Artikel-Schlagworte: „Frans Helmerson“

Erste Sternstunden bei den Meisterkursen

Dienstag, 11. September 2012

Wenn man den Job hat, zwischen den Meisterkursen pendeln zu können, um erste Impressionen für einen Blogbeitrag einzufangen, dann darf man wohl mehr als zufrieden sein.

Aber es war nicht nur das Bloggen angesagt. In den Vormittagsstunden des heutigen Tages gab es eine wichtige Besprechung zu unseren Filmaktivitäten. Danach geht es direkt in die Stadthalle, um noch etwas vor der Mittagspause bei David Geringas aufzusaugen an meisterlichen Gedanken zu Shostakovich und César Franck (dies waren zwei der Komponisten, die von den beiden Meisterkurschülern vorgeschlagen waren).

Ich habe also Gelegenheit, die junge russische Cellistin Anastasia Kobekina und den Franzosen Edgar Moreau im großen Saal zu hören. Beide waren im Juni dieses Jahr bei unserem Kammermusikprojekt “Chamber Music Connects the World” dabei.  Anastasia Kobekina spielt mit Hingabe den ersten Satz aus Shostakovichs Cellokonzert. Ein rasantes, expressives und aufwühlendes Werk. Meister Geringas gibt wertvolle Hinweise auf die tiefere Bedeutung dieser Komposition fürs Publikum.

Zwischendurch spricht er viel auf Russisch mit der jungen Anastasia. Manchmal wirft er der anwesenden Mutter von Anastasia, die auch im Publikum ist, einen Blick zu. Ein paar Worte gehen auch in ihre Richtung, sie ist Pianistin. Eine seit Jahren zu ins nach Kronberg reisende Musikliebhaberin aus Frankfurt berichtet mir von Ihrer Begeisterung für den Lehrer Geringas.  “Er ist phantastisch”, lässt sie mich wissen. Begeistert ist sie stets bei unseren Veranstaltungen.

Ihr Musikwissen ist profund, auch jetzt berichtet sie von Vater und Sohn Sanderling und weiss hinzuzufügen, dass Vater Kurt Sanderling noch persönlich mit Shostakovich in Russland befreundet war und ihn als ängstlichen Menschen kennengelernt hatte. Gestern habe sie seinen Sohn Michael Sanderling beim Dirigieren der 5. Sinfonie von Shostakovich in Frankfurt erlebt und sei daher noch mit Klängen dieses Komponisten angereichert.

Ein anderer Besucher der Meisterklasse gibt mir ebenfalls sehr positives Feedback über die gekonnte und engagierte Arbeit des Cello Individualisten und Lehrers David Geringas. Er bezieht sein Urteil auch auf die Geringas Arbeit mit dem jungen Franzosen Edgar Moreau, der nach seiner Einschätzung bereits ein ausserordentlich talentierte Cellist sei. Edgars etwas zarte rechte Bogenhand, so seine Einschätzung, bilde die Schwachstelle und Geringas vermittelt Edgar Moreau, wie man “Dolce” als Ausdruck zu verstehen habe und zeigt den Unterschied auf zwischen leise intonierten Tönen und dem tief empfundenen Spiel von etwas ausserordentlich Schönem. So wie in der Eingangsmelodie der  Cellosonate von César Franck. Beide Meisterkurse sind ein Genuss für mich – ja, in meiner höchst subjektiven Sicht sind es  bereits kleine Sternstunden.

Auch die junge italienische Cellistin Miriam Prandi, die mit vielen anderen aktiven und passiven Kursteilnehmern in der Stadthalle weilt, sagt zu mir nach der Session mit Edgar Moreau, dass Geringas enorm viel Inspiration zu geben habe. Für sie ist das fantastisch, es inspiriere sie selbst enorm und mache ihr Vorfreude auf den baldigen eigenen Meisterkurs am kommenden Samstag. Mein Nachmittag wird gekrönt von einem Meisterkurs bei Frans Helmerson, der die junge Norwegerin Frida Waervaagen mit vielen Einblicken in die Cello Komposition von Beethoven versorgt. Frida ist eine nordische Frohnatur, die gerne lacht und im Kurs bei Helmerson gibt es viel Anlass zu freudigem  Lachen.

Frida ist nach diesem Meisterkurs äußerst gelöst und  happy  und erzählt mir, dass die Meisterkurse bei Frans Helmerson für sie immer etwas spezielles seien. “Er sorgt dafür, dass ich das große Ganze der Komposition sehe und verstehe. Es geht immer um das rein Musikalische”, fügt sie noch an. Und strahlt bei jedem ihrer Worte. Frida kennt Kronberg und war bei unseren Veranstaltungen und Meisterkursen in den Jahren 2005-2007 mehrfach in der Burgstadt. Sie freut sich, nun nach 5 Jahren Abwesenheit wieder hier sein zu können.

Mehr Meisterkurse sind heute nicht drin, es geht weiter zum nächsten Job. Meiner eigenen Inspiration ist Genüge getan. Ein wirklicher praller Tag mit enormen Hörerfahrungen und großartigen Lehrern neigt sich dem Ende entgegen. Zeit zum Verarbeiten bleibt für die Nachtstunden.

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

Cello Meisterkurse / Eindrücke vom ersten Tag

Montag, 10. September 2012

Am Wochenende sind sie nach und nach in Kronberg eingetroffen. Fast 130 junge Cellisten aus 33 Ländern. Heute mussten sie bei 4 namhaften Cello Virtuosen zeigen, was sie können. Bei zwei der vier Dozenten hatte ich Gelegenheit, persönliche Eindrücke mitzunehmen, wie sich das ganze abspielt und welche Atmosphäre zu spüren ist.

Aber beginnen wir von vorn: Der morgendliche Einstieg in diesen ersten “Projekttag” erfolgt in der Stadthalle. Teammitglieder sind schon damit beschäftigt, die Bestuhlung im großen Saal der Stadthalle abzuschließen, denn um 10.30 Uhr geht es mit dem Vorspiel bei Maestro Geringas los.  Fahnen für die Foto-Ausstellung “Vier Cellisten in Kronberg” im ersten Stock werden aufgestellt. Viele andere Handgriffe sind zu tätigen, um alles in Schwung zu bringen.

Im Bistro ist das dortige Team dabei, alles für die erste Speisung am Mittag vorzubereiten. Am Empfang stehen Cao und Lea bereit, um die eintreffenden jungen Cellisten mit ersten Infos und Orientierung zu versorgen. Bald trifft auch Ekkard Seidl, der Geigenbauer aus Markneukirchen ein, ein häufig zu sehender Gast bei uns. Er beginnt sogleich, seine Werkstatt zu errichten. Hilary Peacock richte sich hinter dem Tresen ein und kümmert sich gleichzeitig um ihre abendliche Weiterfahrt nach Frankfurt, wo sie noch Englisch-Unterricht geben  muss.

