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Interview mit Friedemann Eichhorn / Neuer Direktor “Kronberg Academy Masters” (Teil 1)

Dienstag, 31. Juli 2012

Ein Vollblutmusiker mit vielen Seiten

Seit Juli 2012 ist Friedemann Eichhorn Direktor unseres Studiengangs “Kronberg Academy Masters”. Er hat damit den seit 2006 in dieser Rolle fungierenden Stephen Potts abgelöst, der wieder nach England zurückkehrt.

Friedemann Eichhorn wurde 1971 in Münster geboren und verbrachte seine Jugendjahre in Speyer.  Mit sieben Jahren begann er Violine zu spielen. Nach Unterricht bei Herbert Franze und Hiroshi Nishida wurde Prof. Valery Gradow sein Lehrer, bei dem er von 1987 bis 1992 an der Musikhochschule Mannheim studierte. Friedemann Eichhorn setzte seine Ausbildung bei Alberto Lysy an der International Menuhin Music Academy in der Schweiz fort und graduierte von der Juilliard School New York, wo er von Margaret Pardee (Violine), Earl Carlyss und Samuel Sanders (Kammermusik) und Miguel Harth-Bedoya (Dirigieren) unterrichtet wurde. Darüber hinaus studierte er Musikwissenschaft, Jura und Buchwesen an der Johannes Gutenberg Universität Mainz, wo er zum Dr. phil. promovierte. Friedemann Eichhorn war Stipendiat des DAAD, der Menuhin Academy, Juilliard School, Villa Musica, Kronberg Academy und des PE-Förderkreises.
Im Jahr 2002 wurde Friedemann Eichhorn als Violin-Professor an die Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar berufen. Zuvor unterrichtete er an der Folkwang Hochschule Essen, Abteilung Duisburg. Er gibt Kurse u.a. an der Sommerakademie des Mozarteums Salzburg und seit 2004 an der Gustav Mahler Akademie Bozen. Masterclasses und Kurse gab er auch an der Universität für Musik Wien, der Guildhall School London sowie an der Pre College Division der Juilliard School. Friedemann Eichhorn ist Künstlerischer Leiter des Internationalen Louis-Spohr-Wettbewerbs für junge Geiger in Weimar. Von 1996 bis 2000 wirkte er als 1. koordinierter Konzertmeister des Staatstheaters Mainz. Daneben hat er diverse CD-Einspielungen für Hänssler und Naxos durchgeführt und auch als Dirigent einer Opern-Aufführung wirken dürfen. Summa Summarum, Friedemann Eichorn hat in seiner bisherigen Vita wahrlich viele Seiten anklingen lassen.

Das folgende Interview hat zwei Teile. Es wurde am vergangenen Wochenende geführt. In diesem ersten Teil geht es um die Kronberg Academy und die weitere Entwicklung des Studienprogramms. Im zweiten Teil werden dann Fragen aufgeworfen, die den Menschen Friedemann Eichhorn hervortreten lassen.

In den letzten Wochen und Monaten warst Du bereits bei Meisterkursen, Veranstaltungen und Events hier in Kronberg, was waren Deine Eindrücke und was ist aus Deiner Sicht das Besondere an dieser Einrichtung?

Das Besondere ist die Dichte an ganz außergewöhnlichen Begabungen und zwar sowohl auf Seite der Lehrenden als auch der Lernenden. Hier treffen sich regelmäßig zahlreiche der allerbesten jungen und älteren Künstler. Wobei in Kronberg beide Seiten auch voneinander lernen. Die künstlerische Qualität sucht international ihresgleichen.

Was war Deine Motivation, diese Aufgabenstellung in der Kronberg Academy zu übernehmen?

Ich fühle mich der Kronberg Academy seit vielen Jahren eng verbunden. Seit ich im Jahr 2001 als Professor nach Weimar berufen wurde, widme ich einen wichtigen Teil meiner künstlerischen Arbeit der Entwicklung von jungen Talenten. Das macht mir Freude und in Kronberg ist das Potential der Young Soloists riesengroß. Darüber hinaus liegt mir die Form – neudeutsch die „Unternehmensphilosophie“ – der Academy. Bei aller hohen Professionalität sind die Wege kurz und es hält sich ein gewisser familiärer Geist.
Welche Erinnerungen hast Du an Deine erste Teilnahme als junger Geiger bei „Chamber Music Connects the World“ im Jahre 2000?

Chamber Music Connects the World gehört zu meinen schönsten und wichtigsten künstlerischen Erfahrungen. Ich hatte die Gelegenheit mit Yuri Bashmet, Eugene Istomin, Gidon Kremer und Boris Pergamenschikow zu proben und zu spielen. Das ist ein Höhepunkt! Gerade kürzlich kamen viele Erinnerungen besonders lebhaft zurück, als ich den neuen Film der Academy über Yuri Bashmet gesehen habe. Darin finden sich einige Ausschnitte des Schnittke-Trios, das Yuri Bashmet mit Sebastian Hess am Cello und mir aufführte.

Welche Ziele strebst Du für die Weiterentwicklung des KAM-Studiengang an? Welche unmittelbar anstehenden Projekte haben Dein Hauptaugenmerk?

Das vergangene halbe Jahr, also die Zeit vor meinem offiziellen Antritt im Juli, habe ich vor allem dazu genutzt, die Abläufe kennenzulernen und viele Kontakte aufzubauen. Vernetzung und schnelle Kommunikation sind ganz wichtig. Ein großes Thema war und ist natürlich der Masterclass-Plan für unsere Young Soloists, den wir zusätzlich zu den regelmäßigen Unterrichten mit unseren hochgeschätzten Professoren Ana Chumachenco, Frans Helmerson, Nobuko Imai und Christian Tetzlaff organisieren. Ich freue mich, dass es  wiederum gelungen ist Yuri Bashmet, Martin Helmchen, Gary Hoffman, Gidon Kremer und András Schiff für musikalische Begegnungen zu gewinnen. Hinzu kommen Boris Kuschnir, Nils Mönkemeyer, Miklós Perényi, Lawrence Power, Antoine Tamestit, Antje Weithaas. Auf einen Improvisationskurs mit dem Geiger und Menuhin-Zögling Gilles Apap bin ich auch  gespannt. Wir sehen also einem sehr intensiven Studienjahr mit einem breiten Angebot für die Young Soloists entgegen. Das wichtigste Ziel des KAM-Studiengangs besteht darin, die international besten Lehrer und Musiker sowie die größten jungen Talente zu versammeln. Wichtig ist mir dabei auch, variable musikalische Ansätze einzubringen und Künstler mit unterschiedlichem Background für Masterclasses einzuladen. Unsere Young Soloists haben das Format, diese verschiedenen Traditionen zu erkennen, einzuordnen und deshalb davon zu profitieren. Das erweitert den Horizont!

