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American Friends – persönlicher Bericht eines Praktikanten

Dienstag, 31. August 2010

Die Kronberg Academy in Florida – Arbeitsauftakt am  Strand

Seit einigen Jahren engagiert sich die Kronberg Academy auch in den USA. Genauer gesagt, in Florida. Hier hat Axel Langhorst die American Friends of Kronberg Academy auf Anregung und Initiative von Raimund Trenkler 2008 gegründet und versucht seitdem, der Cello Kultur und der Ausbildung hochbegabter junger Streicher in den USA,  den Weg zu ebnen. Außerdem wird ein reger Austausch von amerikanischen und europäischen Künstlern gefördert.

Und was das Neueste ist: im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen der Kronberg Academy in Kronberg und der Manhattan School of Music in New York wird demnächst, gewissermaßen als Weltpremiere, Distance Learning im größeren Stile eingeführt. Dabei werden die Lokalitäten  der beiden Musik-Institutionen in New York und Kronberg über digitale Verbindungen miteinander vernetzt. Was dann an Unterricht möglich sein wird, das nennen wir eine grenzüberschreitende digitale Meisterklasse. Dabei werden über eine hochwertige digitale Audio – und Video-Übertragungsstrecke Unterrichtsstunden zwischen Lehrern und Studenten in Kronberg und New York abgehalten. Der offizielle Start ist in einigen Wochen.

Was haben die American Friends schon alles in den letzten 12 Monaten an Konzerten gestemmt? Nun, seit  2009 sind bislang insgesamt drei Junge Solisten aus den Staaten und aus Kronberg mit jeweils 2 Konzerten an die Öffentlichkeit getreten.

All diese Projekte, jene die laufen und jene die noch geplant sind, verlangen Axel eine Menge Vorbereitungs- und Koordinationsaufgaben ab. Und deshalb werde ich morgen zu seiner Unterstützung in die USA reisen und ihm dort in den nächsten Monaten bei all seinen Aktivitäten und beim weiteren Ausbau der American Friends tatkräftig unterstützen.  Die letzten Tage vorm Abflug sind natürlich sehr spannend. In Kronberg bekomme ich letzte Arbeitsanweisungen und werde mit einer Vielzahl von Büchern, CD’s und DVD’S bestückt, um diese mit in die USA zu bringen.

Es ist somit nur ein kurzer Aufenthalt in Kronberg gewesen und gleichzeitig wird es ein Abschied für mehrere Monate werden. Florida und der Strand winken – aber die Arbeit, die auf mich wartet, ist auch nicht zu verachten. Eine aufregende Zeit beginnt nun und ich bin stolz, Axel und den American Friends mit all ihren Unterstützern, Musikern,  Studenten und Förderern bei Ihren Projekten und Ihrer weiteren Entwicklung zur Seite zu stehen.

Jan P. Poeter

Kronberger Sommer / Fotografische Erkundungen in der Altstadt

Dienstag, 27. Juli 2010

Wie man einen brütenden Sommertag überlebt:  Foto-Exkursion und  Nachdenken über Emanuel Feuermann

Ein heißer Juli-Tag – endlich mal keine musikalische Hoch-Saison für uns im Team der Kronberg Academy. Aber, gottlob, die nächsten Jobs stehen vor der Tür und die Vorbereitungen für die Cello-Meisterkurse Ende September laufen schon mit hoher Drehzahl. Und dann sind da auch noch die Vorbereitungen auf den Grand Prix Emanuel Feuermann im November, ein bedeutender internationaler Cello-Wettbewerb, um große Talente zu entdecken.

Es ist ein Montag, die Mittagspause winkt. Die Sonne brütet unerbittlich über der Kronberger Altstadt – die trockene Wärme tut dennoch gut und der leichte, warme Wind machen einen Spaziergang durch die Altstadt-Gassen zu einem Erlebnis. Die Kronberger Burg thront majestätisch in der Juli-Sonne. Fast kommen Urlaubsgefühle auf.  Aber weit gefehlt, es ist ja ein Arbeitstag. Trotzdem,  Zeit für eine Mittags-Unterbrechung winkt, warum nicht das Schöne mit dem Nützlichen verbinden. Neue Inspirationen beim Fotografieren und Wandeln durch das  Altstadt-Gewirr einsammeln und ein paar Gedanken zu neuen Aufgaben entwickeln – so lautet die innere Einstimmung für die nächste Stunde.