Ich gehe in die Audition im großen Saal, wo David Geringas zwischen 11.50 – 13.30 Uhr 10 jungen Leuten lauscht, um seine Kandidaten zu finden. Er wird bis 16.30 Uhr damit befasst sein. Nahezu parallel werden in zwei anderen Gebäuden gleichfalls Auditions durchgeführt.  Man merkt den jungen Leuten die Anspannung an, kein Wunder, denn sie wollen ihr bestes geben und als aktive Meisterkursteilnehmer einfach dabei sein. Ich erlebe unteschiedliche Spielstile und Persönlichkeiten. Maestro Geringas sitzt an einem Tisch, nur 2-3 Meter von der Bühne entfernt, wo die jungen Leute postiert sind. Zwischendrin wird er von unserem Künstlerische Leiter Raimund Trenkler unterstützt.

Nach dem Mittagessen geht es weiter. Danach haste ich zur Audition mit Frans Helmerson, das ganze findet in den Räumlichkeiten des Kronberger Malermuseums  in der Streitkirche statt. Ein kleinerer Raum, das ganze intimer, aber die Situation ist die gleiche. Auch hier erlebe ich eine ähnliche Spannung.

Meine Versuche, noch die beide anderen Dozenten, nämlich Jens Peter Maintz und Torleif Thedéen zu erleben, lassen sich wegen fortgeschrittener Zeit nicht mehr realisieren. Egal,  die Fotos die ich vom Vormittag geschossen habe, müssen nun aufbereitet werden. Ein facebook-Eintrag ist auch fällig und dieser Blog will schließlich auch noch ordentlich eingetütet werden. Und Eile ist angesagt, denn das am Abend bevorstehende freudige Zusammenkommen aller Teilnehmer – das Welcome-Dinner – soll den Tag ab 20.00 Uhr im Kronberger Lokschuppen abrunden.

Bevor an diesem Sommerabend unter freiem Himmel Essen und Trinken für Lockerheit und Leichtigkeit sorgen, wird das Herz so mancher Musiker noch höher schlagen, wenn die Namen der ausgewählten aktiven Meisterkursteilnehmer vorgelesen werden. Und in wenigen Minuten geht es los. Daher ist auch dieser erste Tagebuch-Eintrag aus der Team-Perspektive an sein Ende angelangt. Weitere Tagebuch-Notizen von diesen Cello Meisterkursen werden folgen und neue Blogger werden sich hier an dieser Stelle versuchen. Sogar ein Musiker will uns einen Beitrag schreiben. Feine Aussichten für das Web 2-0 Team der Academy.

Die 10. Cello Meistekurse und Konzerte sind nun auf Kurs. Die Wind -u.  Wetterverhältnisse der nächsten Tage sind nicht schlecht. Die heisse Spätsommerphase soll vorbei sein. Frische, kalte Luft und mehr Feuchtigkeit werden für kühle Köpfe sorgen.

Michael Heinz

Kronber Academy Team

Mit Musik – Miteinander / Kammermusik-Workshop als Motivationsschub (2)

Donnerstag, 19. April 2012

Im vorangegangenen Blogbeitrag wurde bereits unser morgen beginnendes Projekt skizziert und die Werke im Überblick vorgestellt. Dieser Beitrag wirft nun ein Licht auf die musizierenden Teilnehmer, nämlich die jungen Dozenten und die neun jungen Musiker, die Erfahrungen im Bereich der Kammermusik sammeln möchten.

Die jungen Musiker

An der Violine werden wir Gregor Hänssler, Eszter Kruchió, Luise Schulte und Dorothea Schupelius erleben. Gregor Hänssler, aus Schopfheim, wurde 1996 geboren und ist sowohl Preisträger des 1. Preises in der Solo und Duo Wertung bei „Jugend musiziert“ als auch 1. Preisträger im Quartett beim Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb. Eszter Kruchió ist 1993 in Budapest geboren, in Wien aufgewachsen und studiert seit 2011 Violine an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg bei Prof. Tanja Becker-Bender. Sie nahm bereits 2009 bei Mit Musik- Miteinander teil und errang mehrfach Preise bei „Prima la Musica“. Luise Schulte ist 1995 in Frankfurt geboren, ist bereits seit 2009 Mitglied des Landesjugendsinfonieorchester (LJSO) Hessen und seit 2011 Schülerin in der Klasse Yvonne Smeulers am Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt. Komplettiert wird der Violinensatz durch die 1996 geborene Dorothea Schupelius aus Berlin. Sie ist Stipendiatin des Deutschen Musikinstrumentenfonds, Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe, wie „Jugend musiziert“ oder dem Klassikwettbewerb Berlin und hat bereits zahlreiche Soloauftritte im In- und Ausland bestritten.

Das unser Projekt Mit Musik – Miteinander zunehmend internationaler wird, zeigt sich diesmal im Bratschensatz. Sara Ferrández ist eine junge talentierte Bratschistin aus Madrid und bereichert die Zusammensetzung der Teilnehmer mit südlichem Flair. 2010 gewann die 1995 geborene Spanierin den dritten Preis beim Internationalen Viola-Cello Wettbewerb Llanes. Sara Ferrández studiert seit 2008 bei Prof. Diemut Poppen und Jonathan Brown an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid. Sie besuchte bereits Meisterkurse bei Jesse Levine, Thomas Riebl und Kim Kashkashian. Neben Sara Ferrández wird Kevin Treiber nach Kronberg kommen. Er wurde 1992 in Taiwan geboren und ist in Frankfurt aufgewachsen. Kevin Treiber ist Preisträger bei „Jugend musiziert“, wird unterrichtet von Máté Szücs, dem Solobratschisten der Berliner Philharmoniker und studiert an der Hochschule für Musik Würzburg bei Prof. Nimrod Guez.

Die Cellisten sind Nina Horn, Jacob Schwarz und Simon Tetzlaff. Die beiden zuletzt genannten jungen Musiker wurden 1996 und 1997 geboren und sind in Hessen groß geworden. Jacob Schwarz aus Oberursel ist Solocellist des Landesjugendsinfonieorchester Hessen und ist Preisträger bei „Jugend Musiziert“, unter anderem gewann er gemeinsam mit dem aus Bad Homburg stammenden Teilnehmer Simon Tetzlaff in der Wertung Cello-Duo den 1. Bundespreis. Simon Tetzlaff ist bereits zum zweiten Mal bei Mit Musik – Miteinander dabei, er erhielt im Alter von 6 Jahren seinen ersten Klavier und mit 9 Jahren seinen ersten Cellounterricht. Zur Zeit wird er von Prof. Susanne Müller-Hornbach unterrichtet. Ina Horn ist die dritte im Bunde der Cellisten. Sie kommt aus Roth bei Nürnberg und erhielt bereits im Alter von 5 Jahren ihren ersten Cellounterricht. Sie gewann 2009 einen ersten Bundespreis bei „Jugend musiziert“ im Duo Cello-Klavier und ist Mitglied des Bundesjugendorchesters.

