A.R.E. technology. A.R.E. stands for Acoustic Resonance Enhancements.

So, what is this new Yamaha technology all about?

A.R.E. is an original wood reforming technology made with woods which were processed with this technology. Yamaha´s claim is that the tonal richness of the instruments should be equal to famous old instrument ( e.g. type Stradivarius). A.R.E technology uses precision controlled humidity and temperature to manipulate the molecular properties of the wood into a more acoustically ideal condition (similar to the molecular characteristics of woods in instruments that have been played for years). The process is chemical free, thus an environmentally friendly process. Certain alterations lead to corresponding ideal conditions of those woods (all coming from Europe). A.R.E. will constantly be optimised.

As a result, Yamaha’s high-end violin YVN500S is produced as a new violin, yet with tonal characteristics of an old masterpiece. A few artists have evaluated these violins and stated to possess the ability of very old instruments with characteristics of solid and bright sound, especially in the higher registers.

Mr. Ascher is in charge of developer relations, that means he maintains contacts to leading musicians who want to be involved with the technological developments to be adapted for the optimised crafting of stringed instruments – pertinent to young musicians who can´t afford those precious old instruments. He was admitting that the market for violins is one of the toughest in the musical instrument domain.

When the Academy team learned from Professor Zakhar Bron, one of our teachers within the “Kronberg Academy Masters” study programme. that he was involved with the conceptual design of a new type of violin at Yamaha, we invited Yamaha to present some of those violins to the broader public during our 2nd violin masterclasses and concerts. Professor Bron is providing feedback to the violin developer team of Yamaha for roughly 5 years. His prime interest is the improvement of the acoustics of brand new violins affordable for young, talented musicians. Mr. Ascher has the major task in his product management role to exchange views with the artistic developer partners such as Professor Zakhar Bron and concertmasters Mischa Nodelman ( Neue Philharmonie Westfalen ) and Rainer Küchel (Vienna Philharmonic). In North America violinist Pinchas Zukerman is one of the prime development artists..

According to Mr. Ascher Yamaha has sold about a dozen of those violins and that the company is very patient with the further development of this segment of high quality string instruments. The violins are priced between a few hundred Euros to some 15,000 Euros for the most advanced piece (here the wood is about 10 years old, for the affordable instruments the wood has an age of about 5 years).

While musicians, young violinists and visitors could take a look at the Yamaha Violin on the first floor of the city hall, many musicians stopped by at the giant violin that luthier Ekkard Seidel and bow maker Daniel Schmidt had brought to Kronberg from Markneukirchen.

To summarise,  large and small violins attracted a lot of traffic from musicians and visitors alike during successful eight days of the second violin masterclasses  and concerts in Kronberg.

Michael Heinz

Soojin Han begeistert mit Bach-Werken in Königstein

Donnerstag, 20. Januar 2011

Königstein im Taunus, nur einen Steinwurf entfernt vom Standort der Kronberg Academy, war am dritten Januar-Sonntag im neuen Jahr Schauplatz  eines begeisternden Konzerts mit Kompositionen von Johann Sebastian Bach. Es spielte Soojin Han, Junge Solistin des Kronberg Academy Masters. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Eine immer noch weihnachtlich geschmückte Immanuelkirche bot den herbeiströmenden Besuchern das Gefühl von Festlichkeit und Besinnung. Und das mitten im Januar. Bachsche Musik für Solo Violine erfüllte den mit dutzenden Kerzen hell erleuchteten Kirchenraum. Der massive Schneefall, der den Taunus um die Jahreswende noch massiv zugesetzt hatte, war längst verschwunden. Aber die besinnliche Stimmung in der Kirche und der beeindruckende Auftritt von Soojin Han sorgten dennoch für ein ein tolles Ambiente und ein unvergessliches musikalisches Erlebnis.

Soojin Han freut sich über den Beifall

Soojin Han spielte mit großer Hingabe die beiden Violin-Sonaten Nr. 1 g-Moll und Nr. 2 a-Moll. Zwischen beiden Stücken hatten die Veranstalter eine kurze Pause eingebaut, in der Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer drei berühmte Persönlichkeiten zitierte, die in ihren Beschreibungen die Charakteristika und Einmaligkeit der Bachschen Werke einzufangen versuchten.  Neben Mozart wurden auch der italienische Komponist Ruggiero Leoncavallo und der Orgelmusik spielende Albert Schweitzer zitiert. Allen Beschreibungen war die hohe Anerkennung des Genius von Bach gemeinsam und die Größe seines Schaffens. Diese Werke, so beispielsweise Albert Schweitzer, predigen uns eines, „stille sein und gesammelt sein“. Und ferner: „Was er war und erlebt hat, steht nur in den Tönen“. Mit derlei Zitaten, die die Zuschauer begierig aufnahmen, konnte der zweite Teil des Konzerts noch zu einem spürbaren Höhepunkt reifen.

Hintergrund für diesen Auftritt von Soojin Han bildet die Kooperation zwischen dem Förderverein Kirchenmusik der ev. Immanuel-Gemeinde Königstein und der Kronberg Academy. Raimund Trenkler hatte sich mit dem Vorsitzenden des Königsteiner Fördervereins, Dr. Weber, verständigt, für insgesamt 6 Konzerte zwischen 2009 und 2014 Junge Solisten des Studiengangs der Kronberg Academy zu gewinnen und mit diesen sämtliche Solo-Werke für Violoncello und Violine aufführen zu lassen. Den Auftakt hatte im Jahre 2009 bereits Alina Ibragimova mit 2 Violin-Sonaten gemacht. Es folgte im letzten Jahr der Cellist Benedict Klöckner, der zwei Suiten für Violoncello aufführte.

Soojin Han war nun die dritte Junge Solistin der Kronberg Academy, die die Besucher in Königstein mit dem überwältigenden Klang Bachscher Musik für Solo-Violine in ihren Bann zog. Der lang anhaltende Beifall für die in London lebende Koreanerin war ein starker Beweis für die Wertschätzung ihrer Darbietung.

Kronberg in Winter Wonderland – Impressions and a Look Back

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Kronberg Academy Team finishes a dynamic year 2010

In a few days we will close our books on a dynamic year 2010. During the final days of the year we are all happy to welcome winter wonderland in the world´s cello capital which is Kronberg ( Maestro Rostropovich said this many years ago).

Lots of great projects were successfully delivered. The last big event on our To-Do list was the execution of the third international cello competition “Grand Prix Emanuel Feuermann” in Berlin late November, organised together with the “Universität der Künste Berlin”. 12 semi-finalists gathered in Berlin´s Kammermusiksaal and in the last round just 3 finalists  competed for this prestigious price. In the end, Russian cellist Alexander Buzlov was nominated by the jury as the winner, followed by the British cellist Philip Higham and the German cellist Konstanze von Gutzeit. A marvellous final concert of the winners in the “Konzerthaus” topped the overall event on November 21. Well, a series of other events and projects from January to November created a permanent stream of intense work on our behalf. To mention just a few: cello master classes in September, masters in performance in June, featuring many solo performances of our young soloists, then the chamber music project “Chamber Music Connects the World” in its tenth year. All of these activities received enormous press coverage. Our team delivered background stories on the blog site with current photographs and interviews. Another KA talk was realised, interviewing cello soloist Julian Arp, who participated in the CMCW workshops..