Es ist 14.00 Uhr, wenige Menschen sind in der Altstadt unterwegs. Ein idealer Moment, um die vielen Kronberger Sehenswürdigkeiten ungestört, in aller Ruhe, fotografisch einzufangen und all jenen, die Kronberg noch nicht so gut kennen, mit diesen Aufnahmen Appetit auf einen eigenen Rundgang zu machen.  Das Geflecht der Altstadt-Gassen und Strassen durchforsten. Und dabei über die nächsten musikalischen und organisatorischen Herausforderungen unseres Teams aus der Sicht der schreibenden Zunft nachzudenken.

Ich verlasse unsere Arbeitsräume im Receptur-Innenhof und mache mich auf den Weg zu einer Erkundung der speziellen Art. Für die vielen Besucher, die Kronberg hauptsächlich aus der Perspektive der Kammermusik und des Cellos wahrnehmen, so denke ich, wäre es erstrebenswert, einige der markantesten Gebäude und Plätze sowie die Burg und Altstadt mit begeistertem Blick festzuhalten. Während des Suchens nach Motiven, die auch die Spielorte unserer vielen Konzerte mit einschließen – die Johanniskirche und die Streitkirche – grüble ich über die nächste Serie Blogbeiträge nach. Die Vorgabe lautet, im Vorgriff und gewissermaßen zur Einstimmung auf den Grand Prix Wettbewerb im November den großen Cellisten Emanuel Feuermann für einige Wochen wieder verstärkt ins Bewusstsein der Musik-Interessierten zurückzurufen.

Nicht, dass es keine guten Materialien oder Dokumente über ihn gäbe, aber das Bestreben,  diesen vielleicht hoffnungsvollsten Cellisten neben Pablo Casals noch einmal in groben Umrissen in all seiner Genialität lebendig werden zu lassen. Emanuel Feuermann, der Solist, der Kammermusik-Partner, und nicht zu vergessen, der großartige Lehrer und Pädagoge und der Mensch, der in einer schwierigen Zeit sein Leben neu organisieren musste und das Glück hatte, durch Emigration eine neue Heimat zu finden – viele Facetten also. Das wäre der Mühen und Recherchen wert. Das Andenken an diesen so früh verstorbenen Vollblut-Musiker ( er verstarb im Alter von nur 39 Jahren) ist in unseren Räumen allgegenwärtig – viele Fotografien aus seinem Leben, die in ihn auch mit seiner Familie und anderen Musikern zeigen, schmücken einige Wände unserer Büroräume. So ist er stets unter uns, zwischen vielen Plakaten mit all den anderen Großen der Kammermusik wie Mstislav Rostropovich, Gidon Kremer oder David Geringas, um nur einige zu nennen.

Nun, mein Exkurs durch die Altstadt neigt sich dem Ende entgegen, Motive waren reichlich vorhanden. Die Überlegungen zur nächsten  Blog-Serie haben sich deutlicher herauskristallisiert – diese fotografische Auszeit war also im doppelte Sinne lohnenswert.

Mein Fazit: Die warme Luft, die südliche Sonne beflügelt auch hierzulande. Kronberg im Sommer, das ist nicht zu verachten. Back to Work.

Michael Heinz

Cello-Meisterkurse / Die Programm-Broschüre gibt ersten Vorgeschmack

Donnerstag, 22. Juli 2010

Endlich sind sie da, die Programme zu den diesjährigen Cello Meisterkursen und Konzerten 2010.

Soeben vom Drucker gekommen und rasch an die ersten Kollegen im Hause der Receptur verteilt. Mit einer Auflage von 13.000 Stück wollen wir die wichtigsten Informationen zu den Meisterkursen und den sich daran anschließenden öffentlichen Konzerten in die nahe und ferne Welt tragen. Bereits einige Tausend der gefalteten Programmhefte – unsere Flyer – werden derzeit per Post an unsere große Freunde und Förderergemeinschaft versandt. Die andere Hälfte wird nach einem anderen Verteilschlüssel an ausgewählte Interessenten, Journalisten und Musik-Institutionen weitergeleitet. Die logistische Abwicklung der Bekanntmachung und Vermarktung ist ein Kapitel für sich, erfordert gute Planung und natürlich eine gute Adress-Datenbank.

