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Aufsteigende Hitze

Donnerstag, 22. Mai 2014

Zwei bedeutende Projekte werfen ihre Schatten voraus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir befinden uns im Wonnemonat Mai. Die Temperaturen klettern stetig nach oben. Von mehreren Seiten wird auch uns – bildlich gesprochen – immer heißer. Unser Team begibt sich langsam in die finale Phase unserer Vorbereitungen für das bedeutende Projekt “Chamber Music Connects the World”. Startschuss ist am 20. Juni. Aus nicht-musikalischer Ecke gibt es ein gewisses Störfeuer aufgrund der in Brasilien am 12. Juni beginnenden Fussball-Weltmeisterschaft, deren Anziehungskräfte in Bezug auf hiesige TV-Termine nicht zu unterschätzen ist. Aber wir haben vorgesorgt: Alle Spiele sind im Ablaufplan integriert und wir wissen aus Erfahrung, dass Seniors und Juniors auch fußballbegeistert sind und bei solch einem bedeutenden Turnier wird es bestimmt auch so manchen leidenschaftlichen international gefärbten Public Viewing-Abend geben. Musikalische Spannung während des Tages wird so am Abend durch manch sportliche Höchstspannung erst so richtig “komplett”.

Bevor wir uns aber im Team endgültig nur noch auf CMCW ( unser internes Kürzel für  obiges Projekt) konzentrieren, sind noch andere Aktivitäten sorgfältig umzusetzen. Vorgeschaltet ist nämlich noch unser Projekt “Masters in Performance”, bei dem mehrere Prüfungskonzerte in Kronberg und Frankfurt sowie Auftritte unserer Jungen Solisten im Rathaus Kronberg anstehen. An fünf Tagen, vom 4. Juni bis 8. Juni, werden Junge Solisten ihr Können dem Kronberger Publikum darbieten. Es werden mehrere Zwischenprüfungen und Examenskonzerte durchgeführt, die für insgesamt fünf unserer Jungen Solisten den Abschluss ihrer jeweiligen Studienabschnitte bilden. Für Pablo Ferrández, Violoncello, und Hyeyoon Park, Violine, ist der 4. Juni der Tag Ihres Examenskonzerts. Ebenso für Ella van Poucke, Violoncello. Sie muss ein Konzert im Rahmen ihrer Zwischenprüfung spielen und beendet damit die Prüfungskonzerte des 4. Juni von “Masters in Performance”. Am folgenden Tag werden Anastasia Kobekina, Violoncello, und Georgy Kovalev, Viola, ihre Zwischenprüfungskonzerte zum Bachelor-Abschluss “hinlegen”. Diese finden in den Frankfurter Räumlichkeiten der  Hochschule für Musik und Darstellende Kunst statt.

Vom Freitag, den 6. Juni bis Sonntag, den 8. Juni
werden wir dann insgesamt elf Junge Solisten zu
Auftritten ins Kronberger Rathaus entsenden, wo diese
mittlerweile schon Tradition, dem Kronberger
Publikum und Gästen aus der Umgebung Kostproben
ihres bis dato erlangten musikalischen Könnens und
ihrer Ausdrucksfähigkeit geben können. In den Pausen
haben die Besucher Gelegenheit, mit den jungen
Künstlern persönlich in Kontakt zu treten. Manche unserer Gäste sind schon seit Jahren dabei und lassen sich nur wenige Auftritte entgehen – wenn überhaupt!

Das erste mal dabei im Team unseres Studiengangs KAM ist Dr. Andrea Stahl, seit
Anfang April voll integriert in unsere Mannschaft.     Andrea ist promovierte Historikerin und hat ein   großes Herz für Opermusik. Im Bereich der  Orchester- und Kammermusik hört sie besonders gerne Kompositionen von Brahms und Beethoven. In der ersten Juni-Woche wird Andrea nun ihre erste Feuerprobe zu bestehen haben und wir sind sicher, dass sie dies mit Bravour meistern wird. Wenn der letzte Auftritt unserer Konzertreihe “Masters in Performnce” am Sonntag, den 8. Juni vorüber ist, dann beginnt für unser Team, sagen wir ab Montag der Folgewoche, so richtig das “Ärmel-Hochkrempeln” mit Blick auf unseren  Jahreshöhepunkt: Die Durchführung von Chamber Music Connects the World.