Not to forget the two rounds of our “Mit Musik – Miteinander” workshops where 3 young soloists teach and play with around 10-15 young talented musicians (aged under 20 years).

Besides all this we´ve put a programme of classical music for kids into action, a project that happens every year and we run this three times featuring different compositions and different musical instruments at the centre of the works. This is our contribution to attract young children to the world of classical music. One very special event (on top of what has just been described) was a true world premiere: Gidon Kremer, the world-renowned violinist and leader of the “Kremerata Baltica”, realised his idea to play especially for kids and offer a programme that was highly related to the world of animals. In close cooperation with the Kronberg Zoo, Gidon Kremer and members of his “Kremerate Baltica“ performed two concerts on the estate of the Zoo. And one additional performance which was exclusively given for the German friends and supporters organisation. A major Frankfurt-based radio station (hr2) recorded the concerts and broadcasted some weeks later.

Also for the third time, we celebrated in the heart of Kronberg Mstislav Rostropvichs 3rd death anniversary on April 27.  Seated close to the Rostropovich bust Russian cellist Natalia Gutman performed a movement of Johann Sebastian Bach´s Suite for cello solo with hundreds of interested Kronberg citizens including its mayor.

Our study programme Kronberg Academy Masters blossomed as well. Many master classes were held, and our eminent body of professors is still: Frans Helmerson, Gary Hoffman, Christian Tetzlaff, Nobuko Imai and Ana Chumachenko. During the last two weeks Professor Zakhar Bron from the Musikhochschule Cologne visited Kronberg and conducted master classes with our Young Soloists. The current number of “Kronberg Academy Masters” is now at 13. Interesting developments will happen during the coming year under the leadership of Stephen Potts, who is director of this unique study programme in the world of high calibre musical education.

During the last days of 2010 the team of Kronberg Academy is just finalising the preliminary agenda for the major projects and events in 2011. And we will have many offerings on our plate, you can be sure.

While still struggling with heavy snowfall in recent days (and more to come over Christmas) we are in a state of excitement because we can already grasp what it means to kick-off another successful year of musical performances and gatherings in our city next year, where emotions and commitment are the cornerstones of what we do here in this institution as one team.

A last word: we want to thank all our friends, supporters, musicians young and old, in Germany and in many European countries but also from countries as far away as China, Korea and Japan.

We look forward to present a series of great new musical events during 2011 and hope that our followers and friends grow in numbers but also muscially, emotionally and last but not least, personally.

To all of you: we wish you and your families a Merry Christmas and a Happy New Year!

Our next blog contribution will be published in early January.

Kronberg Academy Team

Feuermann in Amerika (1) – Grand Prix Emanuel Feuermann

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Vor einer Woche ging der Grand Prix Emanuel Feuerman in Berlin mit dem viel beachteten Preisträger-Konzert zu Ende. Das Erinnern an den großen Cellisten wurde auch durch die in der Philharmonie eingerichtete Feuermann-Ausstellung unterstützt. Und gewissermaßen flankierend haben wir versucht, im Rahmen einer Blogreihe einzelne Aspekte im Leben dieses großen Musikers ins Bewusstsein der heutigen Cellisten-Gemeinde zurückzurufen.

Die beiden abschließenden Beiträge gehen auf die letzten Lebensjahre des überragenden Mannes ein und beleuchten dabei insbesondere die Zeit in Amerika sowie einige seiner seine US Konzerte und Plattenproduktionen.

Wir hoffen, dass mit diesen beiden Blogbeiträgen über Emanuel Feuermann unser gerade abgeschlossenes Projekt Grand Prix Emanuel Feuermann einen wohlgerundeten Abschluss erfährt.

Unruhige Jahre – Hoffen auf ein Verbleiben in Europa

Die Jahre nach seinem erzwungenen Ausscheiden in der Hochschule für Musik in Berlin brachten eine intensive Reisezeit mit sich. In jenen Jahren konzertierte er eifrig und war auch mehrmals auf Konzertreisen in den Vereinigten Staaten unterwegs. In den Jahren 1934 und 1935 hatte Feuermann wechselnde Wohnsitze mit Schwerpunkt Schweiz. Im Oktober 1936 erhielt er schließlich eine offizielle Aufenthalts-genehmigung für das Land. Bis 1938 hatte er die Hoffnung, dass London sein permanenter Wohnsitz werden könnte.

Diverse Platten mit unterschiedlichen Ensembles und Orchestern wurde eingespielt. In England entstanden großartige Aufnahmen zusammen mit Myra Hess und Gerald Moore. Erst im Mai 1938 gelang der Durchbruch auch bei den zurückhaltenden englischen Musik-Kritikern, als er beim May-Festival mit dem BBC Symphony Orchester unter Toscanini auftrat. Nun war auch hier der Damm gebrochen, was die Anerkennung seiner großen Meisterschaft und einzigartigen Stellung als bester Cellist neben Casals anging.

Die Zeit zwischen 1933 und 1938 war von Rastlosigkeit geprägt,  Feuermann gab hunderte von Konzerten in Europa, Asien, Südamerika und absolvierte zwei Konzertreisen durch Amerika. Ferner spielte er diverse Platten bei den damals führenden Plattengesellschaften ein. Seine Energie und sein Durchhaltevermögen als Solist waren legendär. Oft gab er an einem Abend zwei Cellokonzerte sowie als Zugabe den einen oder anderen Satz aus einer Suite für Violoncello von Bach.

Die „Ein Mann Revolution“ – Feuermanns Riesen-Projekt

Sein größtes Projekt dieser Art war allerdings sein Vorhaben mit Leon Barzin, dem damaligen Leiter und Gründer des Training Orchesters der National Orchestral Association ( N.O.A) in New York. Feuermanns Wunsch war es, sämtliche 13 Konzerte für Cello und Orchester im Rahmen von nur 4 Abonnement-Konzerten in der New Yorker Carnegie Hall aufzuführen (jeweils 2 Konzerte im Februar und März 1938). Nach dem ersten Konzert am 5. Februar 1938 schrieb der damalige Musik-Kritiker der New York Times euphorisch in einem Beitrag von der “One Man Revolution”. Diese Charakterisierung des Spiels von Feuermann war von nun an ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer allseits anerkannten Musikerkarriere in den Staaten.

Feuermanns Zusammenarbeit mit dem legendären Dirigenten Leon Barzin war der Schlüssel zu diesem unglaublichen Projekt. Ein größeres Orchester, wie etwa die New Yorker Philharmoniker, hätte diesen Marathon-Lauf in so kurzer Abfolge nicht leisten können. Die vier Konzerte festigten Feuermanns Standing in Amerika enorm. Nur als Vergleich: erst in den sechziger Jahren wagte sich der große russische Cellist Mstislav Rostropovich erneut an diese Aufgabe heran.