Nun aber zurück zur musikalischen Seite des Flyers. Lernen von den großen Meistern Ihres Faches und gemeinsam mit Ihnen Werke aus dem Bereich Kammermusik aufführen. Darum wird es zwischen dem 20. und 27. September in Kronberg gehen. Aufführungsstätte sind die Johanniskirche im Herzen der pittoresken Altstadt, in unmittelbarer Nähe der Streitkirche wo unser  “Kronberg Academy Masters“ Studiengang beheimatet ist und ferner die Kronberger Stadthalle.

Auf der Titelseite unseres Flyers, der wie immer in Rot und Schwarz gehalten ist, sieht man den jungen ungarischen Cellisten István Várdai bei konzentriertem Spiel. Er ist Sinnbild für die vielen jungen „Meisterschüler“ und Teilnehmer, die nach Kronberg kommen, um gezielte Impulse für die Weiterentwicklung ihrer Spieltechnik zu erhalten und auch ihr musikalisches Wissen und Verständnis vertiefen möchten.

Insgesamt 5 Konzerte werden zwischen dem 23.9. und 27.9. zur Aufführung gelangen. Die Konzerte haben jeweils ein Motto, und das macht bereits jetzt Appetit auf diese Ereignisse. Das erste Konzert, in dem Frans Helmerson eine wichtige Rolle spielen wird, trägt das Motto: „Cello ganz Chopin“. Das  zweite Konzert soll intensiv berühren, es ist betitelt mit: „Cello expressiv“. Das dritte Konzert erhält eine swingende Note: „Der mit dem Cello tanzt“. Das vierte Konzert erhält das Moto „ Bloß Cello„ und schließlich das fünfte Konzert – zugleich der Abschluss der Meisterkurs-Woche – trägt das Motto „Cello-Aussichten“.

Wenn man den in Leporello-Form erstellten Prospekt aufblättert, dann gerät man sehr schnell ins Schwärmen. Großartige Cellisten und feine Werke der Kammermusik, geschrieben für Cello und zum Teil mit Klavierbegleitung, dominieren das Programm. Chopin, César Franck, Beethoven, Granados, Cassadó, Bach, Dutilleux und Alfredo Piatti sind die Komponisten, auf deren Werke man sich freuen darf.

Wer sind die vier Lehrer?

Vier ausgewiesene Cello-Meister haben der  Kronberg Acaemy ihre Teilnahme zugesagt. Es sind keine Geringeren als diese vier namhaften Musiker, einige von Ihnen seit vielen Jahren der Academy bei vielen Auftritten und Projekten aufs engste verbunden: David Geringas, Frans Helmerson, Gary Hoffman und der deutsche Cellist Jens Peter Maintz, der jüngste in diesem Quartett.

Last but not least: zwei „Einstimmungen“ liefern Hintergrund-Wissen. Dr. Susanne Schaal-Gotthardt erläutert einmal das Konzer Nr. 4 ( Jens Peter Maintz, Cello) und Konzert Nr. 1
(mit David Geringas). Dies ist ein Angebot an all jene Musikfreunde, denen die angekündigten Werke noch nicht so vertraut sind.

Was ist noch erwähnenswert? Ja, alle Cello Meisterkurse  sind öffentlich. Laien und Experten, Cellisten oder Nicht-Cellisten, können sich von der intensiven Arbeit zwischen Lehrern und Schülern mitreißen lassen, lediglich ein kleiner Obolus ist zu entrichten.

Wer kann bei den Meisterkursen eine Bewerbung abgeben? Alle interessierten jungen Cellisten, die nicht älter als 29 Jahre sind. Bewerbungsschluss ist der 23. Juli 2010 – die deadline steht vor der Tür – also Gas geben ist angesagt für ambitionierte junge Cellisten, wo immer sie dies auch lesen mögen.

Der Spätsommer kann kommen. Kronberg, die Welthauptstadt des Cello, erwartet viele Besucher aus nah und fern und hr2 als Medienpartner wird für die audio-technische Aufzeichnung auf höchstem Niveau sorgen.