Die Dozenten

Im ersten Durchgang von MMM in diesem Jahr sind die Dozenten Guy Ben-Ziony (Viola), Alexander Sitkovetsky (Violine) und István Várdai (Violoncello). Guy Ben-Ziony wurde in Israel geboren, studierte in Israel bei Prof. Chaim Taub, in Frankfurt bei Prof. Tabea Zimmermann und ferner in Leipzig bei Prof. Tatjana Masurenko. Seit 2006 hat er selbst eine Professur für Viola an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ in Leipzig übernommen. Guy Ben-Ziony ist kein Unbekannter in Kronberg, denn im Jahre 2000 war er bereits „Junior“ bei Chamber Music Connects the World.

Der Violinist Alexander Sitkovetsky wurde 1983 geboren. Im Alter von acht Jahren wurde er von Yehudi Menuhin an dessen Schule nach England geholt, wo er zunächst von Natasha Boyarsky, zuletzt von Pavel Vernikov unterrichtet wurde. Alexander Sitkovetsky ist Alumnus des Studiengangs Kronberg Academy Masters, seine Lehrerin war Ana Chumachenco. Im Jahr 2010 war er ebenfalls  Junior bei Chamber Music Connects the World.

István Várdai ist der Cellist unseres Workshops, er wurde 1985 geboren und stammt aus einer ungarischen Musikerfamilie. Er wurde im Alter von 12 Jahren bei Prof. László Mezö an der Franz Liszt Musikakademie Budapest aufgenommen. Von 2010 an studierte er bei Prof. Reinhard Latzko an der Wiener Musik-Akademie. Seit 2010 wird István Várdai als Junger Solist der Kronberg Academy von Frans Helmerson unterrichtet. 2008 war er Sieger beim 63. Internationalen Concours de Genève und 2010 nahm auch István Várdai als Junior an Chamber Music Connects the World teil.

Ab Freitag, den 20. April heißt es wieder: Vorhang auf für ein spannendes musikalisches Wochenende in Kronberg!

Paul T. Haas / Kronberg Academy


From fancy fiddler to hard working Young Soloist

Mittwoch, 21. Dezember 2011

An interview with 17 year old Dutch cellist Ella van Poucke

Ella van Poucke turned 17 in April.  Since October  2011 she is a new member of our group of Young Soloists for Kronberg Academy Masters. The professor who will be taking care of her musical development is cellist Frans Helmerson. Last week, shortly before our conversation, Ella had finished a masterclass with Canadian cellist Gary Hoffman, who is also a  permanent Professor in Kronberg.

Asked how to run this interview, Ella smiled and said “My first language is Dutch, second is English and regarding German I can understand quite a bit, speak a few words, but it isn´t enough to let the interview flow in German.”  So we switched to English.

Before we entered Studio 1 in the KAM facilities at Kronberg´s Streitkirche, we took a look at her cello. “It looks quite old“, I remarked.  “No, it isn´t! It was made in 2009, but I would love to have an old one” answered Ella, smiling.

Ella has two brothers and a sister. Her parents provided for a good musical background. Ella´s father is a trained trumpet player for Netherlands  Radio Symphony Orchestra (NRSO). Her mother used to play viola but in recent years she has turned to cooking, professionally and in the family.

Following is a short conversation with Ella, who grew up in a little city near Amsterdam.

1 ) How do you feel in Kronberg?
Ella: It´s a big honour for me to be here! Staying with the best teachers for string instruments and being part of that group of so talented young musicians is very inspiring. It´s a prestigious place to study music.

2) How did you just arrive in Kronberg?
Ella: Well,  I took the train, which is so convenient. I like train rides a lot! There I can sleep,
read and eat! It takes only about 5 hours from Holland.

3) Are you here for the first time?
Ella:  I was in Kronberg last year for the cello masterclasses in September which was a great experience! It all started when I was 15 and taking classes with  Frans Helmerson in Cologne for about a year. He mentioned Kronberg Academy and proposed that I should opt for an audition.  So, during  2009 I travelled to Kronberg the first time and met with Stephen Potts, director of Kronberg Academy Masters. Then I had my first audition. Also I travelled to Kronberg only some weeks ago for attendance of the masterclasses with Gidon Kremer and Volker Biesenbender. Volker lectured on improvisation and Gidon Kremer spoke about music and musicianship. Two very different personalities and styles. Both masterclasses provided a wealth of information.

4) What did you know about KronbergAcademy?
Ella: I heard about the Academy from a friend when I was nine. Later I looked at Kronberg Academy´s homepage on the internet and I found it very appealing.

5) How did your love for playing the cello evolve?
Ella: I started at age 4, taking violin classes. Honestly, I didn´t like it so much,  it was kind of weird. I quit the classes when I was five and a half. Later at age six I discovered the cello and this is what I liked a lot! Then my parents sent me to the Utrecht music school. Looking back I must say the classes became more enjoyable for me and when I was eight it really became more serious and it was fun. I began practicing for myself and at age twelve I was attending the Amsterdam conservatory. Prior to Amsterdam I was also taking classes at Den Haag for about a year. When I was ten I joined a group of young violinists called the “The Fancy Fiddlers”, founded by one of my teachers at the time, Mrs. Coosje Wijzenbeck. There were 20 players in that group and we began to perform concerts.

6) How was musical life in your family?
Ella: I liked to play chamber music. Throughout the day, while at home I also listened to music from my brother and my parents. One of my brothers listened to hip-hop and pop music, my father is a great Jazz fan and he likes the Beatles very much and of course Jazz singers such as Ella Fitzgerald and Billie Holiday. This kind of music I do like as well. In earlier years my mum was playing viola. So I am used to hear her viola sounds from time to time. But in recent years she has concentrated on her cooking job and music became a side activity. On the other hand her vegetarian cooking style is very good for my health. So, overall, music was ubiquitous in our home. And I was exposed to different styles of music.

7) Who was a strong influence for you?
Ella: As I had already mentioned the “The Fancy Fiddlers” were founded by my teacher Coosje Wijzenbeck, and she had a very strong influence on me. Playing together under her leadership was great fun. We often rehearsed string quartets. Another great influence was and still is British cellist Colin Carr, who is a very good friend of my parents. In fact, I very much loved his way of playing, very different from what I learned through Coosje Wyzenbeck. I play with Colin from time to time in famous concert halls such as the Concertgebouw in Amsterdam. At age 13 I played with him Vivaldi´s Double Concerto in that hall. Another influence was Godfried Hoogeveen, whom I met during the Amsterdam Conservatory years. Godfried is a great player, he told me all about music, not technically but rather aspects related to emotions, musicality and various musical styles. He was a student of renowned cellist Gregor Piatigorsky and became my mentor. Attending the cello masterclass at Kronberg Academy in September 2011  was also a great experience. And not to forget: at age 13 I joined the Amsterdam Chamber Music Society and I am still a member of that institution. There I met Christian Bor who was a student of violinist Jascha Heifetz. Christian as well as Godfried Hooogeveen influenced me over the years quite a lot.
While I was attending the Verbier musical festival in 2009 I had the great opportunity to attend masterclasses with Bernard Greenhouse, about 3-4 lessons, an hour each. Mr. Greenhouse told me so much about phrasing. This was very inspiring for me.