Auch privat tat sich einiges bei Emanuel Feuermann: Während des zweiten Konzerts am 19. Februar 1938 kam seine Tochter Monica zur Welt.

Eine neue Heimat
Während Feuermann immer mit dem Gedanken spielte, trotz der Ausschreitungen gegen jüdische Bürger und der um sich greifenden Kriegstreiberei doch in Europa bleiben zu können, wurde diese Hoffnung begraben, als Hitler-Deutschland im März 1938  Österreich okkupierte. Nun wurde Feuermann klar, dass seine Zukunft eindeutig in Amerika lag. Zwischen April und Oktober 1938 musste der große Cellist neben seinen Konzerten und Meisterkursen alles daran setzen, seine Familie aus Europa herauszubringen. Ende November konnten er und seine Frau Eva die offiziellen Einbürgerungsdokumente im Federal Building von Manhattan persönlich abholen. Die amerikanische Presse berichtete ausführlich über diesen Vorgang und titulierte ihn entweder als deutschen oder als österreichischen Cellisten, der zuvor schon häufig in den Vereinigten Staaten aufgetreten war.

Bisher erschienen:

Zeit zum Erinnern

Bernard Greenhouse remembers

Der Lehrer und Pädagoge (1)

Der Lehrer und Pädagoge (2)

Berliner Jahre

Michael Heinz

Die Jugend-Jury – Grand Prix Emanuel Feuermann

Donnerstag, 25. November 2010

Premiere: Die Jugend-Jury

Stolz und auch ein wenig zufrieden mit Ihrer Arbeit präsentierten sich 9 junge Leute am Freitag, den 19.11. auf der Bühne des Kammermusiksaals der Berliner Philharmonie. Zusammen mit den Mitgliedern der Haupt-Jury und den 12 Semi-Finalisten und dem Moderator des Finaltages, Hans-Jürgen Schatz, reihten sie sich in die Aufstellung der Teilnehmer an diesem Wettbewerb ein. Die Fotografen schossen ein abschließendes „Familienbild“ und beendeten so einen ereignisreichen und spannungsgeladenen Tag. Es war der entscheidende Freitag, als die Gewinner aus der Finalrunde gerade bekannt gegeben waren und die Spannung  allmählich unter allen Beteiligten nachließ. Einige Zuschauer waren noch in der Konzerthalle und ließen die zuletzt aufregenden Minuten allmählich abklingen.

An den Tagen zuvor konnte man die jungen Leute dabei beobachten, wie Sie voller Konzentration den 12 Musikern an den beiden Tagen des Semi-Finales lauschten und eifrig Notizen machten. Eingestimmt auf Ihre Arbeit wurden Sie zuvor von Raimund Trenkler, dem künstlerischen Leiter der Kronberg Academy und zugleich Jury-Mitglied. Wie am Ende von mehreren Mitgliedern der Haupt-Jury zu hören war, war diese Premiere einer Beteiligung von jungen Musikschülern und Studenten als Jugend-Jury geglückt und so als gelungene Erweiterung des Wettbewerbs-Procedere einzustufen.

Jugend-Juroren aus Berlin und Kronberg
Die jungen Leute kamen aus 4 verschiedenen Institutionen. Drei Jugend-Jury Mitglieder (Benjamin Lai, Christoph Heesch, Elia Cohen-Weissert) wurden vom Julius Stern Institut entsandt. Zwei Mitglieder stammten vom Musik-Gymnasium Carl Philipp Emanuel Bach (Valentin Preuss, Wassily Gerassimez). Drei junge Musiker kamen vom Emanuel Feuermann Konservatorium der Kronberg Academy (Robert Gufler, Anthony Orth, Joachim Piepenburg) und ein Teilnehmer kam von der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin.

Thomas Demenga erklärt sein Werk EFEU
Ein vertiefendes Gespräch mit dem Schweizer Komponisten und Cello-Lehrer Thomas Demenga aus Bern war ein weiterer Meilenstein in ihrer Rolle als Juroren während des Wettbewerbs. Thomas Demenga, der auch der Haupt-Jury angehörte, gab sich sehr locker und überaus zugänglich und war offen für Fragen und Kommentare seitens der Jugend-Jury in Bezug auf sein Auftragswerk „EFEU“, das in Berlin zur Uraufführung gelangte. Demenga beschrieb seine Intentionen für dieses Werk und arbeitete die kompositorischen Elemente heraus, die in der Notation auch diverse Bezüge zur Person des Cellisten Feuermann aufwies. Die rege Beteiligung an diesem Gespräch war für Thomas Demenga sicherlich eine angenehme Erfahrung. Nach mehreren Diskussionsrunden untereinander wurde dann in geschlossenen Räumen abgestimmt..

Was Juroren so leisten müssen
Das allgemeine Echo der jungen Leute nach der Wahl aber auch schon in Gesprächen während des Wettbewerbs lautete in etwa so: Die Mitarbeit in einer Jury erfordere Engagement, Konzentration und das Bemühen, jedem Teilnehmer gerecht zu werden und schließlich auch zu erkennen, dass ein solcher Wettbewerb nichts mit Willkür oder gar Manipulation zu tun hat. Alle waren bei der Sache und fühlten sich am Ende sehr motiviert, auch in ihrem eigenen Spiel Fortschritte zu machen. Daher fiel die für Samstag geplante Stadtführung durch Berlin aus – denn alle wollten die Zeit zum Üben nutzen

Ansichten und Einblicke – einige Stimmen
Als Betreuer dieser Gruppe hatte ich Gelegenheit, am Rande des Geschehens mit einigen von Ihnen ein paar Worte zu wechseln und mich nach Ihren Eindrücken zu ihrer Rolle als Juroren zu erkundigen. Hier einige Schlaglichter. Der Sprecher der Jugend-Jury, Wassily Gerassimez, 19 Jahre jung, meinte: “ Was mich am meisten beeindruckt hat, war diese große Anzahl von Musikern. Das war mehr als inspirierend. Man fängt an, mit sich selbst im Dialog die einzelnen Facetten des Auftritts jedes einzelnen Musikers zu reflektieren. Und auf jeden Fall: So ein Wettbewerb ist alles andere als eine Manipulation“. Wassily entdeckte darüber hinaus viele Details und Kleinigkeiten vor dem Beginn eines Auftritts die ihn zuvor nie so aufgefallen waren. Johannes Przygodda, 17 Jahre, hob dies hervor: „ Diese Tage waren äußerst inspirierend, man konnte nun miterleben, wie so ein Wettbewerb tatsächlich funktioniert und abläuft, viel komplizierter und aufwendiger als man sich hatte vorstellen können. Emotionen muss man rüberbringen und man muss etwas zu sagen haben. Man braucht viel Zeit, um all das Gehörte und Erlebte zu verdauen. Wir würden sehr gerne wieder als Juroren mit dabei sein“. Valentin Preuss, 19, gab mir nach dem Preisträgerkonzert noch diesen Gedanken mit auf den Weg: „Die Interpretation eines Werkes ist für mich sehr entscheidend, letztlich bestehe die Kunst darin, die einzelnen Fragmente aus einem Stück zu einen Ganzen bei der Aufführung zusammenzufügen“. Christoph Heesch, 15, brachte es so auf den Punkt: „ Der ganze Wettbewerb treibt mich ganz persönlich an, ich möchte künftig so gut spielen können, wie all diese Musiker, die ich erlebt habe“. Benjamin Lai hob sehr auf die Ausstrahlung der einzelnen Musiker ab und meinte, dass es hier beachtliche Unterschiede zwischen den Semi-Finalisten gegeben habe sowohl in klanglicher, tonlicher als auch in motorischer Hinsicht.

