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Cello Festival ¦ Die Konzerte ¦ Matinee mit einer ganz persönlichen Note – berührend intensiv

Sonntag, 13. September 2009

„Wenn es im Moment auf dem Erdball Cellovirtuosen gibt, die einen über technische Fragen weit hinausgehenden, markanten und unverwechselbaren Stil ihr eigen nennen, dann gehört der über die Saiten fliegende Holländer definitiv dazu“,

schrieb die Leipziger Volkszeitung über Pieter Wispelwey. Dieser besondere Künstler ist zum ersten Mal in Kronberg zu erleben. Sein technisch meisterhaftes Cellospiel berührt durch seine besondere Intensität und einen sehr persönlichen Interpretationsansatz. In Peter Wispelweys Kronberger Debut-Konzert ist der Blick auf ihn für Auge (und Ohr) unverstellt: Er spielt am Freitag, dem 2. Oktober um 11.30 Uhr drei Werke für Violoncello von Max Reger, Robert Crumb und Johann Sebastian Bach.

Suite Nr. 1 für Cello solo
Zeitlebens hat Max Reger besonders große Verehrung für Johann Sebastian Bach empfunden: Sein Werk diente ihm als Orientierung bei der Wahl von Besetzungen, Gattungen, Satztechnik und Formbildung. Reger griff auch die im 19. Jahrhundert weithin unbeachtet gebliebene Gattung der unbegleiteten Solokammermusik für Violine und Violoncello auf, zu der Bach mit seinen Sonaten, Partiten und Suiten einen grandiosen Beitrag geleistet hatte, und führte sie zu neuer Blüte. Den Suitenbegriff fasste Reger allerdings weiter als Bach: Seine drei Cellosuiten bestehen nicht ausschließlich aus Tanzsätzen, sondern sie kombinieren die Suiten- mit der Sonatenform. Die Suite Nr. 1 besitzt sogar überhaupt keinen dezidierten Tanzsatz, sondern erinnert mit Präludium, Adagio und Fuge eher an den Aufbau eines Bachschen Orgelwerks. Dass Regers Suiten dennoch deutlich von Bach inspiriert sind, zeigen nicht zuletzt die Tonarten der ersten beiden Stücke, die mit denen der ersten beiden Cellosuiten Bachs übereinstimmen.

Sonate für Cello solo
1955/56 kam George Crumb für ein Jahr als Stipendiat nach Berlin, um bei Boris Blacher Komposition zu studieren. In dieser Zeit entstand als eines seiner frühesten Werke überhaupt die dreisätzige Sonate für Cello solo, die noch nicht seinen späteren charakteristischen Personalstil aufweist, sondern eher seine Auseinandersetzung mit Traditionen der Cello-Solo-Literatur bekundet. Der erste Satz, eine Fantasia, beginnt mit der kontrastreichen Gegenüberstellung von Pizzicati-Klängen und dem Motiv einer kleinen Terz abwärts, aus dem sich eine ergreifende Kantilene entwickelt. Den Mittelsatz gestaltete Crumb als Folge von drei Variationen und einer Coda über ein weich fließendes Thema im pastoralen Siciliano-Rhythmus. Die abschließende Toccata wird von einer langsamen Passage eröffnet, die zu einem auf auf- und absteigenden Moll- und Durdreiklängen basierenden Thema führt. Im Mittelteil erklingt in gesteigerter Emphase das Zitat des Hauptthemas aus dem Kopfsatz.

Suite für Cello solo Nr. 6 D-Dur (BWV 1012)
Johann Sebastian Bachs
Zyklus von Cellosuiten schließt mit einem Stück in D-Dur, für das der Komponist ein fünfsaitiges Instrument mit einer zusätzlichen hohen E-Saite vorsah. Auf einem solchen Instrument waren die technischen Schwierigkeiten der Suite leichter zu meistern; heute lässt sich das Fehlen einer fünften Saite durch moderne Spieltechniken kompensieren. In dem ausgedehnten Prélude arbeitete Bach mit dem eigentümlich schwebenden Klangeffekt der Bariolage. Es folgt als zweiter Satz eine reich verzierte, vielschichtige Allemande. Schlicht und heiter präsentiert sich dagegen die Courante mit einem markanten Dreiklangsmotiv, dessen Duktus rhythmisch und melodisch für den weiteren Verlauf des Satzes konstitutiv ist. Die Sarabande, ein langsamer Schreittanz mit seinem charakteristischen Schwerpunkt auf der zweiten Zählzeit des Dreiertaktes, besticht melodisch durch zahlreiche Sextparallelen. In der zweiten Gavotte erklingt eine rustikale Passage „à la Musette“ mit Assoziationen an Dudelsackklänge. Mit einer fröhlichen, technisch anspruchsvollen Gigue endet die Suite.

von Dr. Susanne Schaal-Gotthardt und Annette Wittkopf

>> Karten für das Konzert können Sie hier bestellen.

Cello Festival ¦ Tutor and Soloist ¦ Pieter Wispelwey

Donnerstag, 10. September 2009

Pieter WispelweyPieter Wispelwey is one of a leading group of performers who are equally at ease on the modern or the period cello. Born in Haarlem, Netherlands, he studied with Anner Bylsma and then with Paul Katz in the USA and William Pleeth in Great Britain. In 1992 he became the first cellist ever to receive the Netherlands Music Prize and in 1997 was awarded the Belgian Press Prize as Musician of the Year.

The versatile musician, who focuses on both historical performance practice and the interpretation of recent cello works, now makes regular concert appearances in the world’s top concert halls and cities, performing with renowned orchestras and the most famous international conductors. Apart from his masterly technical skills, it is his intense, deeply personal interpretative style which makes a moving impression on his audiences.

In 2005 Wispelwey began an unusual association with the London Philharmonic Orchestra, performing all the British cello concertos and the two Haydn cello concertos. In 2009 und 2010 Wispelwey will be giving chamber music concerts in a trio with Viktoria Mullova and Kristian Bezuidenhout. His numerous CDs have received outstanding worldwide critical acclaim; six CDs have been awarded international prizes. His recording of Bach’s six solo suites won three prizes, the Diapason d’or, the Choc de la Musique and the Gramophone Editor’s Choice. Pieter Wispelwey plays a 1760 Giovanni Battista Guadagnini cello and a 1710 Rombouts baroque cello.

You can hear Pieter Wispelwey Friday, 2 October, 11.30 at St. Peter und Paul Kirche Kronberg.

He will held his workshop Thursday, 1 October, from 4 to 6 pm at Zehntscheune Kronberg.

Cello Festival ¦ Dozent und Solist ¦ Pieter Wispelwey

Donnerstag, 10. September 2009

Pieter Wispelwey

Pieter Wispelwey gehört zur Spitze einer Künstlergeneration, die sich gleichermaßen auf dem modernen wie dem barocken Cello zuhause fühlen. Der 1962 in Haarlem geborene niederländische Cellist studierte bei Anner Bylsma, später bei Paul Katz in den USA und William Pleeth in Großbritannien. Als erster und bislang einziger Cellist erhielt er 1992 den Niederländischen Musikpreis, 1997 zudem den belgischen Pressepreis als “Musiker des Jahres”.

Der vielseitige Musiker, der sich gleichermaßen der historischen Aufführungs­praxis wie auch der Interpretation der jüngsten Celloliteratur widmet, konzertiert heute regelmäßig in den wichtigsten Konzertsälen und Metropolen der Welt, wo er mit namhaften Orchestern und den berühmtesten Dirigenten der Welt auftritt und sein Publikum neben virtuoser Technik vor allem durch sehr persönliche Interpretation beeindruckt, deren Intensität jeden Zuhörer tief berührt.

2005 startete Wispelwey eine ungewöhnliche Zusammenarbeit mit dem London Philharmonic Orchester, mit dem er die gesamte britische Cellokonzertliteratur sowie beide Haydn Cellokonzerte aufführte. 2009 und 2010 wird Wispelwey als Kammermusiker in einem Trio mit Viktoria Mullova und Kristian Bezuidenhout Konzerte geben. Seine zahlreichen CDs erhielten weltweit hervorragende Kritiken – allein sechs CDs wurden mit Internationalen Schallplattenpreisen aus­gezeichnet. Für seine Einspielung der sechs Solosuiten von Bach erhielt gleich drei Preise: “Diapason d’or”, “choc de la musique” und den “Gramophone’s Editor’s choice”. Pieter Wispelwey spielt auf einem 1760 erbauten Cello von Giovanni Battista Guadagnini und auf einem Rombouts Barockcello von 1710.

Sie können Pieter Wispelwey in einer Matinee am Freitag, dem 2. Oktober um 11.30 Uhr in der St. Peter und Paul Kirche mit Werken von Max Reger, Robert Crumb und Johann Sebastian Bach erleben.

Sein Workshop findet am Donnerstag, dem 1. Oktober von 16.00 bis  18.00 Uhr in der Zehntscheune in Kronberg statt.