How do you relax ?
Well, I love cooking, walking and jogging. Especially jogging is something I enjoy so much. Also right now. Jogging is hard to do here in Kronberg because of the various hills. So it is quite challenging. When I am at home in our house in Holland I enjoy the great kitchen that we have and do cooking activities with great enjoyment.

Which type of music do you play with great enthusiasm? And what kind of music do you listen to, today?
Ella: I listen to a lot of chamber music. Dvorak´s Cello Concerto performed by Colin Carr is something I like to listen to,  over and over. And I listen to a lot of CDs, mostly classical music. And I like to listen what other fellow musicians play.

Playing and rehearsing daily, how many hours a day do you play and how much of sacrifies does this mean?
Ella: Currently I am playing 5-6 hours a day. The act of rehearsing is fun, I enjoy it! I can´t think of any sacrifices. I am really happy when I am playing, every day! But after so many hours each day other things are getting painful. Like carrying the cello case uphill, biking with the cello or sitting long hours in really unhealthy positions. Those things can be a bit of  a burden, but I can´t call them sacrifices.

10) Which expectations do you have with view to your enrollment with “Kronberg Academy Masters”?
Ella: I am working hard! I will learn things that I need to change in my playing. One can never play complete or perfectly. There is always room for improvements and changes. I want to become a solo cellist and play chamber music. But I also could think of myself as becoming a teacher in the future. All Young Soloists know each other and together with the members of the Kronberg Academy team we belong to a family. This is stimulating. We are inspiring ourselves and the lessons and all the work are quite intensive. The good thing is, all is very well organised by the team. The Academy is not just a music school, it is an institution where so much help is available all the time. I am not waiting here for big things to happen, I concentrate on my work and continuous improvements of my playing.

11) How do you use the internet, how often and how long are you online?
Ella: I am not a typical young internet user or TV person. What I like is using Google for searches. I check my email every day but I don´t stay long online. I am on facebook and using this means staying connected with my friends – this is a good thing. And for background information and easy questions I go to Wikipedia. But otherwise the internet is a waste of time. I am not a heavy internet user,  I see the stupid part of it.

Ella, thank you for this interview!

Michael Heinz/Kronberg Academy

“I couldn´t feel any better”

Dienstag, 13. Dezember 2011

An encounter with Pablo Ferrández Castro, 20-year old new Young  Soloist of Kronberg Academy Masters

Just few hours before his concert for the Musikkreis Leyda Ungerer/Freunde Junger Musiker in Bad Homburg´s Schlosskirche was about to start Pablo Ferrández was kind enough to agree on a short interview focussing on his first impressions regarding his new life in Kronberg.

Just 20 year of age, Pablo was admitted as new Young  Soloist of  “Kronberg Academy Masters”, a  unique study programme launched by Kronberg Academy and Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main in 2006.

Coming from a very musical family young Pablo started to play the cello already at age 3. Both his mother and father were enthusiastic for their children (Pablo has a younger sister , age 16, studying viola) to embark on a highly music-influenced development. Pablo´s father, trained as an engineer, turned musician after having heard several musical performances by his fellow countryman Pablo Casals. So the family decided that their first-born child would be named after the great Catalonian cello virtuoso.

Pablo was born in 1991 in Madrid. His mother, a musical teacher, wanted to instill early on musical capabilities by utilising a technique whereby music-oriented capabilities such as absolute pitch might influence her still unborn children. Obviously the results for both Pablo and his sister seem to have had a very positive impact on their musical developments based on their accomplishments so far.  Pablo currently lives in a guest family´s home in Kronberg and all of the facilities of Kronberg Academy lie within 10 m minutes walking distance. He is now one of 13 young people to study here in this city embracing various masterclasses, workshops and specially designed learning activities.

Following are Pablo´s answers to our questions reflecting his first thoughts and impressions

Q: How do you feel right now, having arrived in Germany and living now in Kronberg
Pablo: Well, I am just doing fine. And I am feeling so inspired. I breathe the good air, the colours, the nature around me. I take a lot of walks and do great deal of jogging. I love it all, here! Well, I could not feel better! Parallel to my regular jogging exercises I do work very hard and rehearse about 7 hours a day. I am very motivated. My willpower gets strengthened through my physical training and I love it. At the same time I feel relief  through walking and jogging.

Q: What is different here, compared to living in Spain
Pablo: Overall, Music is so valued in this country. I am encountering people who are enormously knowledgeable to great degree. For me classical music and Germany are just one thing. This is not really the case in my country. I can experience this very closely during and after concerts. Often people approach me here after the concerts and ask questions, and comment on my playing. They reveal insights and understanding. That is very special. On the other hand it is also quite challenging for an artist to play here.

Q: What did you know about Kronberg Academy prior to being approved in our study programme?
Pablo: I knew about Kronberg Academy quite a bit especially with regard to its international reputation. First, it´s famous, then I understood that it´s reaching for the highest standards in its educational programmes. Yes, and the Academy is known for its successes. And it is very well respected in the musical world, including where I come from. That this institution is just concentrating on only 14 students right now, tells a lot. On the other hand, most young musicians that I know, don´t have a real clue how the academy really works. The selection processes are very tough. What I forgot to mention: the famous teachers that are working with the Academy command respect. All this adds up with most young musicians´ assessment of the Academy as being an exclusive institution.

Q: Who have been your greatest influences, musically speaking?

Pablo: My teacher Natalia Shakoskaya in Madrid at the Escuela Superior de Música Reina Sofía. She taught me all important things what it means to play music and what it requires from a musician. She did not impose a particular technique or style or attitude apart from elaborating around the key philosophy on how to see and approach music and a given work of  a composer. Music must come from the inside and it has to be alive and honest. She told me lessons about how to express oneself musically. Natalia gave me everything, I am so grateful to her. Right now I am listening intensely to piano works played by Martha Argerich, that is where I learn many things while listening. I admire her. I don´t listen to lots of cello music, interestingly. Martha Argerich plays in a way, that one thinks the piece is composed in that very moment. This experience, approaching/understanding her enormous musical capabilities is what impacts me strongly  – for quite a while now. And my current teacher Frans Helmerson. He has such a clear understanding of what I need right now. This is fantastic and I am so  happy with him!

Q: Mentioning two great cello players, Pablo Casals  and Emanuel Feuermann and any other you like to mention, what is your  attitude towards these artists?
Pablo: Well, regarding Pablo Casals, we all have great respect for him, he is the grandfather of all other players. I particularly like Casals´s statement about J S Bach:  “Bach´s music means  knowing of everything and being aware of every feeling“.