Ich war begeistert und angetan von den Einsichten und Kommentaren der jungen Leute. Eine Premiere für diesen Wettbewerb und zugleich ein Experiment, das sich für alle ausgezahlt hatte.

Michael Heinz

Premiere: Die Jugend-Jury

Berliner Jahre – Grand Prix Emanuel Feuermann

Montag, 15. November 2010

Vier erfüllte Jahre für Feuermann

Feuermann-5

Emanuel Feuermann kam mit 27 Jahren nach Berlin. Bis zum Jahre 1929 hatte er etwa 1.000 Konzerte gegeben, war in etwa 300 Städten und Gemeinden in Deutschland und Europa aufgetreten. Kaum vorstellbar, da das Reisen zu jener Zeit etwas beschwerlicher war als heuzutage. Die grundlegenden technischen Fähigkeiten im Cello-Spiel, so halten es seine Biografen fest, hatte er bis um 1920 voll entwickelt. Die ersten Plattenaufnahmen entstanden zwischen 1925 und 1926, der Klang wurde als rund und technisch einwandfrei eingestuft, aber noch war Feuermann in puncto künstlerischer Ausdruckskraft noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung angelangt. Die Zeit kurz vor seinem Wechsel an die Spree war durch hektische Betriebsamkeit geprägt: Er wechselte zwischen zahlreichen Konzertreisen und diversen Schallplattenaufnahmen. Zum Vergleich: Pablo Casals war 39 Jahre alt, als er die ersten Platten einspielte.

Feuermannn schreibt Geschichte

In der Hauptstadt Berlin erlebte Feuermann nun eine äußerst intensive und zugleich erfüllte Zeit. In mehrfacher Hinsicht waren die Berliner Jahre von Erfolgen bei Konzertauftritten und beim Einspielen bedeutender Werke geprägt.  Die Stelle als Hochschul-Professor an der Hochschule für Musik (Vorgänger-Institution der heutigen Universität der Künste), trat er im Juni 1929 an. Sein Ansehen war nun sehr groß.

Studenten strömten danach aus allen Ecken dieser Welt zu ihm: Junge Leute kamen aus so fernen Länder wie Japan oder dem damaligen Palästina nach Berlin. In seiner Korrespondenz ließ er durchblicken, dass er Spaß an dieser Arbeit hatte obwohl das Niveau der Studenten der Cello-Klasse niedrig gewesen sei, und sein Vorgänger Hugo Becker dafür eigentlich „hinter Schloss und Riegel gehörte“. Ferner erwähnte er in seinen Briefen, dass er mit dem Ruf an die Berliner Hochschule der jüngste Professor für Musik in Deutschland wäre. Die Berliner Hochschule war zu der Zeit ein hervorragendes Lehrinstitut und mit Feuermann verpflichtete sie einen Musiker mit hohem Ansehen. Man hatte jemand,  der sich gerade anschickte, mit Solokonzerten auch international für Furore zu sorgen.

Erfolgswelle in Berlin

Schon 1932, als es in Berlin noch keine durch Nazis getrübte Kulturlandschaft gab, wurde er vom NBC Artists Service für eine umfassende Amerika-Tournee eingeplant, die sich aber schließlich zerschlug. Seine Konzert-Tätigkeit in jener Berliner Zeit war immens. Kaum konnte er sich vor Angeboten retten. Die Gagen waren sehr gut  für die damalige Zeit, obgleich die Zeiten allmählich schwierigen zu werden drohten. Man muss sich vergegenwärtigen, dass Ende der Zwanziger Jahre die Weltwirtschaftskrise in Amerika ausgebrochen war und die Folgen eines bedeutenden wirtschaftlichen Abschwungs allmählich ihre Schatten auch nach Europa warfen. Berlin trat seit Mitte der Zwanziger Jahre die Nachfolge Wiens als dem kulturellen Zentrum Europas an. Seymour Itzkoff, Verfasser einer der zwei Feuermann-Biografien, unterstreicht, wie sehr das damals in Berlin vorherrschende kulturelle Klima auch Feuermann zugute kam. Die Stadt war in den dreißiger Jahren ein Magnet für Kreative und Künstler aus den verschiedensten Ländern.

Kammermusik-Abende und Solauftritte

Zunächst begann Feuermann mit anderen Mitgliedern der Hochschule zu musizieren, dazu gehörten der junge, brillante Geiger Joseph Wolfstahl sowie der aus Hanau stammende Bratschist und Komponist Paul Hindemith. Feuermann und Hindemith, die persönlich befreundet waren, lebten im feinen Berliner Westend und waren gewissermaßen Nachbarn. Feuermann hatte zeitweise ein Apartment in der Franken-Allee, während Hindemith einige Jahre am nahe gelegenen Brixplatz wohnte. Da Wolfsthal bereits im Alter von nur 31 Jahren 1931 verstarb, sprang als Ersatz der als Wunderkind groß gewordene Szymon Goldberg ein.  Dieser war zu der Zeit bereits mit 21 Jahren Konzertmeister des Berliner Philharmonischen Orchesters. Das Trio gab sich den Namen „Hindemith-Trio“ und war auch in Berlin viel auf Bühnen zu sehen  und zu hören. Feuermann begann bald darauf, auch  Solokonzerte zu geben. Seine Schwester Sophie begleitete ihn oft am Klavier, er gab ihr häufiger den Vorrang vor anderen Pianisten. Im Mai 1929 bot man ihm für 45.000 Mark ein Tecchler-Cello an. Seine ursprüngliche Verwendung des vorhandenen Geldes wollte er zunächst auf den Kauf eines Autos verwenden, aber Paul Reifenberg, der Kölner Mäzen, mit dem er sehr befreundet war, riet ihm zum Kauf des Cellos und diesen Rat befolgte Feuermann schließlich. Viele Plattenaufnahmen aus den Berliner Jahren spielte Feuermann daher auf diesem exquisiten Instrument ein ( bis zum Jahre 1932, als er, noch in Berlin lebend, vom Londoner Handelshaus William E. Hill & Sons ein Montagnana-Cello übernahm).

Radikaler politischer Umbruch

Doch dann kam mit der Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten im Januar 1933 die große Wende. Mit Brief vom 8. April 1933 wurde er wegen seiner jüdischen Abstammung von seiner Professur mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Noch im Oktober 1933 besuchte Feuermann im Namen des jüdischen Kulturbundes mehrere deutsche Synagogen, was ein nicht ungefährliches Unterfangen darstellte.