Bezüglich der Theoriefächer zum KAM-Studiengang treffe ich mich demnächst mit den Kollegen der Hochschule für Musik und Darstellenden Kunst Frankfurt.

Hast Du Vorbilder in Sachen Lehrer und Musik-Pädagogik?

Aber ja, ohne Zweifel gehören unsere Professoren des KAM zu den Lehrern, die instrumental-methodisch und musikalisch Vorbildfunktion einnehmen. Stark geprägt haben mich natürlich meine eigenen Lehrer, darunter vor allem Alberto Lysy, der vor zwei Jahren verstorben ist. Meine Studienzeit an der Menuhin Academy in Gstaad war sehr inspirierend, auch weil Lord Menuhin selbst öfter für gemeinsame Konzerte und Masterclasses an die Academy kam.

In Kürze folgt Teil 2.

Michae Heinz

Kronberg Academy Team

Mit Musik – Miteinander / Kammermusik-Workshop als Motivationsschub (1)

Dienstag, 17. April 2012

Die Förderung kammermusikalischer Fähigkeiten ist das Hauptziel unseres Projekts Mit Musik – Miteinander. Mit zwei aufeinanderfolgenden Blogbeiträgen wollen wir den Hintergrund und die aufgeführten Werke kurz skizzieren (Teil 1) und erläutern dann im Folgebeitrag, wer die teilnehmenden jungen Instrumentalisten und die drei Dozenten sind.

Nächste Woche ist es wieder soweit: Kronberg wird zum Ziel von 9 jungen Preisträgern der nationalen Jugendmusikwettbewerbe „Jugend musiziert“ (Deutschland),  „Prima la Musica“ (Österreich) und dem Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb.

Der Grund ist das zweimal im Jahr stattfindende öffentliche Kammermusikprojekt für besonders begabte Schüler Mit Musik – Miteinander der Kronberg Academy. In diesem Jahr ist der erste Durchgang am kommenden Wochenende, 20.–22. April. Die nach Kronberg reisenden jungen Teilnehmer sind nicht älter als 20 Jahre. Die Dozenten sind bereits junge, international auftretende Musiker, die am Beginn Ihrer eigenen Karriere stehen. Im zweiten Teil unseres Blogbeitrags werden wir die einzelnen Schüler und Dozenten kurz vorstellen.

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Initiiert und getragen von der Crespo Foundation, stellt dieses Projekt (erstmals im Oktober 2002 durchgeführt) das gemeinsame Erarbeiten von kammermusikalischen Werken in den Mittelpunkt. Die Konzept-Idee ist in Anlehnung an ein anderes Projekt der Academy entwickelt worden. Es handelt sich um das Projekt Chamber Music Connects the World. Bei diesem Projekt kommen junge, hochbegabte Künstler, die zwischen 19 und 29 Jahre alt sind und zu den Besten ihrer Generation gehören, als sog. „Juniors“ nach Kronberg, um mit ihren weltberühmten Lehrern, den „Seniors“ wie etwa Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Steven Isserlis oder András Schiff, kammermusikalische Werke zu erarbeiten. Im Sinne eines Generationenvertrages werden nun die „Juniors“ bei Mit Musik – Miteinander zu „Seniors“ und unterrichten ihrerseits junge Talente zwischen 13 und 20 Jahren. Die drei jungen Dozenten am kommenden Wochenende sind: Guy Ben-Ziony, Alexander Sitkovetsky, István Várdai.

Welche Werke stehen auf dem Programm?

Bei Mit Musik – Miteinander werden von jungen Musikerinnen und Musikern einzelne Sätze aus Werken großer Meister erarbeitet. Passend zum 150sten Geburtstag von Claude Debussy wird der erste Satz des Streichquartetts in g-Moll op.10 Bestandteil des Programms sein. Es ist das einzige Streichquartett aus der Feder des französischen Komponisten. Der Titel „Erstes Streichquartett in g-Moll op.10“ ist insofern bemerkenswert, als keine andere Komposition Debussys die Tonart im Namen trägt und, dass kein anderes Werk Debussys eine Opusnummer trägt. Vermutlich wollte er den Anschein eines renommierten Quartett-Komponisten erwecken, der bereits neun Opus vorzuweisen hat. Das Quartett lässt sich wohl am Besten durch seine „volle verblüffende Originalität und seinen Charme“, aber gleichzeitig durch seine „diabolische Schwierigkeit“ charakterisieren. Eine besondere Herausforderung für unsere jungen Teilnehmer ist also schon hier vorprogrammiert. Neben Mozarts Quintett in C-Dur KV 515 wird es von Guy Ben-Ziony unterrichtet.

Alexander Sitkovetsky hat neben dem berühmten Streichoktett op. 20 von Felix Mendelssohn-Bartholdy ebenfalls ein Werk ausgewählt, das im Schaffen des Komponisten eine besondere Stellung einnimmt: Das Streichquintett in F-Dur von Anton Bruckner ist das einzige Streichquintett, das der Symphoniker schrieb. Es war zu Lebzeiten des Komponisten eines seiner erfolgreichsten Werke. Das Adagio in Ges-Dur wird von Alexander Sitkovetsky gemeinsam mit den Teilnehmern erarbeitet. Es ist der zentrale Satz der Komposition, der Musikwissenschaftler Wilhelm Altmann urteilte sogar: „Hätte Anton Bruckner nur den langsamen Satz seines Quintetts geschrieben, so wäre er bereits unsterblich geworden“.

Außerdem werden noch das berühmte Brandenburgische Konzert Nr.3 von Johann Sebastian Bach unter Mitwirkung aller Dozenten und das Grave und Rondo aus Luigi Boccherinis Quintett für Violoncello und Streichquartett C-Dur op. 28/4 von und mit István Várdai erarbeitet. Luigi Boccherini (1743-1805) war selbst ein bedeutender Cellist seiner Zeit und schrieb unzählige Kammermusikwerke und 110 (!) Streichquintette mit 2 Celli. Er ist ein Wegbereiter der Kammermusik, was die früher kontrovers diskutierte Frage, ob Haydn oder Boccherini das Streichquartett erfunden habe, verdeutlicht.

Vorläufiges Fazit: Das bevorstehende musikalische Wochenende in den Räumen der Streitkirche, das Musikfreunde ohne Eintritt miterleben können, dürfte somit  zu einem abwechslungsreichen Streifzug durch die Musikgeschichte geraten. Der Bogen wird gespannt von Johann Sebastian Bach und reicht bis Claude Debussy. Wir freuen uns über jeden Zuhörer und sind gespannt, welche Spuren die Arbeit in den öffentlichen Workshops beim musikalischen Ausklang am Sonntag, den 22. April, ab 15.00 Uhr hinterlassen wird.