Regarding Feuermann I can´t say so much because I don´t know enough about him. And then there is Mr. Rostropovich, the great maestro. Yes,  he is incredible. I was introduced to him when I was a small child, but I don´t have personal memories of that encounter.

Q: Living day in day out, with daily hour-long rehearsals, a life fully absorbed by music, how does that feel, are there pains from time to time?
Pablo: I had a very nice childhood and parents that were always caring. The daily practices were never imposed on me or my sister. We developed a sense of our own to rehearse. We are practicing to serve music. The quality and the value of the musical works are so enormous that one has to work so hard in order to be able to come close to the original genius in a given composition. That is absolutely necessary and I am doing it because it s my will to do so. My parents helped me to develop the necessary discipline. Constantly improving one´s playing that has always been my goal, up to now! This also means because of the long hours spent daily that there will be sacrifices, just as in sports! I see a clear parallel between what top sports folks are aiming for and what musicians are striving for in their endeavours. My motto is: we as musicians must work a lot for the sake of the music we are going to perform.

Q: Do you have a personal  vision for your next development steps?
Pablo: I want to become a soloist, performing lots of chamber music. I want to be 100% ready for this profession. Music deserves that the best is being delivered by the players. And I want to fulfill my role in the future not in a commercially driven sense. My music playing shall not be an economic enterprise. I want to make best use of my time with Kronberg Academy, earn the respect of others.

Q: What Do you expect from the educational programme here in Kronberg?
Pablo: At the end of my time in Kronberg I want to feel more complete. And I want to find and explore new possibilities for me. Since all the people in the academy as well as the musicians function altogether quite a bit like a big family I think I will have enough support in my endeavours. And I want to prove that I deserve being one of the students to study here under those great teachers.

Q: Are your parents still closely following your activities?
Pablo: Yes, of course: Our family is very well connectd and we communicate on a daily basis!I tell them about every activity that I do! And my parents keep inspiring me!

Q: What helps you to relax?
Pablo: As I said earlier, it´s jogging. Doing physical exercises/sports is very good. Bu the side effect is, it helps me to move my limits further towards longer distances. Yes, there are pains and sacrifices, but this is okay. I love that feeling! For me “Superacion” is the key in my life, I don´t know the English word for that. Meaning constantly striving to exceed oneself. That´s my way of strengthening my willpower. The will to improve one´s playing, it never stops, so here sports is helping me.

Q:  now our final question, how problematic is the need to be online in the internet, given your daily work schedule?
Pablo: I only can say good things about the internet. I use it daily so to be able to connect to my family, my friends – even when I am far away! I need it – I must stay in contact with my loved ones. So, the internet provides the platform.  And I am a regular user. Whenever I can,  I also use the telephone capability of Skype.

Thanks for the interview, Pablo!

Michael Heinz/Kronberg Academy

Kronberg in Winter Wonderland – Impressions and a Look Back

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Kronberg Academy Team finishes a dynamic year 2010

In a few days we will close our books on a dynamic year 2010. During the final days of the year we are all happy to welcome winter wonderland in the world´s cello capital which is Kronberg ( Maestro Rostropovich said this many years ago).

Lots of great projects were successfully delivered. The last big event on our To-Do list was the execution of the third international cello competition “Grand Prix Emanuel Feuermann” in Berlin late November, organised together with the “Universität der Künste Berlin”. 12 semi-finalists gathered in Berlin´s Kammermusiksaal and in the last round just 3 finalists  competed for this prestigious price. In the end, Russian cellist Alexander Buzlov was nominated by the jury as the winner, followed by the British cellist Philip Higham and the German cellist Konstanze von Gutzeit. A marvellous final concert of the winners in the “Konzerthaus” topped the overall event on November 21. Well, a series of other events and projects from January to November created a permanent stream of intense work on our behalf. To mention just a few: cello master classes in September, masters in performance in June, featuring many solo performances of our young soloists, then the chamber music project “Chamber Music Connects the World” in its tenth year. All of these activities received enormous press coverage. Our team delivered background stories on the blog site with current photographs and interviews. Another KA talk was realised, interviewing cello soloist Julian Arp, who participated in the CMCW workshops..

Not to forget the two rounds of our “Mit Musik – Miteinander” workshops where 3 young soloists teach and play with around 10-15 young talented musicians (aged under 20 years).

Besides all this we´ve put a programme of classical music for kids into action, a project that happens every year and we run this three times featuring different compositions and different musical instruments at the centre of the works. This is our contribution to attract young children to the world of classical music. One very special event (on top of what has just been described) was a true world premiere: Gidon Kremer, the world-renowned violinist and leader of the “Kremerata Baltica”, realised his idea to play especially for kids and offer a programme that was highly related to the world of animals. In close cooperation with the Kronberg Zoo, Gidon Kremer and members of his “Kremerate Baltica“ performed two concerts on the estate of the Zoo. And one additional performance which was exclusively given for the German friends and supporters organisation. A major Frankfurt-based radio station (hr2) recorded the concerts and broadcasted some weeks later.

Also for the third time, we celebrated in the heart of Kronberg Mstislav Rostropvichs 3rd death anniversary on April 27.  Seated close to the Rostropovich bust Russian cellist Natalia Gutman performed a movement of Johann Sebastian Bach´s Suite for cello solo with hundreds of interested Kronberg citizens including its mayor.

Our study programme Kronberg Academy Masters blossomed as well. Many master classes were held, and our eminent body of professors is still: Frans Helmerson, Gary Hoffman, Christian Tetzlaff, Nobuko Imai and Ana Chumachenko. During the last two weeks Professor Zakhar Bron from the Musikhochschule Cologne visited Kronberg and conducted master classes with our Young Soloists. The current number of “Kronberg Academy Masters” is now at 13. Interesting developments will happen during the coming year under the leadership of Stephen Potts, who is director of this unique study programme in the world of high calibre musical education.

During the last days of 2010 the team of Kronberg Academy is just finalising the preliminary agenda for the major projects and events in 2011. And we will have many offerings on our plate, you can be sure.

While still struggling with heavy snowfall in recent days (and more to come over Christmas) we are in a state of excitement because we can already grasp what it means to kick-off another successful year of musical performances and gatherings in our city next year, where emotions and commitment are the cornerstones of what we do here in this institution as one team.

A last word: we want to thank all our friends, supporters, musicians young and old, in Germany and in many European countries but also from countries as far away as China, Korea and Japan.

We look forward to present a series of great new musical events during 2011 and hope that our followers and friends grow in numbers but also muscially, emotionally and last but not least, personally.

To all of you: we wish you and your families a Merry Christmas and a Happy New Year!

Our next blog contribution will be published in early January.