Das Kapitel Deutschland wurde so jäh beendet. Feuermann emigrierte, damals immer noch ledig, ebenso wie seine Trio-Kollegen Szymon Goldberg und Paul Hindemith nach London (letzterer 1938). In England führten Feuermann mit seinen beiden Berliner Kammermusik-Partnern Paul Hindemith und Goldberg diverse bedeutende Trio-Werke der Musikliteratur auf.

Weltweite Konzert-Tourneen

Feuermann ging  nach seiner Berliner Zeit auf Konzertreisen nach Nord- und Südamerika, sowie nach Asien. Kurz darauf gab es ein erneutes musikalisches Highlight. Bei der Uraufführung von Arnold Schönbergs Cellokonzert spielte er den überaus schwierigen Solopart, Dirigent war Sir Thomas Beecham. Pablo Casals war ursprünglich für diesen Part vorgesehen, hatte aber aus terminlichen Gründen abgesagt. 1935 heratete Feuermann Eva Reifenberg, Tochter des Kölner Mäzens Paul Reifenberg. Ein neues Kapitel im Leben des Emanuel Feuermann wurde eingeleitet.

Bisher erschienen in der Blogreihe zum Grand Prix Emanuel Feuermann:

Zeit zum Erinnern

Bernard Greenhouse remembers

Der Lehrer und Pädagoge (1)

Der Lehrer und Pädagoge (2)

Michael Heinz


Der Lehrer und Pädagoge (2) – Grand Prix Emanuel Feuermann

Donnerstag, 11. November 2010

Feuermanns immerwährendes Credo: ein singendes Cello

Emanuel Feuermann - beim Intonieren

Im vorherigen Blogbeitrag hatten wir uns mit den Vorstellungen Emanuel Feuermanns zum Thema Lernen und Üben befasst.

Jetzt sollen mehr die  künstlerischen Qualitäten des Cello-Spiels aus seiner Sicht beleuchtet werden. Es sei nochmals in Erinnerung gerufen, dass in den Augen vieler berühmter Musiker-Zeitgenossen die Meisterschaft im Cello-Spiel durch Feuermann ungeahnte Höhen erlebte. Zur Verdeutlichung ein Zitat des ungarischen Cellisten Janos Starker über ihn:

“I place him as the most important figure for 20th century cello playing . . . . [While] Casals was responsible for establishing cello playing of the modern age, [it was] Feuermann who showed us the way to the next development. The cello was no longer an instrument to be excused because of its difficulty. He overcame all the difficulties which before his time were considered almost invincible obstacles.”

Die Beherrschung des Cellos

“It is surprising how few rules and principles there are and still more surprising how completely they change the entire style of playing. Believe it or not, my dear friend, the really outstanding string players, whether Kreisler, Casals, or Heifetz, are similar to each other in the way they use their muscular systems and handle their instruments and bows. The main differences lie in their different personalities, talents, and ideas, and only to a very small extent in their techniques, for which, again, physical differences are accountable.

Very simply, these rules are not demanded of the performer, but demanded by the instrument. Please understand this point thoroughly, because this is the basic fault of your approach. You have to know your instrument, cello and bow and how to handle them, the demands of the music and your mental and physical abilities and weaknesses to be able to recognize your mistakes, the inadequacies in your playing and to try to correct them. Analysis, patience, and endurance are the main requirements for your development.

One small example: when a cellist plays fast detache notes on the lower strings, you can hardly speak of the sound he produces, rather, you could call it a scratchy noise. The reason? You can only get a good sound from a string if it vibrates. Bring the string to vibration and one of the worst handicaps of the cello disappears. A very simple fact, certainly not a miracle, easy to remedy, yet still not recognized as the source of one of the ugliest and most prevalent ills of cello playing”.

Keine Note ohne Ausdruck und Artikulation

“As in a written sentence the only guidelines are the single words, commas, periods, question marks, etc., so in music notation we have only the bar lines, the bowings, the pitch and length of the single notes, and expression marks (accents, crescendi, etc., play quite a special role). What meaning can there be in a story recited in a monotone? Very little. The words may be recognizable, but there will be little real sense.

When you played for me, I showed you how little attention you have given to this way of looking at music, to this kind of approach, the most important one for a performer that I know of. Of course, partly by chance, partly because we have more to lean on in musical notation than in language, and partly because you have a musical education outside of cello playing, and lastly because one cannot practice and play for years without achieving something, you quite often understood the meaning of the music.

Let me try to explain to you what I mean by approach. Except for groups of fast notes where a given number of notes are one single rhythmical unit, there is not a note in music that should be played without expression or articulation. It can be compared to speaking, in which every syllable has its rhythm and phrasing within a sentence, according to its desired meaning. So, every note must be played according to the intended expression within the musical phrase”.

Musikalität und Spieltechnik

“Here technique, there musicality – an ancient comparison which is senseless and has done great damage to the perfection of playing. There should be a three-part division: mechanism, musicality, and technique, which when used musically is the mechanism.

What should the goal be for a performer, that is for the interpreter of a composition, i.e., the musical expression of another person? To interpret as closely as possible the composer’s intentions, at least what the player believes are his intentions. How can one best accomplish this goal? First one should recognize this goal as such and then control the means that are absolutely necessary for its accomplishment.

In my opinion, a war exists between technique and musicality. It brings with it only confusion, and makes a great performance virtually impossible. If one understands that by musicality is meant that one recognizes the intentions of the composer, then the other half of the term-”technique”-can be explained as possessing the real means necessary for bringing these intentions to fruition……. virtuoso includes: the greatest ability, respect for a piece of art, and the ability to fit one’s personality to the art work. How many of us have this? How many of us believe we have it, and are mistaken about it? And how many could have it if they were guided properly during their development?”

Persönlichkeit und Interpretation

“We must make it clear to ourselves that it would do great harm to Beethoven’s music if each musician were allowed to maintain the essentiality of his own personality for the shaping and molding of Beethoven.

This arrogant attitude does great damage to both music and public. The personality cannot be excluded, but the musician must try to live up to the composer and not bring the composer down to his level. We must take it for granted that of the two, the composer is the greater. The goal which I consider as the most important for the player is: abandon vanity, and ability, if there is any thought behind it at all, will come forth”.

In dieser Blog-Reihe zum Grand Prix  Emanuel Feuermann sind bereits erschienen:

Zeit zum Erinnern

Bernard Greenhouse remembers

Der Lehrer und Pädagoge (1)

Michael Heinz

Der Lehrer und Pädagoge – Grand Prix Emanuel Feuermann

Mittwoch, 10. November 2010

Fordernd und ambitioniert  – die andere Seite des Emanuel Feuermann (Teil 1)

Emanuel Feuermann

Emanuel Feuermann wurde von den bekanntesten Musikern seiner Zeit als genialer und begnadeter Musiker und einer der besten Cellisten seiner Generation gefeiert. Seine Plattenaufnahmen und seine Konzert-Auftritte waren ebenso herausragend und die Zeitzeugen bezeichneten seine Konzerte als unvergessene Erlebnisse. Die Lobreden stammen von vielen Musiker-Kollegen seiner Zeit sowie Künstlern, die ihn auch als Lehrer erlebt haben. Ein Blick auf seine Überzeugungen und Ideen als Pädagoge und Lehrer stellen ohne Frage eine weitere Facette seiner Musiker-Persönlichkeit dar. In diesem Blogbeitrag werden einige Kern-Aussagen und Gedanken aus der einzigen erhaltenen Schrift, die Feuermann eigenhändig verfasst hatte, vorgestellt ( die Originalsschrift ist betitelt „Notes on Interpretation“).