Dieses einzigartige, weil überaus intime Projekt, bewegt stets Teilnehmer und Zuhörer auf besondere Weise. Aus der praktischen Sicht ist es ein Unterfangen, bei dem ein beträchtliches logistisches Räderwerk in Gang gesetzt wird. Immerhin, es sind volle 10 Tage, die in vielfältiger Hinsicht durchgeplant sein müssen  und an denen die Stadt Kronberg eines ihrer wesentlichen Erkennungsmerkmale voll demonstrieren kann: nämlich eine durch und durch heißblütige Stadt zu sein, in der die Klassische Musik, insbesondere die Kammermusik, auf allerhöchstem Niveau zu erleben ist. Von jungen und etablierten Musikern, im Dialog und im gemeinsamen Musizieren.

Vier musikalische Schwergewichte sorgen für höchste Musikalität und  Ausstrahlung. Wir erwarten vier Meister ihres Faches: Gidon Kremer, Christian Tetzlaff, Kim Kashkashian und Steven Isserlis. Zum 8. Mal stellen wir uns der Herausforderung, den kammermusikalischen Dialog der Generationen zu ermöglichen. Stets mit der Hoffnung, unter den ausgewählten 22 “Juniors” wieder neue Persönlichkeiten zu entdecken, die durch ihr musikalisches Potenzial eine besondere Förderung verdienen. Oder für die die Aufnahme des Studiums im Rahmen des “Kronberg Academy Masters” eine attraktive Möglichkeit zur Weiterentwicklung sein könnte.

Wir lassen uns jedenfalls überraschen und freuen uns auf musikalische Kettenreaktionen, bei der das musikalische Feuer spürbar und nachhaltig auf die junge Generation überspringt. Diese Hitze lieben wir!

Michael Heinz

Kronberg Academy Team

Mit Musik – Miteinander / Kammermusik-Workshop als Motivationsschub (2)

Donnerstag, 19. April 2012

Im vorangegangenen Blogbeitrag wurde bereits unser morgen beginnendes Projekt skizziert und die Werke im Überblick vorgestellt. Dieser Beitrag wirft nun ein Licht auf die musizierenden Teilnehmer, nämlich die jungen Dozenten und die neun jungen Musiker, die Erfahrungen im Bereich der Kammermusik sammeln möchten.

Die jungen Musiker

An der Violine werden wir Gregor Hänssler, Eszter Kruchió, Luise Schulte und Dorothea Schupelius erleben. Gregor Hänssler, aus Schopfheim, wurde 1996 geboren und ist sowohl Preisträger des 1. Preises in der Solo und Duo Wertung bei „Jugend musiziert“ als auch 1. Preisträger im Quartett beim Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb. Eszter Kruchió ist 1993 in Budapest geboren, in Wien aufgewachsen und studiert seit 2011 Violine an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg bei Prof. Tanja Becker-Bender. Sie nahm bereits 2009 bei Mit Musik- Miteinander teil und errang mehrfach Preise bei „Prima la Musica“. Luise Schulte ist 1995 in Frankfurt geboren, ist bereits seit 2009 Mitglied des Landesjugendsinfonieorchester (LJSO) Hessen und seit 2011 Schülerin in der Klasse Yvonne Smeulers am Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt. Komplettiert wird der Violinensatz durch die 1996 geborene Dorothea Schupelius aus Berlin. Sie ist Stipendiatin des Deutschen Musikinstrumentenfonds, Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe, wie „Jugend musiziert“ oder dem Klassikwettbewerb Berlin und hat bereits zahlreiche Soloauftritte im In- und Ausland bestritten.

Das unser Projekt Mit Musik – Miteinander zunehmend internationaler wird, zeigt sich diesmal im Bratschensatz. Sara Ferrández ist eine junge talentierte Bratschistin aus Madrid und bereichert die Zusammensetzung der Teilnehmer mit südlichem Flair. 2010 gewann die 1995 geborene Spanierin den dritten Preis beim Internationalen Viola-Cello Wettbewerb Llanes. Sara Ferrández studiert seit 2008 bei Prof. Diemut Poppen und Jonathan Brown an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid. Sie besuchte bereits Meisterkurse bei Jesse Levine, Thomas Riebl und Kim Kashkashian. Neben Sara Ferrández wird Kevin Treiber nach Kronberg kommen. Er wurde 1992 in Taiwan geboren und ist in Frankfurt aufgewachsen. Kevin Treiber ist Preisträger bei „Jugend musiziert“, wird unterrichtet von Máté Szücs, dem Solobratschisten der Berliner Philharmoniker und studiert an der Hochschule für Musik Würzburg bei Prof. Nimrod Guez.