Michael Heinz

Musikalische Welten – Riesengeige aus dem Vogtland

Donnerstag, 8. Juli 2010

Kaum zu glauben. Die siebenfach vergrößerte Geige, die 16 Handwerksbetriebe, darunter 3 Bogenmachermeister, zwischen Anfang Januar und Ende Mai 2010 in Markneukirchen zusammengebaut haben, ist bespielbar. Die Riesengeige maß bei Fertigstellung genau 4,27 m. Mit dem 5,22 m langen Bogen ließ man zwei kurze Stücke erklingen: Zum Geburtstag viel Glück und Hoch soll sie leben. „Der Klang war gigantisch“, so Ekkard Seidl, Geigenbaumeister aus dem sächsischen Vogtland, dazu  Ideengeber und Koordinator für dieses anspruchsvolle Projekt.  Zielsetzung war es, die Bedeutung der Geigenbauer-Innung, die seit 333 Jahren in der Stadt Markneukirchen existiert, in Erinnerung zu rufen. Aber auch dem im Juni fälligen Festakt der Stadt anlässlich Ihres 650 Jahre Stadtrechte-Jubiläums den nötigen Prunk zu verleihen. Nicht nur eine flüchtige Feier zu Ehren der Stadt sollte es geben, sondern auch etwas Werthaltiges müsste nach den Festlichkeiten für die Nachwelt erhalten bleiben – auch dies war eine Motivation. Und ein weiteres Jubiläum ganz persönlicher Art gesellte sich dazu. Ekkard feiert im Jahre 2010 sein 25-jähriges Firmen-Jubiläum als selbständiger Geigenbaumeister. Die Idee einer Riesengeige kam ihm in der Vergangenheit schon häufiger in den Sinn, aber im Dezember 2009 begann die heiße Phase für ihn, als er nämlich die Unterstützung vieler Betriebe und Handwerker akquirieren musste und sein Projekt als Teil der städtischen Feierlichkeiten realisieren wollte. Dank seiner guten Kontakte zu Handwerkern, Meistern und Rathaus-Verantwortlichen  gelang es rasch, die nötigen Helfer und Unterstützer für dieses ambitionierte Vorhaben zu gewinnen und sie in seine generalstabsmäßige Planung einzubinden.

In verschiedenen Werkstätten wurden die Bestandteile gefertigt: Wirbel, Saiten, Stimme und Steg, Kinnhalter und Knöpfchen, Decke, Boden und Zargen. Einige dutzend Kilo Fichte, Ahorn und Ebenholz und stolze 6 Liter Holzleim waren nötig, um dieses Meisterwerk hervorzubringen. Gewicht bei Fertigstellung: über 100 kg.  Mit der Gesamtlänge von über 4m ist das Instrument mehr als doppelt so lang wie ein Kontrabass. „Jedes Detail war eine Herausforderung. Formenbau, Werkzeugbau, Platz, Materialbeschaffung und auch die Zeit waren Engpassfaktoren. Ich habe straff organisiert und meine Mitstreiter motiviert. 3 Tage vor dem Umzug war die Geige fertig, es musste nur noch für den großen Auftritt geprobt werden“, so Ekkard Seidl. Am Ende hat es geklappt.

Auf dem Marktlatz konnten sich dann am 6. Juni alle Besucher und Gäste persönlichen vom ausdrucksvollen Klang der Riesengeige überzeugen. Und obendrein sah sie auch noch gut aus. Tatsächlich, diese Riesengeige glich der „normal proportionierten Geige“ enorm, nur halt riesig in den Ausmaßen. Und das war schließlich beabsichtigt.  Als Modell diente den Erbauern eine Geige des großen vogtländischen Meisters Johann Georg Schönfelder II (1750-1824) – absolut originalgetreu nachgebaut. Auf dem bejubelten Umzug anlässlich des Stadt-Jubiläums am 6. Juni war es dann soweit: auf einem Tieflade-Anhänger, gezogen von einem kräftigen PS-starken Traktor, war die Riesengeige fest verzurrt. Schaulustige bestaunten und bejubelten das sächsische Wunderwerk. MDR und Regionalfernsehen waren zur Stelle und hielten diese Momente fest. An einen sachgerechten Eintrag in Wikipedia hat Ekkard Seidl bereits gedacht und so wird die Riesengeige auch im Internet demnächst Ihre Bekanntheit steigern können.