Hieraus wollen wir einige treffende Passagen auswählen und wiedergeben, um Appetit zu machen, sein Spiel und seine Sichtweise hinsichtlich der Aspekte Talent und Persönlichkeit, Praxis und Üben, Musikalität und Technik weiter zu vertiefen, um so den jungen Nachwuchs-Cellisten einiges von der Einzigartigkeit seiner musikalischen Befähigung und seiner Talente als Lehrer spüren zu lassen – gewissermaßen ein Wissenstransfer über die Zeitläufe hinweg.

Die folgenden Gedankengänge und Reflektionen des großen Meisters sind gewiss an Klarheit und Deutlichkeit für Lernende kaum zu übertreffen. Diese Statements stellen aus unserer Sicht einmalige Zeugnisse seiner Rolle als Lehrer und Pädagoge dar. Hier also einige ausgewählte Passagen in der Originalsprache Englisch, um jedwede Verzerrung oder Inkorrektheit zu vermeiden. Die englische Sprache, in der er diese Gedanken zu Papier brachte, war von enormer Überzeugungskraft und Präzision im Ausdruck – eine weitere Fähigkeit dieses Multi-Talents.

Feuermanns Ideal-Vorstellung von einem Lehrer

“My ideal is for the teacher to watch the student during practice. Where would the comparison to painting lie? How and where would it be possible to carry over the art of teaching painting to music? The teacher could work with his students in the same building; in this way students could always have their teachers as “ears” and the teacher could go from room to room, correcting pupils while they are practicing. This would be Utopia! Not only because of the question of room. Candidly, teachers are not always inclined to lend their ears to their pupils for any longer than thirty, forty, or sixty minutes. A significant question remains, whose answer is hardly in the affirmative: how intensively or meaningfully do the teachers themselves practice?”

Das A und O des Cellospiels für junge, ambitionierte Cellisten

Let us take one example of inadequacy in a cellist for an explanation; from the very beginning to the very end, scales play a big role in a cellist’s life. For the beginner the scale is an aid in getting acquainted with notes, intervals, positions, and intonation. After this, scales still remain a daily practice. It is my custom to ask for scales when someone plays an audition for me.

Cellists who play for me are usually considered accomplished, who, as for instance you did, come for some advice, for the “last touch.” But not once have I heard a scale played from which I could have assumed that the player knew even in the slightest the fundamentals of the scale. What do I hear, uncertain intonation, uneven fingers, awkward string crossings and position changes. And what do I like to hear? A scale made up of clean tones, the fingers going down in such a way that the unequal strength of the fingers is hidden; a scale in which audible string crossings do not exist and in which the position is changed so quickly that the difference between a finger placed on the string and a change of position can hardly be felt; thus a row of notes of uniform strength, perfect in intonation and without disrupting, extraneous noises, these are the fundamentals of a scale, the ideal!

How does one approach this idea? Just by playing a scale over and over again, believing everything is done if the scale is played fast and approximately in tune? No. By having such an ideal, an imaginary, perfect, bodyless scale in the mind and in the ear, every cellist can overcome the difficulties of the instrument to a surprising extent.

Die Mühsal des Übens und worauf es sonst noch ankommt

One of the most interesting topics in music and the teaching of music is practice. Here, as in everything, lack of forethought and interest commonly dominate. The pupil receives his assignment, he returns for the lesson, the teacher points out false notes here and there, changes a few fingerings, perhaps suggests more freedom of playing or scolds because the pupil has not given enough time to his lesson, and with this it is over. Even an untalented pupil will with this customary kind of instruction make progress over the years and reach a certain degree of facility.

Counter to this way of teaching is one in which one single method dominates. One teacher constantly emphasizes “technique;” the pupil must practice long hours; above all he must practice difficult pieces, must concentrate on intonation and speed. The mechanism which is so necessary for the beauty and elegance of music is not practiced, but it must be played quickly and clearly. Its melodic qualities and its phrasing are hardly touched; and the real precision work on the instrument, which is as enduring and gratifying as the inside of a watch or as the work of a smithy, does not exist.

During the lessons the student will be constantly reminded of the seriousness, the majesty, the nobility of the artistic profession. Technique or mechanism will be regarded with contempt, with the result that after years of such instruction, the young person, who believes himself an artist, an exceptional person, is sent out into the world, often conceited and arrogant, without being capable of conveying even a vague notion, whether true or false, of art.

Talent und Künstlertum, Amateure und Profis

It is the mechanism alone that is necessary for the juggler, sharpshooter, or maker of fine instruments; on the other hand a “musical” person because of his musicality, his knowledge about the music, or his love for music is still not necessarily an artist.

There are many amateurs who have more sensitivity to music than some artists. There are non-professional people who are experts in the field of music. I knew a French general who had the most amazing knowledge of Bach.

If there is no fitting definition for talent, there is also none for an artist. I believe that an artist is a person who has an inexplicable longing for music, who has a knowledge of the music, combined with mastery of the mechanics of his instrument.

I daresay that it is not any more difficult to play well than to play poorly. Talent plays an important part in how well one plays, but talent alone, unless combined with intelligence, effort, and persistence, is not enough. How often do we meet people, especially in the arts, of whom we can speak as wasted talents. The real talents find their way anyhow. And by these very exceptions, one can say with good conscience that the better balanced one can keep talent and general intelligence, as well as specific intelligence, the better one will play.

Die gesamten Ausführungen kann man unter dieser Web-Adresse abrufen..:
Quelle: http://www.cello.org/heaven/feuer/contents.htm

Bisher sind folgende Blogeiträge bei Kronbergzweinull zum Grand Prix Emanuel Feuermann erschienen:

Zeit zum Erinnern

Bernard Greenhouse remembers

Michael Heinz

Zeit zum Erinnern – Grand Prix Emanuel Feuermann

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Emanuel Feuermann:  Cellist aus Leidenschaft

Die Musik-Welt gedenkt Ende November des Musikers und Weltbürgers Emanuel Feuermann, dem so früh verstorbenen Ausnahme-Cellisten, dessen Karriere kurz vor  seinem 40. Lebensjahr im Mai 1942 jäh beendet wurde. Er starb an den Folgen einer Operation.

Die musikalische Welt verlor damals einen außergewöhnlichen Künstler, dessen überragende Meisterschaft in der virtuosen Handhabung des Cellos bestand. Bereits zu Lebzeiten ein gefeierter Solo-Cellist, gastierte er ausgiebig in USA und Europa und hinterließ überall begeisterte Zuhörer. Am 22. November nun jährt sich sein Todestag zum 68. Male.