Die Cellisten sind Nina Horn, Jacob Schwarz und Simon Tetzlaff. Die beiden zuletzt genannten jungen Musiker wurden 1996 und 1997 geboren und sind in Hessen groß geworden. Jacob Schwarz aus Oberursel ist Solocellist des Landesjugendsinfonieorchester Hessen und ist Preisträger bei „Jugend Musiziert“, unter anderem gewann er gemeinsam mit dem aus Bad Homburg stammenden Teilnehmer Simon Tetzlaff in der Wertung Cello-Duo den 1. Bundespreis. Simon Tetzlaff ist bereits zum zweiten Mal bei Mit Musik – Miteinander dabei, er erhielt im Alter von 6 Jahren seinen ersten Klavier und mit 9 Jahren seinen ersten Cellounterricht. Zur Zeit wird er von Prof. Susanne Müller-Hornbach unterrichtet. Ina Horn ist die dritte im Bunde der Cellisten. Sie kommt aus Roth bei Nürnberg und erhielt bereits im Alter von 5 Jahren ihren ersten Cellounterricht. Sie gewann 2009 einen ersten Bundespreis bei „Jugend musiziert“ im Duo Cello-Klavier und ist Mitglied des Bundesjugendorchesters.

Die Dozenten

Im ersten Durchgang von MMM in diesem Jahr sind die Dozenten Guy Ben-Ziony (Viola), Alexander Sitkovetsky (Violine) und István Várdai (Violoncello). Guy Ben-Ziony wurde in Israel geboren, studierte in Israel bei Prof. Chaim Taub, in Frankfurt bei Prof. Tabea Zimmermann und ferner in Leipzig bei Prof. Tatjana Masurenko. Seit 2006 hat er selbst eine Professur für Viola an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ in Leipzig übernommen. Guy Ben-Ziony ist kein Unbekannter in Kronberg, denn im Jahre 2000 war er bereits „Junior“ bei Chamber Music Connects the World.

Der Violinist Alexander Sitkovetsky wurde 1983 geboren. Im Alter von acht Jahren wurde er von Yehudi Menuhin an dessen Schule nach England geholt, wo er zunächst von Natasha Boyarsky, zuletzt von Pavel Vernikov unterrichtet wurde. Alexander Sitkovetsky ist Alumnus des Studiengangs Kronberg Academy Masters, seine Lehrerin war Ana Chumachenco. Im Jahr 2010 war er ebenfalls  Junior bei Chamber Music Connects the World.

István Várdai ist der Cellist unseres Workshops, er wurde 1985 geboren und stammt aus einer ungarischen Musikerfamilie. Er wurde im Alter von 12 Jahren bei Prof. László Mezö an der Franz Liszt Musikakademie Budapest aufgenommen. Von 2010 an studierte er bei Prof. Reinhard Latzko an der Wiener Musik-Akademie. Seit 2010 wird István Várdai als Junger Solist der Kronberg Academy von Frans Helmerson unterrichtet. 2008 war er Sieger beim 63. Internationalen Concours de Genève und 2010 nahm auch István Várdai als Junior an Chamber Music Connects the World teil.

Ab Freitag, den 20. April heißt es wieder: Vorhang auf für ein spannendes musikalisches Wochenende in Kronberg!

Paul T. Haas / Kronberg Academy


Young Soloists / An encounter with Hanna Lee

Donnerstag, 5. April 2012

Being a healthy person

Hanna Lee is a 27 year old viola player who became a Young Soloist of Kronberg Academy Masters in Oct. 2011. She is now belonging to a group of 14 distinct students to complete her musical education with this special study programme for an international solo career degree in Kronberg. Hanna is a very laid-back person who thinks she has many new opportunities to broaden her musical cosmos and pick up the cultural background of all the compositions and composers that she will be encountering while studying at Kronberg Academy.

Since October last year Hanna has been busy visiting masterclasses and making new friends with fellow Young Soloists. Her first major steps in musical education took place in her home country Korea. Hanna attended both the music middle and high school, then joined the Korean National University of Arts in Seoul. There she studied until she was 18.

While Hanna was studying in Korea, she began to appreciate the value of chamber music. At age 18 a decision was made to go to the US and join one of the major conservatories. Between 2002-2004 Hanna attended Curtis Institute of Music in Philadelphia, then between 2004-2008 she went to Boston to continue her musical studies at the famous New England Conservatory. In addition, Hanna attended a couple of famous musical festival events, such as the Verbier Festival (2006, 2008), Ravinia Festival in Chicago (2010) and the highly regarded Marlboro Music Festival in Vermont (2011).