Für die Freunde der Musik, die gerne durch deutsche Lande reisen, denen sei zugerufen: Ein Abstecher in den vogtländischen Musikwinkel lohnt nun umso mehr, seit es Ekkard und seine vielen fleißigen Handwerker-Mitstreiter geschafft haben, diese Geige für die Nachwelt zu produzieren. Nochmal Ekkard Seidl: „Es sollte etwas geschaffen werden, was uns überdauert und noch in Jahrzehnten bewundert wird, von Gag keine Spur“.

Mit ein wenig Glück könnte die Riesengeige im nächsten Frühsommer auch ihren Weg nach Kronberg finden, dann nämlich, wenn die Kronberg Academy zum zweiten mal ihre Geigen Meisterkurse durchführt (19.bis 26. Juni 2011). Zumindst ist das aus heutiger Sicht die Zielsetzung. Für Musikfreunde und Gäste gäbe es dann in der Burgstadt eine weitere Attraktion zu bestaunen. Welch eine Aussicht.

Ein Nachwort: In den folgenden Wochen seit dem 6. Juni gab es viele Anfragen von Musikmessen, Veranstaltern und Firmen, die die Geige zu Werbe-  und Marketingzwecke nutzen wollen. Auch in diese Richtung ein Erfolg für die Stadt und Ihre anerkannte Musikinstrumenten-Tradition. Auf ins Vogtland, Ihr Musiker und Freunde sächsischer Kultur und Gastfreundschaft.

Michael Heinz

Mit Musik Miteinander – Klangräume im Malermuseum

Dienstag, 13. April 2010

Die kleine Schwester-Veranstaltung von Chamber Music Connects the World nämlich “Mit Musik – Miteinander” ging am Sonntag Nachmittag hier in Kronberg zu Ende. Es war die 16. Auflage dieser Veranstaltung.

Die Eingangspforte zu MMM

Während draußen Windböen und dunkle Wolken das Wetter auf einen neuen Nullpunkt trieben und der April sich von seiner klassischen Seite zeigte, war an drei Tagen das Kronberger Malermuseum Schauplatz geselligen, inspirierten Musizierens. Es war  intim und hautnah. Die jungen Musiker mussten Ihre musikalische Potenz demonstrieren und in zuvor ungeprobten Konstellationen mit neuen Mitspielern Musikwerke erarbeiten – und dabei so manche Herausforderung spieltechnisch und interpretatorisch bestehen. Für letzteres sorgten die schon sehr erfahrenen, aber noch jungen und sympathischen Seniors Alina Ibragimova, Itamar Ringel und der lebhafte Nicolas Altstaedt.

Acht junge Musiker ( alle unter 20 Jahre), ausgewählt aus über dreißig Bewerbungen, waren nach Kronberg gekommen, um mit den drei zuvor genanten Seniors zusammen Kammermusik zu proben und eine intensive Atmosphäre des Lernens zu ermöglichen. Diverse Werke wurden einstudiert und erarbeitet. Alle drei Seniors (bereits alle Junior-Teilnehmer bei Chamber Music Connects the World in 2004- 2008) waren nun in der Rolle von Lehrern und erfüllten diese Aufgabe spürbar mit viel Engagement und Begeisterung. Start war am Freitag Nachmittag – und alle 8 Teilnehmer stiegen sofort in das Geschehen ein. Im Nebenraum war unser Akustiker Herr Lachmann dabei, die audiotechnischen Voraussetzungen für eine Audio-Aufnahme zu schaffen. Alle Teilnehmer werden ein Zertifikat und eine CD mit der Aufnahme der Schlussveranstaltung im Laufe der nächsten Wochen erhalten.

Der musikalische Ausklang am Sonntag Nachmittag krönte auf gelungene Weise die Stunden der Probenarbeit. Nicolas Altstaedt hatte zuvor eine kleine Einleitung gegeben, bevor es mit den insgesamt acht Stücken von Haydn, Mozart, Schumann, Schubert und Beethoven losging. Nicolas betonte die wichtige Rolle der Seniors bei der Weitergabe des Wissens an die jüngeren Musiker. Der hätten sich die drei Seniors gerne gestellt und selbst reichlich neue Erfahrungen sammeln können.