Zu seinem Gedenken wird zum dritten Mal der Grand Prix Emanuel Feuermann durchgeführt. Die Kronberg Academy hat die ursprünglich von Boris Pergamenschikow entwickelte Idee eines Wettbewerbs zu seinen Ehren aufgegriffen und in Kooperation mit der Universität der Künste in Berlin daraus einen nunmehr fest etablierten international renommierten Wettbewerb für junge Nachwuchs-Cellisten entwickelt. Erstmals wurde der Wettbewerb im Jahre 2002 durchgeführt, im Jahre 2006 gab es die zweite Auflage und nun in wenigen Wochen wird zum dritte Male der Wettbewerb im Berliner Kammermusik-Saal der Philharmonie gestartet.

Nach wie vor ist das Wissen über den großen Cellisten Feuermann und die Kenntnis der wenigen vorliegenden Biografien recht dünn gesät und bis zum heutigen Tag ist der Bekanntheitsgrad dieses aus Ost-Europa stammenden Musikers immer noch unbefriedigend. Aber alle Kenner der Musik sind sich einig, dass er in einem Atemzuge mit den anderen großen Instrumentalisten des 20. Jahrhunderts zu nennen ist, wie etwa  Arthur Rubinstein, Jascha Heifetz,  Nathan Milstein, Pablo Casals oder auch David Oistrach, Gregor Piatigorsky und Mischa Elman.

In einer lockeren Folge von 4 Beiträgen möchten wir an die Person und den Musiker Emanuel Feuermann erinnern und einige vielleicht weniger bekannte Aspekte seines Lebens aber auch seine Wirkung auf die nachfolgenden Künstler-Generationen würdigen.

Welche Aspekte wolllen wir näher beleuchten?

Einmal soll es darum gehen, den Lehrer Feuermann zu skizzieren, dann werden weitere Beiträge sich mit seiner Zeit in Berlin, in Amerika und mit seinen besten Aufnahmen auf Schallplatte sowie seinen fulminanten Konzert-Auftritten befassen.

Schließlich sollen im Schlussbeitrag einige Facetten der Persönlichkeit dieses außergewöhnlichen Musikers lebendig werden und einer seiner Schüler zu Wort kommen.

Was wünschen wir uns mit dieser kleinen Serie über den großen Musiker?

Unser Team wünscht sich vor allem interessierte und vielleicht auch begeisterte Leser und lesende Musiker, die sich ermutigt fühlen, mehr über den Menschen und Künstler zu erfahren und von ihm zu lernen und Inspiration zu empfangen. Dann wäre es die Mühe wert gewesen, noch einmal im Hintergrund zu recherchieren und auch das eine  oder andere nicht so Bekannte ans Licht zu fördern. Einen ersten Eindruck vom Wesen dieses Musikers erhält man, wenn man sich das folgende Zitat von ihm vergegenwärtigt. Feuermann, der trotz Ruhm und Jubel zu seinen Lebzeiten keinen Wirbel um seine Person mochte, wollte stets die unglaubliche Ausdrucksvielfalt seines Instruments meistern und den Werken der Komponisten gerecht werden.

Virtuoso should be a title of honor…..the greatest ability, respect for a piece of art and the ability to fit one`s personality to the art work…….I believe that even among the greatest names on the stage, only a few deserve it „
(Emanuel Feuermann, 1942)

Der erste Beitrag erscheint in den nächsten Tagen.

Michael Heinz

Kronberger Sommer / Fotografische Erkundungen in der Altstadt

Dienstag, 27. Juli 2010

Wie man einen brütenden Sommertag überlebt:  Foto-Exkursion und  Nachdenken über Emanuel Feuermann

Ein heißer Juli-Tag – endlich mal keine musikalische Hoch-Saison für uns im Team der Kronberg Academy. Aber, gottlob, die nächsten Jobs stehen vor der Tür und die Vorbereitungen für die Cello-Meisterkurse Ende September laufen schon mit hoher Drehzahl. Und dann sind da auch noch die Vorbereitungen auf den Grand Prix Emanuel Feuermann im November, ein bedeutender internationaler Cello-Wettbewerb, um große Talente zu entdecken.

Es ist ein Montag, die Mittagspause winkt. Die Sonne brütet unerbittlich über der Kronberger Altstadt – die trockene Wärme tut dennoch gut und der leichte, warme Wind machen einen Spaziergang durch die Altstadt-Gassen zu einem Erlebnis. Die Kronberger Burg thront majestätisch in der Juli-Sonne. Fast kommen Urlaubsgefühle auf.  Aber weit gefehlt, es ist ja ein Arbeitstag. Trotzdem,  Zeit für eine Mittags-Unterbrechung winkt, warum nicht das Schöne mit dem Nützlichen verbinden. Neue Inspirationen beim Fotografieren und Wandeln durch das  Altstadt-Gewirr einsammeln und ein paar Gedanken zu neuen Aufgaben entwickeln – so lautet die innere Einstimmung für die nächste Stunde.

Es ist 14.00 Uhr, wenige Menschen sind in der Altstadt unterwegs. Ein idealer Moment, um die vielen Kronberger Sehenswürdigkeiten ungestört, in aller Ruhe, fotografisch einzufangen und all jenen, die Kronberg noch nicht so gut kennen, mit diesen Aufnahmen Appetit auf einen eigenen Rundgang zu machen.  Das Geflecht der Altstadt-Gassen und Strassen durchforsten. Und dabei über die nächsten musikalischen und organisatorischen Herausforderungen unseres Teams aus der Sicht der schreibenden Zunft nachzudenken.

Ich verlasse unsere Arbeitsräume im Receptur-Innenhof und mache mich auf den Weg zu einer Erkundung der speziellen Art. Für die vielen Besucher, die Kronberg hauptsächlich aus der Perspektive der Kammermusik und des Cellos wahrnehmen, so denke ich, wäre es erstrebenswert, einige der markantesten Gebäude und Plätze sowie die Burg und Altstadt mit begeistertem Blick festzuhalten. Während des Suchens nach Motiven, die auch die Spielorte unserer vielen Konzerte mit einschließen – die Johanniskirche und die Streitkirche – grüble ich über die nächste Serie Blogbeiträge nach. Die Vorgabe lautet, im Vorgriff und gewissermaßen zur Einstimmung auf den Grand Prix Wettbewerb im November den großen Cellisten Emanuel Feuermann für einige Wochen wieder verstärkt ins Bewusstsein der Musik-Interessierten zurückzurufen.