Paul T. Haas / Kronberg Academy

Young Soloists / An encounter with Hanna Lee

Donnerstag, 5. April 2012

Being a healthy person

Hanna Lee is a 27 year old viola player who became a Young Soloist of Kronberg Academy Masters in Oct. 2011. She is now belonging to a group of 14 distinct students to complete her musical education with this special study programme for an international solo career degree in Kronberg. Hanna is a very laid-back person who thinks she has many new opportunities to broaden her musical cosmos and pick up the cultural background of all the compositions and composers that she will be encountering while studying at Kronberg Academy.

Since October last year Hanna has been busy visiting masterclasses and making new friends with fellow Young Soloists. Her first major steps in musical education took place in her home country Korea. Hanna attended both the music middle and high school, then joined the Korean National University of Arts in Seoul. There she studied until she was 18.

While Hanna was studying in Korea, she began to appreciate the value of chamber music. At age 18 a decision was made to go to the US and join one of the major conservatories. Between 2002-2004 Hanna attended Curtis Institute of Music in Philadelphia, then between 2004-2008 she went to Boston to continue her musical studies at the famous New England Conservatory. In addition, Hanna attended a couple of famous musical festival events, such as the Verbier Festival (2006, 2008), Ravinia Festival in Chicago (2010) and the highly regarded Marlboro Music Festival in Vermont (2011).

We met Hanna after the masterclasses with violist Yuri Bashmet earlier this year and Hanna agreed to engage in a brief dialogue with us. After this session she was totally relaxed saying that it was quite easy to conduct this kind of conversation rather than being caught in a stiff  interview. Anyway, here is what we learned from Hanna´s first encounters with our institution during this conversation.

Please tell us about your experiences when you came to Philadelphia to enroll at Curtis Institute which is known for its lowest acceptance rate of any college or university in the US, making it the most selective institution of higher education in the United States.

Hanna: Well, it was my first time to go to a foreign country. Oh, this was a culture shock for me, everything was very different! And Curtis, I found out, was a very tiny institution. This institute serves as a training ground for orchestral players to fill the ranks of the Philadelphia Orchestra. But it also offers courses for composers, organists, pianists and singers.

What was special there based on your previous experiences with musical education in your home country Korea? Everyone has great admiration for Curtis Institute which was established in 1924

Hanna:  Musical Education focuses on chamber music and on orchestral playing. They have their own orchestra called “the Curtis Symphony Orchestra”. One must be aware that there is also a very strong connection between the Philadelphia Orchestra and Curtis. Many great conductors have been alumni, eg Leonhard Bernstein, Christoph Eschenbach, Alan Gilbert. Or instrumentalists such as Hilary Hahn or Lang Lang. I was concentrating on playing and enjoing with other musicians. There was no focus whatsoever in the direction of solo playing.

What happened in Boston while you were attending NEC?

Hanna: This was a great time. I was lucky to be trained by Kim Kashkashian. She is a marvellous teacher. I learned so much from her. I was able to be close to my instrument, the viola. And Kim´s tuition helped me so much to be comfortable with the instrument.

What is unique about Kim Kashkashian in your view?

Hanna: Her commitment to chamber music, which began during years of participation at the Marlboro Music Festival, is just incredible. And her artistry of the viola is impressive.  Kim also made many appearances at the Salzburg, Marlboro and Lockenhaus Festival.

When did your earliest adventure in music really kick-in?

Hanna: At age 3 I started with piano, my brother played the violin. I wanted to do the same but I was too young. Then at age 5 I switched to violin. At age 10 I met a fellow Korean violist who asked me why I would not try the viola, because of its warmer sound. Well, since that moment I became more interested in playing the viola.

What were the next stages in your educational development?

Hanna: During age 12 – 15 I attended Music Middle School and continued at Music High School until I was 16. In 1995 I entered the Seoul Musical Conservatory.I forgot to mention: In 2000 at age 15 I came to Germany for a winter break. Cologne was the city where I spent 2 months. I was performing in concerts but also visited other artists performing. It was a great time, I was excited about the musical culture and history in Gemany. Music and the people seem to be very much connected, this is kind of unique. So I decided to continue my further musical studies in Germany!

Which viola teachers influenced you most strongly during your Korean years?

Hanna: Well, there are two teachers I want to mention: firstly, Soon Wha Oh and, secondly, Sang Jin Kim. Both were influencing me quite significantly. I am thankful for that period of learning.

What is the importance of family and staying connected with your parents at home?

Hanna: Well, my mother, who is a trained pianist who had established a school for young kids who wanted to learn piano, motivated me quite a lot. So early on, I listened to my mother´s piano playing. My father is not at all engaged with music. But he is somebody who is always providing advice with view to the important things in life, such as family life. My parents never pushed me in any particular direction. My father influenced me strongly in the area of good health. Until today, he always keeps telling me, stay fit and do everything you can, to lay the ground for a healthy lifestyle. I find this advice particularly important! And I follow his advice up to now, because I am totally convinced that this is the right thing to do.

What is special about our study programme Kronberg Academy Masters? How will you benefit?

Hanna: It seems to me that the Kronberg Academy is like a small family. And everyone is connected to many members of that family. I will benefit from this in many ways. With Nobuko Imai I am having a great teacher in Kronberg. And I am going to broaden my mind and awareness musically. Last but not least, I want to absorb the entire cultural background to better understand the composers and their compositions to see a much bigger musical picture. Otherwise,  I don´t have any particular wishes.

Hanna, thank you for this conversation!

Michael Heinz / Kronberg Academy

Chamber Music Connects the World / Motivations of the Juniors

Freitag, 9. März 2012

Why do young musicians want to participate in our June project?

We believe it is quite illuminating to learn from young musicians why they have applied for participation in our upcoming project “Chamber Music Connects the World”. What are the driving thoughts and notions that they are concentrating on?

A few days ago we have published the thoughts and ideas of 5 young string players. Now we want to follow-up and present another group of five young musicians and their ideas. Here they are:

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Bogdan Bozovic (Vl), Serbia

My attention to this seminar was drawn by Steven Isserlis, as well as several friends and colleagues of mine that were participating in the past years. Chamber music is a great passion of mine and it is the field in music where I had the most experience. In CMCW 2012 I see a great opportunity to work and play with some of my musical idols and together with them explore masterpieces of the chamber repertoire.

Oleksandra Fedosova (Vl), Russia

Mein Ziel und Traum wäre bei der wunderbaren Musik in Kronberg mitzuwirken und die Möglichkeit zu haben mit den jungen talentierten Musikern sowie mit den Weltpersönlichkeiten zusammen spielen zu dürfen und mich weiter zu entwickeln.

