KAtalk am 17. Mai ¦ Zusammenfassung
Dienstag, 18. Mai 2010Für alle, die gestern nicht dabei sein konnten, gibt es hier eine Zusammenfassung des Twitter-Gesprächs zwischen Johannes Reiss vom Österreichischen Jüdischen Museum und dem Cellisten Julian Arp, Teilnehmer am Kammermusikprojekt “Chamber Music Connects the World“.
@KronbergAcademy: Hallo Johannes, Julian ist jetzt eben eingetroffen und bereit für Deine Fragen.
@JewishMuseumAT: Herzlich willkommen aus der östlichsten Hauptstadt Österreichs zum KAtalk, danke an @KronbergAcademy. Hallo Julian, mein Name ist Johannes und ich twittere aus dem jüdischen Museum aus Eisenstadt
@KronbergAcademy: Hallo Johannes, ich bin bereit für Deine Fragen
@JewishMuseumAT: Julian, CMCW bedeutet Chamber Music Connects the World – was ist das Ziel des Projekts?
@KronbergAcademy: Kammermusik auf höchstem Niveau zu spielen und junge Musiker mit erfahren Senior zusammen zu führen, die ihre Erfahrung weitergeben. Kammermusikwerke zu erarbeiten u in 10 Tagen in die Tiefe zu gehen. Bei anderen Festivals hat man nicht die Chance so ausführlich zu proben.
@JewishMuseumAT: das klingt sehr elitär, aber beeindruckend! Seit wann gibt es CMCW? seit welchem Jahr? Ich meine, ist es ein neues Projekt oder existiert es schon mehrere Jahre?
@KronbergAcademy: es gibt das Projekt schon seit 2000. Es ist das 6. Projekt im 10. Jahr
@JewishMuseumAT: Was ist für dich persönlich das Besondere und Reizvolle an diesem Projekt? Welche Bedingungen f. deine Teilnahme? Könnte mir vorstellen, dass viele junge Talente Interesse daran haben!?
@KronbergAcademy: 130 Musiker haben sich aus der ganzen Welt beworben, bei der Audition waren 28 und jetzt sind 22 hier. Das Besondere ist natürlich mit den weltbesten Solisten unserer Zeit auftreten zu können und mit den hoffnungsvollsten Nachwuchsmusikern Musik zu machen. Und natürlich auch, dass man sich auf Augenhöhe begegnet und dass es zu einem Austausch kommt. Ein Geben und Nehmen.
@JewishMuseumAT: sind das vollkommen neue Werke für dich, die ihr euch erarbeiten müsst und wisst ihr vorher welche Werke?
@KronbergAcademy: 1 Monat vorher bekommen wir die Werke mitgeteilt u sollten uns gründlich vorbereiten u mit der Partitur beschäftigen. Für mich waren nur 3 Werke neu: Brandenburgisches Konzert No 6, Beethoven op 131 u T. Riley in C
@JewishMuseumAT: ist ja eine Schande, ich hör das erste Mal davon :(wie laufen diese 10 Tage ungefähr ab in der Praxis, wie viele Stunden am Tag?
@KronbergAcademy: zirka 6 Stunden Proben, teils haben wir morgens um 9 begonnen und ich war abends um 11 fertig
@JewishMuseumAT: Respekt! Dich darf ich noch fragen, wie alt bist du, Julian?
@KronbergAcademy: ich bin mit 28 wahrscheinlich einer der ältesten
@JewishMuseumAT: Respekt. Du bist doch „Junior“ in diesem Projekt, was heißt Junior in dem Fall genau?
@KronbergAcademy: Junior sind die jungen Musiker. Seniors hingegen Leute wie Gidon Kremer, Frans Helmerson, Andras Schiff, Tatjana Grindenko, Yuri Bashmet
@JewishMuseumAT: ab wann darf man “Junior” sein, gibt es eine Altersbeschränkung bei CMCW?
@KronbergAcademy: Mindestalter ist 19, bis zu 28. Ich bin froh, dass ich jetzt noch teilnehmen konnte :-) Mein Lehrer B. Pergamenschikow hat das Projekt CMCW mitentwickelt u so war es ein großer Wunsch daran teilzunehmen.
@JewishMuseumAT: Seit wann spielst du Cello und warum ausgerechnet Cello? Gibt es etwas, was dich am Cello besonders fasziniert?
@KronbergAcademy: ich habe mit 6 Jahren angefangen zu spielen, angeregt von meinem Onkel, den ich immer Cello spielen hörte. Das Faszinierende ist, dass man alle Register hat. Man kann wie ein Bass singen oder auch wie ein Tenor oder Sopran. Es ist das “singendste” Instrument.
@JewishMuseumAT: Das Cello gilt ja gemeinhin als das erotischste Instrument ;) wie siehst du das, hat das eine Bedeutung für dich?
@KronbergAcademy: die Formen erinnern an schöne Frauen … :-)
@JewishMuseumAT: Ich nehme an, dass du auch ganz konkrete musikalische Vorbilder hast, welche?
@KronbergAcademy: für jeden Cellisten sind Rostropovich, Casals und Feuermann die großen Vorbilder – und für mich natürlich auch. Ich wurde von meinem Lehrer Pergamenschikow sehr geprägt. Als Mensch und Musiker.
@JewishMuseumAT: mehr wegen deren Interpretationsstil oder wegen ihrer Ausdrucksform?
@KronbergAcademy: deren Interpretationen behalten ihre Gültigkeit auch wenn es neue Einflüsse durch die hist. Aufführungspraxis gibt.
@JewishMuseumAT: Fühlst du dich einer bestimmten Stilepoche zugehörig und wenn ja, warum?
@KronbergAcademy: ich mag jede Epoche auf ihre Weise und schätze jedes Stück, das ich gerade einstudiere
@JewishMuseumAT: Komponierst du auch?
@KronbergAcademy: als Kind habe ich improvisiert und einige Stücke geschrieben; heute reicht die Zeit dafür nicht mehr
@KronbergAcademy: ich muss gleich zur Probe. Bitte letzte Frage.
@JewishMuseumAT: Welche Wünsche hast du für deine musikalische Zukunft? In welchen Zeiträumen denkt ein junger Cellist wie du?
@KronbergAcademy: Kammermusik ist mein Leben und ich will mit vielen interessanten Musikern spielen. ich will mich lieber langsam und kontinuierlich entwickeln
@JewishMuseumAT: das klingt auch ausgesprochen vernünftig :) ich wünsch dir schon alles Gute für dein Konzert heute Abend! Danke an @KronbergAcademy für die Möglichkeit, danke besonders Julian und danke an alle fürs Mitlesen.
@KronbergAcademy: Vielen Dank – es hat mir Spaß gemacht. Vielleicht sehen wir uns ja mal in Kronberg oder Eisenstadt :-)
@JewishMuseumAT: wäre sehr schön! Alles Gute nochmals, Julian und auch dir herzlichen Dank!