Kronberg Academy Team

Ein Cello als Danke-Schön

Donnerstag, 30. September 2010

Thorsten Theis, seit 2002 als selbständiger Cellobauer im Oberbergischen Land angesiedelt und die letzen Jahre häufiger Ausstellungsgast bei unseren Veranstaltungen, wollte seine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Wollte Dank sagen für die Gelegenheit, nun schon zum x-ten Male auf dieser wichtigen Plattform in Kronberg seine Instrumente ausstellen zu können.

Er eröffnete den Mitarbeitern der Academy seine „Entschluß“ während der Cello Meisterkurse. Am vergangenen Samstag, den 25. September war es soweit: Eines seiner in Frage kommenden Celli wurde ausgewählt und schließlich der Academy zum  Geschenk gemacht. Das Guadagnini–Cello wird in den Bestand des Instrumentenfonds der Kronberg Academy e.V. übergehen. Beim Abschluss-Konzert der Meisterschüler am Montag, den 27.9. wurde Thorsten Theis nochmal auf die Bühne gebeten und Raimund Trenkler sagte ihm herzlichen Dank für seine großzügige Geste. Die anwesenden 500 Zuhörer des Schlusskonzertes waren ebenfalls angetan und spendeten reichlich Beifall für dieses Danke-Schön!

Beim Aussuchen und Probespielen hatte Frans Helmerson am Samstagnachmittag geholfen und bei der Schlussauswahl standen 3 Instrumente in der engeren Auswahl. Schließlich war der Meister Cellist von einer Kopie eines Guadagnini-Modells am meisten überzeugt und traf so die Endauswahl. Das Cello wurde von Thorsten Theis 2008 fertig gestellt und repräsentiert etwa 300 Arbeitsstunden.

Wer nun, fragt man sich, ist dieser sympathische junge Cellobauer?

Thorsten Theis ist ein hoch aufgeschossener junger Mann, der durch einen Zufall in die Welt des Instrumentenbaus gelangte. 1971 geboren im Oberbergischen, startete er nach der Schulzeit eine Werkzeugmacher-Ausbildung mit der Spezialisierung auf Formenbau. Diese Betätigung kam seiner Neigung, nach genauen Maßen zu arbeiten, sehr entgegen. Er konzentrierte sich dabei auf Formen für die Autoindustrie und musste hauptsächlich mit Stahlformen umgehen, „kaltem Stahl“, wie er mir gerne im Gespräch versichert.

Bis ein Unfall Mitte der Neunziger Jahre seinen bisherigen Lebensweg jäh unterbrach und er nach einem Jahr Reha die Bekanntschaft mit einem Geigenbauer machte. Er entdeckte seine Liebe zu Musikinstrumenten, das Cello hatte es ihm alsbald angetan. Ab 1999 wechselte er dann sein Berufsfeld, absolvierte später Ausbildungen in Theorie und Praxis des Geigen- und  Cellobaus ( 2001-2002). Dann war seine Entscheidung reif für einen endgültigen Berufswechsel und ein neues persönliches Abenteuer. Er sollte es nicht bereuen. Endlich konnte er mit dem Werkstoff arbeiten, der ihm besonders am Herzen lag. Mit Holz, einem warmen und lebendigen Werkstoff, wie er betont.

Das Jahr 2002 markierte die Wende. Thorsten Theis wagte den Schritt in die Selbständigkeit und eröffnete seine eigene Werkstatt in Reichshof. Seither hat er über 50 Celli gebaut und einen soliden Kundenbestand aufgebaut. Die Violine sei ihm zu klein, sagt er und betont, dass ihm die Maße des Cello doch sehr entgegen kämen und der Klang ihn absolut fasziniere. Insbesondere das berühmte Montagnana-Modell „Sleeping Beauty“ hatte es ihm angetan. Er hatte es bei Heinrich Schiff, dem jetzigen Besitzer des Modells, erstmals hören können. Das Modell war lange auch im Besitz des großen Cellisten Gregor Piatigorsky, der die gold-orangene Farbe hervorhob, die immer noch original erhalten war. Hier kommt Thorsten Theis ins Schwärmen und weiß noch diverse Details hinzuzufügen.

In der Tat, die Welt der Celli ist ihm vertraut und er kann blendend davon erzählen und mit den Erfahrungen aus der eigenen Werkstatt verknüpfen. Raimund Trenkler und sein Team sind froh, einen weiteren Cellobauer und Stifter im Kreise der befreundeten Instrumentenbauer zu wissen.

Cello-Meisterkurse / Die Programm-Broschüre gibt ersten Vorgeschmack

Donnerstag, 22. Juli 2010

Endlich sind sie da, die Programme zu den diesjährigen Cello Meisterkursen und Konzerten 2010.

Soeben vom Drucker gekommen und rasch an die ersten Kollegen im Hause der Receptur verteilt. Mit einer Auflage von 13.000 Stück wollen wir die wichtigsten Informationen zu den Meisterkursen und den sich daran anschließenden öffentlichen Konzerten in die nahe und ferne Welt tragen. Bereits einige Tausend der gefalteten Programmhefte – unsere Flyer – werden derzeit per Post an unsere große Freunde und Förderergemeinschaft versandt. Die andere Hälfte wird nach einem anderen Verteilschlüssel an ausgewählte Interessenten, Journalisten und Musik-Institutionen weitergeleitet. Die logistische Abwicklung der Bekanntmachung und Vermarktung ist ein Kapitel für sich, erfordert gute Planung und natürlich eine gute Adress-Datenbank.

Nun aber zurück zur musikalischen Seite des Flyers. Lernen von den großen Meistern Ihres Faches und gemeinsam mit Ihnen Werke aus dem Bereich Kammermusik aufführen. Darum wird es zwischen dem 20. und 27. September in Kronberg gehen. Aufführungsstätte sind die Johanniskirche im Herzen der pittoresken Altstadt, in unmittelbarer Nähe der Streitkirche wo unser  “Kronberg Academy Masters“ Studiengang beheimatet ist und ferner die Kronberger Stadthalle.

Auf der Titelseite unseres Flyers, der wie immer in Rot und Schwarz gehalten ist, sieht man den jungen ungarischen Cellisten István Várdai bei konzentriertem Spiel. Er ist Sinnbild für die vielen jungen „Meisterschüler“ und Teilnehmer, die nach Kronberg kommen, um gezielte Impulse für die Weiterentwicklung ihrer Spieltechnik zu erhalten und auch ihr musikalisches Wissen und Verständnis vertiefen möchten.

Insgesamt 5 Konzerte werden zwischen dem 23.9. und 27.9. zur Aufführung gelangen. Die Konzerte haben jeweils ein Motto, und das macht bereits jetzt Appetit auf diese Ereignisse. Das erste Konzert, in dem Frans Helmerson eine wichtige Rolle spielen wird, trägt das Motto: „Cello ganz Chopin“. Das  zweite Konzert soll intensiv berühren, es ist betitelt mit: „Cello expressiv“. Das dritte Konzert erhält eine swingende Note: „Der mit dem Cello tanzt“. Das vierte Konzert erhält das Moto „ Bloß Cello„ und schließlich das fünfte Konzert – zugleich der Abschluss der Meisterkurs-Woche – trägt das Motto „Cello-Aussichten“.