Ji Eun Anna Lee  (Vl), USA

Chamber music has, simply put, changed my view on music. No longer is this music of my own – it is something that needs to be shared, that shares itself regardless, including its own individual life. It has shaped my violin playing, my musical interpretation, and also my outlook on life outside of music. I have realised that even playing concertos with an orchestra is a collaborative effort, a large-scale chamber music. I´ve also realised that music breathes and that what I do is breathe with it, whether it is perfectly in sync, syncopated or simply…( )…out of sync.

Adrien Boisseau (Va), France

I would be honoured to play with such musicians as Yuri Bashmet, Gidon Kremer or András Schiff. The seniors of this programme are musicians I respect and admire. I am willing to learn from their experience and talent. Share music with them would be a unique musical experience for me.

Bonian Tian (Vc), China

Chamber Music Connects the World is a dream for me! Because there are a lot of great musicians and artists. I always wanted to find the opportunity to learn and to work with such people. To know  and feel how they are working for the music. But it´s very hard to get it. I am very happy and lucky to be a part of Kronberg Academy. They give me the opportunity and support to do what I want and what I dream!

Michael Heinz / Kronberg Academy

Chamber Music Connects the World / And the Finalists are….

Freitag, 2. März 2012

Kronberg is ready to welcome 20 young musicians in June

We are happy to present twenty-one young musicians who were qualifying for participation in our June project Chamber Music Connects the World. Now that the audition weekend is recent history we are focussing on the completion of assigning the young musicians to the roughly 15 chamber music works, which were selected by the five seniors. Gidon Kremer and the Kronberg Academy project team are organising the process which young players will be performing in which pieces and what combinations with other players.

After some tough days during the audition the young musicians  can now relax and concentrate on their other duties and To Dos.

Now, who are the participants? For those who haven´t checked out our homepage recently, here we present that list again, categorised by the 4 involved string instruments.

And the juniors are:

Violin
Benjamin Beilman (USA)
Nikita Boriso-Glebsky (Russia)
Bogdan Bozovic (Serbia)
Oleksandra Fedosova (Ucraine)
Miriam Helms Ålien (Norway)
Ji Eun Anna Lee (Korea)
Hyeyoon Park (Korea)
Ying Xue (China)

Viola
Adrien Boisseau (France)
Georgy Kovalev (Russia)
Hanna Lee (Korea)
Hwa Yoon Lee (Korea)
Yura Lee (Korea)
Bénédicte Royer (France)

Cello
Alexander Buzlov (Russia)
Ivan Karizna (Belarus)
Anastasia Kobekina (Russia)
Edgar Moreau (France)
Alexey Stadler (Russia)
Bonian Tian (China)

Double Bass
Edicson Ruiz (Venezuela)

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For readers of our blogposts it might be interesting to learn from these young people why they thought it would be a good thing for them to apply for participation in the first place.

The basic theme of these statements is the aspect of learning under very special circumstances, which are unique. Following are the first five responses.

Nikita Boriso-Glebsky (Vl), Russia

I believe that there are lots of details and nuances in music which cannot be expressed and explained in words, but can only be understood from experience. This is a unique opportunity to gain this experience from such outstanding musicians in person by performing with them and other young and talented colleagues.

Benjamin Beilman (Vl), USA

I had the great fortune of spending four summers as a participant at the Marlboro Music Festival in Vermont from 2007-2010 …( ). The Kronberg Academy´s Chamber Music Connects the World project is one that would be an important next step for me in continuing the musical traditions I learned during my summers at Marlboro. Rehearsing and performing alongside musical masters provides a uniquely intimate learning environment that I believe is vital in my current musical development, Additionally, I think it is important to meet and befriend my fellow generation of musicians…..( ).

Yura Lee (Va), Korea

I would like to take part in Chamber Music Connects the World because the experience to learn from the masters is such a valuable one. Sometimes the greatest lessons can take place while playing chamber music together.

Alexander Buzlov (Vc), Russia

I truly believe that for any musician, chamber music pays a major role in his (her) musical development, as you get to share your passion for music with other artists, explore great musical works and learn many things in the process. Chamber Music Connects the World gives that opportunity as you get to meet the great masters and share music with them in a great atmosphere of friendship and love for music. That´s the greatest thing that can happen to any young performer.

3  Edicson Ruiz (Db), Venezuela

Because I love music from the bottom of my heart. It is a dream to make music together with Mr. Tetzlaff, M. Kremer, Mr. Bashmet, Mr. Isserlis and Mr. Schiff whom all I already know by accompanying them at their performances with Berlin Philharmonic Orchestra for the last 10 years where I have played there.

Our next blogpost will feature more young musicians and their answers. Meanwhile, our project team will finalise the cumbersome work of putting together the final set-up for all the compositions and the casting of players from the group of our young participants.

Michael Heinz / Kronberg Academy

Masterclass with Yuri Bashmet

Dienstag, 31. Januar 2012

Intense two days with a focus on musicality, precision and body language

Thirteen Young Soloists gathered in Kronberg for two days of intense education with a great violist and and a man who understands the full spectrum of the human body language:  mime Samy Molcho. Mr. Molcho is known for his body language expertise while Yuri Bashmet, the world-renowned viola artist, demonstrated his unique musicianship and educational prowess for the young musicians. Samy Molcho´s session delivered an important input for the Young Soloists with regard to the character and quality of their stage presence: Learning and understanding the impact of  an artist´s movements and gestures while performing on stage representing an indirect kind of communication that influences how the artist is generally perceived by the audience. Thereby having an influence on how well the performance can be supported through the right body language.

The sessions with both artists were extremely well received and the stimulation and the insights that the two men had to offer left the group highly motivated. Walking through the hall of our KAM facilities I tried to gather some personal feedback from the young musicians about the sessions with the famous Russian violist.

Said Hanna Lee, 27, violist from Korea,  studying in Kronberg since October last year,
“there was so much information over these two days, I am extremely motivated to dig deeper into  the world of music and try to be more complete as a player. Yes, it was very worthwhile”.

Yura Lee, another Korean violist, now living in Boston, confirmed this view during a break on the last day and continued having great fun with some other fellow Young Soloists.

Ella van Poucke, 17, the youngest participant of the group, found that Mr. Bashmet was extremely focused on every single note of the composition. And Pablo Ferrández, 21, another young Soloist added, “ Mr. Bashmet pays enormous attention to every detail, he has great listening capabilities and I was overwhelmed that he listens to the very last millisecond of a tone. He helps to improve one´s listening skills greatly”.

István Várdai, 27, who will finish the masters programme mid-year, was dwelling on the very personal traits of Mr. Bashmet when he said “ We get along very well with each other, and his personality is of such a kind that I can relate to very much”.

Berlin-based Gabriel Schwabe, 24, just concentrated on two skills. “What makes him unique? I asked. “It´s his very precision and also his patience” Gabriel answered.

Stephen Potts, director of “Kronberg Academy Masters” programme, attended most of the sessions and together with his team colleagues Anne Zipf and Gisela Rösing provided for all the necessary support and logistical services that needed to be organised before, during and after the sessions.

When Mr. Bashmet was ready to rush out of the studio rooms just minutes after the final session was completed I could ask hastily two questions believing these would help characterise his engagement as a teacher in Kronberg.

What is special about Kronberg and its academy, Mr. Bashmet?”, I asked him. “It´s all about the atmosphere. The academy is like a family, that´s very special!”.

“And what do you gain as a teacher from engaging in this kind of activity?” was my follow-up question. Standing already in the doorway he paused for a second then said “ When I am working with very young highly talented musicians I am feeling younger myself”.

Michael Heinz / Kronberg Academy Team

Cello Festival 2011 / Photo exhibition “Live Music” in Kronberg

Freitag, 26. August 2011

Alexandra Kremer-Khomassouridze in front of her works

Works by Parisian photographer Alexandra Kremer-Khomassouridze

Last week, days before the vernissage of this fantastic exhibition, we just couldn´t imagine how wonderful the roughly 5o images would complement each other. The final positioning of the appealingly framed photo works took two full days. Thursday and Friday last week were devoted to this job. When we had the first project-related meeting in the rooms of her exhibition in Kronberg´s Malermuseum (museum devoted to the history of a Kronberg-based painting school) it was a matter of minutes to develop a plan on how to divide the jobs between the artist and our small team of helpers. When Stephan Cropp and I left Alexandra Kremer-Khomassouridze alone in the two major exhibition rooms she then decided prudentially which of her photos were to be used in the final set-up.

The main idea idea behind her thinking was to group the photos not according to date of origin but rather compose groups of images based on the type of musicians, i.e. composers, conductors, soloists, and a few images which were hanging as solitaires. Once the positioning was finally decided by Mrs. Kremer-Khomassouridze, the rest of the work demanded just precision, patience and stomach. In the end, the most precious tool has been a water-level and a very robust 2,5o m long ladder. Smiling faces appeared on last Friday when our support team fixed the last set of images and optimized the lighting, so that each group of photos would receive the same spotlight. Most important, Alexandra Kremer-Khomassouridze agreed with how we had handled her conceptual ideas, including our decision to get rid of two works that didn´t fit with the wall sizes after all.

After hanging was completed and lighting was regarded alright, then it was time to take a very personal look at all the pictures on the following day and, who wonders, recognizing the superiority of all the displayed photographs. Stephan Cropp and I were impressed with the black and white works that Alexandra Kremer-Khomassouridze had created. All her images are showing world-renowed musicians, conductors and composers. For instance, one can see photos of Seiji Ozawa, Yuri Bashmet, Gidon Kremer, Mischa Maisky, Mstislav Rostropovich, Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach, Nikolaus Harnoncourt, Gennadi Roshdestvensky, composers such as Arvo Pärt, Sofia Gubaidulina and Giya Kancheli, and the list could go on and on.

Last Saturday, on her day of departure back to Paris, Alexandra agreed that we document her exhibition in Kronberg and she was also happy to let us take some images of her against the backdrop of some of her own works.  Clearly, that session provided a great opportunity for Kronberg´s blogger to catch the spirit of  this exhibition, which functions as an entrée to the 10th Cello Festival end of September, while at the same time providing a picture of the photographer who created those works.

On Monday evening the long-awaited vernissage took place. Both friends of music and photography were coming to the “Museum Kronberger Malerkolonie” and listened to 30 minutes of chamber music.  Raimund Trenkler, artistic director of Kronberg Academy delivered the “Welcome” address and underlined that photography exhibitions have often complemented events and festivals of this institution. Eva-Maria Magel, a cultural editor from Frankfurter Allgemeine Zeitung delivered the opening speech and introduced the Parisian photographer to the audience. Here remarks were very well received. Then Alexandra Kremer-Khomassouridze explained a bit her own photographic career and was engaged in several discussions after the audience began to explore the 2 exhibition rooms.

Mrs. Kremer-Khomassouridze then hurried back to the airport in order to be ready for her next project, a journey to her homeland Azerbeijan where she wanted to complete a portfolio on the subject ” Oil”.

For people and guests in Kronberg now there is time to enjoy a great photographic exhibition displaying images of some of the finest musicians.

Michael Heinz

Interview mit Nils Mönkemeyer – Mit Musik-Miteinander

Dienstag, 19. Oktober 2010

Michael Heinz: Am kommenden Freitag den 22. Oktober werden Sie die Möglichkeit haben, im Rahmen unseres Projekts “Mit Musik – Miteinander”  gewissermaßen vom Solisten  zum Lehrer zu werden – gemeinsam mit Ihren Mitstreitern Kaori Yamagami und Mikhail Ovrutsky. Was verbinden Sie mit dieser Vorstellung?

Nils Mönkemeyer: “Studierende” bleiben wir als Musiker ja unser ganzes Leben lang. Für mich geht es bei dem Projekt nicht in erster Linie darum, mich als Lehrer zu betätigen, sondern vielmehr im lebendigen Zusammenspiel voneinander zu lernen. Kammermusik ist eine Gattung, die am besten ohne eine menschlich gedachte Hierarchie funktioniert, man muss in der Lage sein, im richtigen Moment die anderen Spieler zu unterstützen und dann wieder einen entscheidenden Impuls setzen, Freude an kleinen Einwürfen zu haben und gemeinsam ein großes Ganzes zu schaffen.

MH: Als ehemaliger Junior bei „Chamber Music Connects the World“ 2008 konnten Sie mit namhaften Kammermusikern und Solisten gemeinsam Kammermusikwerke erarbeiten – wie prägend war diese Erfahrung für Sie, was hat dies für ihre eigene musikalische Weiterentwicklung bewirkt?

NM: Eine intensive Woche zu verbringen mit Künstlern wie Gidon Kremer oder Yuri Bashmet ist natürlich etwas ganz, ganz besonderes. Beide Künstler waren und sind Idole für mich und die Momente der Konzerte sind mir immer wieder ganz präsent. Es ist diese absolute Konzentration und Hingabe, die mich an diesen großen Meistern besonders beeindruckt hat, diese völlige Hingabe im Moment des Spielens, die alles andere unwichtig macht und den “magischen Moment” erschafft, nach dem wir immer suchen. Die Erinnerung daran macht mich sehr glücklich.

MH: Manch einer ist der geborene Lehrer, wie ist Ihre Einschätzung von sich selbst in dieser Rolle…? Haben Sie hier eine Vorahnung oder betreten sie hier völlig neues Terrain und wissen selbst noch nicht, wie dies ausgeht? Von Bernhard Greenhouse stammt der Gedanke, dass man sich immer ganz auf die Persönlichkeit der Schüler einlassen muss, jeder Schüler hat einen anderen „Auslöser“ für den Erkenntnisprozess.

NM: Ich war drei Jahre Assistent von Diemut Poppen in Madrid und habe seit einem Jahr meine eigene Klasse in Dresden. Unterrichten ist schon seit vielen Jahren ein Hauptfeiler meiner künstlerischen Tätigkeit. Jeder Schüler hat eine unverwechselbare und eigene Persönlichkeit . Manche halten mir selbst einen Spiegel vor, andere kommen mit Problemen, über die ich nie nachgedacht habe und so ist jede Unterrichtsstunde neu und faszinierend. Der Lehrer lernt genauso viel, wie der Schüler.

MH: Welche Musiker sind für Sie eine große Inspiration – möglicherweise auch Musiker, die nicht aus der Kammermusik stammen,  die Ihnen zB auch Anregungen geben, wie man musikalische Strukturen „liest“, die Essenz eines Werkes vollständig durchdringt?

NM: Da gibt es viele. Immer wieder verbringe ich Stunden auf Seiten wie Youtube oder beim Anhören von CDs und entdecke neue Welten und Ansichten. Besonders inspirierend  sind aber die Begegnungen mit Kollegen und Orchestern bei gemeinsamen Konzerten, die mich besonders bereichern.

MH: Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Kronberg denken?

NM: Man kommt an, alles ist von einem supernetten Team perfekt vorbereitet und man packt das Instrument aus und muss nur noch spielen, in der Pause ist der Kaffee schon fertig und immer jemand, mit dem man sich gerne unterhält…Das ist doch herrlich!!

MH: Bitte formulieren Sie hier ein paar Gedanken, was Ihnen besonders am Herzen liegt, wenn Sie sich bald hier zu uns auf den Weg machen, in Bezug auf Ihre Rolle als Senior bei „Mit Musik-Miteinander“

NM: Am kommenden Freitag im schönen Kronberg……freue ich mich auf viele neugierige und motivierte “Juniors”, auf meine wunderbaren Kollegen Kaori und Mikhail und das nette Team der Academy. Nicht zuletzt: Musik, Musik, Musik:)

MH: Was sind ihre ganz persönlichen kurz- und mittelfristigen Ziele und Wünsche nach dieser „Kronberger Station“, wenn wir dies so fragen dürfen…?

NM: Da habe ich sehr viel Glück: Berlin Philharmonie, Köln Philharmonie, tolle Orchester, eine neue CD “Folia” im Januar, diese Saison ist meine bisher schönste!!

MH: danke für dieses Interview, Herr Mönkemeyer!

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Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Interview mit Raimund Trenkler

Dienstag, 15. Juni 2010

Das 6. Mal ist „Chamber Music Connects the World“ am 19. Mai in Kronberg mit zwei Schlusskonzerten über die Bühne gegangen. In einem ersten rückblickenden Beitrag hatte die Projekt-Verantwortliche Oda Cramer von Laue ( Beitrag vom 29.5.) ihre persönlichen Eindrücke hier an dieser Stelle geschildert. Im folgenden Interview mit Raimund Trenkler, dem künstlerischen Leiter der Kronberg Academy, erfahren wir dessen Einschätzungen über das, was ihn bewegt hat, welche Aufgaben zu bewältigen waren und wie die weitere Zukunft dieses Projekts aussieht.

Michael Heinz: Wie hast Du „das Projekt Chamber Music Connects the World“ im 10. Jubiläumsjahr erlebt?

Raimund Trenkler: Es ist jedes Mal aufs Neue ein Abenteuer, auf was wir uns da einlassen. Es bleibt neu und frisch, denn es sind immer andere junge Musiker und andere Werke, die auf dem Spielplan stehen. Um es gleich vorweg zu nehmen: die Qualität der musikalischen Darbietungen in diesem Jahr, das Niveau der hier angereisten Musiker war durchweg sehr, sehr hoch. Man muss sich vorstellen, es kommen 22 junge Musiker nach Kronberg. Und diese jungen hochbegabten Musiker haben die Chance mit den berühmten Fünf Seniors zusammen zu treffen und gemeinsam Musik einzustudieren. Sie sind ihren Idolen und Vorbildern ganz nahe. Aus der musikalischen Abhängigkeit zwischen den Seniors und Juniors entsteht automatisch auch menschliche Nähe. Und wir schaffen die Rahmenbedingungen, dass dies auf eine besonders vertraute und familiäre Weise geschehen kann. Es entstehen so besondere Konstellationen und die Intensität der Zusammenarbeit ist so nur in der Kammermusik möglich. So manch einer der Juniors hat während der 11 Tage in Kronberg einen musikalisch-virtuosen Höhenflug hingelegt. Das   gemeinsame Ziel ist es, ausgewählte Kammermusik-Werke einzustudieren und ein einmaliges musikalisches Erlebnis zu gestalten – für die Musiker selbst und auch für das Publikum. Und das Publikum kann bereits während der öffentlichen Proben an der Entstehung des Werkes teilhaben.
Einfach einmalig und es wird nie langweilig!


MH: Welche besonderen Herausforderungen waren zu meistern?

RT: Die größte Herausforderung war es, fünf namhafte Musiker dazu zu bewegen, für gut 11 Tage ihre Terminkalender freizuhalten und sie hier zur aktiven Teilnahme beim Projekt „Chamber Music“ in Kronberg zu motivieren. Da es sich um Künstler von Weltrang handelt, kann man sicht leicht vorstellen, dass viele alternative Auftrittsmöglichkeiten und Konzertangebote für diese Musiker mit dem Projekt der Kronberg Academy im Wettstreit liegen. Gidon Kremer, Tatjana Grindenko, András Schiff, Yuri Bashmet und ursprünglich geplant auch der englische Cellist Steven Isserlis, dies war unser Plan.  Dass wir auch das im diesem Jahr wieder einmal geschafft haben, grenzt schon an kleines Wunder. Die kurzfristige Absage von Steven Isserlis hatte ein ernstes Zusatzproblem für uns entstehen lassen, aber der ebenso kurzfristig herbeigeführte Einstieg von Frans Helmerson, der nahtlos in alle zuvor terminierten Stücke von Steven Isserlis einsprang, „rettete uns den Tag“. Das war schon mit viel Schweiß verbunden.

Die zweite riesige Herausforderung: die Zusammenstellung des umfänglichen Probenplans und die während der Veranstaltungen sich immer wieder ergebenden  Änderungen. Das ganze auf Tagesbasis zu managen, insbesondere die jeweils neuen Probenpläne für den folgenden Tag an alle Künstler und die Support-Teams weiter zu leiten, das ist eine enorme logistische Meisterleistung. Der Probenplan ist äußerst komplex.  Tauchen an einer Stelle Änderungen auf, sind viele andere Proben jeweils betroffen und müssen ihrerseits geändert werden. Es gibt viele Abhängigkeiten zu berücksichtigen, und ja, man kann hier schnell Fehler machen und ein kleines Chaos anzetteln. Täglich gab es Änderungen und der Druck auf die Verantwortlichen war über all die Tage sehr groß.

MH: Wie geht es weiter mit „Chamber Music Connects the World“ ?

RT: Das inhaltliche Konzept von „Chamber Music…“ ist besonders tragfähig, da es aufgrund seiner Flexibilität, nämlich immer wieder stets neue junge Musiker auszuwählen und neue Werke aus dem riesigen Reservoir der Kammermusik auszuwählen, viel Raum für Neues und auch Experimentierfreudigkeit ermöglicht. Natürlich, die Kammermusik bildet den Nukleus.

Und was die Chancen zur Teilnahme betrifft:  Im Vordergrund stehen allein das Können und die Leidenschaft der Bewerber der jungen Musiker. Ausführliche Bewerbungen und dann die Auditions für die Ausgewählten bilden die zu überwindenden Hürden. Hier mitmachen zu können ist etwas Außergewöhnliches, das hat sich jedenfalls herumgesprochen. Es beschert den jungen Musikern einmalige Erfahrungen. Wir hören oft von ihnen, wie prägend diese Tage für sie waren.

Neue Akzente können wir  setzen, in dem wir etwa die Einbeziehung von Bläsern in Erwägung ziehen, um so das musikalische Spektrum gleichsam auszudehnen und zu erweitern. Aber diese Entscheidungen haben noch ein wenig Zeit! Was heute schon sicher scheint ist dies: es wird wieder ein neues Abenteuer vor der Tür stehen, wenn 2012 im Mai eine neue Gruppe von ausgewählten jungen Musikern mit Weltkünstlern in Kronberg zusammentreffen werden, um ein neues Kapitel beim Projekt  “Chamber Music” zu schreiben.

Raimund, danke für dieses Gespräch.

Chamber Music Connects the World – ein großartiges Finale

Donnerstag, 20. Mai 2010

Kronberg erlebte am gestrigen 19. Mai einen glanzvollen Kammermusik-Abend, der zugleich den Abschluss des 11-tägigen Projekts „Chamber Music Connects the Word“ bildete.

Fünf weltberühmte Meister ihres Faches (Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Tatjana Grindenko, András Schiff und Frans Helmerson) erarbeiteten Kammermusik-Werke mit über 20 jungen Musikern aus vielen Ländern Europas und Amerika. Aufführungen der einstudierten Werke gab es seit letzen Samstag zu hören.  Das großartige Finale bestand aus zwei fulminanten Konzerten. Das erste Konzert war der Musik Johann Sebastian Bachs gewidmet. Beim Auftakt  erklang das Brandenburgische Konzert Nr. 6 mit Senior Yuri Bashmet, Viola und den Juniors Peijun Xu, István Várdai, Julian Arp, Marcin Zdunik, Olivier Thiery und Zoltán Fejérvári. Im zweiten Teil dieses ersten Konzerts wurde unter Leitung von Gidon Kremer musikalisches Neuland betreten. Es wurden 10 Bachsche Werke für Tasteninstrumente aus dem Repertoire von Glenn Gould mittels moderner Transkriptionen in kammermusikalische Werke umgeformt. Dafür wurden 10 Komponisten gewonnen. Im Saal anwesend waren drei von ihnen: Giya Kancheli, Victor Kisssine und Stevan Kovacs Tickmayer. Das Gesamtwerk bzw. dieser Zyklus von Stücken trug den Namen „The Art of Instrumentation“ und war zugleich eine Uraufführung. Gidon Kremer hatte anlässlich des 10 jährigen Jubiläums von “Chamber Music Connects the World” diese Idee frühzeitig vorgestellt.

Im zweiten Konzert kamen Werke von Edward Elgar (Klavierquintett op. 84) und ein modernes, minimalistisches Stück von Terry Riley zur Aufführung ( „in C“). Das letztere, zweigeteilte Stück endete mit einem bravourösen Hand-Clapping über 10 Minuten, in dem Tatjana Grindenko und ihre 16 Mitspieler einen furiosen Rhythmus „klatschten“, der äußerst markant und präzise mit einem letzten Wirbel der klatschenden 17 Juniors schlagartig und gekonnt sein Ende fand. Tosender Beifall danach. In der Tat ein ungewöhnlicher Abschluss für ein gelungenes Projekt. Laetitia Cropp vom Team der Kronberg Academy, die nach dem Konzert einen Blick in die Partitur warf, war erfreut und überrascht zugleich von den Anweisungen des Komponisten Terry Riley ( tituliert mit “Performance Directions”). Diese besagten, dass je mehr Teilnehmer mitmachen würden, sich das ganze Stück um so besser entfalten könnte. Wenn wir das doch nur früher gewusst hätten, rief mir Laetitia zu. In der Tat, mindestens beim Hand-Clapping hätten wir und auch so manch anderer vom Kronberg Academy Team sicherlich gerne “mitgemischt” – so scherzten wir.

Nach den Konzerten wurde ausgelassen gefeiert. Seniors, Juniors, die Komponisten und Freunde und Förderer plus viele vom Team der Academy vertieften sich bei Kerzenlicht und gutem Wein in viele gute und zumeist heitere Gespräche. Yuri Bashmet krönte die Feier mit seinen Geschicklichkeitstests für so manchen Junior – was die Fotos hoffentlich eindrucksvoll belegen.

Michael Heinz

Chamber Music Connects the World – Was aus den Ex-Juniors geworden ist (3)

Mittwoch, 5. Mai 2010

Marie-Elisabeth Hecker,  Violoncello / Junior 2006

Hecker_Marie-Elisabeth

Marie-Elisabeth Hecker kam 2006 19-jährig zur Teilnahme an Chamber Music Connects the World erstmals nach Kronberg. Kurz zuvor im November 2005 konnte sie einen großen Erfolg verbuchen als sie den renommierten  8. Rostropovich Wettbewerb in Paris gewann. ( plus zwei Sonderpreise, welches ein absolutes Novum war).  In den dreißig Jahren des Rostropovich Wettbewerbs war dies das erste Mal, dass ein Cellist drei Preise gewonnen hatte. Wer sie seitdem persönlich bei Konzerten und Auftritten erlebt hat, schwärmt von Ihrer Leidenschaft und Musikalität. Viele Kenner nennen sie eine sensitive und sehr kreative Cellistin.

Marie-Elisabeth Hecker ist im Jahre 1987 in Zwickau geboren (Geburtsstadt von Robert Schumann), sie ist das fünfte von insgesamt acht Geschwistern. Mit einigen ihrer Geschwister ist sie auch schon aufgetreten und hat Konzerte gegeben.  Im Oktober 2005 gab sie ihr erstes Konzert in Amerika, im Kammermusiksaal der Stadt New York, der berühmten Bargemusic. Nicht zu vergessen: sie wohnte diversen Meisterkursen mit den ganz Großen der Kammermusik bei, z.B. Bernard Greenhouse, Gary Hoffman, Frans Helmerson, Steven Isserlis, Daniel Hope oder auch Peter Bruns. Zu den Höhepunkten ihrer bisherigen Karriere gehören Konzerte mit dem Cherubini-Orchester und Yuri Temirkanov beim »Ravenna Festival«, mit dem Symphonieorchester »Neues Russland« unter Yuri Bashmet in Moskau und zwei Auftritte beim »Elba Festival«, 2008 mit der Kremerata Baltica unter Gidon Kremer und 2009 mit Martin Helmchen. Mit dem Mariinsky Orchester und Valery Gergiev trat sie beim berühmten »Osterfestival« in Moskau auf.

Gewaltig Gas gegeben hat Marie-Elisabeth Hecker als Solistin auch in der Saison 2009-2010. Kritiker in Europa loben ihre Konzert- und Kammermusikaufführungen. Beeindruckend ihre letzten Auftritte: ihr Debut mit dem Leipziger Gewandhausorchester unter Gérard Korsten, dann die Auftritte mit der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim, dem BBC Symphony Orchestra unter Ji_í B_lohlávek und die Kooperation mit dem Niederländische Philharmonic Orchestra unter Jakob Kreizberg. Nicht zu vergessen, die Arbeit mit dem Royal Flemish Philharmonic Orchester unter Phillipe Herreweghe sowie ein Projekt mit Sylvain Cambreling. Hierzu schrieb die spanische Tageszeitung El Pais begeistert:  ‘Hecker plays like an angel … the beauty of her sound is enhanced by an exquisitely elegant line and sweeping lyricism… her performance comprises musicality and pure talent.’

Kronberg freute sich, als Marie-Elisabeth sich Ende 2008 entschloss, das Studium des Kronberg Academy Masters aufzunehmen. Seitdem ist Ihre Beziehung zu unserer Stadt weiter vertieft worden und man darf gespannt sein auf ihre weiteren solistischen Ausflüge als Junge Solistin in Nah und Fern.

Marie-Elisabt Hecker spielt auf einem italienischem Luigi Bajoni Cello von 1864, einer privaten Leihgabe der Erbgemeinschaft Lösch.

Bisher erschienen:

CMCW – Wie alles begann

CMCW – Die Feuertaufe

CMCW – Ein Musikfilm asl Inspiration

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist Claudio Bohorquez

CMCW – Was aus den Ex-Juniors geworden ist Tanja Becker-Bender

Michael Heinz

Der Bewerbungsmarathon zu Chamber Music Connects the World

Mittwoch, 3. Februar 2010

Seit November 2009 bin ich Praktikantin bei der Kronberg Academy und bin gemeinsam mit Oda Cramer von Laue, speziell für die Durchführung unseres Projekts Chamber Music Connects the World (9. – 19. Mai 2010) zuständig. Ich bin vor allem begeistert über die Möglichkeit, berühmte Musiker wie Gidon Kremer, Tatiana Grindenko, Yuri Bashmet, Steven Isserlis und András Schiff genauso wie junge, talentierte Künstler in meinem Alter kennen zu lernen und zu treffen. In den Bewerbungsprozess der jungen Künstler eingebunden zu sein, ist ein besonderes Zuckerl für mich.

Die Bewerbungsfrist für junge Künstler endete am 4. Januar. Die Auserwählten werden zu unserer Audition Ende Februar eingeladen.  Beworben haben sich über 150 junge Musiker und Musikerinnen, angenommen werden können allerdings nur zwischen zwanzig und dreißig Studenten – also eine echte Auslese muß stattfinden.

4. Januar 2010

Heute ist Bewerbungsschluss. Ich komme aus den Weihnachtsferien zurück und der Stapel an Bewerbungen auf meinem Schreibtisch ist wie erwartet groß. Die Pakete kommen aus allen Teilen der Welt – USA, Kanada, Südkorea, China, Russland, Spanien, Frankreich, Türkei, Österreich – und natürlich aus Deutschland. Ich mache mich daran, die Bewerbungen zu bearbeiten.

5. Januar 2010

Ich bin zuversichtlich, dass ich der Flut an Bewerbungen bald Herr werde. Erstaunt bin ich über die unterschiedliche Qualität der Bewerbungen.

6. Januar 2010

Immer noch arbeite ich an der Überwindung der Flut. Nachmittags beginne ich damit, die CDs mit den Aufnahmen zu kopieren, um sie an unsere externen Juroren weiterzusenden.

7. Januar 2010

Ich bin mitten drin in der Brennorgie. Dabei höre ich mir einige der Einsendungen an und schwelge vor allem in den verschiedenen Interpretationen des Edward Elgar Cello Konzerts.

11. Januar 2010

Die ersten beiden Lieferungen an CDs für die beiden externen Zuhörer gehen raus. Aber ich muss noch weiter CDs brennen.

15. Januar 2010

Am Wochenende werden Prof. Friedemann Eichhorn und Prof. Sandor Karolyi ihren Anhörmarathon beginnen. Ich hoffe, dass sie unseren musikalischen Marathon als angenehmer empfinden als einen echten 42,195 Kilometer langen Lauf.

19. Januar 2010

Der erste externe Zuhörer beendet seinen Marathon und überquert erschöpft die Ziellinie, seine Botschaft an uns weitergebend.

21. Januar 2010

Der zweite Marathonmann überquert die Ziellinie. Leider ist ihm kurz vor Schluss die Puste ausgegangen und ich muss seine Bewertungen per Hand in ein Worddokument eintragen. Herr Eichhorn und Herr Karolyi haben einen Marathon im schönsten Stil und mit dem besten Resultat abgeliefert – herzlichen Dank!

Freitag, 22. Januar 2010

Heute ist der Tag der Entscheidung durch Raimund Trenkler und Oda Cramer von Laue. Ich empfinde es als sehr spannend, beim Entscheidungsprozess hautnah dabei zu sein.  Es sind sehr viele Bewerber, sehr gute Bewerbungen und wenig Plätze. Dementsprechend fällt die Auswahl schwer. Schließlich sind wir überzeugt, dass wir hier einige Talente gefunden haben. Leider kann ich mich nicht rückhaltlos freuen, da ich weiß, dass ich am Montag an viele Bewerber Absagen schreiben muss. Die Aussicht, danach auch Zusagen ausschicken zu können, tröstet nicht.

Montag, 25. Januar 2010

Wir freuen uns schon auf die Audition. Jetzt gibt es aber noch viel zu tun und vorzubereiten.

Persönliche Gedanken und Reflektionen von Teresa Hofstetter


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