Den Zuhörern hatte der musikalischen Schlussbeitrag offenbar sehr gefallen - lang anhaltender, wohlwollender Beifall bezeugte dies nachdrücklich.

Dank der Crespo Foundation, die beide Projekte langfristig unterstützt, repräsentiert MMM einen weiteren Baustein in der Förderung sehr junger Musiker. Neue Freundschaften, musikalische Dialoge und ein inspiriertes “aufeinander eingehen” waren Kennzeichen dieses Wochenendes in Kronberg. Mehr als zufriedene Gesichter beim Auseinandergehen.

Michael Heinz

Verein der Freunde und Förderer / Martin Helmchen exklusiv in der Johanniskirche

Dienstag, 30. März 2010

KA Konzert M. Helmchen 03.2010 AM L1021557 Am Samstag Abend, den 27. März gab es ein besonderes musikalisches Ereignis mit dem Berliner Pianisten Martin Helmchen. Aufführungsort war die Johanniskirche in Kronberg.

“Vingt Régards sur l’Enfant-Jésus” von Olivier Messiaen (auf deutsch etwa: 20 Blicke auf das Jesuskind), ein monumentales religiös inspiriertes  Klavierwerk, das als Höhepunkt seines Klavierschaffens gilt, wurde aufgeführt. Ein Werk, das immerhin 2 Stunden die Konzentration der Zuhörer im Bann hält. Religion und Glaube spielten in der kompositorischen Arbeit dieses großen 1992 verstorbenen französischen Komponisten schon immer eine große Rolle.

Was ist zu Martin Helmchen noch zu sagen? Der junge Berliner ist längst kein Unbekannter mehr. “Hier ist eine früh gereifte Musikerpersönlichkeit am Werk, die Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit auf glückliche Weise verbindet”, lobte unlängst die Neue Zürcher Zeitung Martin Helmchen. Mit seinem virtuosen und gleichzeitig unprätentiösen Stil hat sich der 1982 in Berlin geborene Pianist in den letzten Jahren in der internationalen Musikszene einen Namen gemacht. Kammermusik liegt ihm besonders am Herzen – eine Leidenschaft, für die der großartige Boris Pergamenschikow wesentliche Impulse gab. Mit ihm musizierte er 2002 beim viel beachteten Projekt der Kronberg Academy Chamber Music Connects the World. Zu seinen Kammermusikpartnern gehören Gidon Kremer, Christian Tetzlaff, Heinrich Schiff und Julia Fischer, um nur einige Beispiele zu nennen. In Kronberg war Martin Helmchen schon häufiger  zu Gast: 2003 im Rahmen der Kronberger Kammerkonzerte, 2005 beim Cello Festival, wo er mit Danjulo Ishizaka musizierte und zuletzt im April 2009 beim Gedenktag für Mstislav Rostropovich.

Besonders angetan vom Konzert war auch der Fotograf Andreas Malkmus, der neben seiner fotografischen Arbeit an diesem Abend auch noch Zeit fand, die dargebotene Klangwelt Martin Helmchens mit großem Gewinn aufzunehmen. „ Ich war gefesselt von der lebens- und geistvollen Komposition, von Martins Ausdruckskraft und unpathetischem Ernst, von der sinnlichen Wucht des brillanten Flügels in der Kirchenakustik“. In der Tat, eine sehr persönliche Einschätzung.

Die Johanniskirche wurde so zur Bühne für einen sehr anspruchsvollen musikalischen Leckerbissen. Die einführenden Worte wurden von der Frankfurterin Susanne von Tobien gesprochen. Die zahlreich erschienenen Besucher aus der großen Schar der Freunde und Förderer verließen die Johanniskirche erfüllt und angereichert mit den noch nachhallenden Klängen aus der Welt des Glaubens. Wer Lust hat, die fotografischen Eindrücke dieses Abends noch einmal Revue passieren zu lassen, der sei auf unsere Academy Seite bei Flickr verwiesen:  http://www.flickr.com/photos/kronbergacademy/sets/72157623608842765/

Michael Heinz