Nicht, dass es keine guten Materialien oder Dokumente über ihn gäbe, aber das Bestreben,  diesen vielleicht hoffnungsvollsten Cellisten neben Pablo Casals noch einmal in groben Umrissen in all seiner Genialität lebendig werden zu lassen. Emanuel Feuermann, der Solist, der Kammermusik-Partner, und nicht zu vergessen, der großartige Lehrer und Pädagoge und der Mensch, der in einer schwierigen Zeit sein Leben neu organisieren musste und das Glück hatte, durch Emigration eine neue Heimat zu finden – viele Facetten also. Das wäre der Mühen und Recherchen wert. Das Andenken an diesen so früh verstorbenen Vollblut-Musiker ( er verstarb im Alter von nur 39 Jahren) ist in unseren Räumen allgegenwärtig – viele Fotografien aus seinem Leben, die in ihn auch mit seiner Familie und anderen Musikern zeigen, schmücken einige Wände unserer Büroräume. So ist er stets unter uns, zwischen vielen Plakaten mit all den anderen Großen der Kammermusik wie Mstislav Rostropovich, Gidon Kremer oder David Geringas, um nur einige zu nennen.

Nun, mein Exkurs durch die Altstadt neigt sich dem Ende entgegen, Motive waren reichlich vorhanden. Die Überlegungen zur nächsten  Blog-Serie haben sich deutlicher herauskristallisiert – diese fotografische Auszeit war also im doppelte Sinne lohnenswert.

Mein Fazit: Die warme Luft, die südliche Sonne beflügelt auch hierzulande. Kronberg im Sommer, das ist nicht zu verachten. Back to Work.

Michael Heinz

Musikalische Welten – Riesengeige aus dem Vogtland

Donnerstag, 8. Juli 2010

Kaum zu glauben. Die siebenfach vergrößerte Geige, die 16 Handwerksbetriebe, darunter 3 Bogenmachermeister, zwischen Anfang Januar und Ende Mai 2010 in Markneukirchen zusammengebaut haben, ist bespielbar. Die Riesengeige maß bei Fertigstellung genau 4,27 m. Mit dem 5,22 m langen Bogen ließ man zwei kurze Stücke erklingen: Zum Geburtstag viel Glück und Hoch soll sie leben. „Der Klang war gigantisch“, so Ekkard Seidl, Geigenbaumeister aus dem sächsischen Vogtland, dazu  Ideengeber und Koordinator für dieses anspruchsvolle Projekt.  Zielsetzung war es, die Bedeutung der Geigenbauer-Innung, die seit 333 Jahren in der Stadt Markneukirchen existiert, in Erinnerung zu rufen. Aber auch dem im Juni fälligen Festakt der Stadt anlässlich Ihres 650 Jahre Stadtrechte-Jubiläums den nötigen Prunk zu verleihen. Nicht nur eine flüchtige Feier zu Ehren der Stadt sollte es geben, sondern auch etwas Werthaltiges müsste nach den Festlichkeiten für die Nachwelt erhalten bleiben – auch dies war eine Motivation. Und ein weiteres Jubiläum ganz persönlicher Art gesellte sich dazu. Ekkard feiert im Jahre 2010 sein 25-jähriges Firmen-Jubiläum als selbständiger Geigenbaumeister. Die Idee einer Riesengeige kam ihm in der Vergangenheit schon häufiger in den Sinn, aber im Dezember 2009 begann die heiße Phase für ihn, als er nämlich die Unterstützung vieler Betriebe und Handwerker akquirieren musste und sein Projekt als Teil der städtischen Feierlichkeiten realisieren wollte. Dank seiner guten Kontakte zu Handwerkern, Meistern und Rathaus-Verantwortlichen  gelang es rasch, die nötigen Helfer und Unterstützer für dieses ambitionierte Vorhaben zu gewinnen und sie in seine generalstabsmäßige Planung einzubinden.

In verschiedenen Werkstätten wurden die Bestandteile gefertigt: Wirbel, Saiten, Stimme und Steg, Kinnhalter und Knöpfchen, Decke, Boden und Zargen. Einige dutzend Kilo Fichte, Ahorn und Ebenholz und stolze 6 Liter Holzleim waren nötig, um dieses Meisterwerk hervorzubringen. Gewicht bei Fertigstellung: über 100 kg.  Mit der Gesamtlänge von über 4m ist das Instrument mehr als doppelt so lang wie ein Kontrabass. „Jedes Detail war eine Herausforderung. Formenbau, Werkzeugbau, Platz, Materialbeschaffung und auch die Zeit waren Engpassfaktoren. Ich habe straff organisiert und meine Mitstreiter motiviert. 3 Tage vor dem Umzug war die Geige fertig, es musste nur noch für den großen Auftritt geprobt werden“, so Ekkard Seidl. Am Ende hat es geklappt.

Auf dem Marktlatz konnten sich dann am 6. Juni alle Besucher und Gäste persönlichen vom ausdrucksvollen Klang der Riesengeige überzeugen. Und obendrein sah sie auch noch gut aus. Tatsächlich, diese Riesengeige glich der „normal proportionierten Geige“ enorm, nur halt riesig in den Ausmaßen. Und das war schließlich beabsichtigt.  Als Modell diente den Erbauern eine Geige des großen vogtländischen Meisters Johann Georg Schönfelder II (1750-1824) – absolut originalgetreu nachgebaut. Auf dem bejubelten Umzug anlässlich des Stadt-Jubiläums am 6. Juni war es dann soweit: auf einem Tieflade-Anhänger, gezogen von einem kräftigen PS-starken Traktor, war die Riesengeige fest verzurrt. Schaulustige bestaunten und bejubelten das sächsische Wunderwerk. MDR und Regionalfernsehen waren zur Stelle und hielten diese Momente fest. An einen sachgerechten Eintrag in Wikipedia hat Ekkard Seidl bereits gedacht und so wird die Riesengeige auch im Internet demnächst Ihre Bekanntheit steigern können.

Für die Freunde der Musik, die gerne durch deutsche Lande reisen, denen sei zugerufen: Ein Abstecher in den vogtländischen Musikwinkel lohnt nun umso mehr, seit es Ekkard und seine vielen fleißigen Handwerker-Mitstreiter geschafft haben, diese Geige für die Nachwelt zu produzieren. Nochmal Ekkard Seidl: „Es sollte etwas geschaffen werden, was uns überdauert und noch in Jahrzehnten bewundert wird, von Gag keine Spur“.

Mit ein wenig Glück könnte die Riesengeige im nächsten Frühsommer auch ihren Weg nach Kronberg finden, dann nämlich, wenn die Kronberg Academy zum zweiten mal ihre Geigen Meisterkurse durchführt (19.bis 26. Juni 2011). Zumindst ist das aus heutiger Sicht die Zielsetzung. Für Musikfreunde und Gäste gäbe es dann in der Burgstadt eine weitere Attraktion zu bestaunen. Welch eine Aussicht.

Ein Nachwort: In den folgenden Wochen seit dem 6. Juni gab es viele Anfragen von Musikmessen, Veranstaltern und Firmen, die die Geige zu Werbe-  und Marketingzwecke nutzen wollen. Auch in diese Richtung ein Erfolg für die Stadt und Ihre anerkannte Musikinstrumenten-Tradition. Auf ins Vogtland, Ihr Musiker und Freunde sächsischer Kultur und Gastfreundschaft.

Michael Heinz



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