We met Hanna after the masterclasses with violist Yuri Bashmet earlier this year and Hanna agreed to engage in a brief dialogue with us. After this session she was totally relaxed saying that it was quite easy to conduct this kind of conversation rather than being caught in a stiff  interview. Anyway, here is what we learned from Hanna´s first encounters with our institution during this conversation.

Please tell us about your experiences when you came to Philadelphia to enroll at Curtis Institute which is known for its lowest acceptance rate of any college or university in the US, making it the most selective institution of higher education in the United States.

Hanna: Well, it was my first time to go to a foreign country. Oh, this was a culture shock for me, everything was very different! And Curtis, I found out, was a very tiny institution. This institute serves as a training ground for orchestral players to fill the ranks of the Philadelphia Orchestra. But it also offers courses for composers, organists, pianists and singers.

What was special there based on your previous experiences with musical education in your home country Korea? Everyone has great admiration for Curtis Institute which was established in 1924

Hanna:  Musical Education focuses on chamber music and on orchestral playing. They have their own orchestra called “the Curtis Symphony Orchestra”. One must be aware that there is also a very strong connection between the Philadelphia Orchestra and Curtis. Many great conductors have been alumni, eg Leonhard Bernstein, Christoph Eschenbach, Alan Gilbert. Or instrumentalists such as Hilary Hahn or Lang Lang. I was concentrating on playing and enjoing with other musicians. There was no focus whatsoever in the direction of solo playing.

What happened in Boston while you were attending NEC?

Hanna: This was a great time. I was lucky to be trained by Kim Kashkashian. She is a marvellous teacher. I learned so much from her. I was able to be close to my instrument, the viola. And Kim´s tuition helped me so much to be comfortable with the instrument.

What is unique about Kim Kashkashian in your view?

Hanna: Her commitment to chamber music, which began during years of participation at the Marlboro Music Festival, is just incredible. And her artistry of the viola is impressive.  Kim also made many appearances at the Salzburg, Marlboro and Lockenhaus Festival.

When did your earliest adventure in music really kick-in?

Hanna: At age 3 I started with piano, my brother played the violin. I wanted to do the same but I was too young. Then at age 5 I switched to violin. At age 10 I met a fellow Korean violist who asked me why I would not try the viola, because of its warmer sound. Well, since that moment I became more interested in playing the viola.

What were the next stages in your educational development?

Hanna: During age 12 – 15 I attended Music Middle School and continued at Music High School until I was 16. In 1995 I entered the Seoul Musical Conservatory.I forgot to mention: In 2000 at age 15 I came to Germany for a winter break. Cologne was the city where I spent 2 months. I was performing in concerts but also visited other artists performing. It was a great time, I was excited about the musical culture and history in Gemany. Music and the people seem to be very much connected, this is kind of unique. So I decided to continue my further musical studies in Germany!

Which viola teachers influenced you most strongly during your Korean years?

Hanna: Well, there are two teachers I want to mention: firstly, Soon Wha Oh and, secondly, Sang Jin Kim. Both were influencing me quite significantly. I am thankful for that period of learning.

What is the importance of family and staying connected with your parents at home?

Hanna: Well, my mother, who is a trained pianist who had established a school for young kids who wanted to learn piano, motivated me quite a lot. So early on, I listened to my mother´s piano playing. My father is not at all engaged with music. But he is somebody who is always providing advice with view to the important things in life, such as family life. My parents never pushed me in any particular direction. My father influenced me strongly in the area of good health. Until today, he always keeps telling me, stay fit and do everything you can, to lay the ground for a healthy lifestyle. I find this advice particularly important! And I follow his advice up to now, because I am totally convinced that this is the right thing to do.

What is special about our study programme Kronberg Academy Masters? How will you benefit?

Hanna: It seems to me that the Kronberg Academy is like a small family. And everyone is connected to many members of that family. I will benefit from this in many ways. With Nobuko Imai I am having a great teacher in Kronberg. And I am going to broaden my mind and awareness musically. Last but not least, I want to absorb the entire cultural background to better understand the composers and their compositions to see a much bigger musical picture. Otherwise,  I don´t have any particular wishes.

Hanna, thank you for this conversation!

Michael Heinz / Kronberg Academy



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