Wenn man den in Leporello-Form erstellten Prospekt aufblättert, dann gerät man sehr schnell ins Schwärmen. Großartige Cellisten und feine Werke der Kammermusik, geschrieben für Cello und zum Teil mit Klavierbegleitung, dominieren das Programm. Chopin, César Franck, Beethoven, Granados, Cassadó, Bach, Dutilleux und Alfredo Piatti sind die Komponisten, auf deren Werke man sich freuen darf.

Wer sind die vier Lehrer?

Vier ausgewiesene Cello-Meister haben der  Kronberg Acaemy ihre Teilnahme zugesagt. Es sind keine Geringeren als diese vier namhaften Musiker, einige von Ihnen seit vielen Jahren der Academy bei vielen Auftritten und Projekten aufs engste verbunden: David Geringas, Frans Helmerson, Gary Hoffman und der deutsche Cellist Jens Peter Maintz, der jüngste in diesem Quartett.

Last but not least: zwei „Einstimmungen“ liefern Hintergrund-Wissen. Dr. Susanne Schaal-Gotthardt erläutert einmal das Konzer Nr. 4 ( Jens Peter Maintz, Cello) und Konzert Nr. 1
(mit David Geringas). Dies ist ein Angebot an all jene Musikfreunde, denen die angekündigten Werke noch nicht so vertraut sind.

Was ist noch erwähnenswert? Ja, alle Cello Meisterkurse  sind öffentlich. Laien und Experten, Cellisten oder Nicht-Cellisten, können sich von der intensiven Arbeit zwischen Lehrern und Schülern mitreißen lassen, lediglich ein kleiner Obolus ist zu entrichten.

Wer kann bei den Meisterkursen eine Bewerbung abgeben? Alle interessierten jungen Cellisten, die nicht älter als 29 Jahre sind. Bewerbungsschluss ist der 23. Juli 2010 – die deadline steht vor der Tür – also Gas geben ist angesagt für ambitionierte junge Cellisten, wo immer sie dies auch lesen mögen.

Der Spätsommer kann kommen. Kronberg, die Welthauptstadt des Cello, erwartet viele Besucher aus nah und fern und hr2 als Medienpartner wird für die audio-technische Aufzeichnung auf höchstem Niveau sorgen.

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Interview mit Raimund Trenkler

Dienstag, 15. Juni 2010

Das 6. Mal ist „Chamber Music Connects the World“ am 19. Mai in Kronberg mit zwei Schlusskonzerten über die Bühne gegangen. In einem ersten rückblickenden Beitrag hatte die Projekt-Verantwortliche Oda Cramer von Laue ( Beitrag vom 29.5.) ihre persönlichen Eindrücke hier an dieser Stelle geschildert. Im folgenden Interview mit Raimund Trenkler, dem künstlerischen Leiter der Kronberg Academy, erfahren wir dessen Einschätzungen über das, was ihn bewegt hat, welche Aufgaben zu bewältigen waren und wie die weitere Zukunft dieses Projekts aussieht.

Michael Heinz: Wie hast Du „das Projekt Chamber Music Connects the World“ im 10. Jubiläumsjahr erlebt?

Raimund Trenkler: Es ist jedes Mal aufs Neue ein Abenteuer, auf was wir uns da einlassen. Es bleibt neu und frisch, denn es sind immer andere junge Musiker und andere Werke, die auf dem Spielplan stehen. Um es gleich vorweg zu nehmen: die Qualität der musikalischen Darbietungen in diesem Jahr, das Niveau der hier angereisten Musiker war durchweg sehr, sehr hoch. Man muss sich vorstellen, es kommen 22 junge Musiker nach Kronberg. Und diese jungen hochbegabten Musiker haben die Chance mit den berühmten Fünf Seniors zusammen zu treffen und gemeinsam Musik einzustudieren. Sie sind ihren Idolen und Vorbildern ganz nahe. Aus der musikalischen Abhängigkeit zwischen den Seniors und Juniors entsteht automatisch auch menschliche Nähe. Und wir schaffen die Rahmenbedingungen, dass dies auf eine besonders vertraute und familiäre Weise geschehen kann. Es entstehen so besondere Konstellationen und die Intensität der Zusammenarbeit ist so nur in der Kammermusik möglich. So manch einer der Juniors hat während der 11 Tage in Kronberg einen musikalisch-virtuosen Höhenflug hingelegt. Das   gemeinsame Ziel ist es, ausgewählte Kammermusik-Werke einzustudieren und ein einmaliges musikalisches Erlebnis zu gestalten – für die Musiker selbst und auch für das Publikum. Und das Publikum kann bereits während der öffentlichen Proben an der Entstehung des Werkes teilhaben.
Einfach einmalig und es wird nie langweilig!


MH: Welche besonderen Herausforderungen waren zu meistern?

RT: Die größte Herausforderung war es, fünf namhafte Musiker dazu zu bewegen, für gut 11 Tage ihre Terminkalender freizuhalten und sie hier zur aktiven Teilnahme beim Projekt „Chamber Music“ in Kronberg zu motivieren. Da es sich um Künstler von Weltrang handelt, kann man sicht leicht vorstellen, dass viele alternative Auftrittsmöglichkeiten und Konzertangebote für diese Musiker mit dem Projekt der Kronberg Academy im Wettstreit liegen. Gidon Kremer, Tatjana Grindenko, András Schiff, Yuri Bashmet und ursprünglich geplant auch der englische Cellist Steven Isserlis, dies war unser Plan.  Dass wir auch das im diesem Jahr wieder einmal geschafft haben, grenzt schon an kleines Wunder. Die kurzfristige Absage von Steven Isserlis hatte ein ernstes Zusatzproblem für uns entstehen lassen, aber der ebenso kurzfristig herbeigeführte Einstieg von Frans Helmerson, der nahtlos in alle zuvor terminierten Stücke von Steven Isserlis einsprang, „rettete uns den Tag“. Das war schon mit viel Schweiß verbunden.

Die zweite riesige Herausforderung: die Zusammenstellung des umfänglichen Probenplans und die während der Veranstaltungen sich immer wieder ergebenden  Änderungen. Das ganze auf Tagesbasis zu managen, insbesondere die jeweils neuen Probenpläne für den folgenden Tag an alle Künstler und die Support-Teams weiter zu leiten, das ist eine enorme logistische Meisterleistung. Der Probenplan ist äußerst komplex.  Tauchen an einer Stelle Änderungen auf, sind viele andere Proben jeweils betroffen und müssen ihrerseits geändert werden. Es gibt viele Abhängigkeiten zu berücksichtigen, und ja, man kann hier schnell Fehler machen und ein kleines Chaos anzetteln. Täglich gab es Änderungen und der Druck auf die Verantwortlichen war über all die Tage sehr groß.

MH: Wie geht es weiter mit „Chamber Music Connects the World“ ?

RT: Das inhaltliche Konzept von „Chamber Music…“ ist besonders tragfähig, da es aufgrund seiner Flexibilität, nämlich immer wieder stets neue junge Musiker auszuwählen und neue Werke aus dem riesigen Reservoir der Kammermusik auszuwählen, viel Raum für Neues und auch Experimentierfreudigkeit ermöglicht. Natürlich, die Kammermusik bildet den Nukleus.

Und was die Chancen zur Teilnahme betrifft:  Im Vordergrund stehen allein das Können und die Leidenschaft der Bewerber der jungen Musiker. Ausführliche Bewerbungen und dann die Auditions für die Ausgewählten bilden die zu überwindenden Hürden. Hier mitmachen zu können ist etwas Außergewöhnliches, das hat sich jedenfalls herumgesprochen. Es beschert den jungen Musikern einmalige Erfahrungen. Wir hören oft von ihnen, wie prägend diese Tage für sie waren.

Neue Akzente können wir  setzen, in dem wir etwa die Einbeziehung von Bläsern in Erwägung ziehen, um so das musikalische Spektrum gleichsam auszudehnen und zu erweitern. Aber diese Entscheidungen haben noch ein wenig Zeit! Was heute schon sicher scheint ist dies: es wird wieder ein neues Abenteuer vor der Tür stehen, wenn 2012 im Mai eine neue Gruppe von ausgewählten jungen Musikern mit Weltkünstlern in Kronberg zusammentreffen werden, um ein neues Kapitel beim Projekt  “Chamber Music” zu schreiben.

Raimund, danke für dieses Gespräch.

Chamber Music Connects the World – ein großartiges Finale

Donnerstag, 20. Mai 2010

Kronberg erlebte am gestrigen 19. Mai einen glanzvollen Kammermusik-Abend, der zugleich den Abschluss des 11-tägigen Projekts „Chamber Music Connects the Word“ bildete.

Fünf weltberühmte Meister ihres Faches (Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Tatjana Grindenko, András Schiff und Frans Helmerson) erarbeiteten Kammermusik-Werke mit über 20 jungen Musikern aus vielen Ländern Europas und Amerika. Aufführungen der einstudierten Werke gab es seit letzen Samstag zu hören.  Das großartige Finale bestand aus zwei fulminanten Konzerten. Das erste Konzert war der Musik Johann Sebastian Bachs gewidmet. Beim Auftakt  erklang das Brandenburgische Konzert Nr. 6 mit Senior Yuri Bashmet, Viola und den Juniors Peijun Xu, István Várdai, Julian Arp, Marcin Zdunik, Olivier Thiery und Zoltán Fejérvári. Im zweiten Teil dieses ersten Konzerts wurde unter Leitung von Gidon Kremer musikalisches Neuland betreten. Es wurden 10 Bachsche Werke für Tasteninstrumente aus dem Repertoire von Glenn Gould mittels moderner Transkriptionen in kammermusikalische Werke umgeformt. Dafür wurden 10 Komponisten gewonnen. Im Saal anwesend waren drei von ihnen: Giya Kancheli, Victor Kisssine und Stevan Kovacs Tickmayer. Das Gesamtwerk bzw. dieser Zyklus von Stücken trug den Namen „The Art of Instrumentation“ und war zugleich eine Uraufführung. Gidon Kremer hatte anlässlich des 10 jährigen Jubiläums von “Chamber Music Connects the World” diese Idee frühzeitig vorgestellt.

Im zweiten Konzert kamen Werke von Edward Elgar (Klavierquintett op. 84) und ein modernes, minimalistisches Stück von Terry Riley zur Aufführung ( „in C“). Das letztere, zweigeteilte Stück endete mit einem bravourösen Hand-Clapping über 10 Minuten, in dem Tatjana Grindenko und ihre 16 Mitspieler einen furiosen Rhythmus „klatschten“, der äußerst markant und präzise mit einem letzten Wirbel der klatschenden 17 Juniors schlagartig und gekonnt sein Ende fand. Tosender Beifall danach. In der Tat ein ungewöhnlicher Abschluss für ein gelungenes Projekt. Laetitia Cropp vom Team der Kronberg Academy, die nach dem Konzert einen Blick in die Partitur warf, war erfreut und überrascht zugleich von den Anweisungen des Komponisten Terry Riley ( tituliert mit “Performance Directions”). Diese besagten, dass je mehr Teilnehmer mitmachen würden, sich das ganze Stück um so besser entfalten könnte. Wenn wir das doch nur früher gewusst hätten, rief mir Laetitia zu. In der Tat, mindestens beim Hand-Clapping hätten wir und auch so manch anderer vom Kronberg Academy Team sicherlich gerne “mitgemischt” – so scherzten wir.

Nach den Konzerten wurde ausgelassen gefeiert. Seniors, Juniors, die Komponisten und Freunde und Förderer plus viele vom Team der Academy vertieften sich bei Kerzenlicht und gutem Wein in viele gute und zumeist heitere Gespräche. Yuri Bashmet krönte die Feier mit seinen Geschicklichkeitstests für so manchen Junior – was die Fotos hoffentlich eindrucksvoll belegen.

Michael Heinz

Kronberg Academy Masters ¦ An introduction by Stephen Potts

Montag, 19. Januar 2009

We have 2 courses at Kronberg Academy Masters providing exciting and unique musical training for gifted young soloists. The first course is a Master of Music (M.Mus) that combines studies at Kronberg Academy Masters with the Hochschule in Frankfurt. By pooling our resources and Professors we maximise the benefits. Most of the practical and career related studies are undertaken with us whilst the more formal aspects of the degree study are undertaken at the Hochschule. The second, Further Masters Studies, is aimed at providing continuing support after completion of the Master of Music.

Why study at Kronberg Academy? Well, clearly the Conservatoires do a good job but they have many young artists to manage every year and can’t give the kind of individual attention that we can provide to promoting the highest standards in music performance and career development. Nor can they provide the distinctive environment that is Kronberg Academy. Just look at our Professorial team: Ana Chumachenco and Christian Tetzlaff (Violin), Nobuko Imai (Viola), Frans Helmerson and Gary Hoffman (Cello) – a ‘dream’ team if ever one existed! There is also myself, someone with years of experience teaching and running specialist music schools and University departments, who, I like to think, is approachable, knowledgeable and with insight into being able to mentor every aspect of a young soloist’s career. Our Studios, with excellent acoustics and new Steinway pianos, match up to the best in the world and there is always a warm, friendly welcome from those who help run the course.

Yes, you have to have a special talent to join but so is great potential. If you are interested in discovering more why not browse the website at Kronberg Academy. Opening the door may prove a moment of inspiration!

Stephen Potts
Director of Kronberg Academy